Wirtschaftswissenschaft

Die Wirtschaftswissenschaft, auch Ökonomie[1] und vereinzelt auch Ökonomik,[2] ist die Wissenschaft von der Wirtschaft. Die Wirtschaftswissenschaft untersucht den rationalen Umgang mit knappen, also nur begrenzt verfügbaren, Gütern.[3]

Etymologie

Eine erste systematische ökonomische Theorie stammt von Aristoteles, für den zielgerichtetes Handeln in der Ökonomie (altgriechisch οἶκος oikos, deutsch ‚Haus, Besitz‘; altgriechisch νόμος nomos, deutsch ‚Gesetz‘; „nach Gesetzen wirtschaften“) legitim ist. Er unterschied zwischen naturgemäßem Erwerb und Verwendung der materiellen Mittel für das gute Leben (altgriechisch οἰκονομικέ oikonomiké) und dem (naturwidrigen) Erwerb dieser Mittel (altgriechisch χρεματιστικέ chrematistiké). Die Hauptkonturen seiner ökonomischen Theorie finden sich in seinen Werken Politik und Nikomachische Ethik.

Historische Entwicklung

Volkswirtschaft

Die großen Denker der Antike und des Mittelalters gelten als Ahnherren der Wirtschaftswissenschaft. Auch das Mittelalter kannte bereits einige ökonomische Darstellungen. Thomas von Aquin behandelte in seinem zwischen 1265 und 1273 entstandenen Hauptwerk Summa theologica auch ökonomische Fragestellungen. Er stufte Landwirtschaft und Handwerk höher ein als den Handel. Gewinnstreben darf nicht den Schwächeren oder die Allgemeinheit schädigen. Kernstück bildete seine Lehre vom gerechten Preis. Joseph Schumpeter schrieb in seiner History of Economic Analysis (1954) die Entwicklung der wissenschaftlichen Untersuchung ökonomischer Zusammenhänge bereits den Spätscholastikern (im 14. und 15. Jahrhundert) zu. Allerdings unterschied sich die alteuropäische Ökonomik in ihrer Grundkonzeption stark von der heutigen Sichtweise. Nikolaus Kopernikus beschäftigte sich in der Folge der Inflation der Bauernkriegszeit mit Geldtheorie. Bei Johannes Buridan (1300–1385) finden sich erste Ansätze deskriptiver Ökonomie, indem er im Metallismus den Geldwert durch seinen Metallwert bestimmt sieht. Von Nicolaus Oresmius (1325–1385) stammte mit dem Traktat über Geldabwertungen (1373) das erste rein ökonomische Werk.

Als „frühmoderne“ (auch „vorklassische“) Ökonomen werden die Merkantilisten und die Physiokraten eingeordnet. Seit etwa 1450 setzte der Merkantilismus ein, während dessen der Ökonom James Denham-Steuart mit seinem merkantilistischen Summa (1767) die erste Gesamtdarstellung der Ökonomie vorlegte und so die Ökonomie als eigenständige Wissenschaft begründete.[4] Die „natürliche Ordnung“ (französisch ordre naturel) der Physiokratie war geprägt von Freiheit, Wettbewerb und Privateigentum, was am besten in ihrem 1751 von Vincent de Gournay geprägten Schlagwort „laufen lassen und geschehen lassen“ (französisch laissez-faire, laissez-passer) zum Ausdruck kommt. Als Geburtsstunde der Wirtschaftswissenschaft in der heute verstandenen Form als Forschungsdisziplin mit eigenständigen Theoriegebilden wird häufig das Jahr 1758 genannt, in welchem der französische Arzt Francois Quesnay sein Hauptwerk Tableau économique veröffentlichte. Der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung 64-jährige Gelehrte verstand die Abhängigkeiten von Geld- und Güterströmen als Kreislauf.

Auch der Schotte Adam Smith wird als Begründer der modernen Wirtschaftswissenschaft angesehen. Er veröffentlichte 1776 sein Buch Der Wohlstand der Nationen (An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations) und kritisierte dort den bis dahin zumeist vorherrschenden Merkantilismus. Sein weitverbreitetes Werk fand in Großbritannien und den USA große Anerkennung und vermittelte erstmals die Idee einer neuen Wissenschaftsrichtung zur Untersuchung des wirtschaftlichen Handelns.

Seit David Ricardos Schrift Principles of Political Economy and Taxation (1821)[5] setzte sich die „deduktive Methode“ mit quantitativer Betrachtung durch. Mit Verbreitung dieser Methode wurden die sozialen Rahmenbedingungen zunehmend aus der Untersuchung der Politischen Ökonomie eliminiert; es setzte sich zunächst ein rein logisch-mathematisches Verständnis der Marktverhältnisse durch (Volkswirtschaftslehre als Naturwissenschaft).

Unter dem Eindruck der Industrialisierung im 19. Jahrhundert entwickelten Karl Marx und Friedrich Engels die marxistische Wirtschaftstheorie. Die Klassische Nationalökonomie wurde, beginnend gegen Ende des 19. Jahrhunderts, abgelöst durch die Neoklassische Theorie, die die moderne Volkswirtschaftslehre bis heute prägt. Über mehrere Jahrzehnte – bis in die 1960er/70er Jahre – dominierten allerdings die Veröffentlichungen von John Maynard Keynes die Diskussion.

Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gewinnen zunehmend die an Smith anknüpfenden Ideen des wirtschaftlichen Liberalismus Verbreitung. Als einer der bedeutendsten Ökonomen dieser Richtung gilt Milton Friedman. Daneben existieren unter anderem mit dem Sammelbegriff Heterodoxen Ökonomie oder Plurale Ökonomik kritische Positionen zum Mainstream.

Betriebswirtschaft

Die Betriebswirtschaftslehre (BWL) als reine Beschreibung von Tätigkeiten und deren Zwecken in einzelnen Unternehmen begann schon im 15. Jahrhundert in Italien. Dort wurde im Jahre 1494 auch für das Rechnungswesen der BWL die Technik der doppelten Buchführung durch Luca Pacioli entwickelt und veröffentlicht.

Als Begründer der Handlungswissenschaft gilt der Franzose Jacques Savary, der im Jahre 1675 das erste systematisch gegliederte Lehrbuch zur Betriebswirtschaft veröffentlichte: Le parfait Négociant. Darin fasste er das gesamte kaufmännische Wissen seiner Zeit zusammen, beschrieb das Handelsgeschäft und die damit verbundenen Risiken und schlug unter anderem vor, zur bilanziellen Bewertung des betrieblichen Vermögens das Niederstwertprinzip anzuwenden und für den periodengerechten Abschluss transitorische Posten vorzusehen.[6] Savary hatte großen Einfluss auf Paul Jacob Marperger aus Nürnberg, der in seinem 1714 veröffentlichten Hauptwerk Nothwendige und nützliche Fragen über die Kauffmannschafft ebenfalls das Handelsgeschäft beschrieb und die Handelsspanne rechtfertigte. Als Erster begründete er den wissenschaftlichen Anspruch des Fachs, indem er forderte, auf Universitäten öffentliche Professores Mercaturae zu verordnen.[7]

Als Savarys eigentlicher Nachfolger im deutschen Sprachraum aber gilt jedoch Carl Günther Ludovici, der „sein Augenmerk allein auf das Zusammentragen und systematische Aufbauen des Stoffes“ richtete und mit seinem Werk „Eröffnete Akademie der Kaufleute oder vollständiges Kaufmannslexikon die beste Sammlung seiner Zeit schuf“ (Eduard Weber), in deren Anhang sich mit dem Grundriss eines vollständigen Kaufmanns-Systems eine systematische Darstellung der Handlungswissenschaft findet, die den Stoff gliedert in die Arten der Handels- und Handelshilfsbetriebe, die produktiven Faktoren (Waren, Personen, Sachmittel) sowie die Handelstätigkeit als Ein- und Verkauf.

Nach einer Zeit des Niederganges der Betriebswirtschaftslehre und der Verdrängung durch die Volkswirtschaftslehre nahm ihre Bedeutung seit Beginn des 20. Jahrhunderts erheblich zu.

Inhalte

Im deutschen Sprachraum wird die Wirtschaftswissenschaft üblicherweise in die Bereiche Betriebswirtschaftslehre (BWL) und Volkswirtschaftslehre (VWL, Nationalökonomie) unterteilt.[8] Die zugehörigen Berufsbezeichnungen sind Wirtschaftswissenschaftler, Volkswirt und Betriebswirt (oder auch Ökonom).

Die Volkswirtschaftslehre untersucht grundlegende wirtschaftliche Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten in einer Gesellschaft, sowohl in Bezug auf einzelne wirtschaftende Einheiten (Mikroökonomie) als auch gesamtwirtschaftlich (Makroökonomie). Erkenntnisobjekte sind das Wirtschaften, also der planmäßige und effiziente Umgang mit knappen Ressourcen zwecks bestmöglicher Bedürfnisbefriedigung in der Umgebung der Wirtschaft. Die Betriebswirtschaftslehre befasst sich mit den wirtschaftlichen Zusammenhängen und Gesetzmäßigkeiten einzelner Unternehmen und liefert Erkenntnisse über betriebliche Strukturen und Prozesse.

Um wirtschaftstheoretische Modelle empirisch zu überprüfen und ökonomische Phänomene quantitativ zu analysieren, werden ökonometrische Methoden eingesetzt, die letztlich auf mathematischen Modellen beruhen. Diese Modelle dienen auch dazu, Prognosen für wirtschaftliche Entwicklungen zu erstellen.

Zur Wirtschaftswissenschaft im weiteren Sinne zählen auch interdisziplinäre Bereiche wie

Die Wirtschaftswissenschaft zählt zu den Sozialwissenschaften. Wirtschaftswissenschaftliche Aspekte werden auch in anderen sozialwissenschaftlichen Bereichen untersucht.

Siehe auch

Literatur

  • Alfred Bürgin: Zur Soziogenese der Politischen Ökonomie. Wirtschaftsgeschichtliche und dogmenhistorische Betrachtungen, 2. Aufl., Marburg 1996
  • Karl Eman Pribram: Geschichte des ökonomischen Denkens. Übersetzung der Originalausgabe A History of Economic Reasoning. Erster und zweiter Band. Suhrkamp Verlag, Frankfurt/M. 1998, ISBN 3-518-28956-X
  • Adam Smith, 1776: An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations
    • Deutsche Ausgabe: Der Wohlstand der Nationen. 1999, ISBN 3-423-30149-X
  • Joachim Starbatty (Hrsg.): Klassiker des ökonomischen Denkens: Von Platon bis John Maynard Keynes. Teil 1 und 2 in einer Gesamtausgabe. Hamburg 2008, ISBN 978-3-937872-92-6

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ökonomie im Duden: von lateinisch oeconomia ‚gehörige Einteilung‘, dieses von altgriechisch οἰκονομία oikonomía, deutsch ‚Haushaltung, Verwaltung‘ aus οἶκος oíkos, deutsch ‚Haus‘ und νόμος nómos, deutsch ‚Gesetz, Sitte, Brauch‘ und dem Suffix -ική -ikḗ.
  2. Ökonomik im Duden: zu lateinisch oeconomicus ‚ökonomisch‘.
  3. Gabler Wirtschaftslexikon: Definition Wirtschaftswissenschaften, abgerufen: 30, September 2019
  4. Fritz Söllner: Die Geschichte des ökonomischen Denkens. 2001, S. 11.
  5. David Ricardo: Principles of Political Economy and Taxation. 1821 (socserv2.socsci.mcmaster.ca [abgerufen am 25. September 2019]).
  6. Edmund Sundhoff: Dreihundert Jahre Handelswissenschaft. 1979, S. 37.
  7. Paul Jacob Marperger: Nothwendige und nützliche Fragen über die Kauffmannschafft. 1714, S. 138–141.
  8. Womit beschäftigt sich die Wirtschaftswissenschaft? (Memento vom 22. Februar 2011 im Internet Archive) Universität Marburg.
Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften

Der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften (schwedisch Sveriges Riksbanks pris i ekonomisk vetenskap till Alfred Nobels minne, wörtlich „Preis der Schwedischen Reichsbank in Wirtschaftswissenschaft zur Erinnerung an Alfred Nobel“) ist ein 1968 von der Schwedischen Reichsbank anlässlich ihres 300-jährigen Bestehens gestifteter und 1969 erstmals verliehener Preis, der als der renommierteste im Bereich der Wirtschaftswissenschaften gilt. Da er jährlich zusammen mit den Nobelpreisen verliehen wird und mit der gleichen Preissumme dotiert ist, wird er im allgemeinen Sprachgebrauch als Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften oder Wirtschaftsnobelpreis bezeichnet; eine offizielle deutsche Bezeichnung existiert nicht.

Der Preis ist aus verschiedenen Gründen umstritten. Insbesondere die annähernde Gleichstellung mit den Nobelpreisen wirft die Frage auf, ob der Preis im Sinne Nobels ist und ob es angemessen ist, den Wirtschaftswissenschaften eine solche herausragende Stellung zu geben. Ein vorgebrachtes Argument ist, der Preis sei nicht im Sinne Nobels, da dieser eine Abneigung gegen die Wirtschaftswissenschaft gehegt habe und dieser mutmaßlich nicht eine vergleichbare Bedeutung wie den von ihm selbst gewählten Kategorien gesehen hätte. Weiterhin wird oft das Argument vorgebracht, die Wirtschaftswissenschaft sei als angewandte Wissenschaft nicht auf einer Ebene anzusiedeln wie die grundlegenden Wissenschaften, die Nobel als preiswürdig erachtet hatte. Auch Nobels Urenkel sowie Mitglieder anderer Vergabegremien äußerten sich negativ zur Einrichtung des Preises.Aus wissenschaftssoziologischer Sicht trägt der Preis zur breiteren Wahrnehmung der Wirtschaftswissenschaften bei, gerade im Vergleich zu anderen Sozialwissenschaften wie der Politikwissenschaft oder der Soziologie. Der Preis steigert das symbolische Kapital der Preisträger innerhalb und außerhalb der Wirtschaftswissenschaft, wovon insbesondere amerikanische Ökonomen profitieren, die mit großem Abstand die meisten Preisträger stellen. Viele Preisträger – darunter Milton Friedman und Paul Krugman – nutzten oder nutzen das so gewonnene symbolische Kapital auch für politische Interventionen.

Erlös

Erlös (auch Erlöse oder Umsatz) ist in der Wirtschaftswissenschaft der Gegenwert, der einem Unternehmen in Form von Zahlungsmitteln oder Forderungen durch den Verkauf von Produkten, Erzeugnissen oder Dienstleistungen sowie aus Vermietung oder Verpachtung zufließt.

Beim Erlös (Bruttoerlös, Umsatz) sind noch keine Kosten (Material-, Personalkosten usw.) abgezogen, beim Nettoerlös nur die mit dem Verkauf zusammenhängenden Erlösminderungen (Rabatte usw.). Erlöse sind die wertmäßige Erfassung der betrieblichen und nicht-betrieblichen (neutralen) Tätigkeit eines einzelnen Unternehmens, einer Firmengruppe, wie auch in der gesamtwirtschaftlichen Rechnung einer Branche.

Exklusion

Der Begriff Exklusion bedeutet wörtlich Ausschluss (aus lat. exclusio) oder auch Ausgrenzung. Er beschreibt in der Bildungssprache den Umstand, dass jemand von einem Vorhaben oder einer Versammlung, von einer Gruppenzugehörigkeit oder aus gesellschaftlichen Zusammenhängen ausgeschlossen (exkludiert) wird.

Das geschieht in der Regel gegen den Willen des Ausgeschlossenen und aus unterschiedlichen Gründen. Die daran Beteiligten möchten – oft aus Gründen des Herrschafts- und Machterhalts, aus Misstrauen oder aus anderen Reputationsgründen – unter sich (d. h. exklusiv) bleiben, womit eine gewisse Abwertung bis hin zur Diskriminierung derer einhergeht, die ausgeschlossen werden. Der Gegenbegriff dazu ist die Inklusion.

Fluktuation

Der Begriff Fluktuation (von lat. fluctuare, „hin und her schwanken“) bezeichnet eine (kurzzeitige oder andauernde) Veränderung (Schwankung, Wechsel) von Gegebenheiten und Zuständen. Je nach Bedeutungszusammenhang und Fachgebiet kann Fluktuation unterschiedliche Sachverhalte wiedergeben und diese anderweitig darstellen.

Gut (Wirtschaftswissenschaft)

Als Gut im Allgemeinen bezeichnet man in der Wirtschaftswissenschaft alle materiellen und immateriellen Mittel, die der Bedürfnisbefriedigung dienen.

Investitionsgut

Unter einem Investitionsgut oder Kapitalgut (englisch capital good) versteht man in den Wirtschaftswissenschaften im weitesten Sinne Güter oder Dienstleistungen, die zur Produktion oder Weiterverarbeitung von Gütern dienen. Diese Begriffe stehen im Allgemeinen den Konsumgütern gegenüber.

Insbesondere in sehr einfachen Modellen, wie einer Eingutwelt, werden zunächst nur zwei Güterarten (nach Verwendungszweck) unterschieden. Ein Gut gehört zu den Konsumgütern oder es gehört nicht zu dieser Gruppe. Handelt es sich beispielsweise um Weizen, kann dieser entweder als Nahrung konsumiert werden oder die Funktion von Saatgut übernehmen und als Kapitalgut fungieren. Im Rahmen dieser binären Einteilung ist der synonyme Gebrauch der Begriffe Kapitalgut, Investitionsgut, Industriegut und Produktionsgut zulässig.

Im jeweiligen Zusammenhang oder Modell kann es notwendig sein, die Investitionsgüter weiter zu unterteilen. Verschiedene wirtschaftswissenschaftliche Teildisziplinen verwenden teils gegensätzliche oder spezialisierte Einteilungen.

Konsumgut

Konsumgüter sind Güter, die für den privaten Ge- oder Verbrauch hergestellt und gehandelt werden. Im Unterschied zu Investitionsgütern oder Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, die für den Produktionsprozess vorgesehen sind, dienen Konsumgüter primär dem privaten Konsum. Allerdings stellt sich erst bei der tatsächlichen Nutzung eines Gutes heraus, ob es endgültig konsumiert wird oder als Arbeitsmittel in einen Produktionsprozess eingeht. Das gilt für hochwertige Güter, z. B. Fahrzeuge, Maschinen, Immobilien, genauso wie für Verbrauchsgüter des täglichen Bedarfs.Konsumgüter können Verbrauchsgüter sein (z. B. Brennstoffe, Nahrungsmittel und Medikamente), aber auch langlebige Gebrauchsgüter, die nicht im eigentlichen Sinne verbraucht werden, sondern die durch den wiederholten Gebrauch einem Verschleiß (Abnutzung) unterliegen.

Logistik

Die Logistik ist sowohl eine interdisziplinäre Wissenschaft als auch ein Wirtschaftszweig oder eine betriebliche Funktion in Organisationen, die sich mit der Planung, Steuerung, Optimierung und Durchführung von Güter-, Informations- und Personen­strömen befassen.

Markt (Wirtschaftswissenschaft)

Markt bezeichnet in der Wirtschaftswissenschaft das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage nach einem ökonomischen Gut (z. B. einer Ware oder Dienstleistung). Eine auf Märkten basierende Ökonomie wird als Marktwirtschaft bezeichnet. Ein Markt, der einem (relativ harten) Satz von Annahmen genügt, wird vollkommener Markt genannt und dient als Referenzmodell in den Wirtschaftswissenschaften.

Das Grundprinzip des Marktes ist der Tausch. Durch Verwendung eines allgemein anerkannten Tauschmittels (zum Beispiel Geld) kann der Tausch „Gut gegen Gut“ (Naturaltausch) zeitlich voneinander getrennt werden. Je nach dem Gut, das auf dem Markt gehandelt wird, wird auch von Kapital-, Arbeits- Konsumgütermärkten usw. gesprochen.

Derjenige Preis eines Gutes, der zur Übereinstimmung von angebotener und nachgefragter Menge führt, dem sogenannten Marktgleichgewicht, wird als Marktpreis oder Gleichgewichtspreis bezeichnet.

Nutzen (Wirtschaft)

Unter Nutzen (englisch utility) versteht man in der Wirtschaftswissenschaft das Maß an Bedürfnisbefriedigung, das den Wirtschaftssubjekten aus dem Konsum von Gütern und Dienstleistungen entsteht.

Ressourcenallokation

Unter Ressourcenallokation oder Faktorallokation versteht man die Zuordnung und Verteilung knapper Ressourcen wie Arbeit, Kapital, Boden und Rohstoffen zur Produktion von Gütern oder Dienstleistungen. Von der Frage der Allokation zu unterscheiden ist die Frage der Verteilung (Distribution) der produzierten Güter auf Individuen oder gesellschaftliche Gruppen (siehe auch Verteilungskonflikt).

Spezialisierung

Als Spezialisierung (auch Spezialisation und als in der logisch zuordnenden Bedeutung nahe verwandter Begriff der Spezifikation) wird ganz allgemein die differenzierte Betrachtung bezeichnet, die einzelnen Aspekten sich zuwendende Besonderung, die Ausbildung und Beachtung von Verschiedenheiten sowie die logisch zuordnende Einteilung in Unterabteilungen ausgehend von einem gleichen Ursprung.

Staatswissenschaften

Staatswissenschaften ist die traditionelle Bezeichnung für ein interdisziplinäres Konzept derjenigen Wissenschaftsdisziplinen, die sich mit dem Wesen und der Organisation des Staates befassen.

Aus heutiger Sicht sind dies:

die Verwaltungswissenschaft;

die Rechtswissenschaft;

die Wirtschaftswissenschaft, vor allem die Volkswirtschaftslehre und Öffentliche Betriebswirtschaftslehre;

die Politikwissenschaft;

die Geschichtswissenschaft;

und die Soziologie.Moderne Konzeptionen der Staatswissenschaften umfassen dabei weite Teile der oben genannten Disziplinen, um komplexen Fragestellungen im Spannungsfeld von Gesellschaft, Recht und Wirtschaft begegnen zu können. Daher werden auch für die Privatwirtschaft und den Non-Profit-Sektor relevante Teile der Disziplinen (z. B. ausgewählte Teile des Privatrechts und der Betriebswirtschaftslehre) in diese Konzeptionen integriert.

Versicherungswirtschaft

Die Versicherungswirtschaft bezeichnet einen Wirtschaftszweig, dessen Gegenstand die Versicherung von Risiken ihrer Kunden ist. Üblicherweise umfasst der Begriff nur die Privatversicherung. Die darauf bezogene wirtschaftswissenschaftliche Disziplin der Versicherungsökonomie beschäftigt sich unter anderem mit dem Versicherungsmarkt.

In der einzelwirtschaftlichen Betrachtungsweise umfasst sie Versicherer als Produzenten von Versicherungsschutz sowie Versicherungsnehmer als Verwender von Versicherungsschutz. Gesamtwirtschaftlich ist die Versicherungswirtschaft das Aggregat von Versicherungsangebot und -nachfrage (Versicherungsmarkttheorie). Unter volkswirtschaftlichen Gesichtspunkten ist darstellbar, wie die Versicherung auf volkswirtschaftliche Aggregatgrößen wirkt.

Wirtschaft

Wirtschaft oder Ökonomie ist die Gesamtheit aller Einrichtungen und Handlungen, die der planvollen Befriedigung der Bedürfnisse dienen. Zu den wirtschaftlichen Einrichtungen gehören Unternehmen, private und öffentliche Haushalte, zu den Handlungen des Wirtschaftens Herstellung, Absatz, Tausch, Konsum, Umlauf, Verteilung und Recycling/Entsorgung von Gütern. Solche Zusammenhänge bestehen zum Beispiel auf welt-, volks-, stadt-, betriebs- und hauswirtschaftlicher Ebene.

Wirtschaftseinheit

Wirtschaftseinheit oder Wirtschaftssubjekt (englisch economic unit) ist in der Wirtschaftswissenschaft ein wirtschaftlich selbständiger Entscheidungsträger, etwa ein Privathaushalt oder ein Unternehmen.

Wirtschaftshochschule

Eine Wirtschaftshochschule, Handelshochschule oder Wirtschaftsuniversität ist eine Hochschule mit Spezialisierung auf eine Ausbildung in Fächern der Wirtschaftswissenschaften. Im Englischen und immer häufiger auch im Deutschen wird der Begriff business school als Synonym verwendet. Als Wirtschaftshochschule werden verschiedene Bildungseinrichtungen bezeichnet, die auf betriebswirtschaftliche Studiengänge spezialisiert sind.

Der Begriff der Wirtschaftshochschule hat je nach Kontext verschiedene Bedeutungen. Es existieren unterschiedliche (organisatorische) Modelle von BS. Der Begriff BS kann im Februar 2016 stehen für

eine unabhängige, eigenständige staatliche oder private Universität (z. B. Copenhagen Business School, WHU – Otto Beisheim School of Management, Berlin School of Economics and Law),

eine selbstverwaltete Institution in einer kooperativen Organisation mit anderen Instituten und unter dem formalen Dach einer Universität (z. B. Harvard Business School, London School of Economics, London Business School, Mannheim Business School) oder

eine Fakultät einer Universität (z. B. School of Business & Economics der Freien Universität Berlin oder HBS Hamburg Business School der Universität Hamburg) oder Hochschule (z. B. THI Business School der Technischen Hochschule Ingolstadt).Kernangebot vieler Wirtschaftshochschulen ist der Master of Business Administration. Auch berufsbildende Schulen tragen gelegentlich die Bezeichnung einer Wirtschaftshochschule.

Wirtschaftssektor

In Wirtschaftssektoren werden in der Wirtschaftswissenschaft Industrie und Gewerbe eingeteilt. Sie finden ihre Grundlage in der Drei-Sektoren-Hypothese der Volkswirtschaftslehre.

ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft

Die ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft ist die weltweit größte Spezialbibliothek für wirtschaftswissenschaftliche Literatur. Mit Inkrafttreten der neuen Satzung am 7. August 2018 wird die Stiftung ausschließlich „ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft“ genannt. Sie hat zwei Standorte in Kiel und Hamburg, ist ein angegliedertes Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und Mitglied in der Leibniz-Gemeinschaft (WGL). Sie wird durch den Bund und die Länder finanziert. Die Entscheidung über die Förderung trifft die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) in regelmäßigen Abständen immer wieder neu. Geleitet wird die ZBW von Klaus Tochtermann.

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