William Melton

William Melton († 5. April 1340 in Cawood Castle) war ein englischer Geistlicher. Ab 1316 war er Erzbischof von York, dazu diente er wiederholt als königlicher Minister.

Archbishop de Melton
Erzbischof Melton. Glasmalerei in der St James Church in High Melton

Herkunft und Aufstieg als königlicher Beamter

William Melton war ein Sohn einfacher Eltern aus Melton bei Hull, wonach er benannt wurde. Die Namen seiner Eltern sind unbekannt. Er wurde Geistlicher und studierte an der Universität von Oxford. Vor 1297 trat er in den Dienst der Krone. Kurz nachdem der Thronfolger Eduard zum Prince of Wales ernannt worden war, ernannte er 17. April 1301 Melton zum Chamberlain von Chester, womit er für die Einkünfte des Thronfolgers verantwortlich wurde.[1] Als fähiger Finanzfachmann war Melton während des Feldzugs von 1301 nach Schottland für die Besoldung der Fußsoldaten aus Wales zuständig, die im Gefolge des Thronfolgers dienten. Wie andere Geistliche, die als Beamte dienten, erhielt er kein Gehalt, sondern der König verschaffte ihm eine Reihe von Pfründen. Auf diese Weise wurde Melton 1299 Rektor von Reepham in Lincolnshire, in den nächsten Jahren erhielt er dazu noch sechs weitere Rektorate. Weitere Benefizien erhielt er am Southwell Minster sowie an den Kathedralen von Dublin, Lincoln, York und Salisbury. Sofort nachdem der Thronfolger als Eduard II. König geworden war, ernannte er am 8. Juli 1307 Melton zum ersten Keeper of the Privy Seal. Das Amt des Führers des Siegels des Königs war zuvor vom Controller of the Wardrobe wahrgenommen worden. Melton wurde dazu zum Schatzmeister der Wardrobe ernannt, womit er für einen Großteil der königlichen Finanzen verantwortlich war. Anfang 1308 begleitete er den König zu dessen Hochzeit nach Frankreich, dabei diente er kurzzeitig auch als Bewahrer des Großsiegels.

Wahl zum Erzbischof von York

Der König, den Melton offenbar persönlich schätzte, verschaffte ihm 1309 das Amt des Propstes von Beverley und 1314 eine Pfründe an der königlichen Eigenkirche von Hastings. Von 1308 bis 1309 war er Archidiakon von Barnstaple und von 1308 bis 1316 Dekan der Londoner Kirche St Martin’s-le-Grand. Im Juni 1308 bezeugte er die Ernennung des königlichen Günstlings Piers Gaveston zum Statthalter von Irland. In dem innenpolitischen Streit des Königs mit zahlreichen Magnaten hielt sich Melton dagegen zurück, auch als Gaveston 1312 von oppositionellen Magnaten hingerichtet wurde. Am 18. September 1312 wurde er als Keeper of the Privy Seal und am 30. November 1314 als Schatzmeister der Wardrobe abgelöst. Er behielt aber weiter die Gunst des Königs, obwohl er 1312 zu den Vertretern der nordenglischen Geistlichen gehört hatte, die eine Steuer zugunsten des Königs abgelehnt hatten. Noch 1312 verhandelte er im Auftrag des Königs mit den Cinque Ports und 1313 diente er als Gesandter bei Verhandlungen mit Schottland. Im Oktober 1315 sandte ihn der König zum Earl of Lancaster und anschließend zum Kronrat.[2] Durch die Unterstützung von Eduard II. wurde Melton schließlich am 21. Januar 1316 zum Erzbischof von York gewählt. Er reiste an den Papsthof nach Avignon, wo sich jedoch trotz der Wahl von Johannes XXII. zum neuen Papst im August 1316 die Bestätigung seiner Wahl verzögerte. Erst nach wiederholten Bitten des Königs und nachdem sich eine englische Gesandtschaft für ihn eingesetzt hatte, wurde Melton am 25. September 1317 zum Bischof geweiht. Während seiner Rückreise setzte er den alten Streit der Erzbischöfe von York mit den Erzbischöfen von Canterbury fort, indem er sich in Kent und in London, also im Gebiet der Kirchenprovinz Canterbury ein Kreuz vorantragen ließ.

Rolle im Krieg mit Schottland

Das Gebiet des Erzbistums York wurde während der Herrschaft von Eduard II. zunehmend Ziel von schottischen Überfällen und Raubzügen. Bereits 1314 war Melton beauftragt worden, Steuern zur Verteidigung der Grenze nach Schottland zu erheben. Ab 1318 führten die schottischen Überfälle bis nach Preston und Boroughbridge, dabei geriet Melton selbst in persönliche Gefahr, wenn er für Visitationen im Gebiet seiner Diözese unterwegs war. Als im Sommer 1319 eine schottische Armee unter Sir James Douglas das nahezu unverteidigte York bedrohte, stellte Melton zusammen mit dem königlichen Kanzler John Hotham aus Bürgern und Geistlichen in York hastig eine Armee auf.[3] Diese schlecht ausgerüstete Armee erlitte jedoch am 12. September in der Schlacht bei Myton gegen die Schotten eine vernichtende Niederlage. Unter den Opfern befanden sich auch zahlreiche Geistliche, während Melton und Hotham knapp nach York entkommen konnten. Im selben Jahr diente Melton wieder als Unterhändler bei Verhandlungen mit Schottland, ebenso 1321, die jedoch zu keinem Frieden führten. Auch die wiederholten Bemühungen des Papstes, einen Frieden zwischen Schottland und England zu vermitteln, blieben erfolglos. Melton war intensiv an diesen Bemühungen beteiligt, doch weder die Exkommunikation des schottischen Königs Robert Bruce oder die Bitten des Papstes um einen Ausgleich mit England führten zu einem Frieden. Erst nach einem weiteren gescheiterten Feldzug des Königs nach Schottland wurde in Meltons Palast am 30. Mai 1323 der langfristige Waffenstillstand von Bishopsthorpe geschlossen.[4] Da die anschließenden Friedensverhandlungen jedoch erfolglos abgebrochen wurden, kam es zu weiteren schottischen Überfällen, bis 1328 der Frieden von Northampton geschlossen wurde. Durch die wiederholten Feld- und Raubzüge waren weite Teile Nordenglands verwüstet worden. Zahlreiche Klöster waren verarmt, und noch 1339 erklärten die nordenglischen Geistlichen, dass sie aufgrund ihrer Armut keine Steuern an den König zahlen könnten.

Weitere Tätigkeit während der Herrschaft von Eduard II.

Nach Abschluss des Vertrags von Leake 1318 wählte das in York tagende Parlament im Oktober 1318 Melton als Mitglied einer Kommission, die den königlichen Haushalt reformieren sollte.[5] Aus Loyalität gegenüber dem König unterstützte Melton 1322 nicht die Rebellion des Earl of Lancaster, obwohl er seinen Geistlichen erlaubte, die Rebellion finanziell zu unterstützen. Im Frühjahr 1322 erhielt er Kopien von angeblichen Briefen zwischen Lancaster, dem schottischen Earl of Moray und Sir James Douglas. Diese Kopien leitete Melton an den König weiter, der sie als Beleg für Lancasters Verrat nutzte.[6] Als Erzbischof musste Melton seinen Archidiakon zweimal ermahnen, dass der vom König als Verräter hingerichtete Lancaster nicht kanonisiert sei. Deshalb sollte der Archidiakon verhindern, dass die Bevölkerung zu Lancasters Grab pilgerte.[7] Dennoch unterstützte Melton später zögerlich die Bemühungen, Lancaster heilig sprechen zu lassen. Als sich 1324 Adam Orleton, der Bischof von Hereford vor dem obersten Richter Hervey de Staunton verantworten musste, zogen Melton und die Erzbischöfe Walter Reynolds von Canterbury und Alexander Bicknor von Dublin in einer Prozession vor das Gericht. Zusammen mit Orleton, der damit unter geistlichem Schutz genommen wurde, zogen sie wieder fort.[8]

Obwohl Melton somit auch entschieden die kirchlichen Rechte verteidigte, blieb er ein loyaler Unterstützer von Eduard II. 1323 war er Vorsitzender eines Ausschusses, der Korruption bei der Aushebung von Truppen in Nottinghamshire untersuchen sollte. Als es 1324 zum Krieg mit Frankreich, dem traditionellen Verbündeten Schottlands kam, verlangte der König von Melton, ausländische Geistliche, die in York Ämter innehatten, zu verbannen oder in abgelegene Orte zu versetzen, wo sie keine Schäden anrichten könnten. Melton antwortete dem König, dass er in seiner Diözese keine Geistlichen finden könne, die derart gesucht würden. Am 3. Juli 1325 ernannte der König Melton zu seinem Treasurer. Als Treasurer setzte Melton seinen Streit mit Erzbischof Reynolds fort, indem er weiterhin das Recht beanspruchte, das ihm auch in der Kirchenprovinz Canterbury ein Kreuz vorangetragen würde. Dies begründete er damit, dass er dann im königlichen Auftrag unterwegs sei.[9] Als Melton im August 1325 zeitweise abwesend war und deshalb sein Amt als Treasurer nicht ausüben konnte, übernahm nicht der erfahrene Beamte Walter Norwich, sondern Roger Beler seine Vertretung.[10] Der König befürchtete schließlich eine Invasion seiner Gegner, weshalb er 1326 Melton beauftragte, im Fall einer Invasion Earl Warenne bei der Aufstellung von Aufgeboten in Nordengland zu unterstützen.[11] Tatsächlich wurde im September 1326 die Herrschaft von Eduard II. durch Königin Isabelle und deren Verbündeten Roger Mortimer gestürzt. Melton blieb loyal zu Eduard II., auch als dessen Herrschaft zusammenbrach. Seinem Nachfolger als Treasurer John Stratford übergab er am 14. November 1326 sein Amt und einen Schatz von über £ 57.915.[12]

Politische Tätigkeit unter Eduard III.

Melton blieb auch nach dem Sturz von Eduard II. ein Anhänger des Königs[13] und lehnte während des Parlaments am 13. Januar 1327 dessen Absetzung ab.[14] Am 1. Februar 1327 nahm er auch nicht an der Krönung des neuen Königs Eduard III. teil. Er gehörte dann jedoch als einer von vier Bischöfen dem Staatsrat an, der für den minderjährigen König die Regentschaft führen sollte.[15] 1328 leitete er die Trauung des Königs mit Philippa of Hainault, die in York Minster stattfand. Die eigentliche Macht lag aber nicht beim Staatsrat, sondern bei Roger Mortimer und Königin Isabelle. 1330 beschuldigte der Earl of Kent Melton, der Verschwörung anzugehören, durch die der angeblich noch lebende Eduard II. aus der Gefangenschaft befreit werden sollte.[16] Melton wurde im April 1330 in Woodstock von Eduard III. und vom Kronrat vernommen, wies die Beschuldigungen aber zurück. Nachdem Eduard III. im Oktober 1330 durch einen Staatsstreich Mortimer und Isabelle entmachtet hatte, erklärte der König im Dezember, dass er Melton für völlig unschuldig hielt und wies seine Richter an, weitere Untersuchungen einzustellen.[17] Melton diente Eduard III. von 1330 bis 1331 erneut als Treasurer und von 1333 bis 1334 als Keeper of the Great Seal.

Tätigkeit als Erzbischof

Als Erzbischof lebte Melton rechtschaffen und keusch. Er galt als bescheiden, aber großzügig gegenüber den Armen. Er stand früh auf und besuchte regelmäßig Gottesdienste. In seiner Diözese führte er regelmäßig Visitationen durch, auch wenn er dabei in Gefahr geriet, in schottische Gefangenschaft zu geraten. Durch die Visitationen versuchte er in den Pfarreien und Klöstern die Einhaltung der geistlichen Disziplin zu fördern, dazu überwachte er die Ernennung von Geistlichen und die Verleihung von Pfründen und Dispensen. Während seiner Amtszeit traten in seiner Diözese ein ketzerischer Prediger, der besonders die Frauen der Gemeinde aufwiegelte, und ein Totenbeschwörer auf. Melton regelte die schwierige Umverteilung der Besitzungen der Tempelritter im Erzbistum York an andere Ordensgemeinschaften, aber auch die Zahlung von Pensionen an die Ritter des 1312 aufgelösten Ordens. Allerdings hatte Melton oft ein schwieriges Verhältnis zu seinen Suffraganbischöfen. Einmal exkommunizierte er Louis de Beaumont, den Bischof von Durham, als dieser sich einer Visitation von Melton widersetzte.

In einer Zeit, in der Korruption von Beamten alltäglich war, genoss der unbestechliche Melton hohes Ansehen. Bereits 1316 dankte Eduard II. Melton für seine guten Dienste, bei denen er stets zum finanziellen Vorteil des Königs gehandelt hätte. Dabei erklärte der König, dass er Melton für keine möglichen Vergehen zur Verantwortung ziehen würde. Auch als Erzbischof wirtschaftete Melton weiter sparsam. Während andere Bischöfe seiner Zeit hoch verschuldet waren, konnte er dem König, aber auch nordenglischen Baronen, verarmten Klöstern und selbst den italienischen Kaufleuten der Familie Bardi große Geldsummen leihen. Dazu konnte er einen umfangreichen Grundbesitz erwerben. Er stiftete £ 700 für den Umbau von York Minster und ließ auf eigene Kosten das Grab des heiligen William restaurieren. Er selbst überprüfte die Arbeit von Ablasshändlern und von Spendensammlern und lobte diejenigen, die verantwortlich mit den gesammelten Geldern umgingen. In seinen letzten Lebensjahren hatte sich Melton offenbar in den erzbischöflichen Palast in Cawood zurückgezogen, wo er auch starb. Er wurde in York Minster beigesetzt.

Melton ließ die Enkelkinder seines Bruders Henry auf seine Kosten in Newark ausbilden. Diese begründeten eine Familie, die zur Gentry von Yorkshire gehörte.

Literatur

  • Reginald Brocklesby: The register of William Melton, archbishop of York, 1317–1340. Boydell, Woodbridge 1997, ISBN 0-907239-56-0
  • L. H. Butler: Archbishop Melton, his neighbours, and his kinsmen, 1317–1340. In: Journal of Ecclesiastical History, 2 (1951), S. 54–68

Weblinks

  • Rosalind Hill: Melton, William (d. 1340). In: Henry Colin Gray Matthew, Brian Harrison (Hrsg.): Oxford Dictionary of National Biography, from the earliest times to the year 2000 (ODNB). Oxford University Press, Oxford 2004, ISBN 0-19-861411-X, (oxforddnb.com Lizenz erforderlich), Stand: 2004

Einzelnachweise

  1. Seymour Phillips: Edward II. New Haven, Yale University Press 2010. ISBN 978-0-300-15657-7, S. 87
  2. Seymour Phillips: Edward II. New Haven, Yale University Press 2010. ISBN 978-0-300-15657-7, S. 265
  3. Seymour Phillips: Edward II. New Haven, Yale University Press 2010. ISBN 978-0-300-15657-7, S. 348
  4. Natalie Fryde: The tyranny and fall of Edward II, 1321–1326. Cambridge University Press, Cambridge 2003. ISBN 0-521-54806-3, S. 159
  5. Seymour Phillips: Edward II. New Haven, Yale University Press 2010. ISBN 978-0-300-15657-7, S. 330
  6. Seymour Phillips: Edward II. New Haven, Yale University Press 2010. ISBN 978-0-300-15657-7, S. 406
  7. Natalie Fryde: The tyranny and fall of Edward II, 1321–1326. Cambridge University Press, Cambridge 2003. ISBN 0-521-54806-3, S. 153
  8. Natalie Fryde: The tyranny and fall of Edward II, 1321–1326. Cambridge University Press, Cambridge 2003. ISBN 0-521-54806-3, S. 161
  9. Seymour Phillips: Edward II. New Haven, Yale University Press 2010. ISBN 978-0-300-15657-7, S. 407
  10. Natalie Fryde: The tyranny and fall of Edward II, 1321–1326. Cambridge University Press, Cambridge 2003. ISBN 0-521-54806-3, S. 104
  11. Natalie Fryde: The tyranny and fall of Edward II, 1321–1326. Cambridge University Press, Cambridge 2003. ISBN 0-521-54806-3, S. 183
  12. Natalie Fryde: The tyranny and fall of Edward II, 1321–1326. Cambridge University Press, Cambridge 2003. ISBN 0-521-54806-3, S. 105
  13. Natalie Fryde: The tyranny and fall of Edward II, 1321–1326. Cambridge University Press, Cambridge 2003. ISBN 0-521-54806-3, S. 196
  14. Seymour Phillips: Edward II. New Haven, Yale University Press 2010. ISBN 978-0-300-15657-7, S. 536
  15. Seymour Phillips: Edward II. New Haven, Yale University Press 2010. ISBN 978-0-300-15657-7, S. 540
  16. Seymour Phillips: Edward II. New Haven, Yale University Press 2010. ISBN 978-0-300-15657-7, S. 565
  17. Seymour Phillips: Edward II. New Haven, Yale University Press 2010. ISBN 978-0-300-15657-7, S. 567
VorgängerAmtNachfolger
William GreenfieldErzbischof von York
1316–1340
William Zouche
Amt neu geschaffenLord Keeper of the Privy Seal
1307–1312
Roger Northburgh
Walter StapeldonLord High Treasurer
1325–1326
John Stratford
Robert WodehouseLord High Treasurer
1331–1332
William Airmyn
Abkommen von Edinburgh und Northampton

Mit dem Abkommen von Edinburgh und Northampton erkannte England am 4. Mai 1328 die Unabhängigkeit Schottlands und den Anspruch von Robert I. auf den schottischen Thron an. Der Vertrag beendete damit den 1296 begonnenen Ersten Schottischen Unabhängigkeitskrieg.

Baile Hill

Baile Hill ist ein künstlicher Mound in York in England. Es ist der einzige Überrest der ehemaligen Burg Old Baile.

Die Ursprünge von Baile Hill gehen auf das Jahr 1068 zurück. Wilhelm der Eroberer hatte in diesem Jahr York erobert und ließ eine Burg an der Südseite der Stadt, nahe am Fluss Ouse erbauen. Im darauf folgenden Jahr ließ er als Antwort auf eine Rebellion eine weitere Burg auf der anderen Seite des Flusses errichten. Man hat keine Beweise dafür, welche der Burgen eher entstand, aber man denkt, das es die war, auf deren Gelände später York Castle am Ostufer des Flusses entstand. Old Baile wurde dann am Westufer errichtet.

Wie sein Gegenüber war Old Baile eine Motte, deren Burghügel 12 Meter hoch und 66 Meter im Durchmesser und von einem großen Burggraben umgeben war. Eine Treppenflucht führte zu einem Holzgebäude oben auf dem Burghügel, das von einem Holzzaun umgeben war. Die Vorburg lang nordwestlich der Motte und war rechteckig. Sie war von einem Erdwall und einem äußeren Burggraben umgeben.

Diese Burg – so meint man – war nicht lange in Gebrauch. Im 13. Jahrhundert gehörte sie dem Erzbischof von York und 1322 erklärte sich Erzbischof William Melton mit ihrer Verteidigung in Kriegszeiten einverstanden. Um 1340 waren Teile der Stadtmauer entlang der Südost- und Südwestseite von Old Baile errichtet worden, die den bereits existierenden Erdwall und den Burggraben mit einschlossen, aber diese Verteidigungsanlagen wurden kaum je benötigt. Der einzig nennenswerte Verteidigungsbedarf entstand während der Belagerung von York im Jahre 1644, während des englischen Bürgerkrieges, als Baile Hill den Royalisten als Geschützstand diente. Abgesehen davon diente Old Baile aber hauptsächlich als Viehweide und für Freizeitaktivitäten, insbesondere zum Bogenschießen im Mittelalter.

Heute findet sich Baile Hill an der Kreuzung von Baile Hill Terrace und Cromwell Road. Der einzige andere sichtbare Beweis für die frühere Burg sind zwei leichte Absenkungen im Wall der Stadtmauer, eine bei Baile Hill und die andere bei Victoria Bar, die die Lage des früheren Grabens anzeigen. Wohnhäuser aus den 1880er-Jahren bedecken den Rest von Old Baile.

Belagerung von Berwick (1319)

Die Belagerung von Berwick war eine Schlacht während des Ersten Schottischen Unabhängigkeitskriegs. Vom 7. bis zum 17. September 1319 belagerte ein englisches Heer unter König Eduard II. erfolglos die Grenzstadt Berwick.

James Douglas of Douglas

Sir James Douglas of that Ilk (* 1286; † 25. August 1330 in Teba, Spanien) war ein schottischer Ritter aus dem Clan Douglas. Er war einer der Heerführer von Robert the Bruce in den schottisch-englischen Unabhängigkeitskriegen. Er wurde von den Schotten „The Good Sir James“ und von den Engländern „The Black Douglas“ genannt. Er war Laird der feudalen Baronie Douglas einschließlich Douglas Castle.

Sir James entstammte dem schottischen Adel und war der Sohn von Sir William „le Hardi“ Douglas. Der englische König Eduard I. lehnte ihn im Jahre 1306 als Vasallen ab, daher schlug er sich auf die Seite von König Robert I. Schnell wurde er dessen bester Heerführer. Von insgesamt 70 Schlachten, die Douglas gefochten haben soll, hat er angeblich 57 gewonnen. Dabei ging er aber nie als adliger Gentleman vor, sondern vielmehr als schottischer Barbar, das untermauert die Legende, dass eine Schlacht aus dem Jahre 1307, an der Douglas teilnahm, den Namen "Freudenhaus Douglas" erhielt, weil er damals ein richtiges Gemetzel veranstaltete.

Sein größter Coup gelang ihm, als er die Schotten am 24. Juni 1314 zum Sieg in der Schlacht von Bannockburn führte. Robert the Bruce soll Douglas daraufhin angeblich zum Ritter (Knight Banneret) geschlagen haben. Doch nach dieser Schlacht ging es weiter, die Schotten brachten den Krieg nun nach England. 1319 fiel Douglas in Yorkshire ein und besiegte dort die von Erzbischof William Melton von York und vom königlichen Kanzler John Hotham geführten englischen Truppen in der Schlacht bei Myton. Bis 1327 kämpfte er regelmäßig in England, um dort Angst und Schrecken zu verbreiten. Die Freundschaft zwischen Bruce und Douglas wurde immer größer, so groß, dass Bruce Douglas bat, bevor er starb, sein Herz in das Heilige Land zu bringen. Als Robert the Bruce 1329 starb, machte sich Sir James Douglas auf den Weg, sein Versprechen einzulösen, doch Douglas kam nur bis Spanien, dort fiel er in der Schlacht von Teba im Kampf gegen die muslimischen Nasriden.

Er hinterließ mindestens zwei Söhne:

William Douglas, Laird of Douglas († 1333);

Archibald Douglas, 3. Earl of Douglas (um 1325–um 1400).

John Hotham

John Hotham (auch de Hothum) (* 13. Jahrhundert in Hotham; † 14. Januar 1337 in Somersham) war ein englischer Geistlicher und Minister. Ab 1316 war er Bischof von Ely.

Lord High Treasurer

Das Amt des Lord High Treasurer oder Lord Treasurer ist ein altes englisches (nach 1707 britisches) Regierungsamt. Der Inhaber dieses Postens fungiert als Oberhaupt der Schatzkammer bzw. Staatskasse Ihrer Majestät (Her/His Majesty’s Treasury) und ist dritthöchster unter den Great Officers of State. Über ihm stehen nur noch der Lord High Steward und der Lord High Chancellor (Lordkanzler).

Die englische Schatzkammer (Treasury) scheint um 1126 während der Regentschaft von König Heinrich I. entstanden zu sein, als die finanzielle Zuständigkeit von den restlichen Aufgaben des Lord Great Chamberlain getrennt wurden. Die Schatzkammer war ursprünglich ein Teil des Königlichen Haushalts (Royal Household) und zum Schutz und Verwahrung des königlichen Vermögens gedacht. 1216 wurde ein Schatzmeister (Treasurer) ernannt, um die Kontrolle über die Schatzkammer in Winchester zu übernehmen und die königlichen Konten zu beaufsichtigen.

Aufgrund der großen Macht und Bedeutung erlangte der Lord High Treasurer in Tudor-Zeiten einen Platz unter den Great Officers of State. In der Regierungszeit der Königin Elisabeth I. war William Cecil, 1. Baron Burghley, ihr wichtigster Berater und als Lord High Treasurer von 1572 bis 1598 eine der einflussreichsten politischen Persönlichkeiten dieser Zeit.

Seit 1612 stand der Staatskasse (High Treasury) immer häufiger keine einzelne Person mehr vor, sondern eine Kommission (Commission) von Mitgliedern mit dem First Lord of the Treasury (Erster Lord des Schatzamtes) als Vorsitzenden und seit 1667 mit dem Second Lord of the Treasury als Stellvertreter. Dies war zum einen erforderlich, da die Verwaltungsaufgaben immer umfangreicher geworden waren, aber zum anderen sollte dadurch die Macht dieses Amtes geteilt und kontrolliert werden. Seit 1714 gibt es für die Mitglieder der Schatzkammer den offiziellen Titel des Lord Commissioner of the Treasury. Das Amt des Lord High Treasurer wurde seitdem nicht mehr vergeben.

Seit Robert Walpole 1721 als First Lord erstmals die Funktion eines Prime Minister (Premierminister) übernahm, indem er faktisch die Regierungsgeschäfte führte, ist der First Lord of the Treasury meist zugleich auch Premierminister. Bis zu dieser Zeit war der First Lord durchaus nicht der mächtigste und führende Minister, denn es gab keine Amtshierarchie in der Regierung, so dass der einflussreichste Minister auch der Lord Privy Seal (Lordsiegelbewahrer) oder der Lord President of the Council (Präsident des Geheimen Rats) sein konnte.

Auch nach Walpole war der Erste Lord nicht immer das mächtigste Mitglied der Regierung: Arthur Balfour war First Lord of the Treasury, während William Ewart Gladstone 1886 und 1892 bis 1894 und Lord Salisbury 1895 bis 1902 als Lordsiegelbewahrer Premierminister waren. Zuvor waren noch zwei weitere First Lords nicht zugleich Regierungschef. Das Amt des Second Lord of the Treasury übt heute von Amts wegen der Chancellor of the Exchequer (Schatzkanzler) aus.

Seit 1902 ist der Premierminister gleichzeitig Erster Lord des Schatzamtes, und als solcher, nicht als Premierminister, residiert er in 10 Downing Street. Die offizielle Residenz des Zweiten Lords und damit des Schatzkanzlers befindet sich in 11 Downing Street.

Lordsiegelbewahrer

Der Lordsiegelbewahrer (Lord Keeper of the Privy Seal oder kurz Lord Privy Seal) ist eines der ältesten Ämter in der englischen bzw. britischen Regierung. Ursprünglich war der Lordsiegelbewahrer für das private königliche Siegel verantwortlich.

Der Lord Privy Seal ist der fünfte unter den Great Officers of State, den Großen Regierungsbeamten. Über ihm stehen nur mehr der Lord President of the Council (Präsident des Privy Council), der Lord High Treasurer (Lordschatzmeister), der Lord High Chancellor (Lordkanzler) und an oberster Stelle der Lord High Steward (Truchsess).

Der Lord Privy Seal gehört in der Geschichte Englands und des Vereinigten Königreichs zu den einflussreichsten Persönlichkeiten, denn es gab keine Amtshierarchie in der Regierung, so dass der die Politik bestimmende Minister nicht nur der First Lord of the Treasury, sondern auch der Lord Privy Seal oder der Lord President of the Council sein konnte. Noch im Jahr 1902 war Robert Arthur Talbot Gascoyne-Cecil, 3. Marquess of Salisbury, als Lordsiegelbewahrer Premierminister, während Arthur Balfour First Lord of the Treasury war.

Einige Male wurde das Amt auch in Kommission geführt, d. h., mehrere Kommissare wurden beauftragt, die Amtsgeschäfte zu führen, wodurch der Einfluss dieser Position erheblich gemindert wurde.

Heute wird der Lord Privy Seal von der Krone auf Vorschlag des Premiers besetzt. Üblicherweise übernehmen die Vorsitzenden von House of Commons oder House of Lords den Posten des Lord Privy Seal. Heute ist das Amt am ehesten dem eines Ministers ohne Geschäftsbereich vergleichbar.

Neben dem Lord Privy Seal gab es auch das Amt des Lord Keeper of the Great Seal, also den Bewahrer des Öffentlichen Siegels – ein Amt, das alternativ zu dem des Lordkanzlers verliehen wurde und ähnliche Pflichten beinhaltete. Im mittelalterlichen Frankreich war das Amt des Gardien du Sceaux meist dem Chancelier de France anvertraut.

Louis de Beaumont (Bischof)

Louis de Beaumont (auch Lewis de Beaumont) († 24. September 1333 in Brantingham, East Riding of Yorkshire) war ein Bischof des englischen Bistums Durham.

Melton

Melton bezeichnet

Melton, ein matt ausgerüsteter, gewalkter und gerauhter Streichgarnstoff

Melton (East Riding of Yorkshire), eine Ortschaft in East Riding of Yorkshire in England

Melton (Suffolk), eine Ortschaft in Suffolk in England

Melton (Victoria)

Borough of Melton, einen Bezirk in Leicestershire in England

Melton Mowbray, eine Stadt in der englischen Grafschaft Leicestershire

Melton City, ein Verwaltungsgebiet in der australischen Stadt Melbourne

Melton Prior Institut, 2005 durch Alexander Roob in Düsseldorf gegründet zur Erforschung von Presse- und Buchillustrationen und ihren Drucktechniken

Mount Melton, Berg auf der Ross-Insel, Antarktisin den Vereinigten Staaten:

Melton (Alabama)

Melton (Georgia)

Melton (Mississippi)Personen:

Barry Melton (* 1947), US-amerikanischer Rockmusiker

Charles Melton (* 1991), US-amerikanischer Schauspieler und Model

Douglas A. Melton (* 1953), US-amerikanischer Molekularbiologe

Heidi Melton (* 1981), US-amerikanische Opernsängerin (Hochdramatischer Sopran)

J. Gordon Melton (* 1942), US-amerikanischer Religionswissenschaftler

Jacob Melton (* 2001), US-amerikanischer Schauspieler

John Melton († 1640), englischer Politiker und Autor

Patrick Melton (* 1975), US-amerikanischer Drehbuchautor

Richard Huntington Melton (* 1935), US-Diplomat

Sid Melton (1917–2011), US-amerikanischer Schauspieler

William Melton († 1340), englischer Erzbischof von YorkSiehe auch:

Little Melton

Melton Mustafa

Roger Mortimer, 1. Earl of March

Roger Mortimer, 1. Earl of March (* April oder Mai, nach anderen Angaben 25. April 1287 in Wigmore Castle; † 29. November 1330 in London) war ein englischer Magnat, Militär und Rebell. Nach dem Sturz von König Eduard II. 1326 war er der eigentliche Regent von England, bis er 1330 selbst gestürzt und hingerichtet wurde.

Schlacht bei Myton

Die Schlacht bei Myton (englisch auch Chapter of Myton) war eine Schlacht während des Ersten Schottischen Unabhängigkeitskrieges. Am 12. September 1319 schlug ein schottisches Heer ein schlecht ausgerüstetes englisches Heer, das zur Verteidigung von York aufgestellt worden war. Irrtümlicherweise wird auch der 20. September als Datum der Schlacht genannt.

Thomas Bek (Lincoln)

Thomas Bek (* 22. Februar 1283; † 15. Februar 1347) war ein Bischof der englischen Diözese Lincoln.

Vertrag von Leake

Der Vertrag von Leake war ein am 9. August 1318 zwischen dem englischen König Eduard II. und dessen mächtigen Cousin Thomas of Lancaster geschlossenes Abkommen. Der nach längeren Verhandlungen zustande gekommene Vertrag sollte die langwährende Feindschaft zwischen den beiden beenden, scheiterte jedoch bereits wenig später.

Walter Norwich

Sir Walter Norwich († 20. Januar 1329) war ein englischer Beamter, Richter und Minister.

Walter Reynolds

Walter Reynolds (auch Heyne oder Heyerne) († 16. November 1327 in Mortlake) war ein englischer Geistlicher. Er gehörte zu den wichtigsten Unterstützern des englischen Königs Eduard II. und diente von 1307 bis 1310 als königlicher Treasurer und von 1310 bis 1313 als königlicher Kanzler. Ab 1308 war er Bischof von Worcester, ab 1313 Erzbischof von Canterbury. Damit war er der einzige englische Bischof, der während der Herrschaft von Eduard II. seine Diözese wechselte. Im Vergleich zu den unruhigen Amtszeiten seines Vorgängers Winchelsey und seines Nachfolgers Mepham war seine Amtszeit eine vergleichsweise friedliche Periode für die englische Kirche und für deren Verhältnis zur päpstlichen Kurie. Beim Sturz von Eduard II. verhielt sich Reynolds zunächst zögerlich, doch schließlich unterstützte er offen Eduard III. und hatte damit erheblichen Anteil am Gelingen des Umsturzes.

William Airmyn

William Airmyn (auch Ayreminne, Ayermin oder Ayermine) († 27. März 1336 in London) war ein englischer Beamter und Geistlicher. Ab 1325 war er Bischof von Norwich.

William Zouche (Erzbischof)

William Zouche (* nach 1292; † 19. Juli 1352 in Cawood Manor) war Lordsiegelbewahrer und Treasurer of the Exchequer von England sowie ab 1340 Erzbischof von York.

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