Westen

Westen ist eine der vier Haupthimmelsrichtungen. Das Adjektiv dazu ist westlich. Diese Richtung weist parallel zum Äquator, entgegen der Drehung der Erde, also in Richtung Sonnenuntergang. Daher wird in vielen Sprachen Untergang mit Westen gleichgesetzt (siehe auch Okzident und Abendland).

Poetische bzw. nicht mehr gebräuchliche Sprechweisen für Westen sind: Abend oder gen Sonnenuntergang. Hinsichtlich des Westwindes ist gebräuchlich: Es weht ein West oder ein heftiger West.

Himmelsrichtungen
Nordwest Norden Nordost
Westen Kompass Osten
Südwest Süden Südost

Mythologie und Symbolik

Im Altgriechischen steht Dysis, Göttin des Sonnenuntergangs, auch eine römische Hore, für den Westen, da ihre Aufgabe unter anderem darin bestand, ein Westtor zu bewachen.

In der nordischen Mythologie tragen die vier Zwerge Norðri, Suðri, Austri und Vestri den Schädel Ymirs, aus welchem die Asen das Himmelsgewölbe errichteten, Vestri ist der Zwerg des Westens.

In China steht der Erdzweig des Hahns (酉 yǒu) und das Trigramm Sumpf (兌 duí) symbolisch für die Himmelsrichtung Westen.

Der Westen im übertragenen Sinn

Geistesgeschichtlich hatte sich für Europa der Begriff des Abendlandes herausgebildet, in dem Abend als Ort des Sonnenuntergangs die Himmelsrichtung „Westen“ markiert, im Gegensatz zum Morgenland im Osten, wo die Sonne aufgeht. Seit den Zeiten des klassischen Griechenlands grenzt sich der „Westen“ (Europa) kulturell vom „Osten“, dem Orient (Asien), ab. Eine bedeutende Vertreterin dieser Ansicht ist Edith Hamilton.

Im ethnischen, historischen und technikgeschichtlichen Sinn bezeichnet „Westen“ das ganze Europa, das indogermanische Ursprünge hat, von griechisch-römischer Kultur und christlicher Religion geprägt wurde, und eine gemeinsame Geschichte vorweisen kann.

Nach 1938 kam der Sprachgebrauch des „demokratischen Westens“ bzw. die Westmächte als Gegensatz zu den nicht-demokratischen Staaten Mittel- und Osteuropas auf.

Im politisch-kulturellen Sinne versteht man unter dem Westen hauptsächlich Westeuropa und Nordamerika, die von Renaissance, Reformation und Aufklärung, sowie Revolutionen und verschiedenen Bewegungen der Emanzipation am stärksten beeinflusst wurden. Jedoch gleichen sich derzeit die ostmitteleuropäischen Staaten politisch und wirtschaftlich immer mehr Westeuropa an, beispielsweise durch den Beitritt zur Europäischen Union.

In der deutschen Nachkriegsgeschichte war „der Westen“ im Sprachgebrauch auch die Bezeichnung für Westdeutschland, die als Westzone den Westmächten nach dem Zweiten Weltkrieg zugewiesenen Teile Deutschlands. Aus ihr ging die Bundesrepublik Deutschland hervor. Heute wird daher noch der Begriff „Wessi“ hergeleitet, einer scherzhaften bis pejorativen Bezeichnung für Bewohner der Bundesrepublik Deutschland zu Zeiten der DDR.

Siehe auch

Literatur

  • Loren Baritz: The Idea of the West. In: The American Historical Review. 66, 3, 1961, S. 618–640.
  • Alastair Bonnett: The Idea of the West: Culture, Politics and History. Basingstoke/ New York 2004, ISBN 1-4039-0035-3.
  • James G. Carrier (Hrsg.): Occidentalism: Images of the West. Oxford 1995, ISBN 0-19-827978-7.
  • Anselm Doering-Manteuffel: Wie westlich sind die Deutschen? Amerikanisierung und Westernisierung im 20. Jahrhundert. Göttingen 1999, ISBN 3-525-34017-6.
  • Christopher GoGwilt: The Invention of the West: Joseph Conrad and the Double-Mapping of Europe and Empire. Stanford 1995, ISBN 0-8047-2401-6.
  • Patrick Thaddeus Jackson: Civilizing the Enemy: German Reconstruction and the Invention of the West. Ann Arbor 2006, ISBN 0-472-06929-2.
  • Thomas C. Patterson: Inventing Western Civilization. New York 1997, ISBN 0-85345-960-6.
  • Heinrich August Winkler: Was heißt westliche Wertegemeinschaft? In: Heinrich August Winkler: Auf ewig in Hitlers Schatten? Anmerkungen zur deutschen Geschichte. München 2007, OCLC 473774707, S. 180–201.
  • Heinrich August Winkler: Geschichte des Westens. Band 1: Von den Anfängen in der Antike bis zum 20. Jahrhundert. München 2009, ISBN 978-3-406-59235-5.
Atlantischer Ozean

Der Atlantische Ozean, auch Atlantik genannt, ist nach dem Pazifik der zweitgrößte Ozean der Erde. Als Grenzen gelten die Polarkreise und die Meridiane durch Kap Agulhas im Osten und Kap Hoorn im Westen. Die von ihm bedeckte Fläche beträgt 79.776.350 km², mit den Nebenmeeren 89.757.830 km² und mit dem Arktischen Ozean 106,2 Millionen km², insgesamt etwa ein Fünftel der Erdoberfläche. Dabei liegt die durchschnittliche Wassertiefe (bei Einschluss aller Nebenmeere) bei 3.293 Metern.

Bundesstaat der Vereinigten Staaten

Ein Bundesstaat in den Vereinigten Staaten von Amerika, auch kurz US-Bundesstaat (englisch U.S. state), ist ein Gliedstaat. Die Vereinigten Staaten sind ein Bundesstaat mit derzeit 50 teilsouveränen Einzelstaaten. Die ersten Bundesstaaten entstanden 1776 aus den 13 Kolonien mit der Ratifizierung der Verfassung, weitere kamen durch Erweiterungen Richtung Westen, den Louisiana Purchase, den Beitritt der Republik Texas und die Umwandlung Hawaiis und Alaskas in Bundesstaaten dazu. Zusammen mit dem Bundesdistrikt und den Außengebieten bilden die Bundesstaaten das Staatsgebiet der Vereinigten Staaten.

Vier Staaten – Kentucky, Massachusetts, Pennsylvania und Virginia – tragen die formelle Bezeichnung Commonwealth, ohne dass daraus weitere Rechte oder Pflichten entstünden – im Gegensatz zu den Commonwealth-Territorien Puerto Rico und Nördliche Marianen.

Département Charente

Das Département Charente [ʃaˈʀãt] ist das französische Département mit der Ordnungsnummer 16. Es liegt in der Region Nouvelle-Aquitaine im Westen des Landes und ist nach dem Fluss Charente benannt.

Geographische Koordinaten

Die geographischen Koordinaten sind Kugelkoordinaten, mit denen sich die Lage eines Punktes auf der Erdoberfläche beschreiben lässt. Die geographische Breite wird vom Äquator aus nach Norden (0° bis 90° Nord am Nordpol) und Süden (0° bis 90° Süd am Südpol) gemessen, die geographische Länge vom Nullmeridian aus von 0° bis 180° gegen Osten und von 0° bis 180° gegen Westen. Breitenkreise (Linien konstanter Breite) verlaufen parallel zum Äquator, Längenkreise (Linien konstanter Länge) durch Nord- und Südpol.

Heer (Wehrmacht)

Das Heer war neben Kriegsmarine und Luftwaffe eine der drei Teilstreitkräfte der Wehrmacht und umfasste die große Masse der Landstreitkräfte.

Holland

Holland ist ein Teil der Niederlande, der im Westen von der Nordsee, im Osten vom IJsselmeer, den Provinzen Utrecht, Gelderland und Noord-Brabant so wie im Süden von der Provinz Zeeland begrenzt wird. Holland, das lange als Grafschaft Holland auch eine politische Einheit war, ist seit 1840 auf die Provinzen Noord-Holland und Zuid-Holland verteilt. Die nördliche Grenze liegt bei Den Helder und der Insel Texel, die südliche im Delta von Rhein, Maas und Schelde. In Holland liegen unter anderem die Großstädte Den Haag, Rotterdam und Amsterdam, die Teil des Ballungsraumes Randstad sind. Im Westen, an der Nordsee, befinden sich entlang der Küste überwiegend Dünen, landeinwärts sind flache Polder vorzufinden. Der Großteil Hollands liegt unterhalb des Meeresspiegels.

In der deutschen Umgangssprache, gleichfalls in der Umgangssprache anderer Länder, und auch von vielen Niederländern selbst, wird der Begriff „Holland“ oft pars pro toto für die „Niederlande“ verwendet. Dieser Sprachgebrauch setzte mit Beginn des 17. Jahrhunderts ein, als die Provinz „Grafschaft Holland“ zur einflussreichsten Provinz der Republik der Sieben Vereinigten Provinzen aufstieg. Hiermit trat eine Veränderung im internationalen Sprachgebrauch ein, denn bis Ende des 16. Jahrhunderts war das Land bei Handelspartnern im Ausland mehr unter der Bezeichnung „Flandern“ bekannt. Die Provinzen „Grafschaft Flandern“ sowie „Herzogtum Brabant“ waren dem Ausland ein Begriff, da sie bis zum ausgehenden 16. Jahrhundert die aktivsten Provinzen des Landes im internationalen Handel waren. Die Provinz der „Grafschaft Holland“ sowie die „Republik der Sieben Vereinigten Provinzen“ konnten sich erst im internationalen Überseehandel entwickeln und eine internationale Bekanntheit aufbauen, nachdem ein auf dem Land zwischen 1585 und 1608 lastendes Handelsembargo aufgehoben worden war.

Iowa

Iowa (englische Aussprache [ˈaɪ̯əwə]) ist seit dem Beitritt zur Union am 28. Dezember 1846 der 29. Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika. Der Staat liegt im Mittleren Westen und ist bekannt für den Anbau von Mais und seine weite Natur. Ausnahmen von der dörflichen und kleinstädtischen Struktur bilden lediglich die Großregionen um Des Moines, Cedar Rapids, Davenport und Sioux City.

Karpaten

Die Karpaten (früher: Karpathen; tschechisch, polnisch und slowakisch Karpaty, ukrainisch Карпати Karpaty, rumänisch Carpați, ungarisch Kárpátok, serbisch Карпати Karpati) sind ein Hochgebirge in Mitteleuropa, Osteuropa und Südosteuropa. Sie bilden einen über 1300 km langen, 100–350 km breiten, nach Westen offenen Bogen, der – einschließlich seiner Ausläufer – in der nördlichen Umfassung des Wiener Beckens beginnt und an den Flusstälern von Morava, Nišava und Timok im Osten Zentralserbiens endet. Die Karpaten bilden den nördlichsten Ausläufer des alpidischen Gebirgsgürtels. Als Teil dieses Faltengürtels setzen sie sich nach Westen in die Alpen und nach Südosten im Balkan- und Rhodopengebirge fort, während Dinariden und Apenninen südwestlich versetzt sind und annähernd parallel zu den Ostkarpaten verlaufen.

Das höchste Massiv der Karpaten ist die Hohe Tatra (mit dem Gerlachovský štít, 2655 m n.m., zugleich der höchste Berg der Slowakei). Gefolgt wird es vom Făgăraș-Massiv (Fogarascher Gebirge) in den Südkarpaten (mit der Moldoveanu-Spitze, 2544 m, höchster Berg Rumäniens). Neben den Alpen bilden die Karpaten das bestimmende Gebirgssystem in Mitteleuropa.

Anteil an den Karpaten haben in erster Linie Polen, die Slowakei, die Ukraine und Rumänien sowie in geringen Teilen bzw. über die Ausläufer Österreich, Tschechien, Ungarn und Serbien.

Mittlerer Osten

Mittlerer Osten oder Mittlerer Orient ist ein geographisch nicht eindeutig festgelegter Begriff. Im Deutschen bezeichnet er in Asien zusammenfassend die Länder Iran, Afghanistan, Pakistan, Indien, Nepal, Bhutan, Sri Lanka und Bangladesch. Die Länder liegen zwischen dem Nahen Osten im Westen und Südwesten und dem Fernen Osten (der Ostasien enthält) im Nordosten. Myanmar wird selten zum Mittleren Osten, stattdessen meist zu Südostasien gezählt.

Mittlerer Westen

Der Mittlere Westen (englisch the Midwest) ist eine Region der Vereinigten Staaten. Der Name entstand im 19. Jahrhundert aus dem Bedürfnis, sich von der Ostküste abzugrenzen, daher „Westen“ – aber eben nicht so weit im Westen wie die damalige Frontier (Wilder Westen).

New South Wales

New South Wales [ˈnjuː ˌsaʊθ ˈweɪlz] (deutsch Neu-Süd-Wales, Abkürzung: NSW) ist ein Bundesstaat im Südosten Australiens mit Sydney als Hauptstadt. Er grenzt an Victoria im Süden, South Australia im Westen und Queensland im Norden. Im südöstlichen Teil umschließt New South Wales das Australian Capital Territory. Mit rund 7,5 Millionen Einwohnern, knapp einem Drittel der Bevölkerung Australiens, ist er der bevölkerungsreichste Bundesstaat Australiens.

Pyrenäen

Die Pyrenäen (spanisch Pirineos, französisch Pyrénées, baskisch Pirinioak, katalanisch Pirineus, aragonesisch Perinés und okzitanisch Pirenèus; von lateinisch Pyrenaei [montes] ‚das pyrenäische Gebirge zwischen Spanien und Gallien‘) sind eine rund 430 km lange Gebirgskette. Sie trennen die Iberische Halbinsel im Süden vom übrigen Europa im Norden und spannen vom Atlantischen Ozean im Westen (Golf von Biscaya) bis zum Mittelmeer im Osten (Golf de Roses). Sie sind Teil des Alpidischen Gebirgssystems.

Die Staatsgrenze zwischen Frankreich und Spanien folgt im Wesentlichen dem Gebirgskamm. Mitten in den Pyrenäen liegt auch der Kleinstaat Andorra.

Die Herkunft der Bezeichnung Pyrenäen ist unbekannt. Nach griechischer und römischer Literatur, u. a. nach Silius Italicus, sollen sie nach Pyrene, einer Figur aus der griechischen Mythologie, benannt worden sein.

Região Norte (Portugal)

Die Região Norte (deutsch Region Nord) ist eine Region Portugals. Sie umfasst die Distrikte Viana do Castelo, Porto, Vila Real, Bragança und Braga zur Gänze sowie Teile der Distrikte Aveiro, Viseu und Guarda.

Nachbarregion im Süden ist Região Centro. Im Norden und Osten grenzt die Região Norte an Spanien. Im Westen liegt der Atlantische Ozean.

Die Fläche der Região Norte umfasst mit 21.278 km² 23,83 % des portugiesischen Festlandes. Die Region hat eine Bevölkerung von 3,864 Millionen (2010; 37,74 % vom Kontinentalportugal).

Die Region hat 8 statistische Unterregionen:

Alto Trás-os-Montes

Ave

Cávado

Douro

Entre Douro e Vouga

Grande Porto

Minho-Lima

TâmegaIn der Região Norte gibt es 86 Gemeinden.

Spätantike

Spätantike ist eine moderne Bezeichnung für das Zeitalter des Übergangs von der Antike zum Frühmittelalter im Mittelmeerraum und dem Vorderen Orient, wobei in der neueren Forschung auch die daran angrenzenden Kulturräume betrachtet werden.Wenngleich die genaue zeitliche Abgrenzung der Spätantike in der Forschung umstritten ist, gilt als Beginn dieser Übergangsepoche meist der Regierungsantritt des römischen Kaisers Diokletian 284 n. Chr. Das Ende ist Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion. Als grober Rahmen für das Ende der Epoche kann gelten, dass die Spätantike im Westen des Römischen Reiches mindestens bis zur Absetzung des letzten Kaisers in Italien im Jahre 476 dauerte, eher aber bis zum Einfall der Langobarden in Italien im Jahr 568. Im Osten des Reiches reicht die Epoche entweder bis zum Tod des oströmischen Kaisers Justinian 565 oder bis zur arabischen Expansion im 7. Jahrhundert. Teilweise wird der zeitliche Rahmen im kulturgeschichtlichen Kontext und im Hinblick auf den östlichen Mittelmeerraum und den Vorderen Orient bis ins späte 8. Jahrhundert ausgedehnt, wobei dieses Modell als long Late Antiquity („lange Spätantike“) bezeichnet wird.

Die Bezeichnung der Epoche als Spätantike hat dabei den Vorteil, auf den gesamten Mittelmeerraum anwendbar zu sein, während der ebenfalls gebräuchliche Terminus frühbyzantinisch nur den Osten treffend charakterisiert. Im Verlauf der ausgehenden Spätantike durchlief Ostrom/Byzanz einen Transformationsprozess und musste zuletzt im 7. Jahrhundert große territoriale Verluste hinnehmen. Die zweite spätantike Großmacht, das neupersische Sassanidenreich, das vier Jahrhunderte lang Roms großer Rivale gewesen war (Römisch-Persische Kriege), ging mit dem Tod des letzten persischen Großkönigs im Jahr 651 sogar ganz unter. Der Westen des Römischen Reiches wiederum zerfiel bereits im 5. Jahrhundert in eine Reihe faktisch unabhängiger Territorien, die die kaiserliche Oberhoheit aber noch längere Zeit anerkannten; der letzte weströmische Kaiser in Italien wurde 476 abgesetzt. Die Spätantike dauerte aber im Westen noch bis ins 6. Jahrhundert an.

Ein herausragendes Ereignis dieser Epoche stellt der Siegeszug des Christentums dar und damit verbunden das langsame Verschwinden vorchristlicher Kulte und Traditionen. In der Kunst und der Literatur entsteht durch die Ablösung bzw. Überformung klassischer griechisch-römischer durch christlich geprägte Formen und Themen ein eigener, charakteristischer Stil, der auch orientalische Einflüsse aufweist. Die Spätantike steht außerdem unter den Zeichen der Reformierung von Heer und Verwaltung durch Diokletian und Konstantin, der Zementierung der sakralen Stellung des Kaisers, vollendet unter Justinian, der „Völkerwanderung“ und in deren Folge schließlich der Transformation des westlichen Teils des römischen Reiches in jene germanisch-romanische Welt, die das europäische Mittelalter prägen sollte.

Die Spätantike bildet den letzten Abschnitt des Altertums, der zwar nicht mehr der „klassischen“ Antike angehört, aber auch noch nicht dem Mittelalter zugerechnet werden kann. Sie ist durch ein Nebeneinander von antiken Traditionen und christlich-germanischer Überformung gekennzeichnet. Statt wie früher von einem Niedergang, spricht man dabei heute für die Jahre von etwa 300 bis 600 von einer Transformation des antiken Erbes und betont die Kontinuitätslinien („Kontinuitätstheorie“).

Die Spätantike weist ein eigenständiges kulturhistorisches Profil mit einer Vielzahl von wechselseitigen Einflüssen auf. In diesem Sinne war die spätantike Welt, die vom Mittelmeerraum bis nach Zentralasien reichte, von vielfältigen und dynamischen Entwicklungen geprägt. Überlappende Handelsnetzwerke verbanden die spätantiken Großreiche Rom und Persien direkt oder indirekt mit Zentralasien, Indien und dem chinesischen Kulturraum, wobei neben Waren auch technische, kulturelle und religiöse Ideen ausgetauscht wurden. In der neueren Forschung wird entsprechend den Entwicklungen jenseits des Mittelmeerraums im Vorderen Orient (vor allem im Hinblick auf Persien) und in Zentralasien, aber auch im südarabischen Raum Beachtung geschenkt.

Der Begriff Spätantike hat sich seit Max Weber in der Forschung durchgesetzt; der Kulturhistoriker Jacob Burckhardt hatte aber bereits 1853 die Wendung spätantike Zeit gebraucht, die am Ende des 19. Jahrhunderts vom österreichischen Kunsthistoriker Alois Riegl übernommen wurde.

United States Census Bureau

Die Bundesbehörde United States Census Bureau, offiziell Bureau of the Census (etwa Volkszählungsbehörde, kurz USCB) mit Sitz in Suitland, Maryland ist Teil des Handelsministeriums der Vereinigten Staaten. Sie wurde 1903 gegründet und hat heute etwa 12.000 Mitarbeiter.Die Behörde agiert gemäß Title 13 des United States Code (USC). Der Behördenleiter (englisch Director of the Census) wird vom Präsidenten der Vereinigten Staaten vorgeschlagen und vom Senat bestätigt. Derzeitiger Leiter ist Steven Dillingham.

Hauptaufgabe der Behörde ist die Durchführung der in der Regel alle zehn Jahre stattfindenden Volkszählung (United States Census — Population & Housing Census) und des jährlich durchgeführten American Community Survey. Die Bevölkerung der Vereinigten Staaten ist mindestens einmal alle zehn Jahre statistisch zu erfassen. Nach der ermittelten Einwohnerzahl richtet sich zum Beispiel die Verteilung der Abgeordneten im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten. Ebenfalls erstellt werden Statistiken über Geografie, die Bevölkerung (u. a. Alter, Einkommen) und Wirtschaft. Es hat zwölf Regionalämter (regional offices), die temporär für die zehnjährigen Zählungen aufgestockt werden. Der alleinige Zweck der Zählungen und der Statistik ist es, allgemeine statistische Informationen zu erhalten. Antworten werden zwar einzeln (je Einwohner, Unternehmen) erfasst und erstellt, veröffentlicht werden aber nur konsolidierte, allgemeine Statistiken. Hierbei soll der Datenschutz oberste Priorität haben. Es dürfen per Gesetz keine Daten veröffentlicht werden, die Rückschlüsse auf einzelne Personen, Haushalte oder Unternehmen zulassen.

Das United States Census Bureau ist in vier Regionen (US Census Bureau Regions) und diese wiederum in insgesamt neun Unterbereiche (Divisionen) aufgeteilt:

Northeast Region (Nordosten)New England Division (Neuengland)

Middle Atlantic Division (Mittelatlantikstaaten)Midwest Region (Mittlerer Westen)East North Central Division

West North Central DivisionSouthern Region (Südstaaten)West South Central Division

East South Central Division

South Atlantic Division (Südatlantikstaaten)Western Region (Westen)Pacific Division (Westküste)

Mountain Division (Mountain States)Die letzte Volkszählung, der United States Census 2010, fand im Jahr 2010 statt, die nächste ist für das Jahr 2020 vorgesehen.

Viktorialand

Viktorialand (englisch Victoria Land) ist eine Region in Ostantarktika, die zwischen Wilkesland bzw. Adélieland im Westen und Oatesland im Osten liegt. Unter Einrechnung des Oateslandes bildet das Rossmeer die östliche Begrenzung. Das Gebiet wurde am 11. Januar 1841 von James Clark Ross entdeckt. Die erste Anlandung unternahm der norwegische Polarforscher Carsten Egeberg Borchgrevink am Cape Adare im Januar 1895. Die Australier Edgeworth David und Douglas Mawson zusammen mit dem schottischen Arzt Alistair Mackay (1877–1914) erreichten im Rahmen der Nimrod-Expedition unter der Leitung von Ernest Shackleton am 16. Januar 1909 als erste den antarktischen magnetischen Pol bei 72° 15′ S, 155° 16′ O im nordöstlichen Viktorialand. Umfassende geologische und kartografische Erkundungen in dieser Region wurden zudem während der Southern-Cross-Expedition (1898–1900), der Discovery-Expedition (1901–1904) und der Terra-Nova-Expedition (1910–1913) durchgeführt.Bekannt ist das Viktorialand vor allem für die Trockentäler, wie hier die antarktischen Oasen genannt werden. Sie bestehen im Wesentlichen aus drei Tälern, die früher von Gletschern bedeckt waren. Im Süden befindet sich der Fryxellsee. Durch das Wright Valley fließt im Sommer zeitweise der einzige größere Fluss Antarktikas, der Onyx.

Washington (Bundesstaat)

Washington (engl. Aussprache [ˈwɒʃɪŋtən]) ist ein Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika. Er liegt im Nordwesten der USA an der Küste des Pazifischen Ozeans, nördlich von Oregon, westlich von Idaho und südlich von British Columbia in Kanada.

Gemessen an seiner Fläche steht Washington unter den US-Bundesstaaten mit 184.665 Quadratkilometern an 18. Stelle, gemessen an seiner Bevölkerung von 6.724.540 Einwohnern an 13. Stelle (Stand 2010). Der Großteil der Bevölkerung konzentriert sich rund um den Puget Sound, eine etwa 150 km lange, inselreiche und weitverzweigte Bucht im Westen des Staates, an dem auch die Hauptstadt Olympia sowie die mit Abstand größte Stadt Seattle liegen.

Der Staat wurde nach dem ersten US-Präsidenten, George Washington, benannt und als 42. Staat im Jahr 1889 in die Vereinigten Staaten aufgenommen. Aufgrund der Vielzahl von Nadelbäumen trägt der Staat den Spitznamen Evergreen State (deutsch Immergrüner Staat).

Um den Bundesstaat von der ebenfalls nach George Washington benannten, an der Ostküste befindlichen Hauptstadt der USA, Washington, D.C., abzugrenzen, wird für den Staat oft die Bezeichnung Washington State verwendet.

Wilder Westen

Wilder Westen ist eine – geographisch und historisch grob eingegrenzte – umgangssprachliche Bezeichnung für die ungefähr westlich des Mississippi gelegenen Gebiete der heutigen Vereinigten Staaten, die in der auch als „Pionierzeit“ bezeichneten Ära des 19. Jahrhunderts noch nicht als Bundesstaaten in die Union der Vereinigten Staaten aufgenommen waren.

Im Verlauf der voranschreitenden Landnahme und Urbanisierung nahm die Besiedlung dieser Regionen vor allem durch Angloamerikaner – bzw. aus Europa stammende Immigranten – kontinuierlich zu, bis die Gebiete um 1890 in den organisierten Territorien der Vereinigten Staaten aufgingen. Symbolisch stehen die Öffnung der letzten Indianerterritorien im späteren US-Bundesstaat Oklahoma für die Besiedlung durch Kolonisten im Jahr 1889 beim Oklahoma Land Run und das Massaker der US-Armee an etwa 200 bis 300 Lakota-Indianern am Wounded Knee Creek/South Dakota im Dezember 1890 für das Ende der Zeit des Wilden Westens. Mit diesen Ereignissen galten die Indianerkriege ebenso als abgeschlossen wie die Kolonisation der bis dahin von den Vereinigten Staaten beanspruchten Hoheitsgebiete (engl. territories) durch die aus Europa eingewanderten Siedler.

Seit diesem Zeitpunkt ist die wesentlich aus der Sichtweise der angloamerikanischen Eroberer geprägte Begrifflichkeit Wilder Westen bis in die Gegenwart mit einer gewissen Verklärung verbunden: Durchdrungen von Vorstellungen über Freiheit, Männlichkeit, Recht des Stärkeren, Kampf um das Eigentum und ähnlichen Klischees kam es zu einer Mythologisierung und Trivialisierung der US-amerikanischen Pionierzeit, wobei die Grenzen zwischen historischen Fakten, Legendenbildung und frei erfundenen Geschichten oft verschwimmen.

ZIP-Code

Der ZIP-Code [ˈzɪp ˌkoʊd] (Abkürzung für Zone Improvement Plan) ist der Postleitzahlen-Code des Postdienstleisters der Vereinigten Staaten, United States Postal Service. Es handelt sich dabei um einen am 1. Juli 1963 eingeführten fünfstelligen Code, der 1983 um vier Stellen erweitert wurde.

Die Postleitzahl wird hinter dem Ortsnamen geschrieben. Jede der etwa 30.000 Poststellen hat dabei einen eigenen Code. Die niedrigste PLZ eines Ortes liegt in der Karibik – 00601 in Adjuntas, Puerto Rico – und die höchste liegt im Westen – 99950 für Ketchikan, Alaska. Jede Adresse hat zusätzlich noch vier Ziffern, um den Sortiervorgang zu erleichtern. In jeder Adressierung müssen neben dem ZIP-Code auch der Name der Stadt und die Abkürzung des Staates enthalten sein.

Der ZIP-Code hat auch eine nützliche Nebenfunktion. Über eine Online-Plattform kann man unter Angabe des ZIP-Codes herausfinden, wer sein oder ihre Kongressabgeordnete im US-Repräsentantenhaus im Kapitol in Washington, D.C. ist.

Zen

Zen-Buddhismus oder Zen (chinesisch Chan, koreanisch Seon, vietnamesisch Thiền) [zɛn, auch t͜sɛn] ist eine in China ab etwa dem 5. Jahrhundert der christlichen Zeitrechnung entstandene Strömung oder Linie des Mahayana-Buddhismus, die wesentlich vom Daoismus beeinflusst wurde. Der chinesische Begriff Chan (chinesisch 禪, Pinyin Chán) stammt von dem Sanskritwort Dhyana (ध्यान), das als Chan’na (禪那, Chán’nà) ins Chinesische übertragen wurde. Dhyana bedeutet so viel wie „Zustand meditativer Versenkung“, was auf das grundlegende Charakteristikum dieser buddhistischen Strömung verweist, die daher auch als Meditations-Buddhismus bezeichnet wird.

Der Chan-Buddhismus verbreitete sich über Mönche in die Anrainer Chinas. Es entstanden eine koreanische (Seon, korean. 선) und eine vietnamesische (Thiền) Tradition.

Ab dem 12. Jahrhundert gelangte Chan nach Japan und erhielt dort als Zen eine neue Ausprägung. Diese gelangte in der Neuzeit in wiederum neuer Interpretation in den Westen. Die in Europa und den USA verwendete Terminologie zum Zen stammt daher zum großen Teil aus dem Japanischen. Aber auch koreanische, vietnamesische und chinesische Schulen erlangten in jüngerer Zeit Einfluss im westlichen Kulturkreis.

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