Viorica Dăncilă

Vasilica Viorica Dăncilă (* 16. Dezember 1963 in Roșiorii de Vede) ist eine rumänische Politikerin der PSD und seit dem 29. Januar 2018 Ministerpräsidentin Rumäniens.

Reuven Rivlin at a meeting with Viorica Dăncilă, April 2018 (3549) (cropped)
Viorica Dăncilă, 2018

Leben

Dăncilă studierte von 1983 bis 1988 in Ploiești Ingenieurswesen mit Schwerpunkt Erdölförderung. Sie war als Ingenieurin in der Rohöl- und Gasproduktion und als Dozentin am Industriegymnasium von Videle tätig. Von 2004 bis 2006 studierte sie Politik- und Verwaltungswissenschaften an der Școala Națională de Studii Politice și Administrative in Bukarest, wo sie ihren Master-Abschluss erlangte.

In der sozialdemokratischen Partei Partidul Social Democrat (PSD) wurde sie 1996 Mitglied. Zwischen 2000 und 2003 war sie Vorsitzende des PSD-Frauenverbands Videle und von 2003 bis 2011 Vorsitzende des PSD-Ortsverbands Videle. Vom 21. Januar 2009 bis zum 28. Januar 2018 war Dăncila Abgeordnete im Europäischen Parlament, für sie rückte mit 30. Januar 2018 Gabriela Zoană nach.

Nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Mihai Tudose im Januar 2018 wurde Dăncilă von der PSD als neue Ministerpräsidentin vorgeschlagen.[1] Am 29. Januar 2018 wurde sie von der Mehrheit der Abgeordnetenkammer als erste Frau in dieses Amt gewählt.[2] Am 10. Oktober 2019 wurde das Kabinett Dăncilă vom Parlament per Misstrauensvotum abgewählt. Bis zur Amtsübernahme einer neuen Regierung führt Dăncilă die Geschäfte kommissarisch weiter.[3]

Rezeption

Dăncilă kam nach dem Wahlsieg der PSD Ende 2016 als dritter Regierungschef innerhalb von sieben Monaten ins Amt. Ihre beiden Vorgänger Sorin Grindeanu und Mihai Tudose wurden durch interne Machtkämpfe verdrängt. Dăncilă gilt als loyal gegenüber PSD-Parteichef Liviu Dragnea, der das Amt des Ministerpräsidenten aufgrund seiner Vorstrafen selbst nicht bekleiden kann.[4][5]

Während ihrer zwei Amtszeiten als EU-Abgeordnete rangierte Dăncilă bei der Anwesenheit an Sitzungen des Europäischen Parlaments auf Platz 700 von 751 Europaabgeordneten.[6]

Dăncilă wird oft Unerfahrenheit und schlechtes sprachliches Ausdrucksvermögen vorgeworfen. In einem Interview mit dem Sender Digi 24 bezeichnete sie den Iran und Pakistan als EU-Mitgliedsstaaten.[7] Bei einem Staatsbesuch in Montenegro verwechselte sie die Hauptstadt Podgorica mit Kosovos Hauptstadt Pristina.[8]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Sebastian Zachmann, Radu Eremia: Dragnea, după consultările cu Iohannis. Adevărul, 17. Januar 2018, abgerufen am 29. Januar 2018.
  2. Rumäniens Parlament spricht Dancila-Kabinett Vertrauen aus. APA-Artikel auf derStandard.at, 29. Januar 2018, abgerufen am 29. Januar 2018.
  3. Rumäniens Regierung per Misstrauensvotum abgewählt. In: ORF.at. 10. Oktober 2019, abgerufen am 10. Oktober 2019.
  4. Cristian Gherasim: Romania's incoming PM failed to shine as an MEP. In: Euronews vom 18. Januar 2018
  5. Romania: Viorica Dancila voted in as first female prime minister. In: Deutsche Welle vom 29. Januar 2018
  6. Viorica DĂNCILĂ. In:VoteWatch.eu. Zitiert in: Cristian Gherasim: Romania's incoming PM failed to shine as an MEP. In: Euronews vom 18. Januar 2018
  7. GAFĂ. Viorica Dăncilă a inclus Iranul și Pakistanul în UE. In: Digi 24 vom 17. Januar 2018. Zitiert in: Cristian Gherasim: Romania's incoming PM failed to shine as an MEP. In: Euronews vom 18. Januar 2018
  8. Hans-Peter Siebenhaar: Rumänien: Ministerpräsidentin Dăncilă ist eine Marionette der Macht. In: Handelsblatt. 12. August 2018. Abgerufen am 29. Dezember 2018.
29. Januar

Der 29. Januar (in Österreich und Südtirol: 29. Jänner) ist der 29. Tag des gregorianischen Kalenders, somit bleiben 336 Tage (337 Tage in Schaltjahren) bis zum Jahresende.

Alianța Liberalilor și Democraților

Die Alianța Liberalilor și Democraților (ALDE; Allianz der Liberalen und Demokraten) ist eine liberale Partei in Rumänien. Sie wurde 2015 gegründet und gehörte bis Juli 2019 auf europäischer Ebene der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa an. Seit 2016 ist sie als Koalitionspartner der PSD an der Regierung beteiligt. Parteivorsitzender ist Călin Popescu-Tăriceanu.

Außenministerium (Rumänien)

Das rumänische Außenministerium, rumänisch: Ministerul Afacerilor Externe (MAE) , ist eines der Ministerien, die Teil der rumänischen Regierung sind.

Gegründet wurde es am 20. Juli 1862 unter dem Namen „Ministerium für ausländische Angelegenheiten“ („Ministerul Afacerilor Străine“, MAS) unter der Leitung von Apostol Arsache. Dieser Name des Ministeriums wurde bis zur Umbenennung der Volksrepublik Rumänien in die Sozialistische Republik Rumänien (21. August 1965) beibehalten. Damals erhielt die Institution den heute noch gültigen Namen.

Amtierende Außenministerin ist seit dem 24. Juli 2019 Ramona Mănescu (ALDE) im Kabinett Viorica Dăncilă, PSD.

Europawahl in Rumänien 2019

Die Europawahl in Rumänien 2019 fand im Rahmen der EU-weiten Europawahl 2019 am 26. Mai 2019 statt.

In Rumänien wurden zunächst 32 Mandate im Europäischen Parlament vergeben, gewählt wurden aber 33 Abgeordnete. Ein Mandatsträger aus Rumänien wird nach dem erfolgten EU-Austritt des Vereinigten Königreichs, der spätestens am 31. Oktober 2019 erfolgen soll, ins Europaparlament einziehen.

Kabinett Dăncilă

Das Kabinett Dăncilă ist die von Viorica Dăncilă am 29. Januar 2018 gebildete Regierung Rumäniens.

Liste der Ministerpräsidenten Rumäniens

Dies ist eine Liste der Ministerpräsidenten Rumäniens seit der Schaffung des Amtes am 22. Januar 1862.

Das politische System Rumäniens ist heute eine repräsentative parlamentarische Demokratie. Die gesetzgebende Gewalt liegt bei einem Zweikammerparlament. Staatsoberhaupt ist der Präsident, Regierungschef ist der Ministerpräsident. Gemäß der Verfassung Rumäniens ernennt der Präsident als Staatsoberhaupt den Ministerpräsidenten, der wiederum ein Kabinett ernennt, das durch eine Vertrauensabstimmung im Parlament (gemeinsame Sitzung von Abgeordnetenkammer und Senat) bestätigt werden muss.

Rumänien benutzte bis 1919 den Julianischen Kalender und danach den Gregorianischen Kalender.

Liste der Regierungen der Staaten der Europäischen Union

Die folgende Liste enthält die Parteien, die an den Regierungen der Staaten der Europäischen Union beteiligt sind. Die Liste ist sortiert nach den Europäischen politischen Parteien. Die Partei, die den Regierungschef stellt, ist fett gedruckt. Stand: 6. September 2019.

Liste weiblicher Staatsoberhäupter und Regierungschefs

Die Liste weiblicher Staatsoberhäupter und Regierungschefs führt Frauen auf, die durch Wahl oder Ernennung zu einem führenden Staatsamt gekommen sind.

Monarchische Amtsträgerinnen siehe Liste von Herrscherinnen und Regentinnen.

Liviu Dragnea

Liviu Dragnea (* 28. Oktober 1962 in Gratia, Kreis Teleorman) ist ein rumänischer Politiker der Partidul Social Democrat (PSD). Seit Oktober 2015 ist er Vorsitzender dieser Partei und damit Nachfolger des im Juli 2015 vom Parteiamt zurückgetretenen Victor Ponta. Von der Parlamentswahl von 2016 bis zu seiner Verhaftung im Mai 2019 war er gleichzeitig Präsident der Abgeordnetenkammer Rumäniens und galt als machtvollste politische Persönlichkeit in Rumänien.

Mihai Fifor

Mihai-Viorel Fifor (* 10. Mai 1970 in Drobeta Turnu Severin) ist ein rumänischer Politiker (PSD). Er war von September 2017 bis November 2018 rumänischer Verteidigungsminister. Zudem war er vom 16. bis 29. Januar 2018 interimistischer Premierminister seines Landes. Seit Juni 2019 ist er Generalsekretär der PSD und seit Juli desselben Jahres Vizepremier.

Oktober 2019

Dieser Artikel behandelt tagesbezogene Nachrichten und Ereignisse im Oktober 2019. Aktuell laufende/andauernde Ereignisse finden sich auf dieser Seite.

Partidul Social Democrat

Partidul Social Democrat (PSD, deutsch Sozialdemokratische Partei) ist eine Partei in Rumänien. Bei der Parlamentswahl in Rumänien 2016 errang sie einen klaren Sieg.

Präsidentschaftswahlen in Rumänien 2019

Die Präsidentschaftswahlen 2019 in Rumänien finden am 10. November und 24. November (zweite Runde, falls notwendig) statt. Der derzeitige Präsident Klaus Iohannis wird nochmals antreten.

Roșiorii de Vede

Roșiorii de Vede (veraltet Rușii de Vede; manchmal auch Roșiori de Vede) ist eine Stadt im Kreis Teleorman in der Region Walachei in Rumänien.

Rumänien

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Rumänien (rumänisch România; ) ist eine semipräsidentielle Republik im Grenzraum zwischen Mittel- und Südosteuropa. Das Land liegt am Schwarzen Meer und erstreckt sich in westlicher Richtung über den Karpatenbogen bis zur Pannonischen Tiefebene. Rumänien grenzt an fünf Staaten: im Süden an Bulgarien, im Westen an Serbien und Ungarn, im Norden sowie im Osten an die Ukraine und die Republik Moldau.

Der moderne rumänische Staat entstand 1859 durch die Vereinigung der Fürstentümer Moldau und Walachei. Nach 1945 war Rumänien während des Kalten Krieges Teil des Warschauer Paktes. Es unterhielt als einziges Land des Warschauer Paktes ununterbrochen diplomatische Beziehungen zu Israel. Seit 1989 hat sich Rumänien politisch den westeuropäischen Staaten angenähert und wurde Mitglied der NATO (2004) sowie der Europäischen Union (2007).

Mit 238.391 km² verfügt Rumänien über die neuntgrößte Fläche und mit etwa 19,9 Millionen Einwohnern über die siebtgrößte Bevölkerung aller Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Die rumänische Hauptstadt Bukarest ist mit 1,84 Millionen Einwohnern die siebtgrößte Stadt der EU, knapp hinter Wien (1,87 Millionen). Weitere bedeutende Großstädte sind Cluj-Napoca (Klausenburg), Timișoara (Temeswar), Iași, Constanța, Craiova und Brașov (Kronstadt).

Rumänische EU-Ratspräsidentschaft 2019

Die rumänische Ratspräsidentschaft bezeichnet den Vorsitz Rumäniens im Ministerrat der EU für die erste Jahreshälfte 2019. Rumänien beginnt damit das neunte Trio mit Finnland und Kroatien. Es ist der erste Ratsvorsitz des 2007 der EU beigetretenen Landes, es folgt damit auf die Präsidentschaft Österreichs.

In die Zeit der rumänischen Ratspräsidentschaft fällt auch die Europawahl 2019 mit der neunten Direktwahl zum Europäischen Parlament.

Verfassungsreferendum in Rumänien 2018

Das Verfassungsreferendum in Rumänien 2018 fand am 6. und 7. Oktober statt. In dem Referendum wurden die Wähler gefragt, ob sie eine Änderung der Definition der Familie gemäß Artikel 48 der Verfassung befürworteten, um das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe in der Verfassung zu verfestigen.

Viorica

Viorica ist ein rumänischer weiblicher Vorname.

Österreichischer EU-Ratsvorsitz 2018

Der Österreichische Vorsitz im Rat der Europäischen Union 2018 (auch Ratsvorsitz oder Ratspräsidentschaft genannt) bezeichnet den Vorsitz der Republik Österreich im Rat der Europäischen Union in der zweiten Jahreshälfte 2018. Es war nach 1998 und 2006 der dritte Ratsvorsitz Österreichs, nachdem es 1995 der EU beigetreten ist.

Ministerpräsidenten Rumäniens nach 1989

Petre Roman | Theodor Stolojan | Nicolae Văcăroiu | Victor Ciorbea | Radu Vasile | Mugur Isărescu | Adrian Năstase | Călin Popescu‑Tăriceanu | Emil Boc | Mihai Răzvan Ungureanu | Victor Ponta | Dacian Cioloș | Sorin Grindeanu | Mihai Tudose | Mihai Fifor (interim) | Viorica Dăncilă

Amtierende Regierungschefs in der Europäischen Union

Charles Michel (Belgien) | Bojko Borissow (Bulgarien) | Mette Frederiksen (Dänemark) | Angela Merkel (Deutschland) | Jüri Ratas (Estland) | Antti Rinne (Finnland) | Édouard Philippe (Frankreich) | Kyriakos Mitsotakis (Griechenland) | Leo Varadkar (Irland) | Giuseppe Conte (Italien) | Andrej Plenković (Kroatien) | Krišjānis Kariņš (Lettland) | Saulius Skvernelis (Litauen) | Xavier Bettel (Luxemburg) | Joseph Muscat (Malta) | Mark Rutte (Niederlande) | Brigitte Bierlein (Österreich) | Mateusz Morawiecki (Polen) | António Costa (Portugal) | Viorica Dăncilă (Rumänien) | Stefan Löfven (Schweden) | Peter Pellegrini (Slowakei) | Marjan Šarec (Slowenien) | Pedro Sánchez (Spanien) | Andrej Babiš (Tschechien) | Viktor Orbán (Ungarn) | Boris Johnson (Vereinigtes Königreich) | Nikos Anastasiadis (Zypern)

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