Vertrag von Alcáçovas

Der Vertrag von Alcáçovas beendete im Jahr 1479 den seit 1474 andauernden Kastilischen Erbfolgekrieg. Das Abkommen ist ein Komplex aus vier verschiedenen Verträgen[1] in denen nicht nur eine Beendigung des Krieges dadurch erreicht werden sollte, dass die Anlässe des Krieges bereinigt wurden, es sollten darüber hinaus die früher guten Beziehungen zwischen den beiden Reichen wiederhergestellt werden.[2] Der erste Teil betraf die Abgrenzung der Interessensphären Portugals und Kastiliens in Westafrika und im östlichen Atlantik. Die anderen Teile enthielten Regelungen, die die aus dem inneriberischen Erbfolgekrieg resultierenden Probleme lösen sollten. Sie beziehen sich auf die Zukunft der ehemaligen Thronprätendentin Johanna von Kastilien, die Hochzeit des portugiesischen Infanten Alfons mit der kastilischen Infantin Isabella sowie die Behandlung der kastilischen Adeligen, die während des Erbfolgekrieges Johanna von Kastilien unterstützt hatten.

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Vertrag im Archivo General de Simancas

Vertragsabschluss

Als Vertragspartner auf portugiesischer Seite nennt der Vertrag König Alfons V. und Prinz Johann, auf kastilischer Seite König Ferdinand V. und Königin Isabella. Die Vertragspartner werden in dem Vertrag mit ihren vollen Herrschertiteln genannt. Die Titulatur Ferdinands und Isabellas enthält auch die Titel der Krone von Aragón, nicht aber die Kanarischen Inseln.

Vom 20. bis zum 22. Februar 1479 traf sich Isabella in Alcántara mit ihrer Tante Beatrix von Portugal, der Herzogin von Bragança, der Schwägerin des Königs Alfons V. (König Ferdinand war zu dieser Zeit in Aragonien um nach dem Tod seines Vaters Johann II. die Regierung in den Ländern der Krone von Aragonien zu übernehmen.) Die zwei Damen einigten sich auf die Grundzüge eines Friedensvertrages der durch rechtskundige Vertreter beider Seiten ausgehandelt werden sollte.[3] Die Verhandlungen die sich über Monate hinzogen fanden im Palast der Herzogin von Bragança in Alcáçovas in Portugal statt. Verhandlungsführer waren auf der kastilischen Seite Rodrigo Maldonado und auf portugiesischer Seite Joao da Silveira, Baron von Alvito. Die Bevollmächtigten unterschrieben die Verträge am 4. September 1479. König Alfons und sein Sohn Johann ratifizierten sie am 8. September, die Katholische Könige am 6. März 1480 in Toledo.[4] (Daher wird gelegentlich auch vom „Vertrag von Alcáçovas und Toledo“ gesprochen.)

Vertragsinhalte

In einer Art Präambel verzichteten die vertragschließenden Parteien auf alle Feindseligkeiten und auf Herrschaftsansprüche über Territorien der anderen Seite.

Vertrag über die Aufteilung der Interessensphären

Die Herrscher Kastiliens verpflichten sich, weder den derzeitigen König noch seinen Sohn, den Prinzen Johann, noch alle zukünftigen Herrscher Portugals egal durch welche Maßnahmen weder in Guinea noch an anderen Küsten und Inseln, ob sie bereits bekannt sind oder nicht, unterhalb der Kanarischen Inseln in ihren Rechten einzuschränken. Das bedeutete, dass die Inseln im Atlantischen Ozean zum portugiesischen Einflussgebiet erklärt wurden.[5] Keine Person, egal welcher Herkunft, sollte aus dem Machtbereich der Krone von Kastilien heraus in das Gebiet einreisen. Ausdrücklich genannt wurden Madeira, Porto Santo, Desierta, Azoren, Flores und die Kapverdischen Inseln. Ausgenommen davon seien die Herrschaft und der Verkehr mit den Kanarischen Inseln, die auch im Einzelnen (La Graciosa eingeschlossen) aufgezählt wurden. Damit wurde Kastilien vom Afrika- und Guineahandel ausgeschlossen.[6] Darüber hinaus verpflichteten sich die Katholischen Könige, sich nicht in die Eroberungen der Portugiesen im Königreich Fez einzumischen.[7] Die Katholischen Könige machten diese Vereinbarung im ganzen Herrschaftsbereich durch Anschreiben an alle unter Umständen betroffenen Personen und Vereinigungen bekannt. Dieser Vertrag wird als Vorstufe des 1494 abgeschlossenen Vertrages von Tordesillas angesehen.[8]

In der Bulle Aeterni regis gab Papst Sixtus IV. dem Inhalt des Abkommens am 21. Juni 1481 seinen Segen.

Vertrag über die Zukunft von Johanna von Kastilien

Die Vertreter beider Seiten hielten die Heirat zwischen Johanna und Alfons V. für nichtig da sie nicht vollzogen wurde. Die portugiesische Seite schlug vor, Johanna zu gegebener Zeit mit Prinz Johann, dem Sohn der Katholischen Könige zu verheiraten. Isabella forderte dass Johanna entweder in ein Kloster eintreten solle oder den Rest ihres Lebens in Kastilien unter Bewachung leben sollte.[9] Der Vertrag bot Johanna dann zwei Alternativen: Sie könnte dreizehn Jahre in Portugal unter Aufsicht verbringen und den dann 14-jährigen Prinzen Johann heiraten. Johann hatte allerdings auch das Recht diese Ehe abzulehnen. Die andere Möglichkeit sah vor, dass sie in Portugal in ein Kloster eintreten würde. Johanna wählte die zweite Alternative. Sie trat am 5. November 1479 in Coimbra als Novizin in ein Kloster der Klarissen ein.[10] Da Johanna auf alle kastilischen Titel verzichten musste, verlieh Alfons V. ihr im Oktober 1480 den Titel „Excelente Señora“, den die portugiesischen Infantinnen trugen.[11]

Vertrag über die Eheschließung zwischen der Infantin Isabella und dem Infanten Alfons

Ein weiterer Vertrag sah die Ehe zwischen der ältesten Tochter der Katholische Könige Isabella und Alfons, dem Sohn des Königs Johann II. vor. Die Ehe wurde 1490 geschlossen. Bei der Heirat war die Braut 20 Jahre und der Bräutigam 15 Jahre alt. Der Prinz starb am 13. Juli 1491.[12]

Vertrag über die Begnadigung der Anhänger Johannas

Der letzte Vertrag betraf die Behandlung der Personen und Personengruppen die Johanna bzw. Alfons V. unterstützt hatten. In dem Vertrag wurde vereinbart, dass diese keinerlei Strafen zu erwarten haben sollten, ihr Eigentum und ihre Herrschaftsrechte wenn sie während des Krieges beeinträchtigt wurden wiederherzustellen seien.[13] Die Katholische Könige nutzten diese Verpflichtung, indem sie den Besitz und die Herrschaftsrechte sowohl der Unterstützer Johannas als auch die ihrer eigenen Anhänger überprüften und ihrer Ansicht nach unberechtigten Besitz und nicht belegte Herrschaftsansprüche nicht bestätigten.

Literatur

  • Joseph Perez: Ferdinand und Isabella. Callwey, München 1989, ISBN 3-7667-0923-2, S. 394 (Aus d. Franz. von Antoinette Gittinger).
  • Walther L. Bernecker; Horst Pietschmann: Geschichte Spaniens – Von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. 4. Auflage. W. Kohlhammer, Stuttgart 2005, ISBN 3-17-018766-X.

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Walther L. Bernecker; Horst Pietschmann: Geschichte Spaniens – Von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. 4. Auflage. W. Kohlhammer, Stuttgart 2005, ISBN 3-17-018766-X, S. 43.
  2. Vicente Ángel Álvarez Palenzuela: La guerra civil castellana y el enfrentamiento con Portugal. (1475-1479). Biblioteca Virtual Miguel de Cervantes, abgerufen am 18. Oktober 2014 (spanisch).
  3. Vicente Ángel Álvarez Palenzuela: La guerra civil castellana y el enfrentamiento con Portugal. (1475-1479). Biblioteca Virtual Miguel de Cervantes, abgerufen am 18. Oktober 2014 (spanisch).
  4. Joseph Perez: Ferdinand und Isabella. Callwey, München 1989, ISBN 3-7667-0923-2, S. 98 (Aus d. Franz. von Antoinette Gittinger).
  5. Joseph Perez: Ferdinand und Isabella. Callwey, München 1989, ISBN 3-7667-0923-2, S. 99 (Aus d. Franz. von Antoinette Gittinger).
  6. Walther L. Bernecker; Horst Pietschmann: Geschichte Spaniens – Von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. 4. Auflage. W. Kohlhammer, Stuttgart 2005, ISBN 3-17-018766-X, S. 44.
  7. Cesáreo Fernández Duro,: Traslado de los capítulos del tratado de paces entre las coronas de Castilla y de Portugal firmado en Toledo a 16 de marzo de 1480, relativos a la posesión y pertenencia de Guinea, costas, mares e islas de África. (pdf) Biblioteca Virtual Miguel de Cervantes,, 2007, abgerufen am 3. November 2014 (spanisch).
  8. Joseph Perez: Ferdinand und Isabella. Callwey, München 1989, ISBN 3-7667-0923-2, S. 99 (Aus d. Franz. von Antoinette Gittinger).
  9. Joseph Perez: Ferdinand und Isabella. Callwey, München 1989, ISBN 3-7667-0923-2, S. 394 (Aus d. Franz. von Antoinette Gittinger).
  10. Joseph Perez: Ferdinand und Isabella. Callwey, München 1989, ISBN 3-7667-0923-2, S. 100 (Aus d. Franz. von Antoinette Gittinger).
  11. Vicente Ángel Álvarez Palenzuela: La guerra civil castellana y el enfrentamiento con Portugal. (1475-1479). Biblioteca Virtual Miguel de Cervantes, abgerufen am 18. Oktober 2014 (spanisch).
  12. Joseph Perez: Ferdinand und Isabella. Callwey, München 1989, ISBN 3-7667-0923-2, S. 100 (Aus d. Franz. von Antoinette Gittinger).
  13. Vicente Ángel Álvarez Palenzuela: La guerra civil castellana y el enfrentamiento con Portugal. (1475-1479). Biblioteca Virtual Miguel de Cervantes, abgerufen am 18. Oktober 2014 (spanisch).
21. Juni

Der 21. Juni ist der 172. Tag des gregorianischen Kalenders (der 173. in Schaltjahren), somit verbleiben noch 193 Tage bis zum Jahresende.

Am 21. (bzw. 20.) Juni steht die Sonne mittags am nördlichen Wendekreis im Zenit und geht am nördlichen Polarkreis nachts nicht unter. Dieser Tag ist somit in der nördlichen Erdhälfte der längste Tag des Jahres, die Sommersonnenwende.

4. September

Der 4. September ist der 247. Tag des gregorianischen Kalenders (der 248. in Schaltjahren), somit bleiben noch 118 Tage bis zum Jahresende.

Alcáçovas

Alcáçovas ist ein Ort und eine Gemeinde Freguesia in Portugal im Landkreis von Viana do Alentejo im Alentejo Central gelegen mit 268 km² Fläche und 2111 Einwohnern (Stand 30. Juni 2011). Die Bevölkerungsdichte ist 7,9 Einw./km².

In Alcáçovas wurde der Vertrag von Alcáçovas am 4. September 1479 unterschrieben.

Alfonso de Palencia

Alfonso Fernández de Palencia (* 21. Juli 1424 in El Burgo de Osma (Provinz Soria); † März 1492 in Sevilla) war ein spanischer Historiograph, Lexikograph und Humanist.

Europäische Kolonisierung Amerikas

Auch wenn es einige Debatten darüber gibt, ob die prähistorische Clovis-Kultur europäischen Ursprungs war, sind die ersten anerkannten europäischen Kolonisten Amerikas Skandinavier, die eine Kolonisierung zwar begonnen, dann jedoch abgebrochen haben. (Siehe auch: Vinland).

Geschichte Spaniens

Die Geschichte Spaniens im Sinne einer menschlichen Besiedlung reicht 1,4 Millionen Jahre zurück. Der Neandertaler verschwand wohl vor 45.000 Jahren, möglicherweise ohne dem modernen Menschen begegnet zu sein. Das Neolithikum (ab dem 6. Jahrtausend v. Chr.), der Übergang von der aneignenden Lebensweise der Jäger, Fischer und Sammler zur produzierenden, letztlich bäuerlichen Lebensweise setzte durch Zuwanderung aus dem zentralen Mittelmeergebiet ein.

Ab dem 10. Jahrhundert v. Chr. ist der Handel phönizischer Seefahrer mit den südspanischen Küstenregionen nachweisbar. Spätestens ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. gründeten sie Kolonien, die als Basen für den Handel dienten; später folgten Griechen, vor allem aus dem phokäischen Massalia. Im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. gelangten keltische Stämme vom Norden auf die Halbinsel und vermischten sich in den nördlichen und westlichen Regionen mit den einheimischen Iberern (siehe Keltiberer). Während der Punischen Kriege eroberten die auf die Phönizier zurückgehenden Karthager weite Teile des Südens und des Ostens der Halbinsel. Nach der Niederlage Karthagos eroberten die Römer in einem langen Prozess die gesamte Halbinsel. Die Provinz Hispania entwickelte sich zu einem wichtigen Bestandteil des Römischen Reiches.

Als das Weströmische Reich im 5. Jahrhundert zusammenbrach, eroberten Westgoten das Land. Ihre Herrschaft wurde ab 711 durch muslimische Heere beendet. Diese als Mauren bezeichneten Berbergruppen eroberten den Großteil der iberischen Halbinsel, bis der Gote Pelayo (er ist nur in einer gefälschten Chronik belegt) ihren Vormarsch in der Schlacht von Covadonga in Nordspanien beendete. Dieses Ereignis sollte im Rückblick den Beginn der Rückeroberung des Landes durch die Christen markieren, der sogenannten Reconquista. Das maurische Spanien wurde nach 750 unabhängig vom arabischen Weltreich, 929 rief Abd ar-Rahman III. Al-Andalus zu einem eigenen Kalifat aus. Streitigkeiten zwischen den Adelsfamilien führten dazu, dass das Kalifat nach einem Jahrhundert in zahlreiche kleine Reiche zerfiel.

Inzwischen wurde der Einigungsprozess im Norden vor allem durch Kastilien vorangetrieben. Das Königreich León wurde 1037 von König Ferdinand dem Großen erobert; zudem verfolgten die Kastilier imperiale Ziele und nahmen zeitweise den Kaisertitel an. Die beiden Königreiche brachen 1157 wieder auseinander, als König Alfonso VII. eine Erbteilung vornahm. Um 1230 wurden sie von Ferdinand III. wieder im Königreich Kastilien vereinigt. 1469 heirateten Ferdinand II. von Aragón und Isabella I. von Kastilien; später wurden Aragonien und Kastilien vereint.

1492 eroberten die vereinigten Reiche mit Granada das letzte muslimische Herrschaftsgebiet. Ebenfalls 1492 entdeckte Kolumbus Amerika. Das Bestreben, aus Spanien ein einheitliches katholisches Reich zu machen, begründete die dortige Inquisition. Spanien entwickelte sich zu einem der mächtigsten Vielvölkerstaaten. Als die Erbtochter Philipp, den Sohn des römisch-deutschen Kaisers heiratete, begann die Verbindung mit dem Haus Habsburg. Karl I. (von Spanien, zugleich Karl V. des Heiligen Römischen Reichs) vereinte 1517 eines der größten Kolonialreiche der Geschichte. Nachdem er sich 1556 zurückzogen hatte, wurde es zwischen der spanischen und der österreichischen Linie der Habsburger aufgeteilt. Dabei wurde das Land in umfassende Kriege mit Frankreich, den Niederlanden und England, aber auch dem Osmanenreich verwickelt.

Als 1700 der letzte Habsburger-König Karl II. ohne Nachfolger gestorben war, folgte ihm Philipp von Bourbon, der Enkel des französischen Königs Ludwig XIV. Der Spanische Erbfolgekrieg ergriff weite Teile Westeuropas. Fast ein Jahrhundert später eroberte Napoleon, der nach der französischen Revolution die Herrschaft in Frankreich angetreten hatte, Spanien und setzte seinen Bruder als König ein; die Spanier wehrten sich in einem langwierigen Guerillakrieg. Nach der Niederlage Napoleons wurde Ferdinand VII. wieder als König eingesetzt. Er regierte absolutistisch bis zu seinem Tod 1833; ihm folgte seine (damals zweijährige) Tochter Isabella II. Sie regierte bis 1868. Wirtschaftliche Rezession, politische Instabilität und der Verlust fast aller Überseebesitzungen kennzeichneten die Bourbonenherrschaft.

Nach der Revolution von 1868 entstand 1873 für ein Jahr die Erste Spanische Republik. Eine 1895 beginnende Rebellion in der Kolonie Kuba führte schließlich zum Krieg gegen die USA, durch den Spanien seine letzten Kolonien verlor. Spanien nahm nicht am Ersten Weltkrieg teil. Die Weltwirtschaftskrise traf Spanien wegen seiner geringen Außenhandelsverflechtung deutlich schwächer als andere Staaten. Die Verbindung des Königs mit dem Diktator Miguel Primo de Rivera diskreditierte die Monarchie; am 14. April 1931 rief Niceto Alcalá Zamora die Zweite Republik aus.

Die Spannungen zwischen der republikanischen Regierung und den in Katalonien verwurzelten Anarchisten und der nationalistischen Opposition gipfelten schließlich im Bürgerkrieg der Jahre 1936 bis 1939, in den sich auch Deutschland, Italien und die Sowjetunion militärisch einschalteten. Die Nationalisten unter Francisco Franco setzten sich 1939 durch. Franco hielt Spanien zwar aus dem Zweiten Weltkrieg heraus, seine Diktatur führte aber zu politischer und wirtschaftlicher Isolation.

Diese Isolation konnte erst nach seinem Tod 1975 aufgebrochen werden und eine konstitutionelle Monarchie entstand. Juan Carlos I. stellte sich 1981 gegen einen Putschversuch. Ministerpräsident Adolfo Suarez setzte Reformen durch, die den Übergang zur Demokratie brachten. Spanien trat 1982 der NATO und 1986 der Europäischen Gemeinschaft bei und führte 2002 den Euro als Bargeld ein. 2007 platzte in Spanien eine Immobilienblase; 2008 geriet das Land in die Finanzkrise. Zugleich wurden separatistische Bewegungen, vor allem in Katalonien, stärker.

Ilhas Selvagens

Die Ilhas Selvagens (deutsch „Wilde Inseln“; früher bekannt als Salvages, Sebaldinen oder Sebaldsinseln) sind eine zur portugiesischen Autonomen Region Madeira gehörige kleine unbewohnte Inselgruppe westlich der nordafrikanischen Atlantik-Küste. Sie gehören zur Gemeinde (Freguesia) Sé des Kreises Funchal.

Inter caetera

Die päpstliche Bulle Inter caetera divinae wurde am 4. Mai 1493 von Papst Alexander VI. ausgegeben. Sie legte eine Trennungslinie zwischen dem kastilischen und dem portugiesischen Machtbereich fest. Die Demarkationslinie verlief in Nord-Süd-Richtung von Pol zu Pol durch den Atlantischen Ozean und lag 100 Leguas (ca. 480 km) westlich der Azoren, was etwa 38° westlicher Länge entspricht. Alle Territorien, die westlich dieser Linie lagen, wurden den spanischen Königen und ihren Erben zugesprochen, alle Gebiete östlich davon fielen an die Portugiesen.

Inter caetera wurde durch die Bulle Dudum siquidem wesentlich ergänzt. Das Originaldokument wird im Archivo General de Indias in Sevilla aufbewahrt.

Johanna von Kastilien (Portugal)

Johanna von Kastilien (genannt Juana la Beltraneja (spanisch) bzw. auf portugiesisch Joana a Beltraneja oder la hija de la reina (die Tochter der Königin)) (* 28. Februar 1462 in Madrid; † 12. April 1530 in Lissabon) war 1462 bis 1464 Fürstin von Asturien und 1475 bis 1481 Königin von Portugal.

Kastilischer Erbfolgekrieg

Im Kastilischen Erbfolgekrieg, der von 1474 bis 1479 andauerte, ging es um die Nachfolge von Heinrich IV. von Kastilien. Die beiden Thronprätendenten waren Heinrichs Tochter Johanna von Kastilien sowie seine Halbschwester Isabella mit ihrem Ehemann Ferdinand, die ihren Anspruch schließlich durchsetzen konnten. Durch das Eingreifen Portugals und Frankreichs bekam der Konflikt internationale Bedeutung.

Königreich Benin

Benin ist ein von Edo-Völkern gegründetes Königreich im heutigen Südwesten Nigerias, das bis zum Jahr 1897 unabhängig war. Die Amtssprache war Edo. Das Königreich gehört zu den am umfangreichsten dokumentierten vorkolonialen Reichen Westafrikas und wurde erst am Ende des 19. Jahrhunderts zerstört.

La Palma

La Palma (vollständiger Name: La Isla de San Miguel de La Palma) ist die nordwestlichste der Kanarischen Inseln im Atlantischen Ozean und gehört zur Provinz Santa Cruz de Tenerife. Ihre Hauptstadt ist Santa Cruz de La Palma, und ihre größte Gemeinde ist Los Llanos de Aridane.

La Palma ist eine der geologisch jüngsten Inseln der Kanaren, deren Vulkanismus an vielen Kratern und Lavaströmen entlang der Vulkanroute auf der Cumbre Vieja und dem großen Krater der Caldera de Taburiente noch sichtbar ist. Sie ist mit 40 % Waldbedeckung im Vergleich zu den anderen Kanarischen Inseln die waldreichste und wird daher auch Isla Verde („Grüne Insel“) genannt. Da La Palma vom Massentourismus verschont geblieben ist, haben viele Orte der Insel ihren ursprünglichen Charakter erhalten.

Portugiesische Kolonialgeschichte

Die portugiesische Kolonialgeschichte erstreckt sich über 500 Jahre. Das portugiesische Kolonialreich war das erste tatsächliche Weltreich und das am längsten bestehende Kolonialreich Europas. Seine Geschichte begann 1415 mit der Eroberung von Ceuta und dem Zeitalter der Entdeckungen mit den Expeditionen entlang der afrikanischen Küste und endete mit der Rückgabe der letzten portugiesischen Überseeprovinz Macau an die Volksrepublik China 1999.

Als Vasco da Gama 1498 den Seeweg nach Indien entdeckte, stieg Portugal im Rahmen des Indienhandels zur führenden Handels- und Seemacht des 15. und 16. Jahrhunderts auf. Die Könige aus dem Hause Avis, besonders Manuel I. (1495–1521), führten das Land zu höchster Blüte. Bis in das 17. Jahrhundert erwarb Portugal Kolonien in Amerika, Afrika, Arabien, Indien, Südostasien und China.

Portugal war zunächst weniger an der Besitznahme größerer Territorien interessiert. Um die Handelsrouten von und nach Indien (1526–1857 Mogulreich) zu sichern und Konkurrenten auszuschalten, wurden an den Küsten Afrikas und Arabiens Stützpunkte („Faktoreien“) errichtet und Städte erobert, ebenso bei den Produktionsorten der Waren. Die geringe Bevölkerungszahl Portugals ließ es nicht zu, dass das Land großflächig Gebiete in Besitz nahm. Brasilien war aufgrund der geringen Stärke der einheimischen Bevölkerung eine Ausnahme. Später kamen noch Angola und Mosambik als flächenmäßig größere Kolonien dazu.

Der Niedergang des portugiesischen Kolonialreichs setzte bereits im 17. Jahrhundert ein: die Briten, Franzosen und Niederländer begannen ebenfalls in Asien zu expandieren und entrissen den Portugiesen einen Großteil ihrer asiatischen Kolonien.

Portugal konnte einige seiner Kolonien etwas länger halten als die anderen Kolonialmächte, nämlich bis in die 1970er Jahre. Dazu trug die Kolonialpolitik des autoritären Regimes (Estado Novo) unter

Salazar (1889–1970) bei. Viele andere Kolonien wurden 1960 (Afrikanisches Jahr) unabhängig (siehe Dekolonisation, Dekolonisation Afrikas).

Santa Cruz de Tenerife

Santa Cruz de Tenerife [ˈsanta ˈkɾuθ ðe ˌteneˈɾife] ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und neben Las Palmas de Gran Canaria eine der beiden Hauptstädte der Autonomen Gemeinschaft Canarias. Der vollständige Name und Titel der Stadt lautet seit dem 28. August 1803: Muy Leal, Noble e Invicta Villa, Puerto y Plaza de Santa Cruz de Santiago (Sehr treue, edle und unbesiegte Stadt, Hafen und Ort des Heiligen Kreuzes von Sankt Jakob). Die im Nordosten Teneriffas gelegene Stadt zählt 204.856 (Stand 1. Januar 2018) Einwohner und bildet zusammen mit La Laguna, Tegueste und El Rosario den – nach Las Palmas de Gran Canaria – zweitgrößten Ballungsraum der Kanarischen Inseln mit insgesamt rund 423.000 Einwohnern. Das von Santa Cruz verwaltete Gebiet dehnt sich bis in das dünn besiedelte Anaga-Gebirge im Osten der Insel aus. Maßgeblich geprägt wird die Stadt durch ihren Hafen, der zu den größten spanischen Seehäfen des Atlantik gehört.

Spanisches Kolonialreich

Das spanische Kolonialreich (Spanisch: Imperio español) erstreckte sich über Amerika, Afrika, Asien und Ozeanien, mit einem territorialen Schwerpunkt in Amerika. Im Zenit seiner Macht war die spanische Kolonialgroßmacht eines der größten Reiche in der Menschheitsgeschichte und zudem eines der ersten globalen Reiche. Es bestand vom 15. Jahrhundert bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Vertrag von Tordesillas

Der Vertrag von Tordesillas (span.: Tratado de Tordesillas, port.: Tratado de Tordesilhas) wurde 1494 zwischen den damals vorherrschenden Seemächten Portugal einerseits und Spanien (genauer: dem Königreich Kastilien sowie der Krone von Aragonien) andererseits in Tordesillas geschlossen. Er sollte eine bewaffnete Konfrontation zwischen diesen beiden Mächten verhindern, indem er die Welt in eine portugiesische und eine spanische Hälfte aufteilte. Bereits 1493 hatte Papst Alexander VI. in der päpstlichen Bulle Inter caetera eine Grenzlinie zur Einteilung der beiden Hoheitsgebiete gezogen, die vom Nordpol zum Südpol durch den Atlantischen Ozean verlief. Im Vertrag von Tordesillas wurde diese Grenzlinie weiter nach Westen verschoben.

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