Teylers Museum

Teylers Museum ist ein 1778 in Haarlem (Niederlande) gegründetes Museum für Natur- und Technikgeschichte. Das Gebäude am Fluss Spaarne lag ursprünglich hinter dem Wohnhaus des Textilfabrikanten und Bankiers Pieter Teyler van der Hulst, der kinderlos war und testamentarisch verfügte, sein Vermögen solle für die Förderung von Kunst und Wissenschaft verwendet werden.

Jährlich kommen etwa 100.000 Besucher. Es befindet sich auf der Liste der Top 100 der niederländischen Kulturdenkmäler.

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Teylers Museum
Teylers Museum frontal
Teylers Museum frontal
De Ovale Zaal van Teylers Museum (1784)
Ovaler Saal

Geschichte

Tweede Fossielenzaal Teylers Museum (1885)
Zweiter Fossiliensaal, von 1885

Das Teylersche Erbe an die Stadt Haarlem wurde in drei Gesellschaften aufgeteilt, jeweils eine für Religion, Wissenschaft und Künste. Die je fünf Treuhänder mussten sich wöchentlich in Teylers Haus treffen, so mussten sie in Haarlem wohnen. Teyler hatte zu Lebzeiten die Mennoniten-Gemeinschaft die Zeichenschule für Männer (Haarlemse Teekenacademie) in sein Haus eingeladen. Nach seinem Tod ging letztere in ein anderes Haus, um Platz für Teylers Physische en Naturalien Kabinetten en Bibliotheek zu machen (die zweite Gesellschaft). Leiter war Martin van Marum. Ziel der zweiten Gesellschaft war nicht nur die Bildung der Bevölkerung, sondern auch Forschung.

1784 eröffnete das Museum, in jenem Jahr wurde auch der ovale Saal hinter Teylers altem Haus angebaut. Das Museum ist ein Tageslichtmuseum, es wird auf künstliches Licht verzichtet.[1] Dieser Saal war als Kunstgalerie für das Publikum gedacht und ist ein herausragendes Beispiel für klassizistische Architektur in den Niederlanden. In der Mitte zeigt ein Schaukasten eine Mineraliensammlung des 18. Jahrhunderts, die obere Galerie (jetzt für das allgemeine Publikum geschlossen) beherbergt Bücherregale, vor allem mit Enzyklopädien.

Im 19. Jahrhundert wurde das Museum um zwei Gemälderäume erweitert. Der heutige Haupteingang direkt an der Spaarne kam 1878 hinzu. Der bedeutende Physiker und Nobelpreisträger Hendrik Lorentz wurde 1910 Forschungsdirektor am Teylers Museum. In jener Zeit war er bereits eine führende Persönlichkeit in der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft. Damals unternahm das Museum Studien auf Gebieten wie dem der Optik, des Elektromagnetismus, der Radiowellen und der Atomphysik.

1996 erhielt das Museum einen neuen Flügel, unter anderem mit einem Café.

Sammlungen

Zur Sammlung gehören unter anderem der größte elektrostatische Generator des 18. Jahrhunderts, Fossilien (darunter ein Archaeopteryx), Zeichnungen und Gemälde sowie Münzen. Teylers Museum besitzt auch einige Zeichnungen von Michelangelo Buonarroti und anderen italienischen und niederländischen Künstlern. Das Museum hat über zehntausend Gemälde und etwa 25.000 Drucke. Auf dem Dach war auch eine Sternwarte eingerichtet worden.

Am 12. Dezember 2011 hat die niederländische Regierung das Museum als UNESCO-Weltkulturerbe nominiert.[2] Die Begründung war die lange Geschichte als Museum, das für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Literatur

  • M. Scharloo (Hrsg.): Teylers Museum, een reis door de tijd. Haarlem 2010
  • B. Sliggers (Hrsg.): De idealen van Pieter Teyler. Een erfenis uit de Verlichting. Haarlem 2006

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Willkommen im Teylers Museum
  2. https://historiek.net/teylers-museum-voorlopig-niet-op-werelderfgoedlijst/22665/

Koordinaten: 52° 22′ 49,6″ N, 4° 38′ 24,8″ O

Abraham Teerlink

Abraham Teerlink (* 5. November 1776 in Dordrecht; † 26. Mai oder im Juli 1857 in Rom) war ein niederländischer Maler und Zeichner.

Abraham Teerlink Junior war bürgerlicher Abstammung, seine Eltern waren Abraham Teerlink Senior und Johanna Smits. Als seine künstlerische Begabung deutlich wurde, nahm ihn der niederländische Maler Michiel Versteegh als seinen Schüler an, später wurden J. Kelderman und Arie Lamme seine Lehrer. Teerlink begann mit Kopien berühmter Meister, entwickelte sich dann aber zu einem Landschaftsmaler, wobei er oft landwirtschaftliche Szenen in die reine Landschaftsdarstellung integrierte.

Im Jahr 1807 bekam er als einer von drei jungen Malern im Königreich Holland den Prix de Rome zuerkannt. Daraufhin wurde König Louis Napoleon auf ihn aufmerksam, der Teerlink ein Stipendium gewährte, damit er in Paris und Rom seine Ausbildung vervollkommnen konnte. Begeistert von seinen ersten Auslandserfahrungen, wollte er nie wieder zurückkehren.Teerlink verbrachte anderthalb Jahre in Paris, wo er im Louvre Gemälde kopierte unter der Anleitung von Jacques-Louis David. Er verfasste dort auch eine Anzahl von Gedichten. 1809 erhielt er Aufträge in Rom, der Aufenthalt dort währte länger als ursprünglich geplant, bis er sich ein Jahr darauf entschloss, sich endgültig dort niederzulassen. 1836 heiratete Teerlink die Italienerin Anna Muschi. In Rom erhielt er eine Kunstprofessur.Teerlink machte seinen Vorsatz wahr, nie mehr in die Niederlande zurückzukehren, nahm dort aber mit Werken an Ausstellungen teil, mit denen er große Anerkennung fand. 1839 schlug ihn König Wilhelm I. der Niederlande zum Ritter des Ordens vom Niederländischen Löwen. Er wurde Mitglied der Koninklijke Akademie van Beeldende Kunsten (Königliche Akademie der Bildenden Künste) in Amsterdam, sowie mehrerer italienischer Akademien.

Andrias scheuchzeri

Andrias scheuchzeri ist ein ausgestorbener Riesensalamander, der vom obersten Oligozän bis zum Pliozän in Mitteleuropa vorkam. Ein erstes, nahezu vollständiges Fossil dieser Art wurde 1725 in den Öhninger Kalken bei Öhningen am Südhang des Schiener Berges gefunden und 1726 vom Zürcher Stadtarzt und Naturforscher Johann Jacob Scheuchzer als „Homo diluvii testis“ (lateinisch, „der die Sintflut bezeugende Mensch“) beschrieben.

Chondrosteidae

Die Chondrosteidae sind eine Familie ausgestorbener primitiver Knochenfische aus der Ordnung der Störartigen (Acipenseriformes). Es sind nur zwei sichere Gattungen bekannt, Chondrosteus aus dem Unterjura von Europa und Strongylosteus aus der Unterkreide von Zentralasien. Bei einer weiteren Gattung, dem 5 Meter langen Gyrosteus aus dem Jura von England, könnte es sich ebenfalls um einen Chondrosteiden handeln.

Christian Ulrich

Christian Ulrich (* 27. April 1836 in Wien; † 22. Januar 1909 ebenda) war ein österreichisch-ungarischer Architekt und Ingenieur.

Elektrostatischer Generator

Elektrostatische Generatoren sind mechanische Vorrichtungen zur Erzeugung elektrischer Spannung mit Mitteln der Elektrostatik durch die Trennung elektrischer Ladungen. Allgemein sind sie geeignet, hohe Spannungen zu erreichen, können aber keine hohe Leistung liefern. Die erreichbaren Spannungen sind nur durch Isolationsprobleme wie z. B. Kriechstrom und Spitzenentladungen begrenzt.

Haarlem

Haarlem () ist eine Stadt in der Region Kennemerland-Süd und die Hauptstadt der Provinz Nordholland, Niederlande. Die Stadt liegt am Fluss Spaarne, was ihr den Beinamen Spaarnestad eingebracht hat.

Die Gemeinde Haarlem zählt 161.404 Einwohner (31. Januar 2019, CBS) und ist Sitz von zwei katholischen Bischöfen, einem des altkatholischen Bistums Haarlem und einem des römisch-katholischen Bistums Haarlem-Amsterdam.

Hendrik Jacobus Scholten

Hendrik Jacobus Scholten (* 11. Juli 1824 in Amsterdam; † 29. Mai 1907 in Heemstede) war ein niederländischer Historien- und Genremaler sowie Radierer.

Jacob Kistemaker

Jacob „Jaap“ Kistemaker (* 23. April 1917 in Kolhorn; † 28. Mai 2010 in Bilthoven) war ein niederländischer Hochschullehrer, Atomphysiker und gilt als Vater des niederländischen Urananreicherungsprogramms.

Jacob Maris

Jacob Hendricus Maris (* 25. August 1837 in Den Haag; † 7. August 1899 in Karlsbad) war ein niederländischer Kunstmaler des Impressionismus der Haager Schule. Daneben war er auch Radierer und Lithograf.

Jan Weissenbruch

Jan Weissenbruch (* 18. März 1822 in Den Haag; † 15. Februar 1880 ebenda) war ein Kunstmaler aus den Niederlanden.

Jan Weissenbruch war ein Neffe von Johan Hendrik Weissenbruch. Er studierte an der Haager Kunstakademie zwischen 1839 und 1847. Zusammen mit Johan Willem gehörte er zu den Gründern des Künstlerkreises Pulchri Studio. Er malte vor allem akribisch genaue Stadtblicke, u. a. mit Brücken, Grachten usw. Sein Werk wird weniger geschätzt als das seines bekannteren Onkels.

Johan Gottschalk Wallerius

Johan Gottschalk Wallerius (* 11. Juli 1709 in Stora Mellösa, Närke; † 16. November 1785 in Uppsala) war ein schwedischer Chemiker,Metallurge und Mineraloge.

Koninklijke Hollandsche Maatschappij der Wetenschappen

Die Koninklijke Hollandsche Maatschappij der Wetenschappen (KHMW) ist eine wissenschaftliche Gesellschaft, die 1752 gegründet wurde. Sie gilt als älteste Gelehrtengesellschaft ihrer Art in den Niederlanden. 2002 wurde ihr zum 250-jährigen Bestehen das Prädikat „Koninklijk“ verliehen. Ziel der Gesellschaft ist es, Wissenschaft zu fördern. Sie hat ihren Sitz seit 1841 im denkmalgeschützten Hodshon Huis am Spaarne-Ufer (Spaarne 17) in Haarlem, Nordholland. König Willem-Alexander hat die Schirmherrschaft übernommen. Der Wirtschaftswissenschaftler Alexander Rinnooy Kan ist ihr Präsident.

Kupferstichkabinett

Als Kupferstichkabinett bezeichnet man die Spezialsammlung von Zeichnungen und Druckgraphiken, nicht nur von Kupferstichen, eines Museums. Aus diesem Grund sind auch Alternativ-Begriffe modernerer Prägung wie „Graphische Sammlung“ oder „Graphisches Kabinett“ hierfür gebräuchlich.

Der Ausdruck Kabinett leitet sich von einem kleineren Raum innerhalb eines Schlosses her, in dem ein Fürst seine besonderen Sammlungen aufbewahrte. Man nannte ihn auch Wunderkammer oder Kunstkabinett. Diese fürstlichen Sammlungen waren die Vorstufe der öffentlichen Museen.

Große Kupferstichkabinette gibt es z. B. in den Staatlichen Museen zu Berlin, im Louvre in Paris, in der Albertina in Wien, im British Museum in London und im Metropolitan Museum of Art.

Martinus van Marum

Martinus van Marum (* 20. März 1750 in Delft; † 26. Dezember 1837 in Haarlem) war ein niederländischer Arzt, Naturforscher, Chemiker und Wissenschaftler. Van Marum war der erste Geschäftsführer des Teylers Museums und unter seiner Aufsicht wurde der seinerzeit größte Elektrostatische Generator gebaut.

Pieter Teyler van der Hulst

Pieter Teyler van der Hulst (* 25. März 1702 in Haarlem; † 8. April 1778 ebenda) war ein niederländischer Tuchfabrikant und Sammler. Auf Teyler geht das älteste öffentliche Museum seines Landes zurück, das Teylers Museum.

Teyler

Teyler ist der Familienname folgender Personen:

Johannes Teyler (um 1648–um 1709), niederländischer Künstler, Philosoph und Mathematiker

Pieter Teyler van der Hulst (1702–1778), niederländischer Tuchfabrikant und Sammler

Rütger de Teyler (1652–1712), königlich preußischer GeneralmajorSiehe auch:

Teylers Museum, 1778 in Haarlem (Niederlande) gegründetes Museum für Natur- und Technikgeschichte

Theiler, Teiler

Tyler, Tylor

Teylers Stichting

Die Teylers Stichting (deutsch: Teylers Stiftung) ist eine niederländische Stiftung für soziale und wissenschaftliche Zwecke.

Tiberius Cornelis Winkler

Tiberius Cornelis Winkler (* 28. Mai 1822 in Leeuwarden; † 18. Juli 1897 in Haarlem) war ein niederländischer Chirurg, Zoologe und Paläontologe. Er war ab 1864 Kurator für Geologie, Paläontologie und Mineralogie am Teylers Museum in Haarlem.

Würzburger Lügensteine

Bei den Würzburger Lügensteinen (auch Beringersche Lügensteine) handelt es sich um gefälschte Fossilien aus Kalkstein des mainfränkischen Muschelkalks. Sie wurden Anfang des 18. Jahrhunderts in erheblicher Anzahl von dem Würzburger Professor Johann Beringer (1667–1738) erworben. Es handelt sich um eine der bekanntesten Fossilfälschungen in der Geschichte der Paläontologie.

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