Ternopil

Ternopil (, ukrainisch Тернопіль; polnisch und deutsch Tarnopol, russisch Тернополь Ternopol) ist eine Stadt im Westen der Ukraine und Hauptstadt der Oblast Ternopil mit rund 220.000 Einwohnern.[1]

UA-TE Ternopil lake Riviera beach 09 Buran 05-08-12
Blick auf die Stadt und den Ternopiler Teich im Jahr 2012
Ukraine-Ternopil-Hetman Sahaidachny Street-2005 001
Blick in die Innenstadt im Jahr 2005
Tarnopolskie1939
Lage der Stadt in der gleichnamigen polnischen Woiwodschaft, die bis zum 17. September 1939 existierte

Die Stadt ist ein Wallfahrtsort und war bis Mitte des 20. Jahrhunderts Heimat sehr vieler jüdischer, polnischer und deutscher Bewohner.

Ternopil
Тернопіль
Wappen von Ternopil
Ternopil (Ukraine)
Ternopil
Ternopil
Basisdaten
Oblast: Oblast Ternopil
Rajon: Kreisfreie Stadt
Höhe: 320 m
Fläche: 59,0 km²
Einwohner: 218.000 (2017)
Bevölkerungsdichte: 3.695 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 46000–46499
Vorwahl: +380 352
Geographische Lage: 49° 33′ N, 25° 35′ O
KOATUU: 6110100000
Verwaltungsgliederung: 1 Stadt, 7 Dörfer
Bürgermeister: Sergij Nadal
Adresse: вул. Листопадова 5
46000 м. Тернопіль
Website: http://www.rada.te.ua/
Statistische Informationen
Ternopil (Oblast Ternopil)
Ternopil
Ternopil

Geographie

Die Stadt liegt in Ostgalizien auf der Podolischen Platte 132 km östlich von Lemberg und wird von dem Dnister-Nebenfluss Seret durchflossen.

Verwaltungstechnisch ist die Stadt direkt der Oblastverwaltung der Oblast Ternopil unterstellt, ist aber gleichzeitig auch das Rajonszentrum des Rajons Ternopil, jedoch kein Teil desselben. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden mehrere Dörfer der Umgebung eingemeindet, dazu zählen Kutkiwzi (Кутківці, polnisch Kutkowce, 1958 eingemeindet), Pronjatyn (Пронятин, polnisch Proniatyn, 1985 eingemeindet) und Sahrebellja (Загребелля, polnisch Zagrobela).

Am 14. November 2018 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Ternopil (Тернопільська міська громада Ternopilska miska hromada), zu dieser zählen auch noch die 7 Dörfer Hljadky (Глядки), Kobsariwka (Кобзарівка), Kuriwzi (Курівці), Malaschiwzi (Малашівці), Pleskiwzi (Плесківці), Tschernychiw (Чернихів) und Wertelka (Вертелка)[2].

Geschichte

Ternopil wurde 1540 unter dem Namen Tarnopol durch den Großhetman der Krone, Jan Amor Tarnowski, als polnischer Militärstützpunkt und Festung gegründet. 1548 verlieh König Sigismund von Polen Tarnopol das Stadtrecht. Von 1548 bis 1772 gehörte der Ort zur Woiwodschaft Ruthenien, von 1434 bis 1569 einer administrativen Einheit von Königreich Polen und von 1569 bis 1772 einer administrativen Einheit von Polen-Litauen (siehe auch Adelsrepublik).[3] Von 1772 bis 1867 befand sich die Stadt – mit einer Unterbrechung in den Jahren 1809 bis 1815 infolge des Friedens von Schönbrunn – im Kaisertum Österreich, ab 1867 als Teil des Kronlandes Galizien Österreich-Ungarns. 1850 wurde sie zum Sitz der Bezirkshauptmannschaft Tarnopol[4], diese bestand zusammen mit dem 1867 eingerichteten Bezirksgericht bis 1918. Im August 1914 wurde die Stadt durch die russische 8. Armee besetzt. Vom 6. bis 19. September 1915 kam es vor den Toren der Stadt zu schweren Kämpfen zwischen Österreich-Ungarn und dem Deutschen Reich gegen das Russische Reich. Am 25. Juli 1917 wurde die Stadt während der Tarnopol-Offensive von den Mittelmächten zurückerobert.

Nach dem Ersten Weltkrieg

Nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie am Ende des Ersten Weltkriegs im November 1918 war die Stadt kurzzeitig Teil der Westukrainischen Volksrepublik. Im Polnisch-Ukrainischen Krieg besetzte Polen im Juli 1919 auch die letzten Teile der Westukrainischen Volksrepublik. Am 21. November 1919 sprach der Hohe Rat der Pariser Friedenskonferenz Ostgalizien Polen zu.

1921 wurde Tarnopol Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Tarnopol. Im September 1939 wurde die Stadt, wie das gesamte Ostgalizien, durch sowjetische Truppen infolge des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes besetzt und unter dem Namen Tarnopol (Тарнополь) der Ukrainischen Sowjetrepublik einverleibt. Es folgten die zwangsweise Kollektivierung mit Bildung von Kolchosen und Deportationen nach Sibirien. Im Jahre 1939 hatte der Ort über 34.000 Einwohner, wovon ca. 18.000 Juden waren.[5]

Im Zuge des Krieges gegen die Sowjetunion besetzten deutsche Truppen in den ersten Julitagen 1941 die Stadt. Dabei kam es am 4. Juli zu einem Pogrom in Ternopol. Ukrainische Milizen und vermutlich auch polnische und ukrainische Zivilisten trieben unter Mitwirkung der SS-Einsatzgruppe C jüdische Einwohner ins Stadtgefängnis, wo die sowjetische Geheimpolizei NKWD vor ihrem Abmarsch ein Massaker unter politischen Häftlingen angerichtet hatte, zusammen, misshandelten und töteten sie anschließend.[6] Dabei bescheinigte die SS der Wehrmacht eine „erfreulich gute Einstellung gegen die Juden.“ Kurz darauf erfolgte die Errichtung eines Ghettos durch die deutschen Besatzer. Die Stadt wurde im August 1941 unter dem Namen Tarnopol in das Generalgouvernement eingegliedert. Das Ghetto wurde 1943 mitsamt seinen Bewohnern liquidiert, und große Teile der jüdischen Bevölkerung wurden massakriert, in Arbeitslager oder ins Vernichtungslager Belzec gebracht.

Im März und April 1944 wurde die deutscherseits zum „Festen Platz[7] erklärte Stadt bei ihrer Rückeroberung durch die Rote Armee durch Artilleriebeschuss und Schlachtfliegereinsatz fast vollständig zerstört. Auch das Ternopiler Schloss (ukrainisch Старий замок Staryj samok) wurde dabei schwer beschädigt.[8] Die aus dem 17. Jahrhundert stammende Alte Synagoge, die bereits nach dem Einmarsch der Deutschen in Brand gesteckt worden war, wurde dabei endgültig zerstört.[9]

Am 9. August 1944 wurde die Stadt in Ternopol/Ternopil umbenannt.[10]

Entwicklung seit 1945

Um 1960 lebten rund 500 Juden in der Stadt. Es erfolgte unter sowjetischer Herrschaft die vermehrte Ansiedlung von Russen und Ukrainern. Das Schloss wurde rekonstruiert und unter Denkmalschutz gestellt. 1991 wurde die Ukraine unabhängig. Die Bevölkerungsverteilung sah 2007 folgendermaßen aus: von den rund 217.500 Einwohnern waren 91,2 % Ukrainer, 7,1 % Russen, 0,5 % Polen, 0,3 % Weißrussen, 0,3 % Juden und 0,5 % andere Nationalitäten.[11]

Der Aufbau der Stadt dauerte Jahrzehnte und wurde zum großen Teil nach sowjetischer Art durchgeführt. Daher stellt das heutige Stadtbild eine Mischung aus Alt und Neu dar und weist u. a. auch die für Städte in allen ehemaligen Ostblock-Ländern typische Prägung durch „sozialistische Architektur“ auf. Dies betrifft besonders die Randbezirke der Stadt, die sogenannten Schlafbezirke.

Auch wenn Ternopil malerisch an einem großen See liegt, ist es für westeuropäische Touristen infolge der vorangegangenen Kriegszerstörungen weitgehend uninteressant. Polnische Touristen mit Interesse an der polnischen Geschichte der Stadt besuchen vereinzelt die Stadt.

Die medizinischen und technischen Universitäten ziehen in den letzten Jahren mit der Lehre in englischer Sprache zahlreiche Studenten aus Afrika und arabischsprachigen Ländern an.

Politische Zugehörigkeit

Seit 1550 gehörte Ternopil zu folgenden Staaten

Bildung und Kultur

Ternopil beherbergt vier Universitäten bzw. Hochschuleinrichtungen: Pädagogische Universität, Nationale Wirtschaftsuniversität, Technische Universität, Nationale Medizinische Universität sowie andere Kultureinrichtungen wie z. B. das Schewtschenko-Dramentheater, ein Puppentheater und das Oblast-Philharmonieorchester. Kunstgalerien, Museen, ein großer Markt ergänzen das Bild. Sehenswert sind u. a. die Kreuzerhöhungskirche aus dem 17. Jahrhundert, Christi-Geburt-Kirche aus dem 17. Jahrhundert und das ehemalige Dominikaner-Kirche aus dem 18. Jahrhundert.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Ternopil ist ein wichtiger Transportknoten. Besonders für den Eisenbahnverkehr ist sie als ein wichtiger Transit- und Umschlagplatz von Bedeutung. Die Stadt verfügt daher über einen relativ großen Bahnhof, der vor einigen Jahren komplett renoviert und modernisiert wurde. In der Stadt kreuzen sich die internationalen Fernstraßen M 12 und M 19 und die nationale Fernstraße N 02 führt von hier nach Lwiw.

Sport

In der Stadt gibt es den in der Druha Liha spielenden Fußballverein FK Nywa Ternopil.

Persönlichkeiten

Städtepartnerschaften

Ternopil unterhält folgende Städtepartnerschaften: Batumi (Georgien), Chorzów, Radom, Tarnów, Elbląg (alle in Polen), Yonkers (Vereinigte Staaten), Sliwen (Bulgarien).

Literatur

  • Ternopiler Enzyklopädisches Wörterbuch (TES) (Тернопільський енциклопедичний словник). 4 Bände, Ternopil' 2004–2010 (online). (ukrainisch)
  • Uljana Guglevyč-Vančura (Hg.), Ternopil'. Istoryčni narysy. Ternopil’, Džura, 2016, ISBN 978-966-185-130-5 (ukrainisch)
  • I. M. Duda: Ternopil'. 1540-1044. Istoryko-krajeznavča chronika. Č. I. Ternopil' 2010, ISBN 966-692-789-6. (ukrainisch)
  • Ljubomyra Bojzun: Ternopil' u plyni lit. Ternopil' 2003, ISBN 966-8017-50-1. (ukrainisch)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bevölkerung ab 1. Juli 2017 (ukrainisch)
  2. Відповідно до Закону України "Про добровільне об'єднання територіальних громад" у Тернопільській області на територіях Зборівського району та Тернопільської міської ради Кобзарівська, Куровецька, Малашовецька та Чернихівська сільські ради Зборівського району рішенням від 2, 12, 13 і 14 листопада 2018
  3. Rizzi Zannoni, Karta Podola, znaczney części Wołynia, płynienie Dniestru od Uścia, aż do Chocima y Ładowa, Bogu od swego zrzodła, aż do Ładyczyna, pogranicze Mołdawy, Woiewodztw Bełzkiego, Ruskiego, Kiiowskiego y Bracławskiego. 1772 (Memento des Originals vom 2. April 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. Reichsgesetzblatt vom 8. October 1850, Nr. 383, Seite 1741
  5. Wolodymyr Kubijowytsch gab für den Stand vom 1. Januar 1939 folgende Zahlen an: 37.500 Einwohner, von denen 7.200 Ukrainer, 14.880 Polen, 14.730 Juden und 150 Deutsche waren. Angaben nach I. M. Duda, Ternopil'. 1540-1044. Istoryko-krajeznavča chronika. Č. I. Ternopil' 2010, 223, der unzitiert Kubyjowytschs Artikel Ternopil' in der Enc. Ukrainoznavsta 8 (1976/2000) 3177 folgt.
  6. Bogdan Musial „Konterrevolutionäre Elemente sind zu erschießen.“ Die Brutalisierung des deutsch-sowjetischen Krieges im Sommer 1941, Berlin, München 2000, S. 235ff und 128.
  7. Gerd Fricke: Fester Platz Tarnopol 1944, Freiburg im Breisgau 1986, S. 70.
  8. Karl-Heinz Frieser (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Band 8: Die Ostfront 1943/44. Der Krieg im Osten und an den Nebenfronten. DVA, München 2007, ISBN 3-421-06235-8, S. 425–431.
  9. Maria and Kazimierz Piechotka: Heaven’s Gates. Masonry synagogues in the territories of the former Polish–Lithuanian Commonwealth. Seiten 154–155. Polish Institute of World Art Studies & POLIN Museum of the History of Polish Jews, Warschau 2017, ISBN 978-83-949149-5-0.
  10. УКАЗ от 9 августа 1944 года Об уточнении наименований городов: Тарнополь, Черновицы, Каменец-Подольск, Владимир-Волынск, Чертков Украинской ССР
  11. Vgl. I. Duda, Artikel Ternopil', in: Ternopol's'kyj. enc. slovnyk III (2008) 403. Zur Zahl jüdischer Einwohner gibt V. Unijat, Art. Jevreï na Tern., in: Ternopol's'kyj. enc. slovnyk I (2004) 563 die Zahlen für den Oblast: 1979: 949, 1989: 693, 2001: 167, von letzteren lebten 155 in Städten. Die letzte Volkszählung erfolgte 2001, die nächste ist derzeit für 2020 geplant. Die damaligen Ergebnisse von 2001 finden sich auf dieser Seite. Hiernach stand die Oblast' Ternopil an der Spitze aller Oblaste mit dem Anteil ukrainischer Bevölkerung von 97,8 %.
Bereschany

Bereschany (ukrainisch Бережани; russisch Бережаны, polnisch Brzeżany, deutsch bis in die 1880er Jahre Brzeżan bzw. eingedeutscht Breschan, armenisch Բերեժան) ist eine Stadt in der Oblast Ternopil in der Ukraine, etwa 100 km von Lemberg (Lwiw) und 50 km von Ternopil entfernt. Die Stadt ist das Zentrum des gleichnamigen Rajons, ist aber verwaltungstechnisch kein Teil desselben, hat etwa 17.000 Einwohner und liegt etwa 280 m über dem Meeresspiegel.

Am 2. November 2018 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Bereschany (Бережанська міська громада/Bereschanska miska hromada). Zu dieser zählen auch noch die 3 Dörfer Lisnyky (Лісники), Possuchiw (Посухів) und Raj (Рай), vorher bildete sie mit den Dörfern Lisnyky und Raj die gleichnamige Stadtratsgemeinde. Die Stadt liegt am Fluss Solota Lypa, nördlich der Stadt befindet sich der Stausee Solota Lypa. Die Temperaturen sinken im Winter bis −35 °C und steigen im Sommer bis auf +40 °C.

Bezirk Tarnopol

Der Bezirk Tarnopol war ein politischer Bezirk im Kronland Galizien und Lodomerien. Sein Gebiet umfasste Teile Ostgaliziens in der heutigen Westukraine (Oblast Ternopil, Rajon Ternopil sowie Teilen des Rajons Terebowlja, des Rajons Sboriw sowie des Rajons Kosowa), Sitz der Bezirkshauptmannschaft war der Ort Tarnopol. Nach dem Ersten Weltkrieg musste Österreich den gesamten Bezirk an Polen abtreten.

Er grenzte im Norden an den Bezirk Brody, im Nordosten an den Bezirk Zbaraż, im Osten an den Bezirk Skałat, im Süden an den Bezirk Trembowla, im Südwesten an den Bezirk Podhajce, im Westen an den Bezirk Brzeżany sowie im Nordwesten an den Bezirk Zborów.

Butschatsch

Butschatsch (ukrainisch und russisch Бучач; polnisch Buczacz, hebräisch בוצ'אץ', türkisch Bucaş) ist eine ukrainische Stadt mit etwas mehr als 12.500 Einwohnern. Sie liegt in der Oblast Ternopil 65 km südlich der Oblasthauptstadt Ternopil an beiden Ufern des Flusses Strypa (Стрипа) auf der Podolischen Platte.

Dnister

Der Dnister (ukrainisch Дністер/Dnister, russisch Днестр/Dnestr, rumänisch Nistru, polnisch Dniestr, manchmal auch Dnjestr, im Altgriechischen Τύρας/Týras) ist ein 1352 km langer Zufluss des Schwarzen Meeres. Er durchfließt die Ukraine und die Republik Moldau.

Horyn

Die Horyn (ukrainisch Горинь; jiddisch Horin) bzw. Haryn (weißrussisch) ist ein rechter Nebenfluss des Prypjat/Prypjaz im Südwesten der Osteuropäischen Ebene. Der zum Flusssystem des Dneprs gehörende Fluss hat eine Länge von 659 km und entwässert ein Einzugsgebiet von 22.700 km². Die Horyn erreicht eine maximale Breite von 80 m und eine maximale Tiefe von 16 m. Ein bedeutender Nebenfluss ist der Slutsch.

Die Horyn entspringt in der Podolischen Platte auf dem Gebiet der ukrainischen Oblast Ternopil (südlich von Kremenez und nördlich von Ternopil). In ihrem Verlauf fließt sie weiter durch die ukrainischen Oblaste Chmelnyzkyj und Riwne und die weißrussische Breszkaja Woblasz, wo sie in den Prypjat mündet. Im Oberlauf fließt sie zunächst auf der Podolischen Platte. Von ihrer Quelle fließt sie bis Isjaslaw in West-Ost-Richtung.

Im beginnenden Mittellauf bildet die Horyn einen S-förmigen Verlauf Richtung Norden (entlang der Städte Isjaslaw, Slawuta und Ostroh) und schneidet somit die Wolhynische Platte. In der Nähe der Stadt Netischyn befindet sich das Kernkraftwerk Chmelnyzkyj, das das Wasser des Flusses als Kühlmittel verwendet. Von Ostroh aus fließt sie dann Richtung Norden bis nach Hoschtscha und fließt kurz vor Kostopil erstmals Richtung Westen. In der Umgebung von Riwne ändert sie dann zum letzten Mal ihre Fließrichtung. Sie fließt nordöstlich über die Staatsgrenze nach Weißrussland. Eine Versumpfung findet sich insbesondere im untersten Flussabschnitt, welcher durch die teilweise trockengelegten Pripjetsümpfe fließt. Dieses Gebiet war früher im Frühjahr regelmäßig von Überflutungen betroffen. Der untere Teil des Flusses ist auch von größeren Binnentransportschiffen befahrbar.

Größere Ortschaften am Fluss sind die Städte Isjaslaw, Slawuta, Netischyn, Ostroh, Hoschtscha, Dubrowyzja und Stolin.

Kremenez

Kremenez (ukrainisch Кременець, Крем'янець; polnisch: Krzemieniec, russisch: Кременец) ist eine Stadt im Westen der Ukraine nahe der Oblastgrenze zu Dubno und nördlich der Bezirkshauptstadt Ternopil gelegen. Westlich und östlich des Ortes erstreckt sich das Kremenezer Bergland.

Liste der Fernstraßen in der Ukraine

Im Straßensystem in der Ukraine existieren zwei Typen von Fernstraßen: Internationale und nationale Fernstraßen. Die internationalen Fernstraßen (ukrainisch міжнародна дорога) sind mit dem Buchstaben M sowie einer Nummer gekennzeichnet. Die nationalen Fernstraßen (ukrainisch національна дорога) werden mit dem Buchstaben Н (kyrillisches N) und einer Nummer bezeichnet.

Die Unterscheidung zwischen einfachen und autobahnartig ausgebauten Fernstraßen erfolgt nur durch die Farbgebung der Straßenschilder, wobei ein blauer Hintergrund eine einfache Fernstraße und ein grüner Hintergrund eine autobahnartig ausgebaute Fernstraße bezeichnet.

M 12 (Ukraine)

Die M 12 ist eine Fernstraße von internationaler Bedeutung in der Ukraine. Sie führt von Stryj in der Oblast Lwiw in östliche Richtung über Ternopil, Chmelnyzkyj, Winnyzja, Uman und Kropywnyzkyj nach Snamjanka.

M 19 (Ukraine)

Die M 19 ist eine Fernstraße von „internationaler Bedeutung“ in der Ukraine. Sie verläuft von der weißrussischen Grenze südöstlich bei Brest über Luzk, Ternopil und Czernowitz bis zur rumänischen Grenze. Die Fortsetzung auf weißrussischem Staatsgebiet ist die M 12, die bei Kobryn auf die M 1 (Strecke Warschau–Minsk–Moskau) trifft. Auf rumänischem Gebiet wird sie zum Drum național 2, der größtenteils parallel zum Fluss Sereth weiter bis nach Bukarest führt.

N 02

Die N 02 (kyrillisch Н 02) ist eine Fernstraße „nationaler Bedeutung“ in der Ukraine. Sie führt von Lemberg in östlicher Richtung nach Ternopil und verbindet damit die Europastraße 40 über die Ringstraße um Lemberg (M 06) mit der Europastraße 50.

Oblast Ternopil

Die Oblast Ternopil (ukrainisch Тернопільська область Ternopils'ka oblast; russisch Тернопольская область Ternopolskaja oblast) ist eine Verwaltungseinheit der Ukraine im Westen des Landes. Sie hat rund 1,07 Millionen Einwohner (2014).

Die Oblast umfasst einen Teil der historischen Landschaft Galizien, allerdings zählten die nordöstlichen Rajone Kremenez, Schumsk, Laniwzi sowie die Orte nördlich der Linie Mala Beresowyzja (Мала Березовиця) - Kobyllja (Кобилля) - Iwantschany (Іванчани) - Hlyntschuky (Глинчуки) - Nowyky (Новики) - Tschornyj Lis (Чорний Ліс) - Kapustynskyj Lis (Капустинський Ліс) - Kapustynzi (Капустинці) - Synjawa (Синява) im Rajon Sbarasch zum Ende der Existenz Galiziens 1918 nicht dazu.

Sie grenzt im Nordwesten an die Oblast Lwiw, im Südwesten an die Oblast Iwano-Frankiwsk, im Süden an die Oblast Tscherniwzi, im Osten an die Oblast Chmelnyzkyj und im Norden an die Oblast Riwne.

Hauptstadt ist Ternopil, weitere Städte sind Tschortkiw, Kremenez und Bereschany. Insgesamt umfasst die Oblast 17 Rajone mit 15 Städten und 17 Dörfern städtischen Typs, die Fläche beträgt 13.823 Quadratkilometer. Die Gegend ist mit rund 1000 Dörfern dünn besiedelt (1,07 Mio. Einwohner, ca. 2,3 % der Gesamtbevölkerung der Ukraine); ihre Ökonomie ist landwirtschaftlich geprägt: 1997 wurden über 60 % des Bruttosozialprodukts durch Landwirtschaft erarbeitet, knapp 30 % durch Industrie.

Pidhajzi

Pidhajzi (ukrainisch Підгайці; russisch Подгайцы Podgaizy, polnisch Podhajce bzw. bis in die 1870er Jahre Podhayce) ist eine in der westlichen Ukraine in der Oblast Ternopil am Fluss Koropez gelegene Stadt.

Salischtschyky

Salischtschyky (ukrainisch Заліщики; russisch Залещики Saleschtschiki, polnisch Zaleszczyki, deutsch auch Hinterwalden) ist eine ukrainische Stadt mit knapp 10.000 Einwohnern in der Oblast Ternopil. Sie liegt in einer Schleife des Dnister und ist berühmt für ihr mildes Klima.

Sbarasch

Sbarasch (ukrainisch und russisch Збараж; polnisch Zbaraż) ist eine ukrainische Stadt mit etwa 13.000 Einwohnern. Sie liegt in der Oblast Ternopil und befindet sich 17 Kilometer nordöstlich der Oblasthauptstadt Ternopil am Flüsschen Hnisna (Гнізна).

Sboriw

Sboriw (ukrainisch Зборів; polnisch Zborów, russisch Зборов/Sborow) ist eine ukrainische Stadt im Westen der Oblast Ternopil und Zentrum des gleichnamigen Rajons.

Sboriw liegt im ehemaligen Galizien, wo es ab 1904 Sitz einer Bezirkshauptmannschaft war.

Sbrutsch

Der Sbrutsch (ukrainisch Збруч; polnisch Zbrucz) ist ein linker Nebenfluss des Dnister im Westen der Ukraine.

Er entspringt auf der Podolischen Platte und fließt in überwiegend südlicher Richtung. Dabei bildet er die Grenze zwischen den Oblasten Ternopil und Chmelnyzkyj. Am Flusslauf liegen die unter anderem die Städte Wolotschysk, Pidwolotschysk und Husjatyn. Schließlich mündet er 5 km nordwestlich von Chotyn bei der Ortschaft Okopy in den angestauten Dnister.

Der Sbrutsch hat eine Länge von 247 km und entwässert ein Areal von 3300 km². Der mittlere Abfluss beträgt 7 m³/s.Er bildete von 1772 bis 1918 die Grenze zwischen dem zur Habsburgermonarchie gehörigen Galizien und dem zaristischen Russland sowie von 1920 bis 1939 die östliche Grenze der Zweiten Polnischen Republik.

Terebowlja

Terebowlja (ukrainisch und russisch Теребовля; polnisch Trembowla) ist eine Stadt im Westen der Ukraine, in der Oblast Ternopil. Die Kreisstadt liegt am Fluss Nischla und der Schnellstraße M 19/E 85 südlich der Bezirkshauptstadt Ternopil auf halbem Wege nach Tschortkiw.

Zur Stadtgemeinde gehörte bis 2015 neben der eigentlichen Stadt auch das Dorf Borytschiwka, am 29. Juli 2015 wurde die Stadt zum Zentrum der neugegründeten Stadtgemeinde Terebowlja (Теребовлянська міська громада/Terebowljanska miska hromada), zu dieser zählen auch noch die 25 Dörfer Borytschiwka (Боричівка), Dereniwka (Деренівка), Dolyna, Dowhe (Довге), Humnyska (Гумниська), Krowynka (Кровинка), Laskiwzi (Ласківці), Loschniw (Лошнів), Nowa Mohylnyzja (Нова Могильниця), Maliw (Малів), Mschanez (Мшанець), Ostalzi (Остальці), Ostriwez (Острівець), Pidhajtschyky (Підгайчики), Pidhora (Підгора), Plebaniwka (Плебанівка), Romaniwka (Романівка), Salawje (Залав'є), Sastinotsche (Застіноче), Selentsche (Зеленче), Semeniw (Семенів), Slobidka (Слобідка), Stara Mohylnyzja (Стара Могильниця), Suschtschyn (Сущин) und Werbiwzi (Вербівці).

Tschortkiw

Tschortkiw (ukrainisch Чортків; russisch Чертков/Tschertkow, polnisch Czortków, deutsch selten Tschortkau) ist eine größere Stadt im Westen der Ukraine am Ufer des Flusses Seret und südlich der Bezirkshauptstadt Ternopil gelegen.

Welyki Birky

Welyki Birky (ukrainisch Великі Бірки; russisch Великие Борки/Welikije Borki, polnisch Borki Wielkie) ist eine Siedlung städtischen Typs im Rajon Ternopil der Oblast Ternopil im Westen der Ukraine 11 Kilometer östlich der Oblasthauptstadt Ternopil am Fluss Hnisna Hnyla gelegen.

Städte und Siedlungen städtischen Typs in der Oblast Ternopil

Bereschany | Borschtschiw | Butschatsch | Chorostkiw | Kopytschynzi | Kremenez | Laniwzi | Monastyryska | Pidhajzi | Potschajiw | Salischtschyky | Sbarasch | Sboriw | Schumsk | Skalat | Terebowlja | Ternopil | Tschortkiw

Siedlungen städtischen Typs
Druschba | Hrymajliw | Husjatyn | Koropez | Kosliw | Kosowa | Melnyzja-Podilska | Mykulynzi | Pidwolotschysk | Saliszi | Sawodske | Skala-Podilska | Solotyj Potik | Towste | Welyka Beresowyzja | Welyki Birky | Wyschniwez

Rajons und kreisfreie Städte in der Oblast Ternopil

Rajon Bereschany | Bereschany | Rajon Borschtschiw | Rajon Butschatsch | Rajon Husjatyn | Rajon Kosowa | Rajon Kremenez | Kremenez | Rajon Laniwzi | Rajon Monastyryska | Rajon Pidwolotschysk | Rajon Pidhajzi | Rajon Salischtschyky | Rajon Sbarasch | Rajon Sboriw | Rajon Schumsk | Rajon Terebowlja | Rajon Ternopil | Ternopil | Rajon Tschortkiw | Tschortkiw

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