Spiel mir das Lied vom Tod

Spiel mir das Lied vom Tod (Originaltitel: C’era una volta il West; englischer Titel: Once Upon a Time in the West) ist ein von Sergio Leone inszenierter Italowestern aus dem Jahr 1968. Die italienisch-US-amerikanische Koproduktion zählt zu den erfolgreichsten Filmen dieses Genres. Die Uraufführung war am 21. Dezember 1968 in Rom. Der Kinostart in der Bundesrepublik Deutschland war am 14. August 1969.

Rund um den Bau einer Eisenbahnlinie entfaltet sich eine epische Geschichte aus Rache, Gier und Mord, in deren Zentrum vier Personen stehen. Im literarischen Sinne handelt es sich um eine Schachtelgeschichte, deren Auflösung in einer Analepse, zum Ende des Filmes, in einem szenischen Rückblick erfolgt (Erzähltheorie).

Der Film gilt als der erste Teil von Leones „Es war einmal …“-Trilogie. Die anderen Teile sind Todesmelodie (1971) und Es war einmal in Amerika (1984). Die einzelnen Teile der Trilogie weisen keine inhaltlichen Bezüge zueinander auf.

Filmdaten
Deutscher TitelSpiel mir das Lied vom Tod
OriginaltitelC’era una volta il West
Spiel mir das Lied vom Tod Logo
ProduktionslandItalien, USA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1968
Länge165 Minuten
AltersfreigabeFSK 16
Stab
RegieSergio Leone
DrehbuchDario Argento
Sergio Leone
Sergio Donati
Mickey Knox (Dialoge)
ProduktionBino Cicogna
MusikEnnio Morricone
KameraTonino Delli Colli
SchnittNino Baragli
Besetzung
Chronologie

Nachfolger →
Todesmelodie

Handlung

Am einsamen und heruntergekommenen Bahnhof Cattle Corner, inmitten der amerikanischen Prärie: Drei zwielichtige Revolvermänner in langen Staubmänteln erwarten die Ankunft eines Zuges. Jedoch scheint aus dem Zug niemand auszusteigen. Als er sich wieder in Bewegung setzt, wenden die Männer sich resigniert ab und gehen zurück zu ihren Pferden. Tatsächlich ist aber auf der dem Bahnhof abgewandten Seite ein Mann ausgestiegen, der erst zu sehen ist, als der Zug die Station verlässt, und der dann auf einer Mundharmonika, die er um den Hals hängend trägt, eine klagende Melodie zu spielen beginnt. Die drei Männer bleiben stehen und drehen sich zu ihm um. In einem kurzen Dialog wird klar, dass der namenlose Reisende eigentlich Frank, dem Anführer der drei Männer, auf dem Bahnhof begegnen wollte. Im folgenden Feuergefecht tötet der Namenlose die drei Männer, wird jedoch selbst angeschossen und sinkt zunächst zu Boden, kann den Bahnhof dann jedoch verlassen.

Nun folgen Szenen auf der in einer Einöde gelegenen Farm „Sweetwater“, wo der verwitwete irische Farmer Brett McBain und seine drei Kinder ein Fest im Freien für viele Gäste vorbereiten, mit dem die Ankunft von Brett McBains in New Orleans frisch angetrauter Frau Jill gefeiert werden soll. Plötzlich signalisiert das Verstummen der Vögel Gefahr. Eine Bande von Männern in Staubmänteln erschießt McBain und zwei seiner drei Kinder aus dem Hinterhalt. Das dritte Kind kommt aus dem Haus und steht fassungslos vor den Mördern. Frank erschießt auch das dritte Kind, nachdem ihn einer seiner Komplizen mit Namen angesprochen hatte.

McBain wurde dafür belächelt, dass er auf diesem unfruchtbaren Stück Land eine Farm aufgebaut hatte. Er hatte jedoch erkannt, dass die vom reichen Eisenbahnunternehmer Morton geplante Strecke zum Pazifik zwingend über dieses Land führen musste, weil es weit und breit nur dort Wasser gab, und darauf spekuliert, von Morton einen hohen Preis für das Land zu bekommen. Um nicht zwangsweise enteignet zu werden, hatte er den Bau eines Bahnhofs und einer Kleinstadt vorbereitet und Baumaterial bestellt.

Kurz nach dem Feuerüberfall trifft Jill auf „Sweetwater“ ein. Sie hatte in New Orleans als Prostituierte gearbeitet und wollte durch die Heirat mit McBain ihrem Beruf entkommen. Jill trifft die zum Fest eingeladenen Gäste an, die die Leichen auf Tischen aufgebahrt haben. Sie ist sehr gefasst und übernimmt die Farm als Erbin. Der Sheriff verdächtigt einen gerade erst in Handschellen entflohenen Herumtreiber namens Cheyenne des Mordes. Er ist Kopf einer Bande von Männern, deren Erkennungszeichen das Tragen von langen Staubmänteln ist. Doch der Namenlose, ersatzweise auch „Mundharmonika“ genannt, trifft ebenfalls auf Jills Farm ein und bringt Licht ins Dunkel. Er erklärt ihr McBains Vorhaben und macht sich mit ihr daran, den Bahnhof und die Stadt „Sweetwater“ zu errichten.

Zwischen dem schwer körperbehinderten Morton und dem Verbrecher Frank kommt es zu einer Auseinandersetzung, da Frank von Morton nur den Auftrag hatte, McBain einzuschüchtern, nicht aber, ihn zu ermorden. Frank soll nun in Mortons Auftrag Jill unschädlich machen, plant jedoch insgeheim, sich die Farm selbst anzueignen, und beginnt ein Verhältnis mit Jill. Diese lässt sich zu ihrem eigenen Schutz darauf ein, obwohl sie sich weitaus stärker für den Namenlosen interessiert, der dies jedoch nicht erwidert.

Aus Angst vor den abzusehenden Konflikten entschließt sich Jill schließlich doch, das Land aufzugeben und mit dem bereits angelieferten Baumaterial zu versteigern. Doch keiner der Anwesenden gibt ein ernstzunehmendes Gebot ab, da Franks Leute alle eingeschüchtert haben. Kurz bevor Morton so billig an das Land kommt, bietet „Mundharmonika“ 5000 Dollar und finanziert diese mit der Auslieferung des steckbrieflich gesuchten Cheyenne an den Sheriff. Cheyenne wird jedoch nicht wie erwartet ins örtliche Gefängnis gesteckt, sondern soll mit Mortons Eisenbahn in ein weiter entferntes, aber auch sichereres Gefängnis verlegt werden. Bei dem geplanten Befreiungsversuch von Cheyennes Bande auf Mortons Zug kommt es zu einem Gefecht zwischen Cheyennes und Mortons Männern, dabei kommen fast alle Mitglieder beider Banden um. Morton stirbt unweit seines Zuges am Rand einer schmutzigen Wasserpfütze. Auch Cheyenne selbst wird bei der Schießerei angeschossen, kann aber fliehen.

Schließlich kommt es hinter der McBain-Farm zum Showdown zwischen dem Namenlosen und Frank. Der Namenlose gewinnt das Duell und steckt dem sterbenden Frank seine Mundharmonika zwischen die Zähne. Da dämmert es Frank, dass der Namenlose den Tod seines Bruders rächt, der von Frank sadistisch ermordet worden ist: Er musste sich mit dem Hals in einer Schlinge auf die Schultern des noch jugendlichen Namenlosen stellen und starb, als dieser entkräftet zusammenbrach. Dabei hatte Frank dem Namenlosen ebenfalls eine Mundharmonika in den Mund gesteckt und ihm gesagt, er solle ihm „das Lied vom Tod“ spielen (deutsche Synchronisation. Im Original sagt er: “Keep your loving brother happy”).

Cheyenne schafft es noch, die McBain-Farm zu erreichen, fragt Jill, ob der Kaffee fertig sei, und rasiert sich frisch, während draußen der Showdown abläuft. Cheyenne erklärt der Frau, dass „Mundharmonika“ die Sorte Männer sei, die nur noch reinkommen, um ihr Bündel zu packen, und dann weiterziehen. Und so geschieht es tatsächlich. Auf Jills Angebot beim Abschied, „Sweetwater wartet auf dich“, antwortet „Mundharmonika“ (in der deutschen Synchronisation) lakonisch: „Irgendeiner wartet immer“, und geht. Im englischen Original dagegen sagt ihm Jill, sie hoffe, dass er „eines Tages“ („someday“) wiederkommen werde. „Eines Tages“, “Someday”, ist seine Antwort, womit er ihr die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft lässt. Mit seinem Pferd kaum außer Sichtweite der Farm bemerkt er, wie Cheyenne ihm folgt, aber vom Pferd sinkt und sich auf dem Boden zusammenkrümmt. „Mundharmonika“ geht zu ihm zurück und wird Zeuge, wie er an der schweren Schussverletzung stirbt, die er sich bei seiner Befreiung aus Mortons Zug zugezogen hatte, weil er nicht auf „Krüppel“ schießen kann.

Der Namenlose reitet mit Cheyennes Leiche auf dessen Pferd fort, ohne sich um den ersten Zug zu kümmern, der gerade in Sweetwater einfährt, dem neu errichteten Bahnhof auf der McBain-Farm. Jill sieht eine glänzende Zukunft vor sich und versorgt, Cheyennes Ratschlag folgend, die Arbeiter mit frischem Wasser.

Produktion

Vorproduktion

Nachdem Sergio Leone mit Zwei glorreiche Halunken (1966) seine Dollar-Trilogie abgeschlossen hatte, wollte er eigentlich keinen Italowestern mehr drehen, sondern das Gangster-Epos Es war einmal in Amerika inszenieren. Da er aber keinen Geldgeber fand, der an einen Publikumserfolg seines Gangsterfilms glaubte, entschloss er sich zu einem weiteren Western. Leone wollte zunächst mit United Artists, das seine drei vorherigen Filme schon im Verleih hatten, zusammenarbeiten. Da er aber auf Charles Bronson als Hauptdarsteller beharrte, gab es keine Einigung. Leone fand dann mit der US-amerikanischen Paramount einen Partner, der seinem Besetzungswunsch entsprach und zudem ein im Vergleich zu seinen vorangegangenen Kinofilmen höheres Budget zur Verfügung stellte: 3 Millionen US-Dollar waren mehr als doppelt so viel wie bei seinem Vorgängerfilm Zwei glorreiche Halunken (1,3 Mio. Dollar). Spiel mir das Lied vom Tod war Leones erste US-Produktion.

Story-Entwicklung

Leone entwickelte die opernhafte Geschichte des Films gemeinsam mit Dario Argento und Bernardo Bertolucci. Das endgültige Drehbuch schrieb er dann mit Sergio Donati, es wurde von Mickey Knox ins Englische übersetzt.[1] Man drängte Leone dazu, die Hauptrolle des Mundharmonikaspielers mit einem großen US-Star zu besetzen. Der Regisseur bestand jedoch auf Charles Bronson, der zwar seit Jahrzehnten in Hollywood arbeitete, sich aber nur in Nebenrollen profiliert hatte (Das dreckige Dutzend, 1966). Leone wollte den verwitterten Bronson, weil „er ein Gesicht hat, mit dem man eine Lokomotive stoppen könnte“. Die Rolle des sadistischen Killers Frank bot er Henry Fonda an, der bis dahin immer nur positive Gestalten verkörpert hatte. Fonda wollte sie zunächst nicht spielen, fand dann aber Gefallen daran, in dem Film einen grundlegenden Imagewechsel zu vollziehen. Er erschien zu den Dreharbeiten mit seiner Meinung nach zu einem bad guy passenden braunen Kontaktlinsen und unrasiertem Gesicht, doch Leone überzeugte ihn, die Figur mit den ihm eigenen stahlblauen Augen zu spielen.

Filmmusik

Als wesentliches Gestaltungsmerkmal für Leone dient auch in diesem Film die musikalische Untermalung. Ganze Passagen inszenierte er zum Rhythmus der Musik, die der Komponist Ennio Morricone schon vor Beginn der Dreharbeiten fertiggestellt hatte. Verschiedene Melodien charakterisieren die einzelnen Protagonisten. Die klagende Mundharmonika (von Franco de Gemini gespielt), die der Hauptfigur zum Spitznamen gereicht, ist der Schlüssel zum Verständnis der Handlung, der aber erst am Filmende präsentiert wird. Ihr „Lied vom Tod“ zählt zu den bekanntesten Filmkompositionen überhaupt.

Unüblich für jene Zeit und das Genre war die geradezu opernhafte Musik. Jeder Hauptcharakter hat ein eigenes musikalisches Thema, das leitmotivisch immer wieder aufgegriffen wird, was dem Film einen epischen Charakter verleiht. Besonders überzeugend sind die wortlosen Vocals der italienischen Sängerin Edda Dell’Orso während der Titelmusik für die „Jill“ McBain-Figur. Im Gegensatz dazu wird in der 13-minütigen Eröffnungsszene auf extradiegetische Musik völlig verzichtet, stattdessen werden nur natürliche Geräusche verwendet. Zunächst wollte Leone diese ebenfalls mit einer Komposition von Morricone unterlegen. Aber der Komponist schlug nach einem Besuch eines Konzerts im Stil von John Cage vor, stattdessen eine Geräusch-Collage zu verwenden, die – immer weiter verdichtet – schließlich in der Mundharmonikamelodie kulminieren sollte. Die Verlassenheit des Bahnhofs wird durch die Stille und die monotonen Geräusche eines Windrads untermalt, die von Anfang an hörbar sind, sich dem Zuschauer aber erst nach dreieinhalb Minuten, wenn das Windrad erstmals ins Bild kommt, erklären. Die Geräusche sind das Spannung erzeugende Mittel, sie übernehmen die Funktion eines Soundtracks. Jeder der drei Banditen hat sein eigenes Geräusch, sozusagen sein musikalisches Thema. Wassertropfen, die auf den Hut prallen; das Knacken der Fingergelenke; die summende Fliege. Die Geräusche schwellen an, die verschiedenen Themen werden vom Rauschen des Windes und dem Quietschen des Windrads begleitet. So verdichtet sich die Geräusch-Collage, was eine besondere Spannung aufbaut. Der einfahrende Zug leitet den Höhepunkt der Klangpalette ein. Das Keuchen und Pusten des Kessels der haltenden Lokomotive erinnert an schweres Atmen. Mit Mundharmonikas Erscheinen startet auch die diegetische Musik. Die natürliche Klangpalette muss weichen, aber nicht ohne Grund. Die drei Themen verstummen, da die Männer, denen sie zugeordnet sind, sterben. Diese Szene steht in starkem Kontrast zu dem praktisch nur von Musik untermalten Ende des Films.

Drehorte

Die Außenaufnahmen entstanden überwiegend in der Provinz Almería in Spanien,[2] die Innenaufnahmen in den römischen Cinecittà-Studios. Gedreht wurde auch im Monument Valley in Arizona und in Utah, wo der Regisseur John Ford einst viele bedeutende US-Western inszeniert hatte. Im Abspann dankt man den Vertretern der Navajo für deren Unterstützung in ihrem dortigen Indianerreservat.

Bildsprache

Der Film weist eine besondere Bildsprache mit langen Einstellungen und Weitwinkelaufnahmen, etwa der Wüstenlandschaft des Monument Valley, auf. Der extravagante Filmschnitt zeichnet sich bereits am Beginn ab, als in einem harten Schnitt eine Lokomotive pfeifend über die Kameraposition, d. h. über den Betrachter, fährt. Im weiteren Verlauf führen verschiedene Klammern von einer Szene zur nächsten.

Besetzung

Leone hatte geplant, die drei Killer in der Anfangssequenz von den Hauptdarstellern des Vorgängerfilms Zwei glorreiche Halunken darstellen zu lassen. Lee van Cleef und Eli Wallach waren einverstanden, doch Clint Eastwood stand nicht zur Verfügung, da er bereits mit den Dreharbeiten zu Hängt ihn höher beschäftigt war. Der Schauspieler Al Mulock, der zu Beginn des Films als fingerknackender Bandit zu sehen ist und auch schon in Zwei glorreiche Halunken aufgetreten war, beging während der Dreharbeiten Selbstmord, indem er in seinem Kostüm aus dem Hotelfenster sprang. Seine beiden Kumpane wurden von Woody Strode und Jack Elam gespielt.

Die Besetzung von Henry Fonda als mörderischer Bandit Frank war insofern für das Kinopublikum eine Überraschung, als Fonda vor allem durch seine Verkörperung von guten und aufrechten Figuren bekannt geworden war. Sein Auftritt als Frank bedeutete daher einen radikalen Rollenwechsel. Für Charles Bronson bedeutete die Rolle des „Mundharmonika“ den Durchbruch zum internationalen Filmstar, nachdem er zuvor meist nur Nebenrollen bekleidet hatte.

Synchronisation

Die deutsche Synchronfassung entstand 1968 bei der Berliner Synchron GmbH unter Leitung von Gert Günther Hoffmann.[3]

Rolle Schauspieler Dt. Synchronstimme
Frank Henry Fonda Ernst Wilhelm Borchert
Jill McBain Claudia Cardinale Beate Hasenau
Mundharmonika-Mann Charles Bronson Michael Chevalier (zusätzlicher Satz für TV-Langfassung: Thomas Albus)
Manuel „Cheyenne“ Gutiérrez Jason Robards Arnold Marquis
Mr. Morton Gabriele Ferzetti Paul Edwin Roth
Brett McBain Frank Wolff Martin Hirthe
Sheriff von Flagstone Keenan Wynn Hans Wiegner
Kutscher Sam Paolo Stoppa Wolfgang Amerbacher
Barmann Lionel Stander Eduard Wandrey
Snaky, erster Pistolenheld Jack Elam Gert Günther Hoffmann
Stony, zweiter Pistolenheld Woody Strode Edgar Ott
Ein Gehilfe Franks Benito Stefanelli Klaus Sonnenschein

Der im deutschen Sprachraum titelgebende Satz „Spiel mir das Lied vom Tod“ kommt in der englischen Originalfassung des Films nicht vor. In der deutschen Synchronisation sagt Frank diesen Satz in der Rückblende der Lynch-Szene zum Namenlosen, als er ihm eine Mundharmonika zwischen die Zähne schiebt. Der Namenlose hat diese Mundharmonika offensichtlich behalten und spielt regelmäßig darauf – daher auch der von Cheyenne verwendete Spitzname „Mundharmonika“ für ihn. Im englischen Original sagt Frank in dieser Situation allerdings “Keep your loving brother happy” (etwa: „Halte deinen geliebten Bruder bei Laune“). Wegen der textlichen Änderung und der dadurch fehlenden Information wird wegen des augenscheinlich großen Altersunterschieds im deutschen Sprachraum oft angenommen, bei dem Ermordeten handle es sich um den Vater des Namenlosen. Der deutsche Titel Spiel mir das Lied vom Tod verändert nicht zuletzt auch den Fokus der Handlung – der Film wird dadurch mehr zur Geschichte des Namenlosen, während der englische Titel Once Upon a Time in the West mehr Wert auf die Gesamthandlung und die sich durch die Modernisierung verändernde „time in the west“ legt. Nicht vergessen werden darf, dass „Once upon a time …“ die Anfangsfloskel vieler englischsprachiger Märchen ist, vergleichbar mit dem deutschen „Es war einmal …“. Damit wird die Rolle des Western als Mythos und Legende unterstrichen.

Die deutsche Synchronisation neigt in einigen Szenen zu einer leichten Veränderung bzw. Über-Ausformulierung. So sind einige Szenen auszumachen, in denen einer Figur, deren Lippenbewegungen aufgrund von Perspektive oder Montage gerade nicht zu sehen sind, Dialogzeilen in den Mund gelegt worden. So sagt Frank in der deutschen Fassung „Der Pazifik, hm?“ zum tödlich angeschossenen Eisenbahnbaron Morton, der mit seiner Eisenbahn unbedingt den Pazifischen Ozean erreichen wollte und jetzt mit dem Gesicht in einer schlammigen Pfütze stirbt. In einzelnen Szenen wird dadurch sogar die Aussage verändert: Bei ihrem ersten Zusammentreffen in der Raststation verneint Cheyenne die Frage des Namenlosen, ob die drei am Bahnhof erschossenen Männer seine Männer gewesen seien, mit den Worten: „Meine Männer begehen keine Massaker.“ Im Original sagt er hingegen “My men don’t get killed” („Meine Männer werden nicht getötet“).„“

Nachdem zu Beginn des Films der kleine Timmy McBain den Mördern seiner Familie begegnet, spricht einer der Männer Frank mit Namen an und fragt ihn, was sie mit ihm (Timmy) machen sollen, worauf Frank Timmy erschießt. In der deutschen Fassung verbittet sich Frank zuvor namentlich angesprochen zu werden. Im englischen Original erwidert Frank: „Now that you've called me by name...“ („jetzt, da du mich beim Namen genannt hast...“). Im englischen Original wird Timmy also getötet weil einer der Männer Franks Namen genannt hat. In der deutschen Fassung bleibt offen ob Frank ihn nicht ohnehin ermorden wollte.

Auch gegen Ende des Films wird die Intention der Originalfassung von der deutschen Synchronisation ins Gegenteil verkehrt. So versucht Jill mit Cheyenne zu flirten (“You are sort of a handsome man”, „Du bist eigentlich ein ganz ansehnlicher Mann“), worauf er sie mit der Bemerkung abblitzen lässt, er sei nicht der richtige Mann für sie – und „Mundharmonika“ auch nicht. Später wird er sie mit den Worten “I ought to go, too” verlassen (nachdem der Namenlose zuvor schon gemeint hatte, es sei für sie beide Zeit zu gehen). In der deutschen Fassung wird ihr hingegen „Hey, Cheyenne und müde?“ in den Mund gelegt, und Cheyenne wird ihr mit „Ich bleibe hier, wenn du es willst“ ein eindeutiges Angebot machen (obwohl er weiß, dass er tödlich verletzt ist und bald sterben wird). Auch der letzte Dialog zwischen Jill und dem Namenlosen („Sweetwater wartet auf dich.“ – „Irgendeiner wartet immer.“) wirkt im Original zwar banaler, gleichzeitig aber auch weniger endgültig: “I hope you come back some day.” – “Some day.” („Ich hoffe, du kommst eines Tages wieder.“ – „Eines Tages.“)

Erfolg und filmgeschichtliche Bedeutung

Spiel mir das Lied vom Tod bezeichnet man als ersten Teil einer Trilogie, die noch aus den Filmen Todesmelodie (1971) und Es war einmal in Amerika (1984) besteht. Die Werke werden oft die Es-war-einmal- oder Amerika-Trilogie genannt, denn der Originaltitel des ersten Teils lautet C’era una volta il West (Es war einmal der Westen) und für Todesmelodie hatte Leone ursprünglich den Titel C’era una volta … la rivoluzione! (Es war einmal … die Revolution!) geplant; außerdem behandeln all diese Filme prägende Abschnitte der amerikanischen Geschichte, deshalb auch der Titel Amerika-Trilogie.

Als der Film Spiel mir das Lied vom Tod in den USA gestartet wurde, fand er dort kein Publikum. Die Zuschauer, die von der harten und zynischen Dollar-Trilogie begeistert waren, konnten sich mit dem eher opernhaften Film nicht anfreunden. Spiel mir das Lied vom Tod war für den US-Start außerdem erheblich gekürzt worden, sodass sich dem Zuschauer viele inhaltliche Zusammenhänge nicht erschließen konnten. 1980 wurde mit Michael Ciminos Heaven’s Gate ein ähnlich episch angelegter Western nach ebenfalls starken Kürzungen zu einem der teuersten Flops der Filmgeschichte.

In Europa, wo der Film in verschieden langen Fassungen gezeigt wurde, entwickelte sich Spiel mir das Lied vom Tod nach einem eher schwachen Kinostart zu einem Kultfilm und großen Erfolg. Besonders in Frankreich und Deutschland wurde Leones epischer Western zu einem der populärsten und bekanntesten Kinofilme und wurde jahrzehntelang regelmäßig aufgeführt. Charles Bronson gelang mit diesem Film der Durchbruch zum Superstar – und er variierte jahrelang mit großem Erfolg die Rolle des schweigsamen Rächers und Revolvermannes.

Spiel mir das Lied vom Tod wird von manchen Zuschauern als langatmig empfunden, ist aber weithin als Meisterwerk anerkannt und Bestandteil der Popkultur geworden. Einige Synchrondialoge fanden als Redewendung Eingang in deutsche Sprache (zum Beispiel „Irgendeiner wartet immer!“) und viele Szenen gehören zum kollektiven Gedächtnis des Kinopublikums (Anfangssequenz, Lynch-Szene).

Der Film spielte weltweit knapp 60 Millionen Dollar ein und war damit im Verhältnis zu seinen Kosten ein gigantischer Erfolg. Er blieb bis 1990 der erfolgreichste je produzierte Western, als ihn Kevin Costners Der mit dem Wolf tanzt mit 424,2 Millionen Dollar Einspielergebnis übertraf. Spiel mir das Lied vom Tod ist heute noch einer der bekanntesten Western überhaupt.

Der legendäre erste Satz des Namenlosen, die Frage “Where is Frank?”, ist eine deutliche Anspielung auf das filmische Vorbild Zwölf Uhr mittags (High Noon), wo Gangster Frank Miller in einer ikonenhaften Szene tatsächlich mit dem Zug ankommt und drei Kumpane trifft, die schon auf ihn gewartet haben. Der Namenlose in Spiel mir das Lied vom Tod ordnet die drei Schurken, die auf ihn warten, mit seiner Frage in eine große Vorgeschichte ein und macht zugleich deutlich, dass sich die Zeiten geändert haben: Die aufrechten Sheriffs sind verschwunden und Leute wie Morton haben sich durchgesetzt.

Leone sah sein Werk als eine Art „Conclusio“ des Westerngenres: Viele Elemente und Szenen spielen auf Genreklassiker an, wie beispielsweise Der Schwarze Falke (1956), Mein großer Freund Shane (1953), Johnny Guitar (1955), Zwölf Uhr mittags (1952), Die glorreichen Sieben (1960) und Das eiserne Pferd (1924).[4]

Wesentlichen Anteil an der Popularität des Films hat überdies Ennio Morricones Filmmusik, deren Bedeutung über den Film hinaus ragt. Insbesondere die Titelmelodie wurde zum Evergreen.

Änderungen in der deutschen Synchronversion

Im Unterschied zur französischen oder spanischen Fassung hat die deutsche Synchronversion inhaltliche Verschiebungen vorgenommen, die bereits im Titel deutlich zum Ausdruck kommen. Hatte Sergio Leone mit C’era una volta il West eine typische Märchenformel aufgenommen, so charakterisiert der deutsche Titel den Film als brutalen Italo-Western.

Dementsprechend wurden auch die Figuren uminterpretiert. Während Harmonica und Frank deutlicher als „harte Kerle“ herausgestellt werden, erscheinen Cheyenne und Jill wiederum stärker romantisch veranlagt. Als Cheyenne sich gegen Ende des Films im Haus von Sweetwater rasiert, macht Jill ihm ein Kompliment und zugleich ein Angebot, das von der deutschen Version einfach umgekehrt wird:

Jill: Hey, you’re sort of a handsome man.

Cheyenne: But I am not the right man. And neither is he (= Harmonica).

J.: Maybe not and it doesn’t matter.

Ch.: You don’t understand, Jill. People like that have something inside. Something to do with death. If that fella lives, he’ll come in through that door, pick up his gear and say adiós. It would be nice to see this town grow. (02:25:30)

Jill: Hey, Cheyenne und müde?

Cheyenne: Wir werden alle mal müde. Er (= Harmonica) nicht.

J.: Ja vielleicht, aber das ist ja auch egal.

Ch.: Das versteht eine Frau nicht, Jill. Männer wie er können nicht anders. Die leben mit dem Tod. Und wenn er jetzt hier reinkommt, dann nimmt er seine Sachen vom Nagel, verschwindet und dreht sich nicht einmal um. Ich bleibe hier, wenn du das willst.

Aus Cheyennes Lebenserfahrung und Weisheit in Once Upon a Time in the West werden Erschöpfung und Sehnsucht nach einem geregelten Leben. In Spiel mir das Lied vom Tod möchte der Bandit Cheyenne sich eine bürgerliche Existenz aufbauen und bei Jill bleiben, worauf sie jedoch gar nicht reagiert. In Once Upon a Time in the West hingegen sucht Jill einen Mann, der ihr zur Seite steht, egal ob Cheyenne oder Harmonica. In Spiel mir das Lied vom Tod hingegen wird Jills Pragmatismus zu Romantik: Denn sie will nur den einen, nur Harmonica.[5]

Auszeichnungen

Literatur

  • Ulrich P. Bruckner: Für ein paar Leichen mehr. Der Italo-Western von seinen Anfängen bis Heute. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002.
  • Bianca Busch: Ennio Morricones Musik in C’era una volta il west. Universität Köln, Dezember 2012.
  • Robert C. Cumbow: Once upon a time: The Films of Sergio Leone. The Scarecrow Press, London 1987.
  • Christopher Frayling: Sergio Leone. Something to do with death. Faber and Faber, London/New York 2000.
  • Kim Newman: Spiel mir das Lied vom Tod. In: Steven Jay Schneider (Hrsg.): 1001 Filme. Edition Olms, Zürich 2004, ISBN 3-283-00497-8, S. 489.
  • Andreas Rauscher: Spiel mir das Lied vom Tod – C’era una volta il West. In: Bernd Kiefer, Norbert Grob unter Mitarbeit von Marcus Stiglegger (Hrsg.): Filmgenres – Western. Reclam junior, Stuttgart 2003, ISBN 3-15-018402-9, S. 297–301.
  • Harald Steinwender: Sergio Leone. Es war einmal in Europa. Bertz und Fischer, Berlin 2009, ISBN 978-3-86505-308-4.
  • Sandra Uebbing: Amerika (er-)finden: Tradition und Transformation von Mythen in Filmen von Sergio Leone. Nomos, Baden-Baden 2009, ISBN 978-3-8329-4374-5.
  • Christopher Frayling: Once upon a time in the West - Shooting a Masterpiece - Foreword by Quentin Tarantino.RAP, London 2019, ISBN 978-1-909526-33-4.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Cenk Kiral: An Exclusive Interview With Mickey Knox auf fistful-of-leone.com vom 9. April 1998, abgerufen am 2. Oktober 2014 (englisch).
  2. Stefan Höpel: Warten auf „Harmonica“, Wo das Lied der großen Western spielte, taz, 1. April 2009
  3. Spiel mir das Lied zum Tod bei der deutschen Synchronkartei
  4. Vgl.: Bonusmaterial: CD2 Kapitel „An Opera Of Violence“ ab Minute 15:17 DVD-Ausgabe Paramount 2003
  5. Ralf Junkerjürgen: Sergio Leone: C’era una volta il West. In: Andrea Grewe; Giovanni di Stefano (Hrsg.): Italienische Filme des 20. Jahrhunderts in Einzeldarstellungen. Erich Schmidt, Berlin 2015, S. 245–249.
  6. Zitiert nach Joe Hembus: Das Westernlexikon, 3. Auflage 1976, S. 610.
  7. Spiel mir das Lied vom Tod. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.
  8. Cinema.de: Filmkritik
  9. filmreporter.de
  10. loc.gov
Aldo Berti

Aldo Berti (* 29. Februar 1936 in Rignano sull’Arno; † 26. Dezember 2010 in Florenz) war ein italienischer Schauspieler.

Alessandro Alessandroni

Alessandro Alessandroni (* 16. März 1925 in Rom; † 26. März 2017 ebenda) war ein italienischer Musiker und Komponist. Er spielte verschiedene Musikinstrumente, unter anderem Gitarre, Mandoline, Sitar, Akkordeon, Klavier und komponierte die Filmmusik für über 40 Filme.

Beate Hasenau

Beate Hasenau (* 15. April 1936 in Frankfurt am Main; † 1. Oktober 2003 in Hamburg) war eine deutsche Filmschauspielerin, Kabarettistin und Synchronsprecherin.

Charles Bronson

Charles Bronson (* 3. November 1921 in Ehrenfeld, Pennsylvania, als Charles Dennis Buchinsky (litauisch Karolis Dionyzas Bučinskis); † 30. August 2003 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Schauspieler litauischer und tatarischer Abstammung.Ab den späten 1960er Jahren zählte Bronson ein gutes Jahrzehnt lang zu den weltweit populärsten Stars. Er spielte meist wortkarge Helden in Western und Actionfilmen. Besondere Berühmtheit erlangte er 1968 im Westernepos Spiel mir das Lied vom Tod in der Rolle des mysteriösen Mundharmonikaspielers. Einer seiner erfolgreichsten Filme war der Thriller Ein Mann sieht rot (1974), der Selbstjustiz zum Thema hatte.

Claudia Cardinale

Claudia Cardinale (* 15. April 1938 als Claude Joséphine Rose Cardinale in Tunis, Französisches Protektorat in Tunesien) ist eine italienische Schauspielerin. Sie zählte zu den herausragenden Filmdiven ihres Landes und spielte Hauptrollen in Filmklassikern wie Achteinhalb, Der Leopard und Spiel mir das Lied vom Tod.

Das Lied von Mord und Totschlag

Das Lied von Mord und Totschlag (Originaltitel: Los amigos) ist ein Italowestern von Paolo Cavara aus dem Jahr 1972 mit den Stars Franco Nero und Anthony Quinn in den Hauptrollen. Deutsche Erstaufführung war am 16. August 1973. Der aus Vermarktungsgründen gewählte Alternativtitel Spiel mir das Lied von Mord und Totschlag soll an Spiel mir das Lied vom Tod erinnern. Die Hauptfigur des Films ist an die historische Persönlichkeit Erasmus „Deaf“ Smith (1787–1837) angelehnt, einen Soldaten im Texanischen Unabhängigkeitskrieg auf Seiten der Republik Texas.

Eberhard Petschinka

Eberhard Petschinka (* 19. Oktober 1953 in Großmugl/Niederösterreich) ist ein österreichischer Schriftsteller, Hörspielautor, Regisseur und Maler.

Ennio Morricone

Ennio Morricone (* 10. November 1928 in Trastevere, Rom) ist ein italienischer Komponist und Dirigent. Er arbeitete auch unter den Pseudonymen Dan Savio und Leo Nichols und komponierte die Filmmusik von mehr als 500 Filmen. Sein Name wird vornehmlich mit dem Filmgenre des Italowesterns in Verbindung gebracht, da er die Musik für 30 solcher Filme geschrieben hat, doch er komponierte auch Filmmusik für andere Genres.

Besondere Bekanntheit erlangten seine Filmmusiken zum Italowestern-Klassiker Zwei glorreiche Halunken (Original: Il buono, il brutto, il cattivo), zum Western-Epos Spiel mir das Lied vom Tod, zu Roland Joffés Drama Mission und zu Giuseppe Tornatores Film Cinema Paradiso. Morricone erhielt 2007 den Oscar für sein Lebenswerk sowie 2016 einen weiteren für die Musik zum Film The Hateful Eight.

Franco de Gemini

Franco de Gemini (* 10. September 1928 in Ferrara; † 20. Juli 2013 in Rom) war ein italienischer Komponist und Mundharmonikaspieler. Er ist unter anderem in dem Film Spiel mir das Lied vom Tod zu hören.

Frank Wolff (Schauspieler)

Frank Wolff, bürgerlich Walter Frank Hermann Wolff (* 11. Mai 1928 in San Francisco; † 12. Dezember 1971 in Rom), war ein US-amerikanischer Schauspieler, der in sehr vielen europäischen Filmproduktionen mitwirkte und besonders im Italowestern häufig vertreten war. Dort zählte er zu den Genrestars. So spielte er unter anderem den Farmer McBain in Sergio Leones Meisterwerk Spiel mir das Lied vom Tod (1968) oder den Sheriff in Sergio Corbuccis Leichen pflastern seinen Weg (1968). Er wurde in den Jahren 1951 und 1952 zweimal in direkter Folge zum besten Schauspieler der UCLA in Los Angeles gewählt, u. a. für seine Darstellung des Macbeth.

Henry Fonda

Henry Jaynes Fonda (* 16. Mai 1905 in Grand Island, Nebraska; † 12. August 1982 in Los Angeles, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Filmschauspieler. Zwischen 1935 und 1981 absolvierte er 115 Film- und Fernsehauftritte. Er gilt als einer der bedeutendsten US-amerikanischen Charakterdarsteller und wurde vom American Film Institute in der Liste der 25 größten männlichen Filmlegenden aller Zeiten auf Rang 6 gewählt.

Fonda wurde in Filmklassikern wie Früchte des Zorns und Die zwölf Geschworenen meistens als aufrechter, moralisch integrer US-Amerikaner besetzt; eine Abkehr von dieser Rolle bildete sein Auftritt als gewissenloser Killer in Spiel mir das Lied vom Tod. 1981 erhielt er einen Ehrenoscar, ein Jahr später wurde Fonda für seinen letzten Film Am goldenen See mit einem Oscar als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet. Er ist der Vater von Jane Fonda und Peter Fonda sowie der Großvater von Bridget Fonda.

Nino Baragli

Giovanni Baragli (* 1. Oktober 1925 in Rom; † 29. Mai 2013 ebenda) war ein italienischer Filmeditor.

Paolo Stoppa

Paolo Stoppa (* 16. Juni 1906 in Rom, Italien; † 1. Mai 1988 in Rom, Italien) war ein italienischer Schauspieler.

Sergio Leone

Sergio Leone (* 3. Januar 1929 in Rom, Italien; † 30. April 1989 ebenda) war ein italienischer Filmregisseur. Besondere Bekanntheit erlangte er durch seine Arbeiten im Bereich der Italo-Western. Mit den epischen Westernfilmen Zwei glorreiche Halunken und Spiel mir das Lied vom Tod konnte er in den späten 1960er Jahren seine größten Erfolge verbuchen.

Showdown

Ein Showdown, auch Show-down, bezeichnet einen abschließenden, entscheidenden Machtkampf zwischen zwei oder mehreren Kontrahenten. Der Ausdruck bezeichnet ursprünglich das Aufdecken der Karten beim Poker (engl. to show down), meint aber auch das „Aufzeigen der wahren Verhältnisse“. Im populären Film wird der Showdown meist besonders spannungs- und effektvoll als dramaturgischer Höhepunkt bzw. Peripetie der Handlung inszeniert. Als klassische Showdowns gelten die mit Revolvern ausgetragenen Duelle in Western (z. B. Zwölf Uhr mittags) bzw. Abwandlungen davon in Actionfilmen (z. B. James Bond). Oft geht es um eine formelhafte, pathetische Konfrontation der Gegenspieler, die in ihrer zeitlichen Ausdehnung wie eine statische Manifestation des finalen Konflikts wirkt. Deutlich wird dies vor allem in den Italowestern von Sergio Leone, z. B. Zwei glorreiche Halunken (1966) und Spiel mir das Lied vom Tod (1968): Mit Nah- und Detailaufnahmen von Gesichtern, Händen und Revolvern – untermalt mit der Musik Ennio Morricones – werden die Szenen mit Spannung aufgeladen; die Konfrontation ist nun unausweichlich. In der konventionellen Hollywood-Dramaturgie bildet der Showdown den Auftakt des dreiteiligen Filmschlusses: Nach der dramatischen Zuspitzung des Konflikts folgt der eigentliche Schluss, in dem der weitere Verlauf der Auseinandersetzung dargestellt wird. Mit der Konfliktlösung entlädt sich die Spannung im Sinne eines Happy Ends und der Zuschauer wird erlöst.

Todesmelodie

Todesmelodie (Originaltitel: Giù la testa) ist ein Italo-Western des Regisseurs Sergio Leone aus dem Jahr 1971. Die Hauptrollen spielen Rod Steiger und James Coburn.

Es handelt sich um den zweiten Teil der Amerika-Trilogie von Sergio Leone, die mit Spiel mir das Lied vom Tod beginnt und mit Es war einmal in Amerika endet. Der Film handelt vor dem Hintergrund der mexikanischen Revolutionswirren ab 1910. Zwar gibt es keinen inhaltlichen Zusammenhang zwischen diesen drei Filmen und den realen Ereignissen, doch sind deutlich Parallelen erkennbar. So geht es in allen drei Filmen um Freundschaft, Verrat, Rache und – in den letzten beiden Filmen – auch um Vergebung. Auffällig ist ferner, wie explizit in den beiden letzten Teilen Geld und politische Fragen (Revolution, Klassenkampf, Arbeiterbewegung, korrupte Politiker) im Mittelpunkt stehen.

Tonino Delli Colli

Tonino Delli Colli (* 20. November 1923 in Rom; † 16. August 2005 ebenda) war ein italienischer Kameramann.

Unter falscher Flagge

Unter falscher Flagge ist das zweite Studioalbum der Band Die Toten Hosen. Es wurde von Jon Caffery produziert und 1984 von Virgin Records veröffentlicht. Zuvor hatten Streitigkeiten zum Bruch mit dem Label EMI geführt.

Unterspielen

Unterspielen (engl. underacting, seltener: underplaying) ist das betont zurückhaltende Spielen einer schauspielerischen Rolle. Nonverbale Ausdrucksmittel wie Gesten, Gebärden, Mimik und Miene werden beim Unterspielen nur sehr sparsam eingesetzt. Der Begriff Understatement (deutsch: „Untertreibung“) wird häufig bedeutungsgleich verwendet.

Das betont übertriebene Spielen einer Rolle, das vielfach Anzeichen einer mangelhaften schauspielerischen Ausbildung ist, wird als Overacting bezeichnet.

Ähnlich wie in der verbalen Kommunikation das Stilmittel der Untertreibung dazu benutzt werden kann, einer Aussage besondere Aufmerksamkeit zu verschaffen, können Schauspieler eine Rolle oder eine einzelne Szene gezielt unterspielen, um ihr Publikum zu besonders genauem Hinsehen und Hinhören zu zwingen.

Die Technik des Unterspielens wird häufig zur Personencharakterisierung eingesetzt, etwa bei Exzentrikern (Elijah Wood in Alles ist erleuchtet), Autisten (Dustin Hoffman in Rain Man), Charakteren minderer Intelligenz (Tom Hanks in Forrest Gump) oder bei hyper-maskulinen psychopathischen Typen (Charles Bronson in Spiel mir das Lied vom Tod).

Darsteller, die die Technik des Unterspielens besonders reif entwickelt haben, sind z. B.

Buster Keaton (1895–1966)

Humphrey Bogart (1899–1957)

Spencer Tracy (1900–1967)

Jean Gabin (1904–1976)

Barbara Stanwyck (1907–1990)

Robert Mitchum (1917–1997)

Marlon Brando (1924–2004) in Der Pate

Lauren Bacall (1924–2014)

Richard Burton (1925–1984)

Sean Connery (* 1930)

Gena Rowlands (* 1930)

Donald Sutherland (* 1935)

Alain Delon (* 1935)

Robert De Niro (* 1943)

Takeshi Kitano (* 1947)

Edward James Olmos (* 1947)

Bill Murray (* 1950)

John Malkovich (* 1953)

Frances McDormand (* 1957)

Annette Bening (* 1958)

Kevin Spacey (* 1959)

Lars Mikkelsen (* 1964)

Ryan Gosling (* 1980)

Filme von Sergio Leone

Der Koloß von Rhodos | Für eine Handvoll Dollar | Für ein paar Dollar mehr | Zwei glorreiche Halunken | Spiel mir das Lied vom Tod | Todesmelodie | Es war einmal in Amerika

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