Sergio Leone

Sergio Leone (* 3. Januar 1929 in Rom, Italien; † 30. April 1989 ebenda) war ein italienischer Filmregisseur. Besondere Bekanntheit erlangte er durch seine Arbeiten im Bereich der Italo-Western. Mit den epischen Westernfilmen Zwei glorreiche Halunken und Spiel mir das Lied vom Tod konnte er in den späten 1960er Jahren seine größten Erfolge verbuchen.

SERGIO LEONE
Sergio Leone

Leben und Werk

Kindheit und Jugend

Sergio Leone war der Sohn des Filmpioniers Vincenzo Leone („Roberto Roberti“) und der Schauspielerin Edvige Valcarenghi („Bice Walerian“). Sein Vater war ab 1911 im Filmgeschäft tätig und wurde in Italien vor allem durch seine Zusammenarbeit mit dem Stummfilmstar Francesca Bertini bekannt. Er sympathisierte mit den Kommunisten und zog sich unter dem Eindruck des Faschismus weitgehend von der Außenwelt zurück.[1]

Leone selbst wurde in seiner Jugend nicht nur durch die Herrschaft des Duce, sondern auch durch die Besetzung Roms sowie die letzten Kriegsjahre 1943/45 geprägt. In diese Zeit fällt auch sein erster Kontakt mit der US-amerikanischen Populärkultur, für die er sich begeisterte. Besonders das Kino Hollywoods faszinierte den jungen Leone:

Leones Vater begann ab 1939 damit, wieder Filme zu drehen.[3] Da Vincenzo Leone den kleinen Sergio regelmäßig zu seiner Arbeit mitnahm, war dieser bereits von Kindesbeinen an mit allen Aspekten der Filmherstellung vertraut.

Erste Schritte im Filmgeschäft

Ab Mitte der 1940er Jahre arbeitete Leone in den unterschiedlichsten Positionen im italienischen Studiosystem. Als Statist, Regieassistent, Regisseur des zweiten Kamerateams oder Autor von Drehbüchern wirkte Leone bei einer Vielzahl von italienischen Filmen mit.[4] Meist handelte es sich um künstlerisch eher anspruchslose Filme im Stile des damals sehr populären Sandalenfilms (Peplum).

Allerdings war Leone als Komparse und Regieassistent auch an dem Filmklassiker Fahrraddiebe (1948) beteiligt. Bei dem amerikanischen Monumentalfilm Quo Vadis (1951), der in Rom gedreht wurde, fungierte er als einer der Regisseure des zweiten Aufnahmeteams. Dieselbe Funktion hatte er 1959 auch bei Ben Hur inne, dem aufwändigsten Filmprojekt der 1950er Jahre, unter dem Pseudonym Bob Robertson. Auch dieses Hollywood-Epos wurde in Italien gedreht. Als Regisseur war Leone später stark vom amerikanischen Kino beeinflusst und vor allem an epischen, publikumswirksamen Filmen interessiert.

1959 war Sergio Leone als (ungenannter) Co-Regisseur bei Die letzten Tage von Pompeji tätig, einem von Mario Bonnard inszenierten, zeittypischen Sandalenfilm. Streifen dieser Art wurden damals in Italien in großer Zahl produziert. Leone hatte bei Die letzten Tage von Pompeji bemerkenswerterweise mehrere Mitarbeiter, die später zu den führenden Regisseuren des Italo-Western wurden: Duccio Tessari war Regieassistent, Sergio Corbucci und Enzo Barboni agierten als Regisseur bzw. Kameramann des zweiten Kamerateams. Auch wenn Die letzten Tage von Pompeji eine Billigproduktion war, lernte Leone bei der Herstellung des Films viel über die Filmfinanzierung.

1961 absolvierte der 32-jährige Sergio Leone mit Der Koloß von Rhodos, einem weiteren Sandalenfilm italienischer Prägung, sein eigentliches Regiedebüt. Verglichen mit den späteren Werken des Regisseurs ist dieser Film nach allgemeinem Tenor von geringer Bedeutung. Leone selbst räumte ein, er habe den Film nur gedreht, um seine Hochzeitsreise zu finanzieren.[5] Dies führte dazu, dass dieser Film in Gesamtdarstellungen von Sergio Leones Werk nur rudimentär behandelt oder sogar ausgelassen wird.[6] Dennoch lassen sich bereits einige Charakteristika seines späteren Schaffens erkennen.[7]

Dollar-Trilogie

Während in den frühen 1960er Jahren die Nachfrage nach Sandalenfilmen langsam verebbte, war Leone schon mit der Vorbereitung seines nächsten Filmes befasst. Er orientierte sich diesmal in einer völlig anderen Richtung und bereitete die Produktion eines Western vor. Leone war von diesem Genre begeistert und glaubte daran, dass auch europäische Westernfilme erfolgreich sein konnten, obwohl bis dato alle bedeutenden Western aus den USA gekommen waren. Ab 1962 liefen im deutschsprachigen Raum allerdings mit großem Erfolg die Filme der Karl-May-Reihe.

In Italien waren bereits vor Leone Western produziert worden (ungefähr 25), doch blieben diese in kommerzieller wie künstlerischer Hinsicht bedeutungslos. Es war Leone, der mit Für eine Handvoll Dollar (1964) das Genre des Italo-Western in der heute bekannten Form begründete. Bei der Ausarbeitung des Drehbuchs orientierten sich er und seine Co-Autoren an Akira Kurosawas Film Yojimbo – Der Leibwächter (1961). Die Hauptfigur von Kurosawas Film, einen Samurai-Krieger, transformierte Leone in einen Westernhelden. Kurosawa und sein Co-Autor strengten einen Copyright-Prozess an und erhielten unter anderem 15 % der weltweiten Einnahmen des Leone-Films.

Da Sergio Leone nur ein geringes Budget zur Verfügung stand (200.000 Dollar), konnte er keinen etablierten amerikanischen Star wie Henry Fonda oder James Coburn für die Hauptrolle von Für eine Handvoll Dollar engagieren. Auf der Suche nach einem bezahlbaren US-Schauspieler stieß Leone auf den relativ unbekannten TV-Darsteller Clint Eastwood, der schließlich für 15.000 Dollar verpflichtet wurde. Der 34-jährige Eastwood trat in der Rolle eines mysteriösen Revolvermannes auf, der in einem abgelegenen Dorf in New Mexico zwei verfeindete Clans gegeneinander ausspielt und sich dabei durch seine phänomenalen Schießkünste auszeichnet.

Für eine Handvoll Dollar galt zunächst als obskur und wurde von den Kritikern entweder verrissen oder überhaupt nicht beachtet. Der Film entwickelte sich jedoch zu einem sensationellen Kassenerfolg. In der Rolle des zynischen „Fremden ohne Namen“ (tatsächlich trug er den Rollennamen „Joe“), der seinen Gegnern in einem Poncho mit aufreizender Lässigkeit gegenübertritt, wurde Clint Eastwood zu einem internationalen Star. Unzählige Westerndarsteller orientierten sich in den Folgejahren an dem von Eastwood und Leone geschaffenen Charaktertypus. Leone selbst hielt nicht allzu viel von den schauspielerischen Fähigkeiten seines Hauptdarstellers: „Er hat zwei Gesichtsausdrücke: einen mit und einen ohne Hut.“

Um den Eindruck zu erzeugen, Für eine Handvoll Dollar sei ein amerikanischer Film, hatten sich Leone und seine Mitarbeiter englische Pseudonyme zugelegt (Leone agierte beispielsweise als „Bob Robertson“ – eine Hommage an seinen Vater, der als Roberto Roberti bekannt gewesen war). Bei Für ein paar Dollar mehr (1965) wurden im Vorspann dagegen die richtigen Namen der Filmemacher genannt. Für diesen zweiten Film seiner – später so genannten – „Dollar-Trilogie“ stand Leone ein sehr viel höheres Budget (600.000 Dollar) zur Verfügung. Lee Marvin, Charles Bronson oder Henry Fonda sollten die zweite Hauptrolle neben Clint Eastwood spielen, konnten aber nicht verpflichtet werden, weshalb Leone den 40-jährigen Lee van Cleef engagierte, der bis dahin in zahlreichen Hollywood-Western (Zwölf Uhr mittags) in kleineren Nebenrollen aufgetreten war.

Eastwood trat erneut als unrasierter Revolvermann in Erscheinung und spielte einen Kopfgeldjäger, der mit seinem „Kollegen“ (Van Cleef) eine Gaunerbande zur Strecke bringt. Wie schon der Vorgängerfilm wurde auch Für ein paar Dollar mehr hauptsächlich in der Gegend von Almería in Spanien gedreht, und wie Für eine Handvoll Dollar wurde er zu einem großen Kassenerfolg.

Leone war als Regisseur nun so etabliert, dass ihm für den letzten Teil der „Dollar-Trilogie“ ein Budget von 1,2 Millionen Dollar bewilligt wurde, was die Produktion eines epischen Westernfilms mit aufwändigen Szenenaufbauten und einer großen Zahl an Statisten ermöglichte. (Alle Filme, die Leone ab da an drehte, hatten eine Überlänge von mindestens 2 ½ Stunden.) In Zwei glorreiche Halunken (1966) war Clint Eastwood erneut als Kopfgeldjäger im Poncho zu sehen und jagte neben Lee van Cleef (als sadistischem Bösewicht) und Eli Wallach (als mexikanischem Banditen) hinter einem Goldschatz her, der in den Wirren des Bürgerkriegs verlorengegangen war. Leones dritter Western wurde zu einem riesigen Kassenerfolg und avancierte im Lauf der Jahrzehnte zu einem beliebten Kultfilm. In der Internet Movie Database rangiert er auf der Liste der besten Filme auf Platz 9 und gilt dort als bester Western aller Zeiten (Juli 2019).[9]

Bedeutung der Dollar-Trilogie

Der enorme finanzielle Erfolg der relativ günstig produzierten „Dollar“-Filme löste die Italowestern-Welle aus, die in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre ihren Höhepunkt hatte und hunderte von Filmen unterschiedlichster Qualität hervorbrachte. Fast alle Italowestern waren Billigproduktionen, die sich an den Werken Leones orientierten, welcher das Genre stilistisch und thematisch nachhaltig prägte.

Typischerweise traten in den Italowestern zynische, unrasierte Revolverleute in Erscheinung, die im amerikanisch/mexikanischen Grenzgebiet gegen sadistische Schurken kämpften. Explizite Gewaltdarstellungen und Folterszenen prägten das Genre, die Protagonisten wurden häufig (auch bei Leone) schwer misshandelt. Die gängigen Themen der amerikanischen Western (Landbesiedelung, Krieg gegen die Indianer etc.) wurden in den Italowestern kaum behandelt. Zahlreiche Filme waren, korrespondierend mit dem Zeitgeist der späten 1960er Jahre, als „Revolutions-Western“ konzipiert und zeigten den Kampf der mexikanischen Landbevölkerung gegen ihre Unterdrücker. Da viele der Filme in Spanien gedreht wurden, konnten die südländisch aussehenden spanischen Statisten leicht als Mexikaner ausgegeben werden.

Anfang der 1970er Jahre wurde durch die enorm erfolgreichen Klamauk-Western mit Bud Spencer und Terence Hill, in denen die Klischees dieses Sub-Genres persifliert wurden, das Ende des Italowesterns eingeläutet. Bis Mitte der 1970er Jahre entstanden noch einige ernsthafte Filme wie zum Beispiel Keoma – Das Lied des Todes (1976) mit Franco Nero, dem wohl profiliertesten italienischen Star dieses Genres. Obwohl sich Regisseure wie Sergio Corbucci (Django) oder Duccio Tessari (Eine Pistole für Ringo) ebenfalls im Italowestern profilieren konnten, blieb Sergio Leone in kommerzieller wie künstlerischer Hinsicht die bestimmende Figur.

Die ersten drei Western von Sergio Leone revolutionierten den Inszenierungsstil des gesamten Genres und wirkten stilbildend nicht nur für den Italowestern. Der amerikanische Westernfilm, der Mitte der 1960er Jahre in seinen Konventionen erstarrt war, orientierte sich ab der zweiten Hälfte der 1960er Jahre deutlich an den viel zeitgemäßeren italienischen Western. Filme wie Die gefürchteten Vier (1966), Hängt ihn höher (1968), Das Wiegenlied vom Totschlag (1970) oder Chatos Land (1971 – dies war eine englische Produktion) orientierten sich am harten, zynischen Grundton des Italowesterns.

Mitarbeiter und Darsteller

Sergio Leone arbeitete ab Mitte der 1960er Jahre mit einem festen Mitarbeiterstab, der an den meisten seiner Filme beteiligt war. Kameramann Tonino Delli Colli (1922–2005) sorgte für den speziellen Look der Leone-Filme, der unter anderem durch den Wechsel zwischen opulenten Landschaftspanoramen und ungewöhnlichen Großaufnahmen der Darstellergesichter geprägt war. Delli Colli und Leone waren auch darauf spezialisiert, aufwändige Kamerabewegungen zu arrangieren (Kamerafahrt über das Dach des Bahnhofsgebäudes in Spiel mir das Lied vom Tod).

Der Filmeditor bei allen Leone-Filmen ab Zwei glorreiche Halunken war Nino Baragli (1925–2013), der zusammen mit Leone für die komplexen Szenenmontagen verantwortlich zeichnete („Triello“ am Schluss von Zwei glorreiche Halunken). Als Produktionsdesigner und Kostümbildner war Carlo Simi (1924–2000) für die Ausstattung der Leone-Filme zuständig, die meist durch eine besondere Opulenz geprägt war.

Von elementarer Bedeutung für Sergio Leones Filme war die Musik von Ennio Morricone (* 1928). Auf Empfehlung des Produzenten von Für eine Handvoll Dollar ging Leone eher widerwillig zu Morricone, der dem verdutzten Leone sagte, sie seien zugleich zur selben Schule gegangen und dies auch mit einem alten Foto belegen konnte – sie saßen sogar in derselben Reihe. Nach einigem Hin und her einigte man sich auf eine damals bereits neun Jahre alte Komposition Morricones, für deren Neuinterpretation noch ein Pfeifer gesucht wurde, der dem Titelsong seinen charakteristischen Klang gab. Morricone, der seit 1961 als Filmkomponist arbeitete, schuf für Leone Soundtracks, die sich fundamental von den traditionellen symphonischen Westernsoundtracks unterschieden und durch den Einsatz unkonventioneller Instrumente (Maultrommel) und Soundeffekte (Kojotengeheul) auffielen. Morricone stellte seine Musik in der Regel bereits vor den Dreharbeiten fertig und Leone stimmte häufig Szenen oder Kamerabewegungen genau auf die fertige Musik ab. Als Komponist zeichnete er ab 1964 für jeden Leone-Film für die Musik verantwortlich.

Ennio Morricone stieg zu einem der bekanntesten und international gefragtesten Filmkomponisten auf und schuf Melodien, die über das Kino hinaus zu einem Teil der Populärkultur wurden (Lied vom Tod, Nobody-Thema). Er zeichnet bis heute (Stand 2012) für mehr als 500 Soundtracks verantwortlich; seine Musik wurde so populär, dass er sie seit Jahren mit großer Orchesterbegleitung live aufführt. Zahlreiche Komponisten wie zum Beispiel Bruno Nicolai orientierten sich bei ihren Italo-Western-Soundtracks an Morricones Arbeiten.

Sergio Leone, der stark vom amerikanischen Kino geprägt war, verpflichtete für seine Filme vor allem US-Schauspieler. Eine Ausnahme war der Italiener Gian Maria Volonté (1933–1994), der in den ersten beiden Dollar-Filmen als Schurke auftrat. Hauptdarsteller der Dollar-Trilogie war Clint Eastwood (* 1930), der als Zigarillo rauchender Revolvermann zu einer Ikone der Popkultur wurde und es vom TV-Cowboy (Rawhide) zum internationalen Filmstar brachte. Als Darsteller, Regisseur und Produzent zählt Eastwood seit Jahrzehnten zu den führenden Hollywood-Persönlichkeiten. Lee van Cleef (1925–1989) avancierte durch die Leone-Filme zu einem der populärsten Stars des Italo-Westerns und spielte häufig abgeklärte Kopfgeldjäger und ähnliche Figuren. Charles Bronson (1921–2003) wurde 1968 durch Spiel mir das Lied vom Tod zum internationalen Action-Star.

Nachdem sich Sergio Leone mit seinen ersten Filmerfolgen einen guten Ruf erworben hatte und seine Budgets größer geworden waren, konnte er auch renommierte amerikanische Charakterdarsteller wie Eli Wallach (1915–2014), Henry Fonda (1905–1982), Jason Robards (1922–2000) oder Rod Steiger (1925–2002) verpflichten. In den 1980er Jahren arbeitete er mit Robert De Niro (* 1943) zusammen.

Amerika-Trilogie (oder auch „Once-upon-a-time-Trilogie“)

Nachdem Zwei glorreiche Halunken zu einem großen Erfolg geworden war, avancierte Leone endgültig zu einem internationalen Star-Regisseur und erhielt die Chance, in Hollywood zu arbeiten. Er wollte jedoch zunächst keine Western mehr drehen, sondern plante die Produktion eines epischen Gangsterfilms. Da die Studios dieses Genre für nicht mehr zeitgemäß hielten, erklärte sich Leone dazu bereit, einen weiteren Western zu inszenieren.

Mit seinen Drehbuchautoren Bernardo Bertolucci, Dario Argento (beide wurden später selbst als Regisseure bekannt) und Sergio Donati erarbeitete er die epische, opernhafte Geschichte von Spiel mir das Lied vom Tod (C’era una volta il West/Once Upon A Time In The West) (1968), einer Prestigeproduktion, für die ihm ein Budget von fünf Millionen Dollar bewilligt wurde. Es war die erste von nur zwei US-Produktionen Leones.

Spiel mir das Lied vom Tod entstand in Amerika, Spanien und Italien und war mit amerikanischen Darstellern wie Henry Fonda, Charles Bronson und Jason Robards besetzt. Die italienische Star-Schauspielerin Claudia Cardinale komplettierte das Hauptdarsteller-Quartett. Da der Film von der amerikanischen Gesellschaft Paramount produziert wurde und drei amerikanische Stars in den Hauptrollen zu sehen waren, kann dieser Film genau genommen kaum noch als Italo-Western bezeichnet werden. Allerdings waren alle kreativen Schlüsselpositionen (Drehbuch, Kamera, Ausstattung, Musik, Schnitt) mit Leones italienischem Team besetzt.

Spiel mir das Lied vom Tod zeigte Charles Bronson in der Rolle eines mundharmonikaspielenden Revolvermannes, der einen sadistischen Schurken (Henry Fonda) zur Strecke bringt, wurde zu einem riesigen Erfolg und ging als Klassiker und Kultfilm in die Filmgeschichte ein. In den USA lief der Film in einer stark gekürzten Fassung, durch die die künstlerische Vision Leones erheblich beeinträchtigt wurde, und fiel an den Kinokassen durch. (Auch mit seinen nächsten Filmen konnte sich Leone in den USA nicht mehr durchsetzen.)

Vor allem in Europa konnte der Regisseur mit Spiel mir das Lied vom Tod dagegen große Erfolge feiern, in Deutschland avancierte der Western mit 13 Millionen Zuschauern zu einem der erfolgreichsten Kinofilme und lief teils jahrelang in den Kinos. Ennio Morricone schrieb für Spiel mir das Lied vom Tod einen der wohl bekanntesten Soundtracks der Kinogeschichte.

Mit Spiel mir das Lied vom Tod hatte Sergio Leone seinen Karrierehöhepunkt erreicht. Bis zu seinem Tod im Jahr 1989 inszenierte er nur noch zwei Filme, die beide an den Kinokassen ohne große Resonanz blieben. Bei seinem Projekt Todesmelodie (Giù La Testa; Arbeitstitel des Drehbuchs war Es war einmal … die Revolution) (1971) wollte Leone zunächst nur als Produzent im Hintergrund agieren; als Regisseur vorgesehen waren Peter Bogdanovich oder Sam Peckinpah. Nachdem die Regie schließlich von seinem ehemaligen Assistenten Gian Carlo Santi übernommen worden war, kam es bei den Dreharbeiten zu Differenzen mit den Darstellern, weshalb Leone selbst auf den Regiestuhl wechselte.

Grabstätte Sergio Leone I
Halbrelief auf der Grabstätte von Sergio Leone

Todesmelodie stand in der Tradition zahlreicher „Revolutions-Western“, die in den späten 1960er Jahren entstanden waren. Rod Steiger (als mexikanischer Bandit) und James Coburn (als irischer Sprengstoffspezialist) führen hier einen Banküberfall durch und werden unfreiwillig zu Helden der mexikanischen Revolution. Verglichen mit den anderen Western Leones war dieser Film – der zweite Teil der sogenannten „Amerika-Trilogie“ – kommerziell nicht erfolgreich und geriet bald in Vergessenheit.

Nach Todesmelodie war Leone jahrelang nur noch als Filmproduzent tätig, so auch 1973 bei der Westernkomödie Mein Name ist Nobody, bei dem er außerdem als Ideenlieferant und Co-Autor fungierte. Terence Hill in der Titelrolle des Nobody spielte hier eine ganz ähnliche Figur wie in seinen erfolgreichen Spaß-Western mit Bud Spencer – den sympathischen Abenteurer, der schneller zieht als andere. Ihm zur Seite stand Henry Fonda in der Rolle von Jack Beauregard, einem legendären Revolvermann fortgeschrittenen Alters, den der namenlose Nobody als Fan bewundert. Obwohl Leones früherer Regie-Assistent Tonino Valerii offiziell als Regisseur des Films angegeben war, wurden offenbar zahlreiche Szenen von Sergio Leone inszeniert. Als Soundtrack-Komponist fungierte wie immer Ennio Morricone, der mit der Titelmelodie eines seiner wohl bekanntesten Musikstücke schuf.

Ab 1972 bereitete Sergio Leone sein Gangster-Epos Es war einmal in Amerika vor, das auf Harry Greys Buch The Hoods basierte und den dritten Teil seiner Amerika-Trilogie darstellte. Nach aufwändigen Vorbereitungsarbeiten kam die fast vierstündige Gangster-Saga 1984 schließlich ins Kino. Der Film erzählt auf drei Zeitebenen (1922/1932/1968) das Leben des jüdischen Gangsters Noodles (Robert De Niro), der während der Prohibitionszeit an der Seite seines Freundes Max (James Woods) Karriere macht, diesen dann aber an die Polizei verrät. Das hochbudgetierte Epos (30 Millionen Dollar) fand mit seiner komplexen Erzählstruktur im Kino kein Publikum und wurde erfolglos umgeschnitten und gekürzt.

Grabstätte Sergio Leone V
Teil der Grabstätte von Sergio Leone

Der Film wurde von der Kritik allerdings rehabilitiert und gilt seit langem als einer der großen Klassiker der 1980er Jahre. Sergio Leone konnte jedoch nie die von ihm geplante Schnittfassung des Films erstellen. Unter Leitung von Martin Scorsese wurde der Film restauriert und 2012, bei den Filmfestspielen von Cannes, in einer um 25 Minuten verlängerten Fassung präsentiert.

Sergio Leone war mit Carla Leone verheiratet und hatte drei Kinder. Er starb 1989 im Alter von 60 Jahren an einem Herzinfarkt, als er gerade an einem Film über die Belagerung Leningrads im Zweiten Weltkrieg arbeitete. Der stark übergewichtige Regisseur hatte bereits zuvor Herzinfarkte erlitten. Leone wurde auf dem Cimitero Napoleonico in Pratica di Mare, Stadtteil von Pomezia und etwa 30 km südlich Rom gelegen, beigesetzt.[10]

Einfluss auf andere Filmemacher

Noch heute beschreiben viele Regisseure Leone als ihr großes Idol. In einem Interview sagte James Woods, dass die Arbeit mit Sergio Leone der Höhepunkt seiner Filmkarriere gewesen sei.[11] Quentin Tarantino ist bekennender Liebhaber seiner Filme[12] und lässt auch viele für Sergio Leone typische Kameraeinstellungen in seine eigenen Filme einfließen.[13] Clint Eastwood widmete Leone seinen Oscar für die beste Regie von Erbarmungslos (Unforgiven, 1992), obwohl er einige Streitigkeiten mit ihm gehabt hatte.

Filme

Regie

Filme in den Top 250 der IMDb[14]
Platz Film
9 Zwei glorreiche Halunken
33 Spiel mir das Lied vom Tod
69 Es war einmal in Amerika
104 Für ein paar Dollar mehr

Gastregie

Regieassistenz

Drehbuch

Literatur

  • Oreste De Fornari: Sergio Leone. Bahia Verlag, München 1984, ISBN 3-922699-26-X.
  • Christopher Frayling: Spaghetti Westerns. Cowboys and Europeans from Karl May to Sergio Leone. I.B.Tauris, London/New York 1998, ISBN 978-1-84511-207-3.
  • Christopher Frayling: Sergio Leone. Something To Do With Death. Faber & Faber, London/New York 2000, ISBN 978-0-571-16438-7.
  • Harald Steinwender: Sergio Leone. Es war einmal in Europa. Bertz + Fischer Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-86505-308-4.
  • Michael Striss: Gnade spricht Gott – Amen mein Colt. Motive, Symbolik und religiöse Bezüge im Italowestern. Büchner-Verlag, Marburg 2018, ISBN 978-3-96317-123-9.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Harald Steinwender: Sergio Leone. Es war einmal in Europa. Bertz + Fischer Verlag, Berlin 2009, S. 30.
  2. Steinwender: Sergio Leone. S. 29 (zitiert und übersetzt nach: Noël Simsolo: Conversations avec Sergio Leone. Paris 1987, S. 22) Das „Kino der weißen Telefone“ verkörperte für viele Nachkriegsregisseure Italiens den wirklichkeitsfernen Stil des faschistischen Kinos. Näheres dazu siehe Morando Morandini: Italien. Vom Faschismus zum Neo-Realismus. In: Geoffrey Nowell-Smith (Hrsg.): Geschichte des internationalen Films. J. B. Metzler, Stuttgart/Weimar 2006, S. 321 f.
  3. Sergio Leone selbst spricht von einem „inoffiziellen Berufsverbot“ von 1929 bis 1939, Frayling hingegen deutet dies als „Familienlegende“. Frayling: Sergio Leone. S. 38 f.
  4. Die Angaben darüber weichen allerdings stark voneinander ab. Christopher Frayling spricht von der Beteiligung an 28 Produktionen vor Der Koloß von Rhodos im Jahr 1961, der Companion to Italian Cinema von 56 Arbeiten, andere Quellen von „über 50“ Filmen.
  5. Michael Carlson: Sergio Leone. Harpenden/Herts 2001, S. 31.
  6. Steinwender: Sergio Leone. S. 32.
  7. Filmkritik von Christoph Huber bei filmzentrale.com
  8. Der Letzte seiner Art – Clint Eastwood in Lexikon des internationalen Films, S. W 38.
  9. imdb.com: Top Rated Movies
  10. Das Grab von Sergio Leone. In: knerger.de. Klaus Nerger, abgerufen am 23. Juli 2019.
  11. Gavin Smith: James Woods: The Actor as Terrorist. In: Film Comment. 33, 1–2/1997, S. 58 f.
  12. Michael Ciment, Hubert Niogret: Interview at Cannes. In: Gerald Peary (Hrsg.): Quentin Tarantino. Interviews. Jackson (Mississippi) 1998, S. 9–26.
  13. Steinwender: Sergio Leone. S. 347 ff.
  14. Die Top 250 der IMDb (Stand: 30. Januar 2018)
(152188) Morricone

(152188) Morricone ist ein Asteroid des Hauptgürtels, der am 27. August 2005 vom italienischen Astronomen Franco Mallia und seinem französischen Kollegen Alain Maury an der automatisierten Beobachtungsstation Campo Catino Austral Observatory des Campo-Catino-Observatoriums in San Pedro de Atacama in der chilenischen Atacamawüste entdeckt wurde.

Der Asteroid ist nach dem italienischen Komponisten und Dirigenten Ennio Morricone (* 1928) benannt, der die Filmmusik von über 500 Filmen komponierte und besonders durch die Soundtracks zu den Italowestern von Sergio Leone berühmt wurde.

Die Benennung erfolgte am 1. Juni 2007.

Der Koloß von Rhodos

Der Koloß von Rhodos (Originaltitel: Il colosso di Rodi) ist ein italienischer Abenteuerfilm des Regisseurs Sergio Leone aus dem Jahr 1961. Er zählt zu den zahlreichen monumentalen Sandalenfilmen der italienischen Filmindustrie in den 1960er und 1970er Jahren. Der Film ist das erste Filmprojekt, bei dem Leone als Regisseur im Vorspann genannt wird.

Dollar-Trilogie

Die Dollar-Trilogie bezeichnet drei von Sergio Leone gedrehte Italowestern-Klassiker mit Clint Eastwood in der Hauptrolle. Die drei Filme wurden von Leone jedoch nicht als Trilogie geplant.

Zur Dollar-Trilogie gehören:

Für eine Handvoll Dollar (1964)

Für ein paar Dollar mehr (1965)

Zwei glorreiche Halunken (1966) (Prequel zu den zwei ersten Filmen)

Es war einmal in Amerika

Es war einmal in Amerika (Originaltitel: Once Upon a Time in America) ist ein Gangster-Epos aus dem Jahr 1984. Es ist der letzte Film des Regisseurs Sergio Leone. Die Hauptrollen spielen Robert De Niro und James Woods. Die deutsche Synchronisation erfolgte durch die Synchronfirma Blackbird Music GmbH, Berlin.Die Handlung basiert teilweise auf dem autobiografischen Roman The Hoods von Harry Grey (ein Pseudonym von Herschel Goldberg). Greys Buch inspirierte Leone; er traf den Autor zum persönlichen Gespräch und kämpfte lange um die Filmrechte. Das Drehbuch machte schließlich nur wenige Anleihen (laut Leone allenfalls 20 %) am Roman.Der Film erzählt in drei ineinander verwobenen Zeitabschnitten (1922, 1932/33 und 1968) die Geschichte einer Bande in New York. Sie gelangt durch Schutzgelderpressungen, gewaltsame Beseitigung von Konkurrenten und Alkoholschmuggel während der Alkoholprohibition in den Vereinigten Staaten zu schnellem Reichtum und zu Macht. Nach dem Ende der von 1920 bis 1933 geltenden Prohibition muss die Gruppe sich entscheiden, ob sie im großen Stil ins organisierte Verbrechen und in die politische Korruption umsteigt. Gier und Hochmut stellen die Freundschaft der Protagonisten auf die Probe – bis es zum Verrat kommt.

Weltweit existieren verschiedene Versionen des Films. Sie unterscheiden sich in der Länge und teilweise in der Erzählstruktur. Eine von Martin Scorsese in Auftrag gegebene digital restaurierte und 25 Minuten längere Fassung hatte am 18. Mai 2012 im Rahmen der Filmfestspiele von Cannes ihre Premiere.Der Film gilt als dritter Teil der „Amerika-Trilogie“. Die ersten beiden Teile sind Spiel mir das Lied vom Tod (1968) und Todesmelodie (1971) über die Eroberung des Wilden Westens durch die Eisenbahngesellschaften und die Revolutionswirren in Mexiko. Die drei Filme weisen außer ihrer am Rande erkennbaren Kapitalismuskritik keine inhaltlich-historischen Bezüge untereinander auf.

Für ein paar Dollar mehr

Für ein paar Dollar mehr (Originaltitel: Per qualche dollaro in più, englischer Titel: For a Few Dollars More) ist ein Italowestern von Sergio Leone aus dem Jahr 1965, der als Nachfolger des Films Für eine Handvoll Dollar entstand. Er ist der zweite Teil der Dollar-Trilogie von Leone. In der Hauptrolle ist wiederum Clint Eastwood zu sehen, der sich in der Rolle eines Kopfgeldjägers mit dem von Lee Van Cleef gespielten Colonel Mortimer zu einem unschlagbaren Team zusammenrauft.

Auch Gian Maria Volonté ist wieder mit von der Partie; er verkörpert den skrupellosen El Indio. Weitere tragende Rollen sind mit Luigi Pistilli, Klaus Kinski, Mario Brega und Josef Egger besetzt. Wie Volonté wirkten Brega und Egger bereits in Für eine Handvoll Dollar mit, ebenfalls in anderen Rollen.

Für eine Handvoll Dollar

Für eine Handvoll Dollar (Originaltitel: Per un pugno di dollari) ist ein Italowestern von Sergio Leone aus dem Jahr 1964. Es ist der erste Teil der sogenannten Dollar-Trilogie Leones und führt Clint Eastwood in der Rolle eines mysteriösen Fremden in den mexikanischen Wüstenort San Miguel. Dort wird er nicht nur mit mitleidloser Brutalität, sondern auch mit dem Tod konfrontiert. Tragende Rollen sind mit Marianne Koch, Gian Maria Volonté, José Calvo, Wolfgang Lukschy und Sieghardt Rupp besetzt.

Gretchen Rau

Gretchen Rau (* 6. Juli 1939 in New Orleans; † 29. März 2006 in Northport) war eine US-amerikanische Bühnenbildnerin und Filmausstatterin.

Der erste Film, an dem Gretchen Rau beteiligt war, war der Film Atlantic City, USA von Louis Malle aus dem Jahr 1980. Hier war sie noch Assistentin in der Requisitenabteilung. Schon zwei Jahre später, in Lewis Teagues Tödliche Abrechnung war sie für das Bühnenbild des Films zuständig. In den folgenden Jahren war sie an immer bedeutenderen Produktionen beteiligt und arbeitete mehrfach mit den Regisseuren Alan Parker, Edward Zwick, Lasse Hallström, Robert Redford, Robert Benton, Fred Schepisi und Richard Pearce sowie mit Norman Mailer, Frank Oz, Barbet Schroeder, Brad Silberling, Rob Reiner, Neil Jordan, Nicholas Hytner, Alan J. Pakula, Peter Sellars, Robert Wise, Michael Winner, Michael Cimino, Sergio Leone, M. Night Shyamalan, Wes Anderson, Rob Marshall und Robert De Niro zusammen. Sie war an fast 40 Kinoproduktionen beteiligt. Zweimal, 2004 für The Last Samurai und 2006 für Memoirs of a Geisha war sie für den Oscar nominiert, den sie 2006 auch gewann. Nicht einmal vier Wochen nach dem Gewinn des Oscars starb Rau an einem Hirntumor. Im Abspann des Filmes Der gute Hirte wird im Andenken an sie mit Nennung ihres Namens erinnert.

Italowestern

Der Italowestern (auch Spaghettiwestern oder Eurowestern genannt) ist ein in den 1960ern entstandenes Sub-Genre des Westerns. Es bahnte sich in europäischen Filmen der frühen 1960er Jahre an und wurde schon bald von italienischen Produktionen dominiert.

Besonders „markenbewusst“ forcierte der Autor und Regisseur Sergio Leone seinen speziellen Stil und seine Sujets mit einer europäischen und besonders italienischen Sichtweise auf den Wildwest-Mythos.

Italowestern feierten über Jahre hinweg große Kassenerfolge. In der Blütezeit des Genres allerdings wurde der Markt mit Low-Budget-Filmen geradezu überschwemmt. Im Laufe der ersten Hälfte der 1970er Jahre ebbte die Italowestern-Welle allmählich ab oder sie ging in Komödien, aber auch ernsten Filmen mit zum Teil „amerikanischen“ Themen auf.

José Giovanni

José Giovanni (* 22. Juni 1923 in Paris; † 24. April 2004 in Lausanne) ist das Pseudonym des französisch-schweizerischen Schriftstellers und Filmemachers Joseph Damiani.

Giovanni schrieb insgesamt 20 Romane, 33 Drehbücher und zwei Erinnerungsbücher und drehte 15 Filme und fünf Fernsehstücke. In seinen Filmen spielten unter anderem Jean Gabin, Alain Delon und Lino Ventura. Die Musik für etliche der Filme von José Giovanni schrieb der früh verstorbene François de Roubaix. Ähnlich wie bei Sergio Leone und Ennio Morricone hat diese Synthese zwischen Film und Musik einige Meisterwerke hervorgebracht.

Als Jugendlicher war er als Bergführer tätig. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte Giovanni in der französischen Résistance. Nach dem Krieg wurde er wegen eines Verbrechens zum Tode verurteilt. Er kam jedoch durch die Intervention seines Vaters wieder frei. In den letzten Jahren seines Lebens engagierte er sich in der Gefängnisarbeit und der Bekämpfung der Jugendkriminalität.

In der BRD sorgte sein 1976 gedrehter und 1977 ausgestrahlter Beitrag zur Krimireihe Der Alte für einen regelrechten Skandal, da der Kommissar hier den Täter mit unlauteren Mitteln überführte. Polizeigewerkschaften protestierten, das ZDF musste sich rechtfertigen. Das Schweizer Fernsehen und der Österreichische Rundfunk zeigten die Folge gar nicht, auch im ZDF blieb sie daraufhin länger gesperrt und wurde bei Wiederholungen ausgelassen. Erst als die Reihe 2003 auf 3sat wiederholt wurde, war die Folge erstmals wieder zu sehen. Giovanni sollte noch einen zweiten Beitrag zur Krimiserie liefern, der dann aber aufgrund der Polizeiproteste bei Der Alte schlägt zweimal zu nicht zustande kam.

Luciano Vincenzoni

Luciano Vincenzoni (* 7. März 1926 in Treviso; † 22. September 2013 in Rom) war ein italienischer Drehbuchautor.

Mein Name ist Nobody

Mein Name ist Nobody (Originaltitel: Il mio nome è Nessuno) ist ein Italowestern mit einigen humorvollen Elementen von Tonino Valerii nach einer Idee von Sergio Leone. Die italienisch-deutsch-französische Koproduktion stammt aus dem Jahr 1973.

Nobody ist der Größte

Nobody ist der Größte (Originaltitel: Un genio, due compari, un pollo, wörtlich: „Ein Genie, zwei Freunde, ein Idiot“) ist ein Italowestern mit Terence Hill, den Damiano Damiani zusammen mit Sergio Leone 1975 inszenierte. Deutschsprachiger Kinostart war am 16. Dezember 1975.

Regieassistent

Der Regieassistent (Assistant director) unterstützt bei Theater-, Film-, Hörfunk- und Fernsehproduktionen die Arbeit der Regie und ist einer der wichtigsten Mitarbeiter des Regisseurs.

Sergio Corbucci

Sergio Corbucci (* 6. Dezember 1927 in Rom; † 1. Dezember 1990 ebenda) war ein italienischer Filmregisseur. Er drehte von 1951 bis 1990 mehr als 60 Filme und folgte dabei den wechselhaften Strömungen des kommerziellen italienischen Kinos.

Corbucci war neben Sergio Leone einer der prägenden Regisseure des Italowesterns. Von 1963 bis 1975 hinterließ er in diesem Genre insgesamt 13 Arbeiten, darunter die Genreklassiker Django und Leichen pflastern seinen Weg. Im Unterschied zu Leones Filmen gelten jene von Corbucci jedoch als stark schwankend hinsichtlich ihrer Qualität.

Showdown

Ein Showdown, auch Show-down, bezeichnet einen abschließenden, entscheidenden Machtkampf zwischen zwei oder mehreren Kontrahenten. Der Ausdruck bezeichnet ursprünglich das Aufdecken der Karten beim Poker (engl. to show down), meint aber auch das „Aufzeigen der wahren Verhältnisse“. Im populären Film wird der Showdown meist besonders spannungs- und effektvoll als dramaturgischer Höhepunkt bzw. Peripetie der Handlung inszeniert. Als klassische Showdowns gelten die mit Revolvern ausgetragenen Duelle in Western (z. B. Zwölf Uhr mittags) bzw. Abwandlungen davon in Actionfilmen (z. B. James Bond). Oft geht es um eine formelhafte, pathetische Konfrontation der Gegenspieler, die in ihrer zeitlichen Ausdehnung wie eine statische Manifestation des finalen Konflikts wirkt. Deutlich wird dies vor allem in den Italowestern von Sergio Leone, z. B. Zwei glorreiche Halunken (1966) und Spiel mir das Lied vom Tod (1968): Mit Nah- und Detailaufnahmen von Gesichtern, Händen und Revolvern – untermalt mit der Musik Ennio Morricones – werden die Szenen mit Spannung aufgeladen; die Konfrontation ist nun unausweichlich. In der konventionellen Hollywood-Dramaturgie bildet der Showdown den Auftakt des dreiteiligen Filmschlusses: Nach der dramatischen Zuspitzung des Konflikts folgt der eigentliche Schluss, in dem der weitere Verlauf der Auseinandersetzung dargestellt wird. Mit der Konfliktlösung entlädt sich die Spannung im Sinne eines Happy Ends und der Zuschauer wird erlöst.

Spiel mir das Lied vom Tod

Spiel mir das Lied vom Tod (Originaltitel: C’era una volta il West; englischer Titel: Once Upon a Time in the West) ist ein von Sergio Leone inszenierter Italowestern aus dem Jahr 1968. Die italienisch-US-amerikanische Koproduktion zählt zu den erfolgreichsten Filmen dieses Genres. Die Uraufführung war am 21. Dezember 1968 in Rom. Der Kinostart in der Bundesrepublik Deutschland war am 14. August 1969.

Rund um den Bau einer Eisenbahnlinie entfaltet sich eine epische Geschichte aus Rache, Gier und Mord, in deren Zentrum vier Personen stehen. Im literarischen Sinne handelt es sich um eine Schachtelgeschichte, deren Auflösung in einer Analepse, zum Ende des Filmes, in einem szenischen Rückblick erfolgt (Erzähltheorie).

Der Film gilt als der erste Teil von Leones „Es war einmal …“-Trilogie. Die anderen Teile sind Todesmelodie (1971) und Es war einmal in Amerika (1984). Die einzelnen Teile der Trilogie weisen keine inhaltlichen Bezüge zueinander auf.

Todesmelodie

Todesmelodie (Originaltitel: Giù la testa) ist ein Italo-Western des Regisseurs Sergio Leone aus dem Jahr 1971. Die Hauptrollen spielen Rod Steiger und James Coburn.

Es handelt sich um den zweiten Teil der Amerika-Trilogie von Sergio Leone, die mit Spiel mir das Lied vom Tod beginnt und mit Es war einmal in Amerika endet. Der Film handelt vor dem Hintergrund der mexikanischen Revolutionswirren ab 1910. Zwar gibt es keinen inhaltlichen Zusammenhang zwischen diesen drei Filmen und den realen Ereignissen, doch sind deutlich Parallelen erkennbar. So geht es in allen drei Filmen um Freundschaft, Verrat, Rache und – in den letzten beiden Filmen – auch um Vergebung. Auffällig ist ferner, wie explizit in den beiden letzten Teilen Geld und politische Fragen (Revolution, Klassenkampf, Arbeiterbewegung, korrupte Politiker) im Mittelpunkt stehen.

Zwei glorreiche Halunken

Zwei glorreiche Halunken (Originaltitel: Il buono, il brutto, il cattivo; internationaler Titel: The Good, the Bad and the Ugly) ist ein Spielfilm aus dem Jahr 1966. Er entstand unter der Regie von Sergio Leone und gilt als Klassiker des Italowestern, nach Für eine Handvoll Dollar und Für ein paar Dollar mehr der dritte Teil von Leones „Dollar-Trilogie“, in der jeweils Clint Eastwood eine der Hauptrollen spielt.

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