Schloss Osnabrück

Das Osnabrücker Schloss war die Residenz des protestantischen Osnabrücker Fürstbischofs Ernst August I. von Braunschweig-Lüneburg und seiner Frau Sophie von der Pfalz. Es ist seit 1974 Sitz der Verwaltung der Universität Osnabrück. Das Gebäude samt Gartenanlage, die Skulpturen im Schlossgarten einschließlich des Lyra-Denkmals stehen unter Denkmalschutz.

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Blick vom Schlossgarten

Geschichte

Osnabrück Bischöfliche Residenz (1777)@01
Die Bischöfliche Residenz (nach 1777)

1662 war Ernst August Bischof von Osnabrück geworden. Wie seine Vorgänger seit dem 11. Jahrhundert residierte er im südlich der Stadt gelegenen Iburger Schloss. Dieses genügte bald seinen Repräsentationsansprüchen nicht mehr. Außerdem beabsichtigte er, die Unabhängigkeit der Stadt einzuschränken. In Osnabrück gab es kein für seine Zwecke geeignetes Gebäude. Die von seinem katholischen Amtsvorgänger Franz Wilhelm von Wartenberg erbaute und nur zeitweilig bewohnte Petersburg war bereits 1648 von den Osnabrücker Bürgern geschleift worden.

Ernst August kaufte ein Gelände in der Neustadt. 1667 wurde mit dem Bau des vierflügeligen Schlosses im Stil des Barock begonnen. Mit dem Bau waren wechselnde Architekten beauftragt. Im viergeschossigen Wohnbau, dem Corps de Logis, befanden sich Wohn- und Gästeräume, Wirtschaftsräume, der Marstall, eine Kapelle sowie im dritten Stockwerk ein Festsaal von 25 Meter Länge. Auch Sophie von der Pfalz brachte Ideen ein, nachdem sie mit ihrer Tochter Sophie Charlotte Schlösser und Gärten in Frankreich besucht hatte. Insbesondere die Gestaltung des Schlossparks machte sie sich zur Aufgabe.

1673 war das Schloss bezugsfertig. Der jüngste Sohn des Paares, Ernst August II. von Hannover, wurde 1674 im Osnabrücker Schloss geboren. Die Bischofsfamilie verließ Osnabrück, nachdem der ältere Bruder Ernst Augusts, Johann Friedrich, 1679 gestorben war und Ernst August dessen Nachfolge im Fürstentum Calenberg antrat. Die Familie residierte fortan in Hannover, doch trauerte Sophie der Osnabrücker Residenz nach: Ich werde mein Leben lang den Garten und das Schloss in Osnabrück vermissen. Mein Garten, meine Blumen, mein Haus, meine Möbel: Ich finde mich dieser Freuden auf einmal beraubt.[1]

Georg I. Ludwig (1)
König Georg I. starb 1727 im Osnabrücker Schloss

Das Osnabrücker Schloss stand mit Ausnahme der Jahre, als Ernst Augusts und Sophies Sohn Ernst August II. 1715 Nachfolger des katholischen Bischofs Karl Joseph von Lothringen wurde und in Osnabrück residierte, meist leer. Der älteste Bruder Ernst August II., Georg Ludwig, wurde als Georg I. König von Großbritannien und Irland. Er starb am 11. Juni 1727 im Osnabrücker Schloss, als er sich auf dem Weg von England nach Hannover befand.[2] Ernst August II. starb am 14. August 1728 im Osnabrücker Schloss. Auf ihn folgte mit Clemens August I. von Bayern wieder ein Katholik als Bischof. Da er fünf Fürstbistümer zugleich regierte und meist in der Bonner Residenz oder auf Schloss Brühl lebte, wurde das Osnabrücker Schloss vernachlässigt und drohte zu verfallen.

Ab 1803 diente das Schloss als Verwaltungsgebäude. Im Zweiten Weltkrieg wurde es durch Bombardement zerstört; nur die Außenmauern blieben erhalten. Nach Kriegsende wurde es wieder aufgebaut; die Innenräume wurden mehrfach umgebaut.

Gestapokeller

Während der Zeit des Nationalsozialismus war die Geheime Staatspolizei von 1938 an in der früheren Reithalle im westlichen Flügel des Schlosses untergebracht. Im Keller richtete sie fünf Haft- und Folterzellen ein. Darin waren während der Novemberpogrome 1938 jüdische Osnabrücker inhaftiert, ehe sie in das Konzentrationslager Buchenwald gebracht wurden. Auch spätere Insassen des Straflagers für ausländische Zwangsarbeiter am Augustaschacht Ohrbeck wurden zunächst hier gefangen gehalten, außerdem politische Häftlinge sowie auch weiterhin verfolgte Juden. Am Westflügel des Schlosses erinnert seit 1995 eine Gedenktafel an die Gestapo-Opfer in Osnabrück. Nach Ende des Krieges wurden die Räume zeitweilig als Lager genutzt. Der Verein „Gedenkstätte Gestapokeller im Osnabrücker Schloss“ eröffnete 2001 mit Unterstützung der Universität Osnabrück die Gedenkstätte Gestapokeller mit Dauer- und Wechselausstellungen.

Pädagogische Hochschule und Universität

1953 wurde die Adolf-Reichwein-Hochschule Celle, eine Pädagogische Hochschule, nach Osnabrück verlegt. Sie nahm ihren Sitz im Osnabrücker Schloss. 1969 wurden alle acht Pädagogischen Hochschulen im Land Niedersachsen als Pädagogische Hochschule Niedersachsen zusammengeschlossen. Die Abteilungen Vechta und Osnabrück wurden mit dem am 3. Dezember 1973 verkündeten Gesetz über die Organisation der Universitäten Oldenburg und Osnabrück am 5. Dezember in die neue Universität Osnabrück integriert. Sie nahm den Lehrbetrieb zum Sommersemester 1974 auf. Die Verwaltung der Universität hat seither ihren Sitz im Schloss. Außerdem sind die Facheinheiten Musik/Musikwissenschaft und Evangelische Theologie im Schloss-Hauptgebäude untergebracht. Die Schloss-Aula wird für größere Veranstaltungen, Konzerte und Kongresse genutzt.

Galerie

Schloss Osnabrück Frontalansicht von der Straße. Universität Osnabrück. UOS. Foto Clemens Ratte-Polle. 2015.05.06.DSC05833

Frontalansicht vom Neuen Graben aus

Schloss Osnabrück 2017

Hauptflügel vom Innenhof aus

Portal Schloss Osnabrück 2017

Portal des Haupteingangs

Kastelo Osnabrück 6

Innenhof

Neuer Graben-Schloss Osnabrueck

Blick aus östlicher Richtung

Innenstadt, 49074 Osnabrück, Germany - panoramio (67)

Westseite aus Richtung der OsnabrückHalle, im Vordergrund das Kunstwerk Solara

Schlossgarten

Sophie von der Pfalz von Peter Lely
Sophie von der Pfalz beeinflusste die Gestaltung des Schlossgartens
Schloss Osnabrück Schlosspark. Ansicht aus dem Schloss heraus. Foto Clemens Ratte-Polle. 2015.08.05.DSC07143
Blick vom Schloss in den Schlossgarten
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Skulpturen (um 1740) im Schlossgarten

Der Schlossgarten mit einer Fläche von mehr als drei Hektar wurde 1674 von dem französischen Gartenarchitekten Martin Charbonnier geplant. Er war auch an der Weiterentwicklung des Großen Gartens in Herrenhausen beteiligt. Sophie von der Pfalz berichtete über die Arbeiten im Schlossgarten: Ich stehe alle Morgen um sechs Uhr auf. Dann beobachte ich die Soldaten, die unseren Garten vergrößern und ihn mit einem Kanal umgeben. Er ist noch nicht sehr schön, aber es freut mich, ihn fortschreiten zu sehen. Ich hoffe, meine Tage hier zu beschließen; ich werde es niemals bequemer haben.[3] Im Zentrum des symmetrischen Parks mit Mittelachse wurde ein Wasserbecken angelegt; ein Wald bildete den südlichen Abschluss.

Der Schlossgarten wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. In den 1940er und 1950er Jahren hatten die britischen Streitkräfte hier Nissenhütten für deren Soldaten errichtet; sogar ein eigenes Kino war vorhanden.[4] In den 1960er Jahren wurde nach deren Abbau der Garten von Werner Lendholt neu angelegt. Im Schlossgarten stehen vier Skulpturen, die vermutlich um 1740 von einem Schüler des Barockbaumeisters Johann Conrad Schlaun angefertigt wurden. Es sind Allegorien auf die Kontinente Europa, Asien, Afrika und Amerika. Sie wurden 1965 vom früheren Rittergut in Eggermühlen nach Osnabrück gebracht, nachdem sie zuvor gründlich restauriert worden waren. 1976 wurden die Skulpturen erneut überholt. Die Europa-Allegorie war Mitte der 80er Jahre vom Sockel gestoßen worden und wurde 1986 repariert. 1996 waren die Schäden durch Verschmutzung und Vandalismus so groß geworden, dass die Skulpturen erneut restauriert wurden.[5]

Schlossgarten Open Air

Seit 2015 wird im Osnabrücker Schlossgarten jährlich im Sommer das zweitägige Musikfestival Schlossgarten Open Air mit national und international bekannten Künstlern veranstaltet. Dabei wird die Bühne vor der Schlossterrasse aufgebaut, der Zuschauerbereich befindet sich auf der Schlosswiese. Pro Abend wird das Open Air von bis zu 12.000 Zuschauern besucht. Veranstalter ist die Goldrush Festival GmbH, die zum Umfeld des Osnabrücker Rosenhofs gehört. Künftig ist geplant, das Festival um einen dritten Veranstaltungstag zu erweitern.[6]

Historie
Jahr Datum Freitag Samstag
2015 17. und 18. Juli Gregor Meyle, Tonbandgerät, Revolverheld Die Fantastischen Vier, Seven
2016 5. und 6. August Mark Forster, Rea Garvey, Max Giesinger & Band, Walking on Cars Cro (MTV Unplugged), Vona
2017 4. und 5. August Andreas Bourani, Silbermond, Wincent Weiss Afrob, Beginner, Samy Deluxe
2018 10. und 11. August Donots, Dropkick Murphys, Fiddler’s Green Sarah Connor, Nena, Daniel Wirtz
2019 16. und 17. August Max Giesinger, Michael Patrick Kelly, Lotte Jan Delay & Disko No. 1, Samy Deluxe (MTV Unplugged), Christian Steiffen

Literatur

  • Rolf Schneider: Ernst August I. und Sophie von der Pfalz als Bischofspaar in Iburg und Osnabrück (1662-1679) In: Heimatbund Osnabrücker Land e. V., Kreisheimatbund Bersenbrück e. V. (Hrsg.): Heimat-Jahrbuch Osnabrücker Land. Georgsmarienhütte 2003, ISSN 1618-5757
  • Heinrich Siebern, Erich Fink (Bearb.): Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, IV. Regierungsbezirk Osnabrück, 1. und 2. Stadt Osnabrück. Hannover 1907; Neudruck Kunstdenkmälerinventare Niedersachsens, Band 39. H. Th. Wenner, Osnabrück 1978, S. 238–247, ISBN 3-878-98133-3
  • Hans-Herbert Möller (Hrsg.), Christian Kämmerer (Bearb.): Baudenkmale in Niedersachsen, Band 32, Stadt Osnabrück. Braunschweig/Wiesbaden 1986, S. S. 92–93, ISBN 3-528-06209-6
  • Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Institut Denkmalpflege: Verzeichnis der Baudenkmale gem. § 4 (NDSchG), Stadt Osnabrück, Stand: 15.07.1986, S. 5 (Beilage der Baudenkmale in Niedersachsen)
  • Franz-Joachim Verspohl (Hrsg.): Das Osnabrücker Schloß: Stadtresidenz, Villa, Verwaltungssitz. Bramsche 1991, ISBN 3-922469-55-8; davon online auf der Seite der Associazione Culturale Chronos a Roma / Kulturverein Chronos: Inge Jaehner: Zufallsnutzung und Zerfall. Der Bedeutungsverlust des Schlosses seit 1802:
  • Christine van den Heuvel: Das Osnabrücker Schloß. Quellen zur Baugeschichte, Hofhaltung und Gartenanlage im Hauptstaatsarchiv Hannover. In: Osnabrücker Mitteilungen 98, 1993, S. 87–113
  • Heiko Laß: Das Residenzschloss im 17. Jahrhundert im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und die Schlösser in Iburg und Osnabrück. In: Der Rittersaal auf der Iburg. Hrsg. von Susanne Tauss, Göttingen 2007, S. 153–172
  • Klaus Niehr: Schale und Kern. Fünf Bausteine zum Osnabrücker Schloss, Göttingen 2011, ISBN 978-3-89971-887-4

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Wolf Schneider: Ernst August I. und Sophie von der Pfalz als Bischofspaar in Iburg und Osnabrück (1662-1672) in: Heimatjahrbuch Osnabrücker Land 2003, S. 204
  2. Georg I. stirbt im Osnabrücker Schloss [1]
  3. Wolf Schneider: Ernst August I. und Sophie von der Pfalz als Bischofspaar in Iburg und Osnabrück (1662-1672) in: Heimatjahrbuch Osnabrücker Land 2003, S. 200
  4. Klaus J. Bade, Hans-Bernd Meier und Bernhard Parisius (Hg.): Zeitzeugen im Interview. Flüchtlinge und Vertriebene im Raum Osnabrück nach 1945, Osnabrück 1997, 216 S., 75 Abb. und Graphiken (ISBN 3-930595-63-X)
  5. Restaurierung der Skulpturen im Schlossgarten Osnabrück [2] in: Baufachinformation
  6. Schlossgarten-Open-Air ab 2019 drei Tage lang?, noz.de, 6. August 2018, abgerufen am 13. April 2019.

Koordinaten: 52° 16′ 16,5″ N, 8° 2′ 39″ O

Adolf Reichwein

Adolf Reichwein (* 3. Oktober 1898 in Ems; † 20. Oktober 1944 in Berlin-Plötzensee) war ein deutscher Pädagoge und Kulturpolitiker (SPD). Er war als Mitglied des Kreisauer Kreises aktiv im Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur.

Alte Synagoge (Osnabrück)

Die Alte Synagoge war die Synagoge der jüdischen Gemeinde in Osnabrück (Niedersachsen) in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Synagoge wurde am 9. November 1938, während des Novemberpogroms, in Brand gesetzt. Am selben Tag wurde der Abriss verfügt.

Bad Iburg

Bad Iburg ist eine Stadt und ein staatlich anerkannter Kneipp-Kurort im Südwesten des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen.

Bedeutendstes Bauwerk ist das über der Stadt thronende Schloss Iburg mit ehemaliger Benediktinerabtei, das über sieben Jahrhunderte die Residenz der Osnabrücker Bischöfe war.

Bad Iburg gehörte zur Westfälischen Hanse und ist seit 1980 Mitglied der Neuen Hanse.

Durch Bad Iburg führt die Friedensroute, ein Radwanderweg, der an den Friedensschluss von 1648 zur Beendigung des Dreißigjährigen Kriegs erinnert, der in Osnabrück und Münster verhandelt wurde. Der Hermannsweg, ein Wanderweg, führt durch das Gebiet der Stadt auf dem Dörenberg und dem Großen Freeden.

Im Sommerhalbjahr 2018 (18. April bis 14. Oktober) beheimatete die Gemeinde die Niedersächsische Landesgartenschau 2018.

Bistum Osnabrück

Das Bistum Osnabrück (lat. Dioecesis Osnabrugensis) ist eine römisch-katholische Diözese in Deutschland. Sie umfasst Gebiete im Westen Niedersachsens sowie den Teil der Stadt Bremen südlich der Lesum. Seit 1995 ist das Bistum Teil der neu errichteten Kirchenprovinz Hamburg.

Clemens August von Bayern

Clemens August Ferdinand Maria Hyazinth, Herzog von Bayern (* 16. August 1700 in Brüssel; † 6. Februar 1761 in Koblenz) war als Clemens August I. von 1723 bis 1761 Erzbischof von Köln und damit gleichzeitig Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches, Landesherr des zugehörigen Erzstifts sowie der Nebenländer Recklinghausen und Westfalen. Außerdem war er Legatus natus des Heiligen Apostolischen Stuhls zu Rom, Hochmeister des Deutschen Ordens, Fürstbischof von Regensburg, Münster, Osnabrück, Paderborn und Hildesheim sowie Inhaber anderer kirchlicher Würden.

Clemens August, zeitgenössisch wegen seiner Bischofssitze als Monsieur des cinq églises (Herr der fünf Kirchen) bezeichnet, war einer der wichtigsten geistlichen Reichsfürsten seiner Zeit. Außenpolitisch wechselte er häufig seine Bündnispartner. Innenpolitisch blieben Reformen weitgehend aus. Der Nachwelt in Erinnerung geblieben ist er als prunkliebender Rokokofürst, der eine prachtvolle Hofhaltung betrieb und zahlreiche Schlösser bauen oder umbauen ließ.

Dodesheide

Dodesheide ist ein Stadtteil im Nordosten von Osnabrück mit 9.415 Einwohnern (12/2014), die sich auf 4,49 km² Fläche verteilen. Begrenzt wird der Stadtteil im Norden durch die Vehrter Landstraße, im Westen durch die Landwehr, eine aus Wall und Graben bestehende ehemalige Befestigung des Osnabrücker Stadtgebietes, im Süden durch den Sandbach und die Bahnlinie Osnabrück–Bremen und im Osten durch die Stadtgrenze.

Ernst August (Hannover)

Ernst August von Braunschweig-Calenberg (* 20. November 1629 auf Schloss Herzberg in Herzberg am Harz; † 23. Januar 1698 in Schloss Herrenhausen, Hannover) war Herzog zu Braunschweig und Lüneburg. Zunächst war er als nachgeborener Prinz für den geistlichen Stand bestimmt und wurde als Ernst August I. Fürstbischof von Osnabrück. 1679 wurde er Fürst von Calenberg und 1692 der erste Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg („Kurhannover“).

Georg I. (Großbritannien)

Georg I. – geboren als Herzog Georg Ludwig von Braunschweig-Lüneburg – (* 28. Maijul./ 7. Juni 1660greg. im Leineschloss, Hannover, Fürstentum Calenberg; † 11. Junijul./ 22. Juni 1727greg. in Schloss Osnabrück, Hochstift Osnabrück) war ein Monarch aus der Dynastie der Welfen.

Ab 1698 regierte er als Kurfürst Georg Ludwig das Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg (auch Kurfürstentum Hannover oder Kurhannover) und bekleidete das Amt des Erzbannerträgers des Heiligen Römischen Reiches. Aufgrund der Bestimmungen des Act of Settlement, welche die Grundlage der protestantischen Thronfolge schuf, wurde er 1714 als Georg I. König von Großbritannien. Damit begründete er das in Großbritannien bis 1901 regierende Haus Hannover sowie die bis 1837 bestehende Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover.

Die Forschungen Ragnhild Hattons, die immer noch weitgehend Gültigkeit besitzen, haben zu der Einsicht geführt, dass Georgs Politik nüchtern betrachtet durchaus vorteilhaft für England war. Er söhnte das Königreich mit den Vereinigten Niederlanden und dem Hause Habsburg aus, nachdem England zuvor bereits einen Separatfrieden mit Frankreich geschlossen hatte. Des Weiteren trug er erheblich zur Stabilisierung der politischen Verhältnisse im Königreich bei. Gleichzeitig verschoben sich während der Herrschaft Georgs I. die politischen Machtverhältnisse in Großbritannien endgültig von der Krone zugunsten der Regierung und des Parlaments.

Gestapokeller

Gestapokeller steht für

Gestapo-Keller (Brüssel), Louizalaan 453 und 347, (Denkmalschutz)

Gestapokeller (Osnabrück), von der Geheimen Staatspolizei genutzte Kellerräumlichkeiten im Schloss Osnabrück, siehe auch Schloss Osnabrück#Gestapokeller

Hörder Gestapokeller, von der Gestapo genutzte Räume in Hörde, heute ein Stadtteil von Dortmund

GeStaPo-Keller (Mainz), Kaiserstraße 31

Innenstadt (Osnabrück)

Innenstadt ist der zentrale Stadtteil der niedersächsischen Stadt Osnabrück mit 9561 Einwohnern (31. Dezember 2017), die sich auf 1,71 km² Fläche verteilen.

Die Innenstadt besteht aus der mittelalterlichen Altstadt und aus der mittelalterlichen Neustadt, die 1306 zu einer Stadt vereinigt wurden. Die Altstadt entstand um die drei mittelalterlichen Stadtkirchen, die zunächst in der Umgebung eigene „Burgen“ bildeten: um die evangelisch-lutherische Kirche St. Marien, die evangelisch-lutherische Kirche St. Katharinen und den Dom St. Peter als Bischofskirche. Die Neustadt entstand um die Kirche St. Johann.

Ferner zählen die Gymnasialkirche und die Herz-Jesu-Kirche zur heutigen Innenstadt. Außerdem sind zwei Moscheen in der Innenstadt.

Dort befindet sich das ehemalige fürstbischöfliche Schloss Osnabrück, heute Sitz der Universität Osnabrück. Der Stadtteil ist das wirtschaftliche Zentrum der Stadt. Hier sind insbesondere der Einzelhandel mit der weitläufigen Fußgängerzone von Bedeutung. Auch Dienstleistungsunternehmen wie die Gastronomie und Hotellerie, öffentliche Verwaltungen und Bildungseinrichtungen sind in der Innenstadt ansässig. 1974 wurde das Iduna-Hochhaus fertiggestellt.

Martin Charbonnier

Martin Charbonnier (* um 1655 vermutlich in Frankreich; † 18. September 1720) war ein Gartenkünstler des Barocks.

Niedersachsen

Niedersachsen [ˈniːdɐzaksn̩] (saterfriesisch Läichsaksen, ostfriesisch Leeghsaksen, niederdeutsch Neddersassen, Landescode NI, Abkürzung Nds.) ist ein Land im mittleren Nordwesten der Bundesrepublik Deutschland. Das Flächenland steht mit rund 47.600 km² unter den 16 deutschen Ländern auf dem zweiten Platz hinter Bayern und nimmt bei einer Einwohnerzahl von rund 7,96 Millionen in dieser Hinsicht Platz vier ein. Neben der Landeshauptstadt Hannover gibt es sieben weitere Großstädte: Braunschweig, Oldenburg, Osnabrück, Wolfsburg, Göttingen, Hildesheim und Salzgitter. Die Ballungsräume von Bremen und Hamburg reichen weit nach Niedersachsen hinein.

Das heutige Land Niedersachsen entstand nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Vereinigung des Landes Hannover mit den Freistaaten Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe.

Regierungsbezirk Osnabrück

Der Regierungsbezirk Osnabrück war ein Regierungsbezirk der preußischen Provinz Hannover und des Landes Niedersachsen. Er bestand von 1885 bis 1978. 1978 wurde er mit dem Regierungsbezirk Aurich und dem Verwaltungsbezirk Oldenburg zum Regierungsbezirk Weser-Ems vereinigt, der wiederum am 31. Dezember 2004 – wie auch die anderen drei niedersächsischen Regierungsbezirke – aufgelöst wurde.

Schloss (Architektur)

Ein Schloss ist ein Gebäude oder Gebäudekomplex, das/der im Auftrag des Landesherrn oder anderer Mitglieder des Adels errichtet wurde; es bezieht diese Bezeichnung damit unabhängig von der Größe oder der künstlerischen Gestaltung seiner Fassade. Stattliche Schlösser gingen häufig aus mittelalterlichen Burganlagen hervor, einige Schlösser gründen auch auf früheren Klöstern. Vom Ende des Mittelalters bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts stellten die Schlösser in vielen Regionen Europas kulturelle und politische Zentren dar und werden daher heute als Baudenkmale klassifiziert.

Als Baudenkmale sind Schlösser Kulturgut und Teil des kulturellen Erbes. Viele Schlösser tragen entsprechende Kennzeichen (siehe Blue Shield International).

Dieser Artikel behandelt die Kunstgeschichte der als Schlösser bezeichneten Wohnbauten in Europa.

Für eine Auflistung von Schlössern in verschiedenen Ländern, siehe Liste von Schlössern.

Schloss und Benediktinerabtei Iburg

Schloss und Kloster Iburg in Bad Iburg gehören zu den historisch bedeutsamen Bauanlagen im Landkreis Osnabrück in Niedersachsen.

Die Iburg entstand 1070 auf einer Anhöhe als Burg mit Holzkapelle, das Benediktinerkloster in ihr wurde 1080 gegründet. Vom 11. bis Ende des 17. Jahrhunderts residierten die Bischöfe von Osnabrück in der Doppelanlage aus Schloss und Kloster. Kunstgeschichtlich bemerkenswert ist der Rittersaal aus dem 17. Jahrhundert wegen seiner Deckenmalerei in perspektivischer Scheinarchitektur. Iburg ist die älteste Ritterburg und neben der Holter Burg die einzige Bergburg des Bistums.

Sophie Charlotte von Hannover

Sophie Charlotte Herzogin von Braunschweig und Lüneburg (inoffiziell „Prinzessin von Hannover“) (* 30. Oktober 1668 in Iburg; † 1. Februar 1705 in Hannover) war die einzige Tochter von Sophie von der Pfalz und Ernst August von Braunschweig-Lüneburg, dem späteren ersten Kurfürsten von Hannover.

1684 heiratete sie den Kurprinzen Friedrich von Brandenburg, der ab 1688 als Kurfürst Friedrich III. regierte und sich 1701 zum König in Preußen krönte. Ihr Sohn ist der spätere „Soldatenkönig“ Friedrich Wilhelm I., ihr Enkel Friedrich II.

Ihr Gemahl erbaute ihr das Schloss Charlottenburg, das sie als Hauptwohnsitz nutzte. Sie galt als hochgebildet und pflegte wie ihre Mutter eine enge Freundschaft mit Leibniz.

Sophie von der Pfalz

Sophie, Prinzessin von der Pfalz, auch bekannt als Sophie von Hannover (* 14. Oktober 1630 in Den Haag; † 8. Juni 1714 in Herrenhausen) war durch ihre Heirat Herzogin zu Braunschweig und Lüneburg und Kurfürstin von Braunschweig-Lüneburg. Durch den Act of Settlement war sie ab 1701 die designierte Thronfolgerin der britischen Monarchie.

Universität Osnabrück

Die Universität Osnabrück ist eine öffentliche Universität in Osnabrück, Niedersachsen.

Sie besteht seit 1974 und ist in der heutigen Form aus einer Pädagogischen Hochschule, der Adolf-Reichwein-Hochschule, hervorgegangen, die seit 1953 ihren Sitz im Osnabrücker Schloss hatte.

Im Mittelpunkt der Forschung steht eine Vielzahl von interdisziplinären Studiengängen, die nur an wenigen deutschen Universitäten angeboten werden oder die es in dieser Form nur in Osnabrück gibt. Dazu gehören beispielsweise Steuerwissenschaften (LL.M. Taxation), Angewandte Systemwissenschaft und Cognitive Science. Zentrale interdisziplinäre Einrichtungen sind das Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS), das Interdisziplinäre Institut für die Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit sowie das Institut für Finanz- und Steuerrecht.

Seit 1999 finanziert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) einen biowissenschaftlichen Sonderforschungsbereich Membranproteine, mit dem die Universität in der biologischen Spitzenforschung vertreten ist. Mit dem Studienprogramm Cognitive Science hat sich die Universität Osnabrück ein international beachtetes Forschungsgebiet erschlossen. Auch das European Legal Studies Institute gehört in der Rechtsvergleichung und Rechtsvereinheitlichung zu den wichtigsten Forschungseinrichtungen Europas.

Mehrere Graduiertenkollegs sowie ein internationales Promotionsprogramm in der Physik fördern die jungen Wissenschaftler. Der botanische Garten bietet sowohl Wissenschaftlern als auch Studierenden ausgezeichnete Arbeitsbedingungen.

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