Salomo

Der König Salomo bzw. Salomon (hebräisch שְׁלֹמֹה Šəlomoh) war – nach der Darstellung der Bibel – im 10. Jahrhundert v. Chr. Herrscher des vereinigten Königreichs Israel. Entsprechend dem biblischen Bericht war er der Erbauer des ersten jüdischen Tempels in Jerusalem und der dritte König in Israel nach Saul und seinem Vater David.

Saabaghiberti
Salomon trifft die Königin von Saba; Relief von Lorenzo Ghi­ber­ti an der bron­ze­nen Pa­ra­dies­pfor­te des Bap­tis­te­ri­ums in Flo­renz, 1425ff.

Biblische Darstellung

Außen- und Innenpolitik

Kingdoms of Israel and Judah map 830
Das vereinigte Kö­nig­reich Is­ra­el lös­te sich nach dem Tod Sa­lo­mos ca. 926 v. Chr. in das von Je­ro­be­am I. re­gie­rte Nord­reich Is­ra­el (mit der Haupt­stadt Sa­ma­ria; blau ge­färb­tes Are­al) und das von Re­ha­be­am re­gier­te Ju­da im Sü­den (mit der Haupt­stadt Je­ru­sa­lem; ocker ge­färb­tes Are­al) auf.

Die einzigen Quellen sind das 1. Buch der Könige, Kap. 1–11, sowie das 2. Buch der Chronik, Kap. 1–9. Danach war Salomo der Sohn Davids und Bathsebas, welche eine hervorgehobene Rolle unter den Frauen des alternden Königs spielte, vor allem auch hinsichtlich der Frage der Nachfolge. Salomos Regierungszeit wird traditionell mit 40 Jahren angegeben und auf die Zeit von etwa 970 v. Chr. bis ca. 931 v. Chr. berechnet. Allerdings existieren keine historischen Belege außerhalb des Alten Testaments. Bei den „40 Jahren“ handelt es sich zudem um eine zuvor schon öfter verwendete runde Zahl, die in biblischen Erzählungen zumeist für die Dauer „einer Generation“ verwendet wurde. Eine zuverlässige Datierung seiner Regentschaft ist daher nicht möglich.

Salomo soll das von seinem Vater geschaffene Großreich im Wesentlichen erhalten sowie modernisiert und eine moderne Verwaltung mit Beamtenstab geschaffen haben. Das Reich soll außerdem in zwölf Bezirke oder Gaue (1 Kön 4 ) aufgeteilt worden sein. Schließlich sei das Heer ebenfalls modernisiert und mit Kampfwagen ausgestattet worden, wodurch das stehende Heer größere Bedeutung gegenüber dem Heerbann des Volkes gewann. An den alttestamentlichen Darstellungen sind insgesamt Zweifel angebracht. So verweisen viele Erzählungen in das 8. und 7. Jahrhundert v. Chr., die überhöht und anachronistisch-legendenhaft in die Regentschaftzeit Salomos übertragen wurden.

Salomo, der gemäß alttestamentlicher Quellen auf eine Vergrößerung des Reiches verzichtete, soll die friedlichen Beziehungen erweitert haben. Der Handel, den er mit den Völkern des Nordens sowie des Südens im Verbund mit dem phönizischen König Hiram von Tyros betrieben haben soll, widerspricht archäologischen Befunden. Der phönizische Handel und der damit verbundene Schiffsbau in Eilat am Nordostzipfel des Roten Meeres, dem heutigen Golf von Akaba, kann ebenfalls nicht vor dem 8. Jahrhundert v. Chr. erfolgt sein. Die überlieferten dreijährigen Seefahrten in das Goldland Ophir, die „Salomo von dort 420 Zentner Gold brachten“ (1 Kön 9,26–28 ), datieren ebenso wie die Tarsis-Schiffe in den gleichen Zeitraum. Die an anderer Stelle erklärte Schiffsfracht aus Ophir mit „Gold, Silber, Elfenbein, Affen und Pfauen“ verweisen auf altägyptische Handelslisten.

Die Forschung vermutet daher, dass die Schiffe entweder an der arabischen Küste oder an der afrikanischen Ostküste hinuntersegelten. Der Ort Ophir wird deshalb südlich des Sambesi im heutigen Simbabwe vermutet. Die damit zusammenhängende Geschichte der Königin von Saba (1 Kön 10,1–13 ) gilt als redaktionelle Ergänzung, die wohl aus der assyrischen Epoche Sanheribs und Asarhaddons stammt. Die mit einem ägyptischen Pharao geknüpften Verbindungen sind in ägyptischen Quellen nicht belegt.[Anm. 1] Handelsbeziehungen mit dem goldreichen Tarsis (Tartessos) in Spanien können während Salomos Regentschaftsdauer noch nicht stattgefunden haben, da die Handelsaufnahme erst mehr als ein Jahrhundert später durch die Phönizier bezeugt ist und Salomo keine eigene Flotte sowie erfahrene Seeleute besaß.

Kulturelle Leistungen

Salomo baute nach alttestamentlichen Angaben mehrere Städte im Land aus, vor allem aber ließ er Jerusalem erweitern und erbaute den ersten Tempel für JHWH (siehe Salomonischer Tempel) sowie seinen eigenen Palast (1 Kön 6–7 ).

Er öffnete das Reich gegenüber anderen Kulturen und Religionen, was ihm bei anderen Völkern ein großes Ansehen verschaffte und zeitweise in der Forschung als „salomonische Aufklärung“ bezeichnet wurde. Sprichwörtlich wurde die Übernahme altorientalischer Weisheit unter der Regentschaft Salomos.

Traditionell gilt er als Autor der biblischen Schriften Buch der Sprichwörter, Kohelet, Hoheslied und Buch der Weisheit. In der modernen Forschung nimmt man dagegen an, dass er allenfalls der Sammler oder Auftraggeber eines Teils der „Sprüche Salomos“ war.

Das Urteil des Königs Salomo

Venice – Doge’s Palace – King Salomon verdict
Darstellung am Do­gen­pa­last in Ve­ne­dig

Diese Geschichte ist besonders bekannt und als salomonisches Urteil auch im allgemeinen Sprachgebrauch verankert. Das Urteil wird hier zitiert nach der Einheitsübersetzung der Bibel (1 Kön 3,16–28 ); zur Verbesserung der Lesbarkeit sind Anführungszeichen und Absätze hinzugefügt.

Damals kamen zwei Dirnen und traten vor den König.
Die eine sagte: „Bitte, Herr, ich und diese Frau wohnen im gleichen Haus, und ich habe dort in ihrem Beisein geboren. Am dritten Tag nach meiner Niederkunft gebar auch diese Frau. Wir waren beisammen; kein Fremder war bei uns im Haus, nur wir beide waren dort. Nun starb der Sohn dieser Frau während der Nacht; denn sie hatte ihn im Schlaf erdrückt. Sie stand mitten in der Nacht auf, nahm mir mein Kind weg, während deine Magd schlief, und legte es an ihre Seite. Ihr totes Kind aber legte sie an meine Seite. Als ich am Morgen aufstand, um mein Kind zu stillen, war es tot. Als ich es aber am Morgen genau ansah, war es nicht mein Kind, das ich geboren hatte.“
Da rief die andere Frau: „Nein, mein Kind lebt, und dein Kind ist tot.“
Doch die erste entgegnete: „Nein, dein Kind ist tot, und mein Kind lebt.“
Man brachte es vor den König. So stritten sie vor dem König.
Da begann der König: „Diese sagt: ‚Mein Kind lebt, und dein Kind ist tot!‘' und jene sagt: ‚Nein, dein Kind ist tot, und mein Kind lebt.‘“ Und der König fuhr fort: „Holt mir ein Schwert!“ Nun entschied er: „Schneidet das lebende Kind entzwei, und gebt eine Hälfte der einen und eine Hälfte der anderen!“
Doch nun bat die Mutter des lebenden Kindes den König – es regte sich nämlich in ihr die mütterliche Liebe zu ihrem Kind: „Bitte, Herr, gebt ihr das lebende Kind, und tötet es nicht!“
Doch die andere rief: „Es soll weder mir noch dir gehören. Zerteilt es!“
Da befahl der König: „Gebt jener das lebende Kind, und tötet es nicht; denn sie ist seine Mutter.“
Ganz Israel hörte von dem Urteil, das der König gefällt hatte, und sie schauten mit Ehrfurcht zu ihm auf; denn sie erkannten, dass die Weisheit Gottes in ihm war, wenn er Recht sprach.

Nach Hugo Greßmann handelt es sich bei dem biblischen Stoff vom salomonischen Urteil um eine Wanderlegende, die erstmals in Indien in den Jātakas auftauchte, sich nach Tibet und China ausbreitete, vielfach abgewandelt wurde und auf noch wenig erforschtem Weg auch in den vorderen Orient gelangte.[1]

Mythos und Kritik

Die Zeit der Herrschaft Salomos gilt in der Bibel als eine Zeit des Friedens und des Wohlstandes, charakterisiert durch die Wiedergabe eines Traumgesichts aus dem Anfang seiner Herrschaft: Als Gott ihm die Gewährung eines Wunsches zusagte, da wünschte er sich Weisheit, um sein Volk gerecht regieren zu können, da er sich dieser Aufgabe noch nicht gewachsen fühlte. Gott gefiel, dass er sich nicht langes Leben, Reichtum oder Siege über seine Gegner gewünscht hatte, und so gewährte er ihm all dieses zur Weisheit noch dazu (1 Kön 3,5–15 ). Charakteristisch für diese Geisteshaltung ist die Geschichte des salomonischen Urteils. Noch im Neuen Testament gilt seine Herrschaft als Beispiel für ein prachtvolles Leben (Mt 6,28–29 ), (Lk 12,27 ).

Jedoch wird die Regierungszeit Salomos nicht uneingeschränkt positiv bewertet. Einerseits klingt Stolz auf gesicherten Frieden, den Tempel, auf Wohlstand und weltweites Ansehen an. Andererseits wird Salomo offen und implizit kritisiert. Getadelt werden die extreme Vielweiberei – Salomo hielt einen Harem von 700 Frauen und 300 Nebenfrauen – und seine Maßlosigkeit, sie gelten als Verstoß gegen Gottes Gebot (1 Kön 11 ).

Salomo im Islam

Persischer Meister 002
Die Königin von Sche­ba im Schāh­nā­me des Fer­do­si

Auch im Koran, der Heiligen Schrift des Islam als einer weiteren abrahamitischen Religion, wird Salomo – unter der arabischen Namensform Sulaimān – als Prophet und ebenfalls als Sohn Davids – unter der arabischen Namensform Dāwūd – bezeichnet und siebzehnmal genannt (vierzehnmal in einem Vers aus Mekka, dreimal in einem aus Medina). Ihm werden übernatürliche Fähigkeiten zugeschrieben, wie etwa mit Tieren und Dschinn zu sprechen. So zum Beispiel bat er einen Dschinn, den Thron der Königin von Sheba zu sich zu holen, als er sie in sein Königreich eingeladen hatte, und ließ schwere Arbeit, wie den Bau eines Tempels, niedere Dämonen verrichten, die er mit Hilfe eines Ringes, den ihm ein Engel gab, beherrschen konnte. Einer Erzählung nach verlor er diesen Ring, als er den Götzendienst in seinem Königreich duldete, konnte ihn aber später wieder erlangen.[2] Zudem gilt er als besonders weiser König. Nach einer Überlieferung von Buchari fällte er auch das berühmte salomonische Urteil.

Die historische Person

Ob Salomo als historische Person gelten kann, ist wie bei seinem Vater David umstritten. Wäre ihr Reich wirklich so groß gewesen, sollten sich im Kulturraum von Ägypten bis Mesopotamien deutlich mehr Spuren finden lassen als die 1993 entdeckte Tel-Dan-Inschrift, die ein „Haus Davids“ erwähnt. Auf der anderen Seite lässt bereits der Text der Bibel erkennen, dass der Staat Salomos auf die Hilfe des Königs Hiram von Tyros angewiesen war, ohne den weder der Tempel noch die Seefahrt möglich gewesen wären.

Es gibt Indizien sowohl für die historische Existenz von Salomo selbst als auch von Hiram und der Königin von Saba. So lebte um 740 v. Chr. ein König Sa-la-ma/-nu in Moab[3], ein König Ahiram in Tyrus[4] und eine arabische Königin mit Silbenschreibung Za-bi-be (als Buchstabenschreibung ZBB = Zabba/Sabba). Auch soll diese arabische Königin „Geschenke“ in Form von Tributzahlungen an einen assyrischen König überbracht haben. Inschriften des assyrischen Königs Tiglat-Pilnessar beschreiben dies ausführlich.

Apokryphe Schriften

Neben den genannten biblischen Schriften werden Salomo auch eine Reihe weiterer, apokrypher Werke zugeschrieben: Die griechische und die syrische Überlieferung kennen die Psalmen Salomos, eine Sammlung apokrypher Psalmen jüdischer Herkunft aus dem 1. Jahrhundert v. Chr., und die Oden Salomos, eine um 200 n. Chr. verfasste christliche Lieder- und Gebetssammlung.

Die gnostische Apokalypse des Adam, vermutlich in das 1. oder 2. Jahrhundert zu datieren, erwähnt eine Legende, der zufolge Salomo eine Armee von Dämonen aussendet auf der Suche nach einer Jungfrau, die vor ihm geflohen war. Die Traditionen über Salomo als Beherrscher von Dämonen sind ausgebaut im Testament Salomos, ebenfalls einer gnostischen Schrift, und finden sich zahlreich in der weiteren Volksüberlieferung in Judentum und Islam.

Nachwirken

Im Talmud, im Koran und anderen späteren Überlieferungen finden sich viele Berichte über Salomo. Im Koran heißt es, dass der König Salomo die Herrschaft über die Dschinn hatte, die für ihn Schätze aus dem Meer beschafften und sogar den Tempel von Quds (d. h. Jerusalem) bauten. Er hatte einen Talisman, auf dem der wahre Name Gottes stand und mit dem er alles beherrschen konnte. Auch soll ihm von Allah die Macht über die Tiere übertragen worden sein, und er soll die Sprache der Vögel gesprochen haben.

Im orientalischen Volksglauben, namentlich in Tausendundeine Nacht, wird Salomo (Sulaiman, Soliman, Süleyman) dargestellt als erster namhafter König, der Allah dient, als Inbegriff der Weisheit, der Menschen, Tieren und Geistern befiehlt und der die Dschinn in Flaschen einsperrt und kurzfristig sogar Iblis, den Teufel selbst, als Aufseher über die Dschinn einsetzt. Er wird dort auch als „Herr der Ifrit“ (Totengeister) bezeichnet. Süleyman war daher ein sehr beliebter Vorname, den auch mehrere Kalifen und Sultane trugen.

Für die Äthiopisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche – und dadurch auch für die Rastafari-Religion Jamaikas – spielt Salomo eine besondere Rolle, da ihnen die alten äthiopischen Kaiser als Nachfahren von Salomo und der Königin von Saba gelten.

Im Mittelalter galt Salomo neben David als Ideal eines christlichen Herrschers. Ersterer stand für den gerechten, Letzterer für den gottgefällig-kriegerischen König. Beispielsweise stellte Karl IV. seine Herrschaft unter das Leitbild der Beiden. Vom Anfang (Rede seiner Gesandten im November 1346 im Papstpalast Avignon) bis zum Ende (Titulierung als zweiter Salomo im Landbuch Kaiser Karls IV., niedergeschrieben 1376) prägte dies seine Amtszeit als römisch-deutscher König.[5]

Durch den Tempelbau hat Salomo auch für die Freimaurerei eine besondere symbolische Bedeutung.

Darstellungen in der Bildenden Kunst

Speculum Darmstadt 2505 19r
Salomon auf dem Lö­wen­thron (un­ten). Buch­ma­le­rei im Heils­spie­gel, um 1360

In der christlichen Ikonographie wird Salomo mit seinen königlichen Attributen dargestellt: Krone, Zepter, Schwert. Als Einzelfigur steht er oft in der Reihe alttestamenischer Könige und Propheten, vor allem neben David, aber auch bei den Vorfahren Christi in der Wurzel Jesse. Als Tugendpersonifikation steht Salomo für Weisheit und Gerechtigkeit; in anderen Zusammenhängen ist sein Auftreten typologisch bedingt. So muss der Bildsinn der Figur oder Szene immer kontextabhängig interpretiert werden.

Thron Salomonis

Sein kostbarer, sechsstufiger und von 12 Löwen flankierter Thron wird seltener mit dem sitzenden König selbst dargestellt, häufiger symbolisieren auf Darstellungen der Madonna auf dem Löwenthron diese Elemente die heilsgeschichtliche Erfüllung der alttestamentlichen Weissagungen.

Das Urteil Salomonis

ist wohl die populärste und häufigste Darstellung unter den zahlreichen szenischen Motiven aus dem Leben Salomos: Gern ist sie als vorbildhaftes Gerechtigkeitsbild an Orten der Rechtsprechung zu finden:

  • Skulpturen am Dogenplast Venedig
  • Bremen, Obere Rathaushalle, Wandgemälde von Bartholomäus Bruyn, 1532: (Bild)
  • Straßburger Münster, Südportal, (im 19. Jhdt. erneuert): (Bild)

Besuch der Königin von Saba

Piero della Francesca - 2. Procession of the Queen of Sheba; Meeting between the Queen of Sheba and King Solomon - WGA17487
Die Königin von Sa­ba fin­det den künf­ti­gen Kreuz­bal­ken (lin­ke Bild­hälf­te), Die Kö­ni­gin von Sa­ba vor Sa­lo­mo (rechts). Fres­ko von Piero della Francesca in San Fran­ces­co zu Arez­zo, um 1460

In die christliche Ikonographie ist die Darstellung der dem Salomo huldigenden Königin aufgenommen worden, weil sie typologisch in Beziehung gesetzt wurde zu den das Jesuskind anbetenden Heiligen Drei Königen (Klosterneuburger Altar).[Anm. 2] Mittelalterliche Legenden weisen ihr ferner einen Platz in der Vorgeschichte der Kreuzauffindung zu: Auf dem Weg zu Salomo erkennt sie einen über einen Bach gelegten Balken als zukünftiges Kreuzesholz.

Literatur, Musik, Film

Im westlichen Kulturkreis beschäftigte vor allem der Stoff des salomonischen Urteils auch Dichter und Komponisten (Oratorien beispielsweise von Giacomo Carissimi, Marc-Antoine Charpentier und Georg Friedrich Händel, das Melodram von Louis-Charles Caigniez und die Oper von Alexander Zemlinsky). Im deutschen Sprachbereich stammen die beiden bekanntesten Bearbeitungen der Fabel von der Ermittlung der rechten Mutter von Bertolt Brecht. In der Erzählung Der Augsburger Kreidekreis und im Theaterstück Der kaukasische Kreidekreis griff Brecht allerdings auf nicht-biblische Überlieferung zurück.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Anmerkungen

  1. In der älteren Literatur noch mit Siamun verbunden. Neuere Untersuchungen konnten jedoch belegen, dass erst Scheschonq I. den Palästinfeldzug durchführte. Der größte Teil der erwähnten altägyptischen Verbindungen entstand erst in einer redaktionellen Nachbearbeitung.
  2. Bilder: Königin von Saba vor Salomon und Heilige Drei Könige

Einzelnachweise

  1. Vgl. Hugo Gressmann: Das salomonische Urteil. In: Deutsche Rundschau 130 (1907), S. 212–228.
  2. Abū Isḥāq Aḥmad b. Muḥammad b. Ibrāhīm aṯ-Ṯaʿlabī: Qiṣaṣ al-anbiyāʾ oder ʿArāʾis al-maǧālis. Islamische Erzählungen von Propheten und Gottesmännern. Übersetzt und kommentiert von Heribert Busse. Otto Harrassowitz Verlag, 2006, ISBN 3-447-05266-X, Band 9, S. 318.
  3. Kurt Galling: Textbuch zur Geschichte Israels. Verlag J.C.B. Mohr, Tübingen 1950, S. 59.
  4. Kurt Galling: Textbuch zur Geschichte Israels. Verlag J.C.B. Mohr, Tübingen 1950, S. 25.
  5. Heinz-Dieter Heimann: „Meisterstück“ eines „Brandstifters“? Karls IV. Erwerb der Mark Brandenburg – gestern und heute. In: Peter Knüvener, Jan Richter, Kurt Winkler für Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (Hrsg.): Karl IV. – Ein Kaiser in Brandenburg. Buch zur gleichnamigen Ausstellung des Hauses der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte 16. September 2016 – 22. Januar 2017. 1. Auflage, Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin 2016, ISBN 978-3-945256-62-6, „Imago imperatoris“, S. 20.
VorgängerAmtNachfolger
DavidKönig des vereinigten Israels
970? bis 931 v. Chr.
Rehabeam (Südreich Juda)
Jerobeam I. (Nordreich Israel)
1. Buch der Könige

Das 1. Buch der Könige (abgekürzt 1 Kön) ist ein Buch des (jüdischen) Tanach und des (christlichen) Alten Testamentes. In den Ostkirchen heißt es 3. Buch der Königreiche. Ursprünglich, in der wechselvollen Geschichte seiner Entstehung mit seinen mehrfachen Überarbeitungen, bilden das 1. und das 2. Buch der Könige (2 Kön) eine Einheit, also nur ein biblisches Buch. Bei der Beschreibung der Entstehungsgeschichte und seiner theologischen Inhalte ist es daher sinnvoll, die beiden Bücher zusammen zu betrachten.

Das Buch erzählt die Geschichte vom betagten König David und seinem Sohn Salomo, der ihm auf den Thron Israels folgt, als weiser Richter „salomonische Urteile“ fällt, dem Reich Wohlergehen und eine lange, 40-jährige Friedenszeit beschert (Schalom – Salomo / Frieden) und für Israel den ersten Tempel auf dem Berg Moria in Jerusalem bauen lässt. Nach dem Tode Salomos zerfällt das seit David bestehende Reich in ein Nordreich (Israel) und ein Südreich (Juda). Könige kommen und gehen, die Propheten Elija und Elischa treten auf. Das erste Buch der Könige endet – etwas abrupt – damit, dass Ahasja, der Sohn Ahabs, König über Israel wird und wie schon sein Vater dem Gott Baal und nicht JHWH dient.

An-Naml

An-Naml (arabisch النمل, DMG an-Naml ‚Die Ameisen‘) ist die 27. Sure des Korans, sie enthält 93 Verse. Die Verkündigung der Sure fällt in die letzten Jahre der zweiten mekkanischen Periode (615–620).

Nach der einleitenden Basmala und zwei geheimnisvollen Buchstaben preisen die ersten sechs Verse der Sure die Botschaft des Korans als eine Rechtleitung für die Gläubigen. Der Mittelteil, bis Vers 58, schildert die Geschichte der Propheten. Dies sind Moses, David und Salomo, Salih bei den Thamud und Lot. Die namensgebenden Ameisen erscheinen im Vers 18 im Zusammenhang mit Salomo, der die Sprache der Tiere versteht und einem Wiedehopf einen Einladungsbrief an die Königin von Saba überbringt, der in Vers 30 ebenfalls mit der Basmala eröffnet wird. Zu dieser Erzählung gibt es eine Parallele in der jüdischen Literatur, dem sogenannten Targum scheni, einer aramäischen Übersetzung und Ausarbeitung des Buches Esther, dessen genaues Entstehungsdatum umstritten ist.

Der Schlussteil ab Vers 59 erwähnt die Wohltaten Gottes, die mit der mehrfach wiederholten rhetorischen Frage untermauert werden: „Gibt es denn einen (anderen) Gott neben Gott?“ Es folgen Hinweise auf das Tier, das vor der Auferstehung der Toten erscheint, auf den Jüngsten Tag, die Zweifler unter den Juden und Christen, die prophetische Sendung Mohammeds und die Heiligkeit der Stadt Mekka.

Buch der Sprichwörter

Das Buch der Sprichwörter (Buch der Sprüche oder Sprüche Salomos, hebräisch מִשְלֵי שְׁלֹמֹה, Mischle [Schelomo]) ist ein Buch des Tanach und gehört dort zu den Ketuvim (Schriften), also zum dritten Teil des jüdischen Bibelkanons. Im christlichen Alten Testament gehört es zu den Schriften der Dichtung und Weisheitsliteratur, die hier vor die Prophetenbücher gerückt sind.

Die einleitenden Verse des Buches werden traditionell als Angabe zur Urheberschaft Salomos gedeutet. Diese Annahme geht auch auf 1 Kön 5, 12 zurück, wo es heißt, dass Salomo dreitausend Sprüche aufgeschrieben habe. Das Buch selbst nennt in Kap. 30 und 31 weitere Autoren von Sprüchen (Agur und Lemuel). Ausdrücklich als Verfasser genannt wird Salomo für die Abschnitte 10,1–22,16 und 25,1–29,27.

Nach jüdischer Tradition geht das gesamte Buch auf Hiskija, den König von Juda, zurück (Babylonischer Talmud, Bava Batra 15a).

Die gegenwärtige Forschung nimmt eine längere Entstehungszeit der biblischen Sprichwortsammlung an, die von der Zeit des Königs Hiskia bis in das vierte, eventuell sogar dritte Jahrhundert vor Christus reicht. Die ältesten Teile sind vermutlich die dritte und die vierte Sammlung; die erste Sammlung gilt als die jüngste.

Im Neuen Testament finden sich 35 Zitate oder Bezüge auf das Buch der Sprichwörter.

Buch der Weisheit

Das Buch der Weisheit oder auch die Weisheit Salomos (abgekürzt Weish, lat. Liber Sapientiae) ist ein deuterokanonisches bzw. apokryphes Buch des Alten Testaments, das um 50 v. Chr. auf Griechisch in der ägyptischen Diaspora (wahrscheinlich in Alexandria) von einem griechisch sprechenden, hellenistisch geprägten Juden verfasst wurde. Die auch interne Zuschreibung zu Salomo (Weish 7,1 – 9,19) ist also literarische Fiktion.

Von seiner Form her handelt es sich um ein typisches Beispiel der Weisheitsliteratur. Weisheit Salomos entspricht dem griechischen Titel des Buches in der Septuaginta (Σοφία Σaλωμῶνος), Buch der Weisheit dem lateinischen Titel in der Vulgata (Liber Sapientiae). Diesen Titel hatte Hieronymus gewählt, da schon er überzeugt war, dass Salomon nicht der Verfasser sein konnte.

Das Buch wurde nicht in den jüdischen Kanon aufgenommen, ist aber Teil der Septuaginta und wird von Katholiken und orthodoxen Christen – nicht aber von Protestanten – als Teil der Bibel angesehen.

Viele Kirchenväter haben das Buch geschätzt und oft zitiert, meist mit der Einleitung „Die Weisheit sagt: …“ Diese Wendung deutet darauf hin, dass sie ebenfalls davon ausgingen, dass das Buch nicht von Salomo selbst verfasst war.

Johann Salomo Christoph Schweigger

Johann Salomo Christoph Schweigger (* 8. April 1779 in Erlangen; † 6. September 1857 in Halle an der Saale) war ein deutscher Physiker und Chemiker.

Johann Salomo Semler

Johann Salomo Semler, auch Salomon, (* 18. Dezember 1725 in Saalfeld, Thüringen; † 14. März 1791 in Halle (Saale)) war ein evangelischer Theologe und Mitbegründer der Aufklärungstheologie, insbesondere der historisch-kritischen Bibelwissenschaft.

Karl Salomo Zachariae

Karl Salomo Zachariae (auch: Zachariae von Lingenthal; * 14. September 1769 in Meißen; † 27. März 1843 in Heidelberg) war ein deutscher Rechtswissenschaftler.

Kohelet

Kohelet (auch: Prediger; abgekürzt Koh oder Pred; hebräisch קֹהֶלֶת „Versammler“) ist ein Buch des Tanach, das dort zu den Ketuvim („Schriften“) gehört. Im christlichen Alten Testament (AT) wird es zu den Büchern der Weisheit gezählt. In der Lutherbibel trägt das Buch den Titel Der Prediger Salomo.

Kennzeichnend für diese biblische Schrift ist ihre Multiperspektivität. Einige ihrer Deuter sehen Kohelet von einem tiefen Pessimismus und Skeptizismus geprägt. Andere dagegen verstehen den Verfasser als einen Weisheitslehrer, der zu heiterer Gelassenheit angesichts der unbegreiflichen Wechselfälle des Lebens aufruft. Die Gesamtaussage des Buches muss im Zusammenhang mit Kohelets Absicht verstanden werden, eine sinnvolle Lebensführung zu finden. Er setzt sich mit der traditionellen Weisheit auseinander, insbesondere mit dem Tun-Ergehen-Zusammenhang: Dem Gerechten wird es gut ergehen, dem Frevler schlecht. Kohelet stellt fest, dass die Erfahrung oft das Gegenteil lehrt. Außerdem kommt er zu der Erkenntnis, dass mit dem Tod letztendlich jede Errungenschaft des Lebens ausgelöscht wird. Angesichts einer ungewissen Zukunft empfiehlt er, das Gute im Leben als Gottes Gabe zu genießen.

Königin von Saba

Die Königin von Saba (hebr. מַלְכַּת שְׁבָא Malkat Shebah) ist eine biblische Gestalt, die im 10. Jahrhundert vor Christus eine Reise zum Hof König Salomos in Jerusalem unternommen haben soll. Außer im Alten Testament, der frühesten schriftlichen Erwähnung, erscheint sie auch im Koran und in äthiopischen Legenden, nicht jedoch in Quellen aus dem antiken Saba im heutigen Jemen. Ob ihr Reich tatsächlich dort oder in der Region um Aksum in Äthiopien gelegen hat, ist daher bis heute ebenso ungeklärt wie die Frage, ob die legendäre Königin eine historische Person zum Vorbild hatte.

Raschi

Schlomo Jizchaki, auch Schlomo ben Jizchak, Schelomo ben Isaak, Salomo ben Isaak oder Rabbi Schlomo Jizchaki (hebräisch רבי שלמה יצחקי), meist jedoch Raschi (hebräisch רש״י) genannt, ein Akronym für Rabbi Schlomo ben Jizchak (geboren 1040 in Troyes; gestorben am 5. August 1105 ebenda) war ein französischer Rabbiner und maßgeblicher Kommentator des Tanach und Talmuds. Er ist einer der bedeutendsten jüdischen Gelehrten des Mittelalters und der bekannteste jüdische Bibelexeget überhaupt. Sein Bibelkommentar wird bis heute studiert und in den meisten jüdischen Bibelausgaben abgedruckt, sein Kommentar des babylonischen Talmuds gilt ebenfalls als einer der wichtigsten und ist in allen gedruckten Ausgaben dessen Text beigefügt. Raschi hat auch christliche Exegeten beeinflusst.

Richter

Ein Richter ist der Inhaber eines öffentlichen Amtes bei einem Gericht, der Aufgaben der Judikatur (Rechtsprechung) wahrnimmt. Abhängig von Ort und Zeit in der Geschichte ist das Amt des Richters mit unterschiedlichsten Anforderungen, Rechten, Pflichten und Privilegien verbunden.

Saba (Sure)

Saba (arabisch سبأ Sabaʾ ‚Sabäer‘) ist die 34. Sure des Korans, sie enthält 54 Verse. Die Verkündigung der Sure fällt in die dritte mekkanische Periode (620–622). Eine Unsicherheit besteht in der Frage, ob Vers 6 als mekkanisch oder medinisch zu gelten hat.

Die meisten Themen der Sure finden sich häufig in der mekkanischen Periode: Allmacht Gottes, Verstocktheit der Ungläubigen und ihre Lage am Jüngsten Tag, prophetische Botschaft und Drohung mit dem göttlichen Gericht. Die Verse 10–14 erwähnen David und seinen Sohn Salomo. David wird als Psalmensänger und Waffenschmied beschrieben, für den das Eisen erweicht wird, woraus er Kettenpanzerhemden fertigt. Salomo standen einige Dschinn zu Dienste, die für ihn bauliche und handwerkliche Arbeiten ausführten und seinen Tod nicht zur Kenntnis nehmen wollten.

Eine Besonderheit stellen jedoch die Verse 15–19 dar, in denen die Bewohner des antiken Reiches von Saba genannt werden, die namensgebenden Sabäer. Der Abschnitt schildert das Bersten des Staudamms von Ma'rib (مأرب), der Hauptstadt des Reiches von Saba. Der Dammbruch hatte eine Wasserkatastrophe zur Folge, worauf in Saba Tamarisken und wenige Ziziphusbäume gewachsen seien.

Salomo Friedlaender

Salomo Friedlaender (Namensvarianten: Salomon; Friedländer; Pseudonym: Mynona; * 4. Mai 1871 in Gollantsch bei Posen; † 9. September 1946 in Paris) war ein deutscher Philosoph und Schriftsteller, der vor allem in der literarischen Avantgarde wirkte.

Salomo III. von Konstanz

Salomo III. von Konstanz (* um 860; † 5. Januar 919 oder 920) war Bischof von Konstanz von 890 bis 919/920 und Abt von St. Gallen.

Er war der Großneffe Bischof Salomos I. von Konstanz († 871) und Bruder Waldo von Freisings. Der Schüler Isos und Notkers des Stammlers wurde 890 Bischof von Konstanz und Abt von St. Gallen und spielte neben seinem Gönner und Freund Hatto von Mainz in der Geschichte des ostfränkischen Reichs durch Klugheit und Ehrgeiz eine bedeutende Rolle.

Er war seit 909 Kanzler für Ludwig das Kind und dessen Nachfolger Konrad I. Namentlich auf Konrad I. hatte er großen Einfluss und bewog ihn, die schwäbischen Kammerboten Berchthold und Erchanger, mit denen er in Fehde lag und die ihn 914 gefangen genommen hatten, wegen Anmaßung herzoglicher Würde und Gehorsamsverweigerung 917 hinrichten zu lassen. Salomo starb im Januar 919 oder 920.

Im Jahre 890 hatte er ein wichtiges Formelbuch (Mustersammlung von Urkundenformeln und Briefen) gesammelt (hrsg. von Dümmler, Leipz. 1857); auch gibt es von ihm zwei poetische Episteln an den Bischof Dado von Verdun über den Tod seines Bruders und das Unglück des Vaterlands.

Salomon-Inseln

Die Salomon-Inseln sind eine südöstlich von Neuguinea gelegene Inselgruppe im Südpazifik. Vor Gründung des unabhängigen Inselstaats Salomonen wurde die gesamte Inselgruppe auch Salomonen genannt.

Salomon Franck

Salomon Franck, auch Salomo Franck (* im März 1659 in Weimar; begraben am 14. Juni 1725 ebenda), war ein deutscher Jurist und Dichter. Er ist heute vor allem dadurch bekannt, dass Texte von ihm die Grundlage der meisten Kantaten Johann Sebastian Bachs in seiner Weimarer Zeit bilden.

Salomonische Dynastie

Die Salomonische Dynastie ist eine äthiopische Fürstenfamilie; sie stellte von 1270 bis 1974 die Kaiser von Äthiopien.

Die Dynastie führt sich zurück auf Menelik I., den illegitimen Sohn des israelitischen Königs Salomo und der Königin von Saba. Der mythische Stammvater der Dynastie war nach dem Besuch der Königin bei Salomon in Jerusalem geboren worden.

Schalom (Hebräisch)

Der hebräische Begriff [שלום] (englische Schreibweise: shalom) bedeutet zunächst Unversehrtheit und Heil. Doch mit dem Begriff ist nicht nur Befreiung von jedem Unheil und Unglück gemeint, sondern auch Gesundheit, Wohlfahrt, Sicherheit, Frieden und Ruhe und ist eine der verbreitetsten Grußformeln in Israel.

Schalom ist bereits im Tanach ein zentrales Wort und folglich der übliche Gruß unter Juden. Es wird auch als Verabschiedung gebraucht. Das Wort basiert auf der im semitischen Sprachraum bedeutungstragenden Wurzel s-l-m und ist mit dem arabischen Salām auf das engste verwandt.

Der Name des Königs Salomo geht auf dieselbe Wurzel zurück.

Solomon (Händel)

Solomon (deutsch: Salomo oder Salomon; HWV 67) ist ein Oratorium in drei Teilen von Georg Friedrich Händel.

Könige von Israel

Saul | Isch-Boschet | David | Salomo | Jerobeam I. | Nadab | Bascha | Ela | Simri | Omri | Ahab | Ahasja | Joram | Jehu | Joahas | Joasch | Jerobeam II. | Secharja | Schallum | Menahem | Pekachja | Pekach | Hoschea

Könige von Juda

David | Salomo | Rehabeam | Abija | Asa | Joschafat | Joram | Ahasja | Atalja | Joas | Amazja | Asarja (Usija) | Jotam | Ahas | Hiskija | Manasse | Amon | Joschija | Joahas | Jojakim | Jojachin | Zedekia

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