Royal Australian Navy

Die Königlich Australische Marine (engl.: Royal Australian Navy, abgekürzt RAN) ist die Seestreitmacht der Streitkräfte des Commonwealth of Australia. Bedingt durch seine Insellage ist sie die wichtigste Teilstreitkraft des Landes und hat eine Stärke von ca. 13.400 Mann.

Königlich Australische Marine
Royal Australian Navy
Aufstellung Juli 1911
Land Royal Australian Navy Royal Australian Navy
Streitkräfte Australian Defence Force
Typ Teilstreitkraft (Marine)
Stärke 13.400
Hauptquartier Canberra
Leitung
Chief of Navy Vice Admiral Tim Barrett[1]
Deputy Chief of Navy Rear Admiral Michael van Balen[1]
Commander Australian Fleet Rear Admiral Stuart Mayer[1]
Insignien
Seekriegsflagge seit 1967
Naval Ensign of Australia
Flag of Australia (converted)
Seekriegsflagge von 1911 bis 1967
Naval Ensign of the United Kingdom

Geschichte

Schon während der Besiedlung Australiens operierten die britischen Marinekräfte in den australischen Gewässern, bevor im Jahre 1859 offiziell ein britischer Marinestützpunkt in Australien errichtet wurde.

Die Befürchtung, die britische Marine könnte wegen des Krimkrieges aus australischen Gewässern abgezogen werden, führte dazu, dass 1857 in Port Jackson für die damalige Kolonie New South Wales (NSW) die mit einer 32-Pfünder–Kanone bewaffnete Ketch Spitfire gebaut wurde. Die gleichfalls in Dienst gestellte dampfgetriebene Schaluppe Victoria (mit 580 t) nahm im Dezember 1860 an der ersten überseeischen Landung australischer Seeleute in Neuseeland teil.

Die Kolonie Victoria schuf 1861 eine Naval Brigade mit einer Mannschaftsstärke von zwei Kompanien. NSW folgte 1863 mit einer entsprechenden Einheit. Die Aufgabe dieser landbasierten Truppe war der Hafenschutz. Der Colonial Naval Defence Act ermöglichte eine eigenständige Seeverteidigung der Kolonien. 1868 stellte Victoria die in Jarrow gebaute und mit zehn 4-Zoll-Vorderladern bewaffnete Cerberus sowie einige Kanonenboote in Dienst. NSW erwarb 1863 zu Ausbildungszwecken die HMS Wolverine, ausgestattet mit sechzehn 8-Zoll-, einer 7-Zoll-Kanone und vier 40-Pfündern.

HMVS Albert Starboard Elevation and Plan
Plan der HMVS Albert aus Brassey’s 1888

1884 gelang der Firma Armstrong der Verkauf von fünf Kanonenbooten des von ihr entwickelten Rendell-Typs an die Kolonien. South Australia erhielt die dort als Kreuzer bezeichnete Protektor (921 t, 14,15 kn, ein 8 Zoll-, fünf 6-Zoll-Geschütze), Victoria die Victoria (544 t, 12,58 kn, ein 10 Zoll-Geschütz) und die Albert (361 t, 10,18 kn, ein 8 Zoll-, ein 6 Zoll-Geschütz) und Queensland die Paluma und Gayundah (beide 385 t, 10,5 kn, ein 8 Zoll-, ein 6 Zoll-Geschütz).

Die australischen Kolonien einigten sich 1887 darauf, das Royal Navy Auxiliary Squadron – unabhängig von den weiterbestehenden Squadronen der einzelnen Kolonien – zur Verteidigung der Heimatgewässer aufzustellen. Für dessen Unterhalt wurde eine Beihilfe an die Royal Navy gezahlt. Sie traf am 5. September 1891 mit den fünf Kreuzern HMS Katoomba, Wallaroo, Tauranga, Ringarooma, Mildura der Pearl-Klasse (von denen zwei in der Regel außer Dienst seien sollten) und den zwei Torpedokanonenbooten Boomerang und Karrakatta der Sharpshooter-Klasse in Sydney[2] ein.

Die Regierung von New South Wales entsandte den Kreuzer HMS Wallaroo (gebaut als Persian, 2575 t) zur Unterdrückung des Boxeraufstandes in chinesische Gewässer. Begleitet wurde sie von der gesamten Marine South-Australias: dem 1884 gebauten Kreuzer Protector (920 t; eine 8-Zoll- und fünf 6-Zoll-Kanonen). An Landungstruppen, die mit Feldgeschützen ausgerüstet waren, wurden 260 Mann aus NSW und 200 aus Victoria abgeordnet. Diese hatten eigentlich nach Südafrika in den Burenkrieg geschickt werden sollen. Nachdem sie in Hongkong mit neuen Waffen ausgerüstet worden waren kämpften sie in Tientsin und Peking, bis sie im März 1901 China wieder verließen.[3]

HMS Challenger AllanGreen
Die HMS Challenger , die der RAN übertragen wurde

Nach dem Naval Agreement Act von 1903, der die Stationierung von Royal Navy Einheiten im Empire und die Beteiligung der Kolonien an den Kosten regelte, sollte das Geschwader der Australia Station aus einem Kreuzer 1. Klasse, zwei der 2. Klasse und vier der 3. Klasse bestehen, die die inzwischen veraltete Auxiliary Squadron ersetzen sollten. 1906 erreichte die Australia Station die vereinbarte Stärke mit dem älteren Geschützten Kreuzer 1. Klasse Powerful als Flaggschiff, den beiden neugebauten Kreuzern 2. Klasse Challenger und Encounter und der älteren Cambrian, sowie fünf Kreuzern 3. Klasse vom Typ Pelorus mit HMS Psyche, Pegasus, Prometheus, Pioneer und Pyramus. Die Challenger und die kleinen Kreuzer bildeten verstärkt auch Australier aus.

1909 entschied die britische Krone, eine eigene australische Flotte aufzustellen. Es wurde geplant, ein Schlachtschiff, drei Kreuzer, sechs Zerstörer, drei U-Boote und einige Versorgungsschiffe in Dienst zu stellen. Die ersten beiden Zerstörer, die Yarra und die Parramatta, trafen im November 1910 in australischen Gewässern ein. Im folgenden Juli 1911 verlieh König George V. der Flotte den Titel „Royal Australian Navy“. Im Juni 1912 traf ein dritter Zerstörer, die Warrego ein und 1913 wurde der Schlachtkreuzer Australia und zwei leichte Kreuzer (HMAS Sydney und Melbourne) in Dienst gestellt. Eine Marineakademie zur Ausbildung der Flottenoffiziere wurde 1915 in Jervis Bay eröffnet.

1914 bis 1918

HMAS Australia LOC 16921u
Das Flaggschiff HMAS Australia
HMAS Torrens (AWM H17522)
Die Torrens, einer der zweiten drei Torpedobootzerstörer der River-Klasse, die 1916 in Dienst gestellt wurden

Bei Kriegsausbruch 1914 verfügte die Flotte über den Schlachtkreuzer HMAS Australia, vier leichte Kreuzer (Sydney, Melbourne, Encounter, Pioneer), drei Zerstörer der River-Klasse (Yarra, Parramatta, Warrego), zwei U-Boote (AE1, AE2) und verschiedene Versorger. Die Flotte wurde in die britische Royal Navy integriert und auf allen Kriegsschauplätzen eingesetzt. Die Flotte unterstützte die Marineinfanterie bei der Besetzung der damals deutschen Kolonien im Pazifik, z. B. Deutsch-Neuguinea. Danach war die Marine hauptsächlich mit der Eskortierung von Konvois beschäftigt. Die Flotte unterstützte die Schlacht von Gallipoli und die australische Marine eröffnete auch die Seeschlacht an den Dardanellen. Während dieser Kampfhandlungen verlor die Marine einen Kreuzer und zwei U-Boote.

1919 bis 1938

Im Dezember 1921 wurde das Flottenflaggschiff Australia ausgemustert und schließlich auf See versenkt. Damit verlor Australien sein einziges Großkampfschiff, jedoch war der Schlachtkreuzer trotz seines geringen Alters bereits veraltet und sein Unterhalt stellte eine unverhältnismäßig große Belastung des verfügbaren Marine-Budgets dar. Dafür wurde im Jahr 1924 die Flotte um sechs U-Boote und sechs Zerstörer ergänzt. Die Bevölkerung der Salomonen erhob sich 1927 gegen die britische Kolonialregierung, die den Aufstand mit einer militärischen Strafexpedition niederschlug. An diesen Kampfhandlungen war die australische Flotte beteiligt. 1928 erhielt die Flotte zwei schwere Kreuzer der Kent-Klasse. In den zwanziger und den frühen dreißiger Jahren wurde das Budget für die Flotte gekürzt. Trotzdem wurde 1929 ein Seeflugzeugtender in Dienst gestellt. Fünf weitere alte Zerstörer wurden 1933 angeschafft. Ab 1935 wurden drei leichte Kreuzer der Amphion-Klasse von der Royal Navy angekauft, die auch mit dem Seeflugzeugtender Albatros bezahlt wurden.

1939 bis 1945

HMAS Canberra (D33) leaving Wellington, New Zealand, on 22 July 1942 (80-G-13454-A)
HMAS Canberra
HMAS Sydney (AWM 301473)
HMAS Sydney
HMAS Swan (AWM 301380)
HMAS Swan

Bei Kriegseintritt Großbritanniens und Australiens verfügte die Flotte unter dem britischen Konteradmiral Wilfred Custance über zwei Schwere (HMAS Canberra, Australia) und drei Leichte Kreuzer (Sydney, Hobart, Perth), drei Zerstörer (Vampire, Vendetta, Voyager), zwei Escort Sloops (Swan, Yarra) und das Vermessungsschiff Moresby. Dazu kamen noch das Depotschiff Penguin und in Reserve der ältere Kreuzer Adelaide und die beiden Zerstörer Stuart und Waterhen.

Zu den im Zweiten Weltkrieg eingesetzten Schiffen zählten:

Unter dem Kommando der britischen Royal Navy operierte die Flotte auf allen Seekriegsschauplätzen.

Gegenwart

Seit Amtsantritt des australischen Premierministers Tony Abbott 2013 patrouilliert die Navy verstärkt nördlich von Australien, um es Flüchtlingsbooten unmöglich zu machen, die australische Küste zu erreichen.[4]

Flotte

Präfix der Schiffe

Alle Kriegsschiffe der Royal Australian Navy tragen als Namensbestandteil den Präfix HMAS = Her bzw. His Majesty’s Australian Ship.

Aktueller Bestand

Schiffsklasse Foto Herkunft Schiffe Anmerkungen
Zerstörer
Hobart HMAS Hobart an der Ausrüstungspier liegend Spanien Spanien/
Australien Australien
HMAS Hobart (DDG 39)
HMAS Brisbane (DDG 41)
Ein weiteres Schiff (HMAS Sydney) in Ausrüstung
Fregatten
ANZAC HMAS Stuart (FFH 153) im Jahr 2006 Deutschland Deutschland/
Australien Australien[5]
HMAS Anzac (FFH 150)
HMAS Arunta (FFH 151)
HMAS Warramunga (FFH 152)
HMAS Stuart (FFH 153)
HMAS Parramatta (FFH 154)
HMAS Ballarat (FFH 155)
HMAS Toowoomba (FFH 156)
HMAS Perth (FFH 157)
Adelaide HMAS Canberra (FFG 02) Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten/
Australien Australien
HMAS Melbourne (FFG 05) Das namensgebende Schiff HMAS Adelaide wurde zusammen mit vier weiteren Schiffen dieser Klasse bereits ausgemustert.
U-Boote
Collins HMAS Rankin (SSG 78) Australien Australien HMAS Collins (SSG 73)
HMAS Farncomb (SSG 74)
HMAS Waller (SSG 75)
HMAS Dechaineux (SSG 76)
HMAS Shean (SSG 77)
HMAS Rankin (SSG 78)
Amphibische Einheiten
Canberra HMAS Canberra im November 2014 Spanien Spanien/
Australien Australien
HMAS Canberra (L 02)
HMAS Adelaide (L 01)
Bay HMAS Choules im Januar 2012 Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich HMAS Choules (L 100)
LCM-1E L 4403 im Päckchen mit einem weiteren LCM-1E im Jahr 2014 Spanien Spanien L 4401
L 4402
L 4403
L 4404
L 4405
L 4406
L 4407
L 4408
Jeweils vier der LCM-1E sind, bzw. werden an Bord der Docklandungsschiffe der Canberra-Klasse mitgeführt. Mitte 2015 werden weitere vier Boote in Dienst gestellt, die zu Übungszwecken sowie als Ersatz- bzw. Austauschboote dienen sollen.[6] Diese Landungsboote sind nicht Nachfolger der ausgemusterten Boote der Balikpapan-Klasse.[7]
Patrouillenboote
Armidale HMAS Albany im Jahr 2010 Australien Australien HMAS Armidale (ACPB 83)
HMAS Larrakia (ACPB 84)
HMAS Bathurst (ACPB 85)
HMAS Albany (ACPB 86)
HMAS Pirie (ACPB 87)
HMAS Maitland (ACPB 88)
HMAS Ararat (ACPB 89)
HMAS Broome (ACPB 90)
HMAS Wollongong (ACPB 92)
HMAS Childers (ACPB 93)
HMAS Launceston (ACPB 94)
HMAS Maryborough (ACPB 95)
HMAS Glenelg (ACPB 96)
Minensuchboote
Huon HMAS Huon im Jahr 2010 Australien Australien HMAS Huon (M 82)
HMAS Hawkesbury (M 83)
HMAS Norman (M 84)
HMAS Gasgoyne (M 85)
HMAS Diamantina (M 86)
HMAS Yarra (M 87)
Versorgungseinheiten
Sirius HMAS Sirius im Jahr 2009 Südkorea Südkorea /
Australien Australien
HMAS Sirius (O 266) Der 2004 als MT Delos vom Stapel gelaufene Tanker wurde 2006 nach Umbauten an Stelle der HMAS Westralia (O 195) als Trossschiff der RAN in Dienst gestellt.[8]
Vermessungsschiffe
Leeuwin HMAS Leeuwin im Oktober 2013 Australien Australien HMAS Leeuwin (A 245)
HMAS Melville (A 246)
Beide Schiffe wurden 2000 in Dienst gestellt. Zur Erweiterung ihres Einsatzbereichs führen sie je ein Festrumpfschlauchboot sowie drei Boote der Fantome-Klasse mit sich und können von ihrem Hubschrauberdeck aus einen Eurocopter AS 350 operieren lassen.
Paluma HMAS Benalla im Oktober 2013 Australien Australien HMAS Paluma (A 01)
HMAS Mermaid (A 02)
HMAS Shepparton (A 03)
HMAS Benalla (A 04)
Die Katamarane wurden zwischen 1989 und 1990 in Dienst gestellt und sind unbewaffnet.
Einheiten mit ziviler Besatzung
Bandicoot MSA Bandicoot im Januar 2007 Singapur Singapur MSA Bandicoot (Y 298)
MSA Wallaroo (Y 299)
1991 als Minenabwehrfahrzeuge in Dienst gestellt sind beide Schiffe seit 2010 nur noch Reserve–Schlepper der RAN.
Young Endeavour STS Young Endeavour im September 2013 Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich STS Young Endeavour 1988 im Dienst der RAN und dort dem Kommando der Mine Warfare, Hydrographic and Patrol Boat Force unterstellt, dient es hauptsächlich der seglerischen Schulung Jugendlicher im Rahmen des Programms „Young Endeavour Youth Scheme“.

Geplante Schiffe

Nach der zwischenzeitlich erfolgten Indienststellung der Adelaide sollten sowohl HMAS Choules, als auch ADV Ocean Shield ausgemustert werden, die anschließend ihr Schwesterschiff im Dienst der australischen Zoll- und Grenzsicherungsbehörde ersetzen sollten.[9]

Die Royal Australian Navy erhält zur Zeit ihre drei neuen Lenkwaffenzerstörern der Hobart-Klasse, die die bereits ausgemusterten drei Schiffe der Perth-Klasse ersetzen. Es folgen 2019/20 zwei Versorger der Supply-Klasse.

Im Rahmen der Vorgaben des 2009 veröffentlichten Weißbuchs Defending Australia in the Asia Pacific Century: Force 2030 sollen die vorhandenen Vermessungsschiffe, die Patrouillen- und die Minenjagdboote, ähnlich dem britischen Future-Surface-Combatant-Programm, mittel- bis langfristig durch eine neue Klasse von Korvetten ersetzt werden. Die geplanten zwanzig neuen Offshore Combatant Vessels (OCV) sollen, wie die Schiffe der StanFlex- oder der Littoral Combat-Klassen, mit modularen Marineschiffssystemen ausgerüstet werden.

Fleet Base East crop2
Flottenstützpunkt Sydney

Ferner werden Nachfolger für die Fregatten der ANZAC-Klasse gesucht. Damit verbunden ist eine Aufstockung der U-Boot-Flotte von sechs auf zwölf Einheiten bis ca. 2030. Im April 2016 wurde als Abschluss des Collins class submarine replacement project ein Auftrag über Herstellung und Wartung von 12 U-Booten der Barracuda-Klasse mit einem Auftragsvolumen von über 50 Mrd. US-Dollar an den französischen Industriekonzern DCNS vergeben.[10]

Im Anschluss an das U-Boot-Projektes laufen der Flotte schließlich als Ersatz der acht Einheiten umfassenden ANZAC-Klasse ab Ende der 2020er Jahre noch neun Fregatten der Hunter-Klasse zu. Der Gewinner dieses Projektes mit einem Auftragsvolumen von über 25 Mrd. US-Dollar wurde 2018 der britische Industriekonzern BAE Systems.

Flottenstützpunkte

Marineflieger

Die fliegerischen Verbände der RAN bestehen aus der nach dem Vorbild der gleichnamigen britischen Organisationseinheit geschaffenen Fleet Air Arm (FAA) sowie der Laser Airborne Depth Sounder Flight (LADS-Flight).

Fleet Air Arm

Die FAA wurde am 3. Juli 1947 als Australian Navy Aviation Group ins Leben gerufen und gliedert sich heute in vier HubschrauberStaffeln mit den Nummern 723, 725, 808 und 816. Ihr Stützpunkt ist der Militärflugplatz HMAS Albatross bei Nowra. Befehligt wird die FAA vom Kommodore Vince Di Pietro.[11]

Seit im Jahr 2000 die letzten Flugzeuge des Typs Hawker-Siddeley HS 748 ausgemustert wurden, operieren die Marineflieger der Fleet Air Arm (FAA) ausschließlich mit Hubschraubern. Ein Teil der Einheiten sind Bordhubschrauber der Fregatten. Darüber hinaus werden die Marinehubschrauber auch von den Amphibischen Hubschrauberträgern, den Docklandungsschiffen, den Schiffen der Leeuwin-Klasse und der ADV Ocean Shield aus eingesetzt.

RAN S-70B-2 Seahawk Avalon 2011
Sikorsky S-70B2 der RAN, a. D. 2017

Aktueller Bestand

Hubschrauber Stand Ende 2017[12] Herkunft Verwendung Version Aktiv Bestellt Anmerkungen
Sikorsky MH-60 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Transporthubschrauber MH-60R 24 Zulauf 2013–2016
NH90 Europa Europa Transporthubschrauber MRH-90 6 aus Pool mit der Army
Bell 429 Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Schulhubschrauber 4 Zulauf 2012
Airbus H135 Europa Europa Schulhubschrauber EC-135T2+ 15 Zulauf seit 2016

Hinzu kommen Unbemannte Luftfahrzeuge der Typen Boeing ScanEagle und Camcopter S-100.

Laser Airborne Depth Sounder Flight

Die LADS-Flight wurde 1992 zwecks Kartografierung der Hoheitsgewässer Australiens etabliert und untersteht der RAN, wird aber vom Australian Hydrographic Service, der australischen Behörde für Seehydrographie, in Zusammenarbeit mit dem Entwickler des LADS-Systems betrieben. Der Laser Airborne Depth Sounder (LADS) ist ein, auf einem Nd:YAG-Laser basierendes System zur Vermessung des Meeresboden, das an Bord eines Turboprop-Flugzeugs stationiert ist. Bis 2009 war dies eine Fokker F-27 Friendship. Die LADS-Flight operiert vom internationalen Flugplatz in Cairns aus und wird seit Anfang 2015 von Lieutenant Commander Susanna Hung kommandiert.[13]

De Havilland Canada DHC-8-200 VH-LCL
Die Maschine der LADS-Flight 2007 auf dem Flugfeld in Essendon

Aktueller Bestand

Flugzeuge[14] Herkunft Verwendung Version Aktiv Bestellt Anmerkungen
Bombardier DHC-8 Kanada Kanada Seeaufklärer Dash 8Q-200 1

Fliegerstützpunkte

Siehe auch

Literatur

  • Nicholls, B.; Bluejackets and Boxers: Australia’s Naval Expedition to the Boxer Uprising; Sydney 1986
  • Bruno Günter Hofbauer: Seemacht „Down Under“. Die Royal Australian Navy. MarineForum 7/8-2018, S. 36–40.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c Senior Leadership Group (Memento vom 14. Mai 2015 im Internet Archive). Auf: navy.gov.au
  2. AUSTRALIA'S FIRST FLEET The Sydney Morning Herald, 5. September 1891
  3. Hawthornwaite, Philip; The Colonial Wars Sourcebook; London 1995, ISBN 1-85409-196-4, S. 285f
  4. Christoph Sydow: Umgang mit Bootsflüchtlingen. spiegel.de, 20. April 2015, abgerufen am 20. April 2015
  5. Peter Greener: Timing is Everything – The Politics and Processes of New Zealand Defence Acquisition Decision Making. Australian National University E Press, Canberra 2009. S. 31 & S. 42 (In unterschiedlichen Formaten online verfügbar, z. B. als PDF (ca. 860 KB))
  6. Ridzwan Rahmat: Navantia launches Australia’s last LHD landing craft. Am 30. April 2015 in: Jane’s Navy International. (Online als Auszug)
  7. HMAS Wewak decommissioned. Am 11. December 2012 auf defence.gov.au
  8. Sirius delivered five weeks early. Im Oktober 2006 in: The Navy, Vol. 68, No. 4. S. 20 (Online (PDF, ca. 3,24 MB))
  9. David Ellery: Defence buys boat bound for Customs. Am 20. März 2012 auf smh.com.au
  10. Paul Karp: France to build Australia’s new submarine fleet as $50bn contract awarded. In: theguardian.com. 26. April 2016, abgerufen am 26. April 2016 (englisch).
  11. Fleet Air Arm (Memento vom 10. August 2013 im Webarchiv archive.is). Auf: navy.gov.au
  12. Fleet Air Arm, RAN Homepage, abgerufen 5. Dezember 2017 (Memento vom 10. August 2013 im Webarchiv archive.is)
  13. Laser Airborne Depth Sounder. Auf: navy.gov.au
  14. Stand Mitte 2015; siehe: LADS II (Laser Airborne Depth Sounder). Auf: hydro.gov.au
ABDA-Flotte

Die ABDA-Flotte (englisch ABDA Sea oder ABDAFLOAT bzw. Allied Combined Striking Force oder Allied Striking Force) war ein vereinigter multinationaler alliierter Marineverband zu Beginn des Pazifikkriegs im Zweiten Weltkrieg, der aus US-amerikanischen, britischen, niederländischen (engl. „Dutch“) und australischen Einheiten bestand (American-British-Dutch-Australian). Das erklärte Ziel des am 8. Januar 1942 geschaffenen und unter dem gemeinsamen Oberkommando ABDACOM stehenden Flottenverbandes war, den japanischen Vormarsch in Richtung der britischen und niederländischen Kolonien in Südostasien zu unterbinden. Nach ihrer Niederlage bei der Schlacht in der Javasee und dem Untergang ihres Flaggschiffes Hr. Ms. De Ruyter bzw. dem Tod von Konteradmiral Karel Doorman am 28. Februar 1942 hörte sie faktisch auf zu existieren.

ANZAC-Klasse

Die ANZAC-Klasse ist eine Klasse von Lenkwaffenfregatten, die von der Royal Australian Navy und der Royal New Zealand Navy seit Mitte der 1990er Jahre eingesetzt wird. Die zehn Schiffe basieren auf dem MEKO-Entwurf von Blohm + Voss und wurden von Tenix Defence Systems gebaut.

Able Seaman

Able Seaman oder Able-bodied Seaman (engl. able seaman = befähigter Matrose, Abkürzung: AB) ist ein militärischer Dienstgrad in vielen englischsprachigen Marinestreitkräften.

Australian Antarctic Names and Medals Committee

Das Australian Antarctic Names and Medals Committee (AANMC) wurde eingerichtet, um die australische Regierung bei der Benennung von geographischen Objekten im Australischen Antarktis-Territorium und im Territorium Heard und McDonaldinseln, einem subantarktischen Außengebiet Australiens, zu beraten. Das Komitee nominiert außerdem Kandidaten für die Auszeichnung Australian Antarctic Medal.

Komiteemitglieder werden vom für antarktische Belange zuständigen Minister oder Parlamentssekretär ernannt. Das Komitee wurde im Oktober 1952 vom australischen Außenministerium (Ministry of External Affirs) als Antarctic Names Committee of Australia gegründet. Vorsitzender bis 1981 war der australische Polarforscher Phillip Law. Zum Zeitpunkt der Gründung gehörten dem Komitee neben Law der australische Polarforscher Douglas Mawson, Bruce Philip Lambert (1912–1990), Direktor des National Mapping Council of Australia, Captain G. D. Tancred, Hydrograph der Royal Australian Navy, sowie der Geograph A. A. Wilcock an. 1982 erfolgte die Umbenennung in den heutigen Namen, um die verschiedenen Funktionen, für die es verantwortlich ist, zu reflektieren.

Australian Defence Force

Der Name Australian Defence Force (ADF, deutsch Australische Verteidigungsstreitkraft), der im Gegensatz zu vielen anderen Ländern im Singular gehalten ist, bezeichnet die Gesamtheit der drei australischen Teilstreitkräfte Australian Army, Royal Australian Navy und Royal Australian Air Force. In den kommenden Jahren bis etwa 2015[veraltet] soll die ADF eine umfassende Modernisierung erfahren und damit zu einer der technisch führenden Streitkräfte der Welt werden. Im Jahre 2009 betrug die Anzahl aktiver Soldaten 55.000.

Australian White Ensign

Der Australian White Ensign, auch Royal Australian Navy Ensign genannt, ist die offizielle Flagge der Royal Australian Navy. Sie wird seit 1967 als Seekriegsflagge und Gösch auf den Schiffen der australischen Marine eingesetzt.

Docklandungsschiff

Als Docklandungsschiff (englisch Dock Landing Ship) wird ein Kriegsschiff bezeichnet, das innerhalb einer amphibischen Marineeinheit operiert und dessen Aufgabe es ist, Amphibienfahrzeuge und deren Besatzungen zu transportieren und gegebenenfalls einzusetzen. Die Schiffsklassifizierungen für Docklandungsschiffe lauten LSD oder LPD für Schiffe mit Hubschrauberplattform.

HMAS

HMAS ist die Abkürzung für Her Majesty's Australian Ship und das Präfix der australischen Marineeinheiten. Sollte der Königin ein König folgen, ändert es sich zu His Majesty's Australian Ship. Viele der großen australischen Marinebasen tragen ebenfalls dieses Kürzel, so wie beispielsweise die HMAS Stirling, eine Basis der Royal Australian Navy an der Westküste Australiens nahe der Stadt Perth.

Die Abkürzung leitet sich vom britischen Her Majesty's Ship (HMS) ab, da der Monarch Großbritanniens gleichzeitig Monarch Australiens ist.

Schiffe, die aktuell diesen Namensbestandteil tragen, unterstehen der Royal Australian Navy, der australischen Marine. König Georg V. erließ im Jahre 1911 den Beschluss, dass die Schiffe dieses Präfix von nun an zu tragen haben.

Viele andere Seestreitkräfte von Commonwealth-Staaten tragen Abwandlungen des "HMS", wie zum Beispiel die kanadischen HMCS (Her Majesty's Canadian Ship) oder die neuseeländischen HMNZS (Her Majesty's New Zealand Ship).

HMAS Ballarat

HMAS Ballarat ist der Name folgender Schiffe der Royal Australian Navy nach der Stadt Ballarat, Victoria:

HMAS Ballarat (J184), eine Korvette der Bathurst-Klasse (1941–1953)

HMAS Ballarat (FFH 155), eine Fregatte der Anzac-Klasse (seit 2004)

HMAS Ballarat (J184)

Die HMAS Ballarat (J184) war eine nach der Stadt Ballarat, Victoria benannte Korvette der Bathurst-Klasse der Royal Australian Navy während des Zweiten Weltkriegs. Insgesamt 60 Schiffe dieser Klasse wurden während des Krieges in Australien als Teil des Kriegsnotprogramms als Minensucher gebaut, 36 für die Royal Australian Navy, 20 (darunter auch die Ballarat) im Auftrag der britischen Admiralität, aber von der Royal Australian Navy bemannt und eingesetzt, und vier weitere für die Royal Indian Navy.

HMAS Vendetta (D69)

Die HMAS Vendetta (D69/I69) war ein britischer Zerstörer der V-Klasse, der im Oktober 1917 als HMS Vendetta (D69) in Dienst gestellt wurde. Bei Kriegsende gehörte er zur Grand Fleet.

1933 wurde der Zerstörer an die Royal Australian Navy als HMAS Vendetta abgegeben. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs diente die Vendetta im Mittelmeer und ab Oktober 1941 in Fernost. Von 1943 bis 1945 wurde sie als Geleitfahrzeug zwischen Australien und Neuguinea eingesetzt.

HMAS Warrnambool (J202)

Das erste Schiff der Royal Australian Navy, das den Namen HMAS Warrnambool trug war eine Korvette der Bathurst-Klasse während des Zweiten Weltkriegs. Insgesamt 60 Schiffe dieser Klasse wurden während des Krieges in Australien als Teil des Kriegsnotprogramms als Minensucher gebaut, 36 für die Royal Australian Navy (darunter auch die Warrnambool), 20 im Auftrag der britischen Admiralität, aber von der Royal Australian Navy bemannt und eingesetzt, und vier weitere für die Royal Indian Navy. Namensgeberin des Schiffes war die Stadt Warrnambool im australischen Bundesstaat Victoria.

Das Schiff diente der Royal Australian Navy im Zweiten Weltkrieg und wurde hauptsächlich zum Truppentransport, zu Rettungsmissionen und zur U-Boot-Jagd eingesetzt.

Am 23. September 1942 übernahm sie zusammen mit der HMAS Kalgoorlie die Besatzung der HMAS Voyager, die vor Betano (Timor) auf Grund gelaufen war. Nach der Einstellung der Kampfhandlungen im Pazifikkrieg war die Warrnambool bei der Kapitulation der japanischen Truppen auf Kupang, Timor, am 11. September 1945 anwesend.

Am 13. September 1947, während das Schiff mit Minenräumarbeiten beschäftigt war, lief es in der Nähe des Cockburn Reef vor der Küste von Queensland auf eine eben solche Mine und sank kurze Zeit später. Bei diesem Unglück kamen vier Seeleute ums Leben.

HMAS Wollongong (J172)

Die HMAS Wollongong (J172) war eine nach der Stadt Wollongong, New South Wales benannte Korvette der Bathurst-Klasse der Royal Australian Navy während des Zweiten Weltkriegs. Insgesamt 60 Schiffe dieser Klasse wurden während des Krieges in Australien als Teil des Kriegsnotprogramms als Minensucher gebaut, 36 für die Royal Australian Navy, 20 (darunter auch die Wollongong) im Auftrag der britischen Admiralität, aber von der Royal Australian Navy bemannt und eingesetzt, und vier weitere für die Royal Indian Navy.

HMS Waterhen (D22)

Die HMS Waterhen (G28/D22) war ein Zerstörer der Admiralty-W-Klasse, der von 1918 bis 1933 bei der Royal Navy und dann bei der Royal Australian Navy (RAN) als HMAS Waterhen (D22/I22) Dienst tat. Am 29. Juni 1941 wurde die Waterhen auf einer Versorgungsfahrt zum belagerten Tobruk durch deutsche und italienische Sturzkampfbomber schwer beschädigt. Der Versuch, sie einzuschleppen, scheiterte und sie sank am 30. Juni 1941. Sie war der erste Verlust eines Fahrzeugs der Royal Australian Navy im Zweiten Weltkrieg.

Leander-Klasse (1929)

Die Leander-Klasse war eine Klasse von acht Leichten Kreuzern der Royal Navy. Die Einheiten wurden zwischen 1933 und 1936 in Dienst gestellt und wurden im Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Man teilt die Klasse in zwei Gruppen ein, da die letzten drei gebauten Kreuzer, beginnend mit der HMS Amphion, eine andere Anordnung der Maschinenanlage erhielten. Diese drei Schiffe der Amphion-Gruppe wurden später der Royal Australian Navy überstellt und nach australischen Städten umbenannt.

Liste der Zerstörerklassen der United States Navy

Diese Liste zeigt alle Zerstörerklassen der United States Navy.

a): Weiterentwicklung der Allen-M.-Sumner-Klasse

b): je drei Schiffe wurden für die Royal Australian Navy und die deutsche Bundesmarine gebaut

c): Umbauten aus Schiffen der Forrest-Sherman-Klasse

d): ursprünglich für Iran bestimmt, wegen der Revolution aber in den USA in Dienst gestellt, inzwischen verkauft an Taiwan

Navantia

Navantia ist ein spanisches Rüstungsunternehmen mit Hauptaugenmerk auf den Schiffbau. Das Unternehmen gehört zu hundert Prozent der staatlichen Holding SEPI.

Norman (G49)

Norman (G49) war ein Zerstörer der N-Klasse.

Der Zerstörer wurde, wie vier seiner Schwesterschiffe, von der Royal Navy an die Royal Australian Navy verliehen und im September 1941 in Dienst gestellt. Im Zweiten Weltkrieg wurde er mit den Battle Honours Indian Ocean 1942–44, East Indies 1944, Burma 1944–45 und Okinawa 1945 ausgezeichnet.

Im Oktober 1945 schied der Zerstörer in Sydney aus dem Dienst der Royal Australian Navy und wurde als HMS Norman von der Royal Navy übernommen und über Fremantle bis zum 12. Dezember 1945 nach Plymouth überführt, wo sie außer Dienst gestellt und der Reserve zugeführt wurde. Eine weitere Nutzung des Zerstörers fand nicht statt und im April 1958 begann der Abbruch des Zerstörers in Newport.

Tribal-Klasse (1936)

Die Tribal-Klasse waren eine Gruppe von sechzehn Zerstörern, die vor dem Zweiten Weltkrieg für die Royal Navy gebaut wurden. Sie waren größer als die bis dahin bestellten Zerstörer der A- bis I-Klasse und eine Reaktion der britischen Marine auf die Großzerstörer der anderen Marinen, insbesondere Japans.

Die sechzehn Boote der Royal Navy kamen bis zum März 1939 in den Dienst. Zwölf gingen während des Zweiten Weltkriegs verloren, die übrigen wurden bis 1949 ausgesondert.

Die Royal Australian Navy (RAN) und Royal Canadian Navy (RCN) bestellten je sieben Zerstörer dieses Typs.

Drei in Australien für die RAN gebaute Boote wurden während des Krieges fertiggestellt. Die übrigen Aufträge wurden storniert. 1969 wurde das letzte australische Boot abgebrochen.

Vier der Boote für die RCN wurden ab 1940 in Newcastle (England) gebaut und 1942/43 abgeliefert. Eines ging 1944 verloren, die Haida wurde 1964 Museumsschiff und ist erhalten. Der Bau weiterer vier Boote (eins zusätzlich für den Kriegsverlust) wurde während des Krieges in Kanada begonnen, sie wurden aber erst nach dem Kriegsende fertiggestellt und in den 60er-Jahren verschrottet.

Australian Defence Force

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