Rübstiel

Als Rübstiel bezeichnet man die als Gemüse verwendeten Stiele und Blätter einiger Unterarten des Rübsen. Meist handelt es sich um die jungen gestielten Blätter der Speiserübe. Daneben gibt es eine aus dem wilden Rübsen (Stängelkohl, Brassica rapa ssp. silvestris) gezüchtete Sorte „Namenia“ und eine eigenständige Varietät mit stark gefiederten Blättern (Brassica rapa var. rapifera subvar. pabularia), die keine bzw. nur eine kleine Rübe bilden.

Raapstelen Brassica campestris greens
Brassica rapa ssp. silvestris „Namenia“

Weitere Namen

Synonyme der Pflanze im Deutschen sind Rübstielchen, Stängelmus, Stängelripsen, Stielmus, Köhlstille, Runkelstielchen, Knisterfinken, im westfälischen Platt auch Streppmaut.

Geschichte

Im Rheinland und in den Niederlanden hat dieses Gemüse eine sehr lange Tradition. In der Schweiz wird Rübstiel erst seit 1985 versuchsmäßig angebaut.[1]

Beschreibung

Wie auch die engen Verwandten Rettich, Senf, Kresse und Kohl gehören Speiserüben und Rübstiel zur Pflanzenfamilie der Kreuzblütengewächse. Diesen allen gemeinsam ist eine besondere Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe: Glucosinolate, auch als Senfölglykoside bezeichnet. Diese Stoffgruppe verursacht den typischen Kohlgeruch und verleiht je nach Menge und Zusammensetzung die Schärfe.

Anbau und Ernte

Die Aussaat erfolgt meist im Frühjahr. Rübstiel ist ein typisches Frühjahrsgemüse. Angebaut wird Rübstiel meist durch sehr enge Aussaat von Speiserüben (Brassica rapa ssp. rapa, z. B. Mai-, Herbst- oder Weiße Rüben). Die Aussaatdichte beträgt im Hausgarten statt des zur Rübenproduktion üblichen einen Gramms pro Quadratmeter drei Gramm pro Quadratmeter für die Blattproduktion.[2] Enge Aussaat ist wichtig, da nur die jungen Blätter verwertet werden und die Wurzeln sich daher nicht entwickeln sollen. Oder es wird die spezielle, aus dem wilden Rübsen (Brassica rapa ssp. silvestris) gezüchtete Sorte „Namenia“ eingesetzt. Als Ersatz können auch Chinakohl- oder Mangoldblätter verwendet werden. Als Standort sind mittelschwere, etwas sandige Böden von Vorteil. Auch der Anbau im Gewächshaus ist üblich. Die Kulturzeit beträgt je nach verwendetem Gemüse 6–8 Wochen. Geerntet wird mit den Wurzeln, wenn die Blätter 10 bis 25 Zentimeter Länge erreicht haben. Der mittlere Ertrag liegt bei drei Kilogramm pro Quadratmeter. Dann werden sie nach Gewicht gebündelt und abgepackt. Frisch geschnittener Rübstiel kann nur kurz für zwei bis drei Tage im Kühlschrank gelagert werden.

Verwendung

Stielmus
Rübstiel vor der Verarbeitung

Rübstiel hat einen fein-säuerlichen Geschmack und wird am besten frisch nach der Ernte verzehrt, weil die zarten Blätter schnell welken. Das Gemüse ist vor allem im Rheinland und in Westfalen bekannt. Dort werden die Stiele der jungen Mai- und Herbstrüben meist gehackt und gedünstet zu Fleischgerichten serviert. Üblich ist auch eine Mischung mit Kartoffelpüree oder Stampfkartoffeln. In weiteren traditionellen Zubereitungen wird er zu Eintopf oder roh zu Salat verarbeitet.[3]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Fritz Keller, Jürg Lüthi, Kurt Röthlisberger: 100 Gemüse. LMZ, Zollikofen 1986, ISBN 3-9066-7901-2, S. 76.
  2. Johannes Böttner (Hrsg.): Gartenbuch für Anfänger. 22. Auflage. Frankfurt an der Oder 1940, S. 281.
  3. Marianne Müller, Günter Rachfahl (Hrsg.): Das große Lexikon der Hotellerie und Gastronomie. Behr, Hamburg 2004, ISBN 3-89947-114-8, S. 546.
Bildtafel Obst und Gemüse

Die Bildtafel Obst und Gemüse gibt einen Überblick über die Vielfalt der verschiedenen Obst- und Gemüsesorten, die weltweit angebaut, geerntet, verarbeitet und konsumiert werden.

Anhand der Fotos der Bildtafel ist eine einfache Identifizierung möglich, insbesondere wenn die Bezeichnung nicht bekannt ist.

Blattgemüse

Zum Blattgemüse zählen verschiedene Gemüsearten, deren Blätter und Stiele zum Verzehr geeignet sind. Sie werden in der Landwirtschaft und im Gartenbau angebaut. Fast jede Art wird in verschiedenen Sorten gezüchtet.

Zum Blattgemüse zählen:

Chicorée

Endivie

Feldsalat

Kopfsalat

Löwenzahn

Mangold

Schnittsalat

Petersilie

Rhabarber (Sonderstellung auch als Obst)

Spargel

Spinat

Rübstiel/Stielmus

Rucola

BrennnesselnWeitere Gemüsearten sind Kohlgemüse, Blütengemüse, Zwiebelgemüse, Fruchtgemüse und Wurzelgemüse.

Caldo galego

Der Caldo galego (galicisch) oder Caldo gallego (spanisch), "galicische Brühe", ist ein Eintopf, der als Spezialität der galicischen Küche gilt. Gekocht wird Caldo in unterschiedlichen Variationen mit Couve galega (Galizischer Kohl, vergleichbar Markstammkohl oder Grünkohl) und Speiserüben samt dem Rübstiel, weißen Bohnen, Kartoffeln, Brühe sowie Speck. Bisweilen kommt Chorizo hinzu, auch Hühnerfleisch oder Schweinebauch. Er gilt als eine typische Winterspeise, die durch wiederholtes Aufkochen im großen Kessel an Wohlgeschmack gewinnt und mit Weißbrot gegessen wird. Vergleichbar ist der Caldo verde der portugiesischen Küche.

Herbstgemüse

Als Herbstgemüse bezeichnet man Gemüsesorten, die im Herbst geerntet werden können und auch niedrigere Temperaturen und eventuelle Trockenheit überleben. Dazu gehören Herbstsalat, Rübstiel, Feldsalat (Rapunzel) und die meisten Kohlsorten. Die Kohlarten sind kälteverträglich und halten teilweise zehn Minusgrade aus.

Kohl

Kohl (Brassica) bildet eine Gattung der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Viele wichtige Kulturpflanzen gehören zu dieser Gattung.

Liste der Gemüse

Diese Liste der Gemüse soll einen Überblick der essbaren Arten von Gemüse geben.

Diese Liste der Gemüse gibt eine Übersicht nach den benutzten Pflanzenteilen der Gemüsesorten nach gärtnerischer Sicht und den Handelsbezeichnungen.

In der Liste der Nutzpflanzen werden die Pflanzenarten, die Gemüse liefern, aus botanischer Sicht zusammengefasst, wobei diese dort nach Inhaltsstoffen und Verwendung in Anlehnung an W. Franke: Nutzpflanzenkunde (Lit. siehe dort) geordnet sind.

Die Kategorie:Gemüse bietet eine Sortierung der Gemüsegruppen nach kulinarischen Aspekten.

Gemüsesorte steht für verschiedene kultivierte Sorten ein und derselben biologischen Pflanzenart, und werden nicht hier, sondern in den Fachartikeln aufgeführt.

Liste von Nutzpflanzen

Die Liste der Nutzpflanzen enthält Pflanzenarten, die wildwachsend oder kultiviert als Nahrungspflanzen, Futterpflanzen, Pflanzen für technische Zwecke usw. genutzt werden.

In der folgenden Liste sind die Nutzpflanzen gegliedert nach den für die Ernährung wichtigen Inhaltsstoffen, nach ihrer Verwendung sowie nach ihrer technischen Nutzung. Ihre Einteilung orientiert sich an Wolfgang Frankes Buch Nutzpflanzenkunde in der 6. Auflage von 1997.

Die Arzneipflanzen sind in Anlehnung an Gessner/Orzechowski (1974) nach den Hauptwirkstoffen zusammengestellt.

Mairübe

Die Mairübe (Brassica rapa subsp. rapa var. majalis) oder Mairübchen, auch Navette genannt, (Navet ist in der französischen Sprache der Name für die Speiserübe allgemein), ist eine Gemüsepflanze mit essbarer Wurzel. Sie ist eine besondere Form der Speiserübe. Eng verwandt ist sie mit dem Teltower Rübchen und der Herbstrübe. Letztere wird aber später geerntet und wird ein wenig größer. Mairüben tragen ihren Namen, weil sie im zeitigen Frühjahr gesät werden und im Mai geerntet werden können.

Mangold

Mangold (Beta vulgaris subsp. vulgaris, Kultivargruppen Cicla-Gruppe und Flavescens-Gruppe), deutschschweizerisch auch Krautstiel genannt, ist eine Gemüse­pflanze. Sie ist eine Kulturform der Rübe, verwandt mit der Zuckerrübe, der Futterrübe und der Roten Rübe, und stammt von der an Küstensäumen wachsenden Wilden Rübe oder See-Mangold (Beta vulgaris subsp. maritima) ab. Sie gehört zur Unterfamilie der Betoideae in der Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Mangold kann auch als Ersatz für Stängelkohl bzw. Rübstiel genommen werden.

Der Mangold ergibt mit seinen langgestielten, bis 30 Zentimeter langen Blättern ein rein vom Aussehen her dem Spinat ähnliches Gemüse. Es gibt zahlreiche Sorten mit unterschiedlicher Blattfarbe (bleich, gelb, hell- bis dunkelgrün und dunkelrot), die Blätter können runzelig oder glatt sein. Es werden die Blätter und die Stiele verzehrt, nicht jedoch die Wurzeln.

Rübsen (Pflanze)

Der Rübsen oder auch Rübsamen oder die Rübsaat (Brassica rapa) ist eine Art aus der Familie der Kreuzblütengewächse. Der Rübsen wird seit der Jungsteinzeit kultiviert. Es gibt zahlreiche Sorten bzw. Unterarten, die als Öl-, Gemüse- bzw. Futterpflanzen angebaut werden.

Speiserübe

Die Speiserübe (Brassica rapa subsp. rapa) ist eine Unterart innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Formen davon sind die Mairübe, Teltower Rübchen, Pfatterer Rübe, Gatower Kugel, Herbstrübe und die nahe verwandte Bayerische Rübe. Sie ist von den Kohl- oder Steckrüben (Brassica napus subsp. napobrassica; auch: Brassica napus subsp. rapifera) zu unterscheiden.

Stängelkohl

Der Stängelkohl (Brassica rapa var. cymosa, Synonym: Brassica rapa var. sylvestris) ist eine dem Rübstiel ähnliche Varietät des Rübsens (Brassica rapa) aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Stängelkohl wird je nach Gegend auch Rappa, Cima di Rapa oder Broccoli raab genannt und als Gemüse genutzt.

Thurner Hof

Der Thurner Hof ist ein in Köln-Dellbrück gelegener Gutshof und ehemaliger Rittersitz, der aus dem Herrenhaus an der Südostecke, einer vierflügeligen Hofanlage und einem Eckturm (dem „Türmchen“) an der Nordwestecke besteht. Er befindet sich seit 1911 im Besitz der Stadt Köln. „Thurn“ ist eine althochdeutsche Form von Turm und verweist auf die Urform der Burg in Form einer Motte. Der Name übertrug sich auch auf die zugehörige Siedlung, heute Teil von Köln-Dellbrück.

Die Hofanlage ist im Osten und Süden von einem 7.200 m² großen Gartengelände umgeben und wird heute als Lehrgarten der VHS Köln genutzt und von dem VHS-Arbeitskreis Köln auf ehrenamtlicher Basis gepflegt. Der Garten steht allen Besuchern offen.

Jedes Jahr am 1. Sonntag im Mai ist der Thurner Hof Veranstaltungsort der Kölner Pflanzentauschbörse.

Westerwald

Der Westerwald ist ein deutsches Mittelgebirge. Er ist rechtsrheinischer Teil des Rheinischen Schiefergebirges und erstreckt sich über die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Seine höchste Erhebung ist mit 657,3 m ü. NHN die zum Hohen Westerwald gehörende Fuchskaute.

Der Westerwald wird landläufig definiert als jenes Land zwischen den Flüssen Dill im Osten, Lahn im Süden, Rhein im Westen, Sieg im Norden und Heller im Nordosten, wobei die im Norden dieses Gebiets gelegenen Höhenzüge unmittelbar südlich von Sieg und Heller naturräumlich nicht mehr zum Westerwald gehören. Die historische Region Westerwald hat demgegenüber noch etwas abweichende, nicht exakt zu bemessende Grenzen.

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