Que sais-je ?

Que sais-je ? (zu deutsch: Was weiß ich?) ist eine Editionsreihe der Presses Universitaires de France, die 1941 durch Paul Angoulvent begründet wurde. Die Reihe vereinigt Sachbücher, welche das Wesentliche eines Fachgebiets im Taschenbuchformat auf 128 Seiten behandeln. Die Ausrüstung des Einbandes ist spartanisch im Einheitsdesign gehalten und auf Abbildungen wird weitgehend verzichtet. Dies macht einen kleinen Verkaufspreis möglich.

Erklärung des Reihentitels

Der Titel der Reihe geht zurück auf einen berühmten Satz in den Essays von Michel de Montaigne über das bescheidene Ausmaß menschlichen Wissens in Anbetracht der unendlichen Ausdehnung des Wissensgegenstandes und dem geraden roten Faden des humanistischen Denkansatzes der Renaissance zu dieser Erkenntnis.

Andere Verlage haben ähnliche Reihen aufgelegt, wie zum Beispiel „Repères“ bei La Découverte oder „Clefs“ bei Montchrestien.

Aufmachung

Die Reihe umfasst im aktuellen Katalog mehr als 4.000 Titel und stellt damit in ihrer Gesamtheit eine große Enzyklopädie dar, die alle Bereiche menschlicher Erkenntnis abdeckt, soweit sie Themen an Universitäten oder in der Populärkultur sind.

Einzelne Bände der Reihe wurden in 43 Sprachen übersetzt. In Deutschland begründete der Hamburger Verlag Johannes Maria Hoeppner 1957 die Reihe Was weiss ich? als Enzyklopädie des XX. Jahrhunderts. Bis 1960 erschienen 20 aus der französischen Reihe übersetzte Bände. Die 30 weiteren angekündigten Bände kamen nicht mehr zum Druck. Die Gesamtauflage in französischer Sprache beträgt mehr als 160 Millionen Exemplare (Stand: 2004). Sie ist heute weltweit einer der größten Wissensspeicher, dessen Bände von Fachleuten ihrer Disziplin für das breite Publikum geschrieben wurden.

Die einzelnen Bändchen werden anlässlich jeder Neuauflage aktualisiert und aus dem Katalog zurückgezogen, wenn sie veraltet sind.

Siehe auch

Weblinks

André Cailleux

André Paul Cailleux (* 24. Dezember 1907 in Paris als André de Cayeux de Senarpont; † 27. Dezember 1986 in Saint-Maur-des-Fossés) war ein französischer Geologe und Geograph. Er veröffentlichte später unter dem Pseudonym Cailleux, anfangs aber auch unter seinem ursprünglichen Namen Cayeux.

Er erwarb in Paris eine breite Ausbildung als Naturwissenschaftler. 1931 erhielt er sein Lizenziat in Physik, 1932 in Naturwissenschaften und 1933 in Literatur und 1936 seine Agrégation in Naturwissenschaften. 1942 wurde er in Paris promoviert mit einer Arbeit über periglaziale Phänomene im europäischen Quartär. Er lehrte zunächst an Gymnasien in Warschau, Brest und am Lycée Marcelin-Berthelot in Saint-Maur-des-Fossés bevor er Leiter der Forschung in physischer Geographie an der Faculté des lettres de Paris wurde. Danach war er Maître de conférences am Labor für Geomorphologie der École pratique des hautes études in Paris, war ab 1958 Professor für Geologie (Sedimentologie) an der Sorbonne und an der Universität Laval in Québec, Kanada. Er lehrte auch in Sherbrooke, Québec, Kanada und in Rio de Janeiro.

Cailleux war ein Spezialist für Glazialmorphologie und Geomorphologie, befasste sich aber mit vielen Gebieten (zum Beispiel auch mit Biogeographie) und schrieb mehrere populärwissenschaftliche Bücher, insbesondere innerhalb der Que sais-je ? Reihe. Er war Gründer der ACDS (Association pour la création et la diffusion Scientifique), welche die Zeitschrift DIRE herausbrachte.

Er betrieb Feldforschung unter anderem in der Antarktis (1960/61 war er französischer Vertreter bei den US-amerikanischen Antarktisexpeditionen), auf Grönland, in Kanada, auf Island, in der Sahara, in Brasilien und Guyana. André Cailleux sprach sieben Sprachen (neben Französisch Englisch, Deutsch, Russisch, Polnisch, Spanisch und Italienisch). Er war Mitglied des Komitees für die „Internationale Quartärkarte von Europa“ und Präsident der „Internationalen Kommission für periglaziale Morphologie“.

Cailleux war zusammen mit Jean Tricart Gründer der Revue de géomorphologie dynamique sowie Mitherausgeber der Zeitschrift für Geomorphologie, der Cahiers géologiques, und von 1963 bis 1971 der Annales de Géographie.

1972 erhielt er die Albrecht-Penck-Medaille. Er war Mitglied der Leopoldina (seit 1973), der Bayerischen und der Göttinger Akademie der Wissenschaften sowie der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft (seit 1955). 1961 wurde er Ehrendoktor der polnischen Universität Łódź. Die Quartärgesellschaft von Québéc (Association Québécoise pour l’étude du Quaternaire) verleiht ihm zu Ehren die „Cailleux-Medaille“. Ein 50 Kilometer großer Krater auf dem Erdmond ist nach ihm benannt (60° 48′ 0″ S; 153° 18′ 0″ O).

Atlantischer Dreieckshandel

Der Begriff atlantischer Dreieckshandel bezeichnet ein Erklärungsmodell für den über den Atlantischen Ozean betriebenen Warenhandel zwischen Europa, Afrika und Amerika in der Frühen Neuzeit, der zugleich eine Spezialform des allgemeinen Sklavenhandels war. Der Begriff gilt heute als veraltet.

Charles-André Julien

Charles-André Julien (geb. 2. September 1891 in Caen; gest. 19. Juli 1991 in Paris) war ein französischer Historiker, Journalist, Orientalist und Universitätsprofessor. Sein besonderes Interesse galt dem Maghreb (Nordafrika) und dem französischen Kolonialreich. Sein bekanntestes Werk ist Histoire de l'Afrique du Nord: Des origines à 1830 (Geschichte Nordafrikas: von den Ursprüngen bis 1830). Die Reihe Colonies et empires: Collection internationale de documentation coloniale (später unter dem Titel Pays d'outre-mer: Colonies, empires, pays autonomes, Collection internationale de documentation publiée sous la direction) wurde unter seiner Leitung publiziert.

Charles-André Julien wurde im nordfranzösischen Caen als Sohn französischer Hugenotten geboren und wanderte im Alter von fünfzehn Jahren mit seiner Familie nach Algerien (damals unter französischer Besatzung) aus, wo er sich für die Geschichte der Region interessierte. Juliens Geschichte Nordafrikas diente jahrzehntelang als Standardwerk zu diesem Thema. Sein politisches Engagement und sein Fachwissen über Nordafrika trugen zu seinem Platz im Haut Comité méditerranéen et de l'Afrique du Nord der Volksfront von 1936 bis 1939 und der Wahl in den Rat der Französischen Union von 1946–1958 bei.

Charles-André Julien verfasste verschiedene Werke zur Geschichte Afrikas, insbesondere Nordafrikas, die in namhaften französischen Reihen wie der Bibliothèque historique (Payot) und Que sais-je ? erschienen.

Er lehrte an der Mohammed-V.-Universität in Rabat (Marokko) und an der Sorbonne von Paris. Er war auch ein regelmäßiger Kolumnist bei der französischen Tageszeitung Le Monde.

Das von ihm herausgegebene, mit seinem Vorwort und einer Einleitung versehene Buch Les techniciens de la colonisation (XIXe-XXe siècles) – das den ersten Band der Reihe Colonies et empires (später Pays d'outre-mer) bildet – ist eine Sammlung von Kurzbiographien der wichtigsten Vertreter der größten Kolonialmächte.Die antikolonialen Schriften von Charles-André Julien wurden von Magali Morsy in einem Sammelband vereint.

Charles Vincent Aubrun

Charles Vincent Aubrun (* 4. April 1906; † 2. Februar 1993 in Saint-Germain-en-Laye) war ein französischer Romanist und Hispanist.

Henri Mitterand

Henri Mitterand (* 7. August 1928 in Vault-de-Lugny) ist ein französischer Romanist.

Jacques Allières

Jacques Allières (* 9. November 1929 in Toulouse; † 31. August 2000 in Saint-Gaudens) war ein französischer Romanist, Dialektologe und Baskologe.

Jean Itard (Mathematiker)

Jean Itard (* 16. Juni 1902 in Serrières, Ardèche; † 8. Mai 1979 in Paris) war ein französischer Mathematikhistoriker.

Itard studierte an der École Normale des Instituteurs und der Universität Marseille (Abschluss 1924 in Mathematik) und war dann Lehrer am Lyzeum von Alençon und ab 1928 in Marseille. Später war er Gymnasiallehrer in Paris. 1962 ging er in den Ruhestand. Itard hielt auch Vorlesungen über griechische Mathematik an der École pratique des hautes études und war ein aktiver Gewerkschafter und hielt Mathematikvorlesungen an Gewerkschaftsschulen.

Mit Pierre Dedron schrieb er das Buch „Mathematiques et mathematiciens“ (Paris 1959, 1982), schrieb den Band Arithmetik und Zahlentheorie in der „Que-sais-je?“ Reihe und er gab 1962 eine französische Übersetzung der arithmetischen Bücher von Euklid heraus. Er schrieb zahlreiche Mathematiker-Biographien für das Dictionary of Scientific Biography (unter anderem über Joseph-Louis Lagrange), eine Fermat (Birkhäuser 1950, 1979) Biographie und trug zur Histoire Générale des Sciences von René Taton bei.

Luc Benoist

Luc Benoist, Pseudonym: Luc-Benoist (* 23. Dezember 1893 in Paris, Frankreich; † 1980) war ein französischer Kunsthistoriker, Autor und Essayist.

Lucien Malson

Lucien Malson (* 14. Mai 1926 in Bordeaux; † 27. Januar 2017) war ein französischer Jazzjournalist und Autor.

Marc Pincherle

Marc Pincherle (* 13. Juni 1888 in Constantine; † 20. Juni 1974 in Paris) war ein französischer Musikwissenschaftler und Violinist.

Paul-Laurent Assoun

Paul-Laurent Assoun (* 1948) ist ein französischer Psychoanalytiker und Philosoph.

Philippe Adrien Van Tieghem

Philippe Adrien Van Tieghem (* 1898; † 1969) war ein französischer Literaturwissenschaftler, Theaterwissenschaftler, Komparatist und Romanist.

Pierre Grimal

Pierre Grimal (* 21. November 1912 in Paris; † 11. Oktober 1996 ebenda) war ein französischer Altphilologe und Althistoriker. Grimal gilt als einer der einflussreichsten und wirkkräftigsten klassischen Philologen des 20. Jahrhunderts.

Grimal studierte ab 1932 an der École Normale Superieure. 1935 wurde Grimal Agrégé des Lettres, 1935 bis 1937 war er Mitglied der École française de Rome. Dort war er Schüler von Jean Bayet und Jérôme Carcopino. Danach war er Gymnasiallehrer in Rennes. 1944 wurde er über die Gärten der Römer promoviert (Les Jardins romains. Essai sur le naturalisme romain). 1941 wurde er auf eine Professur an die Universität Caen berufen, wo er bis 1945 blieb. Danach wechselte er bis 1952 an die Universität Bordeaux. Seit 1952 lehrte er Lateinische Philologie und Römische Kultur an der Pariser Sorbonne.

Grimal verfasste zahlreiche Bücher sowohl fachwissenschaftlicher Art, populärwissenschaftlicher Natur und sogar in belletristischer Form. Als sein Hauptwerk gilt das 1960 erschienene La Civilisation Romaine, das schnell in andere Sprachen übersetzt wurde, darunter 1961 ins Deutsche („Römische Kulturgeschichte“). Einer breiten Öffentlichkeit wurde er als Mitautor des sechsten und siebten Bandes der Fischer Weltgeschichte und als Herausgeber des Werkes „Mythen der Völker“ bekannt.

Grimal schrieb auch historische Romane (Mémoires de T. Pomponius Atticus, Mémoires d’Agrippine, Le procès de Néron) und übersetzte aus dem Lateinischen Cicero, Seneca, Frontinus (Über die Aquädukte von Rom), Tacitus (Gesamtwerk, La Pleiade), Apuleius, Petronius (Satyricon), Plautus (Gesamtwerk) und Terenz (Gesamtwerk) ins Französische. Aus dem Griechischen übersetzte er Heliodor, Lukian von Samosata, Flavius Philostratus, Longos, Achilleus Tatios, Chariton von Aphrodisias (alle in der Reihe griechischer und römischer Romane der Bibliothèque de la Pléiade).

1964 wurde er Ritter der Ehrenlegion. 1975 wurde er Mitglied der Académie des inscriptions et belles-lettres und war im Jahr 1985 ihr Präsident.

Der Ägyptologe Nicolas Grimal ist sein Sohn, die Latinistin Florence Dupont seine Tochter.

Pierre Larthomas

Pierre Larthomas (* 4. Juni 1915; † 8. Juli 2000) war ein französischer Romanist und Literaturwissenschaftler.

René Lalou

René Lalou (* 3. September 1889 in Boulogne-sur-Mer; † 19. November 1960 in Paris) war ein französischer Anglist, Romanist und Literaturkritiker.

René Taton

René Taton (* 4. April 1915 in L’Échelle, Département Ardennes; † 9. August 2004 in Ajaccio auf Korsika) war ein französischer Mathematik- und Wissenschaftshistoriker. Von 1954 bis 1971 war Taton Direktor des Internationalen Wissenschaftsrats (ICSU).

Renée Balibar

Renée Balibar (* 1915; † 1998) war eine französische Romanistin, Linguistin und Literaturwissenschaftlerin.

Robert Campbell (Mathematiker)

Robert Campbell (* 1913) war ein französischer Mathematiker.

Campbell wurde 1951 an der Sorbonne promoviert (Les fonctions des Mathieu associées). Er war Maître de conférences für Mathematik an der École polytechnique und später Professor für Mechanik an der Universität Caen.

Er veröffentlichte neben einführenden Werken in der Reihe „Que sais-je ?“ Monographien über die Mathieusche Differentialgleichung und die Gammafunktion.

Verdun-Louis Saulnier

Verdun-Louis Saulnier (* 1. Januar 1917 in Rom; † 29. September 1980 in Paris) war ein französischer Romanist und Literaturwissenschaftler.

In anderen Sprachen

This page is based on a Wikipedia article written by authors (here).
Text is available under the CC BY-SA 3.0 license; additional terms may apply.
Images, videos and audio are available under their respective licenses.