Plinius der Ältere

Gaius Plinius Secundus Maior, auch Plinius der Ältere (* 23 oder 24 in Novum Comum, heute Como; † 25. August 79 in Stabiae am Golf von Neapel), war ein römischer Gelehrter, Offizier und Verwaltungsbeamter, der vor allem durch die Naturalis historia, ein enzyklopädisches Werk zur Naturkunde, Bedeutung erlangt hat. Er starb während des großen Vesuvausbruchs im Alter von etwa 55 Jahren.

Plinius der Ältere ist nicht zu verwechseln mit seinem Neffen Plinius dem Jüngeren (Gaius Plinius Caecilius Secundus Minor).

Pliny the Elder, Natural History, Florence, Plut. 82.4
Plinius der Ältere, Naturalis historia in der Handschrift Florenz, Biblioteca Medicea Laurenziana, Plut. 82.4, fol. 3r (15. Jahrhundert)

Leben

Comoplinio
Gedenkstein für Plinius den Älteren, heute am Dom zu Como angebracht

Plinius’ Leben ist fast nur durch einige Anspielungen in seinem eigenen Werk Naturalis historia, durch zwei Briefe Plinius’ des Jüngeren sowie die Vita Plinii aus dem Catalogus virorum illustrium Tranquilli bezeugt. Nach letzterer ist sein Geburtsort Novum Comum in der Provinz Gallia cisalpina. Das Geburtsdatum kann eingegrenzt werden, da sein Neffe berichtet, dass Plinius in seinem 56. Lebensjahr stand, als er starb.[1]

Plinius stammte aus einer Ritterfamilie und muss eine Ausbildung erhalten haben, die ihn befähigte, einer der bedeutendsten Gelehrten seiner Zeit zu werden. Belegt ist, dass Plinius in Rom im Hause des Publius Pomponius Secundus unterrichtet und erzogen wurde.[2] Details sind jedoch nicht bekannt. Er selbst gibt lediglich einige kurze Selbstzeugnisse.[3]

Als Offizier war Plinius in verschiedenen römischen Provinzen eingesetzt. Im Jahr 47 n. Chr. kam er nach Niedergermanien und gelangte unter Domitius Corbulo in das Gebiet der Chauken.[4] Später erreichte er Gebiete nördlich des Mittel- und Oberrheins. Spätestens 59 n. Chr. war er zurück in Italien, übte jedoch unter Nero keine militärische oder zivile Funktion im Staat aus und konzentrierte sich auf seine wissenschaftlichen und literarischen Tätigkeiten.[5] Nach dem Prinzipat Neros diente Plinius in mehreren römischen Provinzen als Finanzverwalter (Procurator), unter anderem in Hispania Tarraconensis.[6] Um 79 n. Chr. leitete er als Präfekt die in Misenum unweit des Vesuvs stationierte römische Flotte.

Plinius blieb zeitlebens unverheiratet und kinderlos.[7] Nach dem Tod seines Schwagers wohnte er zusammen mit seiner Schwester und deren Sohn, Plinius dem Jüngeren, den er in seinem Testament als seinen Adoptivsohn bestimmte.

Der Tod des Plinius ist durch einen Brief Plinius’ des Jüngeren an den römischen Historiker Tacitus detailliert überliefert.[8] Als eine große schwarze Wolke beobachtet worden war, habe Plinius zunächst aus Forschungsinteresse an das Ufer unterhalb des Vesuvs segeln wollen, um das Phänomen zu beobachten. Auf den Hilferuf einer gewissen Rectina hin habe er sich entschlossen, die dort ansässigen Menschen zu retten, aufgrund des Ascheregens (durch den am 24. August 79 stattgefundenen Vulkanausbruch des Vesuvs) habe man das Ufer jedoch nicht erreichen können. Stattdessen sei er nach Stabiae gesteuert und auf dem Gut eines Pomponianus abgestiegen. Nach einer unruhigen Nacht habe man am Morgen die Gebäude wegen starker Erdbeben verlassen müssen. Plinius sei an der Küste tot zusammengebrochen. Die Todesursache gilt heute als unklar. Als mögliche Ursachen werden in der Forschung Tod durch Ersticken, Vergiftung, Asthmaanfall, Herzinfarkt oder Schlaganfall diskutiert.

Schriften

Überblick

Plinius der Jüngere überliefert nicht nur biografische Informationen, sondern auch Angaben über die schriftstellerische Tätigkeit seines Onkels. In einem Brief an Baebius Macer zählt er dessen Schriften in chronologischer Reihenfolge auf. Daneben habe Plinius der Ältere noch 160 doppelseitig eng beschriebene Hefte mit Notizen und Auszügen aus früheren Schriftstellern hinterlassen.[9] Die Datierungsversuche sind nachträglich angestellt worden:

  • De iaculatione equestri liber unus (Speerwerfen vom Pferd aus, ein Buch): ca. Ende der 40er Jahre
  • De vita Pomponi Secundi duo (Leben des Pomponius Secundus, zwei Bücher): ca. 50er Jahre
  • Bellorum Germaniae libri XX (20 Bücher über die Kriege in Germanien): etwa in den 40er Jahren vollendet, jedoch erst in den 50er Jahren veröffentlicht
  • Studiosi libri tres (Der Student, drei Bücher): ca. Ende der 50er Jahre
  • Dubii sermonis libri octo (Undeutliche Ausdrucksweise, acht Bücher): in der für Literaten gefährlichen Zeit unter Nero, ca. 65–68 n. Chr.
  • A fine Aufidii Bassi libri triginta unus (Fortsetzung des Aufidius Bassus, 31 Bücher): unter Vespasian, zwischen 69 und 79 n. Chr.
  • Naturae historiarum libri triginta septem (Naturgeschichte, 37 Bücher): ca. 77 n. Chr.

Die Bella Germaniae und A fine Aufidii Bassi gehören zu den historischen Schriften, die übrigen behandeln überwiegend rhetorisch-literaturgeschichtliche Fragen. Die meisten dieser Werke sind heute allerdings höchstens fragmentarisch oder gar nicht überliefert.

Geschichtswerke

Die bella Germaniae (Germanenkriege) umfassten 20 Bücher und sind schon in der Spätantike nur schwer zugänglich gewesen, wie aus einem Brief des Quintus Aurelius Symmachus aus dem Jahr 396 hervorgeht.[10] Mit den 31 Büchern umfassenden Historien (die sein Neffe unter A fine Aufidii Bassi listete) schloss Plinius an den Geschichtsschreiber Aufidius Bassus an. Daher wird vermutet, es ist aber nicht sicher belegt, dass die Darstellung wohl im Jahr 47 einsetzte, dem vermuteten Endpunkt des Aufidius Bassus in dessen Geschichtswerk.

Pliny the Elder, Leiden, Voss. Lat. F. 4
Der Anfang des vierten Buches der Naturalis historia in der Handschrift Leiden, Bibliothek der Rijksuniversiteit, Voss. Lat. F. 4, fol. 20v (erste Hälfte des 8. Jahrhunderts)
Plinio, naturalis historia, libri I-XVI, europa sett.le, 1200-15 ca., pluteo 82.1, 02
Plinius (links) überreicht Kaiser Titus ein Schriftband mit der Widmung seines Werks. Buchmalerei in einer Handschrift der Naturalis historia. Florenz, Biblioteca Medicea Laurenziana, Plut. 82.1, fol. 2v (Anfang des 13. Jahrhunderts)

Sowohl die Historien, die bis in die Regierungszeit Vespasians reichten, wie auch die Germanenkriege (deren Umfang umstritten ist, die aber vielleicht bis Mitte des 1. Jahrhunderts reichten) wurden ausgiebig von Tacitus als Quelle benutzt, der Plinius’ Schriften schon bald verdrängte.[11] Sueton hat die Geschichtswerke des Plinius aber ebenfalls herangezogen.

Die Fragmente sind gesammelt in The Fragments of the Roman Historians (Nr. 80).

Naturalis historia

Eine Sonderstellung nimmt seine Naturkunde, die Naturalis historia ein. Alle 37 Bände der umfangreichen Enzyklopädie sind komplett erhalten, da sie ununterbrochen rezipiert und vervielfältigt wurde.[12] In ihr wurde das naturkundliche Wissen um 50 n. Chr. zusammengetragen. Damit ist das Werk heute eine wichtige Quelle für die Beurteilung und Rezeption antiken Wissens.

Plinius arrangierte darin traditionelles naturwissenschaftliches Wissen griechischer Autoren wie Aristoteles, Theophrastos und Hippokrates von Kos unmittelbar aus Handschriften und setzte dieses mit neuen geografischen Kenntnissen Catos, Varros, Mucianus’ und anderer in Beziehung.[13] Das Werk zeichnet sich im Besonderen durch den Aufbau aus: Es besteht aus 37 Bänden, die unabhängig voneinander verwendet werden können.[14] Ein Band der Naturalis historia konnte somit als Handbuch für ein Fachgebiet fungieren.

Die Enzyklopädie befasste sich mit den Themenbereichen Kosmographie (Buch 2), Geographie (Buch 3–6), Anthropologie (Buch 7), Zoologie (Buch 8–11), Botanik (Buch 12–19), Medizin (20–32), Metallurgie und Mineralogie sowie Malerei und Kunstgeschichte (Buch 33–37).[15] Im Buch 9 zur Zoologie wird die Purpurfärberei dieser Zeit behandelt.

Rezeption

Charles Plumier benannte Plinius zu Ehren die Gattung Plinia[16] der Pflanzenfamilie der Myrtengewächse (Myrtaceae). Carl von Linné übernahm später diesen Namen.[17]

In dem Roman Pompeji von Robert Harris ist Plinius’ Wirken am Ende seines Lebens in Misenum dargestellt.

Der Mondkrater Plinius wurde nach ihm benannt.

Literatur

Übersichtsdarstellungen in Handbüchern

Porträt

  • Klaus Sallmann: Plinius der Ältere. In: Wolfram Ax (Hrsg.): Lateinische Lehrer Europas. Fünfzehn Portraits von Varro bis Erasmus von Rotterdam. Böhlau, Köln 2005, ISBN 3-412-14505-X, S. 45–65

Gesamtdarstellungen

  • Mary Beagon: Roman Nature. The Thought of Pliny the Elder. Clarendon Press, Oxford 1992, ISBN 0-19-814726-0.
  • Roderich König, Gerhard Winkler: Plinius der Ältere. Leben und Werk eines antiken Naturforschers. München 1979.
  • Trevor Murphy: Pliny the Elder’s Natural History. The Empire in the Encyclopedia. Oxford University Press, Oxford 2004, ISBN 0-19-926288-8.

Einzelne Themen

  • Johannes Hahn: Plinius und die griechischen Ärzte in Rom: Naturkonzeption und Medizinkritik in der ‚Naturalis Historia‘. In: Sudhoffs Archiv. Band 75, 1991, S. 209–239.
  • John F. Healy: Pliny the Elder on Science and Technology. Oxford University Press, Oxford 1999, ISBN 0-19-814687-6.
  • Thomas Köves-Zulauf: Reden und Schweigen. Römische Religion bei Plinius Maior. Fink, München 1972.
  • Helmut Leitner: Zoologische Terminologie beim älteren Plinius. Hildesheim 1972.
  • Valérie Naas: Plinius Secundus (Caius). In: Richard Goulet (Hrsg.): Dictionnaire des philosophes antiques. Bd. 5, Teil 1, CNRS Éditions, Paris 2012, ISBN 978-2-271-07335-8, S. 876–884 (über Plinius' Verhältnis zur Philosophie)
  • Klaus Sallmann: Die Geographie des älteren Plinius in ihrem Verhältnis zu Varro. Versuch einer Quellenanalyse. De Gruyter, Berlin 1971, ISBN 3-11-001838-1.
  • Klaus Sallmann: Der Traum des Historikers: Zu den 'Bella Germaniae' des Plinius und zur julisch-claudischen Geschichtsschreibung. In: Aufstieg und Niedergang der römischen Welt. II 32,1, Berlin 1984, S. 578–601.

Weblinks

Anmerkungen

  1. Plinius minor, Epist. III, 5, 7.
  2. Gerhard Winkler: Plinius der Ältere, S. 553.
  3. Gerhard Winkler: Plinius der Ältere. In: Bernhard Zimmermann (Hrsg.): Metzler Lexikon antiker Literatur. Autoren, Gattungen, Begriffe. Stuttgart 2004, S. 553.
  4. W. Kroll: Plinius d. Ä. In: RE 21 (1951), Sp. 274.
  5. W. Kroll: Plinius d. Ä. In: RE 21 (1951), Sp. 276.
  6. W. Kroll: Plinius d. Ä. In: RE 21 (1951), Sp. 277.
  7. Reinhard Wolters: Plinius. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Bd. 23. 2. Aufl. Berlin 2003, hier S. 211.
  8. Plinius minor, Epist. VI, 16.
  9. Plinius minor, epist. III, 5, 17.
  10. Symmachus, epist. IV 18 (Edition Otto Seeck).
  11. Zu den bella Germaniae siehe vor allem Klaus Sallmann: Der Traum des Historikers: Zu den 'Bella Germaniae' des Plinius und zur julisch-claudischen Geschichtsschreibung. In: Aufstieg und Niedergang der römischen Welt. II 32,1, Berlin 1984, S. 578–601. Vgl. auch Ronald Syme: Tacitus. Bd. 1, Oxford 1958, besonders S. 287 ff.
  12. Francesca Berno: Plinius d.Ä. (Gaius Plinius Caecilius Secundus maior). Naturalis historia. In: Christine Walde (Hrsg.): Die Rezeption der antiken Literatur. Kulturhistorisches Werklexikon. Stuttgart 2010, S. 697.
  13. Cancik, Hubert: Or - Poi, S. 1139.
  14. Franz Brunhölzl: Plinius der Ältere im Mittelalter. In: Lexikon des Mittelalters. Bd. 7, Sp. 21 f.
  15. Francesca Berno: Plinius d. Ä. (Gaius Plinius Caecilius Secundus maior). Naturalis historia. In: Christine Walde (Hrsg.): Die Rezeption der antiken Literatur. Kulturhistorisches Werklexikon. Stuttgart 2010, S. 697–699.
  16. Charles Plumier: Nova Plantarum Americanarum Genera. Leiden 1703, S. 9.
  17. Carl von Linné: Critica Botanica. Leiden 1737, S. 94; Carl von Linné: Genera Plantarum. Leiden 1742, S. 239.
Eques

Der Ausdruck Eques, vollständig eques Romanus (deutsch ‚(römischer) Reiter‘; von lateinisch equus ‚Pferd‘, Plural equites; traditionell als „Ritter“ übersetzt), bezeichnete im römischen Reich das Mitglied des equester ordo, eines mit besonderen Vorrechten ausgestatteten Standes. Er kam in der gesellschaftlichen Rangfolge nach dem Senatorenstand (ordo senatorius), der sich im Prinzipat als eigener Stand etablierte. In der Republik gehörten auch Angehörige der Nobilität zu den Equites, solange sie nicht nach der Bekleidung der entsprechenden Ämter in den Senat aufgenommen worden waren.

In der dunklen Frühzeit der Römischen Republik dienten wahrscheinlich die reichsten Bürger, die sich ein eigenes Pferd und die dazugehörige Ausrüstung leisten konnten, als Reiter im Heer. Ihre militärische Rolle verschwand spätestens im 4. Jahrhundert v. Chr., die Equites blieben aber eine politisch herausgehobene Gruppe. Eine besondere Ehre war es dabei, zu den „Rittern mit Staatspferd“ zu gehören, die die Equites im engeren Sinne bildeten. In der späteren Republik, als Senatoren seit 218 v. Chr. offiziell keine Handelsgeschäfte mehr ausüben durften, betätigten sich viele Equites wirtschaftlich, beispielsweise durch die Übernahme von Staatsaufträgen (publicani); nicht selten fungierten sie dabei auch als Strohmänner für Senatoren. Politische Bedeutung erlangten die Ritter vor allem seit Gaius Sempronius Gracchus, der 122 v. Chr. versuchte, die Equites als Gegengewicht gegen den Senat aufzubauen, und sie mit juristischen Aufgaben betraute, bei denen sie teils auch über Senatoren urteilten.

Auch für Equites, die nicht der Nobilität angehörten, war es aufgrund ihres Vermögens und ihrer Beziehungen im Gegensatz zu den „gewöhnlichen“ Bürgern einfacher, in politische Ämter zu gelangen, deren Bekleidung mit einem Aufstieg in den Senat verbunden war. Solche Personen, die wie Marcus Tullius Cicero als erste ihrer Familie in den Rang eines Konsuls gelangten, wurden homines novi (Singular homo novus ‚neuer Mann‘) genannt. Bis zu Augustus war aber, wie gesagt, auch jeder Angehörige einer senatorischen Familie solange ein Ritter, bis ihm die Aufnahme in den Senat gelang – erst in der Kaiserzeit gab es eine formale Trennung von ordo senatorius und equester ordo.

In der beginnenden Kaiserzeit (Prinzipat) wurden die Equites so zu einem klar abgegrenzten Stand mit einem Mindestcensus von 400.000 Sesterzen und Standesabzeichen (Ritterring, anulus aureus; schmaler Purpursaum an der Tunika, der so genannte angustus clavus). Angehörige des equester ordo übten herausgehobene Tätigkeiten in Verwaltung und Militär aus; die meisten Spitzenpositionen blieben den Senatoren vorbehalten, doch waren sowohl die Prätorianerpräfekten als auch der praefectus Aegypti in der Regel Ritter. Bekannte Angehörige dieses Standes in der Zeit des Prinzipats waren unter anderem Vergil, Ovid, Pontius Pilatus, Seian, Plinius der Ältere, Sueton und Timesitheus. Auch der cheruskische Stammesfürst Arminius wurde in den Ritterstand aufgenommen.

Daneben bestand die rein militärische Bedeutung des Wortes eques fort, das den Reiter einer Hilfstruppeneinheit oder Legion bezeichnen konnte. Weiterhin gab es berittene Gladiatoren, die ebenfalls als equites bezeichnet wurden.

Im Verlauf des 1. und 2. Jahrhunderts n. Chr. nahm die Bedeutung der Ritter speziell innerhalb der kaiserlichen Verwaltung zu. Seit Septimius Severus veränderte sich der Charakter des Ritterstandes dann zunehmend: Fortan konnte man über eine militärische Laufbahn zum Ritter werden. Nicht wenigen dieser „neuen“ Ritter gelang ein Aufstieg in den Senat, seit Macrinus gelangten einige sogar selbst auf den Thron, der bis dahin nur für ehemalige Konsuln erreichbar gewesen war. Während man daher das 3. Jahrhundert als „die große Zeit des römischen Ritterstandes“ (Géza Alföldy) bezeichnen kann, nahm seine Bedeutung im 4. Jahrhundert rasch ab, weil die meisten bis dahin ritterlichen Ämter nun senatorisch wurden, bis der equester ordo schließlich verschwand.

Eurotas (Flussgott)

Eurotas (griechisch Εὐρώτας), der Sohn des Flussgottes Inachos und der Peitho, war in der griechischen Mythologie der Flussgott des gleichnamigen Flusses Eurotas. Er galt als der Vater der Kleochareia, der Mikionikes, der Pitane und der Tiasa. Eine Statue des Flussgottes, die Plinius der Ältere wegen der Darstellung fließenden Wassers besonders hervorhob, wurde von Eutychides um 300 v. Chr. geschaffen.

Historia ecclesiastica gentis Anglorum

Die Historia ecclesiastica gentis Anglorum (Kirchengeschichte des englischen Volkes) ist ein in Latein verfasstes frühmittelalterliches Geschichtswerk des Beda Venerabilis (672/673–735).

Es entstand im ersten Drittel des 8. Jahrhunderts auf Anregung des Abtes Albinus von Canterbury († 732) und war König Ceolwulf von Northumbrien gewidmet. Beda schilderte zunächst in Kürze die Geschichte des vorchristlichen Britannien und beschäftigt sich dann ausführlich mit der Bekehrung der Angelsachsen zum Christentum. Die Darstellung umfasst fünf Bücher und reicht bis 731. Im selben Jahr scheint Beda das Werk abgeschlossen zu haben.

Bedas Werk ist eine der bedeutendsten Quellen zur angelsächsischen Geschichte und recht materialreich; es ist auch hinsichtlich der Beziehungen zwischen dem angelsächsischen England und dem Kontinent sowie allgemein hinsichtlich der Bekehrungsgeschichte der Angelsachsen von großem Wert. Beda behandelte nicht nur kirchengeschichtliche Aspekte, sondern widmete auch der Entwicklung der verschiedenen angelsächsischen Königreiche und ihren Herrschern breiten Raum. Das Werk ist in einem guten Latein verfasst und weist teilweise Anlehnungen an klassische Autoren auf. Stilistisch illustrierte Beda den Sieg des Christentums über die alten Götter immer wieder anhand beispielhafter Episoden und bemühte sich um eine lebendige Darstellung.

Beda zog bei der Abfassung des Werks zahlreiche schriftliche Quellen heran, wobei er sich auf die guten Bibliotheken des Doppelklosters Wearmouth und Jarrow stützen konnte. Dazu zählen mehrere antike (unter anderem Plinius der Ältere, Eutropius und Orosius) und frühmittelalterliche Autoren (wie Gildas) sowie christliche Viten. Hinzu kamen Berichte aus der näheren Vergangenheit und mündliche Schilderungen. Ein Schwerpunkt der Handlung ist Northumbria, ohne wichtige Ereignisse im Süden aus dem Blick zu verlieren.

Der Titel Historia ecclesiastica („Kirchengeschichte“) ist eine offensichtliche Anlehnung an die Kirchengeschichte des Eusebius von Caesarea, die Beda in lateinischer Übersetzung gelesen hatte. Als eines der ersten Geschichtswerke gebrauchte die Kirchengeschichte Bedas die Jahreszählung nach Christi Geburt.

Das Werk war offenbar weit verbreitet, es sind gut 160 Handschriften bekannt. Im späten 9. Jahrhundert wurde die Kirchengeschichte ins Altenglische übertragen. 1480 erschienen sie unvollständig, 1550 erstmals komplett im Druck.

Las Médulas

Die Las Médulas liegen in der Nähe der spanischen Stadt Ponferrada, Provinz León, in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León. Sie war die wichtigste Goldmine des Römischen Reiches. Die Kulturlandschaft der Las Médulas wird seit 1997 als UNESCO-Welterbe geführt.

Die außergewöhnliche Landschaft ist ein Ergebnis der ruina montium, einer römischen Bergbautechnik. Plinius der Ältere beschreibt sie in seiner Naturalis historia als Durchlöchern der Berge und späteres Überschwemmen mit großen Mengen Wassers. Dies soll die Hügel buchstäblich abgetragen haben. Um die benötigten Mengen Wasser aus der Sierra de la Cabrera heranzubringen, wurde ein über 100 Kilometer langes Kanalsystem erbaut. Teile dieses Systems sind noch heute erhalten.

Unter der Regentschaft des Augustus wurde das Gebiet von den Römern nach langwierigen Feldzügen (Kantabrischer Krieg, 29–19 v. Chr.) letztlich okkupiert. Als Grund der römischen Interventionen werden nach römischen Quellen fortwährende Überfälle der Kantabrer auf benachbarte römische Regionen gesehen und deren Versuch ihren Herrschaftsbereich dabei zu erweitern. Darüber hinaus war das Gebiet der Kantabrer für die Römer auch aufgrund seines Erzreichtums von wirtschaftlichem Interesse, so begannen sie bereits kurz nach der Eroberung mit der Ausbeutung von Goldminen, Las Médulas. Publius Carisius eroberte Las Médulas im Jahre 25 v. Chr. in der Schlacht um den Mons Medullius.

Lemoviken

Die Lemoviken waren ein antiker Stamm der Kelten in Aquitanien. Sie waren zwischen den Biturigen und den Arvernern angesiedelt und werden von Caesar in seinem Werk De bello Gallico („Über den Gallischen Krieg“) zweimal erwähnt: Als Verbündete des Vercingetorix neben anderen aquitanischen Stämmen (7, 4) und im letzten Kriegsjahr 51 v. Chr., als Caesar einen Teil seiner Legionen im Grenzgebiet der Lemoviken überwintern ließ (8, 46).

Auch die kaiserzeitlichen Gelehrten Plinius der Ältere und Claudius Ptolemäus erwähnen den Stamm der Lemoviken (4, 109 bzw. 2, 7). Ihre Hauptstadt hieß bis ins 7. Jahrhundert n. Chr. Augustoritum, war aber seit der Eroberung Galliens auch unter dem Namen Civitas Lemovicum („Stadt der Lemoviken“) bekannt. Daraus entwickelte sich der heutige Name der Stadt, Limoges.

Der Name der Lemoviken erklärt sich aus der Verbindung des Personennamens Lemo- mit dem Suffix -vīces („Kämpfer“).

Likatier

Die Likatier (lateinisch Licates) waren ein keltischer Stamm im Allgäu, der vermutlich am Ufer und in der Nähe des Flusses Lech angesiedelt war und zur keltischen Stammesgruppe der Vindeliker gehörte.

In einem römischen Militärdiplom werden vier Stammesnamen als gentes der Vindeliker genannt: Cosuanetes, Rucinates, Licates und Catenates. Bei Strabon und Claudius Ptolemäus sind die Licates (altgriechisch Λικάτ[τ]ιοι Likát[t]ioi) ebenfalls erwähnt. Plinius der Ältere nennt die gleichen vier Stammesnamen:

Vindelicorum gentes quatuor, Consuanetes, Rucinates [nach einer anderen Lesart Virucinates], Licates, Catenates.

Magna Graecia

Als Magna Graecia (lateinisch für: „großes Griechenland“; griechisch Μεγάλη ῾Ελλάς Megalē Hellas) werden die Regionen im antiken Süditalien, oft einschließlich Siziliens, bezeichnet, die von griechischen Siedlern ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. kolonisiert wurden. Obwohl es hier neben den zahlreichen Poleis immer auch viele nicht griechische Stämme und Städte gab, war die ganze Region dennoch stark von der griechischen Sprache und Kultur geprägt und wurde erst spät und langsam romanisiert.

Im Deutschen wird das Gebiet auch Großgriechenland genannt, seine Einwohner Westgriechen. Die Magna Graecia bestand dabei aus vielen volkreichen Städten; diese waren unabhängige Staaten, die oft gegeneinander kämpften. Teils schlossen sich westgriechische Poleis aber auch zu Koina zusammen, so insbesondere zum Italiotenbund unter Führung von Tarent.

Erstmals findet sich die Bezeichnung Großgriechenland für das Gebiet von Neapel bis Syrakus bei Polybios. Plinius der Ältere und Servius grenzten das Gebiet der Magna Graecia von Lokroi bis Tarent bzw. von Cumae/Kyme bis Tarent ein. Betrachtet man die Ausdehnung der griechischen Besiedlung und Kultur, erstreckte sich die Magna Graecia von der Umgebung Neapels bis nach Sizilien.

Mysien

Mysien (griechisch Μυσία Mysía) ist der Name einer historischen Landschaft im Nordwesten des antiken Kleinasien. Mysien war weder landschaftlich noch ökonomisch, administrativ oder politisch eine Einheit.

Im Norden grenzt Mysien an den Hellespont und die Propontis; im Osten bilden der Fluss Rhyndakos und das Gebirgsmassiv des mysisch-bithynischen Olymps (Uludağ) die Grenze gegen Bithynien. Im Westen bildet der Aisepos die Grenze zur Troas hin, wobei diese Landschaft häufig noch zu Mysien gerechnet wird. Weiterhin bilden die Ägäis und der Golf von Adramyttion die West- und Südwestgrenze. Die Grenze im Süden und Südosten ist schwieriger zu definieren, Mysien grenzte hier an Phrygien, Lydien und die Aiolis.

Po (Fluss)

Der Fluss Po [pɔ] (lat. Padus, deutsch veraltet auch: Pfad, aus mhd. Phât oder Pfât) entspringt den Cottischen Alpen im an der italienisch-französischen Grenze gelegenen Valle Po und mündet nahe bei Adria (Venetien) in die Adria. Mit einer Länge von 652 km ist er der längste Fluss Italiens. Das Einzugsgebiet umfasst eine Fläche von etwa 75.000 km².

Auf weiter Strecke fließt der Fluss durch die Poebene (italienisch Pianura Padana), die wichtigste Landwirtschafts- und Industrieregion Italiens. 1852 wurde die Po-Schifffahrt vom Österreichischen Lloyd übernommen und neu organisiert.

Der Po hat ein ausgedehntes Delta von etwa 380 km², dessen Fläche sich ständig vergrößert. Fünf der wichtigsten Arme sind Po di Maestra, Po della Pila, Po delle Tolle, Po della Donzella und Po di Goro. Im Delta wurde ein Naturpark eingerichtet, der Parco regionale del Delta del Po.

Der Fluss ist zwar von der Einmündung des Ticino bei Pavia bis zur Adria schiffbar, jedoch wird die Schleuse oberhalb von Cremona durch eine neue ersetzt (Stand: 2018). In der Antike geben Polybios (2. 16. 6–12) und Plinius der Ältere (nat. hist. 3. 123) – letzterer gibt Augusta Taurinorum an – verschiedene Stellen an, ab denen der Po mit Schiffen befahren wurde. Sidonius wiederum berichtet, dass in Brescello die navicularii aus Cremona durch Frachtführer aus der Emilia ersetzt wurden. Über den Lambro wiederum war Mailand an den Po angebunden. Der Ostgotenkönig Theoderich ließ in Ostiglia eine Anlegestelle einrichten, wie Cassius Dio (Var. 2, 31) berichtet.

Im Februar 2010 wurde der Fluss von einer Ölpest verschmutzt, indem mutwillig aus einer stillgelegten Raffinerie mehr als 2500 Kubikmeter Rohöl in den Nebenfluss Lambro geleitet wurden.

Pytheas

Pytheas von Massalia (altgriechisch Πυθέας, Pythéas; * um 380 v. Chr.; † um 310 v. Chr.) war ein griechischer Händler, Geograph und als Seefahrer einer der großen Entdecker der Antike.

Zur selben Zeit, als Alexander der Große im Osten bis an die Grenzen der damals in Europa bekannten Welt vordrang, erforschte Pytheas den Nordwesten Europas. Sein Reisebericht, dessen Titel vermutlich Über den Ozean (Περὶ τοῦ ᾿Ωκεανοῦ Perì toũ Okeanoũ) lautete, ist nicht erhalten. Die wenigen Fragmente des Buches kennt man von Zitaten anderer Autoren (u. a. Strabon, Eratosthenes und Plinius der Ältere), die Pytheas allerdings zum Teil als Lügner bezeichneten, weil sie seine Reisen für unmöglich hielten oder sich (wie Polybios) selbst als Kenner der Materie profilieren wollten. Weitere Hinweise finden sich in den Werken antiker Astronomen wie etwa Hipparchos von Rhodos.

Quadrireme

Die Quadrireme, auch Tetrere oder Vierruderer genannt, war ein Ruderkriegsschiff des Altertums, bei dem jeweils vier Ruderer eine Einheit bildeten. Sie soll von den Karthagern im 4. Jahrhundert v. Chr. entwickelt worden sein.

Auf wie viele Ebenen von Riemen sich die Ruderer verteilten, ist in der Forschung umstritten. Einiges spricht dafür, dass die meisten Quadriremen zwei Riemen mit jeweils zwei Ruderern hatten. Es scheint aber auch vereinzelt vierreihige Schiffe gegeben zu haben, wie bildliche Darstellungen zeigen.Plinius der Ältere untersuchte den Ausbruch des Vesuv an Bord einer Quadrireme, wo er schließlich auch umkam.

Skiapoden

Skiapoden, auch Skiapodes, Schattenfüßler oder Schattenfüßer (griechisch Σκιάποδες, von griechisch σκιά (Schatten) und πούς (Fuß)) sind Fabelwesen von menschlicher Gestalt, aber mit nur einem Bein. Mit diesem sollen sie blitzschnell laufen können. Ihren riesigen Fuß halten sie beim Liegen als Sonnenschutz über sich.

Skiapoden wurden unter anderem von Hekataios von Milet erwähnt; demnach lebten sie in Libyen. Auch Plinius der Ältere (Naturalis historia 7, 2) und Ktesias von Knidos gingen in ihren Werken von der Existenz der Skiapoden aus, siedelten sie aber in Indien an. Auch Augustinus erwähnt ihre Existenz in De Civitate Dei. Sie wurden in literarischen Werken bis zum 16. Jahrhundert immer wieder erwähnt. In der jüngeren Literatur treten sie selten in phantastischen Romanen auf, so in C. S. Lewis’ Die Reise auf der Morgenröte und in Umberto Ecos Baudolino.

Sosigenes aus Alexandria

Sosigenes aus Alexandria (altgriechisch Σωσιγένης ὅ ᾿Αλεξανδρεύς Sōsigénēs ho Alexandréus) war ein späthellenistischer Astronom des 1. Jahrhunderts v. Chr.

Sosigenes war bei der Kalenderreform unter Gaius Iulius Caesar (julianischer Kalender) – neben anderen, darunter wohl Acoreus – als Berater tätig und hat auch Caesars Schrift De astris, aus der nur noch Fragmente über Witterungszeichen bekannt sind, beeinflusst. Plinius der Ältere überliefert in seiner Naturalis historia die Erkenntnis des Sosigenes und Kidenas, dass der Merkur niemals mehr als 22 Grad von der Sonne entfernt stehe.Der Mondkrater Sosigenes ist nach dem Astronomen benannt.

Im Film Cleopatra von 1963 erscheint er als Berater von Kleopatra, dargestellt von Hume Cronyn.

Sosigenes aus Alexandria ist nicht zu verwechseln mit Sosigenes dem Peripatetiker, der sich ebenfalls mit astronomischen Themen beschäftigte.

Souq Ahras

Souq Ahras (auch Souk Ahras oder Souk-Ahras; arabisch سوق أهراس, DMG Sūq Ahrās, tamazight ⵙⵓⵇⴻⵀⵔⴰⵙ Suqehras) ist eine Stadt im Nordosten Algeriens mit heute knapp 150.000 Einwohnern. Sie ist Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und liegt in der nordafrikanischen Landschaft Numidien.

Unter punischer und später römischer Herrschaft war ihr Name Tagaste (auch Thagaste). Plinius der Ältere, ein römischer Gelehrter aus dem 1. Jahrhundert, und das Itinerarium Antonini erwähnen Tagaste; allerdings ist kaum etwas über die Geschichte der Stadt bekannt.

Bekannt ist die Stadt Tagaste als Geburtsort des von der katholischen Kirche heiliggesprochenen Kirchenlehrers und Philosophen Augustinus von Hippo. Ferner ist die Stadt heute ein Titularbistum der römisch-katholischen Kirche (s. Titularbistum Thagaste).

1871 führte Mohamed El Keblouti den Widerstand gegen die französische Eroberung in der Region an.

Sunuker

Die Sunuker oder Sunuci sind ein westgermanischer Stamm mit stark keltisierter Führungsschicht, dessen Siedlungsgebiet im 1. und 2. Jahrhundert im heutigen Rheinland zwischen Aachen und Jülich lag. Ihre Stammesgöttin ist Sunuxal.

Da sich fast alle Inschriften ihrer Stammensgöttin im Gebiet der Ubier befinden, wird vermutet, dass die Ubier die Nachfolger der Sunuker oder dass die Sunuker ein abgespaltener Stamm der Ubier sind.

Der römische Offizier Plinius der Ältere erwähnt in seiner "Naturalis historia" die Sunuker als Verbündete der Tungrer im Belgerland. Im Geschichtswerk Tacitus' kommen sie kurz bei der Schilderung des Bataveraufstands 69 und 70 n. Chr. vor. Die letzte Erwähnung stammt aus der Zeit Kaiser Hadrians (117–138) als Kohorte unter dem Oberbefehl des Cantifanus, Sohn des Albanus: Coh. I. Sun(u)cor - ex pedite C(a)ntifani, Albani (filii), (Su)nuco.

Troglodyten

Mit Troglodyten („Höhlenbewohner“) wurden mehrere, auf niedrigerer Entwicklungsstufe als der eigenen stehende Ethnien bezeichnet. Mehrere antike Autoren erwähnen ein Volk der Troglodyten oder Trogodyten, so unter anderem Herodot, Hanno der Seefahrer, Agatharchides, Diodor, Strabon, Plinius der Ältere sowie das 2. Buch der Chronik der Septuaginta.

Velletri (Wein)

Velletri ist ein italienischer Weiß- und Rotwein aus der Metropolitanstadt Rom in der Region Latium mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung (Denominazione di origine controllata – DOC). Die Denomination existiert seit 1972 und wurde zuletzt 2014 aktualisiert. Plinius der Ältere berichtete bereits über den Weinbau in dieser Region.

Vinzenz von Beauvais

Vinzenz von Beauvais (auch Vincent de Beauvais, latinisiert Vincentius Bellovacensis; * zwischen 1184 und 1194; † um 1264 in Beauvais) war ein französischer Gelehrter, Pädagoge und Dominikaner. Er war der Verfasser des Speculum maius, der ersten und umfassendsten Enzyklopädie des Mittelalters, die mehrfach zwischen 1240 und 1260 umgearbeitet wurde und in der Endfassung aus den drei Teilen Speculum naturale, Speculum doctrinale und Speculum historiale besteht.

Er war Vertrauter, Kaplan und Bibliothekar von König Ludwig IX. und Erzieher von dessen Söhnen. Seine Werke sind auch für die Geschichte der Alchemie von Bedeutung, da er über 350 alchemistische Autoren zitiert. Er benutzt neben antiken Autoren wie Platon, Plinius der Ältere und Pedanios Dioskurides und spätantiken (wie Isidor von Sevilla) auch viele arabischsprachige Autoren (wie Avicenna und Rhazes).

Sein Werk diente unter anderem Geoffrey Chaucer als Quelle.

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