Olga Tokarczuk

Olga Nawoja Tokarczuk[1] [ɔlga tɔˈkart͡ʂuk] (* 29. Januar 1962 in Sulechów bei Zielona Góra, Polen) ist eine polnische Psychologin und Schriftstellerin. 2019 erhielt sie rückwirkend für 2018 den Nobelpreis für Literatur, der 2018 nicht vergeben worden war.

Olga Tokarczuk (2018)
Olga Tokarczuk (2018)

Leben

Ihre Eltern stammten aus Ostpolen, das sie nach dem Zweiten Weltkrieg verlassen mussten, weil es an die Sowjetunion gefallen war.[2] Ihre Kindheit verbrachte Olga Tokarczuk in Klenica (Kleinitz) bei Zielona Góra (Grünberg), wo ihre Eltern als Lehrer beschäftigt waren. Später zog die Familie ins oberschlesische Kietrz (Katscher). Dort besuchte Olga das Lyceum, das sie 1980 mit dem Abitur abschloss. Anschließend studierte sie bis 1985 Psychologie an der Universität Warschau.[3] Neben dem Studium arbeitete sie in einem Heim für verhaltensauffällige Jugendliche. Nach dem Abschluss ihres Studiums zog sie zunächst nach Breslau und später nach Wałbrzych (Waldenburg), wo sie eine Tätigkeit als Therapeutin begann. Sie sieht sich selbst in der geistigen Tradition von Carl Gustav Jung, dessen Theorien sie auch als eine Inspiration für ihre literarischen Arbeiten anführt. Seit 1998 lebt sie in dem kleinen Dorf Krajanów (Krainsdorf) bei Nowa Ruda (Neurode). Von hier aus führte sie auch mehrere Jahre ihren eigenen Kleinverlag „Ruta“, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete.

Werk

Olga Tokarczuk debütierte 1979 in dem Jugendmagazin Na Przełaj, wo sie unter dem Pseudonym „Natasza Borodin“ erste Erzählungen veröffentlichte.[3] 1989 ist das Jahr der Veröffentlichung ihres ersten Buches, einer mit „Miasta w lustrach“ (Städte in Spiegeln) betitelten Gedichtsammlung. Ihr Debütroman, „Podróż ludzi księgi“ (Reise der Buchmenschen), eine Parabel über die Suche zweier Liebender nach dem „Geheimnis des Buches“ (eine Metapher für die Bedeutung des Lebens), ist im Frankreich des 17. Jahrhunderts angesiedelt und erschien 1993. Mit diesem Buch erreichte die Autorin große Popularität bei Lesern wie bei Kritikern. Der Nachfolgeroman E. E. (1996) trägt im Titel die Initialen seiner Heldin, einer jungen Frau namens „Erna Eltzner“, die in einer bürgerlichen deutsch-polnischen Familie im Breslau der Vorkriegsjahre aufwächst und übermenschliche Fähigkeiten entwickelt.

Großen Erfolg erreichte Tokarczuks dritter Roman „Prawiek i inne czasy“ (Ur und andere Zeiten), der 1996 veröffentlicht wurde. Er spielt in dem fiktiven Städtchen Ur in Ostpolen, das von exzentrischen Urgesteinen bevölkert wird. Das Städtchen steht unter dem Schutz der Vier Erzengel Raphael, Uriel, Gabriel und Michael, aus deren Perspektive der Roman das Leben der Bewohner über einen Zeitraum von acht Jahrzehnten seit 1914 aufzeichnet. Parallel zur abwechslungsreichen polnischen Geschichte in jener Zeit, doch gleichzeitig seltsam entrückt von ihr, beschreibt der Roman die stetige Wiederkehr aller menschlichen Freuden und Schmerzen, die in Ur wie durch ein Brennglas sichtbar werden. Der Roman wurde in viele Sprachen übersetzt, darunter Deutsch, und begründete Tokarczuks internationale Reputation als eine der wichtigsten Protagonistinnen der polnischen Literatur in der Gegenwart.

Nach „Prawiek i inne czasy“ begann Tokarczuks Arbeit sich weg von der Romanform und hin zu kürzeren Prosatexten und Essays zu entwickeln. Das 1997 erschienene Buch „Szafa“ (Schrank) war eine Sammlung dreier Texte im Stil von Kurzgeschichten. „Dom dzienny, dom nocny“ (Taghaus, Nachthaus) erschien 1998. Obwohl formell ein Roman, gleicht es eher einer Sammlung lose miteinander verbundener Texte, Skizzen und Essays über Gegenwart und Vergangenheit in der Wahlheimat der Autorin, einem Dorf im Waldenburger Bergland nahe der polnisch-tschechischen Grenze. Wenn auch Tokarczuks schwierigstes Buch, zumindest für jene, die mit der Geschichte Mitteleuropas nicht vertraut sind, ist es das einzige, das bislang ins Englische übersetzt worden ist.

Danach hat Tokarczuk eine Reihe von Sammlungen kurzer Geschichten veröffentlicht: Im Jahre 2000 erschien „Ostatnie historie“ (Letzte Geschichten) sowie ein Essay über Bolesław Prus’ Klassiker „Lalka i perła“ (Die Puppe und die Perle. Und mit ihren gleichermaßen populären Kollegen Jerzy Pilch und Andrzej Stasiuk veröffentlichte sie den Band „Opowieści wigilijne“ mit drei modernen Weihnachtsgeschichten. 2001 folgte „Gra na wielu bębenkach“ (Spiel auf vielen Trommeln.

Literaturnobelpreis

Tokarczuk hat zahlreiche polnische wie auch internationale Literaturpreise erhalten. Am 10. Oktober 2019 gab die Schwedische Akademie in Stockholm die Verleihung des Nobelpreises für Literatur für das Jahr 2018 an sie bekannt, „für ihre narrative Vorstellungskraft, die, in Verbindung mit enzyklopädischer Leidenschaft, für das Überschreiten von Grenzen als eine neue Form von Leben steht“ (“for a narrative imagination that with encyclopedic passion represents the crossing of boundaries as a form of life”).[4] Die Auszeichnung ist mit neun Millionen schwedischer Kronen dotiert, zu diesem Zeitpunkt umgerechnet rund 831.000 Euro. Die nachträgliche Auszeichnung im Jahr 2019 wurde notwendig, weil sich die Akademie nach Skandalen und Austritten im Jahr 2018 gegen eine Preisvergabe entschieden hatte.[5]

Auszeichnungen

Werke

  • Miasto w lustrach (Stadt in Spiegeln, Gedichte). Beilage zur Zeitschrift Okolice. Nr. 10/1989.
  • Podróż ludzi Księgi (Die Reise der Buchmenschen). 1993.
  • E.E. 1995.
  • Prawiek i inne czasy. 1996.
    • Ur und andere Zeiten. Aus dem Polnischen von Esther Kinsky. Berlin Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-8270-0340-7.
  • Szafa. Erzählungen. 1997.
    • Der Schrank. Aus dem Polnischen von Esther Kinsky. DVA, München 2000, ISBN 978-3421053817.
  • Dom dzienny, dom nocny. rosaband, 1998.
    • Taghaus, Nachthaus. Aus dem Polnischen von Esther Kinsky. DVA, München 2001, ISBN 3-421-05413-4.
  • Lalka i Perła (Die Puppe und die Perle). Essay. 2000.
  • Gra na wielu bębenkach. Erzählungen. 2001.
    • Spiel auf vielen Trommeln. Aus dem Polnischen von Esther Kinsky. Matthes & Seitz, Berlin 2006, ISBN 3-88221-107-5.
  • Opowiadania zimowe. 2003 (Wintererzählungen; Hörbuch mit 3 Texten aus Spiel auf vielen Trommeln).
  • Ostatnie historie. 2004.
    • Letzte Geschichten. Aus dem Polnischen von Esther Kinsky. DVA, München 2007, ISBN 978-3-421-05902-4.
  • Anna In w grobowcach świata. 2006.
    • Anna In in den Katakomben. Der Mythos der Mondgöttin Inanna. Aus dem Polnischen von Esther Kinsky. Berlin Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-8270-0727-8.
  • Bieguni. 2008.
    • Unrast. Aus dem Polnischen von Esther Kinsky. Schöffling & Co., Frankfurt/M. 2009, ISBN 978-3-89561-465-1.
  • Prowadź swój pług przez kości umarłych. Kriminalroman. 2009.
    • Der Gesang der Fledermäuse. Aus dem Polnischen von Doreen Daume. Schöffling & Co., Frankfurt/M. 2011, ISBN 978-3-89561-466-8 (2017 wurde der Roman von Agnieszka Holland unter dem Titel Die Spur (Pokot) verfilmt).
  • Moment niedźwiedzia. 2012 (Der Moment des Bären, Essays).
  • Księgi Jakubowe. 2014 (historischer Roman über Jakob Joseph Frank).
    • Die Jakobsbücher. Aus dem Polnischen von Lisa Palmes und Lothar Quinkenstein. Kampa Verlag, Zürich 2019, ISBN 978-3-311-10014-0.

Literatur

  • Marta Janachowska-Budych: Gedächtnismedium Literatur. Zur Wirkung der Literatur in der Erinnerungskultur am Beispiel der Werke von Elfriede Jelinek und Olga Tokarczuk. UAM Wydawnictwo Naukowe, Poznań 2014, ISBN 978-83-232-2818-9.
  • Dörte Lütvogt: Raum und Zeit in Olga Tokarczuks Roman „Prawiek i inne czasy (Ur- und andere Zeiten)“. Lang u. a., Frankfurt a. M. 2004, ISBN 978-3-631-51891-5.
  • Lena von Geyso: Über das Er-Finden von Identität. Olga Tokarczuks Roman „Taghaus – Nachthaus“. In: Fokus Osteuropa. Studentische Beiträge zur Kulturwissenschaft. Hrsg. von Agnieszka Brockmann und Christa Ebert. Europa-Universität Viadrina, Frankfurt (Oder) 2001, ISSN 2191-2572.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. STOWARZYSZENIE KULTURALNE „GÓRY BABEL“ | Rejestr.io. Abgerufen am 10. Oktober 2019.
  2. Olga Tokarczuk im Munzinger-Archiv, abgerufen am 11. Oktober 2019 (Artikelanfang frei abrufbar).
  3. a b Alicja Szałagan: Olga Tokarczuk – Biogram. Abgerufen am 2. Oktober 2019 (polnisch).
  4. The Nobel Prizes in Literature for 2018 and 2019. In: nobelprize.org. 10. Oktober 2019, abgerufen am 11. Oktober 2019 (englisch).
  5. Literaturnobelpreis 2019 an Peter Handke vergeben. In: APA – Austria Presse Agentur. 10. Oktober 2019, abgerufen am 10. Oktober 2019.
  6. Za książkę „Bieguni“. Nagroda Nike dla Tokarczuk (Memento vom 6. Oktober 2008 im Internet Archive). In: dziennik.pl, 5. Oktober 2008, abgerufen am 10. Oktober 2019.
  7. Gloria Artis dla Olgi Tokarczuk. Ministerstwo Kultury i Dziedzictwa Narodowego, 29. Januar 2010, abgerufen am 14. Oktober 2019 (polnisch).
  8. Nagroda Nike 2015 dla Olgi Tokarczuk. „Księgi Jakubowe“ książką roku! In: wyborcza.pl, 4. Oktober 2015.
  9. Internationaler Brückepreis geht an: 2015 – Olga Tokarczuk. In: brueckepreis.de, abgerufen am 11. Oktober 2019.
  10. Bern: Jan-Michalski-Literaturpreis geht an Autorin Olga Tokarczuk. In: Kleine Zeitung. 21. November 2018 (kleinezeitung.at (Memento vom 22. November 2018 im Internet Archive) [abgerufen am 10. Oktober 2019]).
  11. Freie Fahrt in Breslau für Tokarczuk-Leser. deutschlandfunk.de, 12. Oktober 2019, abgerufen am 14. Oktober 2019.
Agnieszka Holland

Agnieszka Holland (* 28. November 1948 in Warschau) ist eine polnische Filmregisseurin und Drehbuchautorin.

Der Kalmus

Der Kalmus (Originaltitel: Tatarak, dt.: „Kalmus“) ist ein polnischer Spielfilm aus dem Jahr 2009. Der Film entstand nach der gleichnamigen Erzählung von Jarosław Iwaszkiewicz. Die Welturaufführung fand im Rahmen der 59. Internationalen Filmfestspiele von Berlin am 13. Februar 2009 statt.

Die Spur

Die Spur (Originaltitel Pokot; internationaler Titel Spoor) ist ein Mystery-Drama von Agnieszka Holland, das am 12. Februar 2017 im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele Berlin seine Premiere feierte. Dort wurde die Romanverfilmung mit dem Alfred-Bauer-Preis (Silberner Bär) ausgezeichnet, mit dem die Jury alljährlich einen Spielfilm im Wettbewerbsprogramm auszeichnet, der neue Perspektiven der Filmkunst eröffnet. Pokot wurde von Polen für die Oscarverleihung 2018 in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert. Zudem schaffte es der Film auf die Auswahlliste für den Europäischen Filmpreis 2017. Es handelt sich um eine Verfilmung des Romans Der Gesang der Fledermäuse von Olga Tokarczuk. Am 4. Januar 2018 kam der Film in die deutschen Kinos.

Doreen Daume

Doreen Daume (* 20. Juli 1957 in Dortmund; † 2. Mai 2013 in Wien) war eine deutsche Übersetzerin polnischer Literatur. Sie publizierte auch eigene Texte.

Dörte Lütvogt

Dörte Lütvogt (geboren am 10. September 1968) ist eine deutsche Slawistin und Literaturwissenschaftlerin.

Esther Kinsky

Esther Kinsky (* 12. September 1956 in Engelskirchen) ist eine deutsche literarische Übersetzerin und Autorin von Romanen und Lyrik.

Inanna

Inanna (auch Ninanna, Niniana, Ninsianna, Inana, Innin, Ninegal; sumerisch , dINANNA) war eine der großen sumerischen Göttinnen unter An oder nach Besitznahme des Heiligtums Eanna auch neben An.

International Booker Prize

Der International Booker Prize (bis 2019 Man Booker International Prize) ist ein britischer Literaturpreis. Ausgezeichnet wird seit 2016 jährlich ein fremdsprachiger, ins Englische übersetzter und im Vereinigten Königreich veröffentlichter Roman oder Kurzgeschichtenband. Der Preis ist mit insgesamt 62.000 Pfund Sterling dotiert, wobei sich Autor und Übersetzer das Preisgeld teilen. Die Stiftung Booker Prize Foundation ist verantwortlich für die Vergabe, wobei die Leitung der Journalistin und Herausgeberin Fiammetta Rocco (The Economist) obliegt. Gesponsert wurde die Auszeichnung bis 2019 von der Man Group plc, die jedes Jahr auch die Vergabe des Booker Prize for Fiction finanzierte. Seit Juni 2019 sponsert die wohltätige Stiftung Crankstart des britischen Geschäftsmanns Michael Moritz und seiner Ehefrau Harriet Heyman die Vergabe des Literaturpreises. Daher wurde der Name Man Booker International Prize offiziell in The International Booker Prize geändert.Von 2005 bis 2015 wurde die Auszeichnung alle zwei Jahre an einen Autor beliebiger Nationalität für sein auf Englisch verfügbares (Gesamt-)Werk vergeben, wie es auch der Neustadt International Prize for Literature tut (der Preis für das Gesamtwerk war zuletzt mit 60.000 Pfund Sterling dotiert). Nachdem 2015 acht der zehn Finalisten für ein Gesamtwerk nicht-englischsprachige Autoren gewesen waren, wurde für 2016 beschlossen, den Man Booker International Prize entsprechend umzustrukturieren und an den Vergabekriterien des Independent Foreign Fiction Prize auszurichten, dessen Vergabe damit eingestellt wurde.Der Preis ist mit insgesamt 62.000 Pfund Sterling dotiert. Ein Preisgeld von 50.000 Pfund Sterling wird zu gleichen Teilen zwischen dem siegreichen Autor und Übersetzer aufgeteilt. Daneben erhält jeder auf der Shortlist vertretene Autor und Übersetzer jeweils 1000 Pfund Sterling.

Internationaler Brückepreis

Die Gesellschaft zur Verleihung des Internationalen Brückepreises der Europastadt Görlitz/Zgorzelec verleiht jährlich den mit 2.500 Euro dotierten Internationalen Brückepreis. Sie ehrt damit seit 1993 Persönlichkeiten, die sich mit ihrem Lebenswerk Verdienste bei der Völkerverständigung in Europa erworben haben.

Jerzy Pilch

Jerzy Pilch (* 10. August 1952 in Wisła) ist ein polnischer Schriftsteller.

Kampa Verlag

Der Kampa Verlag ist ein Schweizer Buchverlag.

Katarzyna Figura

Katarzyna Figura (* 22. März 1962 in Warschau, Polen) ist eine polnische Schauspielerin.

Kościelski-Preis

Der Kościelski-Preis (eigentlich Preis der Kościelski-Stiftung, polnisch: Nagroda Fundacji im. Kościelskich) ist eine polnische literarische Auszeichnung. Die Stiftung wurde 1959 von Monika Kościelska, der Witwe des Verlegers und Dichters Władysław August Kościelski, im Schweizer Exil gegründet. 1962 wurde der Preis erstmals in Genf verliehen. Laut Stiftungssatzung sollen mit ihm jährlich die besten polnischsprachigen Prosa- und Lyrikschriftsteller unter vierzig Jahren geehrt werden. Die Zahl der Preisträger, die durch eine Jury bestimmt werden, ist nicht festgelegt. Bis 1989 fanden die Übergabefeierlichkeiten in Genf, seitdem abwechselnd in Warschau und Krakau statt. Das Preisgeld hängt von den Zinseinnahmen und der Anzahl der Geehrten ab.

Krytyka Polityczna

Krytyka Polityczna („Politische Kritik“, KP) ist eine 2002 von Sławomir Sierakowski gegründete polnische Zeitschrift, die der neuen Linken zugerechnet wird.

Mitteleuropäischer Literaturpreis Angelus

Der Mitteleuropäische Literaturpreis Angelus (polnisch Literacka Nagroda Europy Środkowej Angelus) ist eine polnische literarische Auszeichnung. Er wird für das bedeutendste Prosawerk eines Autors aus Mitteleuropa verliehen, das im Vorjahr auf Polnisch oder in polnischer Übersetzung erschienen ist. Der Preis wird in Breslau verliehen und ist mit 150.000 Złoty dotiert. Bei Übersetzungen erhält seit 2010 der Übersetzer 20.000 Złoty.

Nike (Literaturpreis)

Der Nike-Literaturpreis (Nagroda literacka Nike) ist die bedeutendste literarische Auszeichnung Polens.

Sie wird seit 1997 jedes Jahr im Herbst von der gleichnamigen Stiftung in einer öffentlichen Veranstaltung für das beste polnische Buch des jeweiligen Vorjahres verliehen. Hauptziel des Preises ist die Förderung polnischer Literatur im In- und Ausland. Teilnahmeberechtigt sind selbständige Veröffentlichungen (ohne Anthologien) nahezu aller Genres, einschließlich Autobiographie, Essay und Sachbücher (ausgenommen wissenschaftliche Monographien). Der Wettbewerb, an dem nur lebende Autoren teilnehmen können, umfasst drei Stufen. Im Mai schlägt eine neunköpfige Jury 20 Bücher vor, aus diesen wählt sie im September sieben Finalisten aus, daraus am Tag der Verleihung im Oktober wiederum den Träger des Preises, der mit 100.000 Złoty dotiert ist. Der Sieger bekommt zusätzlich eine von dem Bildhauer Gustaw Zemła geschaffene Nike-Skulptur. Gestiftet wurde der Preis von der Tageszeitung Gazeta Wyborcza und der Firma NICOM Consulting.

Zusätzlich vergeben die Leser der Gazeta Wyborcza einen Publikumspreis an einen der sieben Finalisten.

Samuel-Bogumil-Linde-Preis

Der Samuel-Bogumil-Linde-Preis ist ein Literaturpreis, der von den Städten Thorn (Toruń) und Göttingen 1996 gestiftet wurde. Er ist benannt nach dem polnischen Sprachforscher Samuel Bogumił Linde und zeichnet alljährlich deutsche und polnische Schriftsteller oder Geisteswissenschaftler aus, die sich um „Verständigung, Versöhnung und freundschaftliche Zuwendung zum jeweiligen Nachbarn“ verdient gemacht haben.

Die Auszeichnung ist mit jeweils 5.000 Euro (2012) dotiert und wird jährlich abwechselnd in den beiden Partnerstädten verliehen.

Tokarczuk

Tokarczuk ist der Familienname folgender Personen:

Ignacy Tokarczuk (1918–2012), polnischer Erzbischof

Olga Tokarczuk (* 1962), polnische Psychologin und Schriftstellerin, Literatur-Nobelpreisträgerin (2018)

Usedomer Literaturpreis

Der Usedomer Literaturpreis ist ein internationaler Literaturpreis, der seit 2011 im Rahmen der Usedomer Literaturtage verliehen wird.

Literaturnobelpreisträger

Prudhomme (1901) | Mommsen (1902) | Bjørnson (1903) | F. Mistral/Echegaray (1904) | Sienkiewicz (1905) | Carducci (1906) | Kipling (1907) | Eucken (1908) | Lagerlöf (1909) | Heyse (1910) | Maeterlinck (1911) | Hauptmann (1912) | Tagore (1913) | nicht verliehen (1914) | Rolland (1915) | Heidenstam (1916) | Gjellerup/Pontoppidan (1917) | nicht verliehen (1918) | Spitteler (1919) | Hamsun (1920) | France (1921) | Benavente (1922) | Yeats (1923) | Reymont (1924) | Shaw (1925) | Deledda (1926) | Bergson (1927) | Undset (1928) | Mann (1929) | Lewis (1930) | Karlfeldt (1931) | Galsworthy (1932) | Bunin (1933) | Pirandello (1934) | nicht verliehen (1935) | O’Neill (1936) | Martin du Gard (1937) | Buck (1938) | Sillanpää (1939) | nicht verliehen (1940–1943) | Jensen (1944) | G. Mistral (1945) | Hesse (1946) | Gide (1947) | Eliot (1948) | Faulkner (1949) | Russell (1950) | Lagerkvist (1951) | Mauriac (1952) | Churchill (1953) | Hemingway (1954) | Laxness (1955) | Jiménez (1956) | Camus (1957) | Pasternak (1958) | Quasimodo (1959) | Perse (1960) | Andrić (1961) | Steinbeck (1962) | Seferis (1963) | Sartre (1964) | Scholochow (1965) | Agnon/Sachs (1966) | Asturias (1967) | Kawabata (1968) | Beckett (1969) | Solschenizyn (1970) | Neruda (1971) | Böll (1972) | White (1973) | Johnson/Martinson (1974) | Montale (1975) | Bellow (1976) | Aleixandre (1977) | Singer (1978) | Elytis (1979) | Miłosz (1980) | Canetti (1981) | García Márquez (1982) | Golding (1983) | Seifert (1984) | Simon (1985) | Soyinka (1986) | Brodsky (1987) | Mahfuz (1988) | Cela (1989) | Paz (1990) | Gordimer (1991) | Walcott (1992) | Morrison (1993) | Ōe (1994) | Heaney (1995) | Szymborska (1996) | Fo (1997) | Saramago (1998) | Grass (1999) | Gao (2000) | Naipaul (2001) | Kertész (2002) | Coetzee (2003) | Jelinek (2004) | Pinter (2005) | Pamuk (2006) | Lessing (2007) | Le Clézio (2008) | Müller (2009) | Vargas Llosa (2010) | Tranströmer (2011) | Mo (2012) | Munro (2013) | Modiano (2014) | Alexijewitsch (2015) | Dylan (2016) | Ishiguro (2017) | Tokarczuk (2018) | Handke (2019)

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