Nobelpreis für Literatur

Der Nobelpreis für Literatur ist einer der fünf von Alfred Nobel gestifteten Preise, die „denen zugeteilt werden, die […] der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben“.[1] Im Auftrag der 1900 gegründeten Nobel-Stiftung wird er alljährlich von der Schwedischen Akademie in Stockholm vergeben und ist seit 2012 mit acht Millionen Schwedischen Kronen (nach damaligem Wechselkurs etwa 928.000 Euro, derzeit etwa 746.000 Euro) dotiert.

Nach Nobels Testament, das den Statuten der Nobel-Stiftung zugrunde liegt, soll mit dem Preis für Literatur ausgezeichnet werden, wer „das Vorzüglichste in idealistischer Richtung geschaffen hat“. Die Bekanntgabe des Preisträgers erfolgt jährlich Anfang bis Mitte Oktober, die feierliche Übergabe des Preises durch den schwedischen König am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters. In den Jahren 1914, 1918, 1935, 1940–1943 und 2018[2] wurde der Preis nicht vergeben. Die Preise für die Jahre 1915, 1919, 1925–1927, 1936 und 1949 wurden erst im Folgejahr vergeben. 2018 war dies wegen einer Krise in der Schwedischen Akademie wieder der Fall.[3]

Auswahlprozess und Preisverleihung

Svenska-Akademien
Sitz der Schwedischen Akademie in Stockholm
Nobel2008Literature news conference1
Bekanntgabe des Preisträgers

Nobel legte in seinem Testament fest, dass für die Zuteilung des Literatur-Preises die Schwedische Akademie zuständig ist. Diese delegiert die Auswahl zum Teil an ein Nobelkomitee; dessen Mitglieder wurden für drei Jahre aus den Reihen der Akademie gewählt. Am 19. November 2018 wurde bekanntgegeben, dass das Nobelkomitte für 2019 und 2020 aus zehn Mitgliedern besteht, von denen fünf externe Experten von außerhalb der Akademie sind. Es bestand aus folgenden Personen:[4]

Bereits im September des Vorjahres bittet das Nobelkomitee sechs- bis siebenhundert ausgewählte Personen und Institutionen weltweit um Kandidatenvorschläge für den Literatur-Nobelpreis des kommenden Jahres. Darunter sind, entsprechend den Statuten,

  • bisherige Preisträger des Nobelpreises für Literatur;
  • Mitglieder der Schwedischen Akademie sowie anderer Akademien, Gesellschaften oder Institutionen, die in ihren Zielen und in ihrem Aufbau mit dieser vergleichbar sind;
  • Universitäts- und Hochschulprofessoren für Literatur beziehungsweise Linguistik;
  • Präsidenten von Schriftstellerverbänden, die für die Literaturproduktion ihres jeweiligen Landes repräsentativ sind.

Die Angeschriebenen können ihre Vorschläge – nur Lebende sind zugelassen – bis zum 31. Januar beim Nobelkomitee einreichen. Üblicherweise gehen rund 350 Vorschläge ein.[6] Das Komitee sichtet die Vorschläge und stellt eine Liste für die Schwedische Akademie zusammen. Ist diese Kandidatenliste von der Akademie akzeptiert, extrahiert das Komitee im nächsten Schritt zunächst eine 15 bis 20 Namen umfassende Auswahl. Nach Bestätigung dieser Auswahlliste durch die Akademie erarbeitet das Komitee bis Mai des jeweiligen Jahres eine engere Auswahlliste mit fünf Namen. Nach deren endgültiger Festlegung durch die Akademie haben deren Mitglieder in den Sommermonaten Gelegenheit, sich mit dem Werk der fünf Kandidaten vertraut zu machen, bevor sie im September die Kandidaten und ihr Werk debattieren und Anfang/Mitte Oktober schließlich über den Nobelpreisträger des Jahres abstimmen; dieser muss mehr als die Hälfte der Stimmen auf sich vereinigen.
Lediglich der Preisträger wird bekanntgegeben, die Namen der übrigen Kandidaten unterliegen, wie auch Informationen über den gesamten Auswahlprozess, einer 50-jährigen Sperrfrist.

Die Preisträger werden zusammen mit den Medizin-, Physik-, Chemie- und Wirtschaftspreisträgern nach Stockholm eingeladen, wo am 10. Dezember, Nobels Todestag, die feierliche Überreichung der Preise durch den schwedischen König stattfindet. Neben einer Nobelmedaille und einem persönlichen Diplom erhält der Preisträger des Literatur-Nobelpreises ein Preisgeld von derzeit (seit 2012) acht Millionen Schwedischen Kronen (bis 2011 betrug das Preisgeld zehn Millionen Schwedische Kronen); wird der Preis mehreren Personen zuerkannt, wird diese Summe geteilt.

Die Teilung darf allerdings nur auf bis zu zwei verschiedene erbrachte Leistungen und drei verschiedene Preisträger verteilt werden. Daher kann es in einem Jahr nur drei Preisträger geben, wenn mindestens zwei der Preisträger für dieselbe prämierte Leistung geehrt werden. Dies ist in anderen Kategorien üblich, kam aber beim Literaturnobelpreis noch nie vor. Auch die Aufteilung des Preises auf zwei gleichwertige Preisträger mit entsprechenden getrennten Leistungen ist selten. Bislang wurde der Literaturpreis nur viermal geteilt. Dies geschah in den Jahren 1904 (Frédéric Mistral, José Echegaray), 1917 (Karl Gjellerup, Henrik Pontoppidan), 1966 (Samuel Agnon, Nelly Sachs) und 1974 (Eyvind Johnson, Harry Martinson).

Der Preisträger ist nach den Statuten der Nobelstiftung dazu angehalten, falls möglich eine Vorlesung über seine Arbeit zu halten.[7] Dies findet in der Regel zwei Tage vor der Preisverleihung in der Schwedischen Akademie statt und ist im Gegensatz zu den anderen in Stockholm stattfindenden Preisvorlesungen nicht für die Allgemeinheit zugänglich, kann aber in den Medien verfolgt werden. Beim Literaturnobelpreis handelt es sich oft um Reden mit politischem Einschlag. Verschiedene Preisträger, die nicht persönlich zugegen sein konnten, schickten ihre Vorlesung in schriftlicher Form oder als Videobotschaft.

Kritik am Nobelpreis für Literatur

Trotz seiner Bedeutung konnte sich der Nobelpreis nie vollkommen der Kritik entziehen. Dies vor allem, weil offensichtlich ist, dass die Mehrheit der Preisträger bis weit ins letzte Viertel des 20. Jahrhunderts vor allem aus dem nord- und mitteleuropäischen Sprachraum stammte. Eine Erklärung hierfür ist, dass die Jury bis heute lediglich aus Skandinaviern besteht und viele literarische Meisterwerke aus anderen Teilen der Welt zu Lebzeiten ihrer Autoren schlichtweg zu unbekannt waren. Der Anteil der nicht-europäischen Schriftsteller unter den Preisträgern hat in den letzten Dekaden jedoch deutlich zugenommen.

Arno Schmidt spottete in einer in den 1950er Jahren verfassten Polemik gegen die Ehrung für Henryk Sienkiewicz („dann hätte man ihn genau so gut Karl May geben können!“), Paul Heyse („Zuckerwasser“) und Winston Churchill („ein ausgesprochener Journalist von Mittelmaß“), denen er bedeutende Schriftsteller gegenüberstellte, die den Preis nicht bekamen: Rainer Maria Rilke, Theodor Däubler, Franz Kafka, Alfred Döblin, Hans Henny Jahnn, August Stramm, Georg Trakl, James Joyce, Ezra Pound, Francis Ponge und Samuel Beckett (letztgenannter erhielt den Preis einige Jahre später dann doch). Kriterium für die Preisvergabe sei nicht die sprachlich herausragende Leistung des Geehrten, sondern eher literarische Schlichtheit: „Was sich gut übersetzen läßt, kriegt’n Preis!“ Daher bedeute der Preis für seine Träger ein „Stigma der Mittelmäßigkeit“.[8]

Ein weiterer häufig vorgebrachter Kritikpunkt ist, dass die Ausgezeichneten oft eher wegen ihres (gesellschafts-)politischen Engagements als für ihre literarischen Werke bekannt seien.[9] Nobel verpflichtete die Jury im Testament ausdrücklich, den Idealismus des Autors beziehungsweise seines Werkes als Maßstab zu verwenden.

1938 wurde die US-Amerikanerin Pearl S. Buck mit dem Literaturpreis ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wurde damals mit Unverständnis aufgenommen und wird auch heute noch oft als Fehlentscheidung angesehen, da Bucks Werke wenig literarischen Wert hätten. Aus dieser Kritik heraus entstand die sogenannte „Lex Buck“. Es handelt sich dabei um die ungeschriebene Regel, nur Autoren auszuzeichnen, die mindestens einmal zuvor nominiert worden waren. Nach Aussagen des ehemaligen Ständigen Sekretärs der Schwedischen Akademie, Horace Engdahl, kommt diese Richtlinie zum Einsatz.[10] Wie oft sie eingehalten wird, ist allerdings wegen der Verschlussfristen der Nobelstiftung frühestens 50 Jahre nach Preisvergabe endgültig festzustellen. Aus den bisher von der Nobelstiftung veröffentlichten Daten, die bis in das Jahr 1950 reichen, ist abzulesen, dass sowohl William Faulkner (1949) als auch Bertrand Russell (1950) ihre Nobelpreise nach nur einmaliger Nominierung erhielten. Allerdings handelte es sich hierbei um eine außergewöhnliche Situation: Nach den Statuten kann der Preis ein Jahr zurückgestellt werden, wenn sich kein geeigneter Preisträger findet. Dies war im Jahr 1949 trotz 35 Nominierungen anscheinend der Fall. Hätte man unter den 54 Nominierungen von 1950 – bis dahin ein Rekord – keinen würdigen Preisträger für 1949 gefunden, wäre der Preis an die Stiftung zurückgegangen.[11]

Preisträger

Sully-Prudhomme
Sully Prudhomme, erster Preisträger 1901
Selma Lagerlof (1908), painted by Carl Larsson
Selma Lagerlöf, erste Preisträgerin 1909

Seit der ersten Verleihung im Jahr 1901 an den französischen Lyriker und Philosophen Sully Prudhomme wurde der Nobelpreis für Literatur bisher (d. h. bis 2017) 114 Personen zuerkannt. Viermal (1904, 1917, 1966 sowie 1974) wurde die Auszeichnung zwischen jeweils zwei Personen geteilt. In den Jahren 1914, 1918, 1935 sowie 1940 bis 1943 wurde der Literatur-Nobelpreis nicht vergeben. Der Nobelpreis 2018 soll erst 2019 vergeben werden.

Dem englischen Sprachraum zuzurechnende Verfasser stellen die größte Anzahl unter den Preisträgern, gefolgt von Verfassern aus dem französischen, dem deutschen, dem spanischen, dem schwedischen, dem italienischen und dem russischen Sprachraum.

Bisher erhielten 13 deutschsprachige Autoren den Literaturnobelpreis.[12] 1902, bei der zweiten Verleihung, wurde der Historiker Theodor Mommsen ausgezeichnet. Es folgten der Philosoph Rudolf Eucken (1908), die Schriftsteller Paul Heyse (1910), Gerhart Hauptmann (1912), Thomas Mann (1929), Heinrich Böll (1972), Günter Grass (1999) und Herta Müller (2009). 1966 erhielt die im schwedischen Exil lebende Dichterin Nelly Sachs die Auszeichnung, die sie sich mit Samuel Agnon teilen musste. Neben dem lange Zeit in der Schweiz lebenden gebürtigen Deutschen Hermann Hesse (1946) war der bisher einzige Schweizer Preisträger Carl Spitteler (1919). Der ebenfalls häufig in der Schweiz lebende Elias Canetti (1981) und Elfriede Jelinek (2004) waren bisher die einzigen Preisträger der österreichischen Literatur.

Je einmal wurden bisher Verfasser ausgezeichnet, die in folgenden Sprachen schrieben: Provenzalisch (Frédéric Mistral; 1904), Bengalisch (Rabindranath Tagore; 1913), Finnisch (Frans Eemil Sillanpää; 1939), Isländisch (Halldór Laxness; 1955), Serbokroatisch (Ivo Andrić; 1961), Hebräisch (Samuel Josef Agnon; 1966), Jiddisch (Isaac Singer; 1978), Tschechisch (Jaroslav Seifert; 1984), Arabisch (Nagib Mahfus; 1988), Portugiesisch (José Saramago; 1998), Ungarisch (Imre Kertész; 2002) und Türkisch (Orhan Pamuk; 2006).

Bereits zweimal ging die Auszeichnung an Schriftsteller, die in japanischer Sprache arbeiten: Yasunari Kawabata, 1968 und Kenzaburo Oe, 1994; die in chinesischer Sprache arbeiten: Gao Xingjian, 2000 und Mo Yan, 2012.

14-mal wurden bisher Frauen ausgezeichnet: Die erste war 1909 Selma Lagerlöf, es folgten 1926 Grazia Deledda, 1928 Sigrid Undset, 1938 Pearl S. Buck, 1945 Gabriela Mistral, 1966 Nelly Sachs, 1991 Nadine Gordimer, 1993 Toni Morrison, 1996 Wisława Szymborska, 2004 Elfriede Jelinek, 2007 Doris Lessing, 2009 Herta Müller, 2013 Alice Munro und 2015 Swetlana Alexijewitsch.

Als bislang einziger Literat im Bereich der Musikpoesie wurde 2016 Bob Dylan ausgezeichnet.

Zweimal kam es vor, dass ein Schriftsteller den Preis ablehnte: 1958 Boris Pasternak auf Druck der sowjetischen Führung; der Preis wurde posthum 1989 an Pasternaks Sohn überreicht. 1964 nahm Jean-Paul Sartre (Frankreich) die Ehrung nicht an, um seine Unabhängigkeit zu wahren.[13] G.B. Shaw, dem der zunächst nicht vergebene Preis 1925 gemäß den Statuten ein Jahr später im Jahr 1926 zugeteilt wurde, lehnte den Preis zunächst ab, entschied sich aber später um. Er spendete das Preisgeld der hierfür neu gegründeten Stiftung, der „Anglo-Swedish Literary Foundation“, die sich der kulturellen Zusammenarbeit zwischen Schweden und Großbritannien widmet.[14]

1907 erhielt Rudyard Kipling mit 41 Jahren den Literaturnobelpreis. Damit ist er der bislang jüngste Preisträger. Bislang ältester Preisträger ist Doris Lessing, die 2007 im Alter von 88 Jahren damit ausgezeichnet wurde.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Testament von Alfred Nobel (engl.)
  2. Warum der Literatur-Nobelpreis heuer nicht vergeben wird. Abgerufen am 4. Mai 2018.
  3. Carsten Schmiester: Literaturnobelpreis 2018: Eine Pause für das Vertrauen. tagesschau.de, 4. Mai 2018.
  4. Pressmeddelande från Svenska akademien (schwedisch)
  5. Horace Engdahl utesluts ur Nobelkommittén, SVT, abgerufen am 5. März 2019 (schwedisch).
  6. Infobox in Dagens Nyheter, 9. Oktober 2009.
  7. §9 der Statuten der Nobelstiftung
  8. Arno Schmidt: Stigma der Mittelmäßigkeit. In: Der Rabe 9 (1985), S. 9–13 (das Zitat S. 11).
  9. Wer hat Chancen auf den Literatur-Nobelpreis. In: Die Welt – zur manchmal merkwürdigen Auswahl der Nobel-Jury.
  10. An der „Lex Buck“ kommt keiner vorbei, Berliner Zeitung, 10. Dezember 2004
  11. Nominations 1901–1950 – Nominations for the Nobel Prize in Literature each year (1901–1950). Nobelprize.org
  12. Vgl. Ausstellung Deutschsprachige Literaturnobelpreisträger in Münster 2008/09.
  13. Christian Linder: 1964 lehnte Jean-Paul Sartre den Literaturnobelpreis ab. In: Kalenderblatt vom 22. Oktober 2004, Deutschlandfunk. Abgerufen am 18. September 2013
  14. „From the archive, 23 October 1964: Nobel Prize refused by Sartre“, The Guardian, 23. Oktober 2010 (englisch)
Anton Wildgans

Anton Wildgans (* 17. April 1881 in Wien als Anton Otto Georg Ritter von Wildgans; † 3. Mai 1932 in Mödling, Niederösterreich) war ein österreichischer Lyriker und Dramatiker. Er war zweimal Direktor des Wiener Burgtheaters und für den Nobelpreis für Literatur nominiert.

Czesław Miłosz

Czesław Miłosz [ˈt ͡ʂɛswaf ˈmiwɔʂ] () (* 30. Juni 1911 in Šeteniai (poln.: Szetejnie), Gouvernement Kowno, Russisches Kaiserreich (heute Litauen); † 14. August 2004 in Krakau, Polen) war ein polnischer Dichter. 1980 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

Derek Walcott

Sir Derek Walcott KCSL, OCC, OBE, TC (* 23. Januar 1930 in Castries, St. Lucia; † 17. März 2017 in Gros Islet, St. Lucia) war ein lucianisch-britischer Dichter und Schriftsteller. 1992 erhielt Walcott den Nobelpreis für Literatur und 2011 den T. S. Eliot Prize für seinen Gedichtband White Egrets. Er wurde außerdem 2004 für sein Lebenswerk mit dem Anisfield-Wolf Book Award ausgezeichnet.

Eugenio Montale

Eugenio Montale (* 12. Oktober 1896 in Genua; † 12. September 1981 in Mailand) war ein italienischer Schriftsteller. 1975 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

Frans Eemil Sillanpää

Frans Eemil Sillanpää [ˈfrɑns ˈɛːmil ˈsilːɑnpæː] (* 16. September 1888 in Kierikkala, Gemeinde Hämeenkyrö; † 3. Juni 1964 in Helsinki) war ein finnischer Schriftsteller. 1939 erhielt er den Literatur-Nobelpreis.

Frédéric Mistral

Frédéric Mistral (* 8. September 1830 in Maillane; † 25. März 1914 ebenda) war ein französischer Dichter und Linguist. 1904 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

Gao Xingjian

Gao Xingjian (chinesisch 高行健, Pinyin Gāo Xíngjiàn; * 4. Januar 1940 in Ganzhou, Provinz Jiangxi) ist ein chinesischstämmiger Erzähler, Übersetzer, Dramatiker, Regisseur, Kritiker und Künstler mit französischer Staatsangehörigkeit. Im Jahr 2000 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

Harry Martinson

Harry Edmund Martinson (* 6. Mai 1904 in Jämshög, Blekinge; † 11. Februar 1978 in Stockholm) war ein schwedischer Schriftsteller. Für „ein Werk, das den Tautropfen einfängt und das Weltall spiegelt“, erhielt Martinson 1974 den Nobelpreis für Literatur (zusammen mit Eyvind Johnson).

Literaturpreis

Ein Literaturpreis ist eine Auszeichnung, die meist an Schriftsteller für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Literatur vergeben wird. In der Regel wird ein Literaturpreis für ein einzelnes Werk oder für das Lebenswerk eines Schriftstellers verliehen. Literaturpreise sind ein wichtiger Bestandteil des Literaturbetriebs.

Literaturpreise werden in regelmäßigen Abständen von staatlichen Institutionen, Verbänden, Akademien, Stiftungen, Verlagen, Vereinen oder Einzelpersonen vergeben. Meist ist die Vergabe mit einem Geldbetrag, einer Medaille oder einem Stipendium verbunden.

Nach dem Kreis der Empfänger wird zwischen internationalen und nationalen (einschließlich regionalen) Literaturpreisen unterschieden. Im deutschsprachigen Raum hat die Vergabe von Literaturpreisen seit den 1970er Jahren stark zugenommen. Während Angelika Mechtel 1972 von ungefähr 200 Preisen pro Jahr ausging, schätzte Uwe Wittstock im Jahr 2007 die Zahl auf mehr als 700. Das Goethe-Institut nannte für das Jahr 2000 allein für Deutschland 1331 Einzelvergaben, was einen europäischen Spitzenwert darstellte.Bei einigen der bedeutenden internationalen Preise, aber etwa auch beim Deutschen Buchpreis führt die Auswahl der Preisträger über die Erstellung einer sogenannten Longlist der Kandidaten zu einer Shortlist, aus der schließlich der Gewinner des Preises ermittelt wird.

Zu den bekanntesten Literaturpreisen gehören der Nobelpreis für Literatur, der Pulitzer-Preis, der Booker Prize, der Prix Goncourt, der Cervantespreis und der Georg-Büchner-Preis.

Maurice Maeterlinck

Maurice Polydore Marie Bernard Maeterlinck (* 29. August 1862 in Gent; † 6. Mai 1949 in Nizza) war ein belgischer Schriftsteller und Dramatiker französischer Sprache. Die Aussprache des Nachnamens lautet in Belgien [ma.tɛʁ.lɛ̃ ːk], in Frankreich [mɛ.teʁ.lɛ̃ ːk].Maeterlinck gilt mit seinen lyrischen Werken und Bühnenstücken – darunter das Schauspiel Pelléas et Mélisande – als einer der wichtigsten Vertreter des Symbolismus. Im Mittelpunkt dieser Arbeiten steht oftmals der Mensch in seiner Hilflosigkeit gegenüber dem Tod. 1911 erhielt Maeterlinck den Nobelpreis für Literatur.

Miguel Ángel Asturias

Miguel Ángel Asturias Rosales (* 19. Oktober 1899 in Guatemala-Stadt; † 9. Juni 1974 in Madrid) war ein guatemaltekischer Schriftsteller, Lyriker und Diplomat. Asturias wurde 1967 der Nobelpreis für Literatur verliehen.

Mo Yan

Mo Yan (chinesisch 莫言, Pinyin Mò Yán; * 17. Februar 1955 in Gaomi, Provinz Shandong, eigentlich 管谟业, Guǎn Móyè) ist ein chinesischer Schriftsteller. 2012 wurde ihm als erstem chinesischen Staatsbürger der Nobelpreis für Literatur zuerkannt.

Octavio Paz

Octavio Paz Lozano (* 31. März 1914 in Mixcoac, heute Mexiko-Stadt; † 20. April 1998 ebenda) war ein mexikanischer Schriftsteller und Diplomat. Er erhielt 1990 den Nobelpreis für Literatur.

Pär Lagerkvist

Pär Fabian Lagerkvist (* 23. Mai 1891 in Växjö; † 11. Juli 1974 in Danderyd bei Stockholm) war ein schwedischer Schriftsteller und Dichter. Im Jahr 1951 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

Rudolf Eucken

Rudolf Christoph Eucken (* 5. Januar 1846 in Aurich, Ostfriesland; † 15. September 1926 in Jena) war ein deutscher Philosoph. 1908 erhielt er den Nobelpreis für Literatur.

Salvatore Quasimodo

Salvatore Quasimodo (* 20. August 1901 in Modica, Provinz Ragusa, Sizilien; † 14. Juni 1968 in Neapel) war ein italienischer Lyriker und Kritiker. 1959 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen.

Sinclair Lewis

Harry Sinclair Lewis (* 7. Februar 1885 in Sauk Centre, Minnesota; † 10. Januar 1951 in Rom) war ein amerikanischer Schriftsteller, der durch seine gesellschaftskritischen und satirischen Romane berühmt wurde. 1930 wurde ihm als erstem Amerikaner der Nobelpreis für Literatur zugesprochen.

Tomas Tranströmer

Tomas Gösta Tranströmer [ˈtuːmas ˈjøsta ˈtɾɑːnˌstɾømːəɾ] (* 15. April 1931 in Stockholm; † 26. März 2015 ebenda) war ein schwedischer Lyriker, der 2011 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet wurde. Sein in mehr als 50 Sprachen übersetztes Gesamtwerk umfasst zwölf Gedichtbände mit einem Gesamtvolumen von weniger als 500 Seiten. Zu den Kennzeichen seiner Lyrik zählt die höchstmögliche Verdichtung von Sprachbildern.

Wisława Szymborska

Maria Wisława Anna Szymborska [viˈswava ʂɨmˈbɔrska] (* 2. Juli 1923 in Prowent; † 1. Februar 2012 in Krakau) war eine polnische Lyrikerin. Sie zählt zu den bedeutendsten Lyrikern ihrer Generation in Polen, wo ihre Gedichte zur Nationalliteratur gerechnet werden. Im deutschen Sprachraum wurde sie bereits früh durch die Übertragungen von Karl Dedecius bekannt und erhielt mehrere bedeutende Auszeichnungen. 1996 wurde ihr der Nobelpreis für Literatur verliehen. Seitdem ist ihr schmales Werk von rund 350 Gedichten auch international stark verbreitet und in mehr als 40 Sprachen übersetzt.

Szymborska hielt ihr Privatleben weitgehend vor der Öffentlichkeit verborgen. Ihr Werk stand Anfang der 1950er Jahre noch ganz im Zeichen des Sozialistischen Realismus. Mit dem Gedichtband Wołanie do Yeti (Rufe an Yeti) gelang ihr 1957 der Durchbruch zur eigenen Ausdrucksform, die geprägt ist von Zweifel und Ironie. Häufig betrachtet sie alltägliche Begebenheiten aus ungewöhnlichen Perspektiven, die zu allgemeinen philosophischen Fragestellungen führen. Szymborskas Gedichte sind in einer einfachen, leicht verständlichen Sprache gehalten. Sie folgen keiner einheitlichen Poetik, sondern besitzen jeweils ihren individuellen Stil. Zu den populärsten Gedichten gehört Katze in der leeren Wohnung. Neben Lyrik verfasste Szymborska auch Feuilletons in verschiedenen Literaturzeitschriften.

Nobelpreise und Nobelpreisträger

Preisträger allgemein:
Liste der Nobelpreisträger | Liste der Nobelpreisträgerinnen

Einzelne Preise:
Physik (Laureaten) | Chemie (Laureaten) | Physiologie oder Medizin (Laureaten) | Literatur (Laureaten) | Frieden (Laureaten) | Preis für Wirtschaftswissenschaften (Laureaten)

In anderen Sprachen

This page is based on a Wikipedia article written by authors (here).
Text is available under the CC BY-SA 3.0 license; additional terms may apply.
Images, videos and audio are available under their respective licenses.