Naturalis historia

Die Naturalis historia (auch Historia naturalis, deutsch „Naturforschung“ oder „Naturgeschichte“) ist eine Enzyklopädie in lateinischer Sprache des römischen Historikers und Schriftstellers Gaius Plinius Secundus. Sie ist um 77 n. Chr. entstanden und behandelt Themen, die man heutzutage vor allem den Naturwissenschaften zuordnen würde, aber auch Medizin, Geographie, Kunst und weitere Themen. Es handelt sich um die älteste vollständig überlieferte systematische Enzyklopädie.

Pliny the Elder, Natural History, Florence, Plut. 82.4
Die Naturalis historia in der Handschrift Florenz, Biblioteca Medicea Laurenziana, Plut. 82.4, fol. 3r (15. Jahrhundert)

Inhalt

Die Naturalis historia umfasst 37 Bücher mit insgesamt 2493 Kapiteln. Nach dem Literaturverzeichnis wurden insgesamt annähernd 500 Autoren verarbeitet. Alle 37 Bände der umfangreichen Enzyklopädie sind komplett erhalten, da sie ununterbrochen rezipiert und vervielfältigt wurde.[1] In ihr wurde das naturkundliche Wissen um 50 n. Chr. zusammengetragen. Damit ist das Werk heute eine wichtige Quelle für die Beurteilung und Rezeption antiken Wissens.

Plinius arrangierte darin traditionelles naturwissenschaftliches Wissen griechischer Autoren wie Aristoteles, Theophrastos und Hippokrates von Kos unmittelbar aus Handschriften und setzte dieses mit neuen geografischen Kenntnissen Catos, Varros, Agrippas, Mucianus’, Corbulos und anderer in Beziehung.[2] Das Werk zeichnet sich im Besonderen durch den Aufbau aus: Es besteht aus 37 Bänden, die unabhängig voneinander verwendet werden können.[3] Ein Band der Naturalis historia konnte somit als Handbuch für ein Fachgebiet fungieren. Die Enzyklopädie befasste sich mit den Themenbereichen Kosmographie (Buch 2), Geographie und Klimatologie (Buch 3–6), Anthropologie (Buch 7), Zoologie (Buch 8–11), Botanik (Buch 12–19), Medizin (20–32), Metallurgie und Mineralogie sowie Malerei und Kunstgeschichte (Buch 33–37).[4]

Gliederung

Das Gesamtwerk hat Plinius in 2493 Kapitel aufgeteilt, die er wiederum in 37 Büchern systematisch gliederte. Plinius hat die von ihm beschriebenen Wissenschaften nicht benannt. Die folgende Aufstellung folgt dem Inhaltsverzeichnis in der Anordnung, benennt die Wissenschaften aber mit den heute (2007) üblichen Bezeichnungen. In Klammern ist die Zahl der behandelten Gegenstände (Stichwörter) nach dem Inhaltsverzeichnis jedes Buches angegeben (n.a. = nicht angegeben).

  • 1: Vorrede, Inhaltsverzeichnis und Quellenindex
  • 2: Kosmologie, Astronomie, Meteorologie, Vulkanologie, Geologie (417)
  • 3–6: Geographie und Ethnologie: Europa (n.a., geschätzt 5000), Afrika (118 Inseln, Rest n.a., geschätzt 2000), Asien (2214)
  • 7: Anthropologie und Physiologie (747)
  • 8–11: Zoologie: Landtiere (787), Wassertiere (650), Vögel (794), Insekten und allgemeine Zoologie (2700)
  • 12–17: Botanik
    • 12: Naturkunde der Bäume (469)
    • 13: exotische Bäume (468)
    • 14: fruchttragende Bäume (510)
    • 15: Eigenschaften der fruchttragenden Bäume (520)
    • 16: Eigenschaften der wildwachsenden Bäume (1135)
    • 17: Beschaffenheit der angepflanzten Bäume (1380)
  • 18: Ackerbau, Meteorologie, Zoologie (2060)
  • 19: Gartenbau (1144)
  • 20–32: Medizin, Pharmakologie und Fortsetzung der Botanik
    • 20–27: Pflanzenreich
    • 28–32: Heilmittel aus dem Tierreich
      • 28: Heilmittel aus den Lebewesen (1682)
      • 29: Heilmittel aus den Tieren (621)
      • 30: Die übrigen Heilmittel aus den Tieren (854)
      • 31–32: Heilmittel aus den Wassertieren (1914)
  • 33–37: Metallurgie, Mineralogie und Bildende Kunst

Die Gesamtzahl der behandelten Gegenstände (Stichwörter) beträgt etwa 40.000.

Selbstzeugnisse

Plinius verwendet in seiner Vorrede den griechischen Ausdruck τῆς ἐγκυκλίου παιδείας tes enkykliou paideias, aus dem möglicherweise später das Wort Enzyklopädie entstand:

Zum Umfang seiner Arbeit gibt Plinius an:

Rezeption

Pliny the Elder, Leiden, Voss. Lat. F. 4
Der Anfang des 4. Buches der Naturalis historia in der Handschrift Leiden, Bibliothek der Rijksuniversiteit, Voss. Lat. F. 4, fol. 20v (erste Hälfte des 8. Jahrhunderts)
Plinio, naturalis historia, libri I-XVI, europa sett.le, 1200-15 ca., pluteo 82.1, 02
Plinius (links) überreicht Kaiser Titus ein Schriftband mit der Widmung seines Werks. Buchmalerei in einer Handschrift der Naturalis historia. Florenz, Biblioteca Medicea Laurenziana, Plut. 82.1, fol. 2v (Anfang des 13. Jahrhunderts)

Antike

Das Werk Plinius’ des Älteren wurde bereits von Zeitgenossen des Autors rezipiert. Quintilian lag beispielsweise bei der Abfassung seiner Institutio oratoria die Naturalis historia vor. Zudem basieren seine Ausarbeitungen auf Plinius’ verlorenem rhetorischem Werk. Später beriefen sich Apuleius und Aulus Gellius auf Plinius. Solinus verfasste eine Kompilation der Bücher 3–13 und 37 der Naturalis historia. Damit zeigte sich bereits in der antiken Rezeption von Plinius’ Œuvre die Wichtigkeit der Naturalis historia.[5]

Mittelalter

Im 7. Jahrhundert berief sich Bischof Isidor von Sevilla in seinen Etymologiae auf Plinius’ Naturalis historia und ahmte ihren Werkaufbau nach. Isidor muss eine genaue Textkenntnis der Naturalis historia gehabt haben, sodass er in seinem Werk deren Struktur imitieren konnte. Dennoch ist in der Forschung strittig, ob ihm eine Originalhandschrift oder nur eine indirekte Überlieferung vorlag. Die Ausführungen Isidors folgen vor allem in den Bereichen Kosmologie, Zoologie, Geographie und Edelsteine der Naturgeschichte des Plinius. Im Zeitraum vom 8. bis zum 11. Jahrhundert wurde die Naturalis historia zumeist indirekt über verschiedene enzyklopädische Werke und Exzerpte zitiert.[6]

Ein großes Interesse an Handschriften der Naturalis historia bildete sich im 11. Jahrhundert heraus. Vor allem Kleriker in Klöstern beschäftigten sich unter philologischen Aspekten mit der Naturalis historia, zum Beispiel strebte Gerbert von Reims eine Verbesserung des Plinius-Werkes an. Andere wie Abbo setzten sich mit einzelnen Abschnitten der Naturalis historia auseinander. Der Mönch Oliva berief sich in seiner Enzyklopädie über die Zeitmessung auf Plinius’ Naturalis historia.[7]

Diese Hochschätzung des antiken Werkes blieb auch im 12. Jahrhundert gewahrt. Für die Erstellung seiner Imago Mundi nutzte der Benediktinermönch Honorius Augustodunensis die Naturalis historia.[7] Zudem wurden bedeutende Sammlungen zu bestimmten naturwissenschaftlichen Themen auf der Grundlage der Naturalis historia ausgearbeitet. Es wurde ein Pflanzenverzeichnis in Clairvaux und von Hildegard von Bingen eine Arbeit über die Heilkraft von Steinen verfasst.[7] Die Naturalis historia wurde nun auch als Lehrbuch an den Schulen von Chartres, Laon und Oxford verwendet. Dafür wurde sie beispielsweise von Robert von Cricklade eigens bearbeitet.[8] Im Auftrag König Heinrichs II. wurde 1154 das Buch in einem christlichen Sinne umgeschrieben, dieser Versuch einer Zensur wurde jedoch nicht akzeptiert. Die Naturgeschichte wurde weiterhin direkt rezipiert und in wissenschaftlichen Texten zitiert.

Im 13. Jahrhundert überlagerten aristotelische Schriften die Plinius-Rezeption. Zusätzliches Wissen aus der Antike kam nun zum Tragen, nachdem im 12. Jahrhundert Übersetzerschulen wie die Übersetzerschule von Toledo arabisch tradierte griechische Schriften ins Lateinische übertragen hatten.

Im 14. Jahrhundert wurde die Naturalis historia zunehmend textkritisch betrachtet und ihr Informationswert wissenschaftlich in Frage gestellt. Francesco Petrarca überprüfte beispielsweise in den Büchern 1–15 und 25–37 die geografischen und antiquarischen Angaben sowie die Ortsnamen und die Beschreibung der Monumente.[9] Auch Giovanni Boccaccio beschäftigte sich textkritisch mit dem Werk.[10]

Im 15. Jahrhundert richtete sich die Aufmerksamkeit auf die kosmographischen Bücher. So bezog sich der Kardinal Pierre d’Ailly in seiner Schrift Imago Mundi auf das ptolemäische Weltbild und ergänzte dieses mit Aspekten der Naturalis historia. Olaus Magnus widerlegte in seiner Historia de gentibus septentrionalibus Plinius’ Vorstellung eines alter orbis.[11] Trotz vereinzelter kritischer Texte bewahrte die Naturalis historia jedoch ihr Prestige.

Während die Naturalis historia im Mittelalter stark rezipiert wurde, fanden die anderen Schriften des Plinius relativ wenig Beachtung. Insbesondere in den Bereichen Kosmografie, Geografie und Medizin galt die Naturalis historia als große Autorität. Es gab über 200 Handschriften in ganz Europa, zahlreiche Handschriften sind erhalten geblieben.[10] Durch diese ununterbrochene und breite Rezeption verdrängte die Naturalis historia andere enzyklopädische Werke. Sie kann als kanonisch bezeichnet werden, da Gelehrte des Mittelalters sie in der Regel rezipierten, entweder direkt oder indirekt über darauf aufbauende Werke, beispielsweise von Isidor. Zudem wurde der Text als Lehrbuch an Gelehrtenschulen eingesetzt. Aufgrund ihrer enormen Bedeutung im Mittelalter kann die Naturalis historia als wertvollste Quelle der Wissenschaftsgeschichte eingeschätzt werden.[12]

Frühe Neuzeit

Plinius, Naturalis historia, incunable, 1469
Eine Seite der Naturalis historia in der Inkunabel von 1469
Naturalishistoria
Titelseite der Naturalis historia, Ausgabe von 1669

Im Jahr 1469 wurde der lateinische Erstdruck Historiae naturalis libri XXXVII in Venedig von Johannes und Wendelin von Speyer aufgelegt.[13] Zwischen 1469 und 1599 wurden mehr als 50 Gesamtausgaben herausgegeben. Zwischen 1469 und 1799 erschienen insgesamt 222 vollständige und 281 Auswahlausgaben der Naturalis historia.

Die erste deutschsprachige (Teil-)Übersetzung der Bücher 7 bis 11 wurde von Heinrich von Eppendorff angefertigt und 1543 in Straßburg unter dem Titel Natürlicher History Fünff Bücher gedruckt; sie fand jedoch nur wenig Beachtung. Ganz anders die Übersetzung des Theologen Johann Heyden (Caij Plinij Secundi, Des fürtrefflichen Hochgelehrten Alten Philosophi Bücher und schrifften von der Natur, art und eigenschafft der Creaturen oder Geschöpffe Gottes), die 1565 in Frankfurt am Main erschien und über 200 Holzschnitte von Jost Amman enthielt.[14]

Moderne

Die wissenschaftliche Qualität der Naturalis historia ist in der Moderne teils sehr ungünstig beurteilt worden. Im 19. Jahrhundert diskreditierten Gelehrte wie Theodor Mommsen oder Arthur Schopenhauer das Werk. Bei Dichtern und Schriftstellern hat es jedoch einige Beachtung gefunden.[15] Vor allem in der romanischen Literatur finden sich in literarischen Werken bei Gustave Flaubert, Jorge Luis Borges und Italo Calvino Bilder der Naturgeschichte des Plinius.[16] Beispielsweise steht Gustave Flauberts Leçon d’histoire naturelle eindeutig in dieser Tradition.[15] In der Gegenwart ist das Werk des Plinius Gegenstand philologischer und anthropologischer Studien.[17]

Trivia

Die Plinius hier gern zugeschriebene Wendung Turpe est in patria vivere et patriam ignorare ist nicht nachweisbar.

Ausgaben und Übersetzungen

  • C[ajus] Plinius Secundus d[er] Ä[ltere]: Naturkunde Lateinisch-deutsch. Sammlung Tusculum, Hrsg. und übersetzt von Roderich König in Zusammenarbeit mit Joachim Hopp (ab Band 23), Gerhard Winkler und Wolfgang Glöckler, 37 Bücher (und Register) in 32 Bänden, Artemis & Winkler, München, ab Band XXVI/XXVII auch Zürich und Heimeran 1973–2004 (auch Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt, und Patmos, Düsseldorf), ISBN 3-7608-1618-5 (Leseausgabe des lateinischen Textes mit Übersetzung und Erläuterungen).
  • Ludwig von Jan, Karl Mayhoff (Hrsg.): C. Plinii Secundi naturalis historiae libri XXXVII. Teubner, Stuttgart 1967–2002 (Nachdruck der maßgeblichen lateinischen Edition von 1892–1909 in 6 Bänden).
  • Die Naturgeschichte des Cajus Plinius Secundus. Ins Deutsche übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Georg Christoph Wittstein. 6 Bände, Gressner & Schramm, Leipzig 1881/82; Neuauflage, hrsg. von Lenelotte Möller und Manuel Vogel, 2 Bände, Marix, Wiesbaden 2007.
  • C. Plinii Secundi Naturalis historia. Hrsg. von D. Detlefsen, I–VI (in 3 Bänden), Berlin 1866–1882.

Literatur

  • Wolfgang Hübner: Der descensus als ordnendes Prinzip in der 'Naturalis historia' des Plinius. In: Christel Meier (Hrsg.): Die Enzyklopädie im Wandel vom Hochmittelalter bis zur frühen Neuzeit. Fink, München 2002, S. 25–41.
  • Francesca Berno: Plinius d. Ä. (Gaius Plinius Caecilius Secundus maior). Naturalis historia. In: Christine Walde (Hrsg.): Die Rezeption der antiken Literatur. Kulturhistorisches Werklexikon (= Der Neue Pauly. Supplemente. Band 7). Metzler, Stuttgart/Weimar 2010, ISBN 978-3-476-02034-5, Sp. 697–726.
  • Arno Borst: Das Buch der Naturgeschichte. Plinius und seine Leser im Zeitalter des Pergaments. 2. Auflage. Winter, Heidelberg 1995, ISBN 3-8253-0132-X.
  • Franz Brunhölzl: Plinius der Ältere im Mittelalter. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 7, LexMA-Verlag, München 1995, ISBN 3-7608-8907-7, Sp. 21 f.

Hilfsmittel

  • Peter Rosumek, Dietmar Najock: Concordantia in C. Plinii Secundi naturalem historiam. 7 Bände, Olms-Weidmann, Hildesheim 1996, ISBN 3-487-09949-7.

Weblinks

Lateinische Ausgaben

Übersetzungen

Anmerkungen

  1. Francesca Berno: Plinius d. Ä. (Gaius Plinius Caecilius Secundus maior). Naturalis historia. In: Christine Walde (Hrsg.): Die Rezeption der antiken Literatur. Kulturhistorisches Werklexikon. Stuttgart 2010, S. 697.
  2. Cancik, Hubert: Or – Poi, S. 1139.
  3. Franz Brunhölzl: Plinius der Ältere im Mittelalter. In: Lexikon des Mittelalters. Bd. 7, Sp. 21 f.
  4. Francesca Berno: Plinius d. Ä. (Gaius Plinius Caecilius Secundus maior). Naturalis historia. In: Christine Walde (Hrsg.): Die Rezeption der antiken Literatur. Kulturhistorisches Werklexikon. Stuttgart 2010, S. 697–699.
  5. Francesca Berno: Plinius d.Ä. (Gaius Plinius Caecilius Secundus maior). Naturalis historia. In: Christine Walde (Hrsg.): Die Rezeption der antiken Literatur. Kulturhistorisches Werklexikon. Stuttgart 2010, S. 700.
  6. Francesca Berno: Plinius d.Ä. (Gaius Plinius Caecilius Secundus maior). Naturalis historia. In: Christine Walde (Hrsg.): Die Rezeption der antiken Literatur. Kulturhistorisches Werklexikon. Stuttgart 2010, S. 703.
  7. a b c Francesca Berno: Plinius d.Ä. (Gaius Plinius Caecilius Secundus maior). Naturalis historia. In: Christine Walde (Hrsg.): Die Rezeption der antiken Literatur. Kulturhistorisches Werklexikon. Stuttgart 2010, S. 704.
  8. Bodo Näf (Hrsg.): Roberti Crikeladensis Defloratio Naturalis Historiae Plinii Secundi, Bern 2002.
  9. Francesca Berno: Plinius d.Ä. (Gaius Plinius Caecilius Secundus maior). Naturalis historia. In: Christine Walde (Hrsg.): Die Rezeption der antiken Literatur. Kulturhistorisches Werklexikon. Stuttgart 2010, S. 709.
  10. a b Francesca Berno: Plinius d.Ä. (Gaius Plinius Caecilius Secundus maior). Naturalis historia. In: Christine Walde (Hrsg.): Die Rezeption der antiken Literatur. Kulturhistorisches Werklexikon. Stuttgart 2010, S. 699.
  11. Francesca Berno: Plinius d.Ä. (Gaius Plinius Caecilius Secundus maior). Naturalis historia. In: Christine Walde (Hrsg.): Die Rezeption der antiken Literatur. Kulturhistorisches Werklexikon. Stuttgart 2010, S. 710.
  12. Gerhard Winkler: Plinius der Ältere. In: Bernhard Zimmermann (Hrsg.): Metzler Lexikon antiker Literatur. Autoren, Gattungen, Begriffe. Stuttgart 2004, S. 555.
  13. Erstausgabe (1469), Digitalisat der Universitätsbibliothek Wien
  14. Beispielseiten aus der deutschen Ausgabe von Johann Heyden (1565), deutsches-museum.de
  15. a b Francesca Berno: Plinius d. Ä. (Gaius Plinius Caecilius Secundus maior). Naturalis historia. In: Christine Walde (Hrsg.): Die Rezeption der antiken Literatur. Kulturhistorisches Werklexikon. Stuttgart 2010, S. 720.
  16. Arno Borst: Das Buch der Naturgeschichte. Plinius und seine Leser im Zeitalter des Pergaments: Vorgelegt am 6. November 1993. Heidelberg 1994, S. 3.
  17. Francesca Berno: Plinius d.Ä. (Gaius Plinius Caecilius Secundus maior). Naturalis historia. In: Christine Walde (Hrsg.): Die Rezeption der antiken Literatur. Kulturhistorisches Werklexikon. Stuttgart 2010, S. 722.
Achaea

Achaea war eine Provinz des Römischen Reiches. Die Region wurde 146 v. Chr. von den Römern unterworfen, blieb allerdings zunächst nominell frei und wurde nur indirekt vom Statthalter der Provinz Macedonia kontrolliert. Erst unter Augustus wurde Achaea in der Senatssitzung vom 13. Januar 27 v. Chr. als eigenständige senatorische Provinz eingerichtet. Der Name der Provinz leitete sich ab vom Achaiischen Bund, der in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts v. Chr. ein wichtiger Juniorpartner Roms in Griechenland gewesen war. Sie umfasste neben der Halbinsel Peloponnes praktisch das gesamte griechische Kernland mit einem Großteil der Inseln:

Mittelgriechenland

Euböa

Peloponnes

Epirus

Akarnanien

Ionische Inseln

Ätolien

Thessalien

Sporaden

Kykladen ohne Astypalea und AmorgosVerwaltet wurde die Provinz von einem proconsul pro praetore, der seinen Sitz in der Colonia Laus Iulia Corinthus oder Corinthiensis hatte, der nach der Zerstörung Korinths an der gleichen Stelle gegründeten römischen Kolonie. Freie Städte, die de iure nicht Teil der Provinz waren, waren vor allem Athen und Sparta sowie die in Akarnanien gelegene Kolonie Nikopolis, die Augustus zur Erinnerung an die Schlacht bei Actium gegründet hatte und die später Hauptstadt der Provinz Epirus wurde, als Epirus mit Teilen Akarnaniens und den Ionischen Inseln von Achaea abgetrennt und zur selbständigen Provinz wurde (vor 117). Weitere Kolonien waren Dyme, Patrai und Buthroton.

Feuervergoldung

Die Feuervergoldung ist eine schon seit der Antike durchgeführte, bis ins 19. Jahrhundert die wichtigste und somit die älteste bekannte Metallvergoldungstechnik. Die erste bekannte Erwähnung findet sich in der Naturalis historia (Naturgeschichte) von Plinius.

Viele historische Feuervergoldungen, auch aus der Antike, sind noch recht gut erhalten. Demnach stellt die Feuervergoldung eine sehr haltbare Vergoldung dar.

Den unvergleichlichen weichen und edlen Glanz bekommen feuervergoldete Stücke erst durch die aufwendige Handpolitur mit Poliersteinen, wodurch mikroskopische Unebenheiten der Metalloberfläche geglättet werden.

Vor allem Gegenstände aus Silber, Kupfer, Messing und Bronze wurden über die Jahrhunderte feuervergoldet. Eine der bekanntesten deutschen, ehemals feuervergoldeten Statuen ist der „Goldene Reiter“ in Dresden, der August den Starken darstellt und 1736 enthüllt wurde.

In nuce

Die lateinische Redewendung in nuce (deutsch: ‚in einer Nuss‘) bedeutet ‚zusammengefasst‘, ‚in knapper Form‘, ‚komprimiert‘.

Die Wendung soll auf Plinius maior zurückgehen. Dieser erwähnt in seiner enzyklopädischen Naturalis historia einen Bericht Ciceros, wonach eine Handschrift von Homers Ilias in einer Nussschale Platz gehabt habe: „in nuce inclusam Iliadem Homeri carmen in membrana scriptum tradit Cicero“.Im angelsächsischen Sprachraum gibt es die Variante „in a nutshell“ (deutsch: ‚in einer Nussschale‘).

Las Médulas

Die Las Médulas liegen in der Nähe der spanischen Stadt Ponferrada, Provinz León, in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León. Sie war die wichtigste Goldmine des Römischen Reiches. Die Kulturlandschaft der Las Médulas wird seit 1997 als UNESCO-Welterbe geführt.

Die außergewöhnliche Landschaft ist ein Ergebnis der ruina montium, einer römischen Bergbautechnik. Plinius der Ältere beschreibt sie in seiner Naturalis historia als Durchlöchern der Berge und späteres Überschwemmen mit großen Mengen Wassers. Dies soll die Hügel buchstäblich abgetragen haben. Um die benötigten Mengen Wasser aus der Sierra de la Cabrera heranzubringen, wurde ein über 100 Kilometer langes Kanalsystem erbaut. Teile dieses Systems sind noch heute erhalten.

Unter der Regentschaft des Augustus wurde das Gebiet von den Römern nach langwierigen Feldzügen (Kantabrischer Krieg, 29–19 v. Chr.) letztlich okkupiert. Als Grund der römischen Interventionen werden nach römischen Quellen fortwährende Überfälle der Kantabrer auf benachbarte römische Regionen gesehen und deren Versuch ihren Herrschaftsbereich dabei zu erweitern. Darüber hinaus war das Gebiet der Kantabrer für die Römer auch aufgrund seines Erzreichtums von wirtschaftlichem Interesse, so begannen sie bereits kurz nach der Eroberung mit der Ausbeutung von Goldminen, Las Médulas. Publius Carisius eroberte Las Médulas im Jahre 25 v. Chr. in der Schlacht um den Mons Medullius.

Lysipp

Lysippos (griechisch Λύσιππος Lýsippos; * wohl 400/390 v. Chr. in Sikyon; † gegen Ende des 4. Jahrhunderts v. Chr.), deutsch meist Lysipp, war ein griechischer Bildhauer und Erzgießer, der vor allem in der 2. Hälfte des 4. Jahrhunderts v. Chr. tätig war.

Lysipp war der bedeutendste Plastiker des 4. Jahrhunderts v. Chr. auf der Peloponnes, unterhielt eine große Bildhauerschule in Sikyon und schuf angeblich über 500 Statuen. Er arbeitete für zahlreiche Auftraggeber aus dem gesamten griechischen Kulturraum, von Kleinasien und Rhodos über Thessalien und Makedonien, die Peloponnes und Boiotien, Delphi, Aitolien und Akarnanien bis nach Tarent. Unter seinen Werken waren alle Formate und zahlreiche Themen vertreten, darunter Götter, Heroen, Musen, Athleten und Porträts von Staatsmännern, Philosophen und Königen. Einer antiken Legende nach ließ sich Alexander der Große in Bronze nur von ihm darstellen, so wie er sich nur von Apelles malen ließ.Als Bildhauer führte er ein neues Naturverständnis ein, das ihm bereits in der Antike das Urteil einbrachte, am vollkommensten die natürliche Erscheinung zu berücksichtigen. Plinius überliefert die sprichwörtliche Wendung, „er stelle Menschen dar, nicht wie sie seien, sondern wie sie erschienen.“ Er setzte sich hiermit bewusst vom Stil Polyklets ab, in dessen Nachfolge er als Künstler insbesondere aus Sikyon stand. Während er weiterhin an dem durch Ponderation ausgeglichenen Gegensatz von Standbein und Spielbein festhielt, das in seiner deutlichsten Ausprägung von Polyklet in die Kunst eingeführt wurde, veränderte er die Proportionen der Gliedmaßen, was sich zum Beispiel in einer Längung der Beine, einer schmaleren Körperdarstellung insgesamt und einer Verkleinerung der Kopfproportion ausdrückte. Bereits der antiken Kunstgelehrsamkeit waren diese abgrenzenden Eigenheiten seines Stils bekannt. Insbesondere sein Apoxyomenos vermittelt eine Vorstellung seines Stils und zeugt von einem weiteren Moment lysippischen Kunstschaffens: Der Eroberung des Raumes, der durch das Vor und Zurück der Gliedmaßen den Betrachter in den Raum des Bildnisses einbezieht, den „Betrachter direkt angeht“. Weitere zuweisbare Werke sind ein Alexanderporträt und das Porträt des Sokrates, die Lysipp in der schriftlichen Überlieferung zugeschrieben werden und die man mit seinem Stil verbinden kann.

Dennoch gestaltet sich die Auseinandersetzung mit seinem Werk, das nur in Form römischer Marmorkopien erhalten ist, schwierig, da sein immenser Einfluss zahlreiche Nachahmer seines Stils hervorbrachte. So arbeitete bereits sein Sohn Euthyktates in seinem Stil und eine Generation später brachte es Tysikrates so weit, dass man seine Statuen von denen Lysipps kaum unterscheiden konnte. Einer seiner Schüler war Chares von Lindos, der den Koloss von Rhodos schuf.Angesichts einer ironischen Spitze des Petronius ist der unglaubliche Werkumfang Lysipps kaum zu erklären. Denn Petronius ließ ihn im Satyricon hungers sterben, während er über dem Entwurf zu einer Statue brütete. Anderseits ist es Zeugnis seiner überlieferten Detailversessenheit und er wurde für die Details seiner Haargestaltung gerühmt.

Mergel

Mergel (althochdeutsch mergil, lateinisch marga; laut Plinius Naturalis historia ursprünglich aus dem Gallischen) ist ein Sedimentgestein. Bei stark verfestigten Ablagerungen spricht man auch von Mergelstein oder Mergelgestein. Mergel hat sehr unterschiedliche Entstehungsbedingungen. Er entsteht, wenn das feine Material (Ton, Schluff) abgelagert und gleichzeitig Kalk ausgefällt oder ebenfalls abgelagert wird.

Mysien

Mysien (griechisch Μυσία Mysía) ist der Name einer historischen Landschaft im Nordwesten des antiken Kleinasien. Mysien war weder landschaftlich noch ökonomisch, administrativ oder politisch eine Einheit.

Im Norden grenzt Mysien an den Hellespont und die Propontis; im Osten bilden der Fluss Rhyndakos und das Gebirgsmassiv des mysisch-bithynischen Olymps (Uludağ) die Grenze gegen Bithynien. Im Westen bildet der Aisepos die Grenze zur Troas hin, wobei diese Landschaft häufig noch zu Mysien gerechnet wird. Weiterhin bilden die Ägäis und der Golf von Adramyttion die West- und Südwestgrenze. Die Grenze im Süden und Südosten ist schwieriger zu definieren, Mysien grenzte hier an Phrygien, Lydien und die Aiolis.

Parrhasios (Maler)

Parrhasios (griechisch Παρράσιος) war ein griechischer Maler aus Ephesos. Er war Sohn und Schüler des Euenor und wirkte in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts bis in die ersten Jahrzehnte des 4. Jahrhunderts v. Chr. in Athen.

Plinius der Ältere

Gaius Plinius Secundus Maior, auch Plinius der Ältere (* 23 oder 24 in Novum Comum, heute Como; † 25. August 79 in Stabiae am Golf von Neapel), war ein römischer Gelehrter, Offizier und Verwaltungsbeamter, der vor allem durch die Naturalis historia, ein enzyklopädisches Werk zur Naturkunde, Bedeutung erlangt hat. Er starb während des großen Vesuvausbruchs im Alter von etwa 55 Jahren.

Plinius der Ältere ist nicht zu verwechseln mit seinem Neffen Plinius dem Jüngeren (Gaius Plinius Caecilius Secundus Minor).

Polygnotos

Polygnotos (altgriechisch Πολύγνωτος Polýgnōtos) aus Thasos war nach antikem Zeugnis einer der berühmtesten griechischen Maler, der allerdings auch Bronzebildwerk schuf. Er wirkte von etwa 480 v. Chr. bis um die Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr.

Polyklet

Polyklet (altgriechisch Πολύκλειτος Polýkleitos „der Vielberühmte“; * um 480 v. Chr. in Argos oder Sikyon; † gegen Ende des 5. Jahrhunderts v. Chr.) war einer der bedeutendsten griechischen Bildhauer der griechischen Antike. Seine Hauptschaffenszeit umfasst die Jahre von etwa 460 v. Chr. bis 420 v. Chr., in denen er zahlreiche Bronzestatuen schuf, die noch Jahrhunderte nach seinem Tod gerühmt wurden. Von seinem Werk sind keine Originale erhalten, lediglich in Olympia wurden zwei Basen polykletischer Statuen gefunden, ohne dass man sagen kann, Polyklet selbst habe an diese Basen Hand angelegt. Er verfasste eine theoretische Schrift, in der späteren Literatur Kanon genannt, in der er die idealen Maßverhältnisse des menschlichen Körpers beschrieb. Bereits die Antike sah in der von ihm geschaffenen Statue eines Speerträgers, des Doryphoros, die praktische Umsetzung seiner theoretischen Forderungen und übertrug den Namen seiner Schrift auf die Statue als Verkörperung des Kanon.

Silanion

Silanion (griechisch Σιλανίων) war ein Bronzebildner des 4. Jahrhunderts v. Chr. aus Athen.

Nach Plinius dem Älteren fällt der Höhepunkt seines Schaffens in die Jahre 328 bis 325 v. Chr. Angeblich Autodidakt, schuf er Statuen von Achilleus, Theseus und Iokaste sowie drei Athletenstatuen von siegreichen Faustkämpfern bei den Olympischen Spielen, die im heiligen Hain von Olympia aufgestellt waren.Berühmt war er für die Charakterisierung der von ihm porträtierten Personen, da er körperliche und psychische Zustände der Dargestellten in seine Werke einfließen ließ. Schriftlich überliefert sind von ihm Porträts der Dichterinnen Sappho und Korinna, des Bildhauers Apollodoros und des Philosophen Platon. Silanion soll auch eine Lehrschrift zu kompositorischen Fragen verfasst haben.Lediglich die Statue Platons, die in der Akademie aufgestellt war, jedoch nicht erhalten ist, kann ihm mit Bestimmtheit zugeschrieben werden. Auf diese Statue gehen sechzehn erhaltene römische Kopien des Kopfes zurück. Als beste Kopie gilt die der Glyptothek München, ein weiterer Haupttypus der Kopien ist im Besitz der Vatikanischen Museen. Umstritten sind hingegen unter anderem die Identifizierungen von Porträts der Sappho und Korinna sowie des Apollodoros.

Skiapoden

Skiapoden, auch Skiapodes, Schattenfüßler oder Schattenfüßer (griechisch Σκιάποδες, von griechisch σκιά (Schatten) und πούς (Fuß)) sind Fabelwesen von menschlicher Gestalt, aber mit nur einem Bein. Mit diesem sollen sie blitzschnell laufen können. Ihren riesigen Fuß halten sie beim Liegen als Sonnenschutz über sich.

Skiapoden wurden unter anderem von Hekataios von Milet erwähnt; demnach lebten sie in Libyen. Auch Plinius der Ältere (Naturalis historia 7, 2) und Ktesias von Knidos gingen in ihren Werken von der Existenz der Skiapoden aus, siedelten sie aber in Indien an. Auch Augustinus erwähnt ihre Existenz in De Civitate Dei. Sie wurden in literarischen Werken bis zum 16. Jahrhundert immer wieder erwähnt. In der jüngeren Literatur treten sie selten in phantastischen Romanen auf, so in C. S. Lewis’ Die Reise auf der Morgenröte und in Umberto Ecos Baudolino.

Sosigenes aus Alexandria

Sosigenes aus Alexandria (altgriechisch Σωσιγένης ὅ ᾿Αλεξανδρεύς Sōsigénēs ho Alexandréus) war ein späthellenistischer Astronom des 1. Jahrhunderts v. Chr.

Sosigenes war bei der Kalenderreform unter Gaius Iulius Caesar (julianischer Kalender) – neben anderen, darunter wohl Acoreus – als Berater tätig und hat auch Caesars Schrift De astris, aus der nur noch Fragmente über Witterungszeichen bekannt sind, beeinflusst. Plinius der Ältere überliefert in seiner Naturalis historia die Erkenntnis des Sosigenes und Kidenas, dass der Merkur niemals mehr als 22 Grad von der Sonne entfernt stehe.Der Mondkrater Sosigenes ist nach dem Astronomen benannt.

Im Film Cleopatra von 1963 erscheint er als Berater von Kleopatra, dargestellt von Hume Cronyn.

Sosigenes aus Alexandria ist nicht zu verwechseln mit Sosigenes dem Peripatetiker, der sich ebenfalls mit astronomischen Themen beschäftigte.

Statius Sebosus

Statius Sebosus war ein antiker römischer Geograph, dessen Schriften bis auf wenige Auszüge in der Naturalis historia von Plinius dem Älteren verloren sind. Er lebte zwischen dem frühen 1. Jahrhundert v. Chr. und der Zeit des Plinius, der ihn als Gewährsmann für die Distanz von Meroe zur Mittelmeerküste nennt, ferner für die Entfernung der Hesperiden-Inseln und der Fortunaten (Kanarische Inseln) und zuletzt für ein Ganges-Ungeheuer. Daraus lässt sich ablesen, dass Statius Sebosus sich mit Gegenden an der Peripherie der bekannten Welt befasste. Der genaue Inhalt seines Werks ist nicht bekannt, das Plinius vielleicht nicht direkt benutzte, sondern durch Exzerpte bei einem früheren Autoren wie Varro.

Styrax (Räucherwerk)

Das Storaxharz, oft auch nur als Styrax, flüssiges Amber oder Balsam bezeichnet, ist ein wohlriechendes Naturharz, das für Räucherwerke oder als Heilmittel verwendet wird. Bereits in der Antike zählte das Harz zu den wichtigsten und begehrtesten Räuchermitteln, das vielfältig genutzt wurde (Plinius, Naturalis historia 12; 81,124, Dioskurides, Materia Medica I, 79). Die Phönizier brachten das Styrax nach Ägypten, sie nannten es „miniaki“ (Papyrus Ebers).

Warnen

Die Warnen (auch Wariner, Varinner, Varinne, Variner, lateinisch Varini, Varni, griechisch Ουαρνοι Warnoi bzw. Ουαρίνοι Warinoi) waren ein germanischer Volksstamm. Die althochdeutsche Form ihres Namens ist Warjan.

Zeuxis von Herakleia

Zeuxis von Herakleia (griechisch Ζεῦξις, verkürzt für Ζεύξιππος, Zeuxippos) war nach antikem Zeugnis einer der berühmtesten griechischen Maler, der allerdings auch kleine Tonfiguren, figlina opera, schuf. Er wirkte etwa im letzten Drittel des 5. und den ersten Jahren des 4. Jahrhunderts v. Chr. Sein Werk ist allein durch literarische Zeugnisse überliefert.

Čiovo

Čiovo [tschi'owo] (italienisch Bua) ist eine kroatische Insel in der Adria vor der Küste Mitteldalmatiens westlich von Split am westlichen Ausgang der Bucht von Kaštela. Die Insel ist etwa 15,3 km lang und bis zu 3,5 km breit. Die höchste Erhebung der Insel ist Rudine mit einer Höhe von rund 220 m. Sehenswert ist die Wallfahrtskirche Prizidnica auf der Ostseite der Insel, die direkt in den Fels gebaut wurde.

Im Nordwesten ist die Insel mittels einer (mittlerweile nicht mehr für den Schiffsverkehr genutzten) Klappbrücke mit der Stadt Trogir verbunden. Dies war lange die einzige Verbindung der Insel zum Festland. Eine neue etwa 550 m lange Klappbrücke wurde am 17. Juli 2018 etwas östlich davon eröffnet und entlastet den Verkehr deutlich. Da es zuvor regelmäßig zu Verkehrsengpässen zum und vom Festland kam, wurde auf der Insel im Jahre 2016 eine Ambulanz eingerichtet.

Auf der Insel liegen neben einem Teil der Stadt Trogir sechs weitere Ortschaften: Slatine, Arbanija, Mastrinka, Žedno, Okrug Gornji und Okrug Donji. Insgesamt leben rund 6000 Menschen auf der Insel.

Entgegen der verbreiteten Meinung, der Name der Insel rühre von einem Streit her und bedeute daher „Wessen ist das?“ (kroat.: „Čije je ovo?“), leitet sich Čiovo vom lateinischen caput Iovis ab, was so viel bedeutet wie „Haupt Jupiters“.

Bei den Römern hieß die Insel Bavo, Boa, Boae oder Bua. Sie wird bei Plinius erwähnt (Naturalis historia 3.26). In der Kaiserzeit diente sie als Verbannungsort.

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