Mittlerer Vokal

Mit mittlerer Vokal sind diejenigen Vokale gemeint, bei deren Aussprache der Mund halboffen (oder auch: halb geschlossen) ist. Dabei hat der Winkel der beiden Kiefer eine mittlere Größe, die Zunge nimmt eine mittelhohe Stellung ein.

Als „mittlere“ werden die „e“- „ö“- und „o“-Laute bezeichnet, während die „a“-Laute zu den offenen Vokalen und die „i“- „ü“- und „u“-Laute zu den geschlossenen Vokalen zählen. Man muss den Begriff mittlerer Vokal von dem Begriff zentraler Vokal (= Zentralvokal) unterscheiden: Mittlere Vokale werden nach der Mundöffnung beziehungsweise nach der Zungenhöhe bestimmt, zentrale Vokale (Zentralvokale) nach der Lage der Zunge in Bezug auf ihre Stellung vorne oder hinten im Mundraum.

Deutsche Beispiele für mittlere Vokale

Mittlere Vokale sind:

  • [ɛ] (kurz) in „betten“
  • [eː] (lang) in „beten“
  • [ə] (Schwa/ Reduktionsvokal)[1] in „Falle“ (['falə])
  • [œ] (kurz) in „Hölle“
  • [ø:] (lang) in „Höhle“
  • [ɔ] (kurz) in „Molle“
  • [oː] (lang) in „Mole“.

Literatur

  • Hadumod Bußmann (Hrsg.): Lexikon der Sprachwissenschaft. 3. aktualisierte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2002, ISBN 3-520-45203-0, siehe Schema S. 739.

Einzelnachweise

  1. Heikki J. Hakkarainen: Phonetik des Deutschen. Fink, München 1995, S. 55. ISBN 3-8252-1835-X
Metaphonie

Metaphonie ist der in der Romanistik allgemein übliche Begriff für eine in den romanischen Sprachen verbreitete Form des Umlauts. Es handelt sich dabei dem Ursprung nach um regressive Fernassimilationen, bei denen sich ein vorangehender mittlerer Vokal durch einen nachfolgenden geschlossenen Vokal (meist lateinisches -I oder -U) verändert hat.

In den italienischen Dialekten ist die Metaphonie besonders häufig, sie taucht fast überall auf, außer im Toskanischen. So wird etwa im Lombardischen quest „dieser“ zu quist „diese“, weil das abgefallene -i das vorhergehende -e- metaphoniert hat: questi > quisti > quist (ähnliche Prozesse im Deutschen: Vater/ Väter, Althochdeutsch gast/ gesti „Gäste“ etc.). Im Süditalienischen können Singular- von Pluralformen häufig nur durch den Umlaut unterschieden werden, so etwa pedi „Fuß“ vs. pidi „Füße“ im Sizilianischen. Im Spanischen spielt die Metaphonie eine erhebliche Rolle in der Verbalflexion: so wird aus lateinischem METIO spanisches mido „ich messe“. Hier ist das „i“, das ursprünglich ein „e“ war durch das nachfolgende -I beeinflusst. Analog wird lat. DORMIUT „er schlief“ > spanisch durmió, hier wird das ursprüngliche „o“ zu „u“, weil ein „i“ folgt. Im Rumänischen spielt die Metaphonie eine erhebliche Rolle bei der Pluralbildung, so etwa rumän. pară „Birne“/ pere „Birnen“, masă (< lat. MENSA „Tisch“)/ mese „Tische“ etc.

Ukrainische Grammatik

Dieser Artikel beschreibt die Grammatik der ukrainischen Sprache. Sie zählt zusammen mit Sprachen wie dem Polnischen zu den slawischen Sprachen, im engeren Rahmen zusammen mit dem Russischen zu den ostslawischen Sprachen.

Grammatische Merkmale:

7 Kasus, 2 Numeri, 3 Genera. Ukrainisch ist damit die einzige ostslawische Sprache, die den Vokativ bewahrt hat.

Für den Plural gibt es bei Adjektiven oder Pronomen keine Genus-Unterscheidung.

Wie in den slawischen Sprachen allgemein gibt es zu fast allen Verben jeweils ein Aspektpaar (imperfektiv und perfektiv).

Es gibt keine Artikel ('der', 'ein').

Imperfektive Verben haben 3 Tempora (Präsens, Präteritum, Futur), bei perfektiven fehlt die Präsensbedeutung.

Das imperfektive Futur kann analytisch oder synthetisch gebildet werden.

Es gibt 3 Modi (Indikativ, Imperativ, Konditional) und 2 Genera Verbi (aktiv und passiv).

Die alten Tempora Aorist, Imperfekt und periphrastisches Plusquamperfekt sind verloren gegangen.

Der alte Dual ist nur noch in einigen erstarrten Wortformen wiederzufinden.Einige phonetische und die Schrift betreffende Besonderheiten:

Es gibt einen Laut 'h' (eigentlich stimmhaft: ​[⁠ɦ⁠]​), geschrieben г.

Ursprüngliches 'i' und 'y' sind zu 'y' (geschrieben и) zusammengefallen;die Infinitivendung ist -ти (-ty).

Die Endung der Verben ist wie im Russischen in der 3. Person -t erhalten, allerdings palatilisiert (geschrieben -ть). Nur im Singular der e-Konjugation fehlt sie wie im Polnischen.

Es gibt lange (geminierte) Konsonanten. Ebenso gibt es einen Laut ​[⁠w⁠]​, der teilweise gleich dem russischen 'в' (v), teilweise wie im Polnischen aus ursprünglichem hartem 'L' entstanden ist: ukrainisch писав (pysaw) „[er] schrieb“ ≈ polnisch pisał (písaw), russisch писал (pisal).

Der Apostroph (’) wird als Härtezeichen (dem russischen 'ъ' entsprechend) verwendet.

Der Buchstabe Ї / ї, der als [ji] ausgesprochen wird.

Einem russischen/polnischen 'o' entspricht häufig ein ukrainisches i oder wi-: відкритий (widkrýtyj) „offen“, russisch открытый (otkrytyj).Auch gibt es bei der Nominalflexion einen Wechsel o in offener Silbe <> i in geschlossener Silbe: вночі (wnotshi) „in der Nacht“ <> ніч (nitsh) „die Nacht“, russisch ночь (notshʲ).

In anderen Sprachen

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