Mischkan

Mischkan (hebräisch מִשְׁכַּן „Wohnung“), zu Deutsch meist als Stiftshütte wiedergegeben, ist das transportable Heiligtum, welches nach dem Tanach, der jüdischen Bibel, das Volk Israel auf seinen Wanderungen nach dem Auszug aus Ägypten mitführte, bevor ein permanentes Zentralheiligtum errichtet wurde.

PI019
Illustriertes Tabernakel mit Brandopfer (Vordergrund) und der Schechina Gottes als Wolke über der Mischkan mit der Bundeslade im Innern
Stiftshuette Modell Timnapark
Modell der Stiftshütte im Timna Park, Israel.
Tabernacle Camp
Gezeichnetes Tabernakel mit Brandopfer (Vordergrund) und der Schechina Gottes als Wolke über der Mischkan mit der Bundeslade im Innern

Namen

Mischkan ist eine von mehreren Bezeichnungen für das Heiligtum. Weitere biblische Bezeichnungen der Kultstätte sind „Stiftszelt“ (hebr. אֹהֶל מוֹעֵד ʔohel mōʕēd) oder auch „Heiligtum“ (hebr. מִקְדָּשׁ miqdāš). Manchmal treten auch mehrere dieser Ausdrücke gemeinsam auf: Mischkan und Ohel Moed werden zum Beispiel gemeinsam in Ex 39,32  verwendet. Die deutsche Bezeichnung „Stiftshütte“, aus der Lutherbibel bekannt, ist eine Entlehnung aus der lateinischen Bezeichnung tabernaculum, die von dem Wort taberna abgeleitet ist, das „Hütte“ oder „Gasthaus“ bedeutet. Sprachlich ist Mischkan mit Schechina verwandt, dem Inbegriff der Gegenwart Gottes.

Bedeutung

Die Vorschrift zum Bau des Heiligtums wird auf Ex 25,8  zurückgeführt, wo es heißt: „Macht mir ein Heiligtum! Dann werde ich in ihrer Mitte wohnen.“ Der Ausdruck „in ihrer Mitte“ lässt nach der jüdischen Tradition darauf schließen, dass das Heiligtum nicht als Wohnsitz Gottes zu verstehen ist, sondern als ein Symbol für die Heiligkeit Gottes, dem das Volk nachzuleben hatte, wenn sein Geist in ihrer Gemeinschaft weilen sollte.[1] Das Zelt diente den Israeliten während ihrer Wüstenwanderung und bis zur Zeit König Davids als zentraler Ort der Begegnung mit Gott. Zuerst wurde es auf den Wanderungen mitgeführt, später hatte es seinen Standort in Schilo etwa in der Mitte des Landes Israel. Nachdem David Jerusalem von den Jebusitern erobert und zur Hauptstadt Israels gemacht hatte, ließ er das Zeltheiligtum dorthin bringen. Später wurde es möglicherweise in zerlegter Form im salomonischen Tempel aufbewahrt; spätestens mit der Zerstörung dieses Tempels ging es verloren.

Aufbau des Mischkan

Die Größenangaben sind in der Bibel in Ellen angegeben, deren heutige Entsprechung zwischen 45 cm und 52,5 cm liegen kann. Nach der biblischen Beschreibung war die Stiftshütte 30 Ellen lang, zehn Ellen hoch und zehn Ellen breit. Im Inneren befand sich das Allerheiligste und das Heilige, das zweimal länger als breit war. Die Konstruktion bestand aus Fachwerkrahmen. Er war aus mit Gold überzogenem Akazienholz gemacht. Über diesen Rahmen wurden Leinendecken gehängt, auf die bunte Cherubim gestickt waren. Auf den Leinendecken lagen Decken aus Ziegenhaar, darauf Decken aus rot gefärbten Widderfellen und darauf schließlich Decken aus Seehundfellen (oder Seekuhhäuten bzw. -fellen, oder noch etwas anderes; die genaue Übersetzung des entsprechenden hebräischen Wortes tahasch ist heute nicht mehr bekannt).

Das Heilige

Am Eingang zum Heiligen standen fünf mit Gold überzogene Säulen. Im Heiligen waren die goldenen Leuchter, der goldene Altar für das Weihrauchopfer, der goldene Schaubrottisch und goldene Geräte.

Das Allerheiligste

Das Allerheiligste, Kodesh HaKodashim (קדש הקדשים wörtlich „das Heilige der Heiligtümer“), war durch einen Vorhang innerhalb des Heiligtums abgetrennt. Es wurde nur einmal im Jahr zum Jom Kippur vom Hohenpriester betreten. Im Allerheiligsten stand die Bundeslade, die mit einem Deckel versehen war, an dessen Enden sich zwei Cherubim befanden.

Vorhof

Die Stiftshütte war von einem Vorhof umgeben, der 100 mal 50 Ellen maß. Der Vorhof war nach außen hin mit einem fünf Ellen hohen Zaun umgeben. Dieser wurde mit kupfernen Säulen gehalten. Im Vorhof stand der Brandopfertisch und ein kupfernes Becken, das mit Wasser zum Waschen der Priester gefüllt wurde.

Neutestamentlicher Bezug

Die Stiftshütte ist unter der Bezeichnung „Heiligtum“ mehrfach im Hebräerbrief im Neuen Testament angeführt. Gemäß Hebr 8,2  dient Jesus als der wahre Hohepriester im Himmel, welcher das wahre Heiligtum Gottes ist. Das von Menschen errichtete Heiligtum ist demnach nur der Abglanz der himmlischen Stiftshütte (Hebr 8,5 ).

Siehe auch

  • Tabernakel, der Aufbewahrungsort der konsekrierten Hostien in katholischen Kirchen

Einzelnachweise

  1. Pentateuch und Haftaroth mit Kommentar von Dr. Hertz, Verlag Morascha Zürich 1984, Band II, S. 296
2. Buch Mose

Das 2. Buch Mose, auf hebräisch שְׁמוֹת Schemot, deutsch ‚Namen‘, auf altgriechisch Ἔξοδος Éxodos, deutsch ‚Exodus‘ genannt, ist das zweite Buch der Tora und des jüdischen Tanach wie auch des christlichen Alten Testaments und damit das zweite Buch der beiden Fassungen des biblischen Kanons.

Allerheiligstes (HLT-Kirche)

In der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist das Allerheiligste ein Raum im Salt-Lake-Tempel. Dieser Raum wird benutzt vom Präsidenten der Kirche. Wenn der Raum vom Präsidenten der Kirche betreten wird, handelt der Präsident als Hohepriester der Kirche und als Hohepriester von Israel. Er macht dies nach HLT-Verständnis des 2. Buches Mose. Dieses Allerheiligstes ist nach Verständnis der HLT-Kirche eine neuzeitliche Entsprechung des Mischkan des Jerusalemer Tempel. Dieser Raum wurde auch benutzt, um die Verordnung der Zweiten Bestimmung zu verabreichen. Jedoch wird heutzutage jeder geweihte Raum in einem Tempel, dafür benutzt.

Allerheiligstes (Judentum)

Das Allerheiligste bezeichnet im Judentum den Raum, in dem die Bundeslade aufbewahrt wurde. Es gab ein Allerheiligstes im Mischkan und im Jerusalemer Tempel.

Es wurde nur einmal im Jahr zum Jom Kippur vom Hohepriester betreten. Im Allerheiligsten stand die Bundeslade, die mit einem Deckel versehen war, an dessen Enden sich zwei Cherubim befanden.

Antje Yael Deusel

Antje Yael Deusel (geboren im Jahr 1960 in Nürnberg als Antje Katharina Deusel) ist eine deutsche Rabbinerin und Ärztin. Sie ist seit dem Holocaust die erste deutschstämmige Jüdin, die auch in Deutschland zur Rabbinerin ausgebildet wurde.

Cameri-Theater

Das Cameri-Theater (הַתֵּיאַטְרוֹן הַקּאמֶרִי ha-Tej'aṭrōn ha-Qāmerī) ist eine Bühne in Tel Aviv, Israel. Offiziell wurde es 1945 gegründet, doch einige Produktionen des Theaterensembles waren schon früher produziert worden. Es ist eines der wichtigsten Theater des Landes. Das Haus soll ein „Theater mit sozialer Verantwortung“ sein. Jährlich gibt es neun bis zehn Premieren, und über eine Million Menschen besuchen die Aufführungen jährlich. Ebenso hat es viele Gastspiele im Ausland.

Im Mai 2011 jedoch sagte das Cameri-Theater ein geplantes Gastspiel in Antalya in der Türkei ab wegen der angekündigten Proteste propalästinensischer Gruppierungen gegen den Auftritt.

Das Theater stellt viele Stücke von weltbekannten Autoren wie William Shakespeare, Bertolt Brecht und Henrik Ibsen sowie von israelischen Schriftstellern wie Hanoch Levin dar.

Zu den Schauspielern des Theaterensembles zählen unter anderem Yossi Yadin, Hanna Maron und Orna Porat. Heute liegt das Theaterhaus am Zentrum der darstellenden Kunst neben dem Tel-Aviv-Museum. Die Spielstätte des Cameri-Theaters befindet sich im 1994 eröffneten ha-Mischkan le-Ommanūyyōt ha-Bamah (הַמִּשְׁכָּן לְאָמָּנֻיּוֹת הַבָּמָה Stätte für die Bühnenkünste)

Choschen

Als Choschen (hebräisch חֹשֶׁן ḥoshen) wird eine Brusttasche bezeichnet, die zum Ornat des jüdischen Hohenpriesters gehörte.

Esch tamid

Der Begriff Esch tamid (hebräisch אֵשׁ תָּמִיד, lit.: „ewiges Feuer“) bezeichnet ein Feuer, das gemäß der Tora (3 Mos 6,6 ) auf dem Altar des Mischkan beständig unterhalten werden musste. Dies war die Aufgabe der Kohanim, während der Jerusalemer Tempel bestand.

In der modernen Praxis jüdischen Lebens wird das Esch tamid durch tägliches Gebet und das Studium der Tora symbolisch am Leben erhalten.

Das Ewige Feuer ist nicht zu verwechseln mit dem Ner Tamid, einer Lampe, die zum Inventar einer Synagoge gehört.

Ewiges Licht

Das ewige Licht ist in der Synagoge und der katholischen Kirche ein immerwährendes Licht. Es dient als Symbol zur Erinnerung an die ständige Gegenwart Gottes.

Jerusalemer Tempel

Der Jerusalemer Tempel (hebräisch בֵּית־הַמִּקְדָּשׁ Bet HaMikdasch) befand sich auf dem Tempelberg in Jerusalem. Mit dem Begriff werden zwei Heiligtümer aus unterschiedlichen Zeiten bezeichnet, die beide heute nicht mehr vorhanden sind:

Erster Tempel oder Salomonischer Tempel: Hauptheiligtum des Königreichs Juda, zerstört bei der Eroberung Jerusalems 586 v. Chr. durch die Neubabylonier. Damit verlor die JHWH-Religion ihren Mittelpunkt. Große Teile der Bevölkerung wurden ins babylonische Exil deportiert.Zweiter Tempel oder Herodianischer Tempel: Hauptheiligtum der aus dem Exil zurückgekehrten Judäer, erbaut unter dem persischen Statthalter Serubbabel um 515 v. Chr., mehrfach umgebaut und unter Herodes dem Großen stark erweitert und neu konzipiert; bei der Eroberung Jerusalems durch römische Truppen im Jahr 70 n. Chr. geplündert, in Brand gesetzt und zerstört.Das Aussehen sowie die Einrichtung beider Tempel werden in antiken Schriftquellen beschrieben. Ihre Auslegung ist Thema der Bibelwissenschaft (Altes Testament) und der Judaistik.

Die Umfassungsmauern der herodianischen Tempelplattform (nicht das eigentliche Tempelgebäude) sind teilweise in den heutigen Umfassungsmauern erhalten. Ein Mauerabschnitt im Westen ist als Klagemauer bekannt und gilt heute als wichtigste heilige Stätte des Judentums. Diese Mauer hatte, während der Tempel bestand, noch keine besondere religiöse Relevanz.Auf dem Tempelberg selbst stehen heute der Felsendom und die al-Aqsa-Moschee, die nach den heiligen Stätten in Mekka und Medina ausgerichtet sind, den bedeutendsten Heiligtümern für Muslime.

Ma Towu

Ma Towu (hebräisch מַה טֹּבוּ [אֹהָלֶיך]ָ; „Oh wie schön sind [deine Zelte]“) ist ein jüdisches Gebet, das die Verehrung und Ehrfurcht für Synagogen und andere Kultstätten zum Ausdruck bringt.

Menora

Die Menora (hebräisch מְנוֹרָה [mənoːˈɾaː]: Leuchter, Lampe), auch bekannt als Siebenarmiger Leuchter, ist eines der wichtigsten religiösen Symbole des Judentums. Literarische und archäologische Quellen stehen für die Rekonstruktion des seit der Antike verschollenen bzw. zerstörten Objekts zur Verfügung.

Rauchopfer

Ein Rauchopfer ist eine Form des Opfers mit einer langsamen Verbrennung wohlriechender Stoffe zu Kultus­zwecken, ein Gebrauch, der bis zu den Anfangsstufen der Kultur zurückreicht.

Im Altertum scheinen es namentlich die semitischen Völker gewesen zu sein, welche das Rauchopfer mit großem Gepränge verrichteten. Zum Fest des Bel zu Babylon verbrannten die Chaldäer nach Herodot jährlich Weihrauch im Wert von 1000 Talenten Silber, und Plutarch erzählt von dem dreimaligen Weihrauchopfer, welches die Ägypter morgens, mittags und abends der Sonne darbrachten.

Bei den Hebräern gelangte das Rauchopfer zum höchsten Ansehen; wir finden in der Bibel die genauesten Vorschriften über Zusammensetzung und Zeremoniell desselben. Jeder Priester führte seine eigne Rauchpfanne, und vor dem Vorhang des Zeltes (Mischkan) stand der große, mit Gold überzogene Rauchaltar, auf dem morgens und abends Spezereien verbrannt wurden.

Die Griechen erlernten den Gebrauch des Weihrauchs, wie Plinius der Ältere berichtet, erst nach dem Trojanischen Krieg; aber bald wurde der Verbrauch desselben zu einem verschwenderischen Luxus, und Alexander der Große sandte, als er das Nordende der Weihrauchstraße erobert hatte, erstmals wieder seit Kriegsbeginn, eine Schiffsladung Weihrauch nach Hause, damit wieder geopfert werden könne.

Bei den Römern artete die Weihrauchverschwendung noch weiter aus, wie denn beispielsweise Nero bei dem Begräbnis seiner Gemahlin Poppäa, nach Plinius, mehr Weihrauch geopfert haben soll, als Arabien in einem ganzen Jahr liefern konnte. Bei dem großen Verbrauch wurden die Hauptbestandteile des Rauchwerkes, die Gummiharze Weihrauch, Myrrhen und Balsam, zu drei kostbaren Handelsobjekten, die zum Teil mit Gold aufgewogen wurden. So musste man zu Plinius' Zeiten das Pfund Weihrauch mit sechs Golddenaren (etwa 6 Dukaten) bezahlen, wodurch auch die biblische Erzählung, dass die Könige aus dem Morgenland dem neugeborenen Messias als größte Kostbarkeiten Gold, Myrrhe und Weihrauch brachten, verständlicher wird.

Die Christen betrachteten anfangs das Rauchopfer als heidnisch; aber schon im Lauf des 4. Jahrhunderts drang mit andern heidnischen Gebräuchen auch das Rauchopfer in die christliche Liturgie ein, und man verbot nur noch, diesen Ritus auch nach römischer Sitte den kaiserlichen Bildsäulen zu spenden. Indessen lebte der Rauchaltar in alter Form nicht mehr auf, und an die Stelle der Rauchpfanne der Juden trat die Inzens. Mit Weihrauch geehrt werden die eucharistischen Gaben, alle Christussymbole – also Altar, Osterkerze, Kreuz, Evangeliar, Krippe, die Zelebranten und die Gemeinde, gegebenenfalls Reliquiare und Heiligenbildnisse.

Schaubrottisch

Der Tisch für die Schaubrote (hebräisch שֻׁלְחָן schulchan: Tisch) war ein jüdischer Ritualgegenstand. Er wird in der Tora beschrieben und gehörte zum Inventar des Jerusalemer Tempels.

Synagoge

Eine Synagoge (von altgriechisch συναγωγή synagōgē ‚Versammlung‘) ist ein Gebäude, das der Versammlung, dem gemeinsamen Gottesdienst und oft auch als Lehrhaus einer jüdischen Gemeinde dient. Sie ist die wichtigste Institution im Judentum und hat den gemeinschaftlichen Gottesdienst des Christentums und des Islams maßgeblich beeinflusst.In welchen Fällen in antiken Schriften συναγωγή (synagōgē) ein Gebäude zur Versammlung und zur Verrichtung religiöser Handlungen bezeichnet, und welcher Art diese waren, ist in der Forschung ebenso umstritten wie die Zeit der Entstehung der ersten Synagogen. Archäologische und schriftliche Zeugnisse machen die Existenz von Synagogengebäuden zur Zeit des Zweiten Tempels (etwa 500 Jahre vor unserer Zeitrechnung), sowohl im Land Israel wie auch in der Jüdischen Diaspora jedoch wahrscheinlich.

Synagoge der Rue de la Roquette

Die Synagoge der Rue de la Roquette, auch als Synagoge Don Isaac Abravanel bezeichnet, ist eine Synagoge des sefardischen Ritus und befindet sich in der Rue de la Roquette Nr. 84–86, im 11. Arrondissement von Paris. Sie wurde 1962 nach der Zuwanderung zahlreicher nordafrikanischer Juden aus den Maghreb-Staaten Marokko, Algerien und Tunesien gebaut.

Tabernakel

Der (auch das) Tabernakel (lateinisch tabernaculum „Hütte, Zelt“) ist in römisch-katholischen und alt-katholischen Kirchen die Bezeichnung für den Aufbewahrungsort der Reliqua sacramenti, der in der Eucharistiefeier konsekrierten Hostien, die nach katholischer Lehre Leib Christi sind und bleiben. Der Tabernakel ist in der Regel ein künstlerisch gestaltetes Sakramentshaus mit massiven Wänden und verschließbarer Tür; er ist ein Ort stiller Anbetung.

Tempel

Tempel (von lateinisch templum) ist die deutsche Bezeichnung von Gebäuden, die seit dem Neolithikum in vielen Religionen als Heiligtum dienten. Die ältesten Bauten, auf die die Bezeichnung direkt angewendet wird, sind die Tempel von Göbekli Tepe (ab ca. 9600 v. Chr.) und die maltesischen Tempel (ab 3800 v. Chr.).

Von der Grundbedeutung des Wortes ausgehend, ist lat. templum (in der etruskischen und römischen Religion) zunächst nichts anderes als ein vom Bereich des Profanen abgegrenzter Bezirk, in dem Auguren die Beobachtung und Deutung des Vogelfluges und anderer Zeichen ausübten. In der altgriechischen Religion war der Tempel der Aufbewahrungsort für das Götterbild, während die Gottesverehrung und das rituelle Opfer im Freien, am Altar, der sich ebenfalls innerhalb des Temenos genannten heiligen Bezirks befand, stattfanden.

Der Tempel ist auf vielfältige Weise in das Religionssystem eingebunden. Der visuelle Aspekt steht anfangs noch nicht im Vordergrund. Der Tempel ist der Ort, an dem rituelle Handlungen für oder durch die Gläubigen (eher durch die in ihrem Auftrag Handelnden) ausgeführt werden. In manchen Kulturen repräsentiert der Tempel den Kosmos schlechthin. Tempel werden oftmals als Aufenthaltsort der Götter aufgefasst. Stellt man sich den Berg als Sitz der Götter vor (Olymp), so ist unter Umständen auch der Tempel als Berg (Pyramide, Ziggurat) konzipiert. Es kommt schließlich zur Vorstellung eines häuslichen Lebens der Götter, das dem der Menschen entspricht, z. B. Tagesabläufe mit Weckung, Toilette, Speisung. Der sakrale Bezirk ist immer vom profanen Raum getrennt; der Tempel kann bestimmten Göttern vorbehalten oder in verschiedene Bereiche aufgeteilt sein.

In vielen Stadtkulturen ist der Tempel das zentrale Bauwerk und prägt die Siedlung. Neben der religiösen Bedeutung des Tempels ist, besonders in Hochkulturen, auch die wirtschaftliche nicht zu unterschätzen. Auch die Bildungseinrichtungen sind häufig an den Tempel gebunden.

Union progressiver Juden in Deutschland

Die Union progressiver Juden in Deutschland (UpJ) ist der Dachverband von mehrheitlich reformjüdischen Gemeinden und Organisationen in Deutschland. Sie ist seit dem 30. September 2015 eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Bielefeld. Ihr gehören 26 Gemeinden sowie drei Organisationen mit insgesamt 5.200 Mitgliedern an. Sie ist Mitglied der „Weltunion für progressives Judentum“, Vorsitzender ist Walter Homolka.

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