Margarita philosophica

Die Margarita philosophica ist eine allgemeine Enzyklopädie aus dem Jahr 1503. Gregor Reisch hat sie im Wesentlichen zwischen 1489 und 1496 in lateinischer Sprache verfasst; gedruckt wurde sie erstmals 1503 in Freiburg durch den aus Straßburg stammenden Drucker Johann Schott, einen Schüler von Gregor Reisch.

G. Reisch, Margarita philosophica Wellcome L0025814
Titel-Holzschnitt der ersten Ausgabe (1503)

Inhalt und Bedeutung

Das Werk enthält als Universitas literarum das gesamte menschliche Wissen des späten Mittelalters. In zwölf Büchern werden die Sieben freien Künste behandelt sowie anschließend Prinzipien und Entstehung der Naturdinge, Physiologie, Psychologie und Moralphilosophie. Der Buchtitel leitet sich her von margarita (wörtlich: Perle), worunter man im damaligen Sprachgebrauch ein Handbuch verstand; und weil die Philosophie zu dieser Zeit als Inbegriff der Wissenschaften galt, kann der Titel frei übersetzt werden mit Handbuch der (zeitgemäßen) Wissenschaften oder Enzyklopädie der Wissenschaften, was man in späteren Auflagen auch als „Enzyklopädie“ in den Buchtitel aufnahm. Das Werk wurde das am weitesten verbreitete Lehrbuch der Philosophie und des enzyklopädischen Wissens für das Studium der Artes liberales und sollte es auch für mehr als 100 Jahre bleiben. Die Margarita philosophica gilt als die älteste gedruckte Enzyklopädie.

Beispiele für Abbildungen

Die Margarita philosophica enthält auch Holzschnitt-Abbildungen. Diese sind sehr ungleichmäßig verteilt: während die ersten Bücher zu Sprachlehre, Logik und Rhetorik nur Tabellen und Schemata enthalten, gibt es in den Büchern zur Mathematik Beispielrechnungen (teils gesetzt, teils als Holzschnitt) und zahlreiche geometrische Skizzen, bei der Musik Notenbeispiele, bei den Büchern zu den Naturwissenschaften anatomische und naturkundliche Illustrationen und am Schluss des Werkes eine oder zwei Weltkarten.[1] Die genaue Anzahl und Zuordnung der Abbildungen unterscheidet sich zwischen den Auflagen etwas.[2]

Eine Besonderheit der Margarita philosophica sind die ganzseitigen Holzschnitte, welche die einzelnen Hauptteile („Bücher“) des Werkes eröffnen. Jeder dieser Holzschnitte fasst die Grundkonzepte der im folgenden Teil beschriebenen Wissenschaft allegorisch zusammen. Einige Beispiele:

Gregor Reisch - Margarita philosophica - 4th ed. Basel 1517 - p. VI - Typus grammaticae - 500ppi

Typus Grammaticae: die Grammatik

Gregor Reisch, Margarita Philosophica, Typus Logice

Typus logicae: die Logik

Gregor Reisch, Margarita Philosophica, Astronomia

Astronomia: die Astronomie

Die erste Abbildung, Typus gram(m)atic(a)e („Bild der Grammatik“) überschrieben, steht vor dem Beginn des eigentlichen Lehrtextes (Buch I). Tatsächlich bezieht sie sich nicht nur auf die Grammatik, sondern auf die gesamten Sieben Freien Künste. Die Darstellung gibt mit dem Topos des Turms ein Bild hierarchischen Lernens: Beginnend mit den Grundbegriffen der Sprache (Donatus), die noch unter Zuhilfenahme eines Rohrstocks vermittelt werden, geht der Aufstieg rhetorischen Bemühens über die freien Künste (Aristoteles, Cicero, Boëthius; Pythagoras, Euklid, Ptolemäus) bis endlich zur Metaphysik und der Theologie, repräsentiert durch Petrus Lombardus.

Die mittlere Abbildung trägt den (vollständigen) Titel Typus logic(a)e („Bild der Logik“) und steht vor dem 2. Buch, das De principiis logicae („Über die Grundsätze der Logik“) betitelt ist. In seiner Geschichte der Logik im Abendlande bemerkt C. Prantl (1870) zu dieser Darstellung:

„Ein Jäger geht auf die Jagd; sonus und vox sind sein Hüfthorn, aus welchem duae praemissae als zwei Rosen hervorgehen; der das Horn haltende Arm bedeutet argumenta; auf seiner Brust ist conclusio geschrieben; syllogismus ist sein Waidmesser, quaestio der Bogen in seiner rechten Hand; seine beiden Beine sind praedicabilia und praedicamenta; vor ihm her springen zwei Jagdhunde, ein schöner veritas und ein häßlicher falsitas; Gegenstand der Jagd ist ein Hase problema; die Beine des Jägers schreiten über die am Boden liegenden fallaciae hinweg; im Vordergrunde rechts wuchert das Kraut der Parva logicalia, ebendort im Mittelgrunde steht das Gestrüpp der Insolubilia und Obligatoria, hinter welchem sich die silva opinionum erhebt, repräsentiert durch vier Bäume (d. h. Occamistae, Scotistae, Thomistae, Albertistae).“[3]

Mit diesem Bild wird ironisch auf die beiden sich unversöhnlich gegenüberstehenden Hauptrichtungen der Logik – Nominalismus und Realismus – hingewiesen.

Die dritte Abbildung steht vor dem 7. Buch De principiis astronomiae („Über die Anfangsgründe der Astronomie“) und stellt die Astronomie dar: Im Vordergrund Ptolemäus mit einem Sextanten zur Beobachtung der Höhe von Gestirnen; hinter ihm die personifizierte Astronomia, die ihm mit ihrem rechten Zeigefinger Anweisungen gibt.

Die verschiedenen Ausgaben

Bei den zahlreichen Ausgaben und Auflagen der Margarita philosophica kann schlecht zwischen den vom Autor autorisierten und den nicht autorisierten (Raubdrucken, wie man sagen würde, was damals noch wenig galt) unterschieden werden. Die ältesten Ausgaben sind (laut Verzeichnis der deutschen Drucke des 16. Jahrhunderts, VD 16):

  • 1503 gedruckt in der Freiburger Offizin des aus Straßburg stammenden Druckers Johann Schott, eines Schülers von Gregor Reisch: 1. Ausgabe: Freiburg i. Br.: Johann Schott, ca. festum Margarethae (um 12. Juli) 1503; VD 16 R 1033 Expl. BSB Res. 4° Ph.U.114 (digitale Ausgabe vorhanden, kein Hebräisch-Lehrbuch oder Grammatik enthaltend);

Chronologisch die nächstfolgenden Ausgaben sind:

  • Straßburg: Johannes Grüninger, in vigilia Mathiae, (23. Februar) 1504; VD 16 R 1034 (digitale Ausgabe Regensburg Staatliche Bibliothek 4° Philos. 2770, darin Lagen f8v-28v Grammatica hebraea von Konrad Pellikan, jedoch ohne seinen Namen enthaltend);
  • 1504 ebenfalls in Freiburg gedruckt von Johann Schott; laut VD 16 eher: [Straßburg] : Johann Schott, 17 Kal. Apriles (16. März) 1504; VD 16 R 1035 (digitale Ausgabe Regensburg Staatliche Bibliothek 4° Philos. 3282, darin Hebraica institutio nicht enthalten); diese Ausgabe enthält erstmals auch Holzschnitte mit der Darstellung von Naturvorgängen, darunter die erste gedruckte Abbildung der Stadt Freiburg;
  • Basel (Margarita philosophica cum additionibus novis; Nachdruck: Whitefish, Montana ohne Jahr): Michael Furter und Johann Schott, 14 Kal. Martias (16. Februar) 1508; VD 16 R 1036: digit. Ausg. BSB Res 4° Ph. U. 118, darin Hebraica institutio nicht enthalten;
  • Straßburg: Johannes Grüninger, pridie Kal. Aprilis (31. März) 1508; VD 16 R 1037; darin die Institutio hebraica auf f. Gh1-8 und J1-6 [14 Blätter], zwischen den Lagen F und K.

1517 und 1519 wieder verlegt in Basel bei Michael Furter. Die Ausgabe von 1517 wird von Lutz Geldsetzer als „maßgebliche Ausgabe ‚letzter Hand‘“ bezeichnet.[4]

Danach erschienen noch postume Ausgaben in einer von Orontius Finaeus erweiterten Fassung, und zwar 1523 in Paris sowie 1532, 1535 und 1583 bei Heinrich Petri in Basel. Bemerkenswert ist, dass die Ausgabe von 1535 die erste war, die – entgegen dem bisherigen Brauch – eine durchgehende Seitenzählung aufwies.

Neben diesen rechtmäßigen Ausgaben, die bei Johann Schott und seinen Nachfolgern gedruckt wurden, gab es – z. T. sogar veränderte – Nachdrucke mit dem Titel „Margarita Philosophica Nova“ durch Johann Grüninger (1455–1533) in Strassburg von 1504, 1508, 1512 und 1515, die Gregor Reisch als nicht autorisiert bezeichnet hatte. Dieser Johann Grüninger hieß eigentlich Johannes Reinhard, nannte sich aber später Grüninger nach seinem Geburtsort, dem damaligen Grüningen und heutigen Markgröningen.

Schließlich erschienen: 1549 ein Auszug bei Gulielmus Morelius in Paris sowie 1594, 1599 und 1600 Ausgaben in italienischer Übersetzung bei Jacomo Antonio Somascho in Venedig.

Seit 2012 arbeitete Otto Schönberger zusammen mit seiner Frau Eva an einer kompletten deutschen Übersetzung der 4. Auflage des Werkes von 1517. Sie erschien im Jahr 2016 bei Königshausen & Neumann in Würzburg.

Einzelnachweise

  1. Vgl. Lutz Geldsetzer: „Einleitung“, in: Margarita Philosophica (siehe Literaturverzeichnis), S. X.
  2. Vgl. Lutz Geldsetzer: „Einleitung“, in: Margarita Philosophica (siehe Literaturverzeichnis), S. IX f.
  3. Carl Prantl: Geschichte der Logik im Abendlande, Band 4, Leipzig 1870, S. 294f., Fußnote 744.
  4. Lutz Geldsetzer: „Einleitung“, in: Margarita philosophica (siehe Literaturverzeichnis), S. IX.

Literatur

  • Heinrich Ritter von Srbik: Die margarita philosophica des Gregor Reisch († 1525). Ein Beitrag zur Geschichte der Naturwissenschaft in Deutschland. In: Denkschrift der Akademie der Wissenschaften in Wien, mathematisch-naturwissenschaftliche Klasse. Band 104, 1941, S. 83–205.
  • Robert Collison: Encyclopaedias. Their history throughout the ages. A bibliographical guide with extensive historical notes to the general encyclopaedias issued throughout the world from 350 B.C. to the present day. Harper Books, New York, London 1966.
  • Udo Becker (Hrsg.): Die erste Enzyklopädie aus Freiburg um 1495. Die Bilder der „Margarita Philosophica“ des Gregorius Reisch. Prior der Kartause. Herder, Freiburg/B. 1970, S. 12 f. und 48 f.
  • Lutz Geldsetzer (Hrsg.): Margarita philosophica. Sternverlag, Düsseldorf 1973 (Nachdr. der Ausg. Basel 1517). Mit „Vorwort zur Neuausgabe“ (S. I–V) und „Einleitung“ (S. VI–XIII) des Herausgebers.
  • Lucia Andreini (Hrsg.): Gregorius Reisch: Margarita philosophica nova. (Analecta Cartusiana; Bd. 179). Institut für Anglistik und Amerikanistik der Universität Salzburg, Salzburg 2002, ISBN 3-901995-68-4 (Nachdruck der Grüninger-Ausgabe von 1508, 3 Bde.).
  1. Introduzione. 2002, ISBN 3-901995-71-4.
  2. Testo. Teil I. 2002, 271 S., ISBN 3-901995-68-4.
  3. Testo. Teil II. 2002, S. 272–643, ISBN 3-901995-69-2.
  • Frank Büttner: Die Illustrationen der „Margarita Philosophica“ des Gregor Reisch. In: Frank Büttner, Markus Friedrich, Helmut Zedelmaier (Hrsg.): Sammeln – Ordnen – Veranschaulichen. Zur Wissenskompilatorik in der Frühen Neuzeit (Pluralisierung & Autorität; Bd. 2). LIT-Verlag, Münster 2003. S. 269–300, ISBN 3-8258-7164-9.
  • Gilbert Heß: Reisch, Gregor. In: Neue Deutsche Biographie 21. Duncker und Humblot, Berlin 2003, S. 384–386, ISBN 3-428-00290-3. [Onlinefassung]; URL: http://www.deutsche-biographie.de/pnd118744364.html.
  • Steffen Siegel: Architektur des Wissens. Die figurative Ordnung der „artes“ in Gregor Reischs „Margarita Philosophica“. In: Frank Büttner, Gabriele Wimböck (Hrsg.): Das Bild als Autorität. Die normierende Kraft des Bildes (Pluralisierung & Autorität; Bs. 4). LIT-Verlag, Münster 2004, S. 343–362. ISBN 978-3-8258-8425-3.
  • Otto und Eva Schönberger: Gregor Reisch, Margarita philosophica – Perle (Schatz) der Philosophie. Übersetzung der 4. Auflage Basel 1517. Königshausen & Neumann, Würzburg 2016, ISBN 978-3-8260-5943-8
  • Hans Georg Wehrens: Gregor Reisch, seine „Margarita philosophica“ und Freiburg im Breisgau. In: Zeitschrift des Breisgau-Geschichtsvereins „Schau-ins-Land“, Bd. 123 (2004), S. 37–57, ISSN 1434-2766.
  • Lucien Braun: Bilder der Philosophie. („Iconographie et Philosophie“, 1994/96, 2 Bde.). Wissenschaftliche Buchgemeinschaft, Darmstadt 2009, S. 104–108, ISBN 978-3-534-21505-8 (die deutsche Übersetzung wurde gegenüber dem französischen Original etwas gekürzt).

Weblinks

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg wurde am 21. September 1457 von Albrecht VI. gegründet und ist eine der ältesten Universitäten Deutschlands. Sie bietet das Fächerspektrum einer Volluniversität an.

Die Universität besitzt eine lange Tradition und genießt national wie international eine hohe akademische Reputation. Unter den Lehrenden befanden sich u. a. 10 Nobel- und 13 Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preisträger.

Buchstabentafel

Buchstabentafeln oder ABC-Täfelchen, auf denen ein Alphabet stand, waren eine vom 15. bis ins 19. Jahrhundert in diversen Varianten verbreitete Lernhilfe für Kinder. Mit den Buchstabentafeln wurden Kindern zum ersten Mal Texte zur eigenen Verwendung überlassen.

Carmenta

Carmenta (auch Carmentis) war bei den Römern die Göttin der Geburt und – nach bereits römischer Verbindung ihres Namens mit dem Wort carmen („Orakelspruch“) – der Weissagung. Sie gehörte zu den ältesten römischen Gottheiten und besaß mit dem flamen Carmentalis einen Einzelpriester. Zusätzlich gab es mit den Carmentarii Priester, die für die Aufzeichnung ihrer Orakel zuständig waren.

Die römischen Frauen feierten ihr zu Ehren am 11. und 15. Januar das Fest der Carmentalia. In der Nähe der nach ihr benannten porta Carmentalis befanden sich zwei Altäre, an denen ihr geopfert wurde. Der jüngere dieser Altäre wurde gestiftet, nachdem den Matronen seitens des Senats die Benutzung von Wagen (carpenta) verboten worden war. Sie reagierten mit Entzug des ehelichen Geschlechtsverkehrs, bis das Verbot wieder aufgehoben wurde. In der Folge kam es zu einem reichen Kindersegen, für den die Frauen zu Ehren der Carmenta einen Altar errichteten.Der spätere Mythos machte sie zur Mutter des Euandros und sie wurde mit dessen anderen Müttern gleichgesetzt, mit Themis und Tyburs, der Stadtgöttin von Tibur, vor allem aber mit Nicostrata (altgriechisch Νικοστράτη Nikostrátē). Nur Plutarch sah sie als Gattin des Euandros. Als dessen Mutter wurde Carmenta in die Legendenbildung um die Gründung Roms aufgenommen. Sie soll mit Euandros den Palatin erstiegen haben. Dabei kam ihr die Vision der späteren Stadt Rom. Als sie ein Alter von 110 Jahren erreicht hatte, soll ihr Sohn sie getötet haben. Unterhalb des Kapitols errichtete er ihr den ersten Altar.In der römischen Überlieferung wurde Carmenta die Einführung des ursprünglich 15-buchstabigen lateinischen Alphabets zugeschrieben, das sie aus dem griechischen entwickelt habe. Erstmals findet sich diese Angabe im zweiten Jahrhundert bei Hyginus. Über Isidor von Sevilla wurde dieses Thema im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bildungskanon variiert und auf die Artes liberales fortgeführt. Giovanni Boccaccio übernahm diesen Mythos in seiner Zusammenstellung weiblicher Biographien De mulieribus claris, die sich nach ihrem Erstdruck bei Johann Zainer in Ulm um 1474 auch nördlich der Alpen großer Beliebtheit erfreute. Die umfassendste Deutung nahm Gregor Reisch in Holzschnitt seiner 1503 bei Johann Schott (1477–1548) in Freiburg im Breisgau erschienenen Margarita philosophica vor. Nicostrata erschliesst einem Knaben durch Erlernen des Alphabets mittels der Buchstabentafel den Turm der Wissenschaft. Der Schlüssel (Symbol der Congruitas) erschliesst die Lateinschule in den beiden untersten Stockwerken. Hier bringen Donatus und Priscianus Wortschatz und Grammatik bei. In den darüberliegenden Stockwerken folgen die Wissenschaften über denen die Theologie oder Metaphysik krönend steht.

Geschichte und Entwicklung der Enzyklopädie

Dieser Artikel behandelt vornehmlich die Geschichte der Enzyklopädie in Europa und Amerika. Die Entwicklung von Enzyklopädien in anderen Kulturkreisen wird separat dargestellt: Enzyklopädien aus dem chinesischen Kulturkreis, Enzyklopädien aus dem islamischen Kulturkreis.

Gregor Reisch

Gregor Reisch (* ca. 1470 in Balingen (Württemberg); † 9. Mai 1525 in Freiburg im Breisgau) war Philosoph und Kartäuser. Er ist ein Vertreter der philosophischen Schule der spätscholastischen Realisten.

Heinrich Srbik

Heinrich Ritter von Srbik, seit 1919 Heinrich Srbik (* 10. November 1878 in Wien; † 16. Februar 1951 in Ehrwald, Tirol), war ein österreichischer Historiker.

Johann Thomas Freigius

Johann Thomas Freigius, auch Frey oder Frigius, (* 1543 in Freiburg i. Br.; † 16. Januar 1583 in Basel) war ein deutscher Philosoph der Spätscholastik, die sich zunehmend an Aristoteles orientierte und in Konflikte mit der Autorität der Kirche geriet. Freigius lehrte und schrieb über mehrere Disziplinen. Er prägte das Wort psychologia.

Konrad Pellikan

Konrad Pellikan, humanistisch latinisierter Name von Konrad Kürschner, auch Konrad Pelikan, Konrad Kürsner, Conrad Pellikan(us), Conrad Kürsner, Conrad(us) Pellican(us), Konrad Pellican, (* 9. Januar 1478 in Rufach, Elsass; † 5. April 1556 in Zürich) war ein Schweizer Gelehrter, Franziskaner und Humanist; seit 1525 reformierter Theologe und Reformator in Zürich und Pionier des Bibliothekswesens.

Logik

Mit Logik (von altgriechisch λογικὴ τέχνη logikè téchnē ‚denkende Kunst‘, ‚Vorgehensweise‘) oder auch Folgerichtigkeit wird im Allgemeinen das vernünftige Schlussfolgern und im Besonderen dessen Lehre – die Schlussfolgerungslehre oder auch Denklehre – bezeichnet. In der Logik wird die Struktur von Argumenten im Hinblick auf ihre Gültigkeit untersucht, unabhängig vom Inhalt der Aussagen. Bereits in diesem Sinne spricht man auch von „formaler“ Logik. Traditionell ist die Logik ein Teil der Philosophie. Ursprünglich hat sich die traditionelle Logik in Nachbarschaft zur Rhetorik entwickelt. Seit dem 20. Jahrhundert versteht man unter Logik überwiegend symbolische Logik, die auch als grundlegende Strukturwissenschaft, z. B. innerhalb der Mathematik und der theoretischen Informatik, behandelt wird.

Die moderne symbolische Logik verwendet statt der natürlichen Sprache eine künstliche Sprache (ein Satz wie Der Apfel ist rot wird z. B. in der Prädikatenlogik als formalisiert, wobei für Der Apfel und für ist rot steht) und verwendet streng definierte Schlussregeln. Ein einfaches Beispiel für so ein formales System ist die Aussagenlogik (dabei werden sogenannte atomare Aussagen durch Buchstaben ersetzt). Die symbolische Logik nennt man auch mathematische Logik oder formale Logik im engeren Sinn.

Margarita (Begriffsklärung)

Margarita (Lateinisch für: Perle) steht für:

Margarita, ein Cocktail

(310) Margarita, Asteroid Nummer 310

Margarita Philosophica, eine allgemeine Enzyklopädie aus dem Jahr 1503

St. Pankratius und Margarita, katholische Pfarrkirche in HeckenbachMargarita steht in der Biologie für:

Agave margaritae, eine Pflanzenart aus der Gattung der Agaven

Axia margarita, ein Nachtfalter aus der Familie der Goldmotten (Cimeliidae)

Dasyatis margarita, eine Stechrochenart (Dasyatidae)

Margarita-Kängururatte (Dipodomys margaritae), eine Kängururattenart

Felis margarita, Sandkatze oder auch Wüstenkatze

Fortunella margarita, Ovale Kumquat

Somatochlora margarita, eine Libellenart aus der Familie der Falkenlibellen (Corduliidae)Margarita steht in der Geografie für:

Arroyo Margarita, ein Fluss in Uruguay

Bistum Margarita, eine venezolanische römisch-katholische Diözese mit Sitz in La Asunción auf der Isla Margarita

Isla Margarita, eine venezolanische Insel

Margarita Belén, eine argentinische Stadt im Departamento Primero de Mayo in der Provinz Chaco

Margarita (Piemont), eine italienische Stadt in Cuneo, Region Piemont

Puerto Margarita, eine kolumbianische Ortschaft im Departamento TarijaMargarita als Vornamen tragen:

siehe auch Margarete

Margarita Iossifowna Aliger (1915–1992), russisch-sowjetische Lyrikerin

Margarita Armengol (* 1960), spanische Schwimmerin

Margarita Breitkreiz (* 1980), deutsche Schauspielerin

Margarita Broich (* 1960), deutsche Film- und Theaterschauspielerin und Fotografin

Chantal Margarita Brunner (* 1970), neuseeländische Leichtathletin

Margarita Abella Caprile (1901–1960), argentinische Schriftstellerin

Chiara Margarita Cozzolani (1602–1676/78), italienische Sängerin und Komponistin

Margarita De Arellano (* 1988), US-amerikanische Opernsängerin

Margarita de Borbón (* 1939), jüngste Schwester des spanischen Königs Juan Carlos I.

Margarita María López de Maturana (1884–1934), katholische Ordensschwester, 2006 seliggesprochen

Margarita Miriam Díaz Aroca (* 1962), spanische Schauspielerin und Fernsehansagerin

Margarita Dimov, usbekische Violinistin und Violinpädagogin

Margarita Doulowa (* 1972), kasachische Biathletin

Margarita Drobiazko (* 1971), litauische Eiskunstläuferin

Margarita Mimi Baez Fariña (1945–2001), US-amerikanische Sängerin, Liedermacherin und Aktivistin

Margarita Wassiljewna Fofanowa (1883–1976), russische Bolschewikin

Margarita Michailowna Fomina (* 1988), russische Curlerin

Margarita Fullana (* 1972), spanische Radsportlerin

Margarita Luna García (* 1921), dominikanische Pianistin und Komponistin

Margarita Gidion (* 1994), deutsche Fußballspielerin

Margarita Gonzaga (1591–1632), italienische Adlige aus dem Haus Gonzaga

Margarita Gritskova (* 1987), russische Opern- und Liedsängerin

Margarita Grun (* 1954), uruguayische Leichtathletin

Rita Hayworth (Margarita Carmen Cansino) (1918–1987), US-amerikanische Schauspielerin und Tänzerin

Marharyta Krynyzyna (Margarita Krinizyna) (1932–2005), sowjetisch-ukrainische Schauspielerin

Margarita Lecuona (1910–1981), kubanische Sängerin und Komponistin

Margarita Levieva (* 1980), US-amerikanische Schauspielerin

Margarita Lilowa (1935–2012), bulgarisch-österreichische Opernsängerin

Marga López (Catalina Margarita López Ramos) (1924–2005), mexikanische Schauspielerin

Margarita Marbler (* 1975), österreichische Freestyle-Skiläuferin

Margarita Mathiopoulos (* 1956), deutsche Unternehmerin, Historikerin und Politikwissenschaftlerin

Margarita Mayer (* 1949), deutsche Professorin für Politikwissenschaft

Margarita Melikowna Gasparjan (* 1994), russische Tennisspielerin

Margarita Alexandrowna Miglau (1926–2013), sowjetische Opernsängerin

Margarita Mikelsone (* 1982), lettische Badmintonspielerin

(Margarita) Rita Öhquist (1884–1968), deutsche Übersetzerin

Margarita Pellegrin (1940–2016), deutsche Malerin und Grafikerin

Margarita Percovich (* 1941), uruguayische Politikerin

Margarita Anatoljewna Ponomarjowa (* 1963), russische Hürdenläuferin

Margarita Popowa (* 1956), bulgarische Juristin und Politikerin

Margarita Borissowna Rudenko (1926–1976), russische Philologin

Sonia Margarita Silvestre Ortíz (1952–2014), dominikanische Sängerin

Margarita Simonowna Simonjan (* 1980), russische Fernsehjournalistin

Margarita Stāraste (1914–2014), sowjetische bzw. lettische Kinderbuchautorin und Illustratorin

Margarita Starkevičiūtė (* 1956), litauische Politikerin

(Matilde Sofia Margarita) Tilda Thamar (1921–1989), argentinische Schauspielerin

Margarita Tapia (* 1976), mexikanische Langstreckenläuferin

Margarita Borissowna Terechowa (* 1942), russische Schauspielerin

Charlotte Thiele (Carlotta Teresa Margarita Thiele) (1918–2004), deutsche Schauspielerin

Margarita Tupitsyn (* 1955), russische Kunsthistorikerin

Nydia Margarita Velázquez (* 1953), US-amerikanische Hochschullehrerin und Politikerin

Sofía Margarita Vergara (* 1972), kolumbianische Schauspielerin und Model

(Margarita) Rita Volk (* 1990), US-amerikanische Schauspielerin

Margareta von Antiochia († um 305), Märtyrin an der Wende vom 3. zum 4. Jahrhundert

Margarita von Griechenland (1905–1981), älteste Tochter des Prinzen Andreas von Griechenland und Dänemark

Margarita von Rumänien (* 1949), älteste Tochter von Michael I. von Rumänien, dem letzten rumänischen König

Margherita Wallmann (1904–1992), deutsche Tänzerin, Choreographin, Bühnenbildnerin und Opernregisseurin

Rita Wilson (Margarita Ibrahimova) (* 1956), US-amerikanische Schauspielerin und Filmproduzentin

Margarita Woloschin (1882–1973), russische Malerin und Schriftstellerin

Margarita Xhepa (* 1932), albanische Schauspielerin

Margarita Xirgu (1888–1969), katalanische Schauspielerin

Margarita Žernosekova (* 1988), estnische FußballspielerinUnter den Margaritas verstand man eine carlistische Frauenorganisation, siehe Carlismus.

Siehe auch:

Santa Margarita

Margarita de Austria

Margarida

Margaritis

Margherita

Mathematik

Die Mathematik (bundesdeutsches Hochdeutsch : [matemaˈtiːk], [matemaˈtik]; österreichisches Hochdeutsch: [mateˈmaːtik]; altgriechisch μαθηματική τέχνη mathēmatikē téchnē ‚die Kunst des Lernens‘, ‚zum Lernen gehörig‘) ist eine Wissenschaft, welche aus der Untersuchung von geometrischen Figuren und dem Rechnen mit Zahlen entstand. Für Mathematik gibt es keine allgemein anerkannte Definition; heute wird sie üblicherweise als eine Wissenschaft beschrieben, die durch logische Definitionen selbstgeschaffene abstrakte Strukturen mittels der Logik auf ihre Eigenschaften und Muster untersucht.

Michael Furter

Michael Furter (* im 15. Jahrhundert in Augsburg; † 1517 in Basel) war ein Buchdrucker der Inkunabelzeit in Basel.

Otto Schönberger

Otto Schönberger (* 22. Februar 1926 in Dillingen an der Donau) ist ein deutscher Altphilologe und Fachdidaktiker.

Schönberger studierte von 1946 bis 1950 an der Universität Würzburg Klassische Philologie und Germanistik bis zur Promotion 1951 über Die Klagen über den Verfall der römischen Beredsamkeit im ersten Jahrhundert nach Christus. Ein Beitrag zum Problem der Dekadenz. Während seiner Studienzeit wohnte er in Veitshöchheim und pendelte täglich mit dem Zug nach Würzburg. Er war von 1960 bis 1976 Lehrer am Wirsberg-Gymnasium und von 1976 bis 1984 Leiter des Siebold-Gymnasiums in Würzburg. Von ihm stammen kommentierte Klassikertexte, die vor allem im Reclam-Verlag verlegt wurden, sowie eine Lateinische Phraseologie, ein Übungsbuch des lateinischen Stils und ein Übungsbuch der griechischen Sprache. Die Lateinische Synonymik von Hermann Menge hat Schönberger von der fünften Auflage an bearbeitet. Zusammen mit seiner Frau Eva übersetzte er die Margarita Philosophica des Gregor Reisch von 1517.

Als Fachdidaktiker hat er in den 1970er Jahren in Auseinandersetzung mit Saul B. Robinsohn maßgeblich die Umstellung des altsprachlichen Unterrichts auf die neue Lernzielmatrix beeinflusst und mit die Grundlagen für modernen Unterricht gelegt.

Schönberger schrieb auch 1981 Die Leihkatze oder wie man Katzen lieben lernt sowie autobiographische Schriften.

Otto Schönberger lebt in Gerbrunn bei Würzburg.

Rechenmeister

Rechenmeister bezeichnet einen zunächst mittelalterlichen Beruf, der in der Frühen Neuzeit besondere Bedeutung erlangte. Die Rechenmeister unterrichteten Rechnen und Elementarmathematik auf Deutsch oder der jeweiligen Volkssprache. Sie kamen damit dem wachsenden Bedarf nach, der durch den rasch zunehmenden Handel entstand. Im lateinischen, kirchlichen Schulwesen spielte Mathematik keine wesentliche Rolle.

Die Rechenmeister schufen zu Beginn des 16. Jahrhunderts sogenannte Rechenbücher, die meist zum Unterricht an ihren privaten Rechenschulen dienten. Daneben verfassten auch mathematische Schriftsteller und Stadtschreiber vornehmlich zum Selbststudium geeignete Werke. Rechenbücher gehörten zu den ersten lehrhaften und volkssprachlichen Schriften, die gedruckt wurden.

Robert von Srbik

Robert von Srbik (* 10. November 1878 in Wien; † 26. Oktober 1948 in Innsbruck) war ein österreichischer Offizier und Glaziologe.

Robert von Srbik, Zwillingsbruder des Historikers Heinrich von Srbik, besuchte das Theresianum in Wien und ab 1900 die Theresianische Militärakademie in Wiener Neustadt. Als Leutnant der Landwehr diente er bis 1903 beim Feldjägerbataillon 21 in Tulln. Von 1903 bis 1905 besuchte er den Generalstabskurs, anschließend war er Generalstabsoffizier der 6. Gebirgsbrigade. Von 1910 bis 1912 war er Lehrer an der Infanterie-Kadettenschule in Innsbruck, ab 1910 studierte er an der Universität Innsbruck Geschichte und Deutsche Philologie und promovierte 1914. Während des Ersten Weltkrieges diente er 1914/15 in der Generalstabsabteilung des 14. Korps in Galizien und Russland, nach Verwundung war er 1915/16 in der Generalstabsabteilung in Tirol in Verwendung. 1916/17 war er Divisionsgeneralstabschef der Gruppe Etschtal.

Nach Kriegsende trat er als Oberst des Generalstabes in den Ruhestand und nahm ein Studium der Geologie auf. Er befasste sich hauptsächlich mit der Erforschung von Höhlen, der Bergbaugeschichte und der Glaziologie. Im Jahr 1929 veröffentlichte er in Wien seine Darstellung Überblick des Bergbaus von Tirol und Vorarlberg erschienen im Band 21 Berichte des medizinisch-naturwissenschaftlichen Vereins. Es folgen Werke aus dem Jahr 1930 über die Lienzer Dolomiten, aus dem Jahr 1936 über den Karnischen Kamm sowie aus dem Jahr 1941 über die Kärntner Karawanken und Die Margarita philosophica von Gregor Reisch († 1525).

Scholastik

Scholastik (von altgriech. σχολαστικός scholastikós „müßig“, „seine Muße den Wissenschaften widmend“ (hauptwörtlich gebraucht auch „Student“, „Stubengelehrter“, „Pedant“, ‚Scholast‘); latinisiert scholasticus „schulisch“, „zum Studium gehörig“) ist die Denkweise und Methode der Beweisführung, die in der lateinischsprachigen Gelehrtenwelt des Mittelalters entwickelt wurde.

Bei dieser Methode handelt es sich um ein von den logischen Schriften des Aristoteles ausgehendes Verfahren zur Klärung von Fragen mittels theoretischer Erwägungen, ausgehend von Prämissen („Voraussetzung, Annahme“). Dabei wird eine Behauptung untersucht, beispielsweise die Erde ist eine Scheibe, indem zuerst die für und die gegen sie sprechenden Argumente nacheinander dargelegt werden und dann eine Entscheidung über ihre Richtigkeit getroffen und begründet wird. Behauptungen werden widerlegt, indem sie entweder als unlogisch oder als Ergebnis einer begrifflichen Unklarheit erwiesen werden oder indem gezeigt wird, dass sie mit evidenten oder bereits bewiesenen Tatsachen unvereinbar sind.

Der heute bekannteste Teil der scholastischen Literatur handelt von theologischen Fragen. Die Scholastik war jedoch keineswegs auf theologische Themen und Ziele begrenzt, sondern umfasste die Gesamtheit des Wissensbetriebs. Die scholastische Methode war die in der Epoche bekannteste und verbreitetste Beweisführungsstrategie.

Außerdem dient der Begriff „Scholastik“ zur Bezeichnung der Epoche der Philosophie- und Theologiegeschichte, in der die scholastische Methode vorherrschte und das höhere Bildungswesen prägte. Die chronologische Abgrenzung der Epoche und ihrer drei Phasen (Früh-, Hoch- und Spätscholastik) ist allerdings unscharf und daher problematisch. Vor allem hinsichtlich des Beginns der Scholastik gehen die Ansätze auseinander; in der Forschung spricht man von „Vorscholastik“ als einer die Frühscholastik vorbereitenden Phase im Frühmittelalter, die aber nicht im eigentlichen Sinn zur scholastischen Epoche gezählt werden kann.

Sebastian Münster

Sebastian Münster (* 20. Januar 1488 in Nieder-Ingelheim; † 26. Mai 1552 in Basel) war ein Kosmograph, Humanist und Hebraist.

Sieben freie Künste

Die sieben freien Künste (lateinisch septem artes liberales, seltener auch studia liberalia) sind ein in der Antike entstandener Kanon von sieben Studienfächern. Aus den freien Künsten bestand traditionell die einem freien Mann ziemende Bildung, ihre Siebenzahl ist aber erst in der Spätantike bezeugt. Im mittelalterlichen Lehrwesen galten sie als Vorbereitung auf die Fakultäten Theologie, Jurisprudenz und Medizin.

In anderen Sprachen

This page is based on a Wikipedia article written by authors (here).
Text is available under the CC BY-SA 3.0 license; additional terms may apply.
Images, videos and audio are available under their respective licenses.