London Bullion Market

Der London Bullion Market (englisch bullion: ungemünztes Edelmetall) ist der wichtigste außerbörsliche Handelsplatz für Gold und Silber sowie einer der global bedeutenden Rohstoffhandelsplätze in der City of London. Hier wird seit 1919 der Weltmarktpreis für Gold und seit 1897 der Weltmarktpreis für Silber festgestellt. Den Handel koordiniert die London Bullion Market Association (LBMA).

London Bullion Market Association
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Rechtsform Trade association
Gründung 14. Dezember 1987[1]
Sitz City of London, Vereinigtes Königreich
Leitung Grant Angwin (Chairman)[2]
Branche Außerbörsliche Handelsplätze
Website www.lbma.org.uk

Geschichte

Nathan Rothschild
Nathan Rothschild (1777–1836) wurde durch den Goldhandel zum einflussreichsten Finanzier der britischen Regierung

Die City of London wurde erstmals zum weltweiten Zentrum des Goldhandels, als Moses Mocatta 1671 von Amsterdam nach London segelte, um mit Gold und Diamanten zu handeln. Seine Bank Mocatta & Goldsmid nahm 1684 ihre Geschäftstätigkeit auf, zehn Jahre vor der Gründung der Bank of England.

1717 legte der englische Münzmeister Sir Isaac Newton in London einen zu hohen Goldpreis für Silber fest und somit den „Grundstein“ des Goldstandards, der für rund 200 Jahre Bestand haben sollte. Die Konsequenz daraus war, dass in England Silber allmählich aus dem Zahlungsverkehr verschwand.

1809 begann N M Rothschild & Sons mit dem Handel von Goldbarren und Goldmünzen. In den Napoleonischen Kriegen schmuggelte die Bank Goldmünzen über den Ärmelkanal, um den Vormarsch der britischen Truppen in Frankreich zu finanzieren. Nathan Mayer Rothschild erwirtschaftete im Krieg ein Vermögen und wurde zum einflussreichsten Finanzier der britischen Regierung.

Mit dem Londoner Silberfixing 1897 und dem Goldfixing 1919 entstand die Marktstruktur, wie sie bis heute existiert. Gründungsmitglieder des Gold- und Silberfixings waren N M Rothschild & Sons, Mocatta & Goldsmid, Samuel Montagu & Co., Pixley & Abell sowie Sharps & Wilkins. Am 12. September 1919 übernahm N M Rothschild & Sons den Vorsitz beim Goldfixing. Zu dieser Veranstaltung trafen sich die Händler einmal täglich im Bankhaus Rothschild, um Angebot und Nachfrage festzustellen. Wenn sich beides im Gleichgewicht befand, senkten die Teilnehmer ihre britischen Flaggen, und der Goldpreis des Tages konnte fixiert werden.

FSA, 25 The North Colonnade, London
Die Financial Services Authority reguliert seit 1987 den London Bullion Market

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges schloss der Londoner Goldmarkt am 3. September 1939, der Silbermarkt kam unter alleinige Kontrolle der Bank of England. 1946 erfolgte eine teilweise Wiederaufnahme des Silberhandels und 1953 wurde der Silbermarkt vollständig geöffnet. Am 22. März 1954 fand nach 15 Jahren wieder ein Goldfixing statt.

Als die britische Regierung im November 1967 eine Abwertung des Pfund Sterling beschloss, damals die wichtigste Reservewährung nach dem US-Dollar, setzte am London Bullion Market ein Ansturm auf Gold ein. Am 17. März 1968 wurde daraufhin ein Abkommen über die Zweiteilung des Goldmarktes unterzeichnet. Der eine Preis konnte sich weiterhin frei dem Markt anpassen, der andere war fix. Nach zweiwöchiger Schließung erfolgte am 1. April 1968 die Wiedereröffnung des London Bullion Market. Seit diesem Zeitpunkt gibt es ein weiteres tägliches Treffen, um den Goldpreis zur Öffnungszeit der US-Börsen erneut festzulegen.

Am 14. Dezember 1987 wurde die London Bullion Market Association (LBMA) in enger Absprache mit der Bank of England gegründet, die damals die Regulierungsbehörde für den Edelmetall-Markt war. Die primäre Regulierungsbehörde in Großbritannien ist seitdem die Financial Services Authority (FSA).

Seit 1999 wird der Silberpreis und seit 2004 auch der Goldpreis telefonisch festgelegt.

Im April 2004 zog sich N M Rothschild & Sons nach 200 Jahren vom gesamten Rohstoffhandel und damit auch vom Goldhandel in London zurück. Als Grund wurden gesunkene Erträge im Warenterminhandel genannt: 1999 hatte der Rohstoffhandel 8,8 Prozent zum Ertrag des gesamten Londoner Bereichs der Bank beigetragen; im Finanzjahr 2003 lag der Anteil nur noch bei 2,2 Prozent.[3]

Handelsstruktur

Der außerbörsliche Handel (englisch: Over-The-Counter, OTC) mit Gold- und Silberbarren wird von der London Bullion Market Association (LBMA) durchgeführt. Ihre Mitglieder sind große internationale Banken, Hersteller, Veredler, Verarbeiter, Produzenten und Händler auf der ganzen Welt. Sie handeln in der Regel untereinander und mit ihren Kunden auf eigene Rechnung, was bedeutet, dass sie alle Risiken tragen. Zu den Kunden zählen hauptsächlich institutionelle Investoren.

Im Gegensatz zu einer Terminbörse bietet der OTC-Markt eine gewisse Flexibilität und Vertraulichkeit bei den Transaktionen, die zwischen den beiden Auftraggebern durchgeführt werden. Der London Bullion Market ist ein Großhandelsmarkt, wo die Mindestgröße der gehandelten Beträge in der Regel 1.000 Unzen Gold und 50.000 Unzen Silber beträgt. Täglich werden über 600 Tonnen Gold und 3.000 Tonnen Silber gehandelt.[4] Nicht alles zwischen den Parteien gehandelte Edelmetall wechselt langfristig den Eigentümer. Ein Teil des Handelsvolumens sind spekulative Transaktionen.

Preisermittlung

Handelszeit ist Montag bis Freitag von 8:50 Uhr bis 15:00 Uhr UTC (9:50 bis 16:00 Uhr MEZ).

Goldfixing

Das Goldfixing wird zweimal täglich durchgeführt mit dem Ziel, möglichst viele Transaktionen zu einem Fixpreis abzuwickeln:

  • Vormittag: Montag bis Freitag 10:30 Uhr UTC (11:30 Uhr MEZ)
  • Nachmittag: Montag bis Freitag 15:00 Uhr UTC (16:00 Uhr MEZ).

Seit dem 7. Juni 2004 findet die Sitzung, die früher dauerhaft von Rothschild geleitet wurde, unter jährlich rotierendem Vorsitz in der Barclays Bank statt. Zu dieser Veranstaltung treffen sich jeweils ein Vertreter der Bank of Nova Scotia–ScotiaMocatta, der Barclays Bank, der Deutschen Bank AG London, der HSBC Bank USA NA London Branch und der Société Générale, die alle Mitglieder der London Bullion Market Association (LBMA) sind.

Silberfixing

Von 1897 bis 2014 gab es in London diesen Preisfindungsprozess für Silber. Es wurde einmal täglich durchgeführt: Montag bis Freitag 12:00 Uhr UTC (13:00 Uhr MEZ). Bei der Veranstaltung führte die Bank of Nova Scotia-ScotiaMocatta den Vorsitz und fixierte zusammen mit der Deutschen Bank und HSBC Bank USA den Silberpreis. Nachdem das Geschäft zustande gekommen war, sorgten sogenannte Clearinggesellschaften für die Abwicklung der Transaktion. Für das Clearing waren folgende Unternehmen der LBMA zuständig: Bank of Nova Scotia-ScotiaMocatta, Barclays, Deutsche Bank, HSBC Bank USA, JPMorgan Chase & Co. und UBS.[5]

Im Mai 2014 wurde bekannt, dass das Silberfixing zum 14. August 2014 eingestellt wird.[6][7]

Good-Delivery-Barren

Norddeutsche Affinerie
Aurubis in Hamburg steht auf der „Good Delivery List“ der London Bullion Market Association

Zum Handel sind nur Barren von Affinerien und Münzprägeanstalten zugelassen, die bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllen. Standardbarren der LBMA haben ein hohes Gewicht und eine hohe Feinheit. Ein Standardbarren Gold mit einem Feingehalt von 995 ‰ („Good-Delivery-Barren“) wiegt nominell 400 Feinunzen, also ungefähr 12,44 Kilogramm, darf aber von 350 bis zu 430 Feinunzen variieren. Die Feinheit muss bei Gold mindestens 995 ‰ und bei Silber mindestens 999 ‰ erreichen. Die Feinheit, die Marke des Herstellers und die Barrennummer müssen auf den Barren eingestanzt sein. Die Barrennummer dient zur Identifikation jedes Barrens und wird vom Produzenten in einem Verzeichnis eingetragen.

Das internationale Gütesiegelgood-delivery“ (deutsch: „in guter Auslieferung“) garantiert die aufgeprägten oder eingestanzten Merkmale wie Feinheit und Gewicht sowie die ständige, ununterbrochene Aufbewahrung in akzeptierten Lagerungsanstalten. Barren mit Good-Delivery-Status werden weltweit akzeptiert und gehandelt.

Seit 2012 holt die Deutsche Bundesbank im Ausland gelagertes Gold nach Deutschland zurück. Jene Barren, die in Paris lagern, gehen mit "London-good-delivery"-Status direkt in den Transport. Barren von der Federal Reserve Bank of New York jedoch, die ab den 1950er-Jahren dort erworben wurden, müssen erst überwacht umgeschmolzen werden, um diese Qualität zu erreichen.[8]

Unternehmen im deutschsprachigen Raum mit Good-Delivery-Zertifizierung

Auf der aktuellen „Good Delivery List“ der LBMA stehen 2015:[9]

aus Deutschland:

aus der Schweiz:

LBMA Referees

Die LBMA hat fünf Unternehmen als sogenannte „Good Delivery Referees“[10] akkreditiert, um das Good Delivery System zu überwachen. Ihre Hauptaufgaben sind:

  • Die technische Beurteilung neuer Antragsteller für die Good-Delivery-Zertifizierung
  • Die proaktive Überwachung der zertifizierten Unternehmen
  • Die Bereitstellung technischer Expertise bezüglich verschiedener Themen

Als Referees sind akkreditiert:

Weitere Rohstoffmärkte in London

Lingot aluminium
Aluminiumbarren werden an der London Metal Exchange (LME) gehandelt

Die Preisbildung für Platin und Palladium findet am London Platinum and Palladium Market (LPPM) statt. Der LPPM stellt wie der London Bullion Market eine Ausnahme unter den Rohstoffmärkten dar: er ist keine Börse, sondern ein OTC-Markt.

Für Industriemetalle wie Aluminium, Blei, Kupfer, Nickel, Zink und Zinn ist die London Metal Exchange (LME) zuständig. Außer bei Kupfer und Aluminium, die auch an der NYMEX in New York City gehandelt werden, verfügt die LME bei allen anderen Metallen nahezu über eine Monopolstellung.

Die ICE Futures (früher „International Petroleum Exchange“, IPE) ist Handelsplattform für die in Europa führende Ölsorte Brent. Sie ist die größte Terminbörse für Optionen und Futures auf Erdöl, Erdgas und Elektrizität in Europa.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 23. August 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. Management Committee
  3. Handelsblatt: Rothschild zieht sich aus Goldhandel zurück, vom 16. April 2004
  4. Bullionaer.de: Der Goldmarkt – wie und wann wird Gold gehandelt? (Memento des Originals vom 12. Dezember 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. London Bullion Market Association: The London Gold and Silver Fixings (Memento des Originals vom 26. November 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. GoldSeiten: Londoner Silber-Fixing wird im August eingestellt!
  7. http://www.finanzen.net/nachricht/rohstoffe/UPDATE-Das-Londoner-Silber-Fixing-ist-ab-August-Geschichte-3562226
  8. http://www.orf.at/#/stories/2214720/ Deutsche Bundesbank löst Goldlager in Paris auf, ORF.at vom 19. Jänner 2013
  9. London Bullion Market Association: Good Delivery Lists (Memento des Originals vom 4. Februar 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  10. London Bullion Market Association: LBMA Referees (Memento des Originals vom 5. Januar 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
12. September

Der 12. September ist der 255. Tag des gregorianischen Kalenders (der 256. in Schaltjahren), somit bleiben 110 Tage bis zum Jahresende.

Wenn das folgende Jahr ein Schaltjahr ist, beginnt im Koptischen und im Äthiopischen Kalender das Jahr am 12. September. In allen anderen Jahren ist Jahresbeginn am 11. September.

14. März

Der 14. März ist der 73. Tag des gregorianischen Kalenders (der 74. in Schaltjahren), somit bleiben 292 Tage bis zum Jahresende.

1968

Das Jahr 1968 ist in vielen Ländern der Höhepunkt der linksgerichteten Studenten- und Bürgerrechtsbewegungen der 1960er-Jahre, die daher auch als 68er-Bewegung bezeichnet werden. In den USA sind das die Proteste gegen den Vietnamkrieg und die schwarze Bürgerrechtsbewegung, deren Anführer Martin Luther King im April des Jahres ermordet wird, in Frankreich die Mai-Unruhen, in der Bundesrepublik die Studentenbewegung, die Proteste gegen die Notstandsverfassung, und die Außerparlamentarische Opposition, in der ČSSR der Prager Frühling, in Polen die März-Unruhen, die Studentenproteste in Mexiko und in Japan die Proteste von Zengakuren.

Barren (Metall)

Barren sind metallurgisch in standardisierte Form gegossene Metallschmelzen.

Barren als Produkt sind eine erstarrte Schmelze, deren Form sich keinem anderen Zweck zuordnet als dem, eine leicht transportfähige und handhabbare Zwischenstufe für eine spätere Nutzung zu sein. Die spätere, beliebige Verwendbarkeit im Vergleich zu ebenfalls gehandelten, unmittelbar am Herdfeuer abgegossenen Formteilen bedingte die Barrenform. Kleinere Barren werden auch als Masseln bezeichnet. Der Begriff Ingot (englisch allgemein für ‚Barren‘) wird im Deutschen als Fachbegriff für Barren aus Halbleitermaterial, z. B. Silizium, verwendet.

Feingehalt

Der Feingehalt ist der Massenanteil des höchstwertigen Edelmetalls in einem Schmuckstück, einer Münze oder anderweitigem metallischen Gegenstand.

Goldfixing

Goldfixing beschreibt den seit 1919 stattfindenden Handelsprozess im Goldhandel am London Bullion Market, welcher zweimal täglich mit dem Ziel durchgeführt wird, möglichst viele Transaktionen zu einem Fixpreis abzuwickeln. Beteiligt sind hierbei die Vertreter der fünf sogenannten Bullionbanken als Mitglieder der London Bullion Market Association (LBMA). Der ermittelte Fixingkurs dient als Richtgröße für alle weiteren Goldtransaktionen.

Goldpreis

Der Goldpreis ist der Marktpreis für das Edelmetall Gold. Er entsteht an Rohstoffbörsen durch das weltweite Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage und wird vorwiegend in US-Dollar notiert. Die wichtigsten Goldpreisnotierungen in Europa erfolgen in Zürich, Paris und London.Wichtige Einflussfaktoren sind der Dollarkurs, Zinssätze und der Ölpreis sowie die Preise anderer Edelmetalle (z. B. Silber, Platin und Palladium) und Metalle (z. B. Kupfer und seltene Erden). Auch Emotionen spielen an den Rohstoffbörsen eine Rolle, z. B. Inflationsängste, politische Ereignisse, Spekulationen und langfristige Erwartungen.

London

London (deutsche Aussprache [ˈlɔndɔn], englische Aussprache [ˈlʌndən]) ist die Hauptstadt des Vereinigten Königreichs und des Landesteils England. Die Stadt liegt an der Themse in Südostengland auf der Insel Großbritannien. Das heutige Verwaltungsgebiet mit den insgesamt 33 Stadtbezirken entstand 1965 mit der Gründung von Greater London. Dort lebten 2018 rund 8,9 Millionen Menschen, davon rund 3,3 Millionen in den 13 Stadtbezirken von Inner London. London ist damit die bevölkerungsreichste Stadt der Europäischen Union sowie mit rund 14 Millionen Menschen in der London Metropolitan Area noch vor Paris (12,1 Millionen Einwohner) die größte Metropolregion der EU.Im Jahre 50 n. Chr. von den Römern als Siedlung „Londinium“ gegründet, wurde die Stadt nach der normannischen Eroberung 1066 zur Hauptstadt des Königreichs England und in Folge Sitz des britischen Königshauses. Bereits im Mittelalter wurde London zu einem bedeutenden Handelsplatz in Europa. Unter der Herrschaft von Elisabeth I. im 16. Jahrhundert stieg ihre Bedeutung als Hafenstadt der Nordsee. Durch den Beginn der Industrialisierung im 18. Jahrhundert wuchs auch die Bevölkerung Londons, sodass die Stadt um 1800 als eine der ersten die Grenze von einer Million Einwohnern überstieg. Bis 1900 versechsfachte sich die Bevölkerung und London wurde im 19. Jahrhundert nicht nur zur Hauptstadt des Britischen Weltreiches, sondern überdies zur größten Stadt der Welt, die sie bis 1925 blieb. Sie entwickelte sich zu einer bedeutenden Stadt der Technik und Industrie sowie der Politik, womit sie bis heute zu den Weltstädten zählt.

London ist eines der bedeutendsten Kultur- und Handelszentren der Welt mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Theatern und Museen. Die Stadt zählt außerdem neben New York, Singapur und Hongkong zu den größten Finanzplätzen der Welt. Historische Gebäude wie der Palace of Westminster oder Tower of London zählen unter anderen zum UNESCO-Weltkulturerbe. Mit jährlich über 19 Millionen Touristen aus dem Ausland war London im Jahr 2016 nach Bangkok weltweit die meistbesuchte Stadt.

London Metal Exchange

Während an ihrer großen Schwester, der Londoner Börser (englisch London Stock Exchange), überwiegend Aktien gehandelt werden, beinhaltet die Londoner Metallbörse (englisch London Metal Exchange, auch LME genannt), den Markt für Kassageschäfte und Termingeschäfte in unedlen und sonstigen Metallen. Damit gehört sie, neben den Metallbörsen in Singapur (SIMEX) und New York (COMEX an der New York Mercantile Exchange), zu den weltgrößten Metallhandelsplätzen. Die Börse ermittelt täglich weltweite Referenz- bzw. Kassakurse für Metalle, bietet Hedgegeschäfte an und ermöglicht auch die mit dem Handel verbundenen, physischen Lagerungen.

London Platinum and Palladium Market

Der London Platinum and Palladium Market ist der wichtigste außerbörsliche Handelsplatz für Platin und Palladium sowie einer der global bedeutenden Rohstoffhandelsplätze in der City of London. Hier wird seit 1989 der Weltmarktpreis für Platin und der Weltmarktpreis für Palladium festgestellt.

MKS Finance

Die MKS Finance SA mit Sitz in Genf ist eine auf Edelmetallverarbeitung und -handel sowie auf Vermögensverwaltung spezialisierte, international tätige Schweizer Finanzgesellschaft. Das Unternehmen beschäftigt 220 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 70 Millionen US-Dollar.

MKS ist Mitglied der London Bullion Market Association (LBMA) und ihre Tochtergesellschaft PAMP steht seit 1987 auf der Gold List der LBMA.

Münze Österreich

Die Münze Österreich AG mit Sitz in Wien ist für die Ausgabe und die Prägung der österreichischen Münzen verantwortlich. Sie entstand 1989 durch die Umwandlung des Wiener Hauptmünzamtes in eine Aktiengesellschaft und dem anschließenden Verkauf an die Oesterreichische Nationalbank.

Die Rechtslage unterscheidet sich daher von der Rechtslage vieler anderer Staaten, wo das Münzrecht unmittelbar beim Staat liegt. Dies war in Österreich bis zum 31. Dezember 1988 der Fall: Hier lag das Münzrecht bei dem dem Bundesministerium für Finanzen unterstellten Österreichischen Hauptmünzamt, der Vorgängerinstitution der Münze Österreich.

Die Münze Österreich AG führt nicht nur die Prägungen, sondern auch die Gravuren der produzierten Münzen durch. Bis 2002 war sie allein für die Ausgabe und Herstellung der Schilling-Münzen zuständig. Seither hat sie das Recht, den österreichischen Anteil der Euro-Münzen auszugeben. Aber auch Anlagemünzen wie der Wiener Philharmoniker werden von der Münze Österreich hergestellt (in Gold seit 1989 (in der Stückelung von einer Unze), in Silber seit 2008 und in Platin seit 2016).

Des Weiteren stellt die Münze Österreich Gedenk-, Geschenk- und Sammlermünzen aus Gold, Silber und Niob wie den Maria-Theresien-Taler her.

Darüber hinaus verfügt die Prägeanstalt über einen eigenen Münzenclub, dessen Mitgliedern Angebote und Vergünstigungen auf diverse Münzen in Anspruch nehmen können.

Barren der Münze Österreich werden in den Größen von 1 g bis 1 kg von Argor-Heraeus in der Schweiz hergestellt. An dieser wichtigen Goldschmelze ist die Münze Österreich beteiligt. Kleinere Barren bis 20 g existieren auch mit einem Sicherheitshologramm (Kinebar), das einen Lipizzaner darstellt. Diese Barren werden von allen Banken angekauft und haben den "Good Delivery" Status der London Bullion Market Association (LMBA).

Die Münze Österreich arbeitet in ihrer Funktion als Prägeanstalt für Auftraggeber weltweit.

Rohstoff

Als Rohstoff wird ein ursprünglich aus der Natur gewonnener, für eine industrielle Be- bzw. Verarbeitung geeigneter oder bestimmter Stoff bezeichnet. Weiter wird differenziert zwischen Primärrohstoffen und Sekundärrohstoffen:

Primärrohstoffe sind natürliche Ressourcen, die bis auf die Lösung aus ihrer natürlichen Quelle noch keine Bearbeitung erfahren haben. Sie werden aufgrund ihres Gebrauchswertes aus der Natur gewonnen und entweder direkt konsumiert oder als Arbeitsmittel und Ausgangsmaterialien für weitere Verarbeitungsstufen in der Produktion, im Bauwesen oder als Energieträger verwendet.Als Sekundärrohstoffe werden in Abgrenzung von den aus natürlichen Quellen stammenden primären Rohstoffen die durch Wiederverwertung (Recycling) gewonnenen Rohstoffe bezeichnet. Die Gewinnung und Nutzung beider Rohstoffarten ist Thema der Rohstoffwirtschaft und der jeweils relevanten, materialbezogenen Fachgebiete.

Shanghai Gold Exchange

Die Shanghai Gold Exchange (SGE) ist die größte Warenbörse der Volksrepublik China für den Handel mit Edelmetallen (Gold, Silber und Platin).

Silber

Silber ist ein chemisches Element mit dem Elementsymbol Ag und der Ordnungszahl 47. Es zählt zu den Übergangsmetallen. Im Periodensystem steht es in der 5. Periode und der 1. Nebengruppe (Gruppe 11) oder Kupfergruppe. Das Elementsymbol Ag leitet sich vom lateinischen Wort argentum für „Silber“ ab. Silber gehört zu den Edelmetallen.

Es ist ein weiches, gut verformbares (duktiles) Schwermetall mit der höchsten elektrischen Leitfähigkeit aller Elemente im unmodifizierten Zustand (Kohlenstoff in der Form von Graphen besitzt nochmals eine höhere Leitfähigkeit) und der höchsten thermischen Leitfähigkeit aller Metalle. Lediglich Supraflüssigkeiten und ungestörte kristalline Ausprägungen des Kohlenstoffs (Diamant, Graphen und graphennaher Graphit, Kohlenstoffnanoröhren) und des Bornitrids weisen eine bessere thermische Leitfähigkeit auf.

Silberpreis

Der Silberpreis ist der Marktpreis für das Edelmetall Silber. Er entsteht an Rohstoffbörsen durch das weltweite Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage und wird vorwiegend in US-Dollar notiert.

Wichtige Einflussfaktoren sind der Dollarkurs, Zinssätze und der Ölpreis sowie die Preise anderer Edelmetalle (z. B. Gold, Platin und Palladium) und Metalle (z. B. Kupfer und seltene Erden). Auch Emotionen spielen an den Rohstoffbörsen eine Rolle, z. B. Inflationsängste, politische Ereignisse, Spekulationen und langfristige Erwartungen.

Tanaka Kikinzoku

Die Tanaka-Kikinzoku-Gruppe ist ein im Jahr 1885 gegründeter japanischer Hersteller von Edelmetallen mit Schwerpunkt auf industrielle Produkte u. a. für die Elektronik-, Halbleiter- und Automobilbranche. Das Unternehmen ist in Europa vertreten durch die Niederlassung Tanaka Kikinzoku International (Europe) GmbH.

Der Name Tanaka Kikinzoku (Aussprache nach IPA: [ˈtanaka kiˈkinzokɯ]) geht auf den Familiennamen der Eigentümerfamilie „Tanaka“ (田中) sowie das japanische Wort für Edelmetall „Kikinzoku“ (貴金属) zurück.

Tanaka ist nach eigener Aussage Weltmarktführer für Bonddraht und Katalysatoren für PEM-Brennstoffzellen.Das Unternehmen besitzt „Good Delivery“-Status bei der LBMA sowie der LPPM und ist darüber hinaus als eines von weltweit drei Unternehmen bei beiden Organisationen als „Good Delivery Referee“ akkreditiert.

Umicore

Die Umicore NV/SA ist ein belgischer Materialtechnologie- und Recyclingkonzern mit Hauptsitz in Brüssel.

Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist an der NYSE Euronext im BEL20 gelistet. Im Jahr 2018 erwirtschaftete Umicore einen Umsatz von rund 14,8 Milliarden Euro.

Wirtschaft Kasachstans

Die Wirtschaft Kasachstans ist gemessen am Bruttoinlandsprodukt die größte Volkswirtschaft Zentralasiens und weltweit an 47. Stelle und Mitglied der Eurasischen Wirtschaftsunion. Musste die Wirtschaft in den Jahren nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion einen starken Einbruch hinnehmen, so gibt es seit der Jahrtausendwende einen klaren Aufwärtstrend zu verzeichnen. Zu den wichtigsten Einnahmequellen gehören der Bergbau und die Förderung von Erdöl und Erdgas.

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