Königreich England

Das Königreich England bestand vom Zusammenbruch der Heptarchie im Frühmittelalter bis zum Jahr 1707. Sein Nachfolger wurde das durch den Zusammenschluss der Königreiche von England und Schottland entstandene Königreich Großbritannien.

Kingdom of England
Königreich England
0927–1649
1660–1707
kein Teil des Königreichs: Commonwealth (1649–1660)
Flagge Englands Wappen Englands 1702–1707
Flagge Wappen
Navigation Flag of Great Britain (1707–1800).svg
Wahlspruch: Dieu et mon droit
(französisch für „Gott und mein Recht“)
Hauptstadt
– 927 bis 1066
– 1066 bis 1707

Winchester
London
Staatsform Königreich
Regierungssystem
– 927 bis 1215
– 1215 bis 1646 und
– 1660 bis 1689
– 1689 bis 1707

Absolute Monarchie
Semikonstitutionelle Monarchie

Konstitutionelle Monarchie
Staatsoberhaupt König
Fläche 151.174 km² (1603)
Währung Pfund Sterling (etwa seit 1200)
Existenzzeitraum 927–1649, 1660–1707
Lage des Königreichs England in Europa

Geschichte

Traditionell wird König Egbert von Wessex in den Königslisten Englands als Erster geführt, da er der Erste aus dem Haus der Könige von Wessex war, der zumindest zeitweise eine Oberherrschaft über die angelsächsische Heptarchie auf der britischen Insel etablieren konnte. Offa von Mercien (König von 757 bis 796) war der erste Angelsachse, der sich selbst als „König von England“ bezeichnete (774).

Später erreichte Alfred der Große die Anerkennung als englischer König, doch das von König Guthrum regierte Danelaw erkannte ihn als Schirmherrn nicht an.[1] Nach dem Vorbild Karls des Großen ließ Alfred zahlreiche Klöster gründen. Durch die Neuschaffung von Schulen förderte er das kulturelle und geistige Leben seines Reiches. Mit 36 Jahren lernte er selbst Latein und begann zahlreiche Gelehrte aus dem Frankenreich zu sich nach England einzuladen. Diese und angelsächsische Juristen begannen unter seiner Regierung mit der Niederschrift des Common Law in einer Gesetzessammlung mit der Bezeichnung Domboc. Doch machte sich unter ihm zum ersten Mal ein englisches Nationalbewusstsein bemerkbar. Alfreds Nachfolger schufen ein Verwaltungssystem, bei dem als Kronbeamte Sheriffs an der Spitze einer Grafschaft, eines Shire, standen, wobei mehrere Grafschaften zu einem Earldom zusammengefasst wurden, das einem Earl unterstand.

Als historischer Gründungstag des Englischen Königreiches gilt der 12. Juli 927, als sich nach der Schilderung der Angelsächsischen Chronik sowie der Historiker William of Malmsbury und John of Worcester die Könige Æthelstan, Konstantin II., Eógan I., Howell der Gute und Ealdred I. bei Eamont Bridge im heutigen Cumbria trafen. Die Könige erkannten hier die Oberherrschaft Æthelstans an.[2] König Æthelstan konnte 936 die Cornwaller aus Exeter vertreiben und zog eine Linie am Außenrand seines Königreiches Wessex, am Fluss Tamar. Er nannte sich Rex totius Britanniae (König aller Briten), konnte Wales und Schottland aber nur unter eine lose Oberhoheit bringen. Dagegen eroberte er Northumbria dauerhaft. Nach 930 wurden seine Urkunden von einer einzigen Kanzlei in Winchester hergestellt, was auf eine Art Hauptstadt seines Königreiches schließen lässt. Von seiner Herrschaftszeit an kann man vom Königreich England sprechen. (vgl. Entstehung Englands)

Zeitleiste englischer und britischer Koenige
Zeit- und Abstammungstafel der englischen und britischen Monarchen seit Wilhelm dem Eroberer, farbcodiert nach Dynastien

Wilhelm I. der Eroberer führte 1066 die Invasion auf der britischen Insel und besiegte in der Schlacht bei Hastings seinen Rivalen Harald II. Im Anschluss unterwarf er das angelsächsische Königreich und begründete das anglo-normannische Reich. Er ließ das Domesday Book erstellen und den Tower of London errichten. Die englischen Könige des Hochmittelalters griffen weit nach Frankreich aus (vgl. Angevinisches Reich). Ab dem späten 12. Jahrhundert unterwarfen die englischen Könige schrittweise die irische Insel und Wales. Im frühen 13. Jahrhundert zerbrach das angevinische Reich, das Haus Plantagenet wandelte sich nach und nach in eine rein englische Dynastie. Der normannischstämmige Adel integrierte sich in die angelsächsische Bevölkerung und nahm nun schrittweise ein eigenständiges englisches Nationalbewusstsein an.

Der Act of Union, die Gesetze zur Eingliederung von Wales 1535–1542, beendete endgültig die Sonderstellung der Welsh Marches und unterstellte Wales dem englischen Recht. 1541 wurde das Königreich Irland gegründet, das in Personalunion mit England verbunden war. Ab 1603 bestand unter Jakob I. auch eine Personalunion mit Schottland.[3] Das Commonwealth of England als Republik (1649–1659) unter Oliver Cromwell blieb eine kurze Episode.[4] Durch den Zusammenschluss der Königreiche von England und Schottland durch den Act of Union 1707 entstand eine Realunion unter dem Namen Königreich Großbritannien. (siehe Liste der britischen Monarchen).[5]

Verfassung

Die verfassungsmäßige Ordnung des Königreichs wandelte sich vom Regionalkönigtum mit Hegemonie eines einzelnen Königs bis zum deutlich ausgeprägten Feudalsystem unter Wilhelm dem Eroberer. Dieses wurde ab Johann Ohneland und verstärkt unter Eduard I. zu einer Königsherrschaft unter Mitwirkung des Parlaments umgewandelt. Jakob I. und Karl I. versuchten eine absolutistische Herrschaft durchzusetzen. Dies scheiterte jedoch im englischen Bürgerkrieg, der zur Hinrichtung Karls I., der zwischenzeitlichen Abschaffung der Monarchie und der Einführung des Commonwealth of England – einer Republik – führte. Nach dem halbabsolutistischen Zwischenspiel unter Karl II. und Jakob II., die auf den Commonwealth folgten, wurde eine Vorform der konstitutionellen Monarchie unter Wilhelm von Oranien und Maria II. eingeführt.

Siehe auch

Literatur

  • The Oxford History of England. Herausgegeben von George Clark. 15 Bände. Oxford University Press, Oxford 1934–1966.
  • The New History of England. Herausgegeben von A. G. Dickens und Norman Gash. Arnold, London 1977 ff.
  • The New Oxford History of England. Herausgegeben von J. N. Roberts. Clarendon Press, Oxford 1989 ff.
  • Walter Bagehot: The English Constitution. Chapman and Hall, London 1867, online (PDF; 551 KB).pdf-Dokument
  • Norman Davies: The Isles. A History. Oxford University Press, Oxford u. a. 1999, ISBN 0-19-513442-7.
  • Geschichte Englands. In drei Bänden. C. H. Beck, München;
    • Band 1: Karl-Friedrich Krieger: Geschichte Englands von den Anfängen bis zum 15. Jahrhundert. 4., aktualisierte Auflage. 2009, ISBN 978-3-406-58978-2;
    • Band 2: Heiner Haan, Gottfried Niedhart: Geschichte Englands vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. 2., durchgesehene Auflage. 2002, ISBN 3-406-33005-3;
    • Band 3: Gottfried Niedhart: Geschichte Englands im 19. und 20. Jahrhundert. 3., durchgesehene Auflage. 2004, ISBN 3-406-32305-7.
  • Julian Hoppit: A land of liberty? England 1689–1727 (= The new Oxford history of England). Clarendon Press, Oxford u. a. 2000, ISBN 0-19-822842-2.
  • Kurt Kluxen: Geschichte Englands. Von den Anfängen bis zur Gegenwart (= Kröners Taschenausgabe. Band 374). 2. Auflage. Kröner, Stuttgart 1976, ISBN 3-520-37402-1.
  • Henry Royston Loyn, Sir David M. Wilson: England. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 7, Walter de Gruyter, Berlin/New York 1989, ISBN 3-11-011445-3, S. 289–302. (einführender Fachartikel von der vorrömischen bis zur frühmittelalterlichen Geschichte Englands)
  • Michael Maurer: Kleine Geschichte Englands (= Universal-Bibliothek 9616). Durchgesehene, aktualisierte und bibliografische ergänzte Ausgabe. Reclam, Stuttgart 2002, ISBN 3-15-009616-2.
  • Jürgen Sarnowsky: England im Mittelalter. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2002, ISBN 3-534-14719-7.
  • Peter Wende: Geschichte Englands. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Kohlhammer, Stuttgart 1995, ISBN 3-17-013517-1.

Einzelnachweise

  1. C. Patrick Wormald, P. E. Szarmach: Alfred der Große. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 1, Artemis & Winkler, München/Zürich 1980, ISBN 3-7608-8901-8, Sp. 409 f.
  2. The Anglo-Saxon Chronicle. Hrsg. von Dorothy Whitelock, David C. Douglas, Susie I. Tucker. Rutgers University Press, New Brunswick 1961.
  3. Ronald G. Asch: Jakob I. (1566–1625). König von England und Schottland; Herrscher des Friedens im Zeitalter der Religionskriege. Kohlhammer, Stuttgart 2005, ISBN 3-17-018680-9.
  4. Christopher Hill: God’s Englishman. Oliver Cromwell and the English Revolution. Littlehampton Book Services, London 1970, ISBN 0-297-00043-8.
  5. William Ferguson: The Making of the Treaty of Union of 1707 Scottish Historical Review 43, (1964), S. 89–110.
Britische Inseln

Britische Inseln ist eine verbreitete Bezeichnung für einen im Nordwesten Europas gelegenen Archipel. Zu den Inseln gehören Großbritannien, Irland, die Hebriden, Shetland, Orkney, die Isle of Man, die Scilly-Inseln, Anglesey und die Isle of Wight.

Die Bezeichnung Britische Inseln weist aus politischen, historischen und kulturellen Gründen nur eine geringe Trennschärfe auf. So ist einerseits politisch umstritten, ob die Insel Irland zu den Britischen Inseln hinzugezählt werden soll, obwohl sie geografisch Bestandteil des Archipels ist. Andererseits werden die im Ärmelkanal gelegenen Kanalinseln, welche geografisch dem europäischen Festland zugerechnet werden, aus politischen Gründen zu den Britischen Inseln gezählt.

Die Geschichte des Begriffes Britische Inseln scheint bis zu einer Bezeichnung pretanische Inseln aus der Antike zurückzureichen, obwohl dieser Begriff keine besondere Geläufigkeit genoss. Die Wiedereinführung des Begriffs stand nicht zuletzt in Zusammenhang mit dem territorialen Expansionismus der englischen bzw. britischen Krone.

Unter Einschluss von Irland und ohne die Kanalinseln umfasst der Archipel rund 6000 Inseln mit einer Gesamtfläche von 315.134 km².

Frieden von Breda

Im Frieden von Breda schlossen am 31. Juli 1667 das Königreich England und die Republik der Sieben Vereinigten Niederlande einen Friedensvertrag ab in Breda, der den Zweiten Englisch-Niederländischen Seekrieg (1663–1667) beendete. Federführend war auf der holländischen Seite Johan de Witt, welcher als Ratspensionär über 20 Jahre die Geschicke des Landes leitete.

Hansestadt

Hansestädte sind Städte, die sich dem mittelalterlichen Kaufmanns- und Städtebund der Hanse angeschlossen hatten. Darunter waren vor allem Hafenstädte in den Küstenregionen, aber auch Städte im Binnenland, vor allem an bedeutenden Flüssen. Durch Freihandel und ein geschäftstüchtiges Bürgertum gelangten viele Hansestädte zu hohem Wohlstand, wo noch wertvolle Kultur- und Baudenkmale stehen.

Insgesamt gab es rund 200 Orte, die zu einem Bestandzeitpunkt des Bundes direkt oder indirekt der Hanse angehörten. Ihren Ausgangspunkt nahm die Hanse Mitte des 12. Jahrhunderts in Lübeck, das als „Mutter der Hanse“ betitelt wird. Der Verbund der Städte in der Hanse war sehr lose und wurde mit keinem Vertrag schriftlich beschlossen. Deswegen ist es mitunter schwer zu sagen, welche Städte zu welchem Zeitpunkt zur Hanse gehörten. Die Hanse selbst wollte Anzahl und Namen ihrer Städte nie festlegen. So weigerte sie sich gegenüber dem König von England, eine detaillierte Liste mit Städtenamen vorzulegen – (wohl) gab es eine solche Liste auch nie. Der Zeitpunkt der Betrachtung ist entscheidend, denn Aus- und Eintritte, Zusammenschlüsse und Verfeindungen waren an der Tagesordnung. Viele kleine Hansestädte waren ihrer größeren Nachbarstadt zugeordnet, die wiederum in der Hanse vertreten war.

Beim letzten Hansetag 1669 in Lübeck waren nur noch neun Städte vertreten: Lübeck, Hamburg, Bremen, Braunschweig, Danzig, Hildesheim, Köln, Osnabrück und Rostock. Lübeck, Hamburg und Bremen waren bereits auf den Hansetagen 1629 und 1641 damit beauftragt worden, das Beste zum Wohle der Hanse zu wahren; sie wurden 1669 Sachwalter des Erbes der Hanse, einschließlich der Hansekontore. Diese drei reichsunmittelbaren Städte blieben durch vertragliche Beziehungen verbunden. Sie betrieben gemeinsame konsularische Vertretungen und beschlossen schließlich gemeinsam den Verkauf des Stalhofs in London (1853). Neben dem Titel „Freie Stadt“ führten sie den Beinamen „Hansestadt“ – seit Beginn des 18. Jahrhunderts offiziell und seitdem durchgehend als amtlichen Bestandteil des Landes- bzw. Stadtnamens, wobei Lübeck den Status als „Freie Stadt“ durch das Groß-Hamburg-Gesetz 1937 verlor.

1803 behielten durch den Reichsdeputationshauptschluss nur die Hansestädte Lübeck, Bremen und Hamburg ihre Selbstständigkeit, neben den Reichsstädten Frankfurt am Main, Nürnberg und Augsburg (beide 1805/1806 von Bayern annektiert). 1815 beim Wiener Kongress blieben Lübeck, Bremen, Hamburg sowie Frankfurt selbstständig, bis Frankfurt im Jahr 1866 durch Preußen annektiert wurde.

Da die Hansestädte ihre Eigenständigkeit bis ins Deutsche Reich bewahren konnten, bekamen sie 1906 bei der Einführung von Autokennzeichen ein H für „Hansestadt“ vor den Anfangsbuchstaben ihres Namens gestellt: HL, HH, HB. Dieses Prinzip wurde später bei weiteren Städten angewandt, etwa Rostock, Wismar, Stralsund und Greifswald.

1980 wurde in Zwolle die „Neue Hanse“ als größte internationale Städtepartnerschaft gegründet. Der 1983 in Herford ins Leben gerufene Westfälische Hansebund strebt an, hanseatische Traditionen wiederzubeleben. Seit 1990 führen in Deutschland einige Hansestädte diesen Beinamen wieder offiziell zum Stadtnamen (Stand April 2016: 22 neu hinzugekommene Städte), sofern die Voraussetzungen des jeweiligen Landes hierfür gegeben sind. Die Farben der Hanseflaggen sind Weiß und Rot.

Holländischer Krieg

Der Holländische Krieg, auch Niederländisch-Französischer Krieg genannt, war ein gesamteuropäischer militärischer Konflikt, der von 1672 (Rampjaar) bis 1678 dauerte. Ausgelöst wurde der Krieg durch einen Angriff des französischen Königs Ludwig XIV. mit seinen Verbündeten (Königreich England, Schweden, das Fürstbistum Münster und das Fürstbistum Lüttich) auf die Vereinigten Niederlande. Um eine Hegemonie Frankreichs auf dem europäischen Kontinent zu verhindern, verbündeten sich Spanien und das Heilige Römische Reich mit den Niederlanden. Einige Teilkonflikte dieses Krieges gingen als eigenständige Konflikte in die Geschichte ein, wie der Dritte Englisch-Niederländische Seekrieg (1672–1674) und der Schwedisch-Brandenburgische Krieg (1674–1679). Die für den französischen König günstigen Friedensschlüsse von Nimwegen (1678) und Saint-Germain (1679) beendeten diesen europäischen Krieg.

Der Holländische Krieg gilt als ein expansiver Eroberungskrieg Frankreichs und wurde deshalb in der älteren deutschen Literatur auch oft als (zweiter) Raubkrieg Ludwigs XIV. bezeichnet.

Königreich Schottland

Das Königreich Schottland (schottisch-gälisch Rìoghachd na h-Alba, Scots Kinrick o Scotland) existierte auf dem Gebiet des heutigen Schottlands von 843 bis 1707. Es nahm das nördliche Drittel der Insel Großbritannien ein und grenzte im Süden an das Königreich England, mit welchem es sich im Act of Union von 1707 zum Königreich Großbritannien vereinigte.

Liste der Herrscher Schottlands

Die Liste der Herrscher Schottlands enthält die souveränen Staatsoberhäupter des Königreichs Schottland (Alba) von dessen Einigung im 9. Jahrhundert bis zum Jahr 1707, als es durch den Act of Union im Königreich Großbritannien aufging.

Der König der Skoten von Dalriada (Dál Riata), Kenneth MacAlpin, steht traditionell am Anfang in den Königslisten Schottlands. Durch seine um 843 in Scone erfolgte Krönung zum König der Pikten vereinte er deren Königreich mit dem der gälischen Skoten und begründete somit das Königreich der Schotten (gälisch: Alba). Die Thronfolge unter dem Haus Alpin entsprach der bei den Skoten traditionellen Königswahl (Tanistry), die unter dem Haus Dunkeld durch die Primogenitur abgelöst wurde.

Seit dem späten 11. Jahrhundert standen die schottischen Könige in einem Vasallitätsverhältnis zum südlichen Königreich England. Dies mündete zum Ende des 13. Jahrhunderts in der Beinaheannexion des Landes durch England, die allerdings durch den Sieg der Schotten in der Schlacht von Bannockburn 1314 abgewendet werden konnte. 1603 konnte stattdessen das schottische Königshaus auch den englischen Thron besteigen und damit eine mehr als einhundert Jahre währende Personalunion zwischen beiden Ländern wie auch dem Königreich Irland begründen. Diese wurde schließlich 1707 durch eine Realunion unter dem Namen Königreich Großbritannien abgelöst.

Peerage of England

Die Peerage of England umfasst alle Peer-Würden, die im Königreich England vor dem Act of Union 1707 geschaffen wurden. In diesem Jahr wurden die Peerage of England und die Peerage of Scotland durch die Peerage of Great Britain ersetzt.

Bis zur Verabschiedung des House of Lords Act 1999 hatten alle Peers einen Sitz im House of Lords. Die Ränge der englischen Peerage sind Duke, Marquess, Earl, Viscount und Baron. Während die meisten neueren englischen Titel nur in männlicher Linie vererbt werden, gibt es bei älteren (insbesondere bei älteren Baronien) auch die Vererbung in weiblicher Linie. Entsprechend dem englischen Erbrecht sind alle Töchter Miterben, so dass viele ältere Titel der englischen Peerage sich bei mehreren weiblichen Miterben in einem Schwebezustand (Abeyance) befinden.

In den folgenden Übersichten aller aktuell bestehenden englischen Peers werden auch höhere oder gleichwertige Titel in anderen Peerages angegeben. Andererseits wird jeder Peer nur bei seinem höchsten englischen Titel geführt.

Siehe auch:

Peerage of Scotland

Peerage of Ireland

Peerage of Great Britain

Peerage of the United Kingdom

Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover

Die Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover bestand von 1714 bis 1837. In dieser Zeit war der Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg bzw. König von Hannover gleichzeitig König von Großbritannien. Mit dem Act of Settlement schuf das englische Parlament 1701 die neue Grundlage der protestantischen Thronfolge im Königreich England. Unterschiedliche Thronfolgeregelungen führten zur Auflösung der Personalunion.

Nach dem Tode der ohne Nachkommen gebliebenen Königin Anne Stuart von Großbritannien erbte der Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg, Georg Ludwig, gemäß dem Act of Settlement von 1701, als nächster protestantischer Verwandter 1714 die britische Königskrone. Georg Ludwig verband durch diese Personalunion Großbritannien mit dem deutschen Kurfürstentum, das damit zu einem der mächtigsten im Heiligen Römischen Reich wurde. Allerdings sollte Hannover seine Eigenständigkeit behalten, weshalb die Staatskassen und die Regierungsgeschäfte getrennt blieben. Verwaltet und regiert wurde Kurhannover über die Deutsche Kanzlei in London und den dortigen hannoverschen Minister sowie den Geheimen Rat in Hannover, die sich mit dem Herrscher berieten und dessen Weisungen ausführten. Lediglich Georg Ludwig und sein Sohn Georg August bereisten noch das Kurfürstentum.

Die Personalunion endete erst 1837 mit der Thronbesteigung von Königin Victoria, da im Königreich Hannover, dem Nachfolgestaat des Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburg, nur männliche Nachkommen den Thron erben konnten. Daher ging die Herrschaft in Hannover auf Victorias Onkel über, Ernst August, Herzog von Cumberland.

Die Thronfolge der Personalunion:

Georg I. (ab dem 1. August 1714)

Georg II. (ab dem 11. Oktoberjul./ 22. Oktober 1727greg.)

Georg III. (ab dem 25. Oktober 1760)

Georg IV. (ab dem 29. Januar 1820)

Wilhelm IV. (ab dem 26. Juni 1830)Titel der Thronfolge in Personalunion:

König von Großbritannien (bis 1801)

Königreich Irland (bis 1801)

König des Vereinigten Königreiches (ab 1801)

Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg (bis 1806)

König von Hannover (ab 1814)

Provinz New York

Die Provinz New York (1664–1776) (Englisch: Province of New York, niederländisch: Provincie New York) war eine der Dreizehn Kolonien in Nordamerika, die sich 1776 in der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten vom Mutterland Großbritannien lossagten. Sie entstand nach der Einnahme der niederländischen Kolonie Nieuw Nederland durch das Königreich England.

Vizekönigreich Neugranada

Das Vizekönigreich Neugranada (spanisch Virreinato de Nueva Granada) war ein spanisches Vizekönigreich in Südamerika, das die heutigen Staaten Venezuela, Kolumbien, Panama und Ecuador umfasste. Außerdem erhob es Anspruch auf die vom Königreich England bzw. Königreich Großbritannien beherrschte Miskitoküste. Seine Hauptstadt war zunächst Cartagena de Indias und dann Santa Fé de Bogotá (heute Kolumbien), es war in Statthalterschaften untergliedert.

Gegründet wurde das Vizekönigreich am 27. Mai 1717 unter dem Namen Virreinato de Santa Fé del Nuevo Reino de Granada. Nach der Auflösung 1723 wurde es 1739 unter dem Namen Virreinato de Nueva Granada erneut gegründet.

Das Vizekönigreich wurde aus Teilen der bereits bestehenden spanischen Vizekönigreiche Neuspanien und Peru gebildet und war somit das dritte spanische Vizekönigreich auf amerikanischem Boden. Neuspanien bestand aus weiten Teilen der heutigen USA, Mexiko, den karibischen Inseln, Mittelamerika mit Ausnahme Panamas sowie den Philippinen, Nordborneo und einigen pazifischen Inseln. Außerdem umfasste es bis zur Gründung von Neugranada auch Venezuela. Peru umfasste ursprünglich den gesamten Spanien nach dem Vertrag von Tordesillas zustehenden Teil des südamerikanischen Kontinents mit Ausnahme Venezuelas, ferner auch Panama und die Miskitoküste (1655 an England abgetreten).

Die Gründung eines weiteren Vizekönigreichs wurde notwendig, nachdem sich die Verwaltung der weiten Gebiete, die unter spanischer Herrschaft standen, in einem einzigen Vizekönigreich zunehmend als schwierig erwiesen hatte. Damals mussten alle Waren, die von und nach Spanien ein- beziehungsweise ausgeführt wurden, erst über den Isthmus von Panama, dann über die Hauptstadt des Vizekönigreichs Peru, Lima, verbracht werden. Dort wurden diese versteuert oder mit Abgaben belegt, was zu einer erheblichen Korruption führte.

Die Wahl Bogotás als Hauptstadt erwies sich aber bald als wenig günstig, da sie auf 2600 m gelegen nur schwer über Wasser, den Río Magdalena, und ab Honda nur auf einem beschwerlichen Landweg zu erreichen war.

Später, 1776, wurde noch ein viertes Vizekönigreich, Río de la Plata (heute: Argentinien, Bolivien, Uruguay und Paraguay), gegründet.

Nach der Unabhängigkeit der Vizekönigreiche ab 1810 übernahm die heutige Republik Kolumbien zunächst den Namen Neugranada, bis sie 1819 Teil Großkolumbiens wurde. Nach der Auflösung Großkolumbiens durch die Abspaltung von Venezuela und Ecuador im Jahre 1830 trug Kolumbien noch bis 1861 den Namen des ehemaligen Vizekönigreiches.

Welsh Marches

Die Welsh Marches sind eine Landschaft entlang der Grenze zwischen England und Wales. Der Begriff kam im Mittelalter auf, als das Königreich England sich nach Wales ausbreitete und kann mit Walisische Marken übersetzt werden.

Heute bezeichnet man – inoffiziell – mit Welsh Marches die Countys entlang der Grenze zu Wales, vor allem auf englischer Seite. Es handelt sich dabei um Cheshire, Shropshire, Herefordshire (in England) und Monmouthshire (in Wales). Die westliche Hälfte von Gloucestershire (England) als auch Flintshire und Wrexham (Wales) werden manchmal hinzugerechnet.

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