Josua, der Sohn Nuns

Josua, der Sohn des Nun ist eine biblische Gestalt. Josua führte als Nachfolger des Mose die Israeliten bei der Eroberung des Landes Kanaan an.

Joshua is at the forefront of the left group, he charges the king of the Amalekites.
Josua im Kampf mit dem König der Amalekiter, Darstellung aus dem Hortus Deliciarum der Herrad von Landsberg, um 1175

Name

Yeshua hebreo
Jehoschua, Jeschua in den Varianten des masoretischen Textes

Der hebräische Name Josua erscheint im MT hauptsächlich in der Schreibweise יְהוֹשֻׁעַ jəhôšua‘, daneben aber auch als יְהֹושׁוּעַ jəhôšûa‘ und bedeutet „JHWH ist Retter / Rettung / Hilfe“.

Biblische Darstellung

Josua stammt aus dem israelitischen Stamm Ephraim. Über den Vater Nun gibt es keine weitere Information, er wird außer als Vater Josuas nur noch in einer Genealogie in 1 Chr 7,27  erwähnt. Erstmals tritt Josua in Ex 17,9  im Auftrag Moses als Heerführer im Kampf der Israeliten gegen Amalek auf. In Ex 24,13  begleitet er Mose als Diener, als dieser auf den Gottesberg steigt. Josua nimmt somit nicht Teil am Abfall des Volkes von JHWH beim Götzendienst um das Goldene Kalb in Ex 32 . In Num 13,16  trägt Josua zuerst noch den Namen Hoschea, Sohn des Nuns, bekommt aber von Mose den neuen Namen Josua. Hier gehört Josua als Anführer des Stammes Ephraim zusammen mit Kaleb, dem Sohn Jefunnes aus dem Stamm Juda zu den Kundschaftern der zwölf Stämme, die die Eroberung des Landes vorbereiten sollen. Die Kundschafter finden eine Riesentraube und bringen sie mit ins Lager. Josua und Kaleb wollen die Eroberung vorantreiben, während die Führer der anderen Stämme zaudern und nicht bei der Eroberung teilnehmen wollen. Zur Strafe für die Uneinigkeit und das Zaudern muss das Volk Israel weitere 40 Jahre auf der Wanderung in der Wüste verbringen, bis die ganze Generation gestorben ist, nur Josua und Kaleb dürfen später in das gelobte Land einziehen.

Nürnberg Lorenzkirche - Rieter-Fenster 7 Moses und Josua
Ernennung Josuas zum Nachfolger von Moses, Lorenzkirche (Nürnberg)

In Num 27  wird Josua zum Nachfolger des Mose bestimmt. In Dtn 31,7  wird er ein weiteres Mal berufen. Das Buch Josua erzählt die Geschichte der Landnahme nach dem Tode Moses weiter. → Landnahme Kanaans

Josua übernimmt im Buch Josua die Rolle des Heerführers und führt das Volk in Jos 3  von Osten her über den Jordan in das gelobte Land und lässt in Gilgal zwölf Gedenksteine aufstellen, Jos 4 . In einer Theophanie in Jos 5,13  begegnet Josua in Gilgal einem Mann mit Schwert, einem Gottesboten, wie sich herausstellt. Die Kapitel 6 bis 8 verknüpfen Josua mit ätiologischen Sagen über die Zerstörung der Städte Jericho und Ai. Am Ende von Kapitel 12 kommt ein Verzeichnis der besiegten Könige des Ost- und Westjordanlandes. In Kap 13-19 verteilt Josua das Land im Gebirge und in der Schphelah, in der Arava und an den Bergabhängen, in der Wüste und im Negev, das die besiegten Amoriter, Hethiter, Hiwiter, Jebusiter, Kanaaniter und Perisiter verloren hatten, an die einzelnen Stämme Israels. Es gibt eine Tradition zum Grab des Josua nach Jos 24,30  in Timnat-Serach oder nach Ri 2,9  in Timnat-Heres auf dem Gebirge Ephraim.

Historische Würdigung

Der Pentateuch und das Buch Josua lassen sich aus wissenschaftlicher Sicht kaum als historische Quellen für das Leben Josuas auswerten. Die Geschichte über die Aufstellung der zwölf Gedenksteine in Gilgal anlässlich der Jordanüberquerung und die Berichte über die Eroberung der Städte Jerichos und Ai sind ätiologische Sagen. Diese Geschichten geben eine Erklärung für die dort vorhandenen Gedenksteine und Trümmerhügel, sind also keine ursprünglichen Überlieferungen über Josua. Ai, hebr. עַי als Name der Stadt geht zurück auf das hebräische עִי (ʿi), was Ruine oder Trümmer bedeutet. Die Zerstörung lag so weit zurück, dass der ursprüngliche Name der Stadt nicht mehr bekannt ist.

Die archäologischen Befunde zeigen außerdem, dass beide bronzezeitlichen Städte Jahrhunderte vor der Landnahme ab dem 12. Jh. v. Chr. zerstört wurden, also mit den Ereignissen der Landnahme in der frühen Eisenzeit nichts zu tun haben. Lediglich in Jericho befanden sich auf dem Siedlungshügel der zerstörten bronzezeitlichen Stadt noch einige unbefestigte Gebäude der frühen Eisenzeit. Gegen die Historizität spricht auch, dass die Erzählungen des Richterbuchs den gleichen Zeitabschnitt beschreiben, aber ein völlig anderes Bild von der wechselvollen Landnahme zeichnen. Erzählerisch bildet das Josuabuch die Fortsetzung und Erfüllung der im Pentateuch formulierten Landverheißungen JHWHs an die Erzväter und das Volk. Die theologische Konzeption entspricht so stark dem Pentateuch, dass die enge Zugehörigkeit mit dem Begriff Hexateuch zum Ausdruck gebracht wird. Vor diesem Hintergrund dürfen die Josuaerzählungen nicht als historische Berichte gesehen werden. Sie sind vielmehr Teil des deuteronomistischen Geschichtswerks, das eine gezielte theologische Deutung der alten Überlieferung vornimmt und die Ereignisse in einer rekonstruierten Reihenfolge darstellt. Andererseits sind die Namen Josua und Kaleb verknüpft mit Kämpfen bei der Landnahme und es gab bis ins Mittelalter hinein eine uralte Grabtradition zu Josua, so dass eine historische Person Josua als Heerführer des Stammens Ephraim wahrscheinlich ist, wobei verschiedene Sagen nachträglich mit Josua in Verbindung kamen.[1]

Gedenktage

Einzelnachweise

  1. „Seine [Josuas] Gestalt hatte also ein ähnliches Schicksal, wie die des Mose: durch die feste Verbindung mit einer Überlieferung der Magnet für viele Überlieferungen werden.“ Herbert Donner: Die Geschichte Israels und seiner Nachbarn in Grundzügen, Teil 1: von den Anfängen bis zur Staatenbildungszeit, Göttingen 1984 S. 128

Literatur

5. Buch Mose

Das 5. Buch Mose, auf hebräisch דְּבָרִים (debārīm) Debarim oder auch Devarim („Worte“), auf altgriechisch Δευτερονόμιον (Deuteronómion) Deuteronomion, latinisiert Deuteronomium („zweites Gesetz“) genannt, ist das fünfte Buch des jüdischen Tanach wie auch des christlichen Alten Testaments und damit das fünfte Buch der verschiedenen Kanones der Bibel. In der rabbinischen Literatur wird das Buch auch מִשְׁנֵה תוֹרָה Mischne Tora („Wiederholung der Weisung“) genannt. Hinter dem griechischen Namen stehen (christliche) theologische Vermutungen, die das 5. Buch Mose als die zweite nach einer ersten von Exodus 19 bis Numeri 10 berichteten Gesetzgebung verstehen.

Achan

Achan (hebräisch עָכָן ‘ākhān (Jos 7 und Jos 22,20 ) und hebräisch עָכָר ‘ākhār 1 Chr 2,7 , altgriechisch Αχαρ), der Sohn des Karmi, des Sohnes Sabdis, des Sohnes Serachs, aus dem Stamm Juda war ein verurteilter Sünder im Alten Testament.

Gemäß der Legende von der gescheiterten Eroberung von Ai während der Landnahme Kanaans durch Israel war Achan der Verursacher dieser (vorläufigen) Niederlage.

Bei der zuvor erfolgten Eroberung Jerichos hatte der Führer Josua, der Sohn Nuns die gesamte Stadt unter den Bann gestellt (Jos 6,17 ), sie also der priesterlichen Verfügung unterstellt, und damit dem direkten Zugriff der Eroberer entzogen. Achan behielt jedoch Teile Banngutes für sich (Jos 7,1 ): einen babylonischen Mantel, zweihundert Silberschekel und einen fünfzig Schekel wiegenden Goldbarren (Jos 7,21).

Darauf entbrannte der Zorn Gottes nicht nur über den Dieb, sondern das gesamte Volk, woraufhin er diesem vor Ai eine militärische Schlappe beifügte. Im Gebet erfuhr Josua, die Verletzung des Banngebotes sei dafür die Ursache gewesen (Jos 7,10-13 ) sowie den Hinweis, den Namen des Delinquenten über ein Losorakel (Auswahlorakel) zu ermitteln. Das göttliche Los siebte aus den Stämmen Juda, aus Juda die Sippe Serach, aus dieser wiederum die Großfamilie Sabdi und aus ihr schließlich Achan heraus. Derart überführt, erkannte er auf Josuas Verlangen Gottes Gerechtigkeit an, bekannte sich schuldig, zählte das Gebannte auf, das er an sich genommen hatte, und gab das Versteck preis, eine Grube im Zelt.

Dem Gesetz entsprechend wurden der Straftäter mitsamt seiner Familie im „Tal Achor“ (wohl die Ebene Buqē‘a) gesteinigt und samt Besitz (u. a. und das Silber, den Mantel, die Goldzunge, seine Söhne, seine Töchter, sein Rind, seinen Esel, sein Kleinvieh, sein Zelt), Söhnen und Töchtern verbrannt. Die Geschichte enthält daher Elemente einer ätiologische Sage, die den dort befindlichen Steinhaufen erklärt. Allerdings ist wohl kaum davon auszugehen, dass die ätiologische Herleitung der Hauptgrund für die Erzählung ist, sondern dass sie sekundär ist. Primär geht es um die Erklärung des Gebannten bzw. der Vernichtungsweihe. Dabei gibt es drei Ebenen zu identifizieren:

der Akt der Vernichtungsweihe (Jos 7,1a)

das der Vernichtungsweihe bestimmte Gut (Jos 7,1b.15b)

die vom Bannfluch angesteckte Personen (Jos 7,12.13)Die Struktur der Passage des Auswahlorakels folgt der Schilderung der Königswahl des Saul (1 Sam 11 ).

Die Härte in der Verfolgung von missbrauchtem Vertrauen klingt im Neuen Testament im Gleichnis von den anvertrauten Talenten sowie der Geschichte von Ananias und Saphira (Apg 5,1-10 ) wieder an.

Altstadtmarktbrunnen

Der Altstadtmarktbrunnen, in jüngster Zeit gelegentlich auch als Marienbrunnen bezeichnet, steht seit seiner Errichtung Ende November 1408 auf dem Altstadtmarkt in Braunschweig. Neben dem Braunschweiger Löwen gehört der Altstadtmarktbrunnen zu den wenigen freistehenden Monumenten internationalen Ranges in der Stadt.Es ist ein spätgotischer Drei-Schalen-Brunnen, der, wie auf dem Rand der untersten Schale in lateinischer Sprache zu lesen ist, im Jahre des Herrn 1408 am Vorabend von St. Katharinen, das heißt am 24. November 1408 gegossen wurde („anno d[o]m[ini] MCCCC VIII vigilia katerine fusa est“). Das verwendete Gussmaterial ist Blei aus dem etwa 50 Kilometer südlich der Stadt gelegenen Rammelsberg bei Goslar.

Die drei unterschiedlich großen, pyramidenförmig angeordneten Schalen sind mit zahlreichen Wappen, Figuren, floralem Schmuck sowie mittelniederdeutschen und lateinischen Inschriften versehen. Vom Mittelalter bis in die Neuzeit hinein diente der Quellbrunnen zur Versorgung der Braunschweiger Altstadt mit Trink- und Löschwasser.

Wer den Brunnen entwarf, wo er gegossen wurde und wer den Guss ausführte, ist nicht bekannt. Ebenso unbekannt sind jene, die die Figuren, Buchstaben und sonstigen Verzierungen schufen oder das Tabernakel anfertigten.

Buch der Richter

Das Buch der Richter (Abkürzung: Ri; hebräisch ספר שופטים Sefer Schoftim) ist ein Teil des Tanachs und somit auch Teil des Alten Testaments. Seit dem Mittelalter wird es in 21 Kapitel unterteilt.

Josua

Josua [ˈjoːzu̯a] ist ein männlicher Vorname. Er ist die deutsche, niederländische, norwegische und schwedische Variante des hebräischen Namen Jehoschua (יְהוֹשֻׁעַ).

Der bekannteste Namensträger ist der israelitische Führer Josua, der Sohn Nuns, in der Hebräischen Bibel, nach dem das Buch Josua benannt ist. Auch Jesus von Nazaret trug diesen Namen. Allerdings wurde nur seine griechische Namensvariante überliefert.

Josua (Begriffsklärung)

Josua steht für:

Josua, ein männlicher Vorname

Buch Josua, ein Buch der Bibel

Josua, der Sohn Nuns, der Namensgeber des Buches

Joshua (Händel), ein Oratorium von HändelJosua ist der Familienname folgender Personen:

Hanna Nouri Josua (* 1956), arabisch evangelischer Pfarrer und Autor

Landnahme Kanaans

Mit Landnahme Kanaans werden jene Ereignisse nach dem legendären Auszug aus Ägypten und der anschließenden Wüstenwanderung zusammengefasst, die zur Niederlassung der Stämme Israels entweder im Zeitraum von etwa 1230–1208 v. Chr. oder während der Regierungszeiten von Thutmosis III. bis Amenophis II. (15. Jahrhundert v. Chr., Neues Reich) in Kanaan geführt haben sollen.

Die Dokumente, die Aufschluss über die historischen Vorgänge der Spätbronze- und frühen Eisenzeit in Palästina geben könnten, sind weit davon entfernt, ein einheitliches und kohärentes Bild der damaligen Gegebenheiten zu liefern. Einige schriftliche Dokumente und archäologische Funde, die Gegenstand intensiver Studien sind, werden in diesem Artikel zusammenfassend beschrieben.

Liste der Richter Israels

Die Liste der Richter Israels listet alle Richter der Israeliten (ca. 1300 v. Chr. – ca. 1025 v. Chr.), über die im Tanach berichtet wird, auf:

Mose

Josua, der Sohn Nuns

Otniël

Ehud

Schamgar

Debora (weiblich)

Barak

Gideon

Abimelech (König)

Tola

Jaïr

Jiftach

Ibzan

Elon

Abdon ben Hillel

Simson

Eli

Samuel

Louis Sala-Molins

Louis Sala-Molins (* 1935 in Santpedor/Katalonien im Departement von Barcelona) ist ein katalanisch-französischer Philosoph mit Schwerpunktsetzungen in Politik- und Rechtswissenschaft.

Nun

Nun steht für:

Nun, Vater von Josua, der Sohn Nuns, dem Nachfolger des Mose

Nun (Phönizisch), Konsonant des phönizischen Alphabets, siehe Phönizisches Alphabet #Nun

Nun (Hebräisch) (נון), vierzehnter Buchstabe im hebräischen Alphabet

Nun (arabischer Buchstabe) (نون), 25. Buchstabe des arabischen Alphabets

Nun (ägyptische Mythologie), altägyptischer Gott, der mit seiner Gemahlin Naunet ein Götterpaar bildete

Nun (Berg), 7135 m hoher Berg im Himalaya, liegt im indischen Bundesstaat Jammu und Kashmir und bildet mit dem Kun und dem Pinnacle Peak das Nun-Kun-Massiv

Nun (Fluss), östlicher Mündungsarm des Nigers, gabelt sich in die Flüsse Nun und Forcados

Nun-Kun-Massiv, Bergmassiv in Jammu und Kashmir, Indien, umfasst die benachbarten Himalaya-Gipfel Nun, 7135 m, und Kun, 7077 mNun ist der Namensteil folgender Personen:

Johai Ben-Nun (1924–1994), israelischer GeneralṆun steht für:

Ṇun (Sindhi, Punjabi: ڻون ṇūn; ڻ), einen Buchstaben mehrerer erweiterter arabischer AlphabeteNUN steht für:

NIN (Sumer), NIN, NUN (akkadisch EREŠ), bedeutete in der sumerischen Sprache „Dame, Frau, Herrin“ und bezeichnete mit dem Zusatz DINGIR weibliche Gottheiten

Nun (Mesopotamien) (sumerisch NUN, Nun; akkadisch rubû; „Herr/Herrin, Fürst/Fürstin“), wird in unterschiedlichen Funktionen als Epitheton, Schriftzeichen und Gottesdeterminativ verwendetThe Nun lautet der Filmtitel:

The Nun, spanischer Horrorfilm aus dem Jahr 2018

The Nun (2018), US-amerikanischer HorrorfilmSiehe auch:

Noon

Noone

Nuhn

Nunn

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