Israeliten

Die Israeliten sind – nach der Bibel – alle Angehörigen der Zwölf Stämme Israels und ihre Nachkommen, die Juden und die Samaritaner. Sie bilden in ihrer Gesamtheit und Generationenfolge das Volk Israel (hebräisch ישראל), die in einem „Bund“ (ברית (hebräisch berītBerit“)), einem Vertrag zwischen den Menschen und JHWH oder sich in einem Bundesschluss Gottes mit den Menschen der zwölf Stämme befinden.

Später wurde in der Bibel die Bezeichnung Israeliten nur für die Bewohner des Nordreiches verwendet.[1]

In der europäischen Aufklärung und dann im 19. Jahrhundert unter dem französischen Kaiser Napoleon I. in der französischen Amtssprache wurde der Ausdruck „Israeliten“ dem durch antisemitische Anfeindungen belastet empfundenen Ausdruck „Juden“ vorgezogen.[2] Im 19. und 20. Jahrhundert wurde der Ausdruck teilweise die offizielle und die Selbst-Bezeichnung für europäische Juden. So kam es zu Einrichtungsnamen wie Israelitische Kultusgemeinde.[3]

Der Zionismus lehnte den Ausdruck „Israeliten“ ab. Nach 1945 hat er sich noch in Frankreich gehalten.

Israeliten nach der biblischen Geschichte

Name

Im Tanach erscheint der Name zuerst als Ehrenname Gottes für den Stammvater der Israeliten, Jakob (Gen 32,29). Er bedeutet wörtlich „isra“ Diener und „él“ Gott, damit ist Name Jakobs gemeint.

Er enthält den semitischen Gottestitel El, der in der Bibel den Gott JHWH bezeichnet, der dieses Volk aus allen Völkern der Erde zu seinen Zeugen erwählt habe. Dies gilt auch für alle Nachkommen der Israeliten:[4]

In deutschen Bibelübersetzungen heißen die Angehörigen dieses Volkes bis heute Israeliten, abgeleitet vom griechischen Suffix -it-, das der hebräischen Volksbezeichnung seit der Septuaginta angehängt wurde (hoi Israêlitai).

Die frühen Angehörigen dieses Volkes werden in der Bibel mit Bezug auf ihre hebräische SpracheHebräer“ genannt. Außerhalb der Bibel bezeichneten die Konsonanten der Wortwurzel hbr in semitischen Sprachen des 2. Jahrtausends v. Chr. keine ethnische, sondern eine soziale Gruppe von Landlosen und Entwurzelten, zu der Räuber, Nomaden, Tagelöhner, Zwangsarbeiter und Söldner gezählt wurden.

Entstehung

Nach dem 1. Buch Mose stammen die Israeliten von den zwölf Söhnen Jakobs, dessen Vater Isaak und Großvater Abraham ab. Zum Volk wurden sie nach dem 2. Buch Mose erst in der Sklaverei in Ägypten. In diese seien sie infolge einer Hungersnot geraten, die Jakobs Söhne und ihre Familien veranlasst habe, in Ägypten Getreidevorräte zu kaufen. Ein späterer Pharao, vermutlich Ramses II., habe sie dann dort zur Zwangsarbeit für seine Vorratsstädte gezwungen.

Auf ihre Hilfeschreie hin habe JHWH Mose erwählt und gesandt, um sie aus der Sklaverei zu befreien. Er habe 600.000 Männer sowie ihre Frauen und Kinder zum Auszug aus Ägypten geführt. Diese werden fortan Gemeinde Israel genannt. Nach dem Durchzug der Wüste seien sie an den Berg Sinai gelangt, wo JHWH sich Mose offenbart und ihm die Tora übergeben habe. Dann habe er mit Mose und 70 Führern der Israeliten einen Bund geschlossen, mit dem er sich zur Treue für dieses Volk und dieses zur Treue zu ihm und seinen Geboten verpflichtet und ihnen erneut die Gabe des Landes versprochen habe.

Mose und Josua führen die Israeliten dann nach Kanaan. Das Buch Josua und Buch Richter erzählen den Verlauf der sogenannten Landnahme Kanaans und anschließende Behauptung gegen äußere Feinde der Israeliten in der vorstaatlichen Zeit des Zwölfstämmebundes.

Um der ständigen Bedrohung Herr zu werden und außenpolitische Stabilität zu erlangen, hätten die Israeliten später als andere Völker einen König verlangt und Saul zu ihrem ersten König gewählt. Nachdem König David diesen ablöste, eroberte er Jerusalem und machte es mit der Überführung der Bundeslade zum kultischen Zentrum seines Reiches. Sein Sohn Salomo ließ dann den Jerusalemer Tempel erbauen.

Jüdische Bibel

Die Jüdische Bibel (Tanach) beschreibt die Juden als auserwähltes Volk Gottes, das sich durch seine Beziehung („Bündnis“) zu ihm definiert und von den anderen Völkern unterscheidet.[5]

Als einzige Religion berichtet das Judentum, nach jüdischen Quellen, wie das gesamte Volk Israel Zeuge der Offenbarung Gottes wurde.[6] Das historische Alleinstellungsmerkmal der Massenoffenbarung wird im Segensspruch auf die Wahrheit und auf die Erlösung/Befreiung Emet we-Emuna („Wahrheit und Glaube“) deutlich:

Neues Testament

Im Neuen Testament kommen die Ausdrücke „Israel/Israelit/Israeliten“ 73-mal vor und bezeichnen immer das jüdische Volk insgesamt oder Einzelpersonen als dessen Angehörige. An allen Stellen ist das von Gott bleibend erwählte Gottesvolk gemeint und angesprochen. Alle NT-Schriften erwarten, erhoffen und erbitten daher die endgültige Rettung aller Israeliten durch Gott.

Besonders Paulus von Tarsus macht diese Rettung in seinem Römerbrief (Röm 9-11) zu einem für alle Christen maßgebenden Thema. Sein früher Galaterbrief schließt das „Israel Gottes“ in die Fürbitte der Christen ein (Gal 6,16). Sein später Epheserbrief bekräftigt die israelitische Hoffnung der Völkerwallfahrt zum Zion, die Christi Sühnetod am Kreuz ermöglicht und die Urchristen begonnen hätten. Diese Voraussetzung gilt auch im Johannesevangelium (Joh 1,31.47.49; 3,10), das die Juden sonst als Vertreter des von Jesus Christus beendeten „Alten Äons“ darstellt, und in der Johannesoffenbarung (2,14; 7,4; 21,12).[8]

Geschichte der Israeliten in historisch-kritischer Sicht

Name

Nur wenige außerbiblische Quellen geben Hinweise auf die Herkunft der Israeliten. Der früheste Beleg für eine Ethnie „Israel“ ist die auf 1208 v. Chr. datierte Merenptah-Stele,[9] auf welcher der Pharao Merenptah einen Stamm oder ein Volk in Kanaan namens Ysrjr erwähnt:

M17M17O34
D21
M17G1D21
Z1 T14
A1 B1
Z2

Reichsteilung

Salomos Reich zerfiel in der Folgegeneration wegen eines Aufstands der Nordstämme in die Teilstaaten Reich Juda mit Jerusalem und Nordreich Israel mit Sichem als Hauptstadt (1 Kön 12,20 ). Das Nordreich endete 722 v. Chr. mit der Eroberung durch die Assyrer und Deportation der dortigen Oberschicht (2 Kön 17,6 ). Die zehn Stämme des Nordreichs werden auch als „Verlorene Stämme Israels“ bezeichnet.

Die verbliebenen Stämme Juda, Benjamin und Teile Levis werden seit der Reichsteilung als Jehudi bezeichnet. Daraus ging über die römische Provinz Judäa die Bezeichnung Juden hervor, die sich heute auf alle Nachfahren der früheren Israeliten und alle Angehörigen des Judentums auch in der jüdischen Diaspora erstreckt.

Staat Israel

Der 1948 gegründete Staat Israel gab sich diesen Namen in bewusster Anknüpfung an den biblischen Namen. Heutige Juden nennen sich weiterhin Israeliten und Volk Israel. Auch die Samaritaner als Mischbevölkerung von Eingewanderten (2 Kön 17,24 ) und im Lande verbliebenen bzw. zurückgekehrten Resten der Bevölkerung des früheren Nordreichs Israel haben Anspruch auf diesen Namen.

Literatur

  • Gösta W. Ahlström: Who were the Israelites? Eisenbrauns, Winona Lake IN 1986, ISBN 0-931464-24-2.
  • William G. Dever: Israelites. In: Kathryn A. Bard (Hrsg.): Encyclopedia of the Archaeology of Ancient Egypt. Routledge, London 1999, ISBN 0-415-18589-0, S. 382–84.
  • Markus Witte, Johannes F. Diehl (Hrsg.): Israeliten und Phönizier. Ihre Beziehungen im Spiegel der Archäologie und der Literatur des Alten Testaments und seiner Umwelt (= Orbis biblicus et orientalis. Band 235). Academic Press u. a., Fribourg u. a. 2008, ISBN 978-3-7278-1621-5.

Einzelnachweise

  1. Simone Senk (Red.): Schülerduden Religion und Ethik. Das Fachlexikon von A-Z. 2. Auflage. Dudenverlag: Mannheim u. a. 2008, ISBN 978-3-411-72092-7: Israeliten
  2. Simone Senk (Red.): Schülerduden Religion und Ethik. Das Fachlexikon von A-Z. 2. Auflage. Dudenverlag: Mannheim u. a. 2008, ISBN 978-3-411-72092-7: Israeliten
  3. Michael Brenner: Israeli und Israeliten. In: Neue Zürcher Zeitung. 20. August 2014, abgerufen am 25. April 2016.; Simone Senk (Red.): Schülerduden Religion und Ethik. Das Fachlexikon von A-Z. 2. Auflage. Dudenverlag: Mannheim u. a. 2008, ISBN 978-3-411-72092-7: Israeliten
  4. Abraham Joshua Heschel: Gott sucht den Menschen. Eine Philosophie des Judentums (= Information Judentum. Band 2). 3. Auflage. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1992, ISBN 3-7887-0607-4, S. 129.
  5. Understanding Jewish History: Texts and Commentaries By Steven Bayme, S. 363.
  6. „Wenn man fragt: Wie war es, als das Volk am Sinai stand und die Stimme Gottes hörte? – dann muß die Antwort lauten: Wie kein anderes Geschehen in der Geschichte der Menschen. Es gibt zahllose Legenden, Mythen, Berichte – aber nirgendwo sonst wird davon Kunde gegeben, daß ein ganzes Volk Zeuge eines Ereignisses wie das vom Sinai wurde.“ Aus: Abraham Joshua Heschel: Gott sucht den Menschen. Eine Philosophie des Judentums. In: Zehuda Aschkenasy, Ernst Ludwig Ehrlich, Heinz Kremers (Hrsg.): Information Judentum. Band 2, Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1992, S. 146.
  7. Siddûr tefillôt Yiśrāʾēl / übers. u. erl. von Samson Raphael Hirsch. 3. Auflage. Kauffmann, Frankfurt am Main 1921, S. 263–265.
  8. Heinz Kremers: Das jüdische Volk im Neuen Testament und heute. In: Heinz Kremers: Judenmission heute? Von der Judenmission zur brüderlichen Solidarität und zum ökumenischen Dialog. Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 1979, ISBN 3-7887-0599-X, S. 37 ff.
  9. Auszug aus Ägyptens Archiven Spektrum.de
1. Buch der Chronik

Das 1. Buch der Chronik, auf hebräisch דִּבְרֵי הַיָּמִים Diwrei hajjamim („Ereignisse der Tage“, 1 und 2 Chr), ist ein Buch des Tanach, der hebräischen Bibel bzw. des christlichen Alten Testaments. Seit dem Mittelalter wird es in 29 Kapitel unterteilt. In den Ostkirchen heißt es 1. Buch der Auslassungen (oder der ausgelassenen Dinge, griech. Paralipomenon), weil es viele in den Samuel- und Königsbüchern fehlende Details enthält. Als Entstehungszeit wird die vorhellenistische Epoche angenommen, da Ereignisse vor 516 v. Chr. in der Chronik enthalten sind, griechische Einflüsse jedoch nicht festgestellt werden konnten.

Das Buch besteht aus zwei Teilen. Im kürzeren ersten Teil werden umfangreiche Abstammungs- und Geschlechterlisten der Israeliten und einiger Nachbarvölker gegeben. Der größere zweite Teil des Buches zeigt inhaltlich Parallelen zum 2. Buch Samuel, stellt die Ereignisse aber aus einem etwas anderen Blickwinkel dar; vor allem wird weniger Wert auf die politischen Ereignisse, dafür mehr Wert auf den Kultus und den Aufbau der israelitischen Gesellschaft des geschilderten Zeitraums gelegt. Die Sicht auf die Führungspersonen ist merklich positiver und unkritischer als in den Samuelbüchern. Wegen der vielen Verweise auf den Tempel wird vermutet, dass der Autor selbst dem Tempelkult nahestand und evtl. einer der Tempelsänger war.

Das 2. Buch der Chronik ist eine direkte Fortsetzung, die wohl nur wegen der Unhandlichkeit allzu langer Schriftrollen vom ersten Buch abgetrennt wurde.

Inhalt:

Von Adam bis Saul

Davids Königtum

Vorbereitung des Tempelbaus

Davids Nachfolger und Ende

2. Buch Mose

Das 2. Buch Mose, auf hebräisch שְׁמוֹת Schemot, deutsch ‚Namen‘, auf altgriechisch Ἔξοδος Éxodos, deutsch ‚Exodus‘ genannt, ist das zweite Buch der Tora und des jüdischen Tanach wie auch des christlichen Alten Testaments und damit das zweite Buch der beiden Fassungen des biblischen Kanons.

4. Buch Mose

Das 4. Buch Mose, auf hebräisch בְּמִדְבַּר bemidbar, Bemidbar oder בַּמִּדְבָּר bamidbar, Bamidbar, auf altgriechisch Ἀριθμοί Arithmoí, deutsch ‚Zahlen‘ genannt, ist das vierte Buch des Tanachs wie auch des Alten Testaments und damit das vierte Buch der beiden Fassungen des biblischen Kanons. Die in Zitierungen häufig gebrachte lateinische Bezeichnung ist Numeri. Es handelt vom Volk Israel in der Wüste und wurde in 36 Kapitel unterteilt, wie es sich seit dem Mittelalter etabliert hat. Zu Beginn werden auch die Zwölf Stämme Israels in ihren Zahlen nach männlichen Erwachsenen und in ihrer Ordnung angegeben.

Aaron (biblische Person)

Aaron (hebräisch אַהֲרֹן Aharon; arabisch هارون Harun, möglicherweise von ägyptisch ‘3 rn „groß ist der Name (Gottes)“ oder durch Lautwandeln von l zu r aus hebräisch אַהֲלוֹן, ahǎlôn „Zeltmann“ oder von hebräisch ארון Aron „(Bundes-)Lade, Kasten“) ist nach biblischer Überlieferung (2. Buch Mose) der ältere Bruder des Mose und erster Hohepriester der Israeliten. Die Schwester der beiden war Mirjam.

Aaron war der Sohn des Amram und der Jochebed, aus dem Stamm Levi und drei Jahre älter als Mose, dessen Sprecher (biblisch „Mund, Prophet“; Ex 4,14 ; 7,1 ) er bei dem israelitischen Befreiungs- und Gesetzgebungswerk war.

Buch der Richter

Das Buch der Richter (Abkürzung: Ri; hebräisch ספר שופטים Sefer Schoftim) ist ein Teil des Tanachs und somit auch Teil des Alten Testaments. Seit dem Mittelalter wird es in 21 Kapitel unterteilt.

Deborah (Händel)

Deborah (HWV 51) ist ein Oratorium in drei Teilen von Georg Friedrich Händel (Musik) mit einem Libretto von Samuel Humphreys. Die Uraufführung fand am 21. Februar 1733 im King’s Theatre am Haymarket in London statt.

Eretz Israel

Eretz Israel, wörtlich übersetzt „Land Israel(s)“ (hebräisch ארץ ישראל, in alternativen Transkriptionen auch Erez Israel oder Eretz Jisra’el), ist eine traditionelle hebräische Bezeichnung für das Land, das in der Bibel meist Land Kanaan genannt wird, in dem die Israeliten nach biblischer Darstellung sesshaft wurden und mehrere Jahrhunderte neben Kanaanäern, Philistern und anderen Völkern lebten.

Erzelternerzählung

Erzelternerzählung oder traditionell Vätergeschichte bezeichnet die gesammelten Erzählungen über die Stammväter und Stammmütter der Israeliten im 1. Buch Mose (Bereschit bzw. Genesis) der Bibel (Kapitel 12–50). Diese Texteinheit erzählt die Anfänge des Volkes Israel als Familien- und Sippengeschichte über drei bis vier Generationen: von den Erzeltern Abraham und Sara über ihren Sohn Isaak und seine Frau Rebekka, den Konflikt zwischen deren Zwillingssöhnen Jakob und Esau bis zu Streit und Versöhnung der zwölf Söhne Jakobs in der Josefsgeschichte.

Die zwölf Jakobssöhne, Abrahams Urenkel, sind biblisch die Stammväter der Zwölf Stämme Israels, also des Gesamtvolkes, dessen Geschichte ab dem 2. Buch Mose erzählt wird. Die Entstehung dieses Volkes hatte Israels Gott JHWH dem Abraham zu Beginn der Erzelternerzählung versprochen (Gen 12,1–3); am Schluss bekräftigt er diese Segenszusage (Gen 50,24ff.). Die Versöhnung der Söhne Jakobs nach dessen Tod bildet somit das „politische Lebensprogramm für Israel“. Die gesamte Erzählung umfasst nach dem Eigenkontext einen riesigen Zeitraum seit dem Noachbund nach der Sintflut (Gen 9) bis zur Sklaverei der Israeliten im Alten Ägypten (Ex 1). Tatsächlich spiegelt sie jedoch schon die spätere Besiedlung des gelobten Landes Kanaan, von der die weiteren biblischen Bücher erzählen. Der Entstehungsprozess der Erzählung von ersten Einzeltexten bis zur Endkomposition der Tora (des Pentateuch) ist sehr komplex und umstritten. Konsens besteht heute darin, dass die Endredaktion, die die Erzelternerzählung mit der vorangehenden Urgeschichte (Gen 1–11) und der folgenden Exoduserzählung verknüpfte, um 450–400 v. Chr. geschah.Die „abrahamitischen Religionen“ Judentum, Christentum und Islam führen sich je auf ihre Weise auf die Erzelternerzählung zurück.

Geschichte Israels

Als Geschichte Israels oder Geschichte des Volkes Israel bezeichnet man die Geschichte der Israeliten und des Judentums – als Volk und als Religion – von seinen Anfängen etwa 1500 v. Chr. im Alten Orient und seiner Ansiedlung in Kanaan bis zur Zerstörung des herodianischen Tempels im Jahr 70 n. Chr. und dem Ansiedelungsverbot für palästinische Juden nach der Niederlage Simon Bar Kochbas im Jahr 135 n. Chr. Diese Zeit entspricht etwa der Entstehungszeit des Tanach, der Hebräischen Bibel.

Hebräer

Als Hebräer (hebräisch עִבְרִי ʿivri oder Iwri; aramäisch: hubroye) werden in der hebräischen Bibel frühe Angehörige der Israeliten, später auch ihre Nachfahren, die Juden, bezeichnet.

Judas Maccabaeus

Judas Maccabaeus (HWV 63; dt. Judas Makkabäus) ist ein Oratorium in drei Akten von Georg Friedrich Händel.

Kanaaniter

Die Kanaaniter oder Kanaanäer sind die ältesten bekannten Einwohner des heutigen Israel, des biblischen Landes Kanaan, vorwiegend vor dem Auftreten der Israeliten im 13. Jahrhundert v. Chr.

Königreich

Der Begriff Königreich bezeichnet einen Staat mit einer monarchischen Staatsform, bei dem der Monarch als König (bzw. Königin) bezeichnet wird.

Eng verwandt mit dem staatlichen Begriff ist in der Christlichen Theologie der Ausdruck Königreich Gottes. Anhand der Bücher der Bibel kann man die Entwicklung des staatlichen Königtums im Altertum verfolgen, doch hat der Begriff in der Theologie oft eine übertragene Bedeutung.

Wie heute, so hatten auch die Königreiche des Altertums verschiedene königliche Symbole. Im Allgemeinen gab es eine oder mehrere Hauptstädte bzw. königliche Residenzen, einen Königshof und ein stehendes Heer.

Das Wort „Königreich“ an sich gibt keinen genauen Aufschluss über die Regierungsstruktur, den Gebietsumfang oder die Macht eines Monarchen. Königreiche waren früher unterschiedlich groß und einflussreich, angefangen von den starken Weltmächten – Ägypten, Assyrien, Babylon, Medien, Persien, Griechenland und Rom – bis zu kleinen Stadtkönigreichen wie denen in Kanaan zur Zeit der Eroberung des Landes durch die Israeliten. Außerdem mag die Regierungsstruktur von Königreich zu Königreich sehr verschieden gewesen sein.

Die großen Weltreiche, die riesige Gebiete und zudem tributpflichtige Königreiche beherrschten, scheinen aus kleinen Stadtstaaten oder Stammesgruppen entstanden zu sein, die sich schließlich unter einem herrschenden Führer vereinigten. Solche Koalitionen waren zuweilen zeitlich begrenzt und wurden oft nur dann gebildet, wenn es galt, einen gemeinsamen Feind zu bekriegen.

Ein Vasallenkönigreich ist ein von einer anderen Macht abhängiges Königreich, mit eigener Verwaltung. Vasallenkönigreiche genossen zwar häufig ein beträchtliches Maß an Autonomie oder Selbstverwaltung, mussten sich aber dem Willen und den Forderungen der übergeordneten Macht beugen.

Manna

Als Manna oder auch Himmelsbrot wird in der Bibel (2 Mos 16 ) die Speise bezeichnet, die den Israeliten auf ihrer 40-jährigen Wanderschaft durch die Wüste als Nahrung diente.

Mose

Mose(s) (hebräisch מֹשֶׁה Mosche; altgriechisch Μωϋσῆς, Μωσῆς Mō(y)sēs; arabisch مُوسَى Mūsā) ist die Zentralfigur im Pentateuch. Nach biblischer Überlieferung führte der Prophet Mose als von Gott Beauftragter das Volk der Israeliten auf einer vierzig Jahre währenden Wanderung aus der ägyptischen Sklaverei in das kanaanäische Land.

Bis in die Zeit der Aufklärung galt Mose als Verfasser der Bücher des Pentateuch (1. bis 5. Buch Mose die Bücher Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri und Deuteronomium) sowie des Psalms 90. Bei aller Unklarheit über eine mögliche historische Persönlichkeit Moses ist die heutige biblische Wissenschaft einig darüber, dass ein solcher historischer Moses nicht als Autor des Pentateuch in Frage kommt.

Oberrat der Israeliten Badens

Der Oberrat der Israeliten Badens wurde durch das großherzogliche Juden-Edikt vom 13. Januar 1809 als Landesverband der jüdischen Bewohner geschaffen und nach 1945 wieder errichtet. Der Großherzog Karl Friedrich von Baden anerkannte die Juden seines Landes als Glaubensgemeinschaft und stellte sie mit den christlichen Konfessionen in religiösen Dingen gleich, aber nicht hinsichtlich der staatsbürgerlichen Rechte. Hierin folgte das Edikt dem französischen Vorbild, dem Baden durch seine Mitgliedschaft im Rheinbund und die Übernahme des Code civil besonders verbunden war.

Pessach

Pessach, auch Passa, Passah oder Pascha genannt (hebräisch פֶּסַח pésach, ; aramäisch פַּסְחָא pas’cha; (Septuaginta und NT:) griechisch πάσχα pás’cha, deutsch ‚Vorüberschreiten‘), gehört zu den wichtigsten Festen des Judentums. Das Fest erinnert an den Auszug aus Ägypten (Exodus), also die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei, von der das 2. Buch Mose im Tanach erzählt. Die Nacherzählung (Haggada) dieses Geschehens verbindet jede neue Generation der Juden mit ihrer zentralen Befreiungserfahrung.

Das Pessach wird von Juden in der Woche vom 15. bis 22., in Israel bis zum 21. Nisan gefeiert. Es ist ein Familienfest mit verschiedenen Riten, das mit dem Sederabend am 14. Nisan eingeleitet wird und dem einwöchigen Verzehr von Matzen. Deshalb heißt es auch „Fest der ungesäuerten Brote“.

In der Zeit des zweiten Jerusalemer Tempels, also zwischen etwa 530 vor und 70 nach Chr., gehörte Pessach neben Schawuot (dem Wochenfest) und Sukkot (dem Laubhüttenfest) zu den drei israelitischen Wallfahrtsfesten, an denen die Gläubigen zum Tempelberg pilgerten.

Samson (Händel)

Samson (HWV 57) ist ein Oratorium in drei Akten von Georg Friedrich Händel.

Samuel (Prophet)

Samuel oder Schmu’el (hebräisch שְׁמוּאֵל, šəmūʔēl) oder Ṣamwīl (arabisch صمويل) war ein biblischer Prophet und der letzte Richter Israels. Das 1. Buch Samuel berichtet von seinem Wirken. Er lebte ungefähr im 11. Jahrhundert v. Chr. und findet auch in mittelalterlichen Korankommentaren Erwähnung.

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