Internationale Standardbuchnummer

Die Internationale Standardbuchnummer (englisch International Standard Book Number, ISBN) ist eine Nummer[1] zur eindeutigen Kennzeichnung von Büchern und anderen selbstständigen Veröffentlichungen mit redaktionellem Anteil, wie beispielsweise Multimedia-Produkten und Software.

ISBN werden überwiegend in Warenwirtschaftssystemen des Buchhandels eingesetzt, doch auch viele Bibliotheken verwenden sie für die Bestellsysteme und die bibliotheksübergreifenden Kataloge. Nationalbibliografien hingegen haben eigene Nummernsysteme. Für Zeitschriften und Schriftenreihen wird eine Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke (englisch International Standard Serial Number, ISSN) vergeben.

Wikipedia-Buch-Rueckseite-Barcode-OhneBall
ISBN codiert als EAN-13-Barcode auf der Rückseite des Buches „Alles über Wikipedia“

Entstehungsgeschichte

Logo des Deutschen Instituts für Normung DIN ISO 2108
Bereich Information und Dokumentation
Titel Internationale Standard-Buchnummer (ISBN)
Kurzbeschreibung: Nummernsystem für Bücher
Letzte Ausgabe 1.2007
ISO 2108

Ab Mitte der 1960er Jahre machte man sich in Europa, insbesondere in England an der London School of Economics and Political Science (LSE) und bei der Publisher Association of Great Britain, Gedanken über eine eindeutige internationale Identifikation von Büchern. 1966 führte das größte britische Buchhandelshaus WHSmith erstmals eine Standardbuchnummer, abgekürzt „SBN“, ein. Die Internationale Organisation für Normung griff 1968 diese Vorschläge auf, erweiterte die neunstellige SBN um eine weitere Stelle zur Internationalen SBN und veröffentlichte 1972 die Norm ISO 2108. Die nationale Übernahme dieser Norm in Deutschland ist die DIN-Norm DIN ISO 2108.

Bis zum Jahresende 2006 hatte der Nummernraum einer ISBN zehn Stellen einschließlich einer Prüfziffer. Da es in Osteuropa und im englischen Sprachraum Schwierigkeiten gab, für neue Verlage und Publikationen Nummern zu vergeben, wurde Anfang 2005 ein revidierter ISO-Standard für die neue dreizehnstellige ISBN eingeführt.[2] Alte ISBN im zehnstelligen Format werden nun als ISBN-10 bezeichnet. Der für ISBN zur Verfügung stehende Zahlenraum konnte dadurch von einer Milliarde Kombinationen auf 1,9 Milliarden fast verdoppelt werden. Neben der annähernden Verdoppelung des Zahlenraumes war die Kompatibilität mit dem System internationaler Artikelnummern EAN der wichtigste Grund für die Umstellung. Das Format der ISBN-13 wurde so gewählt, dass die Ziffernfolge identisch mit der zugehörigen EAN-13-Artikelnummer ist.

Die ISBN-Agentur für Deutschland empfahl 2004 den deutschen Verlagen, im Hinblick auf die Umstellung für die Übergangsperiode bereits beide ISBN auf ihren Produkten anzugeben.[2] Seit dem 1. Januar 2007 werden nur noch ISBN-13 vergeben.[1]

Kopplung an das System internationaler Artikelnummern

ISBNundEAN
Buchland-EAN und ISBN-10 auf der Rückseite eines Buches

Das ISBN-System wurde an das System internationaler Artikelnummern EAN gekoppelt. Damit können Bücher weltweit innerhalb des EAN-Systems in Warenwirtschaftssysteme übernommen werden, ohne dass aufwändige Neuauszeichnungen mit nationalen Strichcodes nötig sind. Da die ersten drei Ziffern einer EAN normalerweise für das Registrierungsland stehen, z. B. „400“ bis „440“ für die deutsche EAN-Verwaltung, wurde für Bücher ein „Buchland“ (engl. „Bookland“) eingeführt, sozusagen für „registriert im Land der Bücher“. Für Bücher sind die EAN-Ländernummern 978 und 979-1 bis 979-9 vorgesehen. (Das Präfix 979-0 wird von der International Standard Music Number (ISMN) belegt.)

ISBN-13 sind identisch mit der zum Buch gehörenden EAN-13, außer dass die EAN keine Bindestriche enthält.

Auch ISBN-10 können in eine EAN-13 bzw. ins ISBN-13-System überführt werden. Dazu wird der ISBN-10 einfach die EAN-Ziffernfolge 978 vorangestellt und die alte Prüfziffer durch die neu zu berechnende EAN-Prüfziffer ersetzt.

Heute wird das System als GS1-Pressecode bezeichnet, da er über Bücher hinaus für andere publizierte Medien (Periodika, CD-ROM) verwendet wird.

Regeln zur ISBN-Vergabe und -Nutzung

Die ISBN soll eine nichtperiodische Veröffentlichung eines Verlags eindeutig identifizieren, eine bereits verwendete ISBN soll nicht noch einmal verwendet werden. Auch neue Editionen oder eine andere Publikationsform (z. B. Taschenbuch statt Hardcover) bedürfen jeweils einer eigenen ISBN. Einzige Ausnahme sind unveränderte Nachdrucke oder Auflagen, wo nur kleine Änderungen durchgeführt wurden.

Nicht jedes Buch hat eine ISBN. In Deutschland vergibt nur die MVB Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels GmbH ISBN-Verlagsnummern und einzelne ISBN.[3] Weder die ISBN-Verlagsnummern noch die einzelnen ISBN dürfen verkauft oder an einen anderen Verlag gegeben werden. Da es keine rechtliche Verpflichtung zur Verwendung einer ISBN gibt und die Zuteilung mit Kosten und Aufwand verbunden ist, verzichten manche Kleinverlage und Selbstverlage auf die Registrierung einer ISBN. Die Zuteilung einer einzelnen ISBN für (Selbst-)Verleger mit absehbar einmaliger Verlagsproduktion kostet derzeit 79,08 Euro.

Bei der Erteilung einer Verlagsnummer hat der Verlag eine Grundgebühr für die ISBN-Vergabe von 153,51 Euro plus Versandkosten zu zahlen und eine Liste aller von ihm vergebbaren ISBN zu beziehen. Der Preis dafür liegt zwischen 22,61 Euro für zehn Nummern und 3.568,81 Euro für 100.000 Nummern.

Aufbau der ISBN

Die ISBN-13 besteht aus fünf Zahlengruppen.

Bestandteile der ISBN

  • Beispiel:ISBN 978-3-86680-192-9

Sie wird wie folgt kodiert:

  1. Das Präfix ist je nach Buch 978 oder 979. Bei der ISBN-10 gab es kein Präfix.
  2. Die Gruppennummer (auch Ländernummer genannt) ist eine Kennzahl für eine nationale, geographische, Sprach- oder sonstige geeignete Gruppe. Sie wird von der internationalen ISBN-Agentur festgelegt und kann unterschiedlich viele Ziffern enthalten. Im Beispiel ist es die 3 für deutschsprachig.
  3. Die Verlagsnummer ist eine Kennzahl für den Verlag. Diese wird von der nationalen oder regionalen ISBN-Agentur vergeben. Für Deutschland ist das die ISBN-Agentur in Frankfurt am Main. Die Verlagsnummer kann unterschiedlich viele Ziffern enthalten. Welche Verlagsnummern gültig sind, hängt von der Gruppennummer ab, siehe dazu unter Weblinks.
  4. Dann folgt die vom Verlag vergebene Titelnummer (auch Bandnummer genannt). Der Verlag (oder Drucker u. ä.) ist frei in der Verwendung, allerdings müssen verschiedene Produkte differenziert werden, also separat verkäufliche Bände, unterschiedliche Einbände und so weiter. Hinsichtlich der Behandlung von Auflagen gibt es keine Regel.
  5. Zum Schluss wird eine Prüfziffer angegeben. Die Prüfziffer ermöglicht das Erkennen von Eingabe- und Lesefehlern: Erkannt werden ein Einzelfehler (genau eine Ziffer falsch) und die meisten Vertauschungen von zwei Nachbarziffern (ISBN-13: außer 0↔5, 1↔6, 2↔7, 3↔8, 4↔9).
Bestimmung der Prüfziffer bei 13-stelliger ISBN
9 7 8 - 3 - 1 2 - 7 3 2 3 2 0 - ?
×1 ×3 ×1 ×3 ×1 ×3 ×1 ×3 ×1 ×3 ×1 ×3
9 +21 +8 +9 +1 +6 +7 +9 +2 +9 +2 +0 = 83

Abstand zum nächsthöheren Vielfachen von 10: 90−83=7

9 7 8 - 3 - 1 2 - 7 3 2 3 2 0 - 7
ergibt: ISBN 978-3-12-732320-7

Die ISBN ist nach ISO 2108 auf eine der folgenden Arten zu formatieren:

  • ISBN (Präfix) Gruppennummer Verlagsnummer Titelnummer Prüfziffer (ohne Trennstriche)
  • ISBN (Präfix–)Gruppennummer–Verlagsnummer–Titelnummer–Prüfziffer (mit Trennstrichen)

Im Rahmen von elektronischer Datenverarbeitung ist die Verwendung ohne Trennzeichen zulässig. Die Nummer bleibt auch ohne Trennzeichen eindeutig.

Ein Tool für die korrekte Formatierung einer ISBN ist in den Weblinks zu finden.

Formeln zur Berechnung der Prüfziffer

ISBN-13

Zur Berechnung der Prüfziffer bei der ISBN-13 werden alle zwölf Ziffern der noch unvollständigen ISBN addiert, wobei die Ziffern mit gerader Position (also die zweite, vierte und so weiter) dreifachen Wert erhalten. Eine 5 an sechster Stelle beispielsweise fließt also als 15 in den Term ein. Von dem Ergebnis dieser Addition wird die letzte Stelle bestimmt, die dann von 10 subtrahiert wird. Bei einem Additionsergebnis von zum Beispiel 124 erhält man also 10 − 4 = 6. Dieses Endergebnis ist die Prüfziffer. Ist das Endergebnis 10, ist die Prüfziffer 0. Bezeichnet man die ersten zwölf Ziffern mit z1 bis z12, so gilt für die Prüfziffer an der dreizehnten Stelle:

Das letzte Modulo dient dem Einhalten der sogenannten „Null-Regel“, die besagt, dass die Prüfziffer selbst 0 wird, wenn das Ergebnis der Prüfziffernberechnung 10 ist. Als Folge dieser Methode lässt sich die Gültigkeit einer ISBN-13 überprüfen, indem man

berechnet: Das Resultat muss 0 sein. Etwas schlichter: Die wie beschrieben mit 1 und 3 abwechselnd gewichtete „Quersumme“ endet auf 0.

Man kann auch schreiben:

woraus sich einfach die Implementierung schreiben lässt. Das (i+1)mod 2 sorgt für die wechselnde Gewichtung von 1 und 3. Erstreckt man die Summierung auch auf die Prüfziffer (), so erhält man bei einer fehlerfreien ISBN als Ergebnis 0.

Beispiel:

978-3-7657-2781-?

ISBN-10

Bei der ISBN-10 wird die Prüfziffer wie folgt berechnet: Bezeichnet man die ersten neun Ziffern mit z1 bis z9, so gilt für die Prüfziffer an der zehnten Stelle:

Dabei wird wie gewohnt der Laufindex von links nach rechts gezählt. Bei einem Ergebnis von 0 bis 9 wird daraus unmittelbar die Prüfziffer; ergibt die Formel den Wert 10, wird ein X als letztes Zeichen verwendet, welches als römische Zahl 10 interpretiert werden kann.

Beispiel:

3-86680-192-?
= 3 + 16 + 18 + 24 + 40 + 0 + 7 + 72 + 18
= 198
198 mod 11 = 0, denn 198: 11 = 18, Rest 0.

Ergebnis: 3-86680-192-0

Beispiel II:

3-680-08783-?
= 3 + 12 + 24 + 0 + 0 + 48 + 49 + 64 + 27
= 227
227 mod 11 = 7, denn 227: 11 = 20, Rest 7.

Ergebnis: 3-680-08783-7

Bei der Prüfung, ob eine eingegebene ISBN korrekt ist, kann nach den Regeln der Modulo-Rechnung folgende Bedingung geprüft werden.

Man addiert das 10-Fache der 10. Ziffer (wobei die Ziffer X als Zahl 10 gilt). Da in der Modulo-11-Rechnung 10 dasselbe ist wie −1, ist es das Gleiche, wenn man die 10. Ziffer subtrahiert. Damit muss, modulo 11 gerechnet, insgesamt 0 herauskommen.

Beispiel II von eben:

3-680-08783-7
= 3 + 12 + 24 + 0 + 0 + 48 + 49 + 64 + 27 + 70
= 297
297 mod 11 = 0, denn 297: 11 = 27, Rest 0

Identifikationsnummern für andere Publikationen

Für andere Formen der Publikation, wie z. B. Periodika oder notierte Musikwerke gibt es eigene Nummernsysteme:

  • ISAN – International Standard Audiovisual Number
  • ISMN – Internationale Standard-Musik-Nummer (für gedruckte und digitalisierte Notensätze)
  • ISRC – The International Standard Recording Code
  • ISRN – International Standard Technical Report Number
  • ISSN – Information and documentation – International Standard Serial Number / Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke (Periodika)
  • ISWC – International Standard Musical Work Code

Weitere Identifikationsschlüsselsysteme

  • VD 16 – Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts
  • VD 17 – Verzeichnis der im deutschen Sprachraum erschienenen Drucke des 17. Jahrhunderts
  • ESTC – English Short Title Catalogue
  • OCLC Number – Online Computer Library Center Number
  • CODEN
  • DOI – Digital Object Identifier
  • EAN – European Article Number / Europäische Artikelnummer
  • EPC – Elektronischer Produktcode
  • LCCN – Library of Congress Control Number
  • UCC – Uniform Code Council
  • UPC – Universal Product Code (US-amerikanischer Strichcode)

Literatur

  • DIN ISO 2108, Nachfolger der DIN 1462

Weblinks

Anmerkungen

  1. a b ISBN Handbuch – Die Internationale Standard-Buchnummer. (PDF) ISBN Agentur für die Bundesrepublik Deutschland, Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-7657-3278-2.
  2. a b Richtlinien zur Einführung der 13-stelligen ISBN (Memento vom 1. Juli 2006 im Internet Archive) (PDF) ISBN 3-88053-108-0, Stand September 2004.
  3. Agentur für Buchmarktstandards. german-isbn.org, abgerufen am 7. Juli 2015.
Akronym

Ein Akronym (von altgriechisch ἄκρος ákros „Spitze, Rand“ sowie ὄνομα ónoma, dorisch und äolisch ὄνυμα ónyma, „Name“) ist ein Sonderfall der Abkürzung. Akronyme entstehen dadurch, dass Wörter oder Wortgruppen auf ihre Anfangsbestandteile gekürzt werden.

Digital-Asset-Management

Digital-Asset-Management (DAM) ist die Speicherung und Verwaltung von beliebigen digitalen Inhalten, insbesondere von Mediendateien wie Grafiken, Videos, Musikdateien und Textbausteinen. Im medialen Bereich wird es teilweise auch als Media-Asset-Management (MAM) bzw. im spezielleren als Video-Asset-Management (VAM) bezeichnet. Es gehört zum Bereich der Content-Management-Systeme.

European Article Number

European Article Number (EAN; auch International Article Number, IAN) ist die frühere Bezeichnung der Artikelidentifikationsnummer Global Trade Item Number (GTIN). Sie stellt eine international eindeutige Produktkennzeichnung für Handelsartikel dar. Die Nummer besteht aus 8 oder 13 Ziffern (GTIN-8, GTIN-13), von denen die ersten 2–9 Ziffern zentral durch die GS1-Gruppe verwaltet und an Hersteller auf Antrag als Global Location Number vergeben werden (der Aufbau ist im Artikel Global Trade Item Number genauer beschrieben). In Deutschland fallen für die Vergabe Lizenzgebühren an die GS1 Germany an.

Neben den von der GS1 verwalteten Nummern gibt es auch freie EAN, die durch zertifizierte Händler stückweise verkauft werden. Diese Nummern wurden von der GS1-Vorgängerorganisation UCC an die Mitglieder verkauft und durften von denen weitergegeben werden.Die EAN bzw. heutige GTIN wird in der Regel als maschinenlesbarer Strichcode auf die Warenpackung aufgedruckt und kann von Barcodescannern decodiert werden, beispielsweise an Scannerkassen.

Ein häufiger Verständnisfehler ist die Bezeichnung des GS1-Präfixes als Ländercode. Es ist lediglich ein Präfix, das den lokalen GS1-Organisationen zugeordnet wird. Die GS1-Kunden, die eine Firmennummer bei GS1 kaufen, erhalten immer eine Firmenkennung, die aus dem GS1-Präfix mit der dahinter gestellten Firmennummer besteht. Ein GS1-Kunde kann seine Firmennummer von einem beliebigen GS1-Standort kaufen und dann wieder in vielen anderen Ländern produzieren.

Oft wird die Nummer (GTIN bzw. EAN) mit dem Barcodetyp EAN (ISO/IEC 15420) gleichgesetzt. Doch tatsächlich ist das eine der Barcode als Datenträger, der eine Nummer kodiert und transportiert, während die Nummer die GTIN ist bzw. eine andere der unten beschriebenen Varianten. Weitere Codes, die die GTIN kodieren können, sind beispielsweise GS1-128, GS1-DataMatrix und ITF-14.

Formalerschließung

Die Formalerschließung (auch alphabetische Katalogisierung, Formalkatalogisierung, Titelaufnahme und bibliographische Beschreibung engl. descriptive cataloguing) ist in Bibliotheken ein Teil des Arbeitsvorgangs der Katalogisierung. Bei der Formalerschließung werden die „formalen“ Merkmale der zu katalogisierenden Publikationen erfasst und in den Bibliothekskatalog eingetragen, bei der Sacherschließung hingegen inhaltliche Merkmale.

Zu den in den Katalog eingetragenen formalen Merkmalen einer Publikation gehören beispielsweise der Name des Autors und der Titel der Publikation, das Erscheinungsjahr, der Erscheinungsort, der Verlag, der Umfang und die Internationale Standardbuchnummer. Die Formalerschließung soll sicherstellen, dass Bibliotheksbenutzer die gewünschten Publikationen im Katalog über entsprechende Suchbegriffe auffinden können.

Um die von Formalerschließern hergestellten Katalogisate international austauschbar zu machen, haben sich Bibliothekarische Regelwerke etabliert, die genau angeben, welche Informationen in welcher Form angegeben werden sollen.

Horst Rippert

Horst Rippert (* 24. Mai 1922; † 19. April 2013 in Wiesbaden) war ein deutscher Journalist und Sportreporter beim ZDF. 2008 kam er in die Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass er als Jagdflieger im Zweiten Weltkrieg für das bisher mysteriöse Verschwinden des Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry verantwortlich gewesen sein soll.

Identifikator

Ein Identifikator (auch Kennzeichen) ist ein mit einer bestimmten Identität verknüpftes Merkmal zur eindeutigen Identifizierung des tragenden Objekts.

Beispielsweise bezeichnet eine Hausnummer als Identifikator innerhalb einer Straße ein bestimmtes Haus. In Datenbanken werden Identifikatoren als Kennzeichen eines Datensatzes auch als Datenbank-Identifikatoren oder Stammnummern bezeichnet. Dabei werden Identifikatoren meist als Bestandteile von Nummern oder Codes aus alphanumerischen Zeichen verwendet, wobei unter anderem von Nummerncode (Zahlen oder Zifferncode und auch von alphanumerischen Codes) oder Buchstabencodes gesprochen wird. Auch sprachliche Identifikatoren (beispielsweise Bezeichner in einem Computerprogramm oder Deskriptoren in einem kontrollierten Vokabular) und andere Merkmale, beispielsweise Farbcodierung (wie die Farben Rot und Grün für Backbord und Steuerbord) sind möglich. Weiter können biometrische Merkmale als Identifikatoren qualifiziert werden.

International Standard Music Number

Die International Standard Music Number (ISMN; deutsch „Internationale Standardmusiknummer“) basiert auf der ISO-Norm 10957; sie dient der weltweiten Kennzeichnung von Musiknotationen in gedruckter oder digitaler Form. Eine ISMN identifiziert nicht das Werk an sich, sondern seine verschiedenen Manifestationen (z. B. Ausgaben verschiedener Verlage, Partitur, Studienausgabe, Klavierauszug etc.).

International Standard Recording Code

Der International Standard Recording Code (ISRC, ISO 3901) ist eine zwölfstellige digitale Kennung für eine Ton- oder Videoaufnahme, z. B. einen CD-Titel, die beim Premastering einer CD-Audio im Subcode eingetragen und ungehört mitgeführt werden kann.

Im Falle der Verwendung des CD-Titels bei einer Rundfunksendung wird der ISRC automatisch ausgelesen. Eine Lizenzabwicklung, z. B. zwischen Sendeanstalt und Label, kann somit präziser als beim Labelcode erfolgen.

Der ISRC identifiziert dabei eine Aufnahme eindeutig. Spielt bspw. eine Gruppe einen Titel für ein Live-Album neu ein, so erhält diese neue Aufnahme einen neuen ISRC. Erscheint aber die ursprüngliche Aufnahme unverändert z. B. auf einem neuen CD-Sampler, so behält sie den ursprünglichen ISRC.

Der ISRC dient ausschließlich der Identifizierung. Aus ihm kann nicht unmittelbar auf den Urheberrechtsinhaber geschlossen werden. Über eine Suche in Online-Datenbanken kann der Urheberrechtsinhaber identifiziert werden.

Werden CD-Titel durch Computer ausgelesen und auf der Festplatte abgelegt, ignorieren die meisten Programme die ISRCs der CD-Titel, wodurch eindeutige Identifikation einer Aufnahme unabhängig von Format, Kompressionsgrad, Dateiname und Dateigröße verloren gehen. Mittlerweile sehen allerdings einige Audio-Formate einen ISRC-Tag (MP3 in ID3v2; Ogg Vorbis) vor.

Der ISRC wird üblicherweise von dem Label vergeben, das zum Zeitpunkt der Vergabe die Rechte an dem Werk hatte. In Ausnahmefällen kann auch ein Lizenznehmer den Code vergeben. Hierzu muss er einen gesonderten Erstvergabeschlüssel verwenden.

Monografische Reihe

Monografische Reihe ist der buchkundlich-bibliografische Begriff für eine Form fortlaufender Sammelwerke.

Monografische Reihen sind zeitlich unbegrenzt, haben also keinen festgelegten Abschluss. Im Gegensatz zu den Periodika erscheinen die einzelnen Teile einer monografischen Reihe im Allgemeinen nicht in regelmäßigen zeitlichen Abständen. Die fortlaufend veröffentlichten einzelnen Werke einer monografischen Reihe erhalten eigene Titel, diese Stücktitel bezeichnen den einzelnen Teil, der Gesamttitel, Reihentitel oder Serientitel hingegen die gesamte monografische Reihe. Monografische Reihen erhalten eine Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke (ISSN), während die Stücktitel eine Internationale Standardbuchnummer (ISBN) erhalten.

Der Reihentitel hält die Stücktitel übergeordnet zusammen. Die einzelnen Stücktitel sind jeweils in sich abgeschlossen und stammen meist von verschiedenen Autoren und können in verschiedenen Verlagen erscheinen. Die Bände von monografischen Reihen sind in der Regel durchnummeriert. Die betreffende Nummer wird als Reihennummer oder Bandnummer bezeichnet.

Namensraum

Der Namensraum (englisch namespace) ist ein Begriff aus der Programmierung. Dabei werden – vor allem bei der objektorientierten Programmierung – die Namen für Objekte in einer Art Baumstruktur angeordnet und über entsprechende Pfadnamen eindeutig angesprochen.

Vereinfacht bedeutet dies, dass innerhalb eines solchen Raumes jeder Name eindeutig ein Objekt bezeichnet. Der gleiche Name kann jedoch in einem anderen Namensraum wieder frei zur Bezeichnung eines anderen Objekts benutzt werden. Außerdem können diese unabhängigen Namensräume innerhalb einer Hierarchie verbunden werden.

Neuausgabe

Der Begriff Neuausgabe bezeichnet im Verlagswesen die neue Herausgabe eines schon früher publizierten Druckwerks.Während die neue Auflage bzw. Neuauflage eines Buches nach Inhalt und Ausstattung unter unveränderten Vorzeichen im gleichen Verlag erfolgt, kann eine Neuausgabe zuweilen erheblich von früheren Versionen eines Titels abweichen und wird in der Regel durch eine neue Internationale Standardbuchnummer (ISBN) gekennzeichnet.

Die erstmalige Übersetzung eines Buches in eine andere Sprache wird nicht als Neuausgabe, sondern als in sich eigenes Werk angesehen, das wiederum Neuausgaben erfahren kann.

Nummerung

Unter Nummerung wird das „Bilden, Erteilen, Verwalten und Anwenden von Nummern“ für Nummerungsobjekte verstanden (DIN 6763). Nummerungsobjekte im Sinne dieser Definition können Gegenstände, Datenträger, Personen oder Sachverhalte sein. Eine Nummer im Sinne der Nummerung ist eine festgelegte Folge von Zeichen wie Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen. In der Datenverarbeitung wird für Nummer der Begriff Schlüssel verwendet und die Nummernvergabe wird auch Schlüsselwahl, Schlüsselvergabe oder seltener Verschlüsselung (was jedoch mit Verschlüsselung der Kryptographie verwechselt werden kann) genannt. Die DIN-Norm wurde 1985 überarbeitet und definiert verschiedene Begriffe nun anders. Auch sonst werden in der Literatur verschiedene Begriffe zum Teil synonym, zum Teil aber auch nicht immer deckungsgleich verwendet.

In der elektronischen Datenverarbeitung ist die Schlüsselvergabe/Schlüsselwahl bei der Datenmodellierung von Objekten und ihren Beziehungen, besonders als Datenbankschlüssel, von großer Bedeutung. Identifizierende Schlüssel werden ebenfalls in verschiedenen Datenstrukturen wie z. B. Assoziatives Datenfeld verwendet.

Prüfziffer

Eine Prüfziffer ist die einfachste Form einer Prüfsumme. Die Prüfziffer einer mehrstelligen Zahl wird nach einer bestimmten Rechenvorschrift aus den übrigen Ziffern berechnet. Durch Berechnung und Vergleich der Prüfziffer können Eingabefehler erkannt werden.

Wenn die Prüfziffer zehn Werte annehmen kann, tritt eine zufällige Übereinstimmung auch bei ungültigen Zahlen mit 10 % Wahrscheinlichkeit auf. Bei Verwendung von zwei Prüfziffern liegt diese Fehlerwahrscheinlichkeit nur noch bei 1 %.

Prüfziffern können sowohl bei manueller Eingabe über Tastatur als auch bei automatischer Datenerfassung, z. B. OCR oder Barcodelesern verwendet werden. In einem Datenerfassungsgerät kann bei einer abweichenden Prüfziffer die Eingabe verworfen werden.

Régional Saignelégier–Glovelier

Der Régional Saignelégier–Glovelier (RSG) war eine Eisenbahngesellschaft, die die damals normalspurige Bahnstrecke von Saignelégier nach Glovelier betrieb. 1944 wurde die Bahn durch Fusion Bestandteil der Chemins de fer du Jura (CJ), welche die Strecke auf Meterspur umbauten und mit 1500 Volt Gleichstrom elektrifizierten.

SBN

Die Abkürzung SBN steht für:

Naval Aircraft Factory SBN, einen Lizenzbau des zweisitzigen Aufklärers/Bombers der Brewster Aeronautical Corporation Brewster SBA,

Schachtbau Nordhausen, ein deutsches Technologieunternehmen mit Sitz in thüringischen Nordhausen

Schweizerischer Bund für Naturschutz, eine seit 1997 in Pro Natura umbenannte Naturschutzorganisation

Servizio Bibliotecario Nazionale, der italienische Bibliotheksverbund

Sonlife Broadcasting Network, ein christlich-religiöser Fernsehsender

Staatliches Baumanagement Niedersachsen als Teil des Niedersächsischen Finanzministerium

Standard Book Number, den ursprünglichen Namen der 1966 eingeführten ISBN; siehe Internationale Standardbuchnummer

Südbrandenburger Nahverkehrs GmbH, ein Verkehrsunternehmen

Schriftenreihe

Schriftenreihe (auch Serienwerk oder einfach Serie bzw. Reihe, veraltet auch Reihenwerk) ist der buchkundlich-bibliografische Begriff für eine Form fortlaufender Sammelwerke. Die Regeln für die alphabetische Katalogisierung definierten 2007:

Schriftenreihen sind wie Periodika zeitlich unbegrenzt, haben also keinen festgelegten Abschluss. Im Gegensatz zu den Periodika (wie beispielsweise einer Tageszeitung) erscheinen die einzelnen Teile einer Schriftenreihe im Allgemeinen nicht in regelmäßigen zeitlichen Abständen. Die fortlaufend veröffentlichten einzelnen Werke einer Schriftenreihe erhalten eigene Titel, diese Stücktitel bezeichnen den einzelnen Teil (gleichviel ob in Heft- oder als Buchform), der Gesamttitel, Reihentitel oder Serientitel hingegen die gesamte Schriftenreihe. Als Teil der Titelei eines Buches erscheint der Reihentitel mit den entsprechenden Angaben häufig auf der Rückseite des Schmutztitelblatts. Schriftenreihen erhalten eine Internationale Standardnummer für fortlaufende Sammelwerke (ISSN), während die Stücktitel eine Internationale Standardbuchnummer (ISBN) erhalten.

Der Reihentitel hält die Stücktitel übergeordnet zusammen. Die einzelnen Stücktitel sind jeweils in sich abgeschlossen und stammen meist von verschiedenen Autoren. Die Hefte und Bände von Schriftenreihen sind in der Regel durchnummeriert. Die betreffende Nummer wird als Reihennummer bezeichnet. Zusammen mit dem Reihenkürzel bildet die Reihennummer den Kurztitel eines Stücktitels. Thematisch sehr weit gespannte Verlegerserien (auch Verlegersammlungen) wie Reclams Universalbibliothek oder die edition suhrkamp werden unterschieden von thematisch begrenzten Fachserien, welche meist von wissenschaftlichen Instituten, Unternehmen, Verbänden oder Personen herausgegeben werden. Der Reihenherausgeber verantwortet dabei die Gesamtreihe, im Gegensatz zum Herausgeber eines Einzelbandes.

Umgangssprachlich werden Schriftenreihen und allgemeiner Gruppen von Publikationen eines Verlages, die zum Beispiel aufgrund eines einheitlichen Erscheinungsbildes als zusammengehörig identifizierbar sind, auch als Buchreihe bezeichnet.

Sprechender Schlüssel

Ein sprechender Schlüssel (sprechende Nummer, natürlicher Schlüssel, intelligenter Schlüssel) ist ein Schlüsselkandidat mit einer logischen Beziehung zu einem oder mehreren Attributen einer Tabellenstruktur, welche im Gegensatz zu einem zusammengesetzten Verbundschlüssel in einem Schlüsselfeld abgelegt werden.

Der natürliche Schlüssel stellt einen Gegensatz zum künstlichen Schlüssel dar, welcher durch eindeutige Nummern- oder Zeichenkettenvergabe erzeugt wird und der keine solche logische Beziehung zum Inhalt eines Datensatzes hat.

Tautologie (Sprache)

Tautologie (von altgriechisch ταὐτό = τὸ αὐτό to autó ‚dasselbe‘ sowie λόγος lógos ‚Sprechen, Rede‘) bezeichnet in der Stilistik und Rhetorik eine rhetorische Figur, bei der mit einer inhaltlichen Wiederholung, sprich einer semantischen Redundanz, gearbeitet wird. Ein Gegenbegriff zu Tautologie ist das Oxymoron. Bewusste Tautologien werden in sogenannten „Zwillingsformeln“ geprägt.

Ein verwandter Begriff ist Pleonasmus. Die Ausdrücke „Tautologie“ und „Pleonasmus“ werden teils synonym, teils in unterschiedlicher Bedeutung verwendet. Die Abgrenzung hängt weitgehend von terminologischen Entscheidungen ab und ist dem jeweiligen Zusammenhang (Kontext) zu entnehmen.

Uniform Resource Name

Ein Uniform Resource Name (URN; deutsch „einheitlicher Name für Ressourcen“) ist ein Uniform Resource Identifier (URI) mit dem Schema urn, der als dauerhafter, ortsunabhängiger Bezeichner für eine Ressource dient. Anders gesagt werden URNs dazu benutzt, Ressourcen eindeutige und dauerhaft gültige Namen zu geben, um sie somit eindeutig identifizieren zu können. Eine Ressource kann dabei alles sein, was sich irgendwie eindeutig beschreiben lässt – also auch sehr abstrakte oder nicht greifbare Dinge (wie beispielsweise eine Weltanschauung, ein Konzept oder eine gemessene Strahlung), aber auch konkrete Dinge wie beispielsweise ein bestimmtes Buch.

In anderen Sprachen

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