Hoheslied

Als Hoheslied (auch: Hohelied Salomos, seltener: Hohes Lied) bezeichnet man ein Buch des Tanachs, wo es zu den fünf Megillot zählt, bzw. des Alten Testaments. Es handelt sich um eine Sammlung von zärtlichen, teilweise explizit erotischen Liebesliedern, in denen das Suchen und Finden, das Sehnen und gegenseitige Lobpreisen zweier Liebender geschildert wird.

Ketuvim (Schriften) des Tanach
Sifrei Emet (poetische Bücher)
חמש מגילותMegillot (Festrollen)
Übrige
  • דָּנִיּאֵלDaniel
  • עֶזְרָאEsra und נְחֶמְיָהNehemia (als ein Buch)
  • דִּבְרֵי הַיָּמִיםErste und Zweite Chronik (als ein Buch)
Lehr- bzw. Weisheitsbücher
des Alten Testaments

Namen nach dem ÖVBE. Pseudepigraphen
der Septuaginta sind kursiv gesetzt.

Bezeichnung

Der Buchtitel lautet hebräisch שִׁיר הַשִּׁירִים Schir ha-Schirim. Er bedeutet wörtlich „Das Lied der Lieder“ und drückt den hebräischen Superlativ aus (sinngemäß: „Das schönste aller Lieder“). Dem entspricht auch weitgehend der Titel in der griechischen Septuaginta Ἄσμα Ἀσμάτων (ásma asmáton) und in der lateinischen Vulgata Canticum Canticorum.

Die Bezeichnung „Hoheslied“ geht auf die Bibelübersetzung Martin Luthers zurück, der das Buch „Das Hohelied Salomonis“ nannte.[1]

Im Deutschen werden heute geringfügig unterschiedliche Schreibweisen verwendet. In der Fachliteratur und im religiösen christlichen Sprachgebrauch herrscht die Schreibweise „Hoheslied“ vor (seltener „Hohes Lied“). Der Duden empfiehlt hingegen die Form „Hohelied“ ohne Flexion des Adjektivs (also z. B. „des Hoheliedes“). In der Fachsprache wird der Begriff überwiegend in beiden Wortbestandteilen gebeugt (also „des Hohenliedes“). Die Wikipedia folgt gemäß ihrer Namenskonvention zu biblischen Namen der Fachsprache.

Textgestalt

Konsens herrscht mittlerweile hinsichtlich des Befundes, dass es sich bei dem Hohenlied um eine Sammlung ursprünglich selbstständiger Liebeslieder handelt.[2] Umstritten ist, ob die Lieder nach einem übergreifenden Konzept angeordnet wurden. Dabei lassen sich grundsätzlich drei Auffassungen unterscheiden: Eine deutet das Hohelied als eine fortschreitende Geschichte (u. a. André Robert, 1963), eine zweite liest es als Drama (u. a. Origenes, 244; Christoph Uehlinger, 2001), während eine dritte es als eher lose Zusammenstellung betrachtet (u. a. Keel, 1992; Zakovitch, 2004). Die Deutung des Hohenliedes als lockere Zusammenstellung kann als common sense betrachtet werden, wobei die Verwendung einiger refrainartiger Elemente (z. B. Beschwörung der Töchter Jerusalems: 2,7; 3,5; 8,4; Zusammengehörigkeitsformel: 2,16, 6,3; 7,11) und wiederkehrende Motive (z. B. das Garten-Motiv: 4,12.15.16; 5,1; 6,2.11; 8,13) der Sammlung einen gewissen strukturellen Zusammenhang verschaffen.

Im Hohenlied treten wechselweise ein Mann, eine Frau und eine Art Chor als Sprecher auf. Der Mann wurde traditionell oft mit Salomo identifiziert (die Zuschreibung im Gedicht ist unklar; dort, wo der Name „Salomo“ fällt, muss dies nicht der männliche Sprecher sein); mitunter wurde auch ein Liebesdrama zwischen drei Personen (Frau, einem einfachen Hirten und König Salomo als dessen Nebenbuhler) angenommen.[3] Der Name der Frau wurde aufgrund der Nennung in Hld 7,1 meist mit Sulamith wiedergegeben. Dabei ist jedoch zu beachten, dass dem Sammlungscharakter des Hohenlieds entsprechend hier ursprünglich unterschiedliche Frauen- und Männerfiguren gesprochen und gehandelt haben.

Seit dem Mittelalter wird das Hohelied in acht Kapitel unterteilt.

Datierung

Die Entstehungszeit des Hohenliedes ist stark umstritten. Die Nennung Salomos zu Beginn des Hohenliedes wird allgemein nicht als ausreichendes Indiz für eine Urheberschaft Salomos gedeutet. Dennoch schließen einige Theologen eine (Teil-)Urheberschaft Salomos nicht aus oder ordnen die Entstehung des Hohenliedes zumindest dem salomonischen Umfeld zu. Ein Argument für das mögliche hohe Alter der Dichtung ist seine Nähe zu ägyptischer Lyrik des Neuen Reichs.[4]

Andererseits werden aramaisierende Sprachformen, ein persisches Lehnwort (pardes; Park in Hld 4,13) sowie verschiedene Bezeichnungen für exotische Würz- und Duftstoffe angeführt, die darauf hindeuten, dass das Hohelied seine abschließende Form erst nach 500 v. Chr. erhalten hat.[5]

Parallelen zur griechischen Poesie und diverse griechische Bräuche (z. B. königliche Prachtsänfte in Hld 3,9 – 10; Bräutigamsbekränzung in Hld 3,11) im Hohenlied weisen wiederum auf die hellenistische Periode, d. h. das 3. Jh. v. Chr, hin.

Die erhaltenen Textzeugen aus den Höhlen von Qumran zeigen zudem Varianten im Textbestand, was darauf hinweist, dass dieser im 2. Jh. v. Chr. noch nicht endgültig feststand.[6]

Der Religionsphilosoph Carl Gebhardt hat sich 1930 in Übersetzung und Kommentaren mit Datierung und Deutung befasst. Ungeachtet älterer anzunehmender Urideen und Textteile datiert er das Werk in die Zeit des Hellenismus (300 v. Chr.). Er stellte die Motivübereinstimmungen mit der amöbäischen Dichtung Theokrits dar, nachdem bereits den Humanisten des 17. und 18. Jahrhunderts aufgefallen war, dass sich hier Parallelen zur griechischen Dichtung finden. Darauf haben auch Hugo Grotius und Johann Theophil Lessing, ein Bruder von Gotthold Ephraim Lessing, bereits hingewiesen.

Religionsgeschichtliche Einordnung

Eine kultisch-mythologische Theorie betont die Übereinstimmungen mit sumerischen und akkadischen Texten über die heilige Hochzeit[7], insbesondere die Verbindung von Dumuzi bzw. Tammuz und der Göttin Inanna/Ištar.[8] Gegen diese Theorie wird angeführt, dass sich das Alte Testament ansonsten deutlich gegen kanaanitische Fruchtbarkeitskulte wendet.

Inhalt

Egon Tschirch- Hohelied Nr. 11 (high resolution)
Egon Tschirch: Das Hohelied Salomos (Bilderzyklus 1923)

Das Hohelied hat sehnsuchtsvolle bis schwärmerische Äußerungen über die menschliche Liebe und Erotik zum Inhalt. Mann und Frau besingen abwechselnd ihre Liebe zueinander, ihr Verlangen nach dem/der anderen und preisen die Schönheit der geliebten Person. Eine fortschreitende Handlung ist kaum auszumachen, vielmehr geht es um das wechselvolle Zusammenspiel von Begehren und Erfüllung, von Trennung und Vereinigung.

Dabei fällt auf, dass die weibliche Sprecherin wesentlich häufiger zu Wort kommt als ihr männliches Pendant. Auch strukturell stehen ihre Äußerungen an exponierter Stelle, da das Hohelied mit ihrem Sehnsuchtslied (Hld 1,2–4) beginnt und mit der Aufforderung an ihren Geliebten, zu ihr zu eilen (Hld 8,14), schließt. Ebenfalls inhaltlich präsentiert sich die Sprecherin als auffallend aktiv, stark und handlungsmächtig. Die herausgehobene Stellung der Frau im Hohenlied ist bereits 1857 von Ginsberg festgestellt worden[9] und von der feministischen Theologin Brenner als offener „Gynozentrismus“ bezeichnet worden.[10]

Kennzeichnend für das Hohelied ist eine mehrdeutige, ausgesprochen bildhafte Sprache. Die Schönheit des/der Geliebten (z. B. Augen wie Tauben, Hld 4,1) oder der Liebesakt (z. B. Gang in den Garten, 4,12–5,1) werden in Metaphern gekleidet besungen, die in der Sprache und Kultur Israels, Ägyptens und des Vorderen Orients verankert sind.

Auslegungstradition

Pomegranate
„Deine Lippen sind wie eine scharlachfarbene Schnur, und dein Mund ist lieblich. Deine Schläfen sind hinter deinem Schleier wie eine Scheibe vom Granatapfel.“ 4,3 – Der Granatapfel im Hohenlied Salomos 4,3.13; 6,7.11; 7,13—14; 8,2
Pancratium maritimum flor
„Ich bin eine Blume in Scharon und eine Lilie im Tal.“ 2,1 – Bei der Dünen-Trichternarzisse könnte es sich um die im Hohenlied Salomos 2,1 erwähnte Blume handeln, die unter Namen wie „Rose von Scharon“ in Dichtung und Musik unter Bezugnahme auf das Hohelied häufig erwähnt wurde.

Als Verfasser des Hohenliedes wurde in der Antike der biblische König Salomo angenommen. Dies geht vermutlich darauf zurück, dass im Text Salomo selbst genannt wird (1,5; 3,7ff.; 8,11f.) und Salomo als Autor von 1005 Gedichten galt (1 Kön 5,12 ). Diese Verfasserzuschreibung wurde auch vom Mittelalter übernommen und hat bis heute Anhänger.

Gemäß der allegorischen Auslegungsmethode wurde in Antike und Mittelalter von Juden und Christen die erotische Annäherung, von der das Gedicht handelt, als Beschreibung der Liebe zwischen Gott und seinem auserwählten Volk (im Judentum) bzw. zwischen Christus und der Kirche als Braut Christi (im Christentum) interpretiert.

Judentum

Die älteste Nachricht liefert der Talmud. Im Mischna-Traktat Jadajim (III-5) wird berichtet, dass die Synode von Jamnia (um 90 n. u. Z.) zu entscheiden hatte, ob das Lied der Lieder in den Kanon der heiligen Schriften aufgenommen werden sollte. Der Anspruch der Kanonizität wurde von der Schule Hillels trotz des Widerspruchs von Schammai anerkannt. Diese Interpretation wurde innerhalb des Judentums besonders entschieden von Rabbi Akiba im 2. Jahrhundert betrieben. Er interpretierte das Lied als eine Darstellung der Beziehung zwischen Gott und dem Volk Israel. Folglich verurteilte er entschieden eine weltliche, erotische Auslegung und einen entsprechenden gesanglichen Vortrag des Liedes. Diese Interpretation Akibas war über Jahrhunderte hinweg dominant.[11] In ähnlicher Weise deuteten ihn auch der Targum zum Hohenlied zwischen 700 und 900 nach Christus sowie spätere mittelalterliche Rabbiner wie Saadia Gaon, Schlomo ben Jizchak oder Abraham ibn Esra.[12]

Christentum

Franz Pforr 004
Franz Pforr, Maria und Sulamith (1811), Sammlung Georg Schäfer, Schweinfurt

Der Interpretationsstrang wurde vom Christentum fortgesetzt. Dabei handelte es sich beim Bräutigam meist um Christus und bei der Braut um die Kirche (so bei Hippolyt), um die Einzelseele (Origenes) oder um die Jungfrau Maria (Ambrosius von Mailand).[13]

Da auch im christlichen Mittelalter Sulamith häufig als Repräsentation von Maria angesehen wurde, spielte das Hohelied eine herausgehobene Rolle in der Marienfrömmigkeit der christlichen Mystiker. In der Bildenden Kunst ist es häufig der Hortus conclusus, der als Bildmotiv auf das Hohelied anspielt und zu den marianischen Symbolen zählt. Das Motiv bezieht sich dabei auf die Textstelle Ein verschlossener Garten ist meine Schwester Braut, ein verschlossener Garten, ein versiegelter Quell (Hld 4,12 ).

Aufklärung

Diese Deutung befand sich seit dem 18. Jahrhundert im Zuge der Aufklärung zunehmend in der Defensive. Vom Beginn des 18. bis in das 19. Jahrhundert lässt sich die „Dramatische Hypothese“ verfolgen, die erstmals den Szenen- und Sprecherwechsel zwischen Frauen- und Männerstimme, Dialogen beider und chorischen Wir-Stücken in den Mittelpunkt rückte. Dabei blieb die genaue Abgrenzung der Einzelelemente jedoch immer kontrovers.[14] Während Georg Wachter das Hohelied 1722 als ein szenisch abgeteiltes Singspiel in fünf Akten sah,[15] interpretierte es Heinrich Ewald 1826 als Hirtenstück.

Gegen die traditionellen religiösen Deutungen und gegen ein rein weltliches Verständnis, wie es seit Herder und Goethe vorherrschte, nahm der jüdische Religionsphilosoph Franz Rosenzweig das Hohelied in Schutz: „Nicht obwohl, sondern weil das Hohe Lied ein ‚echtes‘, will sagen: ein ‚weltliches‘ Liebeslied war, gerade darum war es ein echtes ‚geistliches‘ Lied der Liebe Gottes zum Menschen. Der Mensch liebt, weil und wie Gott liebt. Seine menschliche Seele ist die von Gott erweckte und geliebte Seele.“[16]

Während das Hohelied im Mittelalter sehr häufig kommentiert und als Predigtstoff verwendet wurde – herausragend hierfür sei Bernhard von Clairvaux genannt – spielt es in der heutigen Frömmigkeitspraxis der Großkirchen kaum noch eine Rolle.

Literatur

Allgemein

  • Carl Gebhardt: Das Lied der Lieder. Übertragung mit Einführung und Kommentar. Philo Verlag, Berlin 1931.
  • Ludger Schwienhorst-Schönberger (Hrsg.): Das Hohelied im Konflikt der Interpretationen (Österreichische biblische Studien 47) Frankfurt u. a. 2017, ISBN 3-631-68123-2.
  • Henning Graf Reventlow, Peter Kuhn, Ulrich Köpf und Jean M. Vincent: Hoheslied I. Altes Testament II. Auslegungsgeschichte im Judentum III. Auslegungsgeschichte im Christentum III/1. Alte Kirche bis Herder III/2. Auslegungsgeschichte des 19. Jahrhunderts. In: Theologische Realenzyklopädie 15, 1986, S. 499–514 (Einführung und Literatur).
  • Othmar Keel: Art. Hoheslied. In: Neues Bibellexikon. Bd. 2, Zürich, Düsseldorf 1995, ISBN 3-545-23075-9, Sp. 183–191.
  • Marion Gardei, Andreas Nachama (Hrsg.): Das Hohelied Übersetzung: Max A. Klausner, Deutsch, Hebräisch, inkl. jüdischer und christlicher Auslegungsgeschichte, Zeichnungen: Astrid Saalmann; Verlag Hentrich & Hentrich, Berlin 2016, ISBN 978-3-95565-180-0.
  • Ernst Koch: Beobachtungen zum Umgang mit dem Hohenlied in der Theologie und Frömmigkeit des Luthertums im 16. bis 18. Jahrhundert, in: ders., Studien zur Theologie- und Frömmigkeitsgeschichte des Luthertums im 16. bis 18. Jahrhundert, hrsg. von Matthias Richter und Johann Anselm Steiger, Waltrop 2005, 285–306.

Kommentare

  • Christian D. Ginsberg: The Song of Songs and Coheleth (commonly called the Book of Ecclesiastes). Translated from the Original Hebrew, with a Commentary, Historical and Critical (Vorwort von Sheldon H. Blank), New York 1970 (1857).
  • Marvin H. Pope: Song of Songs. A New Translation with Introduction and Commentary. The Anchor Bible 7C. Doubleday, New York 1980, ISBN 0-385-00569-5.
  • Gerhard Maier: Das Hohelied. Wuppertaler Studienbibel.AT 29. Brockhaus, Wuppertal 1991, ISBN 3-417-25219-9.
  • Othmar Keel: „Deine Blicke sind Tauben.“ Zur Metaphorik des Hohen Liedes. Stuttgarter Bibelstudien 114/115, ISBN 3-460-04141-2.
  • Othmar Keel: Das Hohelied. Zürcher Bibelkommentare 18. 2., durchges. Aufl. Theol. Verl., Zürich 1992, ISBN 3-290-14739-8.
  • Hans-Peter Müller, Otto Kaiser, James Alfred Loader: Das Hohelied, Klagelieder, Das Buch Ester. Das Alte Testament Deutsch 16,2. 4., völlig neubearb. Aufl. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1992, ISBN 3-525-51237-6.
  • Walter Bühlmann: Das Hohelied. Neuer Stuttgarter Kommentar 15. Verl. Kath. Bibelwerk, Stuttgart 1997, ISBN 3-460-07151-6.
  • Levi ben Gershom (Gersonides): Commentary on Song of Songs. Yale Judaica Series 28. Yale University Press, New Haven, Conn. 1998, ISBN 0-300-07147-7.
  • Athalya Brenner, Carole R. Fontaine (Hrsg.): The Song of Songs. A Feminist Companion to the Bible. The Feminist Companion to the Bible Series 2/6. Academic Press, Sheffield 2000, ISBN 1-84127-052-0.
  • Duana Garrett: Song of Songs. Word Biblical Commentary 23B. Nelson, Nashville 2004, ISBN 0-8499-0825-6.
  • Yair Zakovitch: Das Hohelied. Herders theologischer Kommentar zum Alten Testament. Herder, Freiburg im Breisgau u. a. 2004, ISBN 3-451-26830-2.
  • Richard S. Hess: Song of Songs. Baker Commentary on the Old Testament Wisdom and Psalms. Baker Academic, Grand Rapids 2005, ISBN 0-8010-2712-8.
  • Arnold G. Fruchtenbaum: Das Hohelied. Ein biblisches Konzept der Liebe. Christlicher Mediendienst, Hünfeld 2011, ISBN 978-3-939833-32-1.

Einzelstudien

  • Athalya Brenner: Das Hohelied. Polyphonie der Liebe. In: Luise Schottroff, Marie-Theres Wacker (Hrsg.): Kompendium Feministische Bibelauslegung. Gütersloh 1999, 233–245.
  • Katharina Elliger, Herbert Haag: Wenn er mich doch küsste …, das Hohe Lied der Liebe. 3. Auflage. Benziger, Solothurn 2001, ISBN 3-545-34121-6.
  • Mary Timothea Elliott: The Literary Unity of the Canticle. In: EHS. 23/371. Lang, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-631-42121-4.
  • Jean Emmanuel de Ena: Sens et interprétations du Cantique des Cantiques. Sens textuel, sens directionnels et cadre du texte. Lectio divina 194. Éd. du Cerf, Paris 2004, ISBN 2-204-07295-8.
  • Stefan Fischer: Das Hohelied Salomos zwischen Poesie und Erzählung. In: Forschungen zum Alten Testament. 72, Tübingen 2010.
  • Meik Gerhards: Das Hohelied. Studien zu seiner literarischen Gestalt und theologischen Bedeutung. In: Arbeiten zur Bibel und ihrer Geschichte. 35, Leipzig 2010.
  • Anselm C. Hagedorn (Hrsg.): Perspectives on the Song of Songs = Perspektiven der Hoheliedauslegung. In: Beihefte zur Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft. 346. de Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-017632-7.
  • Hans-Josef Heinevetter: „Komm nun, mein Liebster, dein Garten ruft dich!“ Das Hohelied als programmatische Komposition. In: Athenäums Monografien Theologie. Bonner biblische Beiträge 69. Athenäum, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-610-09120-7.
  • Steven C. Horine: Interpretive Images in the Song of Songs. From Wedding Chariots to Bridal Chambers. In: Studies in the Humanities. 55. Lang, New York u. a. 2001, ISBN 0-8204-5156-8.
  • Jacques Nieuviarts u. a. (Hrsg.): Les nouvelles voies de l’exégèse. En lisant le Cantique des cantiques. XIXe congrès de l’Association Catholique pour l’Étude de la Bible (Toulouse, septembre 2001). Collection „Lectio divina“ 190. Éd. du Cerf, Paris 2002, ISBN 2-204-06932-9.
  • George M. Schwab: The Song of Songs’ cautionary message concerning human love. Studies in Biblical Literature 41. P. Lang, New York u. a. 2002, ISBN 0-8204-5566-0.
  • Jürg Stenzl: Der Klang des Hohen Liedes – Vertonungen des „Canticum canticorum“ vom 9. bis zum Ende des 15. Jahrhunderts. Königshausen & Neumann, Würzburg 2008, ISBN 978-3-8260-3694-1.
  • P. W. T. Stoop-van Paridon: The Song of Songs. A Philological Analysis of the Hebrew book = Šīr haš-Šīrīm. Ancient Near Eastern Studies Supplement 17. Peeters, Louvain 2005, ISBN 90-429-1638-9.
  • Hudson Taylor: Union and Communion or Thoughts on the Song of Solomon. Cosimo Classics 2007 englisches Original, kostenloser Download im Project Gutenberg, ISBN 1-60206-422-9, deutsche Übersetzung: Hoheslied. 4. Auflage Verlagsbuchhandlung, Bethel 1951.
  • Yvonne Sophie Thöne: Liebe zwischen Stadt und Feld. Raum und Geschlecht im Hohelied. Exegese in unserer Zeit 22. LIT-Verlag, Berlin / Münster 2012, ISBN 978-3-643-11633-8.
  • Eva von Tiele-Winckler: Christenadel. Betrachtungen über Hoheslied 4,6-5,1. Bad Wildbad veränderte Auflage 2008, ISBN 978-3-939075-25-7.
  • Christoph Uehlinger: Das Hohelied – Anthologie oder Dramaturgie? In: Welt und Umwelt der Bibel. Jg. 6, H. 21, 2001, S. 34–39.

Wirkungsgeschichte

  • The Targum of Canticles. Transl., with a critical introd., apparatus, and notes by Philip S. Alexander. The Aramaic Bible 17A. Liturgical Pr., Collegeville, Minn. 2003, ISBN 0-8146-5453-3.
  • Mark W. Elliott: The Song of Songs and Christology in the Early Church. 381-451. Studien und Texte zu Antike und Christentum 7. Mohr Siebeck, Tübingen 2000, ISBN 3-16-147394-9.
  • Gregor von Nyssa: Der versiegelte Quell. Auslegung des Hohen Liedes. In Kürzung übertragen und eingeleitet von Hans Urs von Balthasar. 3., nach d. krit. Ausg. durchges. Aufl. Johannes-Verl., Einsiedeln 1984, ISBN 3-265-10283-1.
  • Ann W. Astell: The Song of Songs in the Middle Ages. Cornell Univ. Press, Ithaca 1990, ISBN 0-8014-2347-3.
  • Urban Küsters: Der verschlossene Garten. Volkssprachliche Hohelied-Auslegung und monastische Lebensform im 12. Jahrhundert. Studia humaniora, Düsseldorfer Studien zu Mittelalter und Renaissance 2. Droste, Düsseldorf 1985, ISBN 3-7700-0802-2.
  • Max Engammare: Qu’il me baise des baisiers de sa bouche. Le cantique des cantiques à la renaissance. Étude et bibliographie. Travaux d’humanisme et renaissance 277. Droz, Genève 1993.
  • Noam Flinker: The Song of Songs in English Renaissance Literature. Kisses of Their Mouths. Studies in Renaissance Literature 3. Brewer, Cambridge u. a. 2000, ISBN 0-85991-586-7.
  • Burkhard Dohm: Poetische Alchimie. Öffnung zur Sinnlichkeit in der Hohelied- und Bibeldichtung von der protestantischen Barockmystik bis zum Pietismus. Studien zur deutschen Literatur 154. Niemeyer, Tübingen 2000, ISBN 3-484-18154-0.
  • John D. Baildam: Paradisal Love. Johann Gottfried Herder and the Song of Songs. JSOTSup 298. Acad. Press, Sheffield 1999, ISBN 1-84127-022-9.
  • Klaus Mayer: Wie schön ist deine Liebe. Bilder zum Hohenlied im Nationalmuseum der Biblischen Botschaft Marc Chagall in Nizza. 4. Aufl. Echter Verl., Würzburg 1990, ISBN 3-429-00857-3.

Aneignung

  • Eros und Mythos. Das Hohelied Salomos. Aus dem Hebr. übers., erl. und in Dialogform gebracht von Egbert Richter-Ushanas. 4., überarb. Aufl. Richter, Bremen 2004, ISBN 3-924942-38-2.
  • Helmut Gollwitzer: Das hohe Lied der Liebe. 8. Aufl. Kaiser-Taschenbücher 8. Kaiser, München 1991, ISBN 3-459-01675-2.
  • Charles Haddon Spurgeon: Vom Geheimnis der schönsten Liebe. Predigten über das Hohelied Salomos. TELOS-Bücher 2357. Johannis, Lahr 1992, ISBN 3-501-01154-7.
  • Norbert Buske mit Beiträgen von Beate Bugenhagen und Matthias Schneider: Fromme barocke Sinnbilder in Farbe und Musik. Das Hohe Lied – Darstellungen an der Patronatsempore in Steinhagen (mit einer CD). Thomas Helms Verlag, Schwerin 2013, ISBN 978-3-940207-84-5.
  • Elisabeth Baumann / Kerstin Offermann, Zwischen dir und mir. Exegesen, Bibelarbeiten und Anregungen zum Hohelied der Liebe. Ökumenische Bibelwoche 2017/18. Arbeitsbuch (Texte zur Bibel 33). Mit DVD. Zur 80. Bibelwoche 2017/18 hgg. v. der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste in der EKD, der Deutschen Bibelgesellschaft und dem Katholischem Bibelwerk, Neukirchener Verlagsgesellschaft, Neukirchen 2017, ISBN 978-3-7615-6414-1.
  • Das Hohe Lied in deutschen Liebesliedern. Auswahl und Nachwort von Gerhard Amanshauser, mit 15 Zeichnungen von Anton Lehmden. Enthält u. a. die Nachdichtung von Johann Wolfgang Goethe: Das Hohe Lied Salomons, sowie Gedichte zum Hohen Lied von Johann Gottfried Herder, Matthias Claudius, Clemens Brentano, Heinrich Heine, Else Lasker-Schüler u. a.; Sefer-Verlag, Wien 1929, 64 Seiten.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Biblia Germanica. Luther-Übersetzung 1545, Ausgabe letzter Hand. Faksimilierte Handausgabe nach dem im Besitz der Deutschen Bibelgesellschaft befindlichen Originaldruck; einspaltig. Mit zahlreichen Initialen und Holzschnitten des Meisters MS, an deren Gestaltung Luther selbst mitgewirkt hat. Deutsche Bibelgesellschaft, 1967, ISBN 3-438-05501-5.
  2. Othmar Keel: Das Hohelied. Zürcher Bibelkommentare 18. 2., durchges. Aufl. Theol. Verl., Zürich 1992, S. 9.
  3. Christoph Uehlinger: Das Hohelied – Anthologie oder Dramaturgie? In: Welt und Umwelt der Bibel. Jg. 6, H. 21, 2001, S. 34–39.
  4. Michael V. Fox: The Song of Songs and the Ancient Egyptian Love Songs. University of Wisconsin Press, Madison Wis. 1985, ISBN 0-299-10094-4.
  5. Othmar Keel: Das Hohelied. In: Zürcher Bibelkommentare. 18. 2., durchges. Auflage. Theol. Verlag, Zürich 1992, S. 12 f.
  6. Emanuel Tov: 106.–108. Introduction to 4QCanta-c. In: Eugene Ulrich u. a. (Hrsg.): Qumran Cave. 4, XI. Psalms to Chronicles. Brill, Leiden 2000, ISBN 0-19-826943-9 (Discoveries in the Judaean Desert XVI).
  7. S. N. Kramer: The Biblical Song of Songs and Sumerian Love Songs. In: Expedition. 5/1, 1962, S. 28–29.
  8. Samuel Noah Kramer: Cuneiform Studies and the History of Literature: The Sumerian Sacred Marriage Texts. In: Proceedings of the American Philosophical Society. 107/6, Cuneiform Studies and the History of Civilization 1963, S. 489; Moshe Weinfeld: Feminine Features in the Imagery of God in Israel: The Sacred Marriage and the Sacred Tree. In: Vetus Testamentum. 46/4, S. 525.
  9. Christian D. Ginsberg, Christian D.: The Song of Songs and Coheleth (commonly called the Book of Ecclesiastes). Translated from the Original Hebrew, with a Commentary, Historical and Critical (Vorwort von Sheldon H. Blank), New York 1970 (1857), S. 12–20.
  10. Athalya Brenner: Das Hohelied. Polyphonie der Liebe. In: Luise Schottroff, Marie-Theres Wacker (Hrsg.): Kompendium Feministische Bibelauslegung. Gütersloh 1999, S. 233–245, hier S. 238.
  11. Tremper Longman: Song of Songs. 2001, S. 20 ff.
  12. Marvin H. Pope: Song of Songs. Doubleday, 1977, S. 89.
  13. Otto Kaiser: Einleitung in das Alte Testament – Eine Einführung in ihre Ergebnisse und Probleme. 2. Auflage, Gütersloher Verlagshaus Gerd Mohn, Gütersloh 1970, S. 286.
  14. Otto Kaiser: Einleitung in das Alte Testament – Eine Einführung in ihre Ergebnisse und Probleme, Gütersloher Verlagshaus Gerd Mohn, Gütersloh, 2. Auflage, 1970, S. 187.
  15. Georg Wachter: Das Hohe Lied des Salomo. 1722.
  16. Stern der Erlösung. Frankfurt am Main 1988, S. 222.
2. Buch Mose

Das 2. Buch Mose, auf hebräisch שְׁמוֹת Schemot, deutsch ‚Namen‘, auf altgriechisch Ἔξοδος Éxodos, deutsch ‚Exodus‘ genannt, ist das zweite Buch der Tora und des jüdischen Tanach wie auch des christlichen Alten Testaments und damit das zweite Buch der beiden Fassungen des biblischen Kanons.

3. Buch Mose

Das 3. Buch Mose, auf hebräisch וַיִּקְרָא Wajikra, auf altgriechisch Λευιτικόν (Leuitikón) Levitikon genannt und auch als Levitikus oder Leviticus bekannt, ist das dritte Buch des jüdischen Tanach wie auch des christlichen Alten Testaments und damit das dritte Buch der verschiedenen Formen des biblischen Kanons. Das Buch enthält die Lehre von den Kohanim (Priestern) und ihren Aufgaben.

Altes Testament

Als Altes Testament (abgekürzt AT; von lat. testamentum, Übersetzung von hebr. בְּרִית berît bzw. griech. διαθήκη diathēkē „Bund“; auch: Erstes Testament) bezeichnet die christliche Theologie seit etwa 180 n. Chr. die heiligen Schriften des Judentums, die dort seit etwa 100 v. Chr. als Tanach bezeichnet werden, sowie einige weitere aus der seit 250 v. Chr. entstandenen Septuaginta. Es wurde ursprünglich auf Hebräisch, zu kleineren Teilen auch auf Aramäisch verfasst.

Dem Urchristentum galten diese Schriften als Wort Gottes, das Jesus Christus als Messias Israels und der Völker ankündigte und in seiner Auslegung erwiese. Darum verteidigte die Alte Kirche ihre Geltung als Offenbarungszeugnisse gegen christliche Minderheiten, die diese Geltung ablehnten. Ihre Auswahl und Anordnung wurden bis 350 endgültig festgelegt; das Alte Testament wurde zusammen mit dem Neuen Testament (abgekürzt NT) zur christlichen Bibel.Der Bibelkanon des Alten Testaments unterscheidet sich zwischen den christlichen Konfessionen: Während der Protestantismus die 24 Bücher des Tanach auf 39 aufteilte, behielten Katholizismus und Orthodoxie darüber hinaus Bücher aus der Septuaginta, sodass der katholische Kanon 46 Bücher und der orthodoxe Kanon bis zu 51 Bücher umfasst.

Bibelkanon

Der Bibelkanon ist jene Reihe von Büchern, die das Judentum und das Christentum als Bestandteile ihrer Bibel festgelegt (kanonisiert) und so zum Maßstab (Kanon) ihrer Religionsausübung gemacht haben.

Im Judentum wurde zuerst die Tora, die fünf Bücher Mose, zur normativen Heiligen Schrift (ca. 800–250 v. Chr.), der weitere prophetische und weisheitliche Schriften zur Seite gestellt wurden. Etwa 100 n. Chr. wurde endgültig festgelegt, welche hebräischen Schriften zum dreiteiligen Tanach gehören. Da das Judentum keine oberste Lehrautorität kennt, blieben griechisch übersetzte Bibelversionen neben dem Tanach bestehen.

Die Alte Kirche übernahm alle Schriften des Tanach und stellte sie als Altes Testament (AT) dem Neuen Testament (NT) voran, das um 400 endgültig kanonisiert wurde. Damit bewahrte sie den sachlichen Vorrang und die bleibende Geltung der jüdischen Bibel für den christlichen Glauben. Die Römisch-katholische Kirche und Orthodoxe Kirchen übernahmen zudem weitere Bücher aus der griechischen Septuaginta in ihr AT. Die Lutherbibel begrenzte das AT auf jene 39 Bücher, deren hebräische Texte in anderer Anordnung auch im Tanach kanonisiert sind.

Buch Nehemia

Das Buch Nehemia (auch 2. Buch Esra) ist ein Buch im jüdischen Tanach und im christlichen Alten Testament der Bibel.

Buch Rut

ֹּDas Buch Rut oder Ruth, hebräisch רוּת, ist ein Buch des Tanach und des christlichen Alten Testaments. Seit dem Mittelalter wird es in vier Kapitel unterteilt. Das Buch Rut umfasst als eine Novelle in der hebräischen Bibel insgesamt 85 Verse. Hier steht das Buch unter den „fünf Festrollen“ (Rut, Hoheslied, Kohelet, Klagelieder, Ester). In der griech.-latein. Überlieferung wird es als Anhang des Buches der Richter betrachtet und demzufolge vor den Büchern Samuels eingeordnet. Das „Fremdvölkermotiv“ (Rut, die Moabiterin) lässt jedoch viele Ausleger eine Abfassungszeit in nachexilischer Zeit vermuten (nicht vor der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts v. Chr.). Im Judentum zählt das Buch Rut zu den fünf Megillot, den Festrollen, und wird in der Festtagsliturgie des jüdischen Wochenfestes gelesen. Das Buch handelt um ca. 1000 v. Chr., zur Zeit der Richter in Israel. Obed, der Sohn Ruts, ist der Großvater Davids.

Buch der Sprichwörter

Das Buch der Sprichwörter (Buch der Sprüche oder Sprüche Salomos, hebräisch מִשְלֵי שְׁלֹמֹה, Mischle [Schelomo]) ist ein Buch des Tanach und gehört dort zu den Ketuvim (Schriften), also zum dritten Teil des jüdischen Bibelkanons. Im christlichen Alten Testament gehört es zu den Schriften der Dichtung und Weisheitsliteratur, die hier vor die Prophetenbücher gerückt sind.

Die einleitenden Verse des Buches werden traditionell als Angabe zur Urheberschaft Salomos gedeutet. Diese Annahme geht auch auf 1 Kön 5, 12 zurück, wo es heißt, dass Salomo dreitausend Sprüche aufgeschrieben habe. Das Buch selbst nennt in Kap. 30 und 31 weitere Autoren von Sprüchen (Agur und Lemuel). Ausdrücklich als Verfasser genannt wird Salomo für die Abschnitte 10,1–22,16 und 25,1–29,27.

Nach jüdischer Tradition geht das gesamte Buch auf Hiskija, den König von Juda, zurück (Babylonischer Talmud, Bava Batra 15a).

Die gegenwärtige Forschung nimmt eine längere Entstehungszeit der biblischen Sprichwortsammlung an, die von der Zeit des Königs Hiskia bis in das vierte, eventuell sogar dritte Jahrhundert vor Christus reicht. Die ältesten Teile sind vermutlich die dritte und die vierte Sammlung; die erste Sammlung gilt als die jüngste.

Im Neuen Testament finden sich 35 Zitate oder Bezüge auf das Buch der Sprichwörter.

Canticum

Canticum (lateinisch für Gesang; Plural Cantica) ist eine Bezeichnung für

Bibel und Liturgie

Canticum canticorum, Hoheslied in der Hebräischen Bibel (Altes Testament)

Canticum (Bibel), Gesänge aus dem Alten und Neuen Testament

Canticum Simeonis, Gesang des Simeon

Canticum triumphale, Antiphon in der Liturgie des OsterfestesAußerdem

Canticum (Komödie), gesungener Teil in der römischen Komödie

Canticum novum, Chor aus Münster

Gedicht bzw. Lehrgedicht, etwa die Cantica Avicennae (siehe Avicenna#Weitere medizinische Werke)Siehe auch

Cantus

Ode

Das Hohelied Salomos

Das Hohelied Salomos ist der Titel eines vollständig erhaltenen expressionistischen Bilderzyklus aus dem Jahr 1923.

Der deutsche Maler Egon Tschirch (1889–1948) interpretierte darin Texte des Hohelieds Salomos aus dem Alten Testament. Das Werk galt über 90 Jahre als verschollen und wurde 2015 wiederentdeckt.

Dritte Synode von Karthago

Die dritte Synode von Karthago war ein Konzil, das am 28. August 397 stattfand. Es wurde über die Aufnahme von Schriften in den Bibelkanon diskutiert und ihre Authentizität überprüft und über den Donatistenstreit (314–320) gesprochen.

Hauptquelle für die Geschehnisse der Synode ist der 419 von Dionysius Exiguus verfasste Codex Canonum Ecclesiae Africanae („Kanonischer Kodex der Afrikanischen Kirche“), eine Zusammenstellung von Beschlüssen der zahlreichen in Karthago abgehaltenen Konzilien des vierten und fünften Jahrhunderts.Ein wichtiges Ergebnis der Synode ist eine Auflistung biblischer Schriften. Diese wurde vermutlich schon vier Jahre zuvor beim Konzil von Hippo zusammengestellt und in Karthago gemeinsam mit anderen vorhergehenden Beschlüssen bestätigt. Es wurde festgelegt, dass in der Kirche nur bestimmte kanonisierte Texte als göttliche Schriften gelesen werden dürfen: Die fünf Bücher Mose, Buch Josua, Buch der Richter, Buch Rut, die vier Königsbücher (Könige und Samuel), die zwei Bücher der Chroniken (Paralipomenon), Ijob, Buch der Psalmen, die fünf Bücher Salomons (Buch der Sprichwörter, Kohelet, Hoheslied, Buch der Weisheit und Jesus Sirach), die zwölf Prophetenbücher, Jesaja, Jeremia, Ezechiel, Daniel, Buch Tobit, Buch Judith, Buch Esther, Esra, Nehemia, zwei Makkabäerbücher. Im Neuen Testament die vier Evangelien, die Apostelgeschichte, dreizehn Paulusbriefe, der Hebräerbrief, zwei Petrusbriefe, drei Johannesbriefe, der Jakobusbrief, Judasbrief und die Offenbarung des Johannes.

Expositio in cantica canticorum

Die Expositio in cantica canticorum (auch Willirams Hoheliedkommentar genannt) ist ein lateinisch-althochdeutscher Bibelkommentar, der im 11. Jahrhundert durch den Benediktinerabt Williram von Ebersberg verfasst wurde. Darin wird das alttestamentarische Hohelied paraphrasiert und interpretiert.

Frühmittelhochdeutsche Literatur

Die frühmittelhochdeutsche Literatur ist die Phase der Literaturgeschichte, die in der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts einsetzt und bis etwa 1170 reicht. Vor allem entstehen religiös belehrende und ermahnende Texte in mittelhochdeutschen Reimpaarversen, die sich besonders an Laien wenden.

Helmut Madl

Helmut Madl (* 14. November 1942 in Öblarn) ist ein österreichischer Alttestamentler.

Madl promovierte 1974 an der Universität Bonn bei Johannes Botterweck in katholischer Theologie und wurde Bibliothekar des Priesterseminars der Diözese Graz-Seckau. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehörte das Hoheslied.

Kohelet

Kohelet (auch: Prediger; abgekürzt Koh oder Pred; hebräisch קֹהֶלֶת „Versammler“) ist ein Buch des Tanach, das dort zu den Ketuvim („Schriften“) gehört. Im christlichen Alten Testament (AT) wird es zu den Büchern der Weisheit gezählt. In der Lutherbibel trägt das Buch den Titel Der Prediger Salomo.

Kennzeichnend für diese biblische Schrift ist ihre Multiperspektivität. Einige ihrer Deuter sehen Kohelet von einem tiefen Pessimismus und Skeptizismus geprägt. Andere dagegen verstehen den Verfasser als einen Weisheitslehrer, der zu heiterer Gelassenheit angesichts der unbegreiflichen Wechselfälle des Lebens aufruft. Die Gesamtaussage des Buches muss im Zusammenhang mit Kohelets Absicht verstanden werden, eine sinnvolle Lebensführung zu finden. Er setzt sich mit der traditionellen Weisheit auseinander, insbesondere mit dem Tun-Ergehen-Zusammenhang: Dem Gerechten wird es gut ergehen, dem Frevler schlecht. Kohelet stellt fest, dass die Erfahrung oft das Gegenteil lehrt. Außerdem kommt er zu der Erkenntnis, dass mit dem Tod letztendlich jede Errungenschaft des Lebens ausgelöscht wird. Angesichts einer ungewissen Zukunft empfiehlt er, das Gute im Leben als Gottes Gabe zu genießen.

Megillot

Als חמש מגילות Chamesch Megillot (Plural zu hebräisch מְגִלָּה megilla, „Buchrolle“, „Buch“) bezeichnet das Judentum die fünf „Festrollen“ im dritten Teil des Tanach, den Ketuvim („Schriften“): das Buch Rut, Hoheslied, Kohelet, die Klagelieder und das Buch Ester. Sie sind den wichtigsten fünf jüdischen Festen Schawuot, Pessach, Sukkot, Tischa beAv und Purim zugeordnet.

Papyrus Palau Ribes 225

Papyrus Palau Ribes 225 ist ein Papyrusblatt aus dem 4. oder 5. Jahrhundert. Über einem älteren bisher nicht identifizierten Text sind auf dem Recto (Nr. 870 nach Rahlfs) einzelne Verse aus den biblischen Büchern Kohelet (Ecclesiastes), Hoheslied und Jesus Sirach enthalten, auf dem Verso christlich überarbeitete Sprüche aus den Sentenzen des Sextus. Das Blatt ist an allen Rändern beschädigt und im Format von etwa 21,2 × 12,7 bis 13,6 cm erhalten. Die Zeilenanfänge der 36 Zeilen auf dem Recto und damit etwa 40 Prozent seines Textes fehlen. Die Anordnung der Verse ist bisher nicht schlüssig zu erklären. Die Rückseite ist in zwei Kolumnen mit 35 und 28 Zeilen beschriftet.

Das Blatt befindet sich unter der Inventar-Nummer Palau-Ribes 225 im Historischen Archiv der Jesuiten von Katalonien (Arxiu Històric de la Companyia de Jesús a Catalunya) in Barcelona.

St. Trudperter Hoheslied

Das St. Trudperter Hohelied ist die früheste rein volkssprachliche, vollständige Auslegung des alttestamentlichen Hohenlieds Salomons in frühmittelhochdeutscher Prosa. Es entstand in den frühen 1160er Jahren, etwa 100 Jahre nach der Hoheliedparaphrase des Williram von Ebersberg (ca. 1000–1085). Diese war noch nicht als selbstständiger Text gedacht, sondern diente dem leichteren Verständnis des Hohenlieds. In der Übersetzung folgt der unbekannte Autor des St. Trudperter Hohenlieds zwar Williram, distanziert sich jedoch von dessen Auslegung und Form der Exegese. Als Entstehungsort wird heute die Benediktinerabtei Admont in der Steiermark angesehen, die Bezeichnung richtet sich aber nach der zunächst verbreiteten Zuschreibung zum Kloster St. Trudpert im Breisgau.

Tanach

Tanach [taˈnaχ] oder Tenach [təˈnaχ] (hebräisch תנ״ך TNK) ist eine von mehreren Bezeichnungen für die Hebräische Bibel, die Sammlung Heiliger Schriften des Judentums. Der Tanach besteht aus den drei Teilen Tora ‚Weisung‘, Nevi’im ‚Propheten‘ und Ketuvim ‚Schriften‘. TNK ist das Akronym der Anfangsbuchstaben dieser Teile (תנ״ך). Sie enthalten insgesamt 24 in hebräischer Sprache verfasste Bücher; zwei davon enthalten auch längere aramäische Textpassagen.

Das Christentum hat alle Bücher des Tanach übernommen und, in etwas anderer Anordnung, als Altes Testament kanonisiert (Bibelkanon).

Ze’enah u-Re’enah

Ze’enah ure’enah ist eine gegen Ende des 16. Jahrhunderts erschienene altjiddische Paraphrase zur Tora, den fünf Megillot (die Bücher Hohes Lied, Rut, Klagelieder, Kohelet, Ester) und den Haftarot (zum Wochenabschnitt der Toralesung gehöriger Abschnitt aus den Neviim (Propheten)), verfasst von Jakob ben Isaak Aschkenasi aus Janów bei Lublin. Das Werk, benannt nach Schir ha-Schirim (Hoheslied) 3,11: Ze’enah ure’enah benot Zijjon („… kommt heraus und seht, ihr Töchter Zions …“), schöpft seine Erzählungen nicht nur aus den verschiedenen Midraschim, sondern auch aus Kommentaren, wie den „Toledot Jitzchaq“.

Die nach wenigstens drei verschollenen Drucken aus Krakau und Lublin erhaltene älteste Edition dieses jiddischen Erbauungsbuches kam 1622 in Basel heraus. Das Werk erfreute sich großer Beliebtheit bei europäischen Juden, wobei es insbesondere Frauen lasen. Es erschienen über 200 Ausgaben in Europa, den Vereinigten Staaten und Israel. Die Editionen wurden ab dem 18. Jahrhundert verstärkt sowohl in sprachlicher als auch in inhaltlicher Hinsicht überarbeitet.Weitere Werke von Jakob ben Isaak Aschkenasi:

Sefer ha-Maggid

Schoresch Ja’akov

Meliz Joscher

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