Guyot

Ein Guyot (auch Tiefseekuppe) ist ein Tiefseeberg (Seamount) mit abgeflachtem Gipfel, der (an Tiefseerinnen) viele tausend Meter unterhalb des Meeresspiegels liegen kann. Weltweit gibt es etwa 10.000 Guyots.

Guyot Hess
Historische Echolot-Aufzeichnung des ersten von Harry Hess entdeckten Guyots, vermutlich in der Nähe des Eniwetok-Atolls
Bear Seamount guyot
3-D-Darstellung eines Guyots

Entstehung der Guyots

Guyots und andere Seamounts entstehen an den divergierenden Plattengrenzen der mittelozeanischen Rücken oder innerhalb einer ozeanischen Platte im Rahmen des Hot-Spot-Vulkanismus. Durch die Bewegung der ozeanischen Kruste im Verlauf der Ozeanbodenspreizung verlieren die Vulkane den Kontakt zu ihrer Magmenquelle; die Magmenförderung erlischt. Im Unterschied zu den Seamounts ragen anfangs viele der späteren Guyots über die Meeresoberfläche hinaus und unterliegen damit der abrasiven Wirkung der Meeresbrandung. Wenn sich der Vulkan vom mittelozeanischen Rücken entfernt, zieht sich der erkaltende Meeresboden zusammen; der Vulkan versinkt, während gleichzeitig die Erosion durch die Brandung die fragile Spitze des aus vulkanischem Lockermaterial basaltischer Zusammensetzung bestehenden Berges zu einem Plateau abflacht. Diese Erosionsplattform kann mehrere Dutzend Kilometer breit sein.

Guyots als Beleg der Plattentektonik

Die Guyots dienten als Beleg der Plattentektonik. Vor Tiefseegräben, an denen die ozeanische Kruste unter eine andere Platte abtaucht (Subduktion), wurden Guyots gefunden, die leicht gekippt waren, sodass nachgewiesen werden konnte, dass sich das Plateau in Richtung Tiefseerinne neigte.

USS Cape Johnson
Die USS Cape Johnson (AP-172) in der Bucht von San Francisco

Entdeckt wurden die Tiefseekuppen 1941 von Harold Murray im Golf von Alaska. Erstmals beschrieben wurden sie 1946 von Harry Hammond Hess, einem amerikanischen Geologen der Universität Princeton. Er spürte etwa 100 dieser Seeberge im Pazifik auf, als er während des Zweiten Weltkrieges die U.S.S. Cape Johnson (AP-172), ein Truppentransporterschiff, kommandierte. Mit Hilfe des starken Echolots dieses Schiffstyps erstellte er topografische Höhenprofile des Meeresbodens. Dabei entdeckte er die Guyots und vermutete zutreffend, dass es sich bei ihnen um durch Erosion abgeflachte submarine Vulkane handelt. Er benannte sie 1946 nach dem Geografen Arnold Henry Guyot (1807–1884), dem Gründer der geologischen Abteilung der Universität Princeton. Mit Hilfe dieser und zahlreicher anderer Beobachtungen und Entdeckungen in den folgenden Jahren formulierte er die Hypothese des Seafloor-Spreadings und veröffentlichte sie 1962 unter dem Titel History of Ocean Basins (Die Entstehung der Ozeanbecken). Damit hatte er die Bewegung der tektonischen Platten (Mobilismus) erkannt und beschrieben.

Siehe auch

Literatur

  • Wolfgang Frisch, Martin Meschede, Ronald C. Blakey: Plate Tectonics: Continental Drift and Mountain Building. Springer, Berlin 2011, ISBN 978-3-540-76503-5, S. 82
Antem

Antem Carrossier (anfänglich: Antem & Monroig bzw. Antem Monroig & Guyot) war ein französisches Karosseriebauunternehmen, das in der Zeit zwischen den Weltkriegen und kurze Zeit danach noch hochwertige Einzelstücke auf der Basis von Oberklasse-Chassis sowie einige Aufbauten in Kleinserien fertigte.

Arnold Henri Guyot

Arnold Henri Guyot (* 28. September 1807 in Boudevilliers bei Neuchâtel, Schweiz; † 8. Februar 1884 in Princeton, USA) war ein schweizerisch-US-amerikanischer Naturforscher und Geograph.

Schon in seiner Jugend sammelte er Pflanzen und Insekten. Er studierte an der Universität Neuchâtel Theologie und nebenher Naturgeschichte. 1825 setzte er sein Studium in Karlsruhe fort. Hier wohnte er bei einer Familie Braun, bei der er Louis Agassiz (1807–1873) kennenlernte.

Guyot wechselte nach Berlin, um sich auf ein geistliches Amt vorzubereiten. Hier entschloss er sich dann aber, die Theologie zugunsten der Naturwissenschaften aufzugeben. Er hörte Vorlesungen bei Alexander von Humboldt und Carl Ritter. 1835 beendete er sein Studium mit einer Dissertation über die natürliche Klassifikation von Seen. Guyot ging nach Paris und wurde Hauslehrer bei den Söhnen des Comte de Pourtalès aus einem mit Neuchâtel verbundenen Adelsgeschlecht. Diese Stellung verschaffte ihm die Gelegenheit zu ausgedehnten Reisen durch Europa.

1838 traf er Agassiz in Paris wieder und aus der Bekanntschaft wurde eine lebenslange Freundschaft. Auf den Rat seines Mentors erforschte Guyot im nächsten Sommer alpine Gletscher und machte dabei wichtige Entdeckungen, die er dank Agassiz vor der Geologischen Gesellschaft von Frankreich 1838 vortragen konnte. 1839 ging er zurück in die Schweiz und erhielt in Neuchâtel eine Professur für Geschichte und Physikalische Geographie. In den Jahren 1840 bis 1847 untersuchte er erratische Blöcke in der Schweiz. Die Revolution von 1848 behinderte die Arbeit an der Akademie, deshalb ging er mit Agassiz nach Amerika. In Boston hielt er Vorlesungen über vergleichende physikalische Geographie. 1849 veröffentlichte er seine Vorlesung "Erde und Mensch". 1854 wurde er in Princeton zum Professor für physikalische Geographie und Geologie berufen.

Im Jahr 1856 errichtete er aus seinen Sammlungen ein Museum, aus dem das heutige Princeton Museum of Natural History hervorgegangen ist. Für die Smithsonian Institution errichtete er

meteorologische Stationen und legte dafür genaue Instruktionen fest. Sie bildeten die Keimzelle des heutigen US-Wetterdienstes (United States Weather Bureau).

Bis 1881 führte er eine topographische Aufnahme der Appalachen von Vermont bis zu den Catskills durch.

Ihm zu Ehren wurden mehrere Berge (Mount Guyot – in der North Carolina-Tennessee Line in den Great Smoky Mountains, in den White Mountains von New Hampshire, in den Colorado Rockies), ein Gletscher in Alaska (Guyot Glacier), ein Mondkrater (Guyot Crater) sowie die unterseeischen Kuppen/Berge mit ebenen Plateaurücken im Pazifik (Guyot), benannt. Guyot war Mitglied der American Academy of Arts and Sciences (1849), der American Philosophical Society (1867) sowie Gründungsmitglied der National Academy of Sciences.

Bernard Guyot (Radsportler)

Bernard Guyot (* 19. November 1945 in Savigny-sur-Orge) ist ein ehemaliger französischer Radrennfahrer.

Charles Guyot

Charles Guyot (* 4. August 1890 in Saint-Imier; † 30. April 1958 ebenda) war ein Schweizer Radrennfahrer.

Charles Guyot gehörte zur ersten Generation der Schweizer Strassenfahrer. Zweimal, 1909 und 1910, wurde er Schweizer Strassenmeister, 1917 zudem Schweizer Bergmeister. Zweimal gewann er das Rennen Bern-Genf (1917 und 1921) und 1924 die Berner Rundfahrt.

1910 nahm Guyot an der „Tour de France des Independents“ teil und belegte den dritten Platz in der Gesamtwertung.

Charles Guyot initiierte den Bau einer Radrennbahn in La Chaux-de-Fonds, wobei er selbst mit Hand anlegte. Die Holzbahn existierte allerdings nur wenige Jahre.

Auch sein Sohn namens Charles Guyot (1925–1973) war ein erfolgreicher Radrennfahrer, er gewann z. B. 1947 die Meisterschaft von Zürich.

Claude-Étienne Guyot

Claude-Étienne Guyot (* 5. September 1768 in Villevieux; † 28. November 1837 in Paris) war ein französischer Général de division der Kavallerie.

César/Bester Schnitt

Gewinner und Nominierte des französischen Filmpreises César in der Kategorie Bester Schnitt (Meilleur montage) seit der ersten Verleihung im Jahr 1976.

Die nachfolgend aufgeführten Filme werden mit ihrem deutschen Verleihtitel (sofern ermittelbar) angegeben, danach folgt in Klammern in kursiver Schrift der französische Originaltitel. Die Nennung des französischen Originaltitels entfällt, wenn deutscher und französischer Filmtitel identisch sind. Die Gewinner stehen hervorgehoben an erster Stelle.

Gabriele Wohmann

Gabriele Wohmann, geborene Guyot (* 21. Mai 1932 in Darmstadt; † 22. Juni 2015 ebenda), war eine deutsche Schriftstellerin.

Gran Premio de San Sebastián 1926

Der IV. Gran Premio de San Sebastián fand am 18. Juli 1926 auf dem Circuito Lasarte bei San Sebastián statt.

Das Rennen hatte auch den AIACR-Ehrentitel Großer Preis von Europa, es wurde über 45 Runden à 17,75 km ausgetragen, was einer Gesamtdistanz von 798,75 km entsprach.

Großer Preis von Italien 1925

Der V. Große Preis von Italien fand am 6. September 1925 auf dem Autodromo di Milano in Monza statt.

Internationale Friedensfahrt 1966

Die 19. Internationale Friedensfahrt (Course de la paix) war ein Radrennen, das vom 9. bis zum 25. Mai 1966 ausgetragen wurde. Das 2340 Kilometer lange Etappenrennen für Amateure führte von Prag über Warschau nach Ost-Berlin und war in 15 Etappen gegliedert. Die Fahrerwertung gewann der Franzose Bernard Guyot, die Sowjetunion siegte in der Mannschaftswertung und das Violette Trikot des aktivsten Fahrers eroberte sich Axel Peschel aus der DDR.

Jules Guyot

Jules Guyot (* 1807 in Gyé-sur-Seine im französischen Département Aube; † 31. März 1872 auf Schloss Savigny-lès-Beaune, Côte-d’Or) war ein französischer Arzt, Physiker und Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts und insbesondere bekannt für seine Weinbaustudien.

Kanton Bray-sur-Somme

Der Kanton Bray-sur-Somme war bis 2015 ein französischer Wahlkreis im Arrondissement Péronne, im Département Somme und in der Region Picardie; sein Hauptort war Bray-sur-Somme. Vertreter im Generalrat des Departements war zuletzt von 2008 bis 2015 Marcel Guyot (Unabhängiger).

Der Kanton Bray-sur-Somme war 146,96 km² groß und hatte 6.248 Einwohner (Stand: 2006), was einer Bevölkerungsdichte von rund 43 Einwohnern pro km² entsprach. Er lag im Mittel 53 m hoch, zwischen 27 m in Sailly-le-Sec und 123 m in Suzanne.

Louis-Jean Guyot

Louis-Jean Frédéric Kardinal Guyot (* 7. Juli 1905 in Bordeaux, Frankreich; † 1. August 1988 ebenda) war Erzbischof von Toulouse.

Pierre François Guyot Desfontaines

Abbé Pierre François Guyot Desfontaines, (* 1685 in Rouen; † 16. Dezember 1745 in Paris), war ein französischer Literaturkritiker, Journalist und Schriftsteller.

Raymonde Guyot

Raymonde Guyot (* 1935 in Paris) ist eine französische Filmeditorin.

Universität von Burgund

Die Universität des Burgund (französisch Université de Bourgogne) ist eine staatliche Universität im Osten Frankreichs. Sie ist eine relativ junge Universität und wurde 1971 im Zuge der Neuordnung der französischen Hochschullandschaft durch das Loi Faure gegründet. Benannt ist sie nach der historischen Landschaft Burgund beziehungsweise der heutigen französischen Region Burgund. Ihren Sitz hat sie in der Regionshauptstadt Dijon.

Yann Guyot

Yann Guyot (* 26. Februar 1986 in Brest) ist ein französischer Radrennfahrer.

Établissements Guyot

Établissements Albert Guyot et Cie war ein französischer Hersteller von Automobilen.

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