Große Sowjetische Enzyklopädie

Die Große Sowjetische Enzyklopädie (russisch Большая советская энциклопедия, abgekürzt БСЭ/ Bolschaja sowetskaja enziklopedija (BSE)) ist die bekannteste und umfangreichste russischsprachige Enzyklopädie. Sie erschien in der Sowjetunion mit insgesamt drei Auflagen:

  • Erste Auflage: 65 Bände und ein Ergänzungsband, Erscheinungsdaten 1926 bis 1933
  • Zweite Auflage: 50 Bände, ein Ergänzungsband (Band 51 – UdSSR) sowie ein zweiteiliges alphabetisches Register, Erscheinungsdaten 1950 bis 1960
  • Dritte Auflage: 30 Bände, Band 24 in zwei Teilen (Teil 1: Собаки–Струна, Teil 2: UdSSR), Erscheinungsdaten 1969 bis 1978
Большая советская энциклопедия второе издание
Bände der zweiten Auflage der Großen Sowjetischen Enzyklopädie

Erste Auflage (1926–1933)

Die erste Auflage wurde auf Beschluss des Zentralkomitees (1925) von 1926 bis 1947 mit einer Auflage von 50.000 bis 80.000 Exemplaren hergestellt. Herausgeber war bis 1929 die Aktiengesellschaft „Sowjetische Enzyklopädie“, ab 1930 der Staatliche Enzyklopädieverlag „Sowjetische Enzyklopädie“, später das Staatliche Institut „Sowjetische Enzyklopädie“.

Sie enthielt 65.000 Artikel, 12.000 Illustrationen und 1.000 Karten. Der Umfang entspricht etwa 96.800 DIN-A4-Seiten. Außer den 65 regulären Bänden gab es einen Ergänzungsband mit dem Titel UdSSR.

Der Inhalt der ersten Auflage orientierte sich an den Bedürfnissen der jungen Sowjetunion, so dominierten Artikel zu den Themen „Wirtschaft, Gegenwartspolitik und sowjetische Praxis“.

Im Vorwort hieß es: „Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die UdSSR, der Aufbau unserer Wirtschaft und unserer Staatsform, aber auch die internationale revolutionäre Bewegung.“[1]

Chefredakteur war von 1924 bis 1941 der Naturwissenschaftler Otto Schmidt. Unter den Autoren waren außerdem Nikolai Bucharin, Kliment Woroschilow, Anatoli Lunatscharski, Michail Frunse, Nikolaj Maschkin und viele andere. Auch internationale Autoren wurden angefragt; so stammt der Artikel über Goethe zu großen Teilen von Walter Benjamin.

Jeder Band der ersten Auflage enthielt im Schnitt acht bis zehn farbige Landkarten, und bis zu 20 meist farbige Illustrationen auf separaten Blättern. Neben diesen gab es zahlreiche Zeichnungen und Karten innerhalb der Textseiten. Diese waren überwiegend in Holzstichtechnik von bekannten Künstlern ausgeführt.

Die Artikel dieser Auflage sind in Russland gemeinfrei.

Zweite Auflage (1950–1960)

Die Herausgabe der zweiten Auflage der Großen Sowjetischen Enzyklopädie wurde im Februar 1949 vom Ministerrat der UdSSR beschlossen. In dem Beschluss wurde die strenge ideologische Ausrichtung formuliert:

Die Überlegenheit der sozialistischen Kultur gegenüber der Kultur der kapitalistischen Welt muss mit erschöpfender Vollständigkeit gezeigt werden. Gestützt auf die Theorie des Marxismus-Leninismus soll die Enzyklopädie von der Warte der kommunistischen Partei aus eine Kritik der gegenwärtigen reaktionären bourgeoisen Tendenzen in den verschiedenen Gebieten der Wissenschaft liefern.[1]

Die Bände erschienen von 1950 bis 1958 im Moskauer Staatlichen Wissenschaftsverlag „Große Sowjetenzyklopädie“ in einer Auflage von 250.000–300.000 Exemplaren. Die Enzyklopädie bestand aus 51 Bänden, von denen der 51. („UdSSR“) ein Ergänzungsband war. 1960 erschien noch ein alphabetisches Sach- und Personenregister in zwei Büchern. Der Umfang entsprach etwa 107.800 DIN-A4-Seiten.

Im Vorwort zur zweiten Auflage wurde eine Rückschau auf die erste gehalten:

Die erste Ausgabe der BSE widerspiegelt natürlich weder die umfassenden Veränderungen, die im Leben der Völker der Sowjetunion und der übrigen Länder vorgegangen sind, noch den gegenwärtigen Stand der sowjetischen Wissenschaft, Technik und Kultur. Ein bedeutender Teil der Artikel der ersten Ausgabe ist offensichtlich veraltet. Überdies enthalten viele Artikel grobe theoretische und politische Fehler.[1]

Neben ausführlichen Übersichtsartikeln (beispielsweise über die Unionsrepubliken, ausländische Staaten, Wissenschaften u. a.) enthielt diese Ausgabe zahlreiche mittellange und kurze Artikel; im Schnitt hatte ein Artikel 2000 Zeichen. Dies ermöglichte die Aufnahme von rund 100.000 Lemmata. Mehr als 40 Prozent der Artikel enthielten bibliographische Angaben, die meisten in ihrer Originalsprache (in den 35 Sprachen innerhalb der Sowjetunion und in 25 ausländischen Sprachen).

In der zweiten Auflage gab es 40.852 Illustrationen und 2363 Karten; der Einband war mit einem Prägerelief versehen.

Chefredakteure dieser Ausgabe waren Sergei Wawilow (1949–51) und Boris Wwedenski (1951–69). Daneben waren auch Andrei Kolmogorow, und viele andere Wissenschaftler als Autoren beteiligt.

Die Bände der zweiten Auflage sind bis einschließlich des 27. Bandes (А bis Многоножки) gemeinfrei, da sie bis Juli 1954 erschienen sind. Die restlichen Bände sind in Russland urheberrechtlich geschützt.

Dritte Auflage (1969–1978)

Большая советская энциклопедия, 3 издание
Dritte Auflage der Großen Sowjetischen Enzyklopädie

Nach einem Beschluss des Zentralkomitees der KPdSU vom 2. Februar 1967 begann man im selben Jahr mit der Arbeit zur dritten Auflage der Großen Sowjetischen Enzyklopädie. Die Ausgabe enthält 30 Bände (Band 24 in zwei Büchern). Der Ergänzungsband (das zweite Buch des 24. Bandes) ist der UdSSR gewidmet. Mit einer Auflage von etwa 630.000 Exemplaren erschien diese Auflage in den Jahren 1969 bis 1978.

Die dritte Auflage war vom Umfang her kleiner als die zweite (gleichgestellt mit ca. 77.000 DIN-A4-Seiten), sie enthielt 95.279 Artikel, 29.120 Illustrationen, 3701 Porträtbilder und 524 farbige Landkarten. Chefredakteur war der Physiker Alexander Prochorow (seit 1969).

Im Vergleich zur zweiten lag in dieser Auflage ein Schwerpunkt auf philosophischen Fragen der Naturwissenschaften, dem wachsenden Einfluss der Physik und Chemie auf alle naturwissenschaftlichen und technischen Bereiche sowie der verbreiteten Anwendung mathematischer Methoden in den Wirtschaftswissenschaften, Soziologie, Linguistik und anderen Wissenschaftszweigen.

Die Enzyklopädie war reich illustriert und die einzelnen Bände enthielten farbige Tafel- und Kartenseiten, die im Tief-, Hoch- und Offsetdruckverfahren produziert waren, Leporellokarten sowie Illustrationen, Karten und Diagramme auf den Textseiten. Eine Schallplatte, die Aufnahmen der Reden von Lenin enthielt, wurde beigelegt.

UBN Great Soviet
Great Soviet Encyclopedia, die englische Übersetzung

Die dritte Auflage der Enzyklopädie wurde in die englische Sprache übersetzt und von dem britisch-amerikanischen Verlag Macmillan 1974–1983 (andere Quellen: 1973–1982) herausgegeben. Jeder Band wurde gesondert übersetzt, die Reihenfolge der Einträge richtet sich nach dem russischen Alphabet. Außerdem wurde sie ins Griechische übersetzt.

Zwischen 1957 und 1990 erschien jedes Jahr ein Band mit aktuellen Informationen über die Sowjetunion und andere Länder der Welt.

Die Erfahrungen bei der Produktion der Großen Sowjetenzyklopädie wurden bei der Arbeit an anderen Lexika und Nachschlagewerken genutzt, so etwa die Kleine Sowjetenzyklopädie (drei Auflagen 1928–60), dem einbändigen Sowjetischen Enzyklopädischen Wörterbuch (vier Auflagen 1979–91), dem zweibändigen Großen Enzyklopädischen Wörterbuch (1991).

Spätere Nutzungsrechte

Inhaber der Druckrechte ist der Rechtsnachfolger des Verlages Sowjetische Enzyklopädie, der Staatsverlag Große russische Enzyklopädie (BRE). Die elektronischen (Teil-)Nutzungsrechte wurden vertraglich mehreren Unternehmen übertragen: das ausschließliche Recht auf Internet-Publikation gehört Russ Portal, die es auf der Website Rubrikon vermarktet, die Rechte auf Multimediaverwertung (CD-ROM) dem Unternehmen Novy disk u. a.

2001 gab die 1993 gegründete russische Aktiengesellschaft Autopan die dritte Auflage der Enzyklopädie auf drei CDs heraus.

Artikel aus der dritten Auflage, die in der englischsprachigen Ausgabe (1970–1979) erschienen sind, sind bei TheFreeDictionary.com verfügbar,[2] allerdings nicht vollständig.

Zensur

Während und nach der Zeit von Josef Stalin wurde die Enzyklopädie zu einem Problem, wenn ein plötzlich der damnatio memoriae unterzogener Zeitgenosse in der Enzyklopädie noch allzu ausführlich oder positiv gewürdigt wurde. So berichtet der Publizist Wolfgang Leonhard, dass die Abonnenten der Sowjetenzyklopädie nach Chruschtschows bekannter Geheimrede „Über den Personenkult und seine Folgen“ aufgefordert wurden, die Seiten mit dem Stichwort „Beria“, Stalins Geheimdienstchef, herauszutrennen und beim Verlag umzutauschen – zurückgekommen seien umfangreiche Papiere zum Thema Beringsee[3] (→ Zensur in der Sowjetunion).

Andere sowjetische Enzyklopädien

Originaltitel Sprache Bände Erscheinungsdaten Google
Українська радянська енциклопедія (Ukrainische Sowjetenzyklopädie) Ukrainisch 17 1959–1965 EoU
Eesti nõukogude entsüklopeedia Estnisch 8 1968–1976 ENE
Беларуская савецкая энцыклапедыя Weißrussisch 12 1969–1975 БелСЭ
Енчиклопедия советикэ молдовеняскэ Moldauisch 8 1970–1981 ЕСМ
Ўзбек совет энциклопедияси Usbekisch 14 1971–1980
Қазақ совет энциклопедиясы Kasachisch 10 1972–1978 ҚазСЭ
Հայկական սովետական հանրագիտարան Armenisch 13 1974–1987 ՀՍՀ
Түркмен совет энциклопедиясы Turkmenisch 10 1974–1989 ТСЭ
ქართული საბჭოთა ენციკლოპედია (Georgische Sowjetenzyklopädie) Georgisch 12 1975–1987
Азәрбајҹан совет енсиклопедијасы Aserbaidschanisch 10 1976–1987 (АСЕ)
Lietuviškoji tarybinė enciklopedija Litauisch 10 1976–1985 LTE
Кыргыз совет энциклопедиясы Kirgisisch 6 1976–1980 КыргСЭ
Энциклопедияи советии тоҷик Tadschikisch 8 1978–1988 (ЭСТ)
Latvijas padomju enciklopēdija Lettisch 11 1981–1988 LPE

Weblinks

Belege

  1. a b c Übersetzung aus http://www.enzyklopaedie.ch/dokumente/BSE.pdf
  2. Our Main Sources. TheFreeDictionary.com, abgerufen am 5. Juli 2015
  3.  (Seite nicht mehr abrufbar)
Alexander Parfenjewitsch Borodin

Alexander Parfenjewitsch Borodin (russisch Александр Парфеньевич Бородин; * 28. Septemberjul./ 10. Oktober 1848greg. in St. Petersburg; † 26. Märzjul./ 7. April 1898greg. in Meran) war ein russischer Ingenieur, Eisenbahn-Experte und einer der Begründer des Baus von Dampflokomotiven in Russland.

Anatoli Wassiljewitsch Bakuschinski

Anatoli Wassiljewitsch Bakuschinski (russisch Анатолий Васильевич Бакушинский; * 16. Apriljul./ 28. April 1883greg. in Werchni Landech; † 9. Januar 1939 in Moskau) war ein russischer Kunstwissenschaftler und Hochschullehrer.

BSE (Begriffsklärung)

BSE steht als Abkürzung für:

Bachelor of Science in Engineering

back scattered electrons, Rückstreuelektronen im Rasterelektronenmikroskop

Badische Stahl Engineering GmbH

belegloses Scheckeinzugsverfahren, siehe Scheck

Bolschaja Sowetskaja Enziklopedija, siehe Große Sowjetische Enzyklopädie

Bombay Stock Exchange, Börse in Mumbai

Bovine spongiforme Enzephalopathie, (deutsch „die schwammartige Gehirnkrankheit der Rinder“) oder umgangssprachlich auch Rinderwahn genannt, ist eine Tierseuche

Brandschutzeinheit

Brandschutzeinheiten in Brandenburg (brandenburgische Katastrophenschutzeinheiten)

Brandschutzerziehung

Braunschweig-Schöninger Eisenbahn, eine historische Bahnlinie

Bretagne-Séché Environnement, ein französisches UCI-Radsportteam

BSE Verlag, ein Kleinverlag für Comics in Neustadt/Weinstraße

Budapest Stock Exchange, Börse in Budapest

Bulgarian Stock Exchange, Börse in Sofia

bulk silicate earth, die (geochemische) Zusammenfassung aller Gesteine ohne den Erdkern

Powiat Sejneński in der Woiwodschaft Podlachien, Polen (Kfz-Kennzeichen)Siehe auch:

Rinderwahn (Begriffsklärung)

Rinderwahnsinn

Batsische Sprache

Die batsische Sprache (auch C’ova-Tuš; Eigenbezeichnung bacbur mott) gehört zusammen mit dem Tschetschenischen und dem Inguschischen (den vejnachischen Sprachen) zum nachischen Zweig der (nordostkaukasischen) nachisch-dagestanischen Sprachen.

Batsisch ist keine Schriftsprache und wird von nicht mehr als ca. 3.400 Menschen in Tuschetien beziehungsweise in der Ortschaft Zemo-Alvani in Georgien gesprochen.

Darginische Sprache

Darginisch (oder Dargwa, Eigenbezeichnung дарган мез dargan mez) ist eine Sprache, die von ca. 370.000 Menschen gesprochen wird. Die Sprecher, die Darginer (oder Darginen), leben vorwiegend in der autonomen Republik Dagestan in der Russischen Föderation, kleine Minderheiten auch in Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgisistan, der Türkei und Turkmenistan.

Darginisch gehört zur lakisch-darginischen Untergruppe innerhalb der Sprachgruppe der dagestanischen Sprachen, die wiederum zur (nordostkaukasischen) nachisch-dagestanischen Sprachfamilie gehören. Am nächsten verwandt ist das Lakische.

Ferdinand Wrede

Victor Karl Paul Ferdinand Wrede (* 15. Juli 1863 in Spandau; † 19. Februar 1934 in Marburg) war ein deutscher Linguist. Seine Schwerpunkte waren altgermanische Dialekte und Dialektgeografie. Von 1911 bis 1933 war er Leiter des Projekts Deutscher Sprachatlas.

Er galt als Vertreter der „Berliner Schule der Linguistik“. Er versuchte die junggrammatische These der Ausnahmslosigkeit der Lautgesetze zu widerlegen und bestritt die Möglichkeit, dass sich die heutigen deutschen Dialekte direkt aus den altgermanischen Dialekten entwickelten.

Fjodor Wassiljewitsch Konstantinow

Fjodor Wassiljewitsch Konstantinow (russisch Фёдор Васильевич Константинов; * 8. Februarjul./ 21. Februar 1901greg. in Novosolki; † 8. Dezember 1991 in Moskau) war ein sowjetischer Philosoph. Er wurde 1918 Mitglied der Kommunistischen Partei, 1932 graduierte er vom Institut der Roten Professur. 1952 bis 1954 war er Chefredakteur des Magazins Voprosy filosofii, 1958 bis 1962 des Magazins Kommunist. Von 1956 bis 1961 war er Kandidat des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion.

Hamid Olimjon

Hamid Olimjon (in kyrillischer Schrift Ҳамид Олимжон, russisch Хамид Алимджан Chamid Alimdschan; häufig Hamid Alimjan; * 1909; † 3. Juli 1944) war ein usbekischer Dichter.

Inguschische Sprache

Die inguschische Sprache (Eigenbezeichnung: ГІалгІай мотт Ğalğaj mott [ʁalʁaj mott]) wird von fast 240.000 Menschen gesprochen, vor allem in der autonomen Republik Inguschetien (Russische Föderation). Sie ist eng mit dem Tschetschenischen verwandt, so dass sich die Sprecher beider Sprachen in gewissem Maße untereinander verstehen können. Beide Sprachen bilden die Untergruppe der wainachischen Sprachen innerhalb der nachischen Sprachgruppe. Die Sprache wird seit 1938 mit dem kyrillischen Alphabet geschrieben.

Jelena Felixowna Kon

Jelena Felixowna Kon (* 4. März 1893 in Jakutsk; † 15. Januar 1968 in Moskau) war eine sowjetische Publizistin und Literaturkritikerin.

Kleinarmenien

Kleinarmenien (armenisch Փոքր Հայք [Pokr Hayk], lat. Armenia Minor) ist ein ehemals von Armeniern besiedelter, antiker Landstrich am Schwarzen Meer in Nordostanatolien, der im Südosten von Großarmenien durch den oberen Euphrat getrennt wird. Er grenzt im Westen und Süden an die historischen Regionen Pontos und Kappadokien, im Nordosten an Kolchis und Iberien im Kaukasus.

Konstantin Alexejewitsch Satunin

Konstantin Alexejewitsch Satunin (russisch Константин Алексеевич Сатунин; * 20. Maijul./ 1. Juni 1863greg. in Jaroslawl; † 10. Novemberjul./ 23. November 1915greg. bei Mzcheta) war ein russischer Zoologe.

Michail Alexandrowitsch Wrubel

Michail Alexandrowitsch Wrubel (russisch Михаил Александрович Врубель, wiss. Transliteration Michail Aleksandrovič Vrubel'; engl. Transkription: Mikhail Aleksandrovich Vrubel; * 5. Märzjul./ 17. März 1856greg. in Omsk; † 1. Apriljul./ 14. April 1910greg. in Sankt Petersburg) war ein russischer Maler, Bildhauer, Keramiker und Bühnenbildner des Symbolismus und des Jugendstils.

Nikolai Dmitrijewitsch Braschman

Nikolai Dmitrijewitsch Braschman (russisch Николай Дмитриевич Брашман; * 14. Juni 1796 in Neu Raußnitz; † 13. Maijul./ 25. Mai 1866greg. in Moskau) war ein österreichisch-russischer Mathematiker. Er war ein Schüler von Joseph von Littrow. Von 1824 arbeitete bis zum Lebensende in Russland: in Sankt Petersburg, Kasan und ab 1834 arbeitete er in Moskau an der Kaiserlichen Universität Moskau (heute Lomonossow-Universität Moskau). Er war seit 1855 Korrespondierendes Mitglied der Kaiserlichen St. Petersburger Akademie der Wissenschaften (heute Russische Akademie der Wissenschaften), seit 1859 war er Ehrendoktor der Moskauer Universität. Seine wichtigsten wissenschaftlichen Arbeiten beziehen sich auf die Strömungsmechanik und das Prinzip der kleinsten Wirkung (Hamilton-Prinzip).Braschman ist der Autor eines der besten Kurse für Analytische Geometrie seiner Zeit. In der Großen Sowjetischen Enzyklopädie wird Brashman „ein hervorragender Lehrer“ genannt. Zu seinen Schülern gehören die Akademiker Osip Somov und Pafnuti Tschebyschow.Braschman erhielt 1836 den Demidow-Preis der St. Petersburger Akademie. Er war Gründungspräsident der Moskauer Mathematischen Gesellschaft.

Ohangaron

Ohangaron (kyrillisch Оҳангарон; russisch Ахангаран Achangaran) ist eine Stadt in der usbekischen Provinz Taschkent, gelegen etwa 50 km südöstlich der usbekischen Hauptstadt Taschkent. Ohangaron hatte laut der Volkszählung von 1989 damals 31.100 Einwohner, laut einer Berechnung für 2009 beträgt die Einwohnerzahl 36.755.

Ohangaron ist eine kreisfreie Stadt und zudem Hauptort eines gleichnamigen Distriktes. Sie liegt nördlich des auch als Ohangaron bekannten Flusses Angren an der Eisenbahnstrecke von Taschkent nach Angren. Ohangaron wurde 1960 im Zuge der Errichtung eines Zementwerkes gegründet und 1966 zur Stadt erhoben.

Petsamo-Kirkenes-Operation

Die Petsamo-Kirkenes-Operation (russisch Петсамо-Киркенесская операция) war eine Winterschlacht während des Zweiten Weltkrieges im Polargebiet zwischen der sowjetischen Karelischen Front und deutschen Truppen in Nordnorwegen und Finnland, die vom 7. bis zum 29. Oktober 1944 andauerte.

Die Operation wird sowohl in der russischen als auch in der US-Armee als Studienobjekt für einen Krieg in der Arktis verwendet.

Siedlung städtischen Typs

Eine Siedlung städtischen Typs oder auch Siedlung mit städtischem Charakter (russisch посёлок городского типа, possjolok gorodskowo tipa, abgekürzt пгт, pgt; ukrainisch селище міського типу (смт), selyschtsche miskoho typu (smt); weißrussisch пасёлак гарадскога тыпу (пгт), passjolak haradskoga typu (pht)) ist eine Verwaltungs- und Gebietseinheit aus der Städtebaupolitik der Sowjetunion, die in Größe und Charakteristika zwischen Dorf und Stadt einzuordnen und einer Minderstadt vergleichbar ist. Der Begriff wird auch heute in einem Teil der Nachfolgestaaten der Sowjetunion verwendet.

Die Siedlung städtischen Typs ist von der Größe her eher dem Dorf zuzuordnen, von seiner Infrastruktur jedoch städtisch, beispielsweise durch mindestens eine große industrielle Ansiedlung. Merkmal war bei der Definition meist, dass der wirtschaftliche Schwerpunkt des Ortes nicht in der Landwirtschaft lag.

Taxiatosh

Taxiatosh (kyrillisch Тахиатош; karakalpakisch Taxıyatas, kyrillisch Тахыятас; russisch Тахиаташ Tachiatasch) ist eine Stadt in der zu Usbekistan gehörenden Autonomen Republik Karakalpakistan, gelegen etwa 10 km südlich der karakalpakischen Hauptstadt Nukus auf 78 m Seehöhe am linken Ufer des Amudarja. Taxiatosh ist eine kreisfreie Stadt. Gemäß der Bevölkerungszählung 1989 hatte Taxiatosh damals 43.000 Einwohner, einer Berechnung für 2009 zufolge beträgt die Einwohnerzahl 62.100.Taxiatosh wurde im Dezember 1950 gegründet; den Status einer Stadt erlangte Taxiatosh im Jahr 1953. Nahe Taxiatosh befinden sich ein Stausee und ein Eisenbahnübergang über den Amudarja an der Strecke von Urganch über Daşoguz in Turkmenistan nach Nukus; Taxiatosh verfügt über eine eigene Haltestelle. Die turkmenische Grenze ist nur wenige Kilometer von Taxiatosh entfernt.

Tone Tomšič

Tone Tomšič (* 9. Juni 1910 in Triest; † 21. Mai 1942 in Ljubljana) war ein slowenischer Kommunist und Widerstandskämpfer.

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