Golfstrom

Der Golfstrom ist eine rasch fließende Meeresströmung im Atlantik. Er ist Teil eines globalen maritimen Strömungssystems, das oft als globales Förderband bezeichnet wird. In Richtung Europa wird der Golfstrom zum Nordatlantikstrom. Er ist Teil der westlichen Randströmung und beeinflusst das Klima in Nordeuropa.

Der Golfstrom befördert etwa 30 Millionen Kubikmeter Wasser pro Sekunde (30 Sv) am Floridastrom, bei einer Geschwindigkeit von 1,8 Meter pro Sekunde, und bis zu maximal 150 Millionen Kubikmeter Wasser (150 Sv) bei 55° West.[1] Das ist mehr als einhundertmal so viel Wasser, wie über alle Flüsse der Welt zusammen ins Meer fließt. Er transportiert etwa 1,5 Petawatt[2] Leistung. Dies entspricht der elektrischen Leistung von ungefähr einer Million der größten Kernkraftwerksblöcken.

Der Name Golfstrom wurde von Benjamin Franklin geprägt und bezieht sich auf den Golf von Mexiko. Früher wurde er auch „Floridastrom“ genannt, auf den Karten des 16. und 17. Jahrhunderts heißt die Straße von Florida Canal de Bahama.

Golfstrom
Oberflächentemperatur im westlichen Nordatlantik. Nordamerika erscheint schwarz und dunkelblau (kalt), der Golfstrom rot (warm). Quelle: NASA

Topografie

Golfstream
Darstellung des Golfstroms, der westlich der Britischen Inseln als Nordatlantikstrom fortgesetzt wird

Als eigentlicher Golfstrom wird die Meeresströmung zwischen Cape Hatteras, North Carolina, bis ca. 2500 km östlich davon im Atlantik bezeichnet. Seine Ursprünge sind der Floridastrom und der Antillenstrom.

Der Floridastrom ist die Fortsetzung der Karibischen Strömung und damit des Südäquatorialstroms, der Hauptwasserlieferant des Golfstroms ist. Die Karibische Strömung fließt durch den schmalen Durchgang der Meerenge zwischen Kuba und Yukatán in den Golf von Mexiko. Diese Strömung, jetzt Loop Current (Schleifenstrom) genannt, durchläuft danach den Golf im Uhrzeigersinn und wird dann durch eine noch engere Passage zwischen Kuba und Florida in den Atlantik zurückgepresst.

Nördlich der Bahamas vereinigen sich Floridastrom und Antillenstrom zum eigentlichen Golfstrom. Im Golf von Mexiko haben die Wassermassen viel Wärme aufgenommen und bewegen sich zunächst als etwa 100 bis 200 km breites Band entlang der Küste Nordamerikas. In der Nähe von Cape Hatteras löst sich der Golfstrom als Strahlstrom von der Küste und fließt östlich in das nordamerikanische Becken und in den offenen Atlantik (bedingt durch die geographischen Gegebenheiten unter der Wasseroberfläche).

Der Golfstrom ist Teil des großen atlantischen Stromrings, bestehend aus dem Portugalstrom, dem Kanarenstrom, dem Nordäquatorialstrom, dem Antillenstrom, dem Floridastrom und dem Nordostatlantischen Strom.[3]

Der Strom wird durch die Ostwendung instabil, er mäandriert und Ringe lösen sich vom Golfstrom. Auf seinem Weg durch den Atlantik spalten sich Teile ab und fließen zurück in südliche oder westliche Richtungen. Die transportierte Wassermasse verringert sich durch diese Teilung der Strömung und verliert durch Verdunstung auch an thermischer Energie.

Ursachen

Bei der Entstehung des Golfstroms spielt neben der atmosphärischen Zirkulation die nach Norden zunehmende Wirkung der Corioliskraft auf die Wasserbewegung eine sehr wichtige Rolle.[4]

Der Passatwind im Nordatlantik treibt das Wasser an der Oberfläche nach Westen. Die Küste von Nordamerika wirkt wie eine Staumauer und lässt das Wasser entlang der Küste nach Norden abfließen. Durch das Zusammentreffen mit dem Labradorstrom sowie durch die Corioliskraft werden die nach Norden strömenden Wassermassen in Richtung Europa abgelenkt.

Der Golfstrom ist Teil eines die Weltmeere umspannenden Zirkulationssystems, zu dem auch die globale thermohaline Zirkulation beiträgt. Die thermohaline Zirkulation entsteht durch Dichteunterschiede, die ihrerseits auf Unterschiede in der Wassertemperatur und dem Salzgehalt zurückzuführen sind.

Wechselwirkungen

Die Temperatur des Golfstroms und seine Strömung haben großen Einfluss auf die Ökologie der Tierwelt des Atlantiks. Das mit der Strömung driftende Plankton ist Nahrungsgrundlage für zahlreiche Tiere. Diese locken wiederum Fressfeinde innerhalb der Nahrungskette an. Die untermeerischen Bodenstrukturen, die vom Golfstrom berührt und teilweise geformt werden, bilden den Lebensraum dieser Fauna.

Auf seinem Weg transportiert der Golfstrom große Mengen Plastikmüll. Der Müll stammt unter anderem von den Abfällen der Schiffsbesatzungen. Auch Flüsse spülen große Mengen von Plastik in die Ozeane.

Erforschung

1969 unternahm das Tauchboot Ben Franklin (PX-15) unter Jacques Piccard als Projektleiter eine vierwöchige Driftfahrt im Golfstrom, während der die sechsköpfige Besatzung auf sich alleine gestellt war. Das Boot tauchte vor Florida unter und legte 2400 km bis vor Neuschottland zurück.

2005 sorgte ein Aufsatz des britischen Ozeanographen Harry Bryden für Aufsehen, der eine starke Abschwächung des atlantischen Teils des globalen Förderbands postulierte.[5] Messungen der Strömung im Bereich der Labradorsee und östlich der Karibik unter Federführung des Kieler IFM-Geomar konnten Brydens Schlussfolgerungen jedoch nicht unterstützen. Zwar stellten auch die Kieler Forscher ganz erhebliche Schwankungen fest, jedoch könne man aus diesen keine langzeitigen Trends ableiten.[6]

Regelmäßig tauchten in den Medien Meldungen auf, dass der Golfstrom schwächele und Europa dadurch im schlechtesten Fall eine neue Eiszeit erleben werde, wie es der Kinofilm The Day After Tomorrow 2004 thematisierte. Dabei werden allerdings Golfstrom und der nordatlantische Teil des globalen Förderbands miteinander verwechselt.

Die Hypothese, wonach der Golfstrom eine wichtige Wärmequelle für Europa darstellt, wurde 1855 in einem ozeanographischen Buch des Marineoffiziers und Hydrografen Matthew Fontaine Maury aufgestellt. Sie hält sich seitdem wie ein Mythos unter der Metapher „Europas Zentralheizung“. Wie der Klimaforscher Richard Seager vom Lamont-Doherty Earth Observatory 2002 in einer detaillierten Studie ausführlich darstellte, ist der tatsächliche Einfluss des Golfstroms auf das europäische Klima jedoch eher minimal, vergleicht man ihn mit dem Einfluss von Luftströmungen und lokaler ozeanischer Wärmekapazität.[7]

Auswirkungen der globalen Erwärmung

Durch die globale Erwärmung schrumpfen die Eisschilde von Grönland, der Antarktis sowie viele Gletscher auf der Erde. Dies führt zu einer Abnahme des Salzgehalts im Meerwasser und senkt damit dessen Dichte. Ein relativ hoher Salzgehalt im Nordatlantik ist aber Voraussetzung dafür, dass die dortige Tiefenströmung bestehen bleibt, die zum globalen Förderband gehört. Eine Folge des abnehmenden Salzgehalts ist die Verlangsamung des atlantischen Teils des globalen Förderbands. Zwischen Mitte des 20. Jahrhunderts und dem Jahr 2018 hat sich die Fließgeschwindigkeit nach einer Veröffentlichung von Stefan Rahmstorf und Kollegen um 15 % verringert, gleichbedeutend mit einem Rückgang um 3 Mio. Kubikmeter pro Sekunde – diese Menge entspricht dem 15-fachen Volumen des Abflusses des Amazonas.[8] Hinweise auf diese Verlangsamung ergaben sich sowohl aus dem allgemeinen Absinken der Temperaturen auf einer großen Fläche im Nordatlantik als auch aus einer Temperaturerhöhung des Golfstroms an der Ostküste der USA. Das wurde auch mit Klimamodellen der globalen Erwärmung vorhergesagt. Bestätigt wurde die Abschwächung des Förderbands im Atlantik auch aus Bohrkern-Untersuchungen in der Labrador-See, die in der gleichen Ausgabe von Nature 2018 veröffentlicht wurden.[9][10] Auch die direkten Messdaten des britisch-amerikanischen Rapid-Projekts mit 226 verankerten Meßinstrumenten bei 26,5 Grad nördlicher Breite zeigen eine Abschwächung des Förderbands im Atlantik seit Beginn der Messungen 2004.[11]

Die unmittelbaren Auswirkungen der Abschwächung des Förderbands im Atlantik sind paradoxerweise zunächst Hitzewellen im Sommer und verstärkte Stürme in Mitteleuropa aufgrund der veränderten Luftdruckverhältnisse, die vermehrtes Einströmen von Warmluft aus Südeuropa begünstigen.[12] Die Gesamtabkühlung des Meereswassers im Nordatlantik wirkt sich erst später aus.

Literatur

  • Matthew Fontaine Maury: The Physical Geography of the Sea, New York/London 1855, PDF
  • Hermann Lämmerhirt: Der Golfstrom : seine Entstehung und sein Einfluss auf das Klima des nordwestlichen Europas. Bremerhaven, 1887 (urn:nbn:de:hbz:061:1-113588)
  • Henry Stommel: The Gulf Stream. A physical and dynamical description. Cambridge University Press, London, 1958; 2nd ed. 1965.
  • Henry Stommel: The westward intensification of wind-driven ocean currents. In: Transactions of the American Geophysical Union, Jg. 29 (1948), S. 202–206
  • Érik Orsenna: Lob des Golfstroms. C.H. Beck, München 2006, ISBN 3-406-54829-6.
  • Jacques Piccard: Tauchfahrt im Golfstrom. Brockhaus, Wiesbaden 1972, ISBN 3-7653-0247-3.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Joanna Gyory, Arthur J. Mariano, Edward H. Ryan: Surface Ocean Currents: The Gulf Stream (englisch) Cooperative Institute for Marine and Atmospheric Studies der University of Miami. Abgerufen am 23. Juli 2010.
  2. Lecture 26: Oceans. Boston University. 6. Januar 2009. Archiviert vom Original am 27. März 2009. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Abgerufen am 31. Dezember 2010.
  3. Schultz et al., Sporthochseeschifferschein, Delius Klasing, ISBN 978-3-7688-1820-9
  4. Henry Stommel: The westward intensification of wind-driven ocean currents. In: Transactions of the American Geophysical Union, Jg. 29 (1948), S. 202–206
  5. Bryden, H. L., Longworth, H. R. & Cunningham, S. A. (2005): Slowing of the Atlantic meridional overturning circulation at 25 degrees N. Nature, Vol. 438, Issue. 7068, pp. 655–657.
  6. Schiermeier, Quirin (2007): Ocean circulation noisy, not stalling. Nature, Vol. 448, Issue. 7156, pp. 844–845.
  7. R. Seager et al. (2002): Is the Gulf Stream responsible for Europe’s mild winters?. Quarterly Journal of the Royal Meteorological Society Vol. 128 October 2002 Part B No. 586, pp. 2563–2586 (PDF)
  8. L. Caesar, S. Rahmstorf, A. Robinson, G. Feulner, V. Saba: Observed fingerprint of a weakening Atlantic Ocean overturning circulation. Nature, Band 556, 2018, S. 191–196, doi:10.1038/s41586-018-0006-5.
  9. Thornalley u. a., Anomalously weak Labrador Sea convection and Atlantic overturning during the past 150 years, Nature, Band 556, 2018, S. 227–230
  10. Sven Titz: Ein System von Ozeanströmen zeigt Anzeichen der Ermüdung In: Neue Zürcher Zeitung vom 13. April 2018
  11. RAPID: monitoring the Atlantic Meridional Overturning Circulation at 26.5°N since 2004
  12. Rahmstorf, Stärkere Belege für ein schwächeres Golfstromsystem, Scilogs, 11. April 2018
Andøy

Die Kommune Andøy in Norwegen besteht aus den beiden Inseln Andøya und Hinnøya.

Die Hälfte der Einwohner wohnt im Verwaltungszentrum Andenes. Obgleich Andøy nördlicher als Murmansk liegt, ist das Klima durch den Golfstrom vergleichsweise mild und hat weniger Frosttage als Oslo. Die Mitternachtssonne scheint vom 19. Mai bis 25. Juli.

Die höchste Erhebung der Kommune ist der Skrivartind auf Hinnøy mit 890 moh.

Die Kommune hat eine Uferlinie von 231 km. Davon ist der Bleikstrand ein 2,5 km langer Sandstrand.

Der Ortsteil Bleik war wohl der einzige Ort Norwegens, der in der letzten Eiszeit eisfrei geblieben ist. Die Bleiksmoränen sind die ältesten des Landes. Es gibt bei Bø auch Überreste einer Besiedlung aus der Zeit von 1400 v. Chr. Außerdem sind zwei Höfe aus der frühen Eisenzeit und einer aus dem Mittelalter ausgegraben worden.

Auf Andøy gibt es auch drei Moorgebiete als Naturreservate. Es ist das größte Gebiet für Moltebeeren in Norwegen.

Der Raketenstartplatz Andøya Rakettskytefelt ist seit 1962 in Betrieb.

Benguelastrom

Der Benguelastrom (englisch Benguela Current) ist eine aus den antarktischen Gewässern gespeiste kalte Meeresströmung im Südatlantik, die vom Kap der Guten Hoffnung nordwärts bis zum Äquator fließt. Die Abkühlung der Lufttemperatur durch den Benguelastrom verhindert über dem Meer die Bildung aufsteigender, feuchterer Luftmassen und führt zu ablandiger Windströmung, die durch den stetigen Südwestwind eine Ablenkung erfährt. Der Benguelastrom ist deshalb eine Hauptursache für das Entstehen der Namib-Wüste und des bestehenden ariden Klimas Namibias, mit niedrigen Niederschlägen. Gleichzeitig ist der Benguelastrom aber sehr sauerstoff- und daher auch zooplanktonreich, weshalb vermehrt Fischschwärme dorthin angezogen werden.

Gespeist wird der Benguelastrom aus Teilen des warmen Agulhasstroms, der die südostafrikanische Küste in südwestliche Richtung entlang fließt, und Teilen des kühlen Antarktischen Zirkumpolarstroms.

In Höhe des Äquators geht der Benguelastrom in den atlantischen Südäquatorialstrom über, der mit seinem warmen Wasser wiederum den Golfstrom und den Brasilstrom speist.

Das marine Ökosystem des Benguelastroms steht seit Ende Oktober 2016 auf der Tentativliste Namibias zur Ernennung als namibisches Welterbe.

Beringstraße

Die Beringstraße (englisch Bering Strait, russisch Бе́рингов проли́в/Beringow proliw) ist eine Meerenge zwischen den Kontinenten Asien und Amerika. Die Meerenge verbindet den Arktischen Ozean mit dem Pazifik. Wie das südlich davon gelegene Beringmeer wurde sie nach dem Dänen Vitus Bering benannt, der die Meerenge 1728 als Marineoffizier in russischen Diensten durchfuhr.

Gulfstream Aerospace

Gulfstream Aerospace (von englisch Gulf stream ‚Golfstrom‘) ist ein seit 1999 vollständig zu General Dynamics gehörender US-amerikanischer Flugzeughersteller von Geschäftsreiseflugzeugen mit Sitz am Flughafen Savannah/Hilton Head in Savannah, Georgia.

Kanalinseln

Die Kanalinseln oder Normannischen Inseln (englisch Channel Islands, französisch Îles Anglo-Normandes, normannisch Îles de la Manche) sind eine Inselgruppe im südwestlichen Teil des Ärmelkanals – in Küstennähe des französischen Départements Manche. Auf ihnen leben ungefähr 166.000 Personen (Stand 2015).

Die Kanalinseln sind geologisch Gipfelreste des Armorikanischen Massivs und bestehen vor allem aus Tiefengesteinen (0,4 bis 2,6 Mrd. Jahre alt). Zu Inseln wurden sie nach dem Anstieg des Meeresspiegels nach der letzten Eiszeit vor rund 10.000 Jahren. Durch Erosion bildeten sich die heutigen Oberflächenformen: Jersey und Sark sind flache Plateaus mit hohen Küsten; Guernsey, Alderney und Herm dagegen – weiter nördlich gelegen – fallen von Süden nach Norden ab und haben im Norden flache Strände. Ihr vom Golfstrom beeinflusstes Klima begünstigt eine besondere Flora.

Im Zweiten Weltkrieg gelang es der deutschen Wehrmacht, sie als einziges britisches Gebiet zu besetzen – von 1940 bis Kriegsende.

Kanarenstrom

Der Kanarenstrom ist eine kühle bis mäßig warme Meeresströmung im nordöstlichen Atlantik.

Er bezieht sein Wasser aus Teilen des Azorenstroms, des Portugalstroms und aufsteigendem nährstoffreichen Tiefenwasser. Dieses Tiefenwasser führt maßgeblich zur vergleichsweise niedrigen Temperatur des Kanarenstroms. Er fließt zunächst in südliche und dann in südwestliche Richtung entlang der nordwestafrikanischen Küste vorbei an den Kanarischen Inseln, wo er das ganze Jahr hindurch für ausgeglichene Temperaturen sorgt.

Bei den Kapverdischen Inseln biegt er ab in westliche Richtung und wird zum atlantischen Nordäquatorialstrom.

Der Kanarenstrom ist Teil des großen atlantischen Stromrings bestehend aus dem Portugalstrom, dem Kanarenstrom, dem Nordäquatorialstrom, dem Antillenstrom, dem Floridastrom, dem Golfstrom und dem Nordostatlantischen Strom.

Kleine Eiszeit

Die Kleine Eiszeit war eine Periode relativ kühlen Klimas von Anfang des 15. Jahrhunderts bis in das 19. Jahrhundert hinein. Sie war regional und zeitlich unterschiedlich stark ausgeprägt. Nur während eines Kernzeitraums, vom Ende des 16. Jahrhunderts bis in das letzte Drittel des 17. Jahrhunderts, lässt sich global eine kühlere Phase ausmachen.

Die Kleine Eiszeit ist Teil der jüngeren Klimageschichte und Forschungsgegenstand der Historischen Klimatologie. Sie gilt in der heutigen Klimadiskussion als das klassische Beispiel einer durch kurzfristige Schwankungen geprägten natürlichen Klimavariation.

Labradorstrom

Der Labradorstrom ist eine kalte, nach Süden gerichtete Meeresströmung in einem Arm des atlantischen Ozeanes zwischen Grönland und der Ostküste Nordamerikas. Sein Name stammt von diesem Arm, der Labradorsee. Er ist Bestandteil des kleinen atlantischen Stromringes, bestehend aus Labradorstrom, Nordostatlantischem Strom, Irmingerstrom und Grönlandstrom.Der Labradorstrom hat seinen Ursprung im Nordpolarmeer und trifft bei den Neufundlandbänken mit dem warmen Golfstrom zusammen, welchen er in Richtung Europa ablenkt. Er ist somit mitverantwortlich für das milde Klima in Europa. Im Bereich des Aufeinandertreffens des Labradorstromes mit dem Golfstrom entsteht oft Nebel, wenn die warme Luft über dem Golfstrom in den kalten Luftbereich über dem Labradorstrom gelangt. Auch begünstigt dieses Aufeinandertreffen die Entstehung von Zyklonen.

Das Wasser des Labradorstroms ist aufgrund seiner Herkunft aus dem Polarmeer relativ salzarm.

Mit dem Labradorstrom treiben oft Eisberge in Richtung Süden, welche dann in Bereichen des Nordatlantiks eine Gefahr für die Schifffahrt darstellen.

Bei Untersuchungen der δ15N-Isotope (Stickstoff-Isotope) der organischen Bestandteile von Gorgonien im Bereich des Labradorstroms konnten deutliche Veränderungen seit den 1970er Jahren festgestellt werden. Die durchführenden Wissenschaftler interpretieren die δ15N-Werte als Indikator für die Nährstoff-Verfügbarkeit im Wasser. Dabei steigt seit den 1970er Jahren der Anteil an nährstoffreichem Wasser messbar an, was laut der Untersuchung für den Labradorstrom seit 1800 Jahren einmalig ist. Damit ist zunehmend subtropisches Wasser anstatt von subpolarem Wasser im Bereich des Labradorstroms vorhanden. Die Forscher vermuten einen möglichen Zusammenhang mit den in diesem Zeitraum beobachteten Klimaveränderungen.

Lleyn-Halbinsel

Die Lleyn-Halbinsel (walisisch Pen Llŷn [ɬɨːn]) liegt im Nordwesten von Wales im County Gwynedd (früher Caernarvonshire). Sie ist niedrig und dünn besiedelt. Die vom Golfstrom erwärmte Küste ist ihr Hauptanziehungspunkt. Sie hat steile Klippen (nahe Aberdaron), aber auch Sanddünen und weite Badestrände (wie Porth Neigwl). Die Küste ist als Heritage Coast eingestuft. Das Innere der Halbinsel wird von der Landwirtschaft geprägt. Das kleine Manorhaus von yn Rhiw, nahe Pwllheli, stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist ein Museum.

Der Name (irisch Laighin, gleicher Wortstamm wie die irische Provinz Leinster) leitet sich von der gälischen Göttin Nebhain ab (irischer Frauenname Nevin - „Verehrerin der Gottheit“), der auf die Besiedlung durch irische Clans im 4. und 5. Jahrhundert hinweist.

Meeresströmung

Als Meeresströmungen (engl. current, Strom) bezeichnet man die systemimmanenten waagrechten und senkrechten Transporte von Wassermassen in den Weltmeeren bzw. Ozeanen: Sie werden u. A. durch die Erdrotation, Gezeiten, unterschiedliche Wasserdichten aufgrund unterschiedlicher Salzgehalte und Wassertemperaturen sowie Winde („Driftströmung“) beeinflusst bzw. verursacht. Von großer Bedeutung ist dabei die „Thermohaline Zirkulation“.(Kleinräumigere) Wasserwirbel (engl. eddy) sind Teile bzw. Auswirkungen der Meeresströmungen, während diese wiederum Teile der „großen ozeanischen Wirbel“ sind (engl. gyre).

Narvik

Narvik ist eine norwegische Stadt nördlich des Polarkreises mit 18.630 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019). Narvik ist auch der Name einer Kommune, deren Hauptort die Stadt Narvik bildet.

Narvik liegt am Ofotfjord und ist ein wichtiger Hafen für die Verschiffung von Eisenerz aus dem Gebiet von Kiruna, Schweden. Dank des Golfstroms ist der Hafen das ganze Jahr über eisfrei. Der Golfstrom ist auch die Ursache für das relativ milde Klima. Trotz der Lage auf 68° 25' n. Br. wird es im Januar, dem kältesten Monat, nur −4,5 °C kalt; die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 3,7 °C. Der Ort entstand nach dem Bau der Ofotbanen, welche erst eine größere Nutzung der Erzvorkommen von Kiruna ermöglichte.

Neufundlandbank

Die Neufundlandbank (engl.: Grand Banks) ist eine Gruppe von Unterwasserplateaus südöstlich von Neufundland auf dem nordamerikanischen Kontinentalschelf. Das Gebiet ist bekannt für hohen Seegang.

In Tiefen von 25 bis 100 Metern treffen dort der kalte Labradorstrom und der warme Golfstrom aufeinander. Das Zusammentreffen dieser beider Ströme und die Lage am Schelf hat zur Folge, dass vermehrt Nährstoffe an die Oberfläche gespült werden. Diese Bedingungen tragen dazu bei, dass die Neufundlandbank zu den reichsten Fischgründen der Erde zählt. Fischarten wie der Kabeljau, Schellfisch, aber auch Kammmuscheln und Amerikanischer Hummer werden gefangen. Nach Zeiten der extensiven Überfischung gelten seit den 1990er Jahren strenge Regeln der kanadischen Regierung, um dem Fischbestand Zeit zur Erholung zu geben.

Zusätzlich zum Fischreichtum verursacht das Aufeinandertreffen des kalten und warmen Stromes vermehrt Nebel. Hinzu kommen gelegentlich Eisberge und der starke Verkehr auf der transatlantischen Schiffsroute, der die Neufundlandbank zu einem gefährlichen Gebiet für Kapitäne macht.

Hier ist auch der Fischtrawler Andrea Gail verschwunden.

Am 18. November 1929 ereignete sich ein Seebeben mit der Stärke 7,2 nach Richter im südwestlichen Teil der Neufundlandbank. Der daraus resultierende Erdrutsch verursachte große Schäden an den Transatlantischen Telefonkabeln. Hinzu kam ein seltener atlantischer Tsunami, welcher auf die Südküste Neufundlands traf und bei dem 27 Menschen ihr Leben verloren.

Auch Erdölvorkommen wurden auf der Neufundlandbank entdeckt. Zu den größten Erdölfeldern zählen die Projekte Hibernia, Terra Nova und White Rose. Die Erdölförderung musste 1982 jedoch einen Rückschlag hinnehmen, als die Bohrinsel Ocean Ranger in einem starken Wintersturm sank.

In den frühen Morgenstunden des 11. September 1995 wurde über der Neufundlandbank eine der höchsten Wellen überhaupt gesichtet. Das Passagierschiff Queen Elizabeth 2 wurde auf dem Weg nach New York von einer 33 Meter hohen Monsterwelle getroffen, die durch den ungewöhnlich weit in den Nordatlantik gezogenen Hurrikan Luis verursacht worden war.

Nordatlantikstrom

Der Nordatlantikstrom ist eine warme Meeresströmung, die den Golfstrom nordöstlich bis nach Europa verlängert. Er wird durch die thermohaline Zirkulation angetrieben.

Durch seinen Wärmetransport wirkt der Nordatlantikstrom wie eine große Heizung, dank derer große Teile West- und Nordeuropas, wie Irland, Großbritannien und Skandinavien, ein wärmeres Klima aufweisen, als aufgrund ihrer hohen geographischen Breite zu erwarten wäre.

Oblast Murmansk

Die Oblast Murmansk (russisch Мурманская область/Murmanskaja oblast) ist eine Oblast in Nordwestrussland.

Die Oblast liegt in Nordosteuropa und umfasst auch die Halbinsel Kola. Im Norden liegt die Barentssee, im Osten das Weiße Meer. Im Süden grenzt sie an die autonome Republik Karelien, im Westen an Finnland und Norwegen.

Die Oberfläche der Oblast ist größtenteils hügelig, höchstes Gebirge sind die Chibinen. Durch die Meeresnähe und den Golfstrom wird das Klima gemildert.

Die Samen, die heute nur eine kleine Minderheit darstellen, sind die indigene Bevölkerung des gesamten Gebiets. Bereits im 12. Jahrhundert begannen die Russen, die Küsten des Weißen Meeres zu erforschen. Das Gebiet blieb lange rückständig, Murmansk wurde erst 1916 gegründet. Im 20. Jahrhundert begann Russland die Kola-Halbinsel als eine militärstrategisch sehr wichtige Region anzusehen und errichtete die Nordflotte.

Wichtigster Wirtschaftszweig ist der Bergbau, in der Oblast werden Apatit, Nickel, Eisenerz, Kupfer und andere Bodenschätze gewonnen. Daneben haben der Fischfang (durch den Golfstrom ist die Hafenstadt Murmansk eisfrei) und die Holzwirtschaft Bedeutung.

Polargebiet

Unter dem Polargebiet versteht man die Regionen der Erde, die sich zwischen den Polen und den zugehörigen Polarkreisen befinden. Diese Gebiete jenseits von 66,6° Breite werden auch Hohe Breiten genannt.

Der nördliche Polarkreis umfasst die Arktis, in deren Zentrum das Nordpolarmeer liegt. Der südliche Polarkreis umfasst die Antarktis, die hauptsächlich den eisbedeckten Kontinent Antarktika mit einschließt. Klimatisch können auch die subpolaren Übergangszonen einbezogen werden. Die Polargebiete werden auch als das ewige Eis bezeichnet (polarer Permafrost), auch wenn das beispielsweise auf die vom Golfstrom erwärmten Gebiete Nordnorwegens keinesfalls zutrifft, oder der Boden doch zeitweise oberflächlich auftaut.

Besondere Kennzeichen der Polarregionen sind neben dem kalten Klima mit viel Schnee und Eis der bis zu einem halben Jahr andauernde Polartag mit der Mitternachtssonne beziehungsweise die Polarnacht, aber auch die Polarlichter.

Auch auf dem Mars gibt es eisbedeckte Polargebiete.

Sargassosee

Die Sargassosee ist ein Meeresgebiet im Atlantik östlich Floridas. Die Bermuda-Inseln liegen in ihrer westlichen Randzone.

Smøla

Smøla ist ein Ort auf der gleichnamigen Insel Smøla in Mittelnorwegen und zugleich eine Kommune im Fylke (Verwaltungsbezirk) Møre og Romsdal. In der an der nördlichsten Spitze des Bezirkes gelegenen Kommune leben 2134 Menschen (Stand 1. Januar 2019) auf einer Fläche von rund 274 km². Die größte Insel ist Veiholmen. Die aus mehreren Inseln und Dörfern bestehende Kommune ist nach der Insel benannt.

Die Insel Smøla liegt in den Schären an der Westküste Norwegens. Sie ist von unzähligen kleineren Inseln umgeben und mit der Fähre erreichbar. Die hügelige Heidelandschaft auf der Insel ist von Seen und kleinen Fjorden geprägt. Die Vegetation besteht aus Flechten, Moosen, Gräsern und Sträuchern. Durch die Lage am Golfstrom sind der Atlantik und die umliegenden Schärengewässer sehr fischreich, fast alle in Norwegen bekannten Fischarten treten um Smøla auf. Aus diesem Grund ist die Fischindustrie und Sportanglerei ein wesentlicher Wirtschaftszweig. Es gibt zwei Windpark-Anlagen.

Subpolare Zone

Die subpolare Zone ist eine Klimazone, die den Übergang zwischen polarer und gemäßigter Klimazone bildet. Laut genetischer Klimaklassifikation (nach Ernst Neef u. a.) ist sie durch den halbjährlichen Wechsel von außertropischen Westwinden im Sommer und polaren Ostwinden im Winter gekennzeichnet.

Die subpolare Zone besitzt folgende allgemeine Merkmale:

trockene und lange Winter

geringe Sommerniederschläge

kurze Sommer (Ausnahme: Länder, die am Golfstrom liegen); nur in den 3 bis 4 Monaten des Sommers knapp über dem Gefrierpunkt

kein deutlicher Jahreszeitenwechsel

Jahresmitteltemperatur unter 0 °C

wärmster Monat zwischen +6 °C und +10 °C

Thermisches (Klima) und Solares (Beleuchtung) Jahreszeitenklima

Jahresniederschläge unter 300 mm, aber humide Verhältnisse wegen der geringen Verdunstung aufgrund der niedrigen Temperaturen

winterliche Schneedecke mit nur 20–30 cm Mächtigkeit

Permafrostboden (verhindert das Versickern des Bodenwassers)

TundrenIhre äquatorwärtige Grenze verläuft annähernd parallel zu den Polarkreisen. Nur in den hochkontinentalen Regionen Asiens und Nordamerikas verschiebt sich diese Grenze weiter nach Süden. Die Subpolargebiete sind durch lange, bis zu acht Monate andauernde Winter und kurze, kühle Sommer geprägt. Hervorgerufen wird dieses Klima durch den Einfluss kalter arktischer Luftmassen im Winter und kühler Polarluft im Sommer. Die Subpolarregionen sind allgemein als niederschlagsarm zu kennzeichnen. Auf Grund der niedrigen Temperaturen ist die Verdunstung gering und die absolute Luftfeuchte niedrig. Ausnahmen sind die vom Golfstrom beeinflussten Regionen Nordeuropas. So ist das Klima Islands durch weniger kalte Winter und Niederschläge von teilweise mehr als 1000 mm pro Jahr geprägt.

Der subpolaren Klimazone lässt sich die Tundra als Vegetationszone zuordnen.

Tiree

Tiree (Schottisch-Gälisch: Tiriodh [ˈtʲʰiɾʲəɣ]) ist eine Insel der Inneren Hebriden in Schottland. Sie liegt westlich der Isle of Mull, ist etwa 19 Kilometer lang und knapp 5 Kilometer breit. Durch den Golfstrom hat Tiree ebenso wie die Nachbarinsel Coll ein milderes Klima, als es die Lage an der schottischen Westküste vermuten ließe. Coll und Tiree gehören zu den Orten mit den meisten Sonnenstunden im Vereinigten Königreich.

Die Insel ist reich an vorzeitlichen Denkmälern: Cairns, Crannogs, Cross-Slabs, Duns, Souterrains, Steinkreise und Menhire. Auf Tiree bestehen mehrere Dörfer mit insgesamt 653 Einwohnern (Stand: 2011). Der wichtigste Ort der Insel ist Scarinish, in dessen Nähe sich auch der Fährhafen befindet. Fährverbindungen bestehen nach Coll und Oban sowie zur Insel Barra. Bedeutende Wirtschaftszweige sind die Landwirtschaft, die Fischerei und der Tourismus.

Der „Klingelnde Stein“ oder Clach a’ Choire ist ein riesiger Felsblock, der während der Eiszeit von der Insel Rum hierher gelangte. Wird er mit einem Stein angeschlagen, erzeugt das metallische Töne, woher der Stein seinen Namen hat. Der ovale Stein ist ungefähr 1,6 Meter hoch und hat 53 prähistorische Cup-and-Ring-Markierungen. Die Legende sagt: „Sollte der klingelnde Stein jemals zertrümmert werden, so wird Tiree im Meer versinken“.

Die Besonderheit der Insel sind jedoch die drei Brochs.

Dùn Mòr (zwischen 1962 und 1964 ausgegraben) ist ein Semi-Broch (ein D-förmiger Broch)

Dun Boraige Mor (im Sinne von Große Burg) ist vermutlich auch ein Semi-Broch

Dùn Mòr a’ Chaolais (der große Broch von Caolas), ebenfalls ein „galleried dun“ oder Semi-Broch.

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