Germanicus

Nero Claudius Germanicus (* 24. Mai 15 v. Chr.; † 10. Oktober 19 n. Chr. in Antiochia am Orontes) war ein römischer Feldherr, bekannt durch seine Feldzüge in Germanien. Er war der Vater des Caligula sowie Großneffe des ersten römischen Kaisers Augustus. Von diesem war er als Nachfolger des Tiberius im Amt des Princeps vorgesehen.

Germanicus Aureus
Aureus des Caligula mit dem Abbild des Caesar Germanicus
MSR - Germanicus Inv. 30010
Germanicus, Marmorbüste, Musée Saint-Raymond
Germanicus
Germanicus als Feldherr, Vatikanische Museen, Rom
Bust of Germanicus
Büste von Germanicus, erste Hälfte des ersten Jahrhunderts, Museo Nazionale Romano: Palazzo Massimo alle Terme, Rom

Leben

Familie

Germanicus war ein Sohn des älteren Drusus und der jüngeren Antonia. Den Siegerbeinamen Germanicus erhielt er nicht auf Grund seiner Taten, sondern erbte ihn von seinem Vater. Sein Bruder war der spätere Kaiser Claudius.

Als Augustus im Jahre 4 n. Chr. zum wiederholten Mal seine Nachfolge zu ordnen versuchte, adoptierte er seinen Stiefsohn Tiberius, mit der Maßgabe, dass dieser gleichzeitig seinen Neffen an Sohnes statt annahm. Germanicus war damit als der übernächste Princeps bestimmt. Von dieser Zeit an war sein Name Gaius Iulius Caesar Germanicus. Er heiratete die ältere Agrippina, eine Enkelin des Augustus, mit der er neun Kinder hatte, darunter Nero Caesar, Drusus Caesar, Gaius, den späteren Kaiser Caligula, Agrippina die Jüngere, die Frau des Claudius und Mutter Neros, Drusilla und Iulia Livilla.

Heerführer

Germanicus unterstützte Tiberius bei der Niederschlagung des pannonischen Aufstandes und bei der Sicherung der Rheingrenze nach der Varusschlacht. Im Jahre 13 übernahm er den Oberbefehl am Rhein und musste im folgenden Jahr, nach dem Tod des Augustus, eine Meuterei der dortigen Legionen unterdrücken, die ihn gern zum Kaiser ausgerufen hätten: Indem Germanicus gegenüber Tiberius loyal blieb, wurde ein neuer Bürgerkrieg vermieden.

Nach einem ersten Einfall in das rechtsrheinische Germanien im Jahr 14 gegen die Marser begann Germanicus im folgenden Jahr großangelegte Vorstöße, die so genannten Germanicus-Feldzüge, zuerst gegen die Chatten, dann zur Ems und zum Ort der Varusschlacht. Auf dem Rückmarsch zum Rhein wären die vier von Aulus Caecina Severus befehligten Legionen in der Schlacht an den Pontes longi fast vernichtet worden. Zwei weitere Legionen, die Germanicus zur Entlastung der Schiffe hatte ausladen und unter dem Legaten Vitellius entlang der Küste marschieren lassen, erfuhren durch eine Sturmflut hohe Verluste. Im Jahr 16 besuchte Germanicus erneut das Schlachtfeld und stieß bis zur Weser vor, wo es im Sommer bei Idistaviso zu einer Schlacht gegen Arminius kam, die keinen eindeutigen Sieger hatte.[1] Es folgte im Spätsommer auf seinem Rückzug in die Winterlager ein glimpflich verlaufendes Gefecht am Angrivarierwall. Doch vernichtete ein schwerer Sturm in der Nordsee einen Großteil der 1000 Schiffe umfassenden Flotte, deren Bau Germanicus für die Eroberung in Auftrag gegeben hatte.

Obwohl Germanicus zwei Jahre lang mit acht Legionen, d. h. einem Drittel der römischen Gesamtstreitkräfte, das Land durchzog, konnte er die Arminius-Koalition nicht entscheidend schwächen, denn ein Jahr nach dem Abzug von Germanicus konnte die 74.000-Mann-Armee des Markomannenkönigs Marbod in einer offenen Feldschlacht die Arminius-Koalition nicht besiegen. Dies spricht eindeutig dafür, dass die Feldzüge des Germanicus trotz einiger Siege ihren Zweck nicht erfüllten. Viele der Gefechte, die als Siege der Römer erscheinen, waren es – so Ralf G. Jahn nach einer gründlichen Analyse – vielleicht nicht. Bestenfalls handelte es sich um Siege, die nicht kriegsentscheidend waren. Tiberius selbst sprach von schwerwiegenden und furchtbaren Verlusten.

Auch von einer gelungenen „Rache für Varus“ kann nicht die Rede sein. Denn erstens befand sich einer der drei Legionsadler bis 41 n. Chr. noch in germanischer Hand, zweitens fand eine deditio (Unterwerfung) des Kerns der aufständischen Stämme nicht statt, drittens befand sich Arminius noch an der Spitze einer starken Koalitionsarmee und viertens konnte dieser im Jahre 17 n. Chr. unwidersprochen behaupten, dass er die Römer „hinausgeworfen“ habe, das heißt, er konnte den Erfolg für sich reklamieren, ohne dass dies unglaubhaft erschien.

Die von Kaiser Tiberius 16 n. Chr. gegenüber dem Germanicus ausgegebene Doktrin, die Germanen ihren inneren Streitigkeiten zu überlassen, anstatt sie unter hohen römischen Verlusten in ihren Wäldern und Sümpfen zu bekämpfen, ging tatsächlich auf: Nach dem Tod des Arminius (ca. 21 n. Chr.) löschte sich die cheruskische Aristokratie durch Bruderfehden zunehmend aus, so dass im Jahr 47 n. Chr. die Cherusker in Rom um einen geeigneten Fürsten nachsuchten. Rom gewährte ihnen daraufhin den Italicus. Sein Erfolg bei der Befriedung der Blutfehden war jedoch begrenzt. Tacitus konnte um 100 n. Chr. schreiben, dass das vor kurzem noch so starke und wichtige Cheruskergeschlecht bis auf einen elenden Haufen nicht mehr existierte.

Weitere Streifzüge der römischen Legionen blieben dennoch nicht aus. So bezeugen Funde am Harzhorn, dass noch im 3. Jahrhundert n. Chr. (über 220 Jahre nach der Varusschlacht) weit im vermeintlich germanischen Gebiet größere römische Verbände tätig waren.

Tod

Germanicus wurde abberufen, in Rom mit einem Triumph geehrt und von Tiberius in politischer Mission in den Osten des Reiches entsandt. Er reiste über Griechenland, wo er bei den 199. Olympischen Spielen 17 n. Chr. Olympiasieger beim Tethrippon wurde.[2] Über Kleinasien gelangte er nach Syrien, von dort nach Ägypten und zurück nach Syrien. Dort, in Antiochia, erkrankte er und starb, angeblich vergiftet vom Statthalter der Provinz, Gnaeus Calpurnius Piso, mit dem er im Streit lag. Die genauen Todesumstände sind jedoch nie aufgeklärt worden. Im Senatus consultum de Gnaeo Pisone patre ist der Senatsbeschluss über den Prozess gegen Piso erhalten.[3] Der auf der sogenannten Tabula Siarensis erhaltene Senatsbeschluss listet die Ehrungen auf, die Germanicus anlässlich der für ihn abgehaltenen Begräbnisfeierlichkeiten empfangen hat.[4]

Germanicus war, anders als sein Adoptivvater, im ganzen Reich sehr beliebt, was sich an der großen Trauer nach seinem Tod zeigte. Zahlreiche Ehrenmonumente und Totenehrungen wurden für ihn beschlossen. Er war auch literarisch tätig; erhalten ist das astronomische Gedicht Arati Phaenomena, 725 Hexameter nach dem Lehrgedicht Phainomena (Himmelserscheinungen) des Aratos von Soloi.

Rezeption

Georg Philipp Telemann schuf 1704 die Oper Germanicus, die die Ereignisse des Germanienfeldzugs als Paardrama zwischen Germanicus und Agrippina auf der einen sowie Arminius und Claudia (Telemanns Name für Thusnelda) auf der anderen Seite darstellt.

Die barocke Serenata (Huldigungsmusik) Germanico basiert auf einer Episode aus Germanicus’ Leben. Die anonyme Komposition, die Anfang des 18. Jahrhunderts entstand und 2007 wiederentdeckt wurde, wird Georg Friedrich Händel zugeschrieben, was in der Musikwissenschaft allerdings nicht einhellig akzeptiert ist.[5]

Schriften

  • Les phénomènes d’Aratos. Texte établi et traduit par André Le Boeuffle. Les Belles Lettres, Paris 1975.
  • José María Bernardo Nicás Montoto: Revisión del texto, léxico, traducción y comentario de “los fenómenos de Arato” de Germánico. Dissertation. Universidad Complutense de Madrid, Facultad de Filología 2004, ISBN 84-669-2862-6. (PDF)

Literatur

Übersichtsdarstellungen

  • Michael von Albrecht: Geschichte der römischen Literatur von Andronicus bis Boethius und ihr Fortwirken. Band 2. 3., verbesserte und erweiterte Auflage. De Gruyter, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-026525-5, S. 832–835
  • Peter KehneGermanicus. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 11, Walter de Gruyter, Berlin/New York 1998, ISBN 3-11-015832-9, S. 438–448.
  • Stefan Burmeister, Salvatore Ortisi (Hrsg.): Phantom Germanicus. Spurensuche zwischen historischer Überlieferung und archäologischem Befund. Band 53 in der Reihe Materialhefte zur Ur- und Frühgeschichte Niedersachsens, Verlag Marie Leidorf, Rahden 2018.

Untersuchungen

  • Giorgio Bonamente (Hrsg.): Germanico. La persona, la personalità, il personaggio; nel bimillenario dalla nascita. Bretschneider, Rom 1987, ISBN 88-7689-029-7.
  • Karl Christ: Drusus und Germanicus. Der Eintritt der Römer in Germanien. Schöningh, Paderborn 1956.
  • Ralf G. Jahn: Der Römisch-Germanische Krieg (9–16 n. Chr.). Dissertation, Bonn 2001.
  • Lindsay Powell: Germanicus. The Magnificent Life and Mysterious Death of Rome's Most Popular General. Pen and Sword, Barnsley 2013, ISBN 978-1-78159-120-8.
  • Dieter Timpe: Der Triumph des Germanicus. Untersuchungen zu den Feldzügen der Jahre 14-16 n. Chr. in Germanien (= Antiquitas. Reihe 1, Band 16). Habelt, Bonn 1968.

Rezeption

  • Laura Muth: Germanicus. In: Peter von Möllendorff, Annette Simonis, Linda Simonis (Hrsg.): Historische Gestalten der Antike. Rezeption in Literatur, Kunst und Musik (= Der Neue Pauly. Supplemente. Band 8). Metzler, Stuttgart/Weimar 2013, ISBN 978-3-476-02468-8, Sp. 453–458 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche ).

Weblinks

Anmerkungen

  1. Wilfried Horstmann: Die Römer an der Weser. Untersuchungen zum Germanicus-Feldzug des Jahres 16 n. Chr. In: Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins. 54, 1982, S. 9–49.
  2. Luigi Moretti: Olympionikai, i vincitori negli antichi agoni olimpici. In: Memorie della Accademia Nazionale dei Lincei, Classe di Scienze Morali, Storiche e Filologiche. Ser. 8, vol. 8, fasc. 2 (1957), S. 154 Nr. 750.
  3. Senatus consultum de Gnaeo Pisone Patre in der Epigraphischen Datenbank Heidelberg mit weiterführenden Literaturangaben.
  4. Alvaro Sánchez-Ostiz Gutiérrez (Hrsg.): Tabula Siarensis. Edición, Traducción y Comentario. Ediciones Universidad de Navarra, Pamplona 1999
  5. Thomas Migge: Ein neuer Händel oder nicht? Streit um die Oper "Germanico" in der Klassik-Musikszene. Deutschlandfunk, 3. August 2011, abgerufen am 14. Mai 2018
Agrippina die Jüngere

Iulia Agrippina (* 6. November 15 oder 16 n. Chr. in Oppidum Ubiorum, heute Köln; † 59 in Kampanien), zur Unterscheidung von ihrer Mutter oft Agrippina die Jüngere (lateinisch: Agrippina minor) genannt, war eine Tochter des Germanicus und der älteren Agrippina, und damit Angehörige der julisch-claudischen Dynastie. Sie war die Mutter Neros und Frau des Kaisers Claudius.

Agrippina die Ältere

Vipsania Agrippina (* 14 v. Chr.; † 18. Oktober 33 n. Chr.), oft kurz Agrippina maior (Agrippina die Ältere) genannt, war eine Angehörige der julisch-claudischen Dynastie und Mutter des römischen Kaisers Caligula.

Aratos von Soloi

Aratos von Soloi (griechisch Ἄρατος Áratos, deutsch auch Arat; * ca. 310 v. Chr.; † 245 v. Chr.) war ein antiker griechischer Autor.

Aratos wurde in Soloi in Kilikien geboren und stammte aus einer vornehmen Familie. Seine Studien führten ihn nach Athen. Dort befasste er sich mit stoischer Philosophie; im Unterschied zur modernen Philosophie schloss diese die Naturkunde mit ein, die als Physik bezeichnet wurde. Er lebte längere Zeit am Hof von Antigonos Gonatas in Makedonien und in Syrien bei Antiochos I.

Von Aratos ist nur das im Altertum berühmt gewordene Lehrgedicht Phainomena (Himmelserscheinungen) erhalten, das in 1154 Hexametern den Sternenhimmel beschreibt und sich dabei an der astronomischen Lehre des Eudoxos von Knidos orientiert. Aratos verlieh seinem spröden Stoff teilweise durch Anspielungen auf Sternsagen, Katasterismoi, mehr Leben. In einem zweiten Teil unterrichtet er über Wetterzeichen, „Diosemeia“. Das Gedicht erlangte dadurch Berühmtheit, dass Aratos die Diskrepanz zwischen Spröde des Themas und schöner Darstellung überwand, obgleich er keine Kenntnisse im Bereich der Astronomie hatte.

Aratos’ Werk fand zahlreiche Nachahmer, die mit der Vorlage zu konkurrieren bemüht waren. Die berühmtesten lateinischen Versionen stammen von Cicero, Germanicus (Aratea des Germanicus) und Avienus. Da Aratos’ Text nicht leicht verständlich ist, wurde er bereits im Altertum von Erläuterungen begleitet (Scholien). Vor allem in den lateinischen Übersetzungen von Cicero und Germanicus beeinflusste Aratos gewissermaßen als Schulbuch das Wissen der Menschen. Sehr viele der modernen Sternbildbezeichnungen lassen sich auf diese Versionen zurückführen und verdanken somit Aratos ihre Kanonisierung, die auch in der Syntaxis mathematica (gewöhnlich kurz Almagest genannt) des Klaudios Ptolemaios (2. Jahrhundert) über die arabisch-maurische Tradition weiterwirkte.

Die Apostelgeschichte des Lukas lässt den Apostel Paulus aus dem Prolog von Aratos’ Phainomena zitieren: „Wir sind seines [Aratos: des Zeus; Paulus meint: Gottes] Geschlechts.“Der Mondkrater Aratus ist nach Aratos von Soloi benannt.

Caligula

Gaius Caesar Augustus Germanicus (* 31. August 12 in Antium als Gaius Iulius Caesar; † 24. Januar 41 in Rom), postum bekannt als Caligula, war von 37 bis 41 römischer Kaiser. Caligulas Jugend war von den Intrigen des ehrgeizigen Prätorianerpräfekten Seianus geprägt. Nach hoffnungsvollem Regierungsbeginn, der durch persönliche Schicksalsschläge getrübt wurde, übte der Kaiser seine Herrschaft zunehmend als autokratischer Monarch aus und ließ in Hochverratsprozessen zahlreiche Senatoren in willkürlicher Ausschöpfung seiner Amtsgewalt zum Tode verurteilen. Seine Gewaltherrschaft endete mit seiner Ermordung durch die Prätorianergarde und Einzelmaßnahmen zur Vernichtung des Andenkens an den Kaiser.

Da die antiken Quellen Caligula praktisch einhellig als wahnsinnigen Gewaltherrscher beschreiben und sich zahlreiche Skandalgeschichten um die Person des Kaisers ranken, ist er wie kaum eine zweite Herrscherpersönlichkeit der Antike zum Gegenstand belletristischer und populärwissenschaftlicher Bearbeitungen geworden. Einige Beiträge der jüngeren Forschung diskutieren allerdings alternative Ansichten und gelangen so zu einer differenzierteren Darstellung.

Claudius

Tiberius Claudius Caesar Augustus Germanicus (vor seinem Herrschaftsantritt Tiberius Claudius Nero Germanicus; * 1. August 10 v. Chr. in Lugdunum, heute Lyon; † 13. Oktober 54 n. Chr.) war der vierte römische Kaiser der julisch-claudischen Dynastie. Er regierte vom 24. Januar 41 n. Chr. bis zu seinem Tod im Jahr 54. Geboren wurde er in Lugdunum als Sohn des Nero Claudius Drusus und der Antonia Minor. Er war der erste römische Kaiser, der außerhalb Italiens geboren wurde.

Claudius galt als aussichtsloser Kandidat auf die Nachfolge im Kaiseramt: Der Überlieferung zufolge litt er an physischen Gebrechen. Bevor ihn sein Neffe Caligula im Jahr 37 zum Konsul machte, wurde er von seiner Familie jedenfalls von fast allen öffentlichen Auftritten und Ämtern ausgeschlossen. Dies ersparte ihm wohl umgekehrt das Schicksal, das zahlreiche andere vornehme Römer ereilte, die den politischen Säuberungsaktionen während der Herrschaft des Tiberius und des Caligula zum Opfer fielen. Stattdessen konnte er sich historischen Studien zuwenden.

Als letzter männlicher Erwachsener seiner Familie wurde Claudius nach Caligulas Ermordung überraschend dessen Nachfolger. Er war dabei der erste römische Kaiser, an dessen Erhebung das Militär wesentlichen Anteil hatte. Trotz seines Mangels an politischer Erfahrung erwies sich Claudius als fähiger Verwalter und entfaltete eine rege Bautätigkeit. In seine Herrschaftszeit fällt mit der Eroberung Britanniens die erste territoriale Erweiterung des Römischen Reiches seit der Zeit des Augustus.

Kaiser Claudius interessierte sich besonders für die römische Rechtsprechung, beispielsweise führte er den Vorsitz in öffentlichen Prozessen und gab bis zu 20 Verordnungen am Tag heraus. Während seiner gesamten Regierungszeit fühlte er sich allerdings durch die Aristokratie bedroht. Zahlreiche Senatoren wurden aus unterschiedlichen Gründen hingerichtet, teils im Zusammenhang mit angeblichen Verschwörungen, teils aufgrund von Parteibildungen und Intrigen in der Umgebung des Kaisers.

Die antiken Geschichtsschreiber und Biographen beschreiben Claudius vor seiner Zeit als Kaiser als einen verwahrlosten, kränklichen und lächerlichen Mann; als Kaiser charakterisierte man ihn als ignorant, schwächlich und böswillig. Nach seinem Tod wurde er von Seneca verspottet und verunglimpft. Die moderne Forschung kommt zu einem differenzierteren Urteil und würdigt Claudius auch als umsichtigen und fähigen Herrscher.

Cognomen

Das Cognomen (alternative Schreibweise Kognomen, lateinisch für „Beiname“; Plural Cognomina) war oft der dritte Namensbestandteil der regulären römischen Namensgebung (tria nomina). Dieses Dreinamenssystem aus praenomen, nomen gentile und cognomen, das sich Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. entwickelt hatte, war auch in der etruskischen Namensgebung üblich. Wem die Urheberschaft des Dreinamenssystems zuzuschreiben ist, konnte bis jetzt nicht geklärt werden.

Ursprünglich waren Cognomina wohl den einzelnen Träger charakterisierende Bei- oder Spottnamen (z. B. Cicero, abgeleitet von cicer „Kichererbse“; Crassus von crassus „fett“), wurden später aber teilweise innerhalb einer Familie (gens) erblich, wobei meist nur der älteste Sohn das Cognomen des Vaters übernahm. Ein jüngerer Sohn musste sein Cognomen dann vom Namen der Mutter oder anderswie ableiten.

Da es so auch der Unterscheidung bei gleichem Namen diente, kann es als Vorläufer der modernen Nachnamen gelten, die sich in Europa erst seit dem 13. Jahrhundert entwickelt haben; so bedeutet in der heutigen italienischen und katalanischen Sprache, die wie die anderen romanischen Sprachen auf das Lateinische zurückgehen, cognome bzw. cognom „Nachname“.

Freigelassene Sklaven führten in der Regel ihren bisherigen (einzigen) Namen als Cognomen, während sie Prae- und Gentilnomen von ihrem früheren Herrn übernahmen.

Bekannte römische Cognomina sind zum Beispiel Scipio, Caesar, Brutus oder Cicero. Weitere Cognomina stehen in der Liste römischer Cognomina.

Vom Cognomen zu unterscheiden ist das Agnomen, ein zusätzlicher Beiname, der eine auffällige Eigenschaft einer Person kennzeichnete oder nach (militärischen) Erfolgen verliehen wurde (z. B. Africanus, Germanicus). Es übernahm allerdings zunehmend die Funktion des Cognomens, als auch dieses anfing, erblich zu werden.

Germania magna

Als die Germania magna (lat. für „Großes Germanien“) wurde in der Antike der dem Römischen Reich bekannte, aber nur zeitweise und teilweise besetzte Teil des Siedlungsgebiets der Germanen bezeichnet. Als Grenzen des Gebiets nennt Ptolemäus in seiner Geographike Hyphegesis im Westen den Rhein (Rhenus), im Süden die Donau (Danubius), im Norden das Meer (Germanicus Oceanus) und im Osten die Weichsel (Vistula) und die Karpaten (Sarmatici montes). Es wird auch teilweise der Begriff Germania libera („freies Germanien“) gebraucht, doch findet sich dieser Terminus nicht in antiken Quellen.

Germanicus-Feldzüge

Die Germanicus-Feldzüge waren römische Militäroperationen der Jahre 14 bis 16 n. Chr. gegen eine Koalition rechtsrheinischer germanischer Stämme. Benannt sind die Feldzüge nach Nero Claudius Germanicus (* 15 v. Chr.; † 19 n. Chr.), einem Großneffen des Augustus. Hauptgegner waren die Cherusker unter der Führung des Arminius (* um 17 v. Chr.; † um 21 n. Chr.).

Die Offensiven gelten als Höhe- und Endpunkt der Augusteischen Germanenkriege, die im Jahr 12 v. Chr. von Nero Claudius Drusus, dem Vater des Germanicus, begonnen worden waren. Die Offensiven wurden mit gewaltigem Aufwand betrieben – Germanicus kommandierte das mit acht Legionen größte römische Heer der damaligen Zeit. Den Feldzügen vorausgegangen waren die vernichtende Niederlage des römischen Statthalters Varus (Schlacht im Teutoburger Wald 9 n. Chr.) und der Verlust fast aller römischen Positionen rechts des Rheins. Wesentliche Kriegsziele waren deshalb die Wiederherstellung der römischen Oberhoheit in Germanien und die Bestrafung der Aufständischen.

Die Militäraktionen begannen im Herbst 14 n. Chr. mit einem Überfall auf den Stamm der Marser. Als militärischer Höhepunkt der Feldzüge gelten eine Flottenlandung mit 1.000 Schiffen in der Mündung der Ems im Sommer 16 n. Chr. sowie die anschließende Schlacht von Idistaviso, die größte Schlacht der augusteischen Germanenkriege. Nach schweren römischen Verlusten endeten die Kämpfe im Herbst 16 n. Chr. gegen den Willen des Germanicus auf energische Weisung des Kaisers Tiberius (14 bis 37 n. Chr.) hin. Die römische Propaganda münzte die Einstellung der Kämpfe zu einem Sieg um, Germanicus hielt einen glänzenden Triumphzug ab.

Das Ergebnis der Germanicus-Feldzüge war der faktische Verzicht der Römer auf die militärische Kontrolle Germaniens und der Rückzug der Legionen auf die Rheinlinie. Arminius galt deshalb dem römischen Geschichtsschreiber Tacitus, der Hauptquelle zu den Germanicus-Feldzügen, als „Befreier Germaniens“ (liberator Germaniae).

Juni

Der Juni (früher auch Brachmonat) ist der sechste Monat des Jahres im gregorianischen Kalender.

Er hat 30 Tage und enthält den Tag der Sonnenwende (21. Juni, abhängig von der Himmelsmechanik auch am 20. oder 22. Juni möglich), der auf der Nordhalbkugel der längste Tag mit der kürzesten Nacht des Jahres ist.

Benannt ist er nach der römischen Göttin Juno, der Gattin des Göttervaters Jupiter, Göttin der Ehe und Beschützerin von Rom. Zur Regierungszeit Kaiser Neros wurde der Monat in Germanicus umbenannt, einen der Namen des Kaisers, was sich allerdings nicht durchsetzte. Unter Kaiser Commodus hieß der Monat dann Aelius nach einem von dessen Namen; auch diese Umbenennung wurde nach dem Tod des Kaisers rückgängig gemacht.Der alte deutsche Monatsname ist Brachet oder Brachmond, da in der Dreifelderwirtschaft des Mittelalters in diesem Monat die Bearbeitung der Brache begann. In Gärtnerkreisen spricht man auch vom Rosenmonat, da die Rosenblüte im Juni ihren Höhepunkt erreicht; aus diesem Grund wurde der Juni früher auch Rosenmond genannt.

Im römischen Kalender war der Iunius ursprünglich der vierte Monat und hatte 29 Tage.

Um in der mündlichen Kommunikation eine Verwechslung mit dem ähnlich klingenden Monatsnamen Juli zu vermeiden, wird der Juni – insbesondere im Telefongespräch oder auch beim Diktat – häufig auch als „Juno“ ([ˈjuːno] oder [juˈnoː]) gesprochen. Aus gleichem Grund wird umgekehrt der Juli oftmals als „Julei“ ([juˈlai] oder [ˈjuːlai]) artikuliert.

Kein anderer Monat des laufenden Kalenderjahres beginnt mit demselben Wochentag wie der Juni. Der Februar des Folgejahres hingegen beginnt mit dem gleichen Wochentag wie der Juni des laufenden Jahres.

Liste der römischen Kaiser der Antike

Die Liste der römischen Kaiser der Antike enthält alle Kaiser des Römischen Reiches von Augustus, der 27 v. Chr. den Prinzipat begründete, bis Herakleios, dessen Herrschaftszeit 610–641 (ab 613 gemeinsam mit Konstantin III.) die späteste für das Ende der Antike in Betracht kommende Epochengrenze ist. Manche Forscher setzen frühere Endpunkte für die antike Kaiserzeit, etwa nach Theodosius I. (395), Romulus Augustulus (476), Justinian I. (565) oder Maurikios (602).

Die römische Kaiserzeit wird traditionell in zwei Perioden gegliedert: in die Zeit des Prinzipats, einschließlich der Reichskrise des 3. Jahrhunderts, und in die Spätantike ab etwa 284, die früher auch als Dominat bezeichnet wurde. Die Liste überschneidet sich seit der Alleinherrschaft Konstantins I. 324–337 für etwa drei Jahrhunderte mit der Liste der byzantinischen Kaiser.

Staatsrechtlich besteht kein Unterschied zwischen dem Römischen und dem Byzantinischen Reich, denn als byzantinisch bezeichnet erst die neuzeitliche Forschung die griechisch geprägte Großmacht, die im Lauf der Spätantike und des beginnenden Frühmittelalters aus dem Oströmischen Reich hervorging.

Das deutsche Wort Kaiser und das russische Zar leiten sich von Gaius Iulius Caesar her, der in der Endphase der Römischen Republik zum Diktator aufstieg und dessen Cognomen Caesar von seinem Erben Augustus und dessen Nachfolgern übernommen wurde.

Marser (Germanien)

Die Marser (lateinisch: Marsi, griechisch οἱ Μαρσοί) waren ein kleiner germanischer Volksstamm, der zwischen Rhein (Rhenus), Ruhr und Lippe (Lupia) siedelte. Der Stamm der Marser entstand aus einer Abspaltung von den rechtsrheinisch verbliebenen Resten der Sugambrer. Dieser Stamm war unter Tiberius im Jahre 8 v. Chr. im Rahmen der Drusus-Feldzüge (12 bis 8 v. Chr.) in linksrheinische Gebiete um Xanten (Römerlager Vetera) in das Gebiet der Kugerner umgesiedelt worden. Die Marser wurden erstmals von Strabon und mehrmals von Tacitus erwähnt, von letzterem insbesondere im Zusammenhang mit den Germanicus-Feldzügen, als die Römer sie 14 n. Chr. überfielen. Die ahnungslosen Marser, die gerade in ihren Dörfern ein Fest feierten und zu betrunken waren, um auf diesen Überraschungsangriff reagieren zu können, wurden, ob Männer oder Frauen, ob alt oder jung, von den römischen Soldaten getötet.

Die Marser hatten am Aufstand im Jahre 9 n. Chr. gegen die Römer teilgenommen (Varusschlacht) und wurden nun in den Rachefeldzügen des Germanicus vernichtend geschlagen. Nach Tacitus (Annalen 1, 51) wurde neben dem zentralen, nicht genau zu lokalisierenden Tanfana-Heiligtum ein Landraum von 50 römischen Meilen mit Feuer und Schwert völlig verwüstet: „Kein Geschlecht, kein Lebensalter fand Erbarmen.“

Germanicus führte im Feldzug gegen die Marser neben mindestens 12.000 Legionssoldaten auch 26 Kohorten Hilfstruppen (sociae cohortes) und 8 Reiterschwadronen (equitum alae) mit sich. Auch wegen dieser Gräueltaten, die Germanicus nicht nur bei den Marsern, sondern auch bei den Chatten im Frühjahr 15 n. Chr. angerichtet hatte, fanden sich die sonst oft untereinander zerstrittenen Germanen wieder zusammen, um gegen die Römer vorgehen zu können. Germanicus hatte eine mehr als doppelt so starke Armee unter Waffen wie seinerzeit Varus. Im Jahre 16 n. Chr. wurde die Aquila der Legio XVII von Germanicus von den Marsern wiedergewonnen. Die Feldzüge des Germanicus wurden dennoch nach zwei Jahren intensiver, aber nicht entscheidender Kämpfe abgebrochen, und die Römer zogen sich hinter den Rhein zurück.

Über die weitere Geschichte der Marser berichten die Quellen nichts.

Mattium

Mattium war ein Hauptort („caput gentis“ nach Tacitus) des westgermanischen Volksstammes der Chatten, wahrscheinlich auf dem Gebiet des heutigen Schwalm-Eder-Kreises in Nordhessen. Tacitus beschrieb in seinen Annalen die Zerstörung Mattiums durch den römischen Feldherren Germanicus im Jahr 15 n. Chr. im Zuge der Germanicus-Feldzüge. Die in der älteren Forschung verbreitete Gleichsetzung Mattiums mit der Altenburg bei Niedenstein wurde durch neue Erkenntnisse (Datierung der archäologischen Fundstücke) widerlegt.

Nero

Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus (* 15. Dezember 37 in Antium; † 9. oder 11. Juni 68 bei Rom) war von 54 bis 68 Kaiser des Römischen Reiches. Er sah sich selbst als Künstler und war der letzte Kaiser der julisch-claudischen Dynastie.

Segestes

Segestes war ein Fürst des Germanenstammes der Cherusker und enger Verbündeter der Römer, der im Zusammenhang seiner Beziehung zu Arminius und dem Aufstand gegen Rom in der antiken Überlieferung erscheint.

Segestes unterhielt gute Beziehungen zu den Römern und hatte sogar das römische Bürgerrecht erhalten, wobei er als Rivale der Familie des Arminius agierte. Im Jahre 9 n. Chr. warnte er den römischen Statthalter Varus vor den Aufstandsplänen und bot ihm sogar an, ihn zusammen mit den anderen führenden Germanen gefangen zu nehmen, fand aber kein Gehör. Nach der römischen Niederlage (Varusschlacht) sah er sich gezwungen, doch am Aufstand teilzunehmen. Bald stellte er sich jedoch im offenen Kampf gegen Arminius, der seine Tochter Thusnelda gegen seinen Willen zur Frau genommen hatte, und wurde im Jahre 15 von seinen Stammesgenossen belagert, aber durch den römischen Feldherrn Germanicus befreit. Segestes lieferte seine zu jener Zeit schwangere Tochter Thusnelda als Gefangene an Germanicus aus. Über das weitere Schicksal Thusneldas ist nichts bekannt; auch der von Tacitus angekündigte Bericht über das Schicksal ihres Sohnes Thumelicus, der in der Gefangenschaft geboren und in Ravenna erzogen wurde, ist nicht erhalten.

Die antiken Quellen berichten noch, dass Segestes im Jahre 17 Zuschauer beim Triumph des Germanicus war, wobei seine Kinder Segimundus und Thusnelda sowie sein Enkel Thumelicus als Gefangene vorgeführt wurden. Germanicus wies ihm danach einen Wohnsitz „in der alten Provinz“ (wohl Gallien) an.

Die ausführlichste Erwähnung des Segestes findet sich in den Annalen des Tacitus, 1, 55–59. Weitere Erwähnungen gibt es bei Velleius Paterculus, Florus und Cassius Dio.

September

Der September ist der neunte Monat des Jahres im gregorianischen Kalender und hat 30 Tage.

Am 22. oder 23. September ist die Tagundnachtgleiche: die Sonne steht in der Äquatorebene der Erde und geht an diesem Tag genau im Osten auf und genau im Westen unter. An einem dieser zwei Tage beginnt, astronomisch gesehen, der Herbst.

Historische deutsche Namen für den September sind Scheiding, Herbstmond, Herbsting, Holzmonat und Engelmonat.

Im römischen Kalender war der September ursprünglich der siebte Monat (lat. septem = sieben). 153 v. Chr. wurde der Jahresbeginn jedoch um zwei Monate vorverlegt, sodass die Beziehung zwischen Name und Monatszählung verloren ging. Dies wird manchmal bei der Übertragung früher verwendeter lateinischer Datumsangaben („9ber“ und „7ber“) übersehen.

Sieben weise Meister

Sieben weise Meister (lateinisch Septem sapientes) ist eine Sammlung von fünfzehn novellenartigen Erzählungen, die in eine Rahmenhandlung eingebettet sind, und vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert hinein eine enorme Verbreitung fand.

Tiberius

Tiberius Iulius Caesar Augustus (vor der Adoption durch Augustus: Tiberius Claudius Nero; * 16. November 42 v. Chr. in Rom; † 16. März 37 n. Chr. am Kap Misenum) war römischer Kaiser von 14 bis 37 n. Chr. Nach seinem Stiefvater Augustus war Tiberius der zweite Kaiser des Römischen Reiches und gehört wie dieser der julisch-claudischen Dynastie an. Seine Regierungszeit war eine der längsten Alleinherrschaften eines römischen Kaisers.

Tiberius konnte besonders vor seinem Herrschaftsantritt bedeutende militärische Erfolge erzielen. Seine militärischen Aktivitäten in Pannonien, Illyricum, Raetien und Germanien legten die nördliche Grenze des römischen Imperiums fest. In der Verwaltung der Provinzen sowie der Finanzen war der Kaiser erfolgreich. Palastintrigen, die Verschwörung des ehrgeizigen Seianus, Hinrichtungen dissidenter römischer Aristokraten und Tiberius’ Rückzug aus der Hauptstadt verursachten das negative Werturteil der späteren antiken Historiographen. Gegen Ende seines Lebens wurde der Interessenkonflikt zwischen dem in seiner politischen Funktion reduzierten Senat und dem nun institutionalisierten Amt des Kaisers erstmals deutlich.

Varusschlacht

In der Varusschlacht (auch Schlacht im Teutoburger Wald oder Hermannsschlacht, von römischen Schriftstellern als clades Variana, als „Varusniederlage“ bezeichnet) in der zweiten Hälfte des Jahres 9 n. Chr. erlitten drei römische Legionen samt Hilfstruppen und Tross unter Publius Quinctilius Varus in Germanien eine vernichtende Niederlage gegen ein germanisches Heer unter Führung des Arminius („Hermann“), eines Fürsten der Cherusker.

Die Schlacht, in der ein Achtel des Gesamtheeres des Römischen Reiches vernichtet wurde, leitete das Ende der römischen Bemühungen ein, die rechtsrheinischen Gebiete Germaniens bis zur Elbe (Fluvius Albis) zu einer Provinz des Römischen Reiches zu machen (Augusteische Germanenkriege). Sie gehört daher zu den wichtigsten Ereignissen in der Geschichte der Römer in Germanien und der Entwicklung Germaniens.

Als Ort der Schlacht werden verschiedene Stätten in Ostwestfalen, Norddeutschland und in den Niederlanden vermutet. Seit Ende der 1980er Jahre werden intensive archäologische Ausgrabungen in der Fundregion Kalkriese am Wiehengebirge im Osnabrücker Land durchgeführt, die den Ort zu einem Favoriten in der Diskussion als Stätte der Varusschlacht machten, wobei die Lokalisierung zunächst als so wahrscheinlich galt, dass es vor Ort zur Errichtung eines Museums kam. In den letzten Jahren werden jedoch wieder verstärkt Zweifel an der Auffassung geäußert, ein Teil der Schlacht habe in Kalkriese stattgefunden. Das Hermannsdenkmal bei Detmold im Teutoburger Wald erinnert an die Varusschlacht.

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