Gaza (Stadt)

Gaza [ˈgaːza] (auch Gasa, phön. zzh; arabisch غزة Ghazza, DMG Ġazza) im Gouvernement Gaza ist die größte Stadt im Gazastreifen, der seit 1994 de jure unter Verwaltung der Palästinensischen Autonomiebehörde steht, seit Juni 2007 aber de facto von der Hamas kontrolliert wird. In Gaza befinden sich der Verwaltungssitz der Autonomiebehörde und ein Seehafen am Mittelmeer. Die Bevölkerungszahl wurde 2014 mit 549.070 angegeben, in der Agglomeration leben 1,4 Millionen Menschen. Die Stadt erstreckt sich über etwa 46 km².

Gaza
غزة
Gaza City

Skyline von Gaza (2007)
Wappen

Wappen
Verwaltung: Palästina Paläst. Autonomiegebiete
Gebiet: Gazastreifen
Gouvernement: Gaza
Koordinaten: 31° 31′ N, 34° 27′ O
Höhe: 15-18 m
Fläche: 45 km²
 
Einwohner: 549.070 (2014)
Bevölkerungsdichte: 12.202 Einwohner je km²
 
Zeitzone: UTC+2
 
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: Nizar Hijazi
Webpräsenz:
Gaza (Palästinensische Autonomiegebiete)
Gaza
Gaza
Karte Gazastreifen
Gaza-Stadt auf der Karte des Gazastreifens

Geschichte

Das heutige Gaza wurde über der antiken Stadt erbaut. In der Antike war Gaza bedeutend als Hafenstadt. Das alte Stadtgebiet erstreckte sich quadratisch über 1 km². Gesichert wurde es durch die Lage auf einem Hügel sowie durch eine Stadtmauer mit Toren in den vier Himmelsrichtungen.

Von Thutmosis III. bis Ramses IV. war Gaza Verwaltungssitz der Ägypter im damaligen Kanaan. Die Küstenstädte Gaza, Aschkelon und Aschdod waren Ende des 12. Jahrhunderts v. Chr. noch ägyptische Zentren, bis sie von den Philistern, vielleicht im Verlauf des sogenannten Seevölkersturms, erobert wurden. Die Philister begründeten einen Fünf-Städte-Bund, die Pentapolis,[1] wobei die Vormacht im Verlauf der Zeit unter den Städten Aschdod, Aschkelon, Ekron (oder Akkaron, heute: Akir), Gat (vgl. Tell es-Safi) und Gaza wechselte. Die Städte wurden von einzelnen Fürsten regiert. Der ägyptische Einfluss schwand und die Philister übernahmen die Vormacht. Dabei lieferten sich die Philister mit den Israeliten und Kanaanitern über mehrere Jahrhunderte immer wieder erbitterte Kämpfe, von der biblischen Richterzeit bis zum Beginn der israelitischen Königszeit. Ausgrabungen bezeugen den Verzehr von Schweinefleisch in dieser Zeit.[2]

Seit dem frühen 11. Jahrhundert war Gaza unter Kontrolle der Israeliten. Laut der jüdisch-christlichen Tradition war Gaza der Ort der Gefangensetzung Simsons und seines Todes.

Aufgrund seiner Lage am Endpunkt der Weihrauchstraße stieg Gaza im 8. Jahrhundert v. Chr. zur wichtigsten regionalen Stadt auf. Im 8. und 7. Jahrhundert v. Chr. wechselte die Stadt mehrfach den Besitzer. 734 v. Chr. wurde die Stadt von den Assyrern unter Tiglat-pileser III. erobert.[3] Der König richtete in der Stadt ein karum ein. Die Assyrer nannten Gaza „Stadt am Bach von Ägypten“ (Nahal Mušur). Im Nimrud-Prisma rühmt sich auch Sargon II., in Gaza ein karum eingerichtet zu haben. Hanunu von Gaza rebellierte 720 gegen Sargon II. Er wurde abgesetzt, die Stadt aber nicht zerstört.

609 v. Chr. wurde Gaza wieder ägyptisch, 605/4 fiel sie ans Neubabylonische Reich. 525 v. Chr. stellte sie sich dem persischen Vormarsch nach Ägypten in den Weg, wurde letztlich aber doch ins Perserreich einverleibt. Unter den Achämeniden genoss Gaza wegen seiner Bedeutung für den Handel mit Arabien weitestgehende Autonomie.

4551 - Istanbul - Museo archeol. - Zeus - sec. II d.C. - da Gaza - Foto G. Dall'Orto 28-5-2006
In Gaza entdeckte Zeus/Jupiter-Statue, römisch, 2. Jahrhundert, heute im Archäologischen Museum Istanbul

Als Alexander der Große Gaza während des Alexanderzuges erreichte, leistete die Stadt unter dem persischen Kommandanten Batis Widerstand. Nach zweimonatiger Belagerung wurde Gaza eingenommen, die Bevölkerung massakriert und Batis mit einem Streitwagen zu Tode geschleift.

Nach dem Ende des Alexanderreichs stritten sich die Ptolemäer und Seleukiden um Gaza, bis es 200 v. Chr. endgültig in seleukidische Hand kam. Zu dieser Zeit begann der wirtschaftliche Niedergang der Stadt, die ihre Rolle als Handelsmetropole nicht zuletzt an Alexandria verlor. Von Alexander Jannäus wurde die Stadt im Jahr 98 v. Chr. völlig zerstört.

Von den Römern, insbesondere dem Proconsul Gabinius, wurde Gaza Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. etwas südlich des alten Stadthügels neu aufgebaut. In römischer und in byzantinischer Zeit war Gaza vor allem für seine Rednerschule berühmt. Bis ins 4. Jahrhundert wurde in Gaza vor allem der Stadtgott Marnas verehrt.[4] Erst im 5. Jahrhundert wurde die Stadt mehrheitlich christlich. Zudem bestand in römischer und in byzantinischer Zeit eine jüdische Gemeinde. Im Jahre 635 wurde Gaza von den Arabern erobert. Danach wurde Gaza, das seine Bedeutung als Handelsort zwischenzeitlich eingebüßt hatte, wieder zu einem wichtigen Umschlagplatz auf der Weihrauchstraße, insbesondere im Handel mit Mekka.

Die Kreuzfahrer unter Balduin I., König von Jerusalem (1100), eroberten die Stadt, die Gadres genannt wurde. Balduin III. vertraute die Stadt, die damals in Ruinen lag, 1152 dem Templerorden an, der sie zu einer starken Festung ausbaute. Durch die Befestigung von Gaza schnitten die Kreuzfahrer die Festungsstadt Aschkelon vom Landweg nach Ägypten ab. Aschkelon war damals das letzte Bollwerk der ägyptischen Fatimiden-Dynastie in Palästina und wurde daraufhin 1153 erobert. 1170 belagerte Saladin erfolglos die Stadt. Nach der Schlacht bei Hattin 1187 wurde sie 1188 schließlich kampflos an Saladin übergeben, im Austausch gegen den in der Schlacht gefangen genommenen Templer-Großmeister Gérard de Ridefort. 1192 wurde Gaza kurzzeitig von den Teilnehmern des Dritten Kreuzzugs unter Richard Löwenherz besetzt, doch 1192 beim Friedensschluss zwischen Richard und Saladin diesem überlassen. Sowohl 1239 als auch 1244 unterlagen die Kreuzfahrer nahe der Stadt muslimischen Heeren.

Unter der Herrschaft der ägyptischen Mamelucken-Dynastie wurde Gaza zum Verwaltungssitz für den Küstenstreifen bis nördlich von Caesarea Maritima. Ab dem 15. Jahrhundert wird von einer zahlreichen jüdischen Einwohnerschaft neben arabischer berichtet. 1799 hielt Napoleon die Stadt während der Belagerung von Akkon für kurze Zeit besetzt.

Im Ersten Weltkrieg bauten die Türken hier ihre erste Verteidigungslinie gegen die Briten, die die Stadt nach einem ersten erfolglosen Angriff März/April 1917 schließlich am 7. November des Jahres eroberten.

Nach dem Ersten Weltkrieg war der Gaza-Streifen mitsamt der namensgebenden Stadt ein Teil des britischen Mandats Palästina. 1948 wurde dieser von Ägypten besetzt, 1956 von Israel kurzzeitig erobert und stand dann unter ägyptischer Verwaltung. Von November 1956 bis Juni 1967 war die Stadt Gaza Hauptquartier der United Nations Emergency Force (UNEF I). Im Verlauf des Sechstagekriegs (1967) wurde der gesamte Gaza-Streifen wiederum durch Israel besetzt und bis 2005 gehalten. Beim Rückzug wurden alle jüdischen Siedlungen aufgelöst, doch übt Israel seither immer noch die Kontrolle über die an Israel grenzenden Außenverbindungen, über die Luft- und über die Seeverbindungen aus. Nach anfänglicher Regierung durch die Fatah kontrolliert seither im Innern die radikal-islamistische Hamas den Gaza-Streifen.

Politik

Städtepartnerschaften

Gaza unterhält Städtepartnerschaften u. a. mit Barcelona (Spanien), Turin (Italien), Dubai (VAE), Tromsø (Norwegen), Cascais (Portugal)[5] und Tel Aviv (Israel).

Bildung

In Gaza gibt es mehrere Universitäten, an denen zusammen 28.500 Studentinnen und Studenten eingeschrieben sind, darunter die Al-Aqsa-Universität, die al-Azhar-Universität und die Islamische Universität Gaza.

Verkehr

Flugverkehr

Gaza Stadt verfügt über einen kleinen Flughafen 40 km südlich mit Namen Internationaler Flughafen Jassir Arafat an der Grenze zu Ägypten. Aufgrund der israelischen Blockade in der Luft sowie wegen der nicht wieder behobenen Bombardierungsschäden Israels während der zweiten Intifada ist er seither nicht mehr in Betrieb.

Seehafen

Der Seehafen ist auf Grund häufiger Seeblockaden ebenfalls eingeschränkt oder nicht nutzbar.

Eisenbahn

Gaza lag von 1916 bis zur Stilllegung des betreffenden Abschnitts in den 1970er oder 1980er Jahren an der Sinai-Bahn von Beirut über Lod nach Kairo (bis 1967). Heute sind die Gleise der Eisenbahn im Gazastreifen größtenteils abgebaut.

Söhne und Töchter der Stadt

Minderheiten

Christen in Gaza

Die Zahl der Christen im Gaza-Streifen liegt zwischen 2.000 und 3.000. Die katholische Kirche unterhält eine Pfarrkirche, die der heiligen Familie geweiht ist, und eine Schule. Die Gläubigen werden von Ordensmitgliedern betreut, die der Ordensfamilie des menschgewordenen Wortes angehören.[6] Des Weiteren gibt es eine griechisch-orthodoxe Kirche. Die anglikanische Diözese von Jerusalem unterhält in Gaza-Stadt das Al-Ahli-Arab-Hospital, das einzige christliche Krankenhaus im Gaza-Streifen. Auf dem Krankenhausgelände steht die St.-Philipps-Kirche, deren Dach während der 2. Intifada von einer israelischen Rakete durchbohrt wurde. Eine anglikanische Gemeinde existiert jedoch nicht.

Die 1993 gegründete, interkonfessionell arbeitende Palästinensische Bibelgesellschaft, deren Hauptsitz sich im Ostteil Jerusalems befindet, unterhält eine Niederlassung in Gaza-Stadt und betreibt dort seit 1999 als Gemeinschaftsprojekt mit der Missionsgesellschaft Open Doors den einzigen christlichen Buchladen im Gaza-Streifen. 2006 und 2007 war dieser, nach Drohungen und Aufforderungen zur Schließung, Ziel zweier Bombenattentate. Im Oktober 2007 wurde der Geschäftsführer des Ladens entführt und später ermordet aufgefunden. 2008 wurde das christliche Jugendzentrum überfallen und in die Luft gesprengt.

Juden in Gaza

Im August 1929 wurden sämtliche Juden aus Gaza vertrieben, nachdem Juden bei gewalttätigen Übergriffen durch muslimische Araber (siehe auch Massaker von Hebron) ermordet worden waren und die englischen Mandatstruppen die Vertreibung gebilligt hatten, um die Araber zu beschwichtigen. Danach kam es von 1946 bis zu einer dreimonatigen Belagerung durch die ägyptische Armee im Jahr 1948 zu einer Wiederbesiedlung des Weilers Kefar Darom durch die Kibbuz-Bewegung auf von der Jewish Agency erworbenem Land. 1970 wurde wiederum ein Außenposten der israelischen Armee errichtet, aus dem in den 1980er Jahren eine israelische Siedlung entstand. Anschließend stieg die Zahl der Siedlungen im Gazastreifen auf 21 an, in denen bis zur Räumung der Siedlungen im August 2005 etwa 8.500 jüdische Israelis lebten.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Gaza- (Gaza, al -'Azzah) (Memento2des Originals vom 28. Juli 2012 im Webarchiv archive.today) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Studium Biblicum Franciscanum – Jerusalem.
  2. Das Bibellexikon: Philister
  3. Asher Ovadiah: Art. Gaza. In: Michael Avi-Yonah (Hrsg.): Encyclopedia of archeological excavations in the Holy Land, Bd. 2. Israel Exploration Society, Jerusalem 1976, S. 408–417, hier S. 408.
  4. Asher Ovadiah: Art. Gaza. In: Michael Avi-Yonah (Hrsg.): Encyclopedia of archeological excavations in the Holy Land, Bd. 2. Israel Exploration Society, Jerusalem 1976, S. 408–417, hier S. 409.
  5. Übersicht über die palästinensisch-portugiesischen Städtepartnerschaften, Website des Dachverbandes der portugiesischen Kreisverwaltungen ANMP, abgerufen am 1. Januar 2018
  6. Convents in Palestine, Africa And Middle East, Website der Ordensgemeinschaft, abgerufen am 17. Juli 2014. Gazastreifen, drei Raketen nahe der katholischen Pfarrgemeinde abgefeuert, Fides, Meldung vom 17. Juli 2014.
Al-Aqsa-Universität

Die al-Aqsa-Universität (arabisch جامعة الأقصى) ist eine palästinensische Universität in Gaza.

Al-Azhar-Universität Gaza

Die al-Azhar Universität Gaza (arabisch جامعة الأزهر بغزة Dschami'a al-Azhar bi-Ghazza, DMG Ǧāmiʿa al-Azhar bi-Ǧazza) in Gaza ist eine laizistische palästinische Universität in den Palästinensischen Autonomiegebieten, gebaut im Jahre 1991. Sie geht auf die al-Azhar-Universität Kairo zurück.

Aschkelon

Aschkelon (hebräisch אשקלון [aʃkɛ'lɔn], arabisch عسقلان, DMG ʿAsqalān, akkadisch Iš-qi-il-lu-nu, lateinisch Ascalon) ist eine Stadt im Südbezirk Israels. Sie liegt nördlich von Gaza-Stadt an der südöstlichen Mittelmeerküste.

Beit Hanun

Beit Hanun (arabisch بيت حانون, DMG Bait Ḥānūn, auch als Beit Hanoun transkribiert) ist eine Stadt im Nord Gaza Gouvernement, im nördlichen Gazastreifen, mit 49.107 (2014) Einwohnern. Sie liegt in der nordöstlichen Ecke des Territoriums an der Grenze zu Israel, etwa 6 km östlich von Gaza-Stadt, 3 km östlich von Bait Lahiya und 5 km westlich der israelischen Stadt Sderot. Der Grenzübergang Erez am nördlichen Ende des Gazastreifens liegt 2 km nördlich der Stadt.

Chalid Abu Silmiyya

Chalid Abu Silmiyya (* 24. Oktober 1971; † 20. September 2004 in Gaza) war ein militanter Führer der islamistischen Palästinenser-Organisation Hamas. Er war ein Kommandant der nach Ezzedin el Kassam benannten, 1992 gegründeten Kassam-Brigaden, des bewaffneten Arms der Hamas.

Abu Silmiyya war an der Planung und am Bau der sogenannten Kassam-Raketen beteiligt, die von der Hamas seit 2003 aus dem Gazastreifen auf südisraelisches Gebiet und auf israelische Panzer und Militärjeeps gefeuert werden.

Die israelische Luftwaffe tötete ihn am 20. September 2004 durch einen gezielten Schuss auf sein Auto in Gaza-Stadt.

Dair al-Balah

Dair al-Balah (arabisch دير البلح, DMG Dayr al-Balaḥ) ist eine palästinensische Stadt im Dair al-Balah Gouvernement, im Gazastreifen. Sie liegt 19 Kilometer südwestlich von Gaza-Stadt und 1,5 Kilometer von der Mittelmeer-Küste entfernt. In der Stadt ist die Verwaltung der zentralen Region des Gazastreifens angesiedelt. Die Stadt hatte 2006 49.751 Einwohner, seit 2005 hält die Hamas 13 der 15 Sitze des Stadtparlaments und stellt somit auch den Bürgermeister, Ahmad Kurd.

Die Stadt war seit 2001 häufig Ziel israelischer Militäroperationen, zuletzt bei der Operation Gegossenes Blei mit der Begründung, sie sei Basis für Abschüsse von Kassam-Raketen gegen Israel.

Im UNRWA-Flüchtlingslager Dair al-Balah lebten 2014 8.009 Menschen. Weitere Flüchtlingslager in der Gegend um Dair al-Balah sind:

Flüchtlingslager An Nuseirat: 34.950 Einwohner

Flüchtlingslager Al Bureij: 29.867 Einwohner

Flüchtlingslager Al Maghazi: 19.998 Einwohner

Gaza

Gaza steht für:

Gaza (Stadt) in den palästinensischen Autonomiegebieten

Gazastreifen, Küstengebiet am östlichen Mittelmeer, palästinensisches Autonomiegebiet

Gouvernement Gaza, Regierungsbezirk im Gazastreifen

Titularbistum Gaza

Gaza (Iowa) in den USA

Provinz Gaza in Mosambik

Gaza (Königreich), ein Nguni-Reich im 19. Jahrhundert im heutigen Mosambik

Gaza (Sogdien), antike Stadt in Sogdien, ca. 20 km südwestlich vom heutigen Chudschand in Tadschikistan

Gaza (Artist), ein Künstlername des Dancehallmusikers Vybz Kartel

Gaza (Band), US-amerikanische Grindcore-Band.

Gaza (Stadtteil) Stadtteil in Portmore/Jamaica (nicht offiziell), Vybz Kartel lebt und arbeitet dort, die dortigen Bewohner und Ortskundigen nennen es "Gaza"

Gaza (Herat), Stadt in der Provinz Herat, Afghanistan

Gaza do Brasil, Spitzname der Favela Complexo do Alemão in Rio de JaneiroGaza ist der Name oder Familienname folgender Personen:

Bernhard von Gaza (1881–1917), deutscher Ruderer

Hilarion von Gaza (291–371), christlicher Asket, Einsiedler und Heiliger

Ida Jarcsek-Gaza (* 1947), rumänische Schauspielerin, Intendantin und Hochschullehrerin

Prokopios von Gaza (465–528), spätantiker Sophist und Rhetoriker

Sylke von Gaza (* 1966), deutsche Künstlerin

Theodorus Gaza (lateinisch, auch Theodoros Gazes, ca. 1400–1475), griechischer Humanist

Wilhelm von Gaza (eigentlich Wilhelm Philipp Emanuel von Gazen genannt Gaza; 1883–1936), deutscher ChirurgSiehe auch:

Gasa

Ghaza Zigarettenhülsen- und Papierfabrik AG, 1918 mit Altesse fusioniert

Gazastreifen

Der Gazastreifen, seltener auch Gasastreifen (arabisch قطاع غزّة, DMG Qitāʿ Ġazza, hebräisch רצועת עזה Retzuat 'Asa), ist ein Küstengebiet am östlichen Mittelmeer zwischen Israel und Ägypten mit Gaza-Stadt als Zentrum.

Der Gazastreifen ist Teil der Palästinensischen Autonomiegebiete und steht im Inneren formal unter Verwaltung der Palästinensischen Autonomiebehörde beziehungsweise des Staates Palästina.

Den Namen „Gazastreifen“ und seine geografische Form erhielt er nach dem Ersten Arabisch-Israelischen Krieg (1948/49), als Israel und das Königreich Ägypten ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichneten.

Seit 2007 wird der Gazastreifen durch die Hamas kontrolliert, die von Israel und zahlreichen westlich orientierten Staaten als Terroristische Vereinigung betrachtet wird. Israel kontrolliert die Außengrenzen auf der nördlichen und östlichen Landseite, der westlichen Seeseite sowie indirekt den Personenverkehr über Videoschaltung auf der Südseite (in Zusammenarbeit mit Ägypten und der Europäischen Union). Auch in der Wasser- und Stromversorgung sowie der Telekommunikation ist der Gazastreifen von ausländischer Hilfe sowie der Autonomiebehörde abhängig.

Gouvernement Gaza

Das Gouvernement Gaza (arabisch محافظة غزة, DMG Muḥāfaẓat Ġazza) ist einer von fünf Regierungsbezirken der Palästinensischen Autonomiebehörde bzw. des Staates Palästina im Gazastreifen. Die Bezirksstadt ist die Stadt Gaza-Stadt. Nach Angaben des Palästinensischen Zentralbüros für Statistik stieg die Bevölkerungszahl des Gouvernements von Jahresmitte 2005 487.904 Einwohnern auf 625.824 Personen 2015.Alle Parlamentssitze wurden in der Wahl vom Januar 2006 von der Hamas gewonnen.

Große Moschee von Gaza

Die Große Moschee von Gaza (al-Dschami' al-Akbar bi-Ghazza) oder auch Die Große Omar-Moschee (arabisch المسجد العمري الكبير, DMG al-Masǧid al-ʿUmarī al-kabīr) ist die größte und eine der ältesten Moscheen im Gazastreifen. Sie war eine ehemalige Kathedrale der Christen und liegt im Daradsch-Viertel im Zentrum der Altstadt von Gaza am Ende der Omar-Mukhtar-Straße. Eine Mädchenschule befindet sich direkt östlich der Moschee, und der Goldmarkt von Gaza grenzt südlich an.

Islamische Universität Gaza

Die Islamische Universität Gaza (IUG; arabisch الجامعة الإسلامية بغزة al-Dschami'a al-Islamiyya bi-Ghazza, DMG al-Ǧāmiʿa al-Islāmīya bi-Ġazza) ist die größte Universität in den Palästinensischen Autonomiegebieten.

Die Islamische Universität wurde 1978 unter maßgeblichem Einfluss der Muslimbrüder in Gaza-Stadt gegründet und war die erste höhere Bildungseinrichtung im Gazastreifen. Sie bietet die Fakultäten Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften, Bildung, Wirtschaftswissenschaften, Islamisches Recht und Religion an. Geleitet wird die Universität von Präsident Adel M. Awadallah, der von einem Aufsichtsgremium kontrolliert wird.

Die IUG ist islamisch geprägt, fast die Hälfte der Pflichtveranstaltungen sind Religionsunterricht. Die 12.000 Studentinnen und 8.000 Studenten studieren nach islamischen Vorschriften getrennt.Wichtige palästinensische Politiker der Hamas sind Absolventen oder Professoren der IUG, u. a. Ismail Haniyya.

Außer der IUG befinden sich in Gaza die säkulare al-Azhar-Universität Gaza, die al-Aqsa-Universität in Gaza sowie die University of Palestine.

In der Nacht vom 28. zum 29. Dezember 2008 bombardierten israelische Flugzeuge die Universität und ein zugehöriges Gästehaus im Rahmen ihrer Operation Gegossenes Blei. Israel begründet dies damit, dass hier Waffen für die Hamas hergestellt würden. Die Universität war bereits vorher evakuiert worden.

Der Goldstone-Bericht konnte jedoch keine Informationen für eine militärische Nutzung der Gebäude finden.

Marah Land Zoo

Der Marah Land Zoo, auch Marah Zoo Land (von arabisch مرح, DMG maraḥ ‚Fröhlichkeit‘), ist ein Tiergehege in Palästina. Er liegt im Gaza-Streifen im Süden der Stadt Gaza. Eigentümer ist Abu Ismail.

Wegen der israelischen Grenzabriegelung wurden die meisten der ehemals 200 Tiere durch Tunnel aus Ägypten eingeschmuggelt. Gezeigt wurden in 33 Gehegen ein Löwenpärchen, Wölfe, Füchse, Hyänen, Adlerbussarde, Strauße, Eulen, Störche, Hunde, Katzen, ein Kamel, Schlangen, Affen, Mäuse und Goldfische. Weltweite mediale Aufmerksamkeit erhielten zwei Esel, die alle paar Monate mit Haarfärbemittel einen neuen Anstrich als Zebras erhielten. Diese Idee soll später auch ein Zoo in Kairo aufgegriffen haben. Israels Tierpark Safari Ramat Gan hatte die Lieferung von richtigen Zebras unter Voraussetzung einer Qualitätskontrolle angeboten, doch kam es wegen der politischen Verwerfungen nicht dazu.

Neben den Tieren gab es 2009 zur Kinderunterhaltung eine Spielzeugeisenbahn und einen kleinen Autoscooter.

Während des Gaza-Krieges wurde auch der Zoo beschossen. Nur 25 bis 30 Tiere waren danach noch in ihren Gehegen. Viele Tiere wurden getötet oder flüchteten, wie das Löwenpaar, das aber später wieder eingefangen wurde.

Operation Gegossenes Blei

Die Operation Gegossenes Blei (hebräisch מבצע עופרת יצוקה Miwtza Oferet Jetzuka), in Anlehnung an ein israelisches Chanukka-Kinderlied, war eine Militäroperation der Israelischen Streitkräfte (IDF) gegen Einrichtungen und Mitglieder der Hamas im Gazastreifen. Die Operation begann am 27. Dezember 2008 mit Luftangriffen durch die israelischen Luftstreitkräfte (IAF) und endete am 18. Januar 2009 mit einer einseitigen Waffenstillstandserklärung durch Israel.

Israel begründete die Militäroffensive mit dem jahrelangen Beschuss israelischer Städte mit mehreren tausend Qassam- und Katjuscha-Raketen aus dem Gazastreifen. Medien bezeichneten die Kämpfe als Krieg. Die Operation Gegossenes Blei ist die siebte kriegerische Auseinandersetzung im Gazastreifen und der schwerste Luftangriff des Nahostkonflikts seit dem Sechstagekrieg 1967.

Palestinian Airlines

Palestinian Airlines (arabisch الخطوط الجوية الفلسطينية) ist eine palästinensische Fluggesellschaft mit Sitz in Gaza und Basis auf dem Flughafen al-Arisch. Sie ist Mitglied der Arab Air Carriers Organization.

Ramadan Shallah

Ramadan Abdullah Mohammad Shallah (arabisch رمضان عبد الله شلح, DMG Ramaḍān ʿAbd Allāh Šallaḥ; * 1. Januar 1958 in Shudscha'iyya, Gaza-Stadt) ist ein palästinensischer Ökonom und gilt als einer der Gründer des „Islamischen Dschihad“ (PIJ).

Ramallah

Ramallah (arabisch رام الله, DMG Rām Allāh) ist eine Stadt in den Palästinensischen Autonomiegebieten im Westjordanland. In der Stadt befinden sich Teile der Regierung – neben Gaza-Stadt –, das Gebäude des Palästinensischen Legislativrates, Teile der Exekutive sowie Büros der palästinensischen West Bank Security Forces.

Said al-Schawa

Said al-Schawa (arabisch سعيد الشوا, DMG Saʿīd aš-Šawā; * 1868; † Oktober 1930) war ein palästinensischer Politiker und der erste Bürgermeister von Gaza-Stadt. Er war von 1906 bis 1917 im Amt. und von 1921 bis zu seinem Tod eines der Mitglieder des Obersten Moslemischen Rates. Al-Schawi hatte während des Ersten Weltkrieges die Osmanen und den anti-britischen Großmufti von Jerusalem Mohammed Amin al-Husseini unterstützt und war ein Gegner des Britischen Mandats für Palästina.

Sicherheitsdienst der Palästinensischen Autonomiebehörde

Der Sicherheitsdienst der Palästinensischen Autonomiebehörde (arabisch الأمن الوقائي الفلسطيني, DMG al-Amn al-wiqāʾī al-filasṭīnī) ist der offizielle Sicherheitsdienst in den Palästinensischen Autonomiegebieten. Er wurde 1994 durch den damaligen Präsidenten Yasser Arafat in Übereinstimmung mit dem Oslo-Abkommen gegründet. Sie ist de facto Polizei- und Militär-Autorität der Autonomiebehörde mit 76.500 Mann.

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