Freiheitliche Partei Deutschlands

Die Freiheitliche Partei Deutschlands (Kurzbezeichnung: FP Deutschlands) ist eine deutsche Kleinpartei mit Landesverbänden in Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Freiheitliche Partei Deutschlands
Logo der Partei „Freiheitlichen Partei Deutschlands“
Partei­vorsitzender Johannes Hertrampf
General­sekretär Wilfried Storch
Stell­vertretender Vorsitzender Harald Bornschein
Bundes­schatz­meister Gotthard Ringel
Gründung 1994
Haupt­sitz Hoyerswerda
Bundestagssitze keine
Staatliche Zuschüsse keine
Mitglieder­zahl unter 100 (Stand: Juli 2000)
Website fpdeutschlands.wordpress.com

Inhaltliches Profil

Die Partei bekennt sich zur freiheitlichen Demokratie, zur Rechtsstaatlichkeit, zur Vielfalt demokratischer Äußerungsformen und zum föderalen Staatsaufbau. In einem 10-Punkte-Programm werden als Forderungen u. a. die Stärkung der direkten Demokratie, die Verringerung der Zahl der Bundesländer und der Größe der Parlamente sowie die „Pflege der Volkskultur und des Brauchtums“ genannt. Die Partei verteidigt das Recht auf Asyl für politisch Verfolgte. „Asylmissbrauch“ sei zu verhindern. Sie tritt für die Förderung alternativer landwirtschaftlicher Produktionsformen ein. Regional angepasste Nutztierrassen und Pflanzensorten sowie die Schaffung von kleinräumig gegliederten Kulturlandschaften sollen bevorzugt werden. Für die wirtschaftliche Anwendung der Gentechnik sieht man gegenwärtig keine Notwendigkeit.[1]

Geschichte

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Altes Logo (1994–2012)[2]

Seit der Gründung der Partei ist Johannes Hertrampf, Doktor der Wirtschaftswissenschaften und der Philosophie sowie ehemaliger Dozent an der TU Dresden, Bundesvorsitzender.[3] Dieser gehörte nach der Deutschen Wiedervereinigung für wenige Monate der DVU an (u. a. im Landesvorstand) und war Autor in diversen Zeitschriften der extremen Rechten wie Nation und Europa.[4] Nachdem er den Nationalsozialismus in einem seiner Artikel als „gefährlichen Irrweg“ bezeichnet hatte, ist er nicht mehr für das Blatt aktiv.

Mitte Januar 2006 erklärten die aus der NPD ausgetretenen sächsischen Landtagsabgeordneten Jürgen Schön und Klaus Baier ihren Übertritt zur FP Deutschlands. Beide wandten sich allerdings bald wieder ab.[4]

Seit Oktober 2006 ist die Partei Mitglied in der Allianz Demokratischer Parteien und Organisationen,[5] bei welcher Hertrampf neben Heinz Hörter (HMF Offensive e.V.) und Kay Hanisch (Statt Partei) als einer der drei Sprecher fungiert.[6] Im Februar 2011 beteiligte sich die FP Deutschlands an der Gründung des Wahlbündnisses Pro Sachsen. Der FP-Vorsitzende Hertrampf ist auch Vorsitzender dieses Bündnisses.[7]

Wahlen

Bei der Bundestagswahl 1998 nahm sie mit einem Direktkandidaten im Wahlkreis Ludwigsburg (Baden-Württemberg) teil, wo sie 131 Stimmen erhielt. 1999 nahm sie an der Landtagswahl in Sachsen teil und erhielt dort 988 Zweitstimmen (0,1 %). Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2006 erhielt sie 0,1 % der Zweitstimmen. 2009 trat die Partei in Sachsen zur Landtagswahl flächendeckend an und erhielt 0,1 % (1.535 Stimmen).[8] Lediglich in den Regionen Kamenz, Hoyerswerda, Großenhain und Leipzig, wo die Partei über aktive Ortsverbände verfügt, lag der Stimmenanteil bei über 1 %, in der Gemeinde Thiendorf sogar bei 10,4 %.

Die Partei verfügte außerdem in der sächsischen Gemeinde Thiendorf über kommunale Mandate, wo sie bei der Kommunalwahl 2004 18,7 Prozent der Stimmen und bei der Kommunalwahl 2009 mit 15,4 Prozent der Stimmen zwei Sitze erreichte und damit drittstärkste politische Kraft im Ort war.[9] Bis zur sächsischen Kreisreform 2008 verfügte die Partei auch über einen Sitz im Kreistag von Riesa-Großenhain, den sie bei der Kreistagswahl 2004 mit 1,9 Prozent der Stimmen erzielt hatte.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Parteiprogramm der Freiheitlichen Partei Deutschlands. In: fpdeutschlands.wordpress.com. Abgerufen am 28. April 2013.
  2. Das FPD-Logo. In: fpdeutschlands.wordpress.com. Abgerufen am 28. April 2013.
  3. Interview mit Johannes Hertrampf zur Finanzkrise. In: welt-im-blick.de. Abgerufen am 28. April 2013.
  4. a b Vorwort. In: meine-stimme-gegen-nazis.de. Abgerufen am 28. April 2013.
  5. die Gemeinschaft der ADPO..
  6. Kontakt & Impressum. In: adpo.wordpress.com. Abgerufen am 28. April 2013.
  7. Vorstand von Pro Sachsen e.V..
  8. Endgültiges amtliches Wahlergebnis der Landtagswahl 2009 im Freistaat Sachsen. In: Landeswahlleiterin Sachsen. Abgerufen am 28. April 2013.
  9. Gemeinderat Thiendorf. In: thiendorf.de. Abgerufen am 28. April 2013.
FPD

FPD steht für:

Freiheitliche Partei Deutschlands

Flat Panel Display, die englische Bezeichnung für einen Flachbildschirm

Floating Phone Data, die anbieterseitige Positions- und Bewegungsermittlung von Mobilfunkgeräten

Flammenphotometrischer Detektor in der Gaschromatographie

Bahnhof Pfeddersheim nach DS 100

Liga de Fútbol de Primera División, costa-ricanische Fußballliga

Freiheitlich

freiheitlich steht:

allgemein für freiheitsliebend, siehe Freiheit

für eine politische Grundströmung, den Liberalismus

für einen Grundwert im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, siehe freiheitliche demokratische Grundordnung

Mehrere politische Organisationen führen oder führten den Begriff freiheitlich in ihrem Namen:

eine Partei in der italienischen Provinz Bozen-Südtirol, siehe Die Freiheitlichen

eine deutsche Neonazi-Organisation, siehe Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei

eine deutsche Kleinpartei, siehe Freiheitliche Deutsche Volkspartei

eine deutsche Kleinpartei, siehe Freiheitliche Partei Deutschlands

eine österreichische Partei, siehe Freiheitliche Partei Österreichs

eine österreichische Partei, siehe Freiheitliche Sammlung Österreichs

eine deutsche Kleinpartei, siehe Freiheitliche Volkspartei

der Verein Hür Türk, siehe Freiheitlich Türkisch-Deutscher FreundschaftsvereinSiehe auch:

liberal

Jürgen Schön

Jürgen Schön ist der Name folgender Personen:

Jürgen Schön (Politiker) (* 1948), deutscher Politiker (NPD, Freiheitliche Partei Deutschlands)

Jürgen Schön (Künstler) (* 1956), deutscher Künstler und Bildhauer

Klaus Baier

Jürgen Hans Klaus Baier (* 31. August 1960 in Annaberg-Buchholz) ist ein deutscher Politiker der DSU und ehemaliges Mitglied der Freiheitlichen Partei Deutschlands sowie der NPD.

Kommunalwahlen in Sachsen 2014

Am 25. Mai 2014 fanden Kommunalwahlen in Sachsen 2014 statt. Es wurden Vertretungen für die Kreistage, Stadträte, Gemeinderäte und Ortschaftsräte gewählt. Am selben Tag wurde auch die Wahl zum Europaparlament durchgeführt. Parallel fanden in Baden-Württemberg, Brandenburg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen ebenfalls Kommunalwahlen statt.

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2006

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2006 wurde am 26. März 2006 der 5. Landtag Sachsen-Anhalts gewählt.

530 Kandidaten, darunter 133 Frauen, traten auf 17 Landeslisten der Parteien und Listenverbindungen oder in einem der 45 Wahlkreise an.

2.078.671 Menschen waren wahlberechtigt; 44,4 Prozent von ihnen gingen zur Wahl.

Diese Wahlbeteiligung ist (Stand Mai 2016) historisch niedrig, sowohl in der Geschichte Sachsen-Anhalts als auch bundesweit.

Landtagswahl in Sachsen 2009

Die Landtagswahl in Sachsen 2009 war die fünfte Wahl zum Sächsischen Landtag nach der Wende; sie fand am 30. August 2009 statt. Gleichzeitig wurden auch der Landtag im Saarland sowie der Landtag in Thüringen neu gewählt. Es war der letzte Wahltermin vor der Bundestagswahl 2009 am 27. September 2009.

Die CDU mit Ministerpräsident Stanislaw Tillich blieb bei leichten Stimmverlusten die klar stärkste Partei. Auch Die Linke verlor Stimmenanteile. Während die SPD ihr historisch niedriges Wahlergebnis von 2004 leicht verbessern konnte, legte die FDP deutlich zu, sodass eine Landtagskoalition von CDU und FDP als Alternative zur Fortsetzung der bisherigen CDU/SPD-Koalition möglich war. Bündnis 90/Grüne erhielten 6,4 % (nach 5,1 bei der Wahl zuvor). Der Stimmenanteil der NPD Sachsen sank von 9,2 % auf 5,6 % (minus 3,6 %). Die Kleinpartei Tierschutzpartei erreichte mit 2,1 % das beste Ergebnis aller Parteien die nicht in den Landtag einziehen konnten und auch das bisher höchste Ergebnis der Partei bei Landtagswahlen.

Nach der Wahl bildete sich eine Regierungskoalition aus CDU und FDP, die Tillich zum Ministerpräsidenten der Staatsregierung wählte.

Die Wahlbeteiligung lag bei 52,2 %; sie war 7,4 Prozentpunkte geringer als 2004.

Pro-Bewegung

Unter der Pro-Bewegung oder den Pro-Parteien versteht man ein Konglomerat aus Parteien, Wählervereinigungen und Vereinen in Deutschland, die de jure eigenständig, jedoch de facto personell, organisatorisch und programmatisch eng miteinander verflochten sind. Als zentrale Organisationen fungierten dabei der Verein pro Köln sowie die Parteien pro NRW und pro Deutschland. Nach der Selbstauflösung von pro Deutschland und pro Köln in den Jahren 2017 und 2018 wurden die Aktivitäten der Pro-Bewegung weitgehend eingestellt.Sozialwissenschaftler und Verfassungsschutzbehörden ordnen die Pro-Bewegung als rechtsextrem und verfassungsfeindlich ein. In Selbstdarstellungen bezeichnet sie sich als rechtspopulistisch, konservativ oder „freiheitlich“ und orientiert an anderen rechtspopulistischen Parteien in Europa wie etwa der FPÖ in Österreich oder dem Vlaams Belang in Belgien, mit denen auch eine offizielle Kooperation besteht. Im Jahre 2012 wurden Teile der Pro-Bewegung auch zum Ziel von Ermittlungen gegen die Neonazi-Kameradschaft „Freundeskreis Rade“.

Inhaltlich profiliert sich die Pro-Bewegung hauptsächlich durch das Schüren von Ängsten und Ressentiments gegenüber muslimischen Migranten. Dem schließt sich die Ablehnung der multikulturellen Gesellschaft sowie die Warnung vor einer angeblichen „Islamisierung“ und „Überfremdung“ an. Weitere Schwerpunkte bilden die Forderung nach einer Nulltoleranzpolitik in der Innenpolitik, ein Bekenntnis zum „Christlichen Abendland“ und die Bekämpfung von „Klüngel und Korruption“.

Die Anzahl der Mitglieder, Aktivisten und Unterstützer der Pro-Bewegung ist nicht genau bekannt. Offizielle Zahlen sind wegen der stark dezentralisierten Organisationsstruktur nur begrenzt zugänglich und die Pro-Parteien selbst geben nachweislich falsche Mitgliederzahlen in ihren Pressemeldungen an. Der Verfassungsschutz des Landes Nordrhein-Westfalen schätzte die Anzahl der Mitglieder von pro Köln, pro NRW und pro Deutschland im Jahr 2015 auf etwa 800. 2018 wurde die Anzahl der Parteimitglieder von pro NRW mit 400 angegeben.

Schön (Familienname)

Schön bzw. Schoen ist ein Familienname.

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