Forschung

Unter Forschung versteht man, im Gegensatz zum zufälligen Entdecken, die systematische Suche nach neuen Erkenntnissen sowie deren Dokumentation und Veröffentlichung. Die Publikation erfolgt überwiegend als wissenschaftliche Arbeit in relevanten Fachzeitschriften und/oder über die Präsentation bei Fachtagungen. Forschung und Forschungsprojekte werden sowohl im wissenschaftlichen als auch im industriellen, aber auch im künstlerischen[1] Rahmen betrieben.

Teilgebiete der Forschung

Forschung wird im Allgemeinen unterschieden in:

  • Grundlagenforschung, die bislang unbekannte Objekte, Verhaltensmechanismen, Grundstrukturen oder Funktionszusammenhänge elementarer Art zu klären versucht. So befasst sich naturwissenschaftliche Grundlagenforschung z. B. mit der Funktion von Organismen in der Biologie oder den Wechselwirkungen von Stoffen in der Chemie und Physik. Geisteswissenschaftliche Grundlagenforschung hat z. B. das Phänomen Bildung zum Thema. Sie erkundet historisch oder gesellschaftlich relevante Gesetzmäßigkeiten menschlichen Verhaltens. Diese Forschung wird systematisch und auftragsgemäß vor allem an wissenschaftlichen Hochschulen betrieben. Ein Beispiel europäischer Grundlagenforschung ist insbesondere CERN (Europäische Organisation für Kernforschung) in Genf und European Synchrotron Radiation Facility in Grenoble. In Deutschland sind darüber hinaus auch spezielle Forschungseinrichtungen wie die gemeinnützige Forschungsorganisation Max-Planck-Gesellschaft e. V. (MPG) sowie die Institute der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF) befasst. In Österreich arbeiten Einrichtungen wie die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in der Grundlagenforschung. In Italien gilt Triest als ein Zentrum der Grundlagenforschung mit dem International Centre for Theoretical Physics (ICTP), dem Forschungskomplex Elettra Sincrotrone Trieste mit unter anderem dem Elektronenbeschleuniger Elettra[2] und dem Freie-Elektronen-Laser FERMI.[3] Grundlagenforschung dient der Erweiterung elementarer wissenschaftlicher Erkenntnisse. Der Anwendungsbereich steht nicht im Vordergrund des Interesses. Grundlagenforschung bietet ein Fundament für die angewandte Forschung und Entwicklung.
  • Translationale Forschung, weiterführende, gezielte Grundlagenforschung an der Schnittstelle zur angewandten Forschung, die auf selbst gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnissen aufbaut und auf konkrete Anwendungsziele oder/und einen zu entwickelnden wirtschaftlichen, gesellschaftlichen oder kulturellen Nutzen ausgerichtet ist.[4] Hierzu zählt beispielsweise die Forschung der Leibniz-Gemeinschaft
  • Angewandte Forschung (auch Zweckforschung), die ein praxisbezogenes, oft technisches oder medizinisches Problem lösen will. Sie verfolgt eine wirtschaftliche Nutzung und findet sowohl an Hochschulen als auch in der freien Wirtschaft, in Deutschland auch an den Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft, statt. In anderen Ländern kennt man ebenfalls ähnliche, teils staatlich finanzierte Einrichtungen, zum Beispiel die TNO in den Niederlanden, das Austrian Institute of Technology (AIT) in Österreich oder der AREA Science Park in Triest, Italien. Im engeren Sinne wird bei Angewandter Forschung noch zwischen Verfahrens- und Erzeugnisforschung unterschieden. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in technische Entwicklungen umgesetzt.

Während die Grundlagenforschung vom reinen Erkenntnisinteresse geleitet wird und allgemein gültige Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten aufzuspüren versucht, ist die Angewandte Forschung auf praxisrelevante, nützliche Ergebnisse ausgerichtet wie etwas in der medizinischen Forschung. Jede der beiden Forschungsrichtungen kann Impulsgeber für die andere sein und von der anderen profitieren. Die Grundlagenforschung arbeitet auf einem höheren Abstraktionsniveau, die Anwendungsforschung bewegt sich näher an der praktischen Verwertbarkeit. Die Stanford University in Kalifornien mit dem Stanford Linear Accelerator Center, den Forschungen bzw. Studien in Natur- und Ingenieurwissenschaften und den IT-Unternehmen im Silicon Valley gilt als internationales Vorbild hinsichtlich Verbindung von Grundlagenforschung, Anwendungsforschung und wirtschaftlicher Nutzung.[5]

Finanzierung

Das Wirtschaftswachstum kann über die Investitions- bzw. Forschungsquote gefördert werden und daher ist die Forschung und deren Finanzierung volkswirtschaftlich erheblich. Vor allem die Konzentration von Forschung und Entwicklung auf Spitzentechnologie wirkt langfristig wachstumsfördernd.[6]

Gemessen am finanziellen Aufwand entfällt in den Industrieländern der Großteil der Forschung auf die Industrie, ist also vor allem der angewandten Forschung zuzurechnen. Die Grundlagenforschung wird hingegen überwiegend von Wissenschaftlern der Forschungseinrichtungen der Hochschulen sowie (in geringerem Ausmaß) spezialisierter Institute getragen.

Diese Forschung wird überwiegend aus dem Budget des Instituts bzw. der Hochschule finanziert. Doch wächst in fast allen westlichen Staaten der Anteil sogenannter Drittmittelforschung. Im Wesentlichen sind dies von Hochschullehrern beantragte und durchgeführte Forschungsprojekte, für die meist eine (halb-)staatliche Forschungsförderung existiert.

Im Rahmen der EU ist der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) eine wichtige Institution zur Finanzierung von Grundlagenforschung.

Deutschland

Laut Berechnungen des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2007 betrugen die gesamten Forschungsaufwendungen in Deutschland insgesamt rund 61,5 Milliarden Euro, wovon 70 Prozent von der Industrie finanziert wurden. Die forschenden Pharmaunternehmen in Deutschland trugen dabei 10,5 Prozent der gesamten Forschungsaufwendungen der deutschen Industrie.[7]

Von den etwa 18 Milliarden Euro „nichtindustrieller“ Forschung entfällt der Großteil auf die Institute an den Hochschulen und Akademien. Zu deren Primärbudgets kommen die eingeworbenen Drittmittel, welche überwiegend die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert. Deren Etat belief sich 2010 auf rund 2,3 Milliarden Euro. Laut Forschungsbericht 2010 kamen davon 67,1 Prozent vom Bund, 32,7 Prozent von den Ländern und 0,2 Prozent aus Stiftungen und privaten Zuwendungen.

Von den 32.000 Forschungsprojekten der laufenden Förderung waren über 15.000 in der Einzelförderung angesiedelt. Für sie wurden 2010 insgesamt 894 Millionen Euro an Fördermitteln bewilligt. Dazu kommen 256 Sonderforschungsbereiche, für welche die DFG etwa 4600 Projekte unterstützte (Bewilligungsvolumen 547 Millionen Euro). Der DFG-Bericht schreibt ferner: Ebenfalls in den koordinierten Programmen gefördert wurden 237 Graduiertenkollegs (138 Millionen Euro), 113 Schwerpunktprogramme mit etwa 3400 Projekten (193 Millionen Euro) und 252 Forschergruppen mit fast 2500 Projekten (150 Millionen Euro).

Österreich

Österreichs Forschungsförderungsfonds FWF und FFG unterscheiden zwischen Grundlagen- und gewerblicher Forschung. Beide Fonds werden überwiegend vom Staat finanziert, der Rest aus der Privatwirtschaft. Der FWF bewilligte 2012 684 neue Forschungsprojekte in der Höhe von insgesamt knapp 200 Millionen Euro.[8] Auf 427 Mio. Auszahlung für Forschungsprojekte kommt die FFG im Jahr 2012.[9] Weitere (teils öffentliche) Fördereinrichtungen sind die Christian-Doppler Gesellschaft und die ÖAW. Neben FWF und FFG gibt es in Österreich noch eine Reihe weiterer Forschungsfinanzierungsagenturen, wie z. B. die Bundesministerien für Wissenschaft und Forschung, für Verkehr, Innovation und Technologie, und für Wirtschaft, Familie und Jugend. Einige Bundesländer haben ebenfalls Forschungsförderprogramme eingerichtet, wie z. B. Wien mit dem WWFF (Wiener Wissenschafts- und Forschungsfonds) und dem ZIT (Zentrum für Innovation und Technologie) oder die SFG in der Steiermark (Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft). Fast alle Bundesländer bedienen sich aber auch der FFG, um eigen finanzierte Programme abwickeln zu lassen. Der Anteil an privater non-for-profit Forschungsfinanzierung ist in Österreich vergleichsweise gering.

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vgl. Jürgen Mittelstraß: Kunst und Forschung: Eine Einführung. In: Bast Rittermann/Mittelstraß: Kunst und Forschung/Art and Research. Springer, Berlin 2011, S. 13–16.
  2. Kugler: Ein tiefer Blick per »X-Rays«. In: Die Presse. 24. November 2013.
  3. dazu Piero Pieri: Der FERMI-Laser aus Triest. in BR vom 31. Januar 2016.
  4. Definition von Translational research des FWF (Memento vom 9. Oktober 2013 im Internet Archive)
  5. vgl. dazu ausführlich: Christoph Keese: Silicon Valley. 2014, S. 54ff.
  6. vgl. u. a. Falk Aiginger: Explaining Differences in Economic Growth among OECD Countries. 2005, S. 19ff; Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, "Einflussfaktoren des wirtschaftlichen Wachstums in Industrieländern: Eine Analyse mit Paneldaten - 2002/2003" (2002).
  7. Pressemitteilung VFA, 20. Februar 2009
  8. FWF factsheet 2012. (Memento vom 2. Oktober 2013 im Webarchiv archive.today)
  9. FFG Statistikheft 2012

Quellen

  • K. Brockhoff: Forschung und Entwicklung: Planung und Kontrolle. 5., erg. und erw. Auflage. München 1999.
  • Dietrich von Engelhardt: Forschung, medizinische. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 410–416.
  • Karl Popper: Logik der Forschung.11. Auflage. Tübingen 2005.
  • H. Siegwart: Produktentwicklung in der industriellen Unternehmung. (= UTB. 315). Bern 1974.
  • E. Staudt: Forschung und Entwicklung. In: Band 2 HWB, Teilbd. 1: A-H. 5., völlig neu gestaltete Auflage. Stuttgart 1993, Sp. 1186 f.
  • H. Strebel: Die Bedeutung von Forschung und Entwicklung für das Wachstum industrieller Unternehmungen. Dissertation. Technische Hochschule Karlsruhe, Berlin 1968.
  • A. P. Wagner: Der Schlüssel zum erfolgreichen Produkt: Die modernen Produktideenfindungstechniken in praxisnaher Darstellung. Wien 1974.
Agricultural Research Service

Der Agricultural Research Service (ARS) ist eine Organisation des Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten (United States Department of Agriculture, USDA) zur landwirtschaftlichen Forschung und arbeitet an Forschungsprojekten zu landwirtschaftlichen Problemen, die von hoher nationaler Bedeutung sind. Zudem stellt der Agricultural Research Service Informationen aus dem Bereich landwirtschaftlicher Forschung bereit, sowohl für Wissenschaftler als auch die allgemeine Öffentlichkeit. Im Jahr 2012 arbeitete der Agricultural Research Service an 800 Forschungsprojekten im Rahmen von 18 staatlichen Programmen. Beschäftigt waren 2200 Wissenschaftler und 6200 weitere Mitarbeiter. Der Agricultural Research Service unterhält mehr als 90 Forschungseinrichtungen, einige davon außerhalb Amerikas. Das Budget des Haushaltsjahres 2012 betrug 1,1 Milliarden US-Dollar. Sitz der Behörde ist Washington, D.C.Mit seinen Projekten und seinem Informationsangebot verfolgt der Agricultural Research Service folgende Ziele:

Sicherstellung der Erzeugung von bekömmlichen und qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln und landwirtschaftlichen Produkten

Bewertung der Nahrungsbedarfs der US-Amerikaner

Sicherstellung einer wettbewerbsfähigen Landwirtschaft

Fördern der natürlichen Ressourcen und der Umwelt

Schaffung von wirtschaftlichen Perspektiven für ländliche Gemeinden und deren EinwohnerDer Agricultural Research Service ist eine der vier Organisationen des US-amerikanischen Landwirtschaftsministeriums, die mit dem Themengebiet Forschung, Ausbildung und Ökonomie (Research, Education and Economics, REE) betraut sind. Die anderen sind das National Institute of Food and Agriculture (NIFA), der Economic Research Service (ERS) und der National Agricultural Statistics Service (NASS). Derzeitiger Direktor ist Edward B. Knipling.

Australian National Antarctic Research Expeditions

Als Australian National Antarctic Research Expeditions (ANARE) werden die nationalen und privaten Erkundungsexpeditionen Australiens in die Antarktis seit 1947 benannt. 1948 wurde die Australian Antarctic Division gegründet, um ANARE zu organisieren und zu verwalten. Der Fokus der Expeditionen liegt auf der wissenschaftlichen Erkundung der Antarktis, an der sich sowohl private als auch staatliche Körperschaften beteiligen.

Zu den staatlichen Organisationen gehören hierbei vor allem das Australian Bureau of Meteorology, die Australian Geological Survey Organisation (AGSO), die Australian Surveying and Land Information Group (AUSLIG) und die Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO). Die nichtstaatlichen Organisationen umfassen vor allem australische Universitäten und Forschungsinstitute.

Baltische Historische Kommission

Die Baltische Historische Kommission (BHK) ist eine historische Kommission zur Erforschung der baltischen Geschichte. Sie wurde 1951 in Göttingen gegründet und ging aus den seit 1947 dort stattfindenden Treffen baltischer Historiker hervor.

Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Die BBF | Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des DIPF | Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation ist mit etwa 730.000 Bänden die größte pädagogische Spezialbibliothek in Deutschland. Sie versteht sich als Forschungsbibliothek für den ganzen Bereich der historischen Bildungsforschung und hat ihren Sitz in Berlin in der Warschauer Straße.

Biophysik

Die Biophysik ist eine interdisziplinäre Wissenschaft, die zum einen versucht, Prozesse in biologischen Systemen mit Hilfe der Gesetze der Physik und ihrer Messmethoden zu untersuchen und zu beschreiben, zum anderen sich aber auch mit der gezielten Neu- und Weiterentwicklung physikalischer Methoden zur Untersuchung biologischer Prozesse beschäftigt. Auch die Bionik kann der Biophysik zugerechnet werden. Kurz gesagt ist die Biophysik die Anwendung der Physik auf Biologisches und umgekehrt. In der deutschen Hochschullandschaft gilt die Biophysik als Kleines Fach.Fragestellungen und Probleme ergeben sich neben der Biologie auch aus der medizinischen Forschung und Anwendung. Biophysikalische Forschung erfordert somit die enge Zusammenarbeit von Wissenschaftlern der Disziplinen Physik, Biologie, Chemie, Medizin und deren Grenzwissenschaften. Aus diesem Grund ist die Biophysik an den Universitäten nicht zwangsläufig dem Fachbereich Physik zugeordnet. Wurde die Biophysik zunächst ausschließlich von Wissenschaftlern der o. g. Disziplinen (insbesondere Physikern) betrieben, wurden mittlerweile an mehreren deutschen Universitäten eigenständige Biophysikstudiengänge eingerichtet.

Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Das als Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (kurz BMBWF), auch als Bildungs- oder Unterrichtsministerium bezeichnete österreichische Regierungsressort des Bundes ist vor allem zuständig für das Schulwesen und Universitäten.

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (kurz: BMBF) ist eine oberste Bundesbehörde der Bundesrepublik Deutschland. Der Hauptsitz bzw. erste Dienstsitz des Bundesministeriums befindet sich in den sogenannten Kreuzbauten in der Bundesstadt Bonn, der zweite Dienstsitz in Berlin.

Centre national de la recherche scientifique

Das Centre national de la recherche scientifique (CNRS; deutsch Nationales Zentrum für wissenschaftliche Forschung) ist als nationale französische Forschungsorganisation dem Forschungsministerium unterstellt und widmet sich der Grundlagenforschung. Es ist vergleichbar mit der deutschen Max-Planck-Gesellschaft, allerdings wesentlich größer und weniger eng fokussiert. Das CNRS bildet mit einem Etat von 3,4 Milliarden Euro und 32.000 Beschäftigten (2013) die zweitgrößte Forschungsorganisation in Europa

nach der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist ein eingetragener Verein, der als Selbstverwaltungseinrichtung zur Förderung der Wissenschaft und Forschung in der Bundesrepublik Deutschland fungiert. 2018 hatte die DFG einen Förderungsetat von fast 3,4 Milliarden Euro. Mitglieder der DFG sind größtenteils Hochschulen und Forschungseinrichtungen von „allgemeiner Bedeutung“ sowie die deutschen Akademien der Wissenschaften.

Empirie

Empirie [ɛmpiˈʀiː] (von ἐμπειρία empeiría ‚Erfahrung, Erfahrungswissen‘) ist eine methodisch-systematische Sammlung von Daten. Auch die Erkenntnisse aus empirischen Daten werden manchmal kurz Empirie genannt.

In der Wissenschaftsphilosophie wird der Empirie als Erfahrung, die zu einer Hypothese führt (oder diese auch widerlegt), die Evidenz gegenübergestellt, also die unmittelbare Einsichtigkeit einer wissenschaftlichen Behauptung.

Europäische Südsternwarte

Die Europäische Organisation für astronomische Forschung in der südlichen Hemisphäre (englisch European Organisation for Astronomical Research in the Southern Hemisphere) oder in der Kurzform Europäische Südsternwarte (engl. European Southern Observatory, ESO) ist ein europäisches Forschungsinstitut, das Teleskope in Chile betreibt.

Forschung und Entwicklung

Bei Forschung und Entwicklung (kurz F+E, FuE, F&E oder FE) kann es sich je nach Betonung um einen Ausdruck für anwendungsorientierte Forschung oder um die zunächst sprachliche Zusammenfassung von Grundlagenforschung und ingenieurtechnischer Entwicklung handeln, da in kommerziell orientierten Großunternehmen eine Koppelung der beiden Bereiche zugunsten von produktions- oder absatzsteigernden Innovationen erwünscht und angestrebt ist.

Fraunhofer-Gesellschaft

Die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V. (Fraunhofer) ist mit über 26.600 Mitarbeitern die größte Organisation für angewandte Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen in Europa. Sie stellt einen wichtigen Teil der deutschen Forschungslandschaft dar, die unter anderem aus Hochschulen (insbesondere den Universitäten), Max-Planck-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz und der Deutschen Forschungsgemeinschaft besteht. Der Sitz der Zentrale ist in München.

Namensgeber ist Joseph von Fraunhofer (1787–1826). Dessen hervorragende Leistung bestand in der Verbindung von exakter wissenschaftlicher Arbeit und deren praktischer Anwendung für neue, innovative Produkte. Joseph von Fraunhofer war als Forscher, Erfinder und Unternehmer gleichermaßen erfolgreich und wurde deshalb zum Vorbild und Namenspatron der heutigen Fraunhofer-Gesellschaft gewählt.

Gegründet im Jahr 1949, ist es das Ziel der Fraunhofer-Gesellschaft, anwendungsorientierte Forschung zum unmittelbaren Nutzen für Unternehmen und zum Vorteil der Gesellschaft durchzuführen. Die Fraunhofer-Gesellschaft betreibt derzeit mehr als 80 Forschungseinrichtungen, davon 69 Institute, an über 40 Standorten in ganz Deutschland. Über 25.000 Mitarbeiter, überwiegend mit natur- oder ingenieurwissenschaftlicher Ausbildung, bearbeiten das jährliche Forschungsvolumen von 2,3 Milliarden Euro. Davon fallen knapp 2,0 Milliarden Euro auf den Leistungsbereich Vertragsforschung. Über 70 % dieses Leistungsbereichs erwirtschaftet die Fraunhofer-Gesellschaft mit Aufträgen aus der Industrie und mit öffentlich finanzierten Forschungsprojekten. Der Rest wird von Bund und Ländern beigesteuert, auch um damit den Instituten die Möglichkeit zu geben, Problemlösungen vorzubereiten, die in fünf oder zehn Jahren für Wirtschaft und Gesellschaft aktuell werden (Vorlaufforschung). Mitglieder der als gemeinnützig anerkannten Fraunhofer-Gesellschaft sind namhafte Unternehmen und private Förderer. Circa 3 Prozent des Finanzvolumens der Fraunhofer-Gesellschaft fallen auf den Leistungsbereich Ressortforschung für das Bundesministerium der Verteidigung.

Interdisziplinarität

Unter Interdisziplinarität versteht man die Nutzung von Ansätzen, Denkweisen oder zumindest Methoden verschiedener Fachrichtungen.

Eine interdisziplinäre oder fächerübergreifende Arbeitsweise umfasst mehrere voneinander unabhängige Einzelwissenschaften, die einer meist wissenschaftlichen Fragestellung mit ihren jeweiligen Methoden nachgehen. Hierbei spielt eine untergeordnete Rolle, ob diese Fachgebiete selbst interdisziplinäre Ansätze verfolgen oder ob sich diese Ansätze erst durch eine Kombination der Fachgebiete ergeben.

In Abgrenzung zur Multidisziplinarität ist wichtig, dass Methoden zwischen den Disziplinen vermittelt werden und sich damit Lösungsstrategien nicht nur durch einen Austausch der Ergebnisse ergeben. Interdisziplinarität bedingt das Zusammenführen verschiedener Teilaspekte, ein reines Nebeneinander dieser Aspekte reicht hierfür nicht aus.

Kommission für Antarktische Geographische Namen

Die Kommission für Antarktische Geographische Namen (bulgarisch Komisija po antarktitscheskite naimenowanija Комисия по антарктическите наименования) ist eine bulgarische Kommission zur Empfehlung von Namen für Teile der Antarktis. Die Kommission wurde vom Bulgarischen Antarktis-Institut 1994 gegründet, sie untersteht seit 2001 dem bulgarischen Außenministerium.

2018 gab es 19.788 geographische Namen in der Antarktis, einschließlich der 1.433 Namen, die durch Bulgarien vergeben wurden. Beschreibungen der bulgarischen antarktischen Namen werden im internationalen toponymischen Lexikon der Antarktis (englisch Composite Gazetteer of Antarctica) veröffentlicht, das vom internationalen Wissenschaftlichen Komitee für Antarktisforschung geführt wird.

Die Kommission bereitete die erste bulgarische topografische Karte der Livingston-Insel vor und veröffentlichte diese 2005.

Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen

Das Landesgeschichtliche Informationssystem Hessen (LAGIS) ist das digitale Informationsangebot des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde (HLGL), einer in Marburg ansässigen Dienststelle des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst.

United States Antarctic Program

Das 1959 gegründete United States Antarctic Program oder kurz USAP (früher bekannt als United States Antarctic Research Program oder USARP und United States Antarctic Service oder USAS) ist eine Organisation der US-Regierung und in der Antarktis präsent. Sie koordiniert Forschung und Unterstützung für Forschung in der Region. Die Ziele der Organisation sind

Das US-Antarktisprogramm, gegründet vom Polarprogramm-Büro der National Science Foundation, unterstützt nur Forschungsprogramme, die nur oder am besten in der Antarktis unternommen werden können.

Momentan unterhält das USAP drei ganzjährige Forschungsstationen in der Antarktis (die McMurdo-Station, die Amundsen-Scott-Südpolstation und die Palmer-Station), außerdem zahlreiche saisonbedingte Feldlager. Zusätzlich unterhält das USAP Forschungsschiffe, die antarktische Gewässer befahren.

Sitz der Behörde ist Arlington (Virginia).

Wissenschaft

Das Wort Wissenschaft (mittelhochdeutsch wizzen[t]schaft = Wissen, Vorwissen, Genehmigung; lateinisch scientia) bezeichnet die Gesamtheit des menschlichen Wissens, der Erkenntnisse und der Erfahrungen einer Zeitepoche, welches systematisch erweitert, gesammelt, aufbewahrt, gelehrt und tradiert wird.Die Wissenschaft ist ein System der Erkenntnisse über die wesentlichen Eigenschaften, kausalen Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten der Natur, Technik, Gesellschaft und des Denkens, das in Form von Begriffen, Kategorien, Maßbestimmungen, Gesetzen, Theorien und Hypothesen fixiert wird.Die Wissenschaft ist auch die Gesamtheit von Erkenntnissen und Erfahrungen, die sich auf einen Gegenstandsbereich beziehen und in einem Begründungszusammenhang stehen. Das Wissen eines begrenzten Gegenstandsbereichs kennzeichnet die Einzelwissenschaft, die sich in einen theoretischen und einen angewandten Bereich gliedert und mit fortschreitender Differenzierung eine Reihe von Teildisziplinen hervorbringen kann.

Wissenschaft bezeichnet auch den methodischen Prozess intersubjektiv nachvollziehbaren Forschens und Erkennens in einem bestimmten Bereich, der nach herkömmlichem Verständnis ein begründetes, geordnetes und gesichertes Wissen hervorbringt. Methodisch kennzeichnet die Wissenschaft entsprechend das gesicherte und in einen rationalen Begründungszusammenhang gestellte Wissen, welches kommunizierbar und überprüfbar ist sowie bestimmten wissenschaftlichen Kriterien folgt. Wissenschaft bezeichnet somit ein zusammenhängendes System von Aussagen, Theorien und Verfahrensweisen, das strengen Prüfungen der Geltung unterzogen wurde und mit dem Anspruch objektiver, überpersönlicher Gültigkeit verbunden ist.Zudem bezeichnet Wissenschaft auch die Gesamtheit der wissenschaftlichen Institutionen und der dort tätigen Wissenschaftler. Diese sind in ihrer Tätigkeit spezifischen Werten und Gepflogenheiten verpflichtet und sollen wissenschaftsethischen Prinzipien genügen. Zu Politik und Gesellschaft stehen sie in einem Verhältnis wechselseitiger Beeinflussung.

Wissenschaftler

Wissenschaftler (in Österreich und der Schweiz auch Wissenschafter) oder Forscher sind Personen, die sich systematisch mit Wissenschaft und ihrer Weiterentwicklung beschäftigen. Dies muss nicht hauptberuflich geschehen – siehe Privatgelehrter, Privatdozent oder Forschung in Bereichen wie Amateurastronomie oder Speläologie. Im Regelfall haben Wissenschaftler eine abgeschlossene Hochschulbildung und sind als Forscher tätig, häufig auch als Hochschullehrer.

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