Ferdinand II. (Aragón)

Ferdinand, bekannt als Ferdinand der Katholische (aragonesisch Ferrando II o Catolico, * 10. März 1452 in Sos; † 23. Januar 1516 in Madrigalejo), war ab 1468 König von Sizilien. Von 1474 bis 1504 war er, zusammen mit seiner Frau Isabella, als Ferdinand V. König von Kastilien und León. Ab 1479 regierte er als Ferdinand II. die Reiche der Krone von Aragón. Ab 1505 war er als Ferdinand III. König von Neapel. Nach dem Tod seines Schwiegersohns Philipp übernahm er 1506 in Kastilien die Regentschaft für seine Tochter Johanna.

Michel Sittow 004
Ferdinand II. von Aragón
Fernando el Católico firmasello
Unterschrift Yo el Rey und Siegel Ferdinands des Katholischen (1506)

Leben

Er war der einzige Sohn von Johann II. von Aragón und dessen zweiter Gemahlin Juana Enríquez. Bereits 1466 wurde er zum Mitregenten von Aragonien und 1468 zum König von Sizilien (als Ferdinand II.) ernannt. Am 19. Oktober 1469 heiratete er die Infantin Isabella I. von Kastilien, und übernahm mit ihr nach dem Tod Heinrichs IV. (des Unvermögenden) von Kastilien im Jahr 1474 die Herrschaft über Kastilien und León. Dort wird er als Ferdinand V. gezählt. 1476 verteidigten sie ihre Herrschaft im Kastilischen Erbfolgekrieg gegen portugiesische Einmischung.

1473 wurde er zum Mitglied des Ordens vom Goldenen Vlies und 1480 zum Mitglied des Hosenbandordens gewählt.

Nach dem Tode seines Vaters Johann im Jahre 1479 wurde der spanische Einigungsprozess noch stärker verfolgt, wobei aber in kastilischen Angelegenheiten lediglich Isabella die Entscheidungen treffen durfte, auch wurden beide Reiche separat verwaltet.

Feldzüge gegen das Emirat von Granada

Iberian Kingdoms in 1400
Aragón, Kastilien, Granada im 15. Jahrhundert.

1482 begann Ferdinand mit einer Reihe von Feldzügen gegen das Emirat von Granada. 1484 belagerte er Setenil de las Bodegas, 1485 später durchzog er das Gebiet westlich von Málaga und nahm die Stadt Ronda ein.[1] Die Bewohner der Stadt und ihres Umlands erhielten den Status von mudejarischen Leibeigenen (sierbos mudejares) des Königs und der Königin. Ferdinand versprach, „das Gesetz Mohammeds zu erhalten“, und erlaubte den Muslimen, bei rechtlichen Auseinandersetzungen ihre eigenen Rechtsgelehrten zu konsultieren, die gemäß der Scharia und der Sunna entscheiden durften.[2] Im Herbst 1485 unternahm Ferdinand ein wichtiges politisches Manöver: Er ließ den gefangenen Nasriden, Boabdil frei und sandte ihn auf muslimisches Territorium. Damit löste er eine Welle von Unruhen unter den Muslimen von Granada aus, denn Boabdils Onkel Muhammad al-Zagal (XIII.) beanspruchte ebenfalls die Herrschaft in Granada und nahm, unterstützt von den Abencerrajes, den Kampf gegen Boabdil auf.[2] 1486 setzte Ferdinand den militärischen Kampf gegen das Emirat fort und konnte mit seiner Artillerie die Stadt Loja zur Kapitulation zwingen.[3] 1487 brachte er Vélez-Málaga zu Fall.[4] 1492 war die Eroberung des Königreiches Granada abgeschlossen, womit der letzte maurische Staat auf der Iberischen Halbinsel verschwand.

Das Alhambra-Edikt

Am 31. März 1492 erließen Ferdinand und Isabella in der Alhambra nach dem Sieg gegen die Mauren, der nur durch die massive finanzielle Unterstützung ihrer jüdischen Bankiers und Berater Abraham Senior und Isaak Abravanel möglich geworden war, das Alhambra-Edikt. In diesem Edikt wurden die Juden aufgefordert, innerhalb von drei Monaten Spanien und alle spanischen Besitzungen zu verlassen, es sei denn, sie träten zum Christentum über. Das Edikt gab die Initialzündung zu einer bis dahin beispiellosen Judenverfolgung unter der Regie der Inquisition und ihres fanatischen Führers, des Großinquisitors Tomás de Torquemada, Dominikaner und Beichtvater der Königin. Die Vertreibung der Juden von der iberischen Halbinsel – wenig später schloss sich auch Portugal dieser Politik an – bedeutete einen großen Aderlass für Wissenschaft und Kunst sowie für die Wirtschaft, der nur durch die Goldzufuhren aus den neuen Kolonien aufgefangen werden konnte.

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Ferdinand II. (spanischer Königspalast, Madrid)

Entdeckung Amerikas

Das Jahr 1492 brachte für Spanien nicht nur den Abschluss der Eroberung des Königreiches Granada und den Anfang einer beispiellosen Judenverfolgung, sondern auch die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus, der im Auftrag des Königspaares segelte. Nachdem Christoph Kolumbus die Neue Welt für Spanien entdeckt hatte, übte dies die Herrschaft zu Lande und zur See an den östlichen und westlichen Küsten des Atlantischen Ozeans fast ohne Widerstand aus. Im Vertrag von Tordesillas (1494) wurde die neue Welt zwischen Spanien und Portugal durch Papst Alexander VI. aufgeteilt. In Ferdinands Auftrag wurde das sogenannte Requerimiento erstellt, ein Text, in dem die Indios Südamerikas zur bedingungslosen Kapitulation und gleichzeitigen Unterwerfung unter die Herrschaft der spanischen Krone als Stellvertreter der katholischen Kirche und des Papstes aufgefordert wurden.

Heiratspolitik

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Ferdinand II. von Aragón und Isabella von Kastilien bei ihrer Hochzeit

Am 21. August 1496 kam es zu einer Doppelhochzeit: Johanna von Kastilien (Johanna die Wahnsinnige), die Tochter des Königspaares, heiratete den Habsburger Philipp den Schönen, während der Thronfolger Don Johann Margarethe von Österreich heiratete. Der Thronfolger Johann starb jedoch am 4. Oktober 1497, und nachdem auch Ferdinands älteste Tochter Isabella, die Königin von Portugal, im folgenden Jahr verstarb, rückte Johanna in der Thronfolge nach.

Ferdinand plante eine Verschmelzung Portugals mit Spanien und Erweiterung der Besitzungen in Italien, sie kamen jedoch nicht mehr vollständig zur Ausführung. Die Grundsteine zu diesen Plänen waren jedoch schon gelegt mit der Vermählung der ältesten Tochter Isabella mit dem portugiesischen Thronfolger Alfons. Nach dessen Tod wurde sie mit seinem Nachfolger Manuel verheiratet. Sie und ihr einziger Sohn, der Erbe von drei Königreichen gewesen wäre, starben jedoch bald. Nach deren Tod heiratete Manuel ihre Schwester Maria.

Die jüngste Tochter Katharina wurde schon als Kind mit Arthur Tudor verlobt. Nachdem dieser nach nur vier Monaten Ehe starb, wurde Katharina Opfer des Streits ihres Vaters und Schwiegervaters Heinrich VII. um die noch nicht vollständig ausgezahlte Mitgift, ehe sie 1509 Heinrich VIII. heiratete.

Aufstieg Spaniens zur Weltmacht

Das glückliche Zusammentreffen von Weltereignissen und eine Reihe herausragender Minister (Mendoza, Jiménez, Gonzalo de Cordova und andere), verbunden mit der staatsmännischen Begabung und Tüchtigkeit des Königspaars, bewirkten unter dessen Regierung einen raschen Aufschwung Spaniens. Ein Hauptstreben Ferdinands und Isabellas war auf die Stärkung der königlichen Gewalt gegenüber dem Adel und der Geistlichkeit und auf Wiedererwerbung der in die Hände der großen Vasallen gekommenen Kronbesitzungen gerichtet; im Übrigen wurde strenge Justiz gehandhabt und das Gerichtswesen durch Einführung der Santa Hermandad (‚Heilige Bruderschaft‘) verschärft.

Großen Zuwachs an Einnahmen und Einfluss gewährte die Vereinigung der Großmeistertümer der drei geistlichen Ritterorden mit der Krone, welche infolgedessen dem Adel umso energischer gegenübertreten konnte. Auch auf das kirchliche Benefizienwesen wussten die katholischen Könige ihren Einfluss geltend zu machen; das mächtigste Instrument war aber die Inquisition, jenes Glaubensgericht, das im 13. Jahrhundert eingerichtet worden, aber danach in Verfall geraten war und damals wiederbelebt wurde. Das Tribunal der Inquisition war von der Krone abhängig und diente gleichzeitig kirchlichen wie politischen Zwecken.

Germaine de Foix1
Germaine de Foix, zweite Ehefrau von Ferdinand II.

Durch die Teilnahme an der allgemeinen Politik von Europa, in welcher er sich als meisterhafter Diplomat bewährte, errang Ferdinand für Spanien die größten Erfolge; 1492 kam er in den Besitz der Grafschaften Roussillon und Cerdaña, 1495 bildete er die große antifranzösische Liga.

Durch geschickte Verhandlungen bewog er Frankreich zu einer Teilung des Königreichs Neapel, welches die beiden Mächte 1501 gemeinsam besetzten, schon 1503 aber bemächtigte sich Ferdinand des ganzen Reichs, als König von Neapel war er Ferdinand III. 1512 mit der Eroberung des lange umworbenen Navarra war dann auf der Pyrenäischen Halbinsel eine Staatseinheit geschaffen und nach allen Seiten abgerundet, und auch der Süden Italiens dem Reich hinzugefügt.

Nach Isabellas Tod

Nach Isabellas Tod 1504 wurde die Vereinigung der beiden Kronen de facto vollzogen, da Ferdinand in Vertretung für seine als wahnsinnig geltende Tochter Johanna nun auch die Herrschaft in Kastilien übernahm. In zweiter Ehe heiratete Ferdinand am 22. März 1506 in Dueñas Gräfin Germaine de Foix, eine Tochter von Jean de Foix, comte d’Etampes, vicomte de Narbonne, und Marie de Valois-Orléans. Sie war mütterlicherseits eine Nichte des Königs Ludwig XII. von Frankreich. Germaine schenkte ihm den Sohn Johann (*/† 3. Mai 1509), príncipe de Girona.[5][6] Die Ehe gab ihm den Vorwand zu einer zusätzlichen Erweiterung seines Herrschaftsgebiets. Er begann die Eroberung des Königreichs Navarra südlich der Pyrenäen und konnte diese bis 1512 abschließen.

Die älteste Tochter Isabella war nach dem Tod des portugiesischen Thronfolgers, ihres ersten Gemahls, mit dem portugiesischen König Manuel I. verheiratet. Die erhoffte Vereinigung Spaniens und Portugals schlug jedoch fehl, weil sowohl die Prinzessin als auch ihr einziges Kind bald starben. Da Ferdinands Sohn Johann jedoch kurz zuvor verstorben war, wurde der Habsburger Philipp als Ehemann der nunmehrigen ältesten Tochter Johanna der Thronerbe Kastiliens. Seine Regentschaft trat er nach dem Tod Isabellas der Katholischen 1504 an, verstarb aber schon 1506. Johanna galt aufgrund des ihr nachgesagten Wahnsinns als regierungsunfähig und so übernahm Ferdinand die Regentschaft für ganz Spanien bis zu seinem Tod im Jahre 1516. Neuste Studien haben jedoch ergeben, dass Johanna keineswegs wahnsinnig war. Es handelte sich vielmehr um das politische Kalkül ihres Vaters und später auch ihres Sohnes Karls I., die rechtmäßige Thronerbin zu entmachten. Eine tatsächliche mentale Krankheit ist historisch nicht überliefert.

Ferdinand starb am 23. Januar 1516 in Madrigalejo. Seine sterblichen Überreste befinden sich zusammen mit denen seiner ersten Frau, Isabellas der Katholischen, in der Krypta der Capilla Real (Königliche Kapelle) in Granada. Die Grabinschrift lautet:

Ihm folgte in Spanien Philipps und Johannas Sohn Karl I., als römisch-deutscher Kaiser Karl V.

Wappen

Coat of Arms of Ferdinand II of Aragon (1479-1492)

Wappen von Ferdinand II. (1479–1492)

Coat of Arms of Ferdinand II of Aragon (1492-1504)

Wappen von Ferdinand II. (1492–1504)

Coat of Arms of Ferdinand II of Aragon (1504-1513)

Wappen von Ferdinand II. (1504–1513)

Coat of Arms of Ferdinand II of Aragon (1513-1516)

Wappen von Ferdinand II. (1513–1516)

Coat of Arms of Ferdinand II of Aragon with supporters (1513-1516)

königliches Wappen von Ferdinand II. von Aragón

Obwohl Ferdinand II von Andreas Palaiologos byzantinische Titel erwarb[7], waren diese weder in Wappen noch in Titular in Verwendung.

Nachkommen

Mit Isabella I. hatte er die folgenden Kinder:

Weitere fünf Kinder starben bei der Geburt oder kurz danach.

Mit Gräfin Germaine de Foix hatte er einen Sohn:

  • Johann (*/† 3. Mai 1509)

Ferdinand II. war auch Vater der unehelichen Kinder Alfons, Johanna, Maria und Maria.

Literatur

  • John Edwards: The Spain of the Catholic Monarchs 1474–1520. Oxford 2000.
  • L.P. Harvey: Islamic Spain, 1250–1500. University of Chicago Press, Chicago, 1990. S. 283–300.
  • Horst Pietschmann: Ferdinand II. ‘der Katholische’. In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 4, Artemis & Winkler, München/Zürich 1989, ISBN 3-7608-8904-2, Sp. 358 f.
  • Joseph Pérez: Ferdinand und Isabella. Spanien zur Zeit der Katholischen Könige. München 1989.
  • Raphael de Smedt (Hrsg.): Les chevaliers de l’ordre de la Toison d’or au XVe siècle. Notices bio-bibliographiques. (Kieler Werkstücke, D 3) 2., verbesserte Auflage, Verlag Peter Lang, Frankfurt 2000, ISBN 3-631-36017-7, S. 164–168, Nr. 71.

Weblinks

Belege

  1. Harvey: Islamic Spain, 1250–1500. 1990, S. 284–286.
  2. a b Harvey: Islamic Spain, 1250–1500. 1990, S. 286f.
  3. Harvey: Islamic Spain, 1250–1500. 1990, S. 289.
  4. Harvey: Islamic Spain, 1250–1500. 1990, S. 292–294.
  5. Stammbaum der Ursula Germaine de Foix unter geneall.net.
  6. Stammbaum der Germaine de Foix unter gw1.geneanet.org.
  7. Norwich, John Julius, Byzantium - The Decline and Fall, p.446
VorgängerAmtNachfolger
Heinrich IV.König von Kastilien und León
(mit Isabella I.)
1474–1504
Johanna I. und Philipp I.
Johanna I.Regent von Kastilien und León
(als Vertreter Johannas I.)
1506–1516
Karl I.
Johann II.König von Aragón
Graf von Barcelona
König von Valencia
1479–1516
Karl I.
Johann I.König von Sardinien
1479–1516
Karl I.
Johann I.König von Sizilien
1468–1516
Karl II.
Ludwig XII. von FrankreichKönig von Neapel
1504–1516
Karl IV.
Katharina von NavarraKönig von Navarra
1512–1516
Johanna I. / Karl II.
Alfons von Aragonien (Erzbischof)

Alfons von Aragonien (katalanisch/valencianisch Alfons d'Aragó; aragonisch Alonso d'Aragón; * 1470 in Cervera, Katalonien; † 24. Februar 1520 in Lécera, Aragonien) war ein aragonisch-katalanischer Kleriker und Politiker.

Alhambra-Edikt

Das Alhambra-Edikt, auch als Decreto de la Alhambra oder Edicto de Granada bekannt (hebräisch גירוש ספרד Gerush Sfarad) wurde am 31. März 1492 mit zwei nicht identischen Texten jeweils für die Herrschaftsgebiete der Krone von Kastilien und die Herrschaftsgebiete der Krone von Aragón erlassen. Die kastilische Version wurde von den katholischen Königen Isabella von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón in seiner Funktion als Ferdinand V. von Kastilien unterschrieben. Die aragonesische Version wurde nur von Ferdinand II. von Aragón unterschrieben. Das Edikt ordnete die Vertreibung der Juden aus allen Territorien der Krone von Kastilien und der Krone von Aragón zum 31. Juli des Jahres an, sofern sie bis dahin nicht zum Christentum übergetreten waren.

In Asturien nahm die erste organisierte christliche Rebellion gegen die muslimische Herrschaft im Jahre 718 ihren Ausgangspunkt, die zur Reconquista führte. Die Reconquista endete im Jahr 1492 mit der vollständigen Eroberung des letzten muslimischen Herrschaftsbereichs auf der iberischen Halbinsel (Belagerung von Granada) und dem Alhambra-Edikt.Mit dem Edikt begann die Vertreibung einer Bevölkerungsgruppe, die seit Jahrhunderten auf der iberischen Halbinsel ansässig war. Die große Anzahl der meist unter massivem Druck zum Christentum bekehrten Conversos – im Volk auch verächtlich Marranen genannt – stand unter dem Generalverdacht der Spanischen Inquisition, weiterhin im Geheimen dem Judentum anzuhängen. Unermüdlich wurde die christliche Gesinnung der Zwangsgetauften überprüft. Die durch Inquisitionsverfahren der Häresie überführten Conversos wurden häufig zum Feuertod verurteilt und nach sogenannten Autodafés öffentlich auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Inquisition urteilte nur über getaufte Christen und nicht über Juden (Limpieza de sangre).

Am 16. Dezember 1968 wurde – zur Einweihung der Madrider Synagoge – das Alhambra-Edikt der katholischen Könige von der spanischen Regierung für unwirksam erklärt und erst am 1. April 1992 durch den spanischen König Juan Carlos I. unwiderruflich außer Kraft gesetzt.Anlässlich des 500. Jahrestags des Alhambra-Edikts verabschiedete das spanische Parlament 1992 ein Kooperationsabkommen mit dem Verband der jüdischen Gemeinden in Spanien, das die Beziehungen zwischen dem spanischen Staat und den Bürgern jüdischer Konfession regelt.

Aragon

Aragon oder Aragón steht für:

Aragonien, autonome Gemeinschaft in Spanien

Corona de Aragón, ehemaliges Königreich, siehe Krone von Aragonien

Aragón (Fluss), Fluss in Spanien

Aragon (Aude), französische Gemeinde im Département Aude

Aragon (Schiff), Passagierschiff der Royal Mail Line

Aragon (Band), australische Rockband

BM Aragón, spanischer Handballverein aus Saragossa

CPI Aragon, taiwanesischer Motorroller

Motorland Aragón, Motorsport-Rennstrecke in der Provinz Aragonien, SpanienAragón ist der Familienname folgender Personen:

Agustina de Aragón († 1857), spanische Unabhängigkeitskämpferin

Alfonso de Aragón y Eiximenis (nach 1358–1425), Herzog von Gandía, Graf von Denia und Ribagorza

Alfonso de Aragón y Foix (1332?–1412), Herzog von Gandía, Graf von Denia und Ribagorza

Alphonse Marie Louis comte de Saint-Sévérin d’Aragon (1705–1757), französischer Diplomat und Politiker

Antonio de Aragón-Córdoba-Cardona y Fernández de Córdoba (1616–1650), spanischer Kardinal

Art Aragon (1927–2008), US-amerikanischer Boxer und Schauspieler

Charles de Bancalis de Maurel d’Aragon (* 1945), französischer Diplomat

Emilio Aragón (Miliki; 1929–2012), spanischer Clown

Enrique O. Aragón (1880–1942), mexikanischer Mediziner, Philosoph und Hochschullehrer

Enrique Valles y Soler de Aragón († 1889), spanischer Diplomat

Francisco de Borja y Aragón († 1658), spanischer Schriftsteller und Vizekönig von Peru

Jaime de Mora y Aragón (1925–1995), spanischer Schauspieler

Lorenzo Aragón (* 1974), kubanischer Boxer

Louis Aragon (1897–1982), französischer Dichter und Schriftsteller

Manuel Gutiérrez Aragón (* 1942), spanischer Filmregisseur und Drehbuchautor

Maria von Aragon (1396/1403–1445), Infantin von Aragon und Königin von Kastilien und León

Tomás Antonio de la Cerda y Aragón (1638–1692), Vizekönig von Neuspanien

Yosvany Aragón (* 1974), kubanischer BaseballspielerAragón ist der Herkunftsname folgender Personen:

Alfons V. (Aragón) (1396–1458), König von Aragonien und als Alfons I. König von Neapel und Sizilien

Beatrix von Aragón (1457–1508), Königin von Ungarn und Böhmen

Ferdinando von Aragón (1030–1082), italienischer Geistlicher, Bischof von Caiazzo, Heiliger der katholischen Kirche

Ferdinand I. (Aragón) (1380–1416), König von Aragón und Sizilien, König von Sardinien

Ferdinand II. (Aragón) (1452–1516), König von Aragón, von Sizilien und Sardinien, König von Kastilien und León, König von Neapel

Ferdinand von Aragón (1488–1550), italienischer Adliger, Herzog von Kalabrien, Vizekönig von Valencia

Katharina von Aragón (1485–1536), englische Adlige, Frau von Heinrich VIII.Aragon ist der Name folgender Orte in den Vereinigten Staaten:

Aragon (Georgia) im Polk County

Aragon (Catron County, New Mexico)

Aragon (Cibola County, New Mexico)

Aragon (San Miguel County, New Mexico)

Aragon (Texas) im Presidio County

Aragon Park im Richmond County, Georgia

Aragon Place im Greenlee County, ArizonaSonstige geografische Objekte:

Aragon Creek (Lincoln County, New Mexico), Fließgewässer

Aragon Creek (San Miguel County, New Mexico), Fließgewässer

Aragon Ditch, Kanal im Fremont County, Wyoming

Aragon Mine, Mine im Dickinson County, Michigan

Aragon and Little Prospect, Mine im Bernalillo County, New MexicoSiehe auch:

Aragona (Begriffsklärung)

Aragorn

Elisabeth von Spanien

Elisabeth von Spanien, in der Geschichtsschreibung auch Isabella genannt, im Spanischen und Portugiesischen Isabel de Aragón y Castilla oder Isabel de Trastámara y Trastámara (* 2. Oktober 1470 in Dueñas; † 23. August 1498 in Saragossa) war eine Prinzessin von Spanien und von 1495 bis zu ihrem Tod Titularkönigin von Portugal.

Ferdinand von Aragón

Ferdinand von Aragón ist der Name folgender Personen:

Ferdinando von Aragón (1030–1082), italienischer Geistlicher, Bischof von Caiazzo, Heiliger der katholischen Kirche

Ferdinand I. (Aragón) (1380–1416), König von Aragón und Sizilien, König von Sardinien

Ferdinand II. (Aragón) (1452–1516), König von Aragón, von Sizilien und Sardinien, König von Kastilien und León, König von Neapel

Ferdinand von Aragón (1488–1550), italienischer Adliger, Herzog von Kalabrien, Vizekönig von Valencia

Fernandina

Fernandina (englisch Narborough Island) ist die drittgrößte der Galapagosinseln. Die Insel trägt ihren Namen zu Ehren von König Fernando II. von Spanien, der die Reisen des Christoph Kolumbus finanziert hat.

Der ursprüngliche Name Narborough war der Insel 1684 von dem Freibeuter William Cowley gegeben worden, der die Inselgruppe der Galápagos auf einer Weltumsegelung (1683–1686) unter William Dampier besucht und eine erste Detailkarte des Archipels angefertigt hatte. Dabei benannte er die Inseln nach verschiedenen britischen Königen, Grafen und Admirälen, so auch das heutige Fernandina zu Ehren des Admirals Sir John Narborough.

Fernandina hat eine Fläche von 642 km² und erreicht im Vulkangipfel des La Cumbre eine Höhe von 1476 m. Fernandina ist die geologisch jüngste und westlichste Insel des Archipels (ohne Berücksichtigung der weitab (140 bis 180 km) nordwestlich gelegenen, sehr kleinen und isolierten Inseln Wolf und Isla Darwin).

Die letzten Ausbrüche des Cumbre datieren vom 4. September 2017, als sich eine Wolke aus Asche und Wasserdampf erhob und sich Lavaströme an den Hängen entlang bis ins Meer ergossen und die Tier- und Pflanzenwelt bedrohten, und von Juni 2018.

Auf den schwarzen Lavafelsen der schmalen Landzunge des Punta Espinoza findet sich eine Kolonie von Hunderten von Meeresleguanen. Weiterhin wird die Insel von den vom Aussterben bedrohten Stummelkormoranen (Galapagosscharbe, Phalacrocorax harrisi) bevölkert, außerdem von Horden von Pinguinen, Pelikanen und Seelöwen.

Entlang der Küste der Insel finden sich vereinzelt Mangrovenwälder.

Germaine de Foix

Germaine de Foix (* 1488 oder 1490 in Foix, Narbonne; † 15. Oktober 1536 in Liria, Valencia) war eine französische Adlige und die zweite Ehefrau von König Ferdinand II. von Aragón.

Johann II. (Aragón)

Johann II. (* 29. Juni 1397 oder 29. Juni 1398 in Medina del Campo; † 19. Januar 1479 in Barcelona) war von 1458 bis 1479 König von Aragón, als Johann I. König von Sardinien, sowie durch Ehe bereits ab 1425 König von Navarra.

Johann III. (Portugal)

Johann III. (port. Dom João III), genannt „der Fromme“ (O Piedoso oder O Pio) bzw. „der Kolonialherr“ (o Colonizador) (* 6. Juni 1502 in Lissabon; † 11. Juni 1557 ebenda) war der fünfzehnte König von Portugal. Er kam aus dem Hause Avis und regierte von 1521 bis 1557. Unter seiner Herrschaft wurde Brasilien besiedelt, neue Kolonien in Asien wie Bombaim erworben und der See-Handel zwischen Europa und China sowie Japan erschlossen. Das Portugiesische Kolonialreich erreichte unter Johann III. seine größte weltweite Ausdehnung.

Johann von Aragón und Kastilien

Johann von Aragón und Kastilien (* 28. Juni 1478 in Sevilla; † 4. Oktober 1497 in Salamanca), Fürst von Asturien aus dem Haus Trastámara, war der einzige Sohn der Katholischen Könige Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón. Er war mit Margarete von Österreich, der Tochter des römisch-deutschen Königs Maximilian I. verheiratet, starb aber ein halbes Jahr nach der Eheschließung.

Johanna (Kastilien)

Johanna I. von Kastilien, genannt Johanna die Wahnsinnige (span. Juana I de Castilla bzw. Juana la Loca; * 6. November 1479 in Toledo; † 12. April 1555 in Tordesillas), aus dem Haus Trastámara war Infantin von Aragón und Kastilien und León, von 1504 bis 1506 Königin, von 1506 bis 1555 Titularkönigin von Kastilien und León, von 1516 bis 1555 Titularkönigin von Aragón, womit sich die spanischen Königreiche in ihrem Erbe als Personalunion vereinigten.

Nachdem 1506 ihr Gemahl Philipp I. nur Monate nach seiner gleichberechtigten Übernahme des kastilischen Throns an ihrer Seite und 1516 ihr als Regent Kastiliens eingesetzter Vater Ferdinand II. von Aragón verstorben waren, wurde ihr Sohn Carlos I. aus dem Haus Habsburg mit ihrer Zustimmung bereits 1516 in Kastilien, León und Aragón König und gilt als der erste König von Spanien.

Johanna von Spanien

Johanna von Spanien (spanisch Juana de Austria; * 24. Juni 1535 in Madrid; † 7. September 1573 in San Lorenzo de El Escorial) war eine Infantin von Spanien und durch Heirat Kronprinzessin von Portugal. Sie war die Enkelin und die Mutter eines portugiesischen sowie die Tochter und Schwester eines spanischen Königs und verband damit die herrschenden Häuser in beiden Staaten: Habsburg und Avis. Von 1554 bis 1559 war Johanna Statthalterin von Spanien.

Katharina von Aragon

Katharina von Aragon (auch Katharina von Aragonien, spanisch Catalina de Aragón y Castilla oder Catalina de Trastámara y Trastámara, englisch Catherine of Aragon; * 15. oder 16. Dezember 1485 in Alcalá de Henares; † 7. Januar 1536 auf Schloss Kimbolton (Huntingdonshire)), war als erste Frau Heinrichs VIII. Königin von England und Mutter der späteren Königin Maria I. Tudor. Sie war das jüngste Kind Ferdinands II. von Aragón und Isabellas I. von Kastilien und somit Urururenkelin Eduards III. von England. Ihr Lebensmotto war “humble and loyal” (deutsch: „bescheiden und loyal“). Über ihre Schwester Johanna („Johanna die Wahnsinnige“) war sie die Tante der deutschen Kaiser Karl V. und Ferdinand I.

Katharina von Kastilien

Katharina von Kastilien (* 14. Januar 1507 in Torquemada; † 12. Februar 1578 in Lissabon) war eine Infantin von Kastilien aus dem Hause Habsburg. Von 1525 bis 1557 war sie durch Heirat Königin von Portugal.

Katholische Reform

Der Begriff Katholische Reform bezeichnet im Unterschied zur Reformation eine unabhängig und davor einsetzende kirchliche Reform des römischen Katholizismus, besonders des spanischen Staats- und Ordenskatholizismus (ab 1478: Nationalkonzil von Sevilla), die nicht zuletzt dadurch an gesamteuropäischer Bedeutung gewann, dass ein „spanischer“ Kaiser (ab 1519: Karl V.) der höchste weltliche Beschützer der sog. „alten Kirche“ wurde. Er war Förderer und Fortsetzer der katholischen Reform zu Hause und in Übersee, und – auf gesamteuropäischer Ebene – führender Bekämpfer der Reformation und Hauptinitiator des Trienter Reformkonzils (Gegenreformation).

Lange vor der Reformation wurden in Spanien unter den sog. „Katholischen Königen“ (Isabella I. (Kastilien); Ferdinand II. (Aragón)) und Regent-Kardinal Francisco Jiménez de Cisneros (1439–1517) viele von jenen kirchlichen Missständen behoben oder zurückgedrängt, die zur Reformation führten (Ablasshandel, Residenzpflicht der Pfarrer, Einfluss des Papstes) und im Konzil von Trient (1545–63) angegangen wurden (spanische Inquisition ab 1478, später auch in Süditalien; römische ab 1532). Diesem Bestreben nach Abschaffung der innerkirchlichen Gravamina kam auch das Reformpapsttum entgegen. Es ging schließlich auch um eine Standpunktbestimmung des Papsttums gegenüber der eigenen Zukunft, dem mächtigen spanischen Katholizismus (unter Karl V. und Philipp II.) und der Reformation.

Ein Hauptgegenstand der katholischen Reform war die Verbesserung der Priesterausbildung durch die Gründung von Priesterseminaren und die Bekämpfung von Simonie und Ämterhäufung. Für weitere Inhalte sei auf die Beschlüsse des Konzils von Trient verwiesen. Auch der Handel mit dem Ablass wurde streng reformiert, der ja ein wesentlicher Reibungspunkt bei Luther und für die Auslösung der Reformation mit verantwortlich war.

Maria von Spanien (1482–1517)

Maria von Spanien (* 29. Juni 1482 in Córdoba; † 7. März 1517 in Lissabon) war eine Infantin von Kastilien und als zweite Ehefrau Emanuel des Glücklichen von 1500 bis zu ihrem Tode Titularkönigin von Portugal.

Maria von Spanien (1528–1603)

Maria von Spanien (spanisch: María de Austria) (* 21. Juni 1528 im Alcazar in Madrid; † 26. Februar 1603 in Villamante) war Infantin von Spanien und durch Heirat Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches.

Vertrag von Segovia

Der Vertrag von Segovia war ein Dokument in dem das Königspaar Isabella I. von Kastilien und Ferdinand V. von Kastilien am 15. Januar 1475 die Grundlagen für ihre zukünftige gemeinsame Regierung festlegten. Die Vereinbarung kam durch eine Entscheidung zustande, die der Erzbischof von Toledo Alfonso Carrillo und der Kardinal Pedro González de Mendoza getroffen hatten. Dieses Abkommen war nicht nur eine private Absprache, es bekam durch die Unterschrift einer großen Anzahl von Granden der Reiche der Krone von Kastilien und die Bestätigung durch die Cortes von Kastilien eine öffentliche Bedeutung.

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