Erröten

Das Erröten (medizinisch als Flush bezeichnet) beruht auf einer plötzlichen Ausdehnung von Blutgefäßen und einer damit verbundenen Zunahme des Blutvolumens der Haut des Gesichtes und der Halsregion des Menschen.

Klassifikation nach ICD-10
R23.2 Flush
ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Neuronale Steuerung

Als nervliche Endglieder der Kontrolle des Errötens gelten die sogenannten aktiv dilatierenden beta-Fasern des Sympathikus, welche die Durchmesser der Kapillaren (der dünnen Blutgefäße) steuern. Der Sympathikus bildet zusammen mit dem Parasympathikus das vegetative Nervensystem (das auch autonomes Nervensystem genannt wird). Dessen Tätigkeit kann üblicherweise willentlich nicht beeinflusst werden: Erröten lässt sich deshalb durch einen Willensakt kaum unterdrücken.

Ein Beobachter kann bei hellhäutigen Menschen eine Rötung der Haut (insbesondere der Wangen) dann sehen, wenn die rote Farbe des Blutes durch die Gefäßwände und die obersten Schichten der Gesichtshaut scheint.

Errötende selbst nehmen ihr Erröten als eine Temperaturzunahme wahr, die in der Regel weniger als 1 Grad Celsius beträgt, nach etwa 15 Sekunden ihr Maximum erreicht und nach etwas mehr als einer halben Minute wieder auf ihren Ausgangswert zurückkehrt. Erröten kann entweder durch Beobachtung oder mit Geräten gemessen werden (Farbkamera, Infrarotthermografie, Temperaturfühler, Laser Doppler Flux, Plethysmograph).

Um die Auslöser des Errötens zu verstehen, ist es hilfreich, wie im Englischen blush und flush zu unterscheiden. Blush beschreibt das Erröten als mögliche körperliche Begleiterscheinung einer der selbstbewertenden Emotionen (Verlegenheit, Scham, situationsbezogene Scheu, Peinlichkeit). Flush hingegen verwendet man im Englischen im Zusammenhang mit Ärger/Zorn/Wut („angry flush“), als Resultat künstlicher Auslöser (z. B. Einnahme von Substanzen wie Chili oder Pfeffer, Einatmen von Amylnitrit oder salpetersaurem Amyloxid) oder physiologische und stoffwechselbezogene Vorgänge (zum Beispiel während der Menopause).

Störungen des Errötens

Leichterröten und Erythrophobie sind die bekanntesten Störungen des Errötens. Erythrophobie unterscheidet sich vom Leichterröten, indem bei ihr die Furcht vor dem Erröten im Vordergrund steht. Als Therapien des Leichterrötens und der Erythrophobie kommen Psycho-/Verhaltenstherapien oder Medikamente in Frage. Chronisches Leichterröten wird heute auch chirurgisch therapiert (Sympathektomie).

Australische Forscher berichteten im Sommer 2007 in einer Fachzeitschrift, das übermäßige Erröten erythrophober Menschen sei keine Folge von erhöhter Blutzufuhr; vielmehr wiesen sie einen reduzierten Blutabfluss nach.[1]

Ein Flush kann auch Hinweis auf oder Folge einer Erkrankung sein (Flush-Syndrom). Typisch ist sein Auftreten beispielsweise beim Karzinoid (ausgelöst durch paraneoplastisch gebildete endokrin aktive Substanzen), aber auch im Rahmen eines Alkoholentzuges[2] oder einer Alkoholintoleranz.[3]

Siehe auch

Literatur

  • Ernst Krause: Die holde Scham. In: Die Gartenlaube. Heft 13, 1876, S. 217–219 (Volltext [Wikisource]).
  • Jakob Henle: Über das Erröthen. In: Nord und Süd. Monatsschrift für internationale Zusammenarbeit. Band 19, Berlin 1882, S. 47–59.
  • Charles Mariauzouls: Psychophysiologie von Scham und Erröten. Inaugural-Dissertation. Ludwig-Maximilians-Universität, München 1996, DNB 951494473.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Peter Drummond u. a.: Blushing during social interactions in people with a fear of blushing. In: Behaviour Research and Therapy. Band 45, 2007, S. 1601–1608. doi:10.1016/j.brat.2006.06.012
    Peinliche Abflussprobleme. Nicht vermehrter Blutzufluss, sondern verlangsamter Rückfluss lässt Menschen rot werden. (Memento vom 13. Februar 2013 im Webarchiv archive.today) auf: www.wissenschaft.de
  2. M. Linden: Rehabilitations-Psychopharmakotherapie: Arzneimittelbehandlung chronifizierender und chronifizierter psychischer Syndrome. Deutscher Ärzteverlag, 2005, ISBN 3-7691-0473-0, (online)
  3. A. Zeeck, S. Grond, I. Papastavrou, S. C. Zeeck: Chemie für Mediziner. München 2010.
Affekt

Der Affekt ist eine vorübergehende Gemütserregung oder „Gefühlswallung“, die durch äußere Anlässe oder innere psychische Vorgänge ausgelöst wird. Anders als bei einer Stimmung ändert sich die Gefühlstönung dabei meist jedoch nur für kurze Zeit. Typische Affekte sind z. B. Zorn, Hass und Freude. Affekte haben eine Ausdrucksdimension, eine körperliche und eine motivationale Dimension. Ein Lächeln kann beispielsweise ein Ausdruck für den Affekt Freude sein, Erröten im körperlichen Bereich ist bezeichnend für den Affekt Scham. Der Impuls, mit der Faust auf den Tisch zu hauen, ist eine charakteristische Motivation aus dem Affekt Wut heraus.Allgemein wird darunter auch ein besonders intensiv erlebtes Gefühl verstanden, das mit deutlichen körperlichen Begleiterscheinungen verbunden ist. Oft typische Merkmale eines Affekts sind:

tiefes Erleben und eingeengtes Bewusstsein

verminderte willentliche Kontrolle (was Affekthandlungen begünstigen kann)schnell anspringende emotionale Reaktion auf einen situativen Reiz hin

wird also kurz und intensiv erlebt (im Vergleich zur Emotion)

ist schwer kontrollierbar und gegenstandsbezogen

geht mit einer starken Verhaltenstendenz einher.Affekt ist eine besondere Qualität des Fühlens. Die definierenden Merkmale sind eine relative Quantität (in Relation zur Grund) und eine allgemeine Erregung. Seine jeweilige Benennung (zum Beispiel Angst, Trauer, Neugier usw.) erhält der Affekt von der Emotion, die er in Gang bringt und der er sprachlich zugeordnet wird. So kann zum Beispiel Eifersucht nicht nur in Gestalt des Affektes auftreten, sondern auch als Gefühl, als Zwangsgedanke, als Motiv usw. Aus dem Kontext der sprachlichen Verwendung (zum Beispiel rasende Eifersucht) geht dann hervor, ob Affekt oder eine andere Qualität von Gemütsbewegung gemeint ist. Affektiv oder gefühlsbetont wird somit ein Verhalten genannt, das überwiegend von Gemütserregungen und weniger von kognitiven Prozessen bestimmt wird.Seit dem 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart wird Affekt als heftige Gemütsbewegung bezeichnet. Diese Festlegung auf heftig als definierendes Merkmal wird von der Psychologie nicht einhellig geteilt. Gegenwärtig wird hier für einen derartigen Affekt der Begriff Emotion bevorzugt (siehe Emotionstheorie).

Akute Belastungsreaktion

Die akute Belastungsreaktion (Abkürzung ABR, genauer: Reaktion auf akute Belastung; englisch acute stress disorder, ASD) ist eine Reaktion der menschlichen Psyche auf ein außergewöhnliches Belastungsereignis. Hierbei mangelt es der Psyche vorübergehend an einer Bewältigungsstrategie, demzufolge alle Verarbeitungsmechanismen zusammenbrechen.

Die akute Belastungsreaktion, wird in der WHO-Erkrankungsklassifikation ICD-10 kodiert, wird jedoch als normale Reaktion eingestuft.

Camille Mélinand

Camille Mélinand (* 1865; † 1951) war ein französischer Philosoph. Der Schüler von Émile Boutroux am Lycée Lakanal wurde später Professor für Philosophie.In Beiträgen für verschiedene französische Journale wie z. B. die Revue des Deux Mondes ging er der Frage nach, warum Menschen lachen, erröten oder Mitleid entwickeln.Sein Grab liegt in Paris auf dem Friedhof Père Lachaise.

Erythem

Erythem (Erythema, von altgriechisch ἐρύθημα erýthēma ‚Röte‘, ‚Entzündung‘) ist ein dermatologischer Ausdruck für eine Hautrötung bedingt durch eine Mehrdurchblutung aufgrund einer Gefäßerweiterung, gelegentlich auch aufgrund der Nebenwirkung von Arzneimitteln wie z. B. ACE-Hemmern.

Erythrophobie

Unter Erythrophobie (von griech. erythr- rot / rötlich und phobia Furcht) oder Errötungsangst versteht man die Angst vor dem Erröten, die das Ausmaß einer Phobie (Angststörung) erreicht. Umstritten ist unter Fachleuten, ob die Errötungsangst diagnostisch als Teil der sozialen Phobien, als spezifische Phobie oder als noch eine andere Störung einzuordnen ist.

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts war die Errötungsangst (wohl in der westlichen Welt) häufig und wurde breit diskutiert.

Flush

Flush (engl. flush für Rausch, Schwall, Spülung) steht für:

bei der Teeernte die Ernte im Frühling (first flush) oder im Frühsommer (second flush), siehe Tee#Qualität

eine Kartenhand beim Pokerspiel, siehe Hand (Poker)#Flush

eine Rötung der Haut oder die Gesichtsrötung, siehe Erröten und Sex flush

einen Begriff aus der Rechnerarchitektur, siehe Cache#Cache Flush

Flush (Roman), einen Roman von Virginia Woolf

Flush (Kansas), Ort in den Vereinigten StaatenSiehe auch:

Flasch

Karzinoid

Unter dem Begriff Karzinoid versteht man in der Medizin eine bestimmte Sorte von neuroendokrinen Tumoren (NET). Die typischen Symptome, die im Rahmen von Karzinoiden auftreten, werden in ihrer Gesamtheit auch als Karzinoidsyndrom bezeichnet (Synonyme: Steiner-Voerner-Syndrom oder Cassidy-Scholte-Syndrom).

Laropiprant

Laropiprant ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der Prostaglandin-Antagonisten. In Kombination mit dem zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen verwendeten Lipidsenkers Nicotinsäure soll er nicotinsäurebedingte Nebenwirkungen des Flush-Syndroms (Erröten) reduzieren. Der Zulassungsinhaber stellte den Vertrieb der in ca. 70 Ländern (in Europa unter dem Markennamen Tredaptive) zugelassenen Nicotinsäure-Laropiprant-Kombination weltweit ein, nachdem Ende 2012 Daten aus der kardiovaskulären Endpunktstudie HPS2-THRIVE mit Tredaptive bekannt wurden.

Nonverbale Kommunikation

Nonverbale Kommunikation (auch averbale Kommunikation, Verständigung ohne Worte) bezeichnet jenen Teil der zwischenmenschlichen Kommunikation, der nicht durch wörtliche Sprache vermittelt wird. Auch im Tierreich existieren Zeichensysteme und kommunikative Handlungen, die als Sprache bezeichnet werden. Der Begriff umfasst auch die Kommunikation zwischen Mensch und Tier (z. B. mit Haustieren), die nicht durch Worte von Menschen erfolgt. Nonverbale Kommunikation kann absichtlich (intentionell) oder unabsichtlich erfolgen. Auch die gesprochene Kommunikation hat nonverbale Aspekte (Parasprache).

Die ersten systematischen Untersuchungen, nämlich zu interkulturell universell ausgedrückten Basisemotionen, unternahm Charles Darwin.

Pentagastrin

Pentagastrin ist ein synthetisches Oligopeptid, das die gleiche Wirkung wie Gastrin hat, wenn es parenteral gegeben wird. Es stimuliert die Sekretion von Magensäure, Pepsin, und des intrinsischen Faktors.

Pentagastrin bindet an den Cholezystokinin-B Rezeptor, der von vielen Zellen im Gehirn exprimiert wird. Die Aktivierung dieses Rezeptors löst das Phospholipase C Second Messenger-System aus. Bei intravenöser Gabe können manchmal Panikattacken und gastrointestinale Beschwerden bis hin zum Erbrechen ausgelöst werden.

Radikal 155

Radikal 155 mit der Bedeutung „Zinnoberrot“ ist eines von 20 der 214 traditionellen Radikale der chinesischen Schrift, die mit sieben Strichen geschrieben werden.

Mit 6 Zeichenverbindungen in Mathews’ Chinese-English Dictionary gibt es sehr wenige Schriftzeichen, die unter diesem Radikal im Lexikon zu finden sind.

Das Radikal „rot“ nimmt nur in der Langzeichen-Liste traditioneller Radikale, die aus 214 Radikalen besteht, die 155. Position ein. In modernen Kurzzeichen-Wörterbüchern kann es sich an ganz anderer Stelle finden. Im Neuen chinesisch-deutschen Wörterbuch aus der Volksrepublik China steht es zum Beispiel an 190. Stelle.

Das Piktogramm stellt einen Menschen am Feuer dar. Die Siegelschrift-Form besteht aus zwei Komponenten: oben 大 (da = groß) und unten 火 (huo = Feuer): großes Feuer = rot.

Mit dem Fuß heißt das Radikal „nackte Füße“ und bezeichnet die Hilfsärzte, die auf dem Land den Bauern helfen, die bekannten „Barfußärzte“. „Rot“ mit „Kind“ bedeutet das „Neugeborene“, während „rotes Geschirr“ Terrakotta bezeichnet, weil der Lehm nach dem Brennen rot ist. 赤 ist also ein kombiniertes Zeichen.

Das Radikal 赤 stellt den Sinnzusammenhang rot her wie in 赧 (= vor Scham erröten), 赫 (he = auffällig wie rote Farbe), 赭 (= rotbraun).

In 赦 (= begnadigen) ist die rechte Komponente (攵, die Hand mit dem Stock) Sinn- und 赤 Lautträger.

Rot

Rot ist jener Farbreiz, der wahrgenommen wird, wenn Licht mit einer spektralen Verteilung ins Auge fällt, in der Wellenlängen oberhalb 600 nm dominieren. Während die meisten Säugetiere Probleme damit haben, die Farbe Rot wahrzunehmen, reagiert das menschliche Auge sehr empfindlich darauf. Entsprechend häufig findet diese Farbe Verwendung bei Warnsignalen.

Der Farbeindruck Rot entsteht bei Anregung der L-Zapfen. Rot kann in Richtung Blau oder Gelb tendieren, es kann heller oder dunkler sein. Orangerot wird wahrgenommen, wenn nur der langwellige Bereich des Spektrums wirksam ist; Magentarot, wenn noch ein kurzwelliger Anteil hinzukommt (Farbmischung).

Rumen

Rumen (bulgarisch Румен) ist ein männlicher Vorname bulgarischer Herkunft mit der Bedeutung „erröten“, „rot werden“, der insbesondere in Bulgarien vorkommt.

Schamgefühl

Scham ist ein Gefühl der Verlegenheit oder der Bloßstellung, das durch Verletzung der Intimsphäre auftreten kann oder auf dem Bewusstsein beruhen kann, durch unehrenhafte, unanständige oder erfolglose Handlungen sozialen Erwartungen oder Normen nicht entsprochen zu haben. Stolz wird als entgegengesetzter Pol zur Scham gesehen.Das Schamgefühl ist häufig von vegetativen Erscheinungen wie Erröten oder Herzklopfen (Palpitation) begleitet; manchmal auch von typischen körpersprachlichen Gesten wie dem Senken des Blickes.

Die Intensität der Empfindung reicht von flüchtiger Anwandlung bis zu tiefster Beklommenheit. Scham tritt zum Beispiel bei empfundener Entblößung oder einem Ehr- oder Achtungsverlust im sozialen Umfeld auf.

Scham kann auch durch Verfehlungen oder empfundene Unzulänglichkeit (Peinlichkeit) anderer ausgelöst werden, die einem gemeinschaftlich verbunden sind. Hierfür ist mitunter der Neologismus fremdschämen gebräuchlich, der 2009 in den Duden aufgenommen und 2010 in Österreich zum Wort des Jahres gekürt wurde. In der englischen Sprache werden in der Wissenschaftsliteratur seit den 1980er Jahren die Bezeichnungen vicarious embarrassment (stellvertretende Peinlichkeit) oder empathic embarrassment (empathische Peinlichkeit) verwandt.

Schuldgefühl

Das Schuldgefühl ist eine – normalerweise als negativ wahrgenommene – soziale Emotion, welche bewusst oder unbewusst, einer Fehlreaktion, Pflichtverletzung oder Missetat folgt. Mögliche körperliche Reaktionen (Erröten, Schwitzen, eventuell sogar depressive Verstimmung, Fieber oder Magenverstimmung) sind oft vergleichbar mit denen der Scham oder Angst, aber meist schwächer ausgeprägt. Schuld, Scham und Verantwortungsgefühl können leicht verwechselt werden, d. h. die Abgrenzung im Erleben des Individuums ist häufig schwierig. In der Fachliteratur wird Scham von Schuld mittels der Bewertungsgrundlage des Verhaltens abgegrenzt: Während Schuld nach Michael Lewis (2000) durch eine negative Bewertung eines spezifischen Verhaltens erzeugt wird („ich habe etwas Falsches getan“), wird Scham durch eine negative Bewertung des globalen Selbsts erzeugt („ich bin ein schlechter Mensch“). Auch die Attributionstheorien beschäftigen sich mit der Wirkung, je nachdem, ob einzelne gelungene oder misslungene Handlungen als indikativ für die ganze Person interpretiert werden.

In der ursprünglich auf Freud zurückgehenden Tiefenpsychologie wird das Schuldgefühl durch das „Über-Ich“ ausgelöst. Im Gegensatz dazu wird davon ausgegangen, dass Scham durch einen Vergleich mit dem Ichideal ausgelöst wird. Die Fähigkeit zum Erleben von Schuldgefühlen und deren Auslösbarkeit durch charakteristische aktuelle Lebensereignisse wird nach analytischen und tiefenpsychologischen entwicklungspsychologischen Theorien innerhalb charakteristischer Lebensphasen in der Kindheit erworben. Das Gefühl der Schuld wird nach Zinck zu den selbstreflexiven Emotionen oder nach Krause zu den me-emotions, weil sie in der Auseinandersetzung mit sich selbst und eigenen Wertmaßstäben entstehen. Während die Basisemotionen schon in den ersten Lebensmonaten zu beobachten sind, werden selbstreflexive Emotionen erst später erworben, etwa ab dem zweiten Lebensjahr, wenn Repräsentanzen des eigenen Selbst und von anderen vorhanden sind. Michael Lewis geht von einem Zeitraum zwischen dem zweieinhalbten und dritten Lebensjahr aus.

Sex flush

Als Sex flush oder Sex-flush (flush hier für englisch Erröten) bezeichnet man während der sexuellen Erregung auftretende Hautrötungen, die insbesondere im Gesicht, auf Bauch, Brust und Rücken auftreten, speziell während der Plateau- und Orgasmusphase des sexuellen Reaktionszyklus. Sie werden häufiger bei Frauen als bei Männern beobachtet.

Soziale Phobie

Soziale Phobien gehören innerhalb der Angststörungen zur Gruppe der Phobien. Das zentrale Merkmal sind ausgeprägte Ängste, in sozialen Situationen im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen und sich peinlich oder beschämend zu verhalten.

Im DSM-5 wird die Bezeichnung Soziale Angststörung benutzt, weil dadurch die Problematik (auch unter Ärzten) weniger bagatellisiert wird.

Trizyklisches Antidepressivum

Trizyklische Antidepressiva (TZA) sind eine Gruppe von Psychopharmaka, die vor allem eine antidepressive Wirksamkeit besitzen. Sie zeichnen sich durch eine stimmungsaufhellende Wirkung aus und zählen zu den schon am längsten angewandten Substanzen in der Behandlung von Depressionen.

Der Begriff trizyklisch rührt von ihrem charakteristischen chemischen Strukturfragment her, welches aus drei anellierten Ringen besteht. Tetrazyklische Antidepressiva weisen Parallelen in ihrer Molekülstruktur auf und enthalten ein Vierringsystem. Aufgrund gewisser Wirkungsähnlichkeiten werden die beiden Gruppen mitunter gemeinsam aufgeführt.

Überraschung

Mit Überraschung bezeichnet man das Erleben unvorhergesehener Situationen, Gefühle oder Begegnungen, unerwarteter Worte, Geschenke und Ähnliches. In der Zeitschrift New Scientist wurde Überraschung definiert als „Wechsel der Erwartung aufgrund des Eintreffens neuer Daten“.Fast immer löst Überraschendes Verwirrung und/oder eine heftige Emotion aus – und daher auch meistens spontane körperliche Reaktionen wie Blickwechsel oder Aufschauen, Erröten, Lachen, Hand-, Kopf- oder Fußbewegungen, Zucken und so weiter.

Die ausgelösten Gefühle können angenehm (hell, warm) oder unangenehm (dunkel, abwehrend usw.) sein – je nach Situation, Menschentyp, persönlicher Verfassung oder auslösender Person. Dieses kann unkontrollierte Ausrufe zur Folge haben.

Überraschungen dürften aber auch für Tiere nicht fremd sein und werden oft – wie auch beim Menschen in Gefahrensituationen – durch Schutz-Instinkte oder Reflexe beantwortet.

Die Taktik, einen Gegner zu überraschen, bringt militärische Vorteile. Siehe dazu Überraschung (Militär).

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