Erdrutsch

Ein Erdrutsch ist das Abgleiten größerer Erd- und Gesteinsmassen, meistens ausgelöst durch starke Niederschläge (langandauernder Regen oder Starkregen) und das dadurch bedingte Eindringen von Wasser zwischen vorher gebundene Bodenschichten. Durch die Schwerkraft und die Verminderung der Haftreibung zwischen den Bodenschichten rutscht der Hang (bei ausreichend großer Hangneigung) ab. Ein großer Erdrutsch wird auch Bergrutsch genannt; wenn kleine Flächen betroffen sind, auch Hangrutsch oder Hangrutschung.

Ein Erdrutsch unterscheidet sich vom Bergsturz durch die geringere Geschwindigkeit.

Landslide animation San Matteo County
Computersimulation: Hangrutsch im San Mateo County bei San Francisco, 1997

Ursachen

Landslide
Hangrutsch am Karakorum Highway, Westchina
Doren Vlbg2
Hangrutsch in Doren im österreichischen Vorarlberg

Die häufigste Ursache ist, dass der Erdboden am Hang zu große Mengen an Wasser, beispielsweise infolge heftiger Gewitterregen oder durch Schneeschmelze, aufgenommen hat. Wegen zu geringer innerer Haftreibung folgt daraus ein Verlust der Stabilität entlang einer sich ausbildenden Gleitfuge.

Andere mögliche Ursachen sind:

Das Risiko eines Erdrutsches ist abhängig von:

  • der Wasserdurchlässigkeit und Wasseraufnahmefähigkeit der Bodenschichten,
  • dem Gefälle des Geländes,
  • dem Vorhandensein oder Fehlen einer schützenden Vegetation, deren Durchwurzelung die Bodenkrume zusammenhält,
  • dem Vorhandensein rutschiger Grenzflächen, beispielsweise entlang von Tonschichten.

Formen des Erdrutsches

Ein Erdrutsch bewegt sich meist in komplexer, rotierender Bewegung nach unten. Je nach Entstehungsort können auch Bäume, Eis- oder Schneemassen oder Bestandteile menschlicher Bauwerke zum Materialstrom beitragen.

Besondere Formen des Erdrutsches sind:

  • Der Erdschlipf oder die Rutschung, bei der Erdmaterial entlang einer Schwächezone als Block abrutscht
  • Die Sackung oder Rotationsrutschung, bei der ein Bodenkörper in einer kreisförmigen Bahn um eine zum Hang orthogonale Achse abgleitet
  • Die Hangmure, bei der als Folge von starken Niederschlägen Wasser gesättigtes Erdmaterial spontan abrutscht und in Form eines Murgangs relativ weite Strecken zurücklegt
  • Der Schuttstrom, bei dem Wasser und Schutt plötzlich und kanalisiert (z. B. in einem Bachbett) freigesetzt werden (Murgang)

Beispiele für Erdrutsche

Typ Datum Ort Ursache / Auslöser Schäden
Erdrutsch 1920 Gansu, China Erdbeben Beim Erdbeben von Gansu gab es insgesamt mehr als 200.000 Tote
Erdrutsch 22. April 1980 Thanheimer Steige am Albtrauf zwischen Bisingen und Albstadt-Onstmettingen, Baden-Württemberg, Deutschland Durch das Zusammentreffen von Schneeschmelze und starken Regenfällen zerstörte ein starker Erdrutsch auf einer Fläche von rund 16 Hektar den kompletten Straßenverlauf. Der Albaufstieg musste über drei Jahre gesperrt und vollständig erneuert werden.
Steinrutschung 12. April 1983 am „Hirschkopf“ am Albtrauf bei Mössingen, Baden-Württemberg, Deutschland Auf einer Fläche von rund 50 Hektar brachen fünf bis sechs Millionen Kubikmeter Gestein ab und rutschten samt Wald und Waldweg in die Tiefe, ein Vorgang, der schon seit Jahrtausenden den Trauf der Schwäbischen Alb, der einstmals bis in die Nähe von Stuttgart reichte, immer weiter zurückweichen lässt.
Bergrutsch Abend des 11. Dezember 2004[1] Steinbruch Steinbergen, Steinbergen, Niedersachsen, Deutschland Ein etwa 300 m langer und bis zu 50 m breiter keilförmiger Block rutschte aus dem Kamm des Messingberges (Wesergebirge/Niedersachsen) nach Norden ab. Felsmassen in der Größenordnung von ca. einer Million Tonnen stürzten lawinenartig bis zu 300 m weit in den vorgelagerten Steinbruch. Tiefe Risse und Spalten haben sich auch auf der Südseite des Berges gebildet. Weitere Klippenformationen (Mönch und Nonne), die den Kamm bilden, sind gefährdet ebenso abzurutschen. Negative Auswirkungen auf wertvolle Wald- und Naturbereiche dieses touristisch genutzten Erholungsraumes im Weserbergland sind zu erwarten.
Erdrutsch Morgen des 18. Juli 2009 gegen ca. 4:40 Uhr Concordiasee im Harzvorland in Sachsen-Anhalt Kleines Erdbeben Ein etwa 350 mal 150 Meter breiter Landstreifen rutschte in den entstehenden See beim großen Erdrutsch am Concordiasee.
Erdrutsch 22. November 2015 Kachin-Staat, Myanmar Raubbau – statische Mängel einer Abraumhalde Bei einem Erdrutsch der Abraumhalde einer Jade-Mine Norden Myanmars kamen 114 Menschen ums Leben. Ein circa 300 Meter hoher Abraumhügel rutschte ab und begrub knapp 50 Häuser. Der Großteil der Toten waren Dorfbewohner, welche die riesige Halde der Jade-Mine durchsuchten.[2]
Erdrutsch 20. Dezember 2015 Shenzhen, Gewerbegebiet Neu-Guangming, China Anhaltende Regenfälle Aus einem künstlichen ca. 100 Meter hohen Abfallberg löste sich eine Schlammlawine, die eine Fläche von über 380.000 Quadratmetern bedeckte; über 85 Menschen wurden seither vermisst.
Erdrutsch 25. Dezember 2015 Kachin-Staat, Myanmar Raubbau – Statische Mängel einer Abraumhalde Nach dem schweren Erdrutsch des Abraumhügels einer Jade-Mine am 22. November 2015 kamen bei einem weiteren Erdrutsch mindestens 50 Menschen ums Leben.[3]
Erdrutsch 16. Mai 2015 Salgar, Kolumbien Anhaltende Regenfälle Nach einem Erdrutsch mit Schlammlawine und Überschwemmung starben 58 Menschen, weitere 37 Personen wurden verletzt. Bei einem gleichgelagerten Erdrutsch im Jahre 1966 kamen in Salgar über 100 Menschen ums Leben.[4][5]
Erdrutsch 24. Juni 2017 Diexi, Sichuan, China Anhaltende Regenfälle Nach einem Erdrutsch mit Schlammlawine und Überschwemmung wurde die 62 Häuser des Dorfes Xinmo verschüttet. 15 Leichen wurden geborgen und 118 Menschen werden noch vermisst.[6][7]
Landslide Lago-Maggiore
Durch Hangrutschungen geformtes Ufer des Lago Maggiore

Mögliche Gegenmaßnahmen

Hangrutschungen lassen sich kaum verhindern, aber bei nicht allzu großen Erdmassen oder langsamer Bewegung in ihrer Wirkung mildern. Wichtigster Punkt dabei ist, das Wasser aus dem Hang zu entfernen. Dabei gibt es unterschiedliche Maßnahmen, unter anderem:

  • Einbauen von Drainagen, entweder oberflächenhaft oder tief in den Untergrund hinein (z. B. Drainageanker);
  • vorbeugende Einbauten in den gefährdeten Untergrund – analog zur Wildbach- und Lawinenverbauung;
  • kurzfristige Stabilisierung bewegter Hänge durch Beton- und Stahlbewehrung (z. B. Panzerigel);
  • bei kleinen Ausmaßen auch Stabilisierung durch Sandsäcke;
  • großflächiges Abdecken kritischer Hangbereiche durch Planen, um weiteres Eindringen von Regenwasser zu verhindern.
  • Ein Schutzwald bietet häufig eine wirksame Sicherung. Die Wurzeln der Bäume verfestigen den Boden und regulieren den Wasserhaushalt (siehe auch Durchwurzelung).
  • Auch Rasensaaten stabilisieren den Hang mit ihren feinen und stark verzweigten Wurzeln.
  • Abflachen des Hangs.

Diese Maßnahmen sind jedoch machtlos gegen Erdrutsche, bei denen sich Millionen Kubikmeter Erde lösen. Die beste Maßnahme gegen diese Erdrutsche ist die Vorbeugung.

  • Verbote hindern Menschen daran, in gefährdeten Gebieten zu siedeln.
  • Aufmerksamkeit kann eine Vorwarnzeit bis zum tatsächlichen Erdrutsch gewährleisten und eine rechtzeitige Evakuierung ermöglichen.

Tsunamis durch Erdrutsche

Ein Erdrutsch ist eine häufig vorkommende, aber in der Regel lokale Naturkatastrophe. Auf das betroffene Ökosystem wirkt er als Störung und öffnet Rohboden für die Wiederbesiedelung sowie einen Neustart der Sukzession.

Erdrutsche im Meer oder in Seen können dagegen Tsunamis auslösen und dadurch auch in größerer Entfernung Zerstörungen verursachen. Bei entsprechender Größe des Erdrutsches kann die Flutwelle an benachbarten Küstenhängen Höhen von mehreren hundert Metern erreichen (Megatsunami).[8]

Vor den Inseln Hawaiis befinden sich große Schuttfächer, die durch Flankenabbrüche der Vulkane entstanden sind. Flankenabbrüche mit gefährlichen Tsunamis gibt es dort nach Schätzungen von Wissenschaftlern etwa alle 100.000 Jahre.[9]

Erdrutsche mit Tsunamis sind in der Liste von Tsunamis, andere sind in der Liste von Lawinen und Erdrutschen, Bergstürzen angegeben.

Literatur

  • Kyoji Sassa, Badaoui Rouhban, Sálvano Briceño (Hrsg.): Landslides : global risk preparedness. Springer, Berlin/ Heidelberg 2013, ISBN 978-3-642-22086-9.

Vergleiche

Weblinks

Einzelnachweise

  1. bergrutsch-steinbergen.de
  2. Tagesschaubericht Abraumhalde begräbt Dutzende Menschen aufgerufen am 27. Oktober 2016
  3. Tagesschaubericht Dutzende Tote in Jade-Mine befürchtet aufgerufen am 27. Oktober 2016
  4. Viele Tote nach Erdrutsch in Kolumbien in Zeit online vom 19. Mai 2016, aufgerufen am 27. Oktober 2016
  5. Anja Bosch, Kolumbien -das Eldorado des Kaffees in Seeberger Kaffeesatz - Juli 2016, 14. Ausgabe, aufgerufen am 27. Oktober
  6. Als hätte es das Dorf nie gegeben: Erdrutsch in China löscht einen ganzen Ort aus. Jetzt droht neue Gefahr, Augsburger Allgemeine, 26. Juni 2017
  7. China: Kaum noch Hoffnung für Vermisste nach Erdrutsch, Hamburger Abendblatt, 26. Juni 2017
  8. World's Tallest Tsunami geology.com – 524 m hoch, im Lituya Bay, Alaska, 9 Juli 1958.
  9. Peter Cervelli: Die Bedrohung durch stille Erdbeben. In: Spektrum der Wissenschaft. Juni 2004 (PDF)
Alleghe

Àlleghe (ladinisch Àlie) ist eine Gemeinde mit 1194 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017) in der italienischen Provinz Belluno, Region Venetien, südwestlich von Cortina d’Ampezzo. Der Name Alleghe leitet sich von lateinisch alica (von alicarius = Scheune) ab.

Antrona Schieranco

Antrona Schieranco (lombardisch Antruna-S'ceranch) ist eine Gemeinde in der italienischen Provinz Verbano-Cusio-Ossola (VB) in der Region Piemont.

Britische Unterhauswahl 2001

Die britische Unterhauswahl 2001 vom 7. Juni 2001 wurde von den Medien auch als „stiller Erdrutsch“ bezeichnet. Nachdem die Labour Party bei der Wahl 1997 einen erdrutschartigen Sieg errungen hatte, konnte sie 2001 ihren Sieg wiederholen und ihren großen Vorsprung halten. Tony Blair war der erste Premierminister der Labour Party, der nach einer vollen Amtszeit wiedergewählt wurde. Die Mehrheit für Labour schrumpfte nur unwesentlich von 179 auf 167 Sitze.

Diese Wahl war von großer Stabilität geprägt. 620 der 641 Sitze in England, Wales und Schottland blieben bei derselben Partei wie 1997. Die Conservative Party konnte netto nur einen Sitzgewinn verbuchen und ihr katastrophales Ergebnis von 1997 nur marginal verbessern. Die Liberal Democrats gewannen sechs Sitze dazu und waren mit total 52 Sitzen so gut wie seit den 1920er Jahren nicht mehr, als sie letztmals in der Regierung waren.

Ursprünglich war die Wahl für den 3. Mai vorgesehen. Doch aufgrund der Maul- und Klauenseuche, von der Großbritannien damals stark betroffen war, ordnete Premierminister Tony Blair eine Verschiebung um einen Monat an. Die Wahl stieß bei der Bevölkerung auf geringes Interesse. Die Wahlbeteiligung betrug nur gerade 59 %, der tiefste Wert seit 1918. Labour hatte in den Meinungsumfragen einen derart komfortablen Vorsprung, dass einige Buchmacher die Gewinne für Wetten auf einen Labour-Wahlsieg bereits vor dem Wahltag auszahlten.

In Nordirland war die Wahl weitaus spannender. Dabei gewannen diejenigen Parteien, die das Karfreitagsabkommen bekämpften. Die moderaten Parteien UUP und SDLP verloren Sitze an die extremen Parteien DUP und Sinn Féin. Die UK Unionist Party verlor ihren einzigen Sitz.

Bureja (Fluss)

Die 623 km lange Bureja (russisch Бурея) ist ein linker Nebenfluss des Amur im Fernen Osten Russlands (Asien).

Concordiasee (Seeland)

Der Concordiasee (lat. concordia „Eintracht“) ist der größte künstliche See im Harzvorland in Sachsen-Anhalt. Er befindet sich etwa acht Kilometer nordwestlich von Aschersleben und grenzt unmittelbar an die zur Stadt Seeland gehörenden Ortsteile Nachterstedt im Süden und Schadeleben im Norden.

Curio TI

Curio ist eine politische Gemeinde im Kreis Magliasina des Bezirks Lugano innerhalb des Schweizer Kantons Tessin.

Dadu He

Der Dadu He oder Dadu-Fluss (chinesisch 大渡河, Pinyin Dàdù Hé, W.-G. Tatu Ho) ist ein Nebenfluss des Min Jiang, des wasserreichsten Nebenflusses des Jangtsekiang.

Seine Länge beträgt 1155 km, sein Einzugsgebiet umfasst 92.000 Quadratkilometer.

Er ist auch unter der engl. Bezeichnung Tatu River bekannt. Er fließt durch den Westen Sichuans. Eine berühmte Station ist dort die Luding-Brücke. Die Mündung des Dadu in den Min markiert der Buddha von Leshan.

Bei der als Folge des Erdbebens im Süden von Kangding (1. Juni 1786) verursachten Katastrophe brach am 10. Juni 1786 ein durch einen Erdrutsch entstandener Damm, der den Fluss gestaut hatte. Etwa 50 Millionen Kubikmeter Wasser bahnten sich den Weg durch die Landschaft

und verwüsteten über eine Länge von 1.400 Kilometern das Land. Etwa 100.000 Menschen starben.Das Wasserkraftwerk Dagangshan (大岗山水电站) wird nach seiner Fertigstellung 2014 eine Gesamtkapazität von rund 2600 Megawatt haben.

Futtermauer

Eine Futtermauer ist eine Stützwand, mit der steile Hänge verkleidet werden. Anders als freistehende Mauern und Wände von Häusern sind Futtermauern auf einer Seite in Kontakt mit dem Erdreich. Sie dienen zum Schutz gegen Erdrutsch und Steinschlag. Je nach Konstruktion können Futtermauern erhebliche seitliche Lasten aufnehmen.

Hunza (Fluss)

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Der Hunza oder Hunsa (Urdu دریائے ہنزہ) ist ein etwa 190 km langer Nebenfluss des Gilgit in Pakistan. Er entsteht im Karakorum am Zusammenfluss von Kilik und Kunjirap und mündet, nachdem er den Karakorum durchbrochen hat, in den Gilgit.

Kamtschatka

Kamtschatka (russisch Камчатка) ist eine Halbinsel in Nordostasien. Sie gehört zur Region Kamtschatka im Föderationskreis Ferner Osten der Russischen Föderation.

1996 wurde die Vulkanregion von Kamtschatka, die größtenteils als Naturpark ausgewiesen ist, von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt.

Massenstrom

Unter einem Massenstrom, auch Massendurchsatz, versteht man die Masse eines Mediums, das sich pro Zeitspanne durch einen Querschnitt bewegt.

Der Massenstrom wird in Kilogramm je Sekunde angegeben, auch je Minute oder Stunde bei langsamem Fluss.

Der Massenstrom

ist in der Strömungslehre berechenbar durch

mit

: Dichte des Mediums in kg/m³,
: mittlere Strömungsgeschwindigkeit in m/s,
: Querschnittsfläche in m²,
: Volumenstrom in m³/s,
: spezifisches Gewicht in N/m³ = kg/(m²s²) und
: Fallbeschleunigung in m/s².

Bei der Dichte ist zu beachten, dass bei Gasen (also kompressiblen Medien) die Rechnung durch die möglichen Volumenänderungen erweitert werden muss. Die mittlere Strömungsgeschwindigkeit wird über Integration ermittelt, siehe dazu Volumenstrom. Zur Messung des Durchflusses gibt es verschiedene Messverfahren.

Beispiele von Massenströmen: Wind, Abgasmassenstrom, Fluss, Meeresströmung, Bergsturz, Erdrutsch, Körnerstrom, Schuttstrom, Pyroklastischer Dichtestrom

Nachterstedt

Nachterstedt ist ein Ortsteil der Stadt Seeland im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Neufundlandbank

Die Neufundlandbank (engl.: Grand Banks) ist eine Gruppe von Unterwasserplateaus südöstlich von Neufundland auf dem nordamerikanischen Kontinentalschelf. Das Gebiet ist bekannt für hohen Seegang.

In Tiefen von 25 bis 100 Metern treffen dort der kalte Labradorstrom und der warme Golfstrom aufeinander. Das Zusammentreffen dieser beider Ströme und die Lage am Schelf hat zur Folge, dass vermehrt Nährstoffe an die Oberfläche gespült werden. Diese Bedingungen tragen dazu bei, dass die Neufundlandbank zu den reichsten Fischgründen der Erde zählt. Fischarten wie der Kabeljau, Schellfisch, aber auch Kammmuscheln und Amerikanischer Hummer werden gefangen. Nach Zeiten der extensiven Überfischung gelten seit den 1990er Jahren strenge Regeln der kanadischen Regierung, um dem Fischbestand Zeit zur Erholung zu geben.

Zusätzlich zum Fischreichtum verursacht das Aufeinandertreffen des kalten und warmen Stromes vermehrt Nebel. Hinzu kommen gelegentlich Eisberge und der starke Verkehr auf der transatlantischen Schiffsroute, der die Neufundlandbank zu einem gefährlichen Gebiet für Kapitäne macht.

Hier ist auch der Fischtrawler Andrea Gail verschwunden.

Am 18. November 1929 ereignete sich ein Seebeben mit der Stärke 7,2 nach Richter im südwestlichen Teil der Neufundlandbank. Der daraus resultierende Erdrutsch verursachte große Schäden an den Transatlantischen Telefonkabeln. Hinzu kam ein seltener atlantischer Tsunami, welcher auf die Südküste Neufundlands traf und bei dem 27 Menschen ihr Leben verloren.

Auch Erdölvorkommen wurden auf der Neufundlandbank entdeckt. Zu den größten Erdölfeldern zählen die Projekte Hibernia, Terra Nova und White Rose. Die Erdölförderung musste 1982 jedoch einen Rückschlag hinnehmen, als die Bohrinsel Ocean Ranger in einem starken Wintersturm sank.

In den frühen Morgenstunden des 11. September 1995 wurde über der Neufundlandbank eine der höchsten Wellen überhaupt gesichtet. Das Passagierschiff Queen Elizabeth 2 wurde auf dem Weg nach New York von einer 33 Meter hohen Monsterwelle getroffen, die durch den ungewöhnlich weit in den Nordatlantik gezogenen Hurrikan Luis verursacht worden war.

Route nationale 91

Die Route nationale 91, kurz N 91 oder RN 91, war eine französische Nationalstraße.

Die Straße wurde 1824 zwischen Vizille und Briançon festgelegt wurde. Sie geht auf die Route impériale 110 zurück. Ihre Länge betrug 99 Kilometer. Sie erfuhr immer wieder örtliche Verlegungen durch Umgehungsstraßen, Bau des Barrage du Chambon und ähnlichem. 2006 wurde sie abgestuft. Die Straße durchquerte den Tunnel du Grand Clot, der 1971 in Betrieb ging. Die Straße wurde oft für die Tour de France benutzt, da von ihr die Straßen nach Alpe-d’Huez und Les Deux-Alpes abzweigen, welche öfter Ziele der Etappen sind, sowie auch die Straße zum Col du Galibier abzweigt.

Am 10. April 2015 wurde die Strasse am Lac du Chambon gesperrt, da durch einen Erdrutsch der Grand tunnel du Chambon wegen Einsturzgefahr nicht befahrbar war. Nach Anlegen eines Bypasses ist die Strasse seit 15. Dezember 2017 wieder uneingeschränkt befahrbar.

Steinschlag

Unter Steinschlag versteht man meist den Niedergang von Steinen als Geröll oder Schutt an einem Hang.

Steinschlag kann unterschiedliche Ursachen haben:

Erosion und Verwitterung

Regenwasser oder Schmelzwasser kann Gestein bewegen

Durch Tiere, unachtsame Wanderer oder Kletterer können Steine losgetreten werdenWenn größere zusammenhängende Felspartien abbrechen, spricht man nicht mehr von Steinschlag, sondern von einem Felssturz. Einen umfangreicheren, meist rutschenden und eher lawinenähnlichen Abgang von Fels und Erdmassen bezeichnet man hingegen als Erdrutsch oder Bergrutsch.

Sturzflut

Als Sturzflut (englisch flash flood) wird eine plötzliche Überschwemmung bezeichnet, die meist mit einem nachfolgenden plötzlichen Hochwasser verbunden ist.

Von einer Sturzflut oder plötzlichen Überschwemmung spricht man, „[…] wenn innerhalb von sechs Stunden nach einem starken Regenereignis oder aber einem Deichbruch bzw. nach dem Durchbruch einer anderen Barriere (Erdrutsch, Eisdamm), plötzlich riesige Wassermassen über ein Gebiet hereinbrechen.“

Vajont

Vajont (furlanisch Vaiont) ist eine Gemeinde mit 1677 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017) in der italienischen Region Friaul-Julisch Venetien. Die Gemeinde wurde für die Überlebenden der Katastrophe von Longarone etwa 50 Kilometer südöstlich vom Ort des Unglücks entfernt erbaut und 1971 eingeweiht. Die Überflutung, die etwa 2000 Menschen das Leben kostete, war durch einen Erdrutsch am Monte Toc ausgelöst worden, der den Vajont-Stausee zum Überlaufen brachte.

Das Gebiet der Gemeinde liegt auf einer Höhe von 287 m und umfasst eine Fläche von 1,58 km². Nachbargemeinden sind Maniago und Montereale Valcellina.

Valdisotto

Valdisotto ist eine norditalienische Gemeinde (comune) mit 3601 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017) in der Provinz Sondrio in der Lombardei.

Wahl zum Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten 1910

Am 8. November 1910 wurden in den Vereinigten Staaten die Abgeordneten des Repräsentantenhauses gewählt. In den Staaten Maine und Vermont fanden die Wahlen bereits im September statt. Die Wahl war Teil der allgemeinen Wahlen zum 62. Kongress der Vereinigten Staaten in jenem Jahr, bei denen auch ein Drittel der US-Senatoren gewählt wurden. Da die Wahlen etwa in der Mitte der Amtszeit des Republikanischen Präsidenten William Howard Taft stattfanden (Midterm Election), galten sie auch als Votum über die bisherige Politik des Präsidenten.

Zum Zeitpunkt der Wahlen bestanden die Vereinigten Staaten aus 46 Bundesstaaten. Die Zahl der zu wählenden Abgeordneten war 394. Die Sitzverteilung basierte auf der Volkszählung von 1900.

Bei der Wahl konnten die Demokraten einen Zugewinn von 58 Sitzen verbuchen während die Republikaner 57 Mandate verloren. Das Wahlergebnis kam einem politischen Erdrutsch zu Gunsten der Demokraten gleich. Erstmals seit 16 Jahren konnten sie die Mehrheit im Repräsentantenhaus erringen. Ein Grund für das Wahlergebnis lag in der inneren Zersplitterung der Republikaner. Dort gab es unter anderem einen progressiven und einen konservativen Flügel. Präsident Taft, der dem konservativen Flügel angehörte, schaffte es nicht zwischen den beiden Lagern zu vermitteln. Der progressive Flügel wurde vom ehemaligen Präsidenten Theodore Roosevelt angeführt. Diese innere Zerrissenheit der Republikaner führte zwei Jahre sogar zu einer Abtrennung des progressiven Flügels. Auf der anderen Seite demonstrierten die Demokraten Geschlossenheit, die die Wähler honorierten. Bemerkenswert ist noch, dass mit Victor L. Berger aus Wisconsin erstmals ein Mitglied der Sozialistischen Partei Amerikas in das Repräsentantenhaus gewählt wurde.

Wahlberechtigt und wählbar waren nur Männer. Frauen waren noch bis 1920 auf Bundesebene von Wahlen ausgeschlossen. Vor allem in den Südstaaten war das Wahlrecht durch Gesetze eingeschränkt, die das Wahlrecht an ein bestimmtes Steueraufkommen knüpften. Dadurch wurden ärmere Weiße, vor allem aber viele Afro-Amerikaner vom Wahlrecht ausgeschlossen.

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