Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers

Die Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers (Enzyklopädie oder ein durchdachtes Wörterbuch der Wissenschaften, Künste und Handwerke) ist eine französischsprachige Enzyklopädie, die wohl berühmteste frühe Enzyklopädie im heutigen Verständnis.[1] Sie entstand unter der Herausgeberschaft von Denis Diderot und Jean Baptiste le Rond d’Alembert und enthält Beiträge weiterer 142 Bearbeiter, der sogenannten Enzyklopädisten. Vor allem sei hier Louis de Jaucourt erwähnt. Der erste Band erschien im Jahr 1751. 1780 wurde die Reihe mit dem 35. und letzten Band abgeschlossen.

Die Encyclopédie ist eines der Hauptwerke der Aufklärung. Sie umfasst mehr als 70.000 Artikel.

Im Nachfolgewerk, der Encyclopédie méthodique, erfuhr die Encyclopédie eine Neubearbeitung, Erweiterung und Neuaufteilung in verschiedene Fachlexika. Zwischen 1782 und 1832 erschienen 166 Bände, herausgegeben von dem Verleger Charles-Joseph Panckoucke und Thérèse-Charlotte Agasse.

Ein weiteres Nachfolgewerk war die Encyclopédie d’Yverdon des Fortunato Bartolomeo de Felice (1723–1789), die als Quartausgabe in der Zeit von 1770 bis 1780 erschien.

Encyclopedie de D'Alembert et Diderot - Premiere Page - ENC 1-NA5
Titelseite des ersten Bandes der Encyclopédie von 1751
Essai d'une distribution généalogique des sciences et des arts principaux, 1780
Schema des menschlichen Wissens: Baum des Wissens

Zielsetzung

Encyclopédie de Diderot, plate 1-143
Anatomische Zeichnung zur Darstellung der Muskulatur

Die Grundidee der Encyclopédie und ihrer Herausgeber war, das gesamte Wissen der Zeit zu sammeln und der Welt öffentlich zugängig zu machen. Dazu Diderot im Artikel Encyclopédie:

Bemerkenswert ist hierbei, dass Diderot es sich nicht nur zum Ziel gemacht hat, das Wissen des gebildeten Bürgertums zu sammeln, sondern das aller Menschen. So soll die Encyclopédie nicht nur die Kenntnisse eines kleinen Kreises zusammenfassen und bereitstellen, sondern auch das Wissen der einfachen Leute aufnehmen und darstellen. Und obwohl Diderot und d’Alembert selbst dem Bürgertum angehörten und wohl auch der deutliche Großteil der Leserschaft aus dem Bürgertum stammte, haben die Herausgeber sich darum bemüht, ihr Sammelwerk durch Artikel von Handwerkern zu bereichern. So soll zum Beispiel der Artikel zum Uhrenhandwerk (franz.: horlogerie) von einem einfachen Uhrmacher beigetragen worden sein.

Die Absichten der Herausgeber zielten jedoch über eine bloße Darstellung des Wissens hinaus. Schon der Titel umschreibt Encyclopédie als dictionnaire raisonné, also ein nach Maßgabe der Vernunft aufgebautes, kritisch durchdachtes Wörterbuch. Diderot beschrieb das Konzept bereits in seinem Prospectus von 1750:

Seiner Freundin Sophie Volland schrieb Diderot 1762: „Dieses Werk wird sicher mit der Zeit eine Umwandlung der Geister mit sich bringen, und ich hoffe, dass die Tyrannen, die Unterdrücker, die Fanatiker und die Intoleranten dabei nicht gewinnen werden. Wir werden der Menschheit gedient haben […]“.[3]

Das Werk ist die letzte bedeutende Enzyklopädie, die auf einem Baum des Wissens nach Art Francis Bacons aufbaut, aber bereits an bedeutsamen Stellen von diesem abweicht; sie leitet damit einen „erkenntnistheoretischen Richtungswechsel [ein], der die Topographie allen menschlichen Wissens verwandelte“ (Robert Darnton).[4]

Die Herausgeber erhoben den Anspruch, die gesamten menschlichen Aktivitäten am Maßstab der Vernunft zu messen und hinterfragbar zu machen. Sie traten für Gleichberechtigung ein, d. h. niemand sollte über andere Menschen herrschen. Versteckt, aber deutlich war in der Encyclopédie Kritik an Staat und Kirche zu finden, ohne dass sich Diderot dem Vorwurf des „Unglaubens“ aussetzen musste. Die Buchhändler konnten stets auf die Ausgewogenheit des Werkes verweisen, während das gebildete Publikum zwischen den Zeilen zu lesen verstand.

Sowohl die Methoden Thomas von Aquins als auch René Descartes’ werden verworfen und einzig die empiristische Herangehensweise John Lockes („Erkenntnis durch Erfahrung“) und Isaac Newtons als maßgeblich angesehen. Auch der Slogan „Wissen ist Macht“ von Francis Bacon wurde immer mehr zum Leitbegriff.

Aufbau

ENC SYSTEME FIGURE.jpeg
Schematische Darstellung der menschlichen Wissensgebiete am Beginn von Band 1. Gleiches Schema in deutscher Übersetzung
Camera obscura
Zeichnerische Darstellung einer Camera obscura
Herstellung-eines-Kupferstichs
Herstellung eines Kupferstichs

Die 17 Textbände der Encyclopédie enthalten auf rund 18.000 Seiten 71.818 Artikel. Der Text umfasst 20.736.912 Wörter, davon 391.893 verschiedene. Diese Menge machte eine gut strukturierte Ordnung bzw. ein System erforderlich. Da die Encyclopédie darauf abzielte, alle Wissenschaftsbereiche zu erklären, wurden in jedem Band ein paar wenige, immer unterschiedliche Bereiche durchgenommen, wobei die Artikel untereinander alphabetisch geordnet waren.

Ein weiterer Schwerpunkt der Encyclopédie waren Abbildungen, die sehr exakt und detailgetreu gezeichnet wurden. Das waren zum Beispiel anatomische Schnitte durch Lebewesen, Monumente, damals bekannte Ruinen, Kunstwerke, Architektur oder Alltagsgegenstände.[5]

Die elf zusätzlichen Bildtafel-Bände enthalten auf rund 7.000 Seiten 2.885 Kupferstiche und 2.575 Erläuterungen.

Publikationsgeschichte

Anfänge

Bereits 1695 bis 1697[6] erschien Pierre Bayles historisch-kritisches Lexikon Dictionnaire historique et critique, aus dem Denis Diderot den Artikel Skeptizismus in die Encyclopédie aufnahm. 1728 hatte Ephraim Chambers in England mit beachtlichem Erfolg die zweibändige Enzyklopädie Cyclopaedia herausgegeben.

Ab 1743 verfolgten der Engländer John Mills und der Deutsche Gottfried Sellius ein Projekt, das die Übersetzung der Cyclopaedia ins Französische und die Erweiterung auf ein fünfbändiges Werk zum Ziel hatte. Dafür arrangierten sie sich mit dem französischen Verleger André-François Le Breton, der das zwingend erforderliche königliche Privileg zum Druck eines derartigen Werkes zu besorgen hatte. Er erhielt dieses 1745 als sein persönliches (vererbbares) Eigentum, hinterging dabei also seine Partner.[7][8]

Als die fünf Foliobände im Manuskript annähernd vorlagen, überwarf sich Mills mit seinem Verleger Breton. Um das Werk zu retten, gewann dieser den als Übersetzer und Mathematiker bekannten Abbé Jean Paul de Gua de Malves. Der schlug eine gründliche Neubearbeitung vor, scheint dann jedoch keine weitere Leistung erbracht zu haben. Daraufhin wandte sich Le Breton an Denis Diderot, der die Arbeit in Angriff nahm.[7]

Le Bretons wirtschaftliche Kapazität wurde dem neuen Riesen-Projekt nicht gerecht und Diderots Kenntnisse genügten nicht, um die Bereiche Physik und Mathematik adäquat abzudecken. Der Verleger brauchte also Geldgeber, Diderot einen kompetenten Partner, den er in d’Alembert fand. Ab 1750 arbeitete unter Diderot eine Gruppe von Enzyklopädisten (139 weitere sind namentlich bekannt, darunter Louis de Jaucourt, Melchior Grimm, Jean-François Marmontel, Montesquieu, d’Holbach, Quesnay, Jean-Jacques Rousseau, Turgot und Voltaire). Die Unternehmung wurde nochmals verzögert, weil Diderot 1749 wegen seiner Publikation Lettre sur les aveugles eine mehrmonatige Haftstrafe abzusitzen hatte und erst auf Bitten der Verleger freikam.[7]

Probleme

Die Autoren der Encyclopédie nahmen allesamt in unterschiedlicher Weise eine kritische Haltung gegenüber der in Frankreich vorherrschenden Katholischen Kirche ein. Es gab unter ihnen undogmatische Christen, Deisten, Pantheisten, Agnostiker oder Autoren, die dem Atheismus zuneigten. D’Alembert z. B. vertrat eine naturalistische Position, wonach man Gott in der Natur finde. Deshalb kam die Encyclopédie 1759, wie viele andere Werke der Aufklärung, auf den Index Librorum Prohibitorum und auch staatlicherseits gab es Maßnahmen gegen einzelne Autoren und die Verbreitung des Werkes. Allerdings bekam die Encyclopédie auch Unterstützung aus Regierungskreisen, etwa durch Ludwigs Geliebte Madame de Pompadour, die als Protektorin auftrat, so dass die Veröffentlichung zunächst gestattet wurde.[7]

Die Kräfte des alten Regimes versuchten, das Unternehmen zu Fall zu bringen. Etwa 1752 verbündeten sich Jesuiten und Jansenisten, um über die Sorbonne und das Parlement, den obersten Gerichtshof, gegen die „Ungläubigen“ vorzugehen. Die Abwehr dieses Angriffs war ein Meisterstück, das unter Beteiligung der Pompadour, Voltaires und zweier Minister gelang, wohl auch, weil zwischenzeitlich Friedrich der Große d’Alembert nach Berlin eingeladen hatte, um die Encyclopédie dort erscheinen zu lassen. Nun warnten die Buchhändler vor den drohenden Verlusten und betonten die Vorteile, wenn das Werk in Frankreich erscheine. Minister Malesherbes, liberaler Vorsitzender der obersten Zensurbehörde und mit vielen Literaten persönlich befreundet, legte Gutachten vor, nach denen die Buchhändler nichts mehr zu befürchten hatten. Auch weitere Attacken gegen die Encyclopédie wurden mit Rückendeckung aus französischen Regierungskreisen abgewendet, obwohl das königliche Privileg zurückgezogen worden war, nachdem d’Alemberts Artikel Genève (Genf) im siebenten Band (1757) den dortigen kalvinistischen Klerus verärgert hatte.

Chrétien-Guillaume de Lamoignon de Malesherbes (1721-1794)
Chrétien-Guillaume de Lamoignon de Malesherbes (1721–1794), chef de la censure royale (Oberzensor). Ohne seine Schirmherrschaft wäre die Encyclopédie politisch nicht durchsetzbar gewesen.

Anschließend mussten die Textbände 8 bis 17 heimlich in Frankreich publiziert werden. Um dies zu verschleiern, wurde Neuchâtel in der Schweiz als Erscheinungsort angegeben. Um der Zensur zuvorzukommen, veränderte Le Breton ab dem 8. Band Texte – hinter dem Rücken Diderots, der das erst hinterher bemerkte und tobte: „Sie haben die Arbeit von zwanzig anständigen Menschen […] gemordet oder morden lassen“.

Die Encyclopédie befürwortete im Artikel Sodomie drakonische Strafmaßnahmen gegenüber Homosexuellen mit dem Zusatz, dass ebendies auch für Frauen und Minderjährige zu gelten habe.

Zensur 1752

Der erste Band der Encyclopédie erschien im Januar 1752, das gedruckte Datum vom Juni des Jahres 1751 im Titelblatt ist inkorrekt.[9] Die erste durch staatliche Institutionen durchgeführte Repression erfuhr die Enzyklopädie im Jahre 1752. Anlass gab die theologische Dissertation von Jean-Martin de Prades, durchgesehen vom irischen Professor Reverend Luke Joseph Hooke, der am Ende sein Amt und Würden verlor. Am 18. November 1751 verteidigte er seine Arbeit an der Sorbonne. Doch bald darauf wurde seine Dissertation für den doctor theologiae einer zweifelhaften Dogmentreue – d. h. der Nähe zur Encyclopédie – verdächtigt, so dass die akademischen Verantwortlichen seine Arbeit einer genauen Prüfung unterwarfen.

In seiner Dissertation hatte de Prades eine Reihe von Thesen aufgestellt, die zu einer scharfen Auseinandersetzung mit Vertretern der theologischen Fakultät der Pariser Universität führten. Unter anderem hatte de Prades Zweifel an der zeitlichen Abfolge der Ereignisse im Pentateuch geäußert und die Heilwunder Jesu mit denen des griechischen Gottes der Heilkunst Asklepios verglichen. Ohne seine Vorbilder zu nennen, bediente sich de Prades über weite Strecken der von d’Alembert verfassten Vorrede zur Encyclopédie, des Discours préliminaire, sowie der Pensées philosophiques von Diderot. Mit Diderot stand de Prades auch in persönlichem Kontakt und hatte sich mehrmals mit ihm zu Gesprächen getroffen. Am 15. Dezember stellte die mit dem Fall befasste Kommission der Pariser theologischen Fakultät fest, dass die in der Dissertation geäußerten Thesen zu verwerfen seien und die Schrift selbst unter die Zensurbestimmungen falle. Für den zweiten, im Januar 1752 veröffentlichten Band der Encyclopédie schrieb de Prades einen rund fünfzehnseitigen Artikel unter dem Begriff Gewissheit, Certitude. Der Artikel de Prades’ wurde durch eine Einleitung und ein lobendes Schlusswort von Diderot eingerahmt. Vor dem Hintergrund der Auseinandersetzung um seine Dissertation äußerten sich die Theologen nun empört und beschuldigten de Prades der Häresie. Gegen de Prades erging ein Haftbefehl, er floh nach Holland und schließlich nach Berlin. Die beiden schon publizierten ersten Bände der Encyclopédie wurden am 7. Februar 1752 verboten, ebenso die noch ausstehenden Bände. Chrétien-Guillaume de Lamoignon de Malesherbes, Oberzensor der Censure royale, griff schützend ein.[10][11]

Malesherbes lenkte die Krise dergestalt um, dass lediglich am 2. Februar 1752 mit einem Ratserlass (arrêts du Conseil) Textstellen in den ersten beiden Bänden identifiziert wurden, welche „auf die königliche Autorität zerstörerisch wirkten und den Geist der Unabhängigkeit und Revolte festigten und mit zweideutigen Begriffen die Grundlagen des Irrtums, der Sittenverderbnis, der Irreligion und des Unglaubens förderten“. Auswirkungen auf die Verbreitung der Encyclopédie hatte dies aber nicht, waren doch die ersten beiden Bände schon an die Käufer bzw. Subskribenten ausgeliefert worden. Auch wurde das Druckprivileg nicht zurückgenommen. Unterstützung erhielt Malesherbes in dieser Angelegenheit auch von Madame de Pompadour.[12][13]

Zensur zwischen 1757 und 1759

Es war die Zeit des Siebenjährigen Krieges und der ökonomisch-politischen Instabilität des Königreich Frankreichs sowie der Furcht der Krone vor Verschwörung, Aufruhr und Infragestellung der königlichen Autorität, die etwa zu einem Erlass vom 16. April 1757 führte, in der jeder mit dem Tod bedroht wurde, der gegen Kirche und Staat schrieb oder druckte. Öffentlichen Anlass bot der 5. Januar 1757. Ein Stallgehilfe Robert François Damiens verübte auf Ludwig XV. einen Messerangriff. Auch als Folge ebendieses Attentates wurden die aufklärerischen Ideen in Generalverdacht genommen. Die Zensurbehörden kontrollierten mit erhöhter Aufmerksamkeit, Grundlage wurde durch den Erlass vom April gegeben. Unter den zugespitzten Zensurbedingungen und ohne offizielle Druckerlaubnis konnte nur unter Duldung der Obersten Zensurbehörde im Oktober des Jahres 1753 der dritte Band erscheinen. Die weiteren Bände bis Band sieben erschienen dann, in regelmäßigen jährlichen Abständen, bis zum Jahre 1757. Diderot avisierte das Erscheinen des achten Bandes für das Jahr 1758, es sollten aber insgesamt acht Jahre bis zur eigentlichen Publikation vergehen. Am 8. März 1759 wurde die Encyclopédie auf den Index gesetzt und am selben Tag wurde auch die königliche Druckerlaubnis widerrufen. Ende April drohte ein erneuter Haftbefehl gegen Denis Diderot, wieder griff Chrétien-Guillaume de Lamoignon de Malesherbes als Oberzensor der Censure royale helfend ein.

Wechsel der Herausgeberschaft

Der Mitherausgeber d’Alembert zog sich 1759 aus dem Projekt zurück. An seine Stelle trat 1760 Louis de Jaucourt.[7]

Für die Tafelbände konnte mit Unterstützung durch Malesherbes ein neues Privileg erwirkt werden, so dass sie offen in Paris erscheinen konnten.[7]

Veröffentlichungsdaten

Die 1751 begonnene Veröffentlichung wurde zunächst 1772 mit dem 28. Band abgeschlossen.

Encyclopedie frontispice full
Frontispiz

Verlegerische Erfolge

Die Encyclopédie war ein enormer finanzieller Erfolg. Zusammen mit sechs Nachdrucken in der Schweiz und in Italien wurden bis 1789[?] rund 25.000 Exemplare abgesetzt. Die Encyclopédie hatte bis zu 4.000 Subskribenten (Eine Enzyklopädie galt bereits als erfolgreich, wenn etwa 2.000 Exemplare verkauft wurden; etwa 1.500 Subskribenten reichten beispielsweise zur Finanzierung des „Zedler“).

Ergänzungsbände

Der Verleger Charles-Joseph Panckoucke, ab 1770 Inhaber der Rechte an der Encyclopédie, produzierte insgesamt sieben Suppléments (Ergänzungen): 1776 zwei Textbände, 1777 zwei weitere Textbände und einen Bildtafel-Band und 1780 ein von Pastor Pierre Mouchon ausgearbeitetes zweibändiges Register (Table analytique et raisonnée de l’Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers). Herausgeber der Suppléments war Jean-Baptiste Robinet.

Folgewerke

Das Journal encyclopédique von Pierre Rousseau erschien von 1756 bis 1793. Die Encyclopédie d’Yverdon, 58 Bände, von Fortunato Bartolomeo de Felice herausgegeben, erschien 1770 bis 1780.

Mit der Encyclopédie méthodique nahm Panckoucke eine Neubearbeitung der Encyclopédie vor, indem er Fachlexika (dictionnaires) zu anfangs 27, zuletzt mehr als 50 Sachgebieten auflegte – eine Struktur, wie sie auch der Struktur der neuzeitlichen Universität, bestehend aus selbständigen Fakultäten und Instituten, entsprach. Die ersten Bände erschienen 1782, und als Panckouckes Schwiegersohn Henri Agasse 1794 den Betrieb kaufte, waren es mehr als 100 Bände. Als Agasse 1813 starb, führte seine Frau das Unternehmen weiter. 1832 erschien der letzte Band. Nun 206 Bände mit eigenem Titelblatt umfassten 125.350 Textseiten und rund 6.300 Tafeln. Das Werk brachte dem Verleger Ruhm, aber kaum finanziellen Gewinn: im Gefolge der Revolution war die Zahl der Subskribenten drastisch gesunken.

Übersetzungen ins Deutsche

Einleitung
  • Jean-Baptiste le Rond d’Alembert: Einleitung in die französische Enzyklopädie von 1751 (= Philosophische Bibliothek. Band 140, a–b, ZDB-ID 536403-6). 2 Bände. Herausgegeben und erläutert von Eugen Hirschberg. Meiner, Leipzig 1912.
  • Jean-Baptiste le Rond d’Alembert: Einleitung zur Enzyklopädie von 1751 (= Philosophische Bibliothek. Band 242). Herausgegeben und eingeleitet von Erich Köhler. Aus dem Französischen von Annemarie Heins. Meiner, Hamburg 1955 (2., durchgesehene Auflage. ebenda 1975, ISBN 3-7873-0336-7).
    • (= Fischer-Taschenbücher. Philosophie 6580). Ungekürzte Ausgabe. Herausgegeben und mit einem Essay von Günther Mensching. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-596-26580-0.
    • (= Philosophische Bibliothek. Band 473). Durchgesehen und mit einer Einleitung herausgegeben von Günter Mensching. Meiner, Hamburg 1997, ISBN 3-7873-1188-2.
  • Jean-Baptiste le Rond d’Alembert: Einleitende Abhandlung zur Enzyklopädie (1751). Im Auftrag und unter Mitwirkung der Arbeitsgruppe Philosophiehistorische Texte an der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin neu übersetzt. Mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Georg Klaus. Akademie-Verlag, Berlin 1958.
Auswahl
  • Jean Le Rond d’Alembert: Enzyklopädie. Eine Auswahl (= Fischer-Taschenbücher. Philosophie 6584). Herausgegeben und eingeleitet von Günter Berger. Mit einem Essay von Roland Barthes. Aus dem Französischen von Günter Berger. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-596-26584-3.
    • Überarbeitete Neuausgabe: Denis Diderot - Jean-Baptiste le Rond d´Alembert: Enzyklopädie. Eine Auswahl (= Fischer Klassik 90521). Herausgegeben und eingeleitet von Günter Berger. Aus dem Französischen von Günter Berger, Theodor Lücke und Imke Schmidt. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-596-90521-8.
  • Denis Diderot: Die Encyclopédie des Denis Diderot. Eine Auswahl (= Die bibliophilen Taschenbücher. Band 389). Herausgegeben und mit einem Nachwort von Karl-Heinz Manegold. Harenberg, Dortmund 1983, ISBN 3-88379-389-2.
  • Denis Diderot: Enzyklopädie. Philosophische und politische Texte aus der „Encyclopédie“ sowie Prospekt und Ankündigung der letzten Bände (= dtv 4026 Wissenschaftliche Reihe). Mit einem Vorwort von Ralph-Rainer Wuthenow. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1969 (Auszug aus der Ausgabe 1961).
  • Denis Diderot: Philosophische Schriften. Band 1. Aus dem Französischen übersetzt von Theodor Lücke. Aufbau-Verlag, Berlin 1961.
  • Johann Heinrich Gottlob von Justi u. a. (Übersetzer): Schauplatz der Künste und Handwerke oder vollständige Beschreibung derselben. Verfertiget oder gebilliget von denen Herren der Academie der Wissenschaften zu Paris. In das Deutsche übersetzt und mit Anmerkungen versehen … 21 Bände. Rüdiger u. a., Berlin u. a. 1762–1805.
  • Anette Selg, Rainer Wieland (Hrsg.): Die Welt der Encyclopédie. Eichborn, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-8218-4711-5.
  • Manfred Naumann (Hrsg.): Diderots Enzyklopädie. Eine Auswahl. Reclam Verlag, Leipzig 2001, ISBN 3-379-01740-X,

Bildbände

  • Jürgen Dahl (Hrsg.): Jugend der Maschinen. Bilder aus der Enzyklopädie von Diderot und d’Alembert (1751 bis 1772). Verlag Langewiesche-Brandt, Ebenhausen 1961.
  • Diderots Enzyklopädie. Die Bildtafeln 1762 bis 1777. Vier Bände und Registerband im Format Klein-Oktav (16,5 cm) statt Folio (39 cm). Südwest Verlag, München 1977, ISBN 3-517-00672-6.
  • Roland Barthes, Robert Mauzi, Jean-Pierre Seguin: L’univers de l’Encyclopédie. Verlag Les Libraires Associés, Paris 1964.
  • A Diderot Pictorial Encyclopedia of Trades and Industry, Vol. 1. Dover Publishers, 1959, ISBN 978-0-486-22284-4.
  • A Diderot Pictorial Encyclopedia of Trades and Industry, Vol. 2. Dover Publishers, 1993, ISBN 978-0-486-27429-4.
  • Diderot & D’Alembert: Encyclopédie ou Dictionnaure Raisonné des Sciences. Paris 1751–1772: Anatomie – Chirurgie. Faksimilé-Druck nach dem Originalen von 1751–1772, Antiqua-Verlag, Lindau i. B. 1978, ISBN 3-88210-002-8.

Literatur

  • Philipp Blom: Das vernünftige Ungeheuer. Diderot, d’Alembert, de Jaucourt und die Große Enzyklopädie (= Die andere Bibliothek. Band 243). Eichborn, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-8218-4553-8.
  • Phillip Blom: Encyclopédie. The Triumph of Reason in an unreasonable Age. Fourth Estate, London u. a. 2004, ISBN 0-00-714946-8.
  • Robert Darnton: Eine kleine Geschichte der Encyclopédie und des enzyklopädischen Geistes. In: Anette Selg, Rainer Wieland (Hrsg.): Die Welt der Encyclopédie. Eichborn, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-8218-4711-5, S. 455–464.
  • Robert Darnton: Glänzende Geschäfte. Die Verbreitung von Diderots Encyclopédie oder: Wie verkauft man Wissen mit Gewinn? Wagenbach, Berlin 1993, ISBN 3-8031-3568-0 (Teilübersetzung der englischen Originalausgabe).
  • Robert Darnton: Philosophers trim the tree of knowledge. The epistemological strategy of the Encyclopédie. In: Robert Darnton: The Great Cat Massacre and other Episodes in French Cultural History. Basic Books, New York NY 1984, ISBN 0-465-02700-8, S. 191–213 (Reprinted edition. Penguin Books, London u. a. 1991, ISBN 0-14-013719-X).
    • deutsch: Robert Darnton: Philosophen stutzen den Baum der Erkenntnis: Die erkenntnistheoretische Strategie der Encyclopédie. In: Robert Darnton: Das große Katzenmassaker. Streifzüge durch die französische Kultur vor der Revolution. Übersetzt von Jörg Trobitius. Hanser, München u. a. 1989, ISBN 3-446-14158-8, S. 219–245.
  • Robert Darnton: The Business of Enlightenment. A Publishing History of the Encyclopédie. 1775–1800. Belknap Press of Harvard University Press, Cambridge MA u. a. 1979, ISBN 0-674-08785-2.
  • Jacques Proust: Diderot et l’Encyclopédie (= Bibliothèque de l’Évolution de l’Humanité. Band 17). Michel, Paris 1995, ISBN 2-226-07862-2.
  • Jean de Viguerie: Histoire et dictionnaire du temps des Lumières. Laffont, Paris 1995, ISBN 2-221-04810-5.
  • Volker Mueller: Denis Diderots Idee vom Ganzen und die ’Encyclopédie’ Neu-Isenburg 2013, ISBN 978-3-943624-03-8.
  • Ulrich Hoinkes: Die große französische Enzyklopädie von Diderot und d’Alembert. In: Ulrike Haß (Hrsg.): Große Lexika und Wörterbücher Europas, De Gruyter, Berlin/Boston 2012, ISBN 978-3-11-019363-3, S. 117–136
Quellen
  • Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers. Mis en ordre & publié par M. Diderot, de l’Académie Royale & des Belles-Lettres de prusse; & quant à la Partie Mathematique, par M. d’Alembert, de l’Academie Royale des Sciences de Paris, de celle de Prusse, & de la Societé Royale de Londres. Paris 1751–1780. (Reprint in 35 Bänden: Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1968–1995, ISBN 978-3-7728-0116-7).
  • L’Encyclopédie de Diderot et d’Alembert. édition DVD. Redon, Marsanne 2000, 2002, 2004 (die vollständige Encyclopédie auf DVD-ROM).
  • J. Assézat, Maurice Tourneux (Hrsg.): Œuvres complètes de Diderot. 20 Bände. Garnier, Paris 1875–77.
Hilfsmittel
  • Frank A. Kafker, Serena L. Kafker: The encyclopedists as individuals. A biographical dictionary of the authors of the Encyclopédie (= Studies on Voltaire and the eighteenth century. Band 257). Voltaire Foundation at the Taylor Institute, Oxford 1988, ISBN 0-7294-0368-8.
  • John Lough: The Encyclopédie. Slatkine, Genf 1989, ISBN 2-05-101046-3 (eingeschränkte Online-Version in der Google-Buchsuche-USA).

Siehe auch

Weblinks

Die Encyclopédie online (französisch)
Die Encyclopédie online (englisch)
Zur Einführung
Spezielle Themen

Einzelnachweise

  1. haraldfischerverlag.de: Über die Encyclopédie (Memento des Originals vom 24. September 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (abgerufen am 25. Februar 2009).
  2. Übersetzung durch Irene Schwendemann (Hrsg.): Hauptwerke der französischen Literatur. Einzeldarstellungen und Interpretationen. 4. Auflage. München 1983, S. 191.
  3. Denis Diderot: Lettres à Sophie Volland. In: J. Assézat, M. Tourneux (Hrsg.): Œuvres complètes de Diderot. Band XIX. Garnier, Paris 1876, S. 140 (Brief vom 26. September 1762).
  4. Ausführlicher dargelegt in: Robert Darnton: The Great Cat Massacre and other Episodes in French Cultural History. Basic Books, New York 1984, ISBN 0-465-02700-8, S. 191–213.
  5. ub.uni-konstanz.de: Diderot – d’Alembert: Encyclopédie (abgerufen am 25. Februar 2009).
  6. Erweitert 1702, zehn Auflagen bis 1760.
  7. a b c d e f historicum.net: Publikationsgeschichte der Encyclopédie (abgerufen am 26. Februar 2009).
  8. Robert Darnton: The Business of Enlightenment. A Publishing History of the Encyclopédie. 1775–1800. Belknap Press of Harvard University Press, Cambridge MA u. a. 1987, ISBN 0-674-08786-0.
  9. Frankwald Möhren: Die materielle Bibliographie der Encyclopédie: Originale und Raubdrucke. In: Dietrich Harth, Martin Raether (Hrsg.): Denis Diderot oder die Ambivalenz der Aufklärung. Königshausen & Neumann, Würzburg 1987, ISBN 3-88479-277-6, S. 63–89.
  10. Johanna Borek: Denis Diderot. Rowohlt-Taschenbuch-Verlag, Reinbek bei Hamburg 2000, ISBN 3-499-50447-2, S. 58.
  11. Pierre Lepape: Denis Diderot. Eine Biographie. Campus-Verlag, Frankfurt am Main u. a. 1994, ISBN 3-593-35150-1, S. 198.
  12. Robert Darnton: Glänzende Geschäfte. Die Verbreitung von Diderots Encyclopedie oder: Wie verkauft man Wissen mit Gewinn? 1993, S. 22.
  13. Philipp Blom: Das vernünftige Ungeheuer. 2005, S. 166.
(6977) Jaucourt

(6977) Jaucourt ist ein Asteroid des Hauptgürtels, der am 20. Juli 1993 vom belgischen Astronomen Eric Walter Elst am La-Silla-Observatorium der Europäischen Südsternwarte (IAU-Code 809) entdeckt wurde.

Der Asteroid wurde nach dem französischen Schriftsteller Louis de Jaucourt (1704–1779) benannt, der maßgeblich an der von Denis Diderot und Jean-Baptiste le Rond d’Alembert herausgegebenen Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers beteiligt war.

André Le Breton

André François Le Breton (* August 1708 in Paris; † 5. Oktober 1779 Paris) war ein französischer Verleger und Hofdrucker (imprimeur ordinaire du Roy) im Zeitalter der Aufklärung. Er war neben Gottfried Sellius und John Mills einer der drei Initiatoren eines Enzyklopädieprojektes, das später unter der Leitung von Denis Diderot zur Encyclopédie wurde, die ebenfalls unter seiner Mitwirkung herauskam.

Bildtafel

Eine Bildtafel ist eine Zusammenstellung von Einzelbildern auf einer Seite. Es kann sich um (farbige) Zeichnungen, aber auch um gruppierte Fotos handeln. Bildtafeln dienen zur Lehre und zur Illustration. Bildtafeln sind gewöhnlich themenorientiert gestaltet. Sie finden sich unter anderem in Nachschlagewerken wie Enzyklopädien, Fachlexika, Bildwörterbüchern und Bestimmungsbüchern. Sie erlauben eine schnelle Zuordnung von Wort und Bild und eine Identifizierung von Gegenständen, Tieren, Pflanzen und anderen Objekten und damit eine vereinfachte Ermittlung ihrer Bezeichnungen.

Charles-Joseph Panckoucke

Charles Joseph Panckoucke (* 26. November 1736 in Lille; † 19. Dezember 1798) war ein französischer Schriftsteller und Verleger. Bekannt wurde er vor allem als Verleger der Encyclopédie méthodique und als Begründer der Zeitung Le Moniteur universel. Er verlegte auch ab dem Jahre 1788 das Tableau encyclopédique et méthodique des trois règnes de la nature von Jean-Baptiste Lamarck, Pierre Joseph Bonnaterre, Louis Pierre Vieillot und Jean Guillaume Bruguière.

Claude Courtépée

Abbé Claude Courtépée, (* 23. Januar 1721 in Saulieu; † 11. April 1781 in Dijon) war ein französischer Historiker und Geograph.

Cornelis de Pauw

Cornelis de Pauw (auch Cornelius de Pauw oder Corneille de Pauw; * 18. August 1739 in Amsterdam; † 5. Juli 1799 in Xanten) war ein niederländischer Historiker, Kulturphilosoph und Philologe.

Aufgrund seiner Verdienste um Frankreich als Mitarbeiter der Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers wurde er durch Kaiser Napoléon mit der Verleihung der Ehrenbürgerschaft und postum durch die Aufstellung eines Obelisken geehrt.

Curé de Compt

Curé de Compt also Pfarrer von Compt. Er stammte aus Laleu (Département Charente-Maritime) in der Nähe von La Rochelle

Cyclopaedia

Die Cyclopaedia ist eine Enzyklopädie von Ephraim Chambers. Er veröffentlichte 1728 in London die zweibändige Cyclopædia, or, An universal dictionary of arts and sciences: containing the definitions of the terms, and accounts of the things signify'd thereby, in the several arts, both liberal and mechanical, and the several sciences, human and divine : the figures, kinds, properties, productions, preparations, and uses, of things natural and artificial : the rise, progress, and state of things ecclesiastical, civil, military, and commercial : with the several systems, sects, opinions, &c : among philosophers, divines, mathematicians, physicians, antiquaries, criticks, &c : the whole intended as a course of antient and modern learning.

Sie gilt als erste englischsprachige Enzyklopädie, und als (vermutlich) erste, die Querverweise nutzte. Zu Chambers' Lebzeiten erschienen drei Auflagen, und nach seinem Tod wurde sein Werk fortgeführt: Der siebten Ausgabe (1753) waren zwei Supplementbände beigefügt; 1778–85 und 1786 erschien die umfangreichste Ausgabe in fünf Bänden.

[…] Chambers is clearly the father of the modern encyclopaedia throughout the world. […] Chambers's Cyclopaedia is particularly remarkable for its elaborate system of cross-references, and for the broadening of Harris's coverage to include more of the humanities (Robert Collison, Encyclopaedias: Their history throughout the ages).Chambers' Arbeit griff auf John Harris' Lexicon technicum von 1704 zurück und war ihrerseits Anregung für die Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers, die ursprünglich nur eine Übersetzung und bescheidene Erweiterung der Cyclopaedia sein sollte. Erst unter Denis Diderot entstand das bekannte eigenständige Werk.

Dictionnaire

Dictionnaire ist die Kurzform für verschiedene Enzyklopädien wie beispielsweise

Le grand dictionnaire historique, ou mélange curieux de l'histoire sacrée et profane, (1671) von Louis Moréri

Dictionnaire des arts et des sciences, (1694) von Thomas Corneille

Dictionnaire historique et critique, (1694–1697) von Pierre BayleEin weiteres namhaftes Dictionnaire ist die berühmte Encyclopédie

Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers von Jean Baptiste le Rond d'Alembert und Denis Diderot

Encyclopædia Universalis

Die Encyclopædia Universalis ist eine Universalenzyklopädie in französischer Sprache, die im Verlag Société d’édition Encyclopædia Universalis S.A. erscheint, einer 1966 ins Leben gerufenen Gemeinschaftsgründung des Club français du livre und der Encyclopædia Britannica Inc.

Sie wird von rund 7.000 Autoren erstellt und gepflegt, und umfasst in der aktuellen Auflage rund 30.000 Artikel in 28 Bänden mit insgesamt etwa 32.000 Seiten. Die Herausgeber sehen die Encyclopædia Universalis in der Tradition des enzyklopädischen Schaffens von Denis Diderot und Jean Baptiste le Rond d’Alembert, insbesondere deren im 18. Jahrhundert erschienener Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers.

Das Projekt wurde 1964 von Claude Grégory begonnen. Die erste Ausgabe erschien von 1968 bis 1975 in 20 Bänden, denen 1980 und 1985 zwei Ergänzungsbände folgten. Zwei weitere Ausgaben erschienen in den 1980er Jahren, die zweite von 1984 bis 1985 mit einem Umfang von 22 Bänden und einem Ergänzungsband (1990) sowie die dritte von 1988 bis 1989 in 24 Bänden und einem Ergänzungsband (1996). Die dritte Ausgabe enthielt erstmals drei Indexbände. Mit der 1995 erschienenen Ausgabe stieg der Umfang erneut auf 28 Bände, davon vier Indexbände, und zwei 1999 veröffentlichte Ergänzungsbände. Die fünfte Ausgabe von 2002 bestand ebenfalls aus 28 Bänden, darunter vier Indexbände, und wurde 2006 nachgedruckt. Darüber hinaus sind Multimedia-Ausgaben auf DVD sowie unter dem Titel Universalis Junior eine zehnbändige Ausgabe für Kinder und Jugendliche erschienen.

Ende 2014 befand sich die "Encyclopædia Universalis" im Insolvenzverfahren.

Encyclopédie (Begriffsklärung)

Encyclopédie (französisch für Enzyklopädie) bezeichnet folgende Werke:

Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers (1751–1772) von Denis Diderot und Jean Baptiste le Rond d’Alembert

Encyclopédie d’Yverdon (1770–1780) von Fortuné-Barthélemy de Félice

Encyclopédie méthodique (1782–1832) von Charles Joseph Panckoucke

Encyclopédie Universelle Larousse von Editions Larousse

Encyclopédie canadienne, Kanada, über Personen (auch der Musikgeschichte) und über SachverhalteSiehe auch:

Enzyklopädie

Geschichte und Entwicklung der Enzyklopädie

Liste der Universalenzyklopädien

Enzyklopädist

Ein Enzyklopädist ist eine Person, die dazu beiträgt, das Wissen ihrer Zeit in Form einer Enzyklopädie zusammenzufassen. Weiter fallen unter den Begriff auch die Herausgeber einer Enzyklopädie.

Eine zeitlich umrissene Gruppe solcher Personen waren die Beiträger zur französischen Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers (1751–1780), die als Enzyklopädist (Encyclopédie) zusammengefasst werden.

In der Latinistik werden die römischen Autoren Marcus Porcius Cato der Ältere, Marcus Terentius Varro, Aulus Cornelius Celsus und Gaius Plinius Secundus als Enzyklopädisten zusammengefasst.

Hasenpfote

Die Hasenpfote wird von alters her als magischer Gegenstand bezeichnet. Vor allem gilt sie als Glücksbringer. Daneben fanden sie praktische Verwendung unter anderem als Kehrpinsel.

Jean-Edme Romilly

Jean-Edme Romilly (* 1739 oder 1740 in Genf; † 27. Oktober 1779) war ein Genfer Theologe und Enzyklopädist.

Julien Le Roy

Julien Le Roy (* 1686 in Tours; † 1759 in Paris) war ein französischer Uhrmacher.

Robert Darnton

Robert Choate Darnton (* 10. Mai 1939 in New York City) ist ein amerikanischer Historiker.

Er gilt als einer der herausragenden Ideengeschichtler der vergangenen Jahrzehnte. Seit Juli 2007 ist er Carl H. Pforzheimer Professor in Harvard und leitete bis 2016 die dortige Universitätsbibliothek. Er zählt zu den Stammvätern des sogenannten „cultural turn“, der Neuen Kulturgeschichte, die seit den späten 1980er Jahren die Geschichtswissenschaft prägt. Das Hauptaugenmerk Darntons liegt auf dem uns „Fremden“ früherer Kulturen und Mentalitäten. Seine Bücher und Aufsätze über das vorrevolutionäre Frankreich haben die traditionelle Sicht der Aufklärung nachhaltig in Frage gestellt. Er gilt als wichtigster wissenschaftlicher Autor in Bezug auf Diderots Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers.

Anders als der klassischen Ideengeschichte geht es Darnton weniger darum, wer etwas als erstes dachte, als vielmehr darum, wie sich diese Ideen in der Gesellschaft verbreiteten; wie sie die Öffentliche Meinung beeinflussten, auf welchen Wegen sie Eingang in die allgemeine Kommunikation fanden. Er beschäftigt sich deshalb weniger mit der Entstehung wichtiger Werke, als vielmehr mit dem Vertrieb, ihrer Abnahme und ihren Lesern. Im Gegensatz zu der bis dahin herrschenden Mediengeschichte konzentrierte sich Darnton nicht allein auf die technische Herstellung, sondern zog ein breites Feld von politischer Geschichte (insbesondere Zensur), Kunstgeschichte und ökonomischer Theorie des Marktes hinzu.

Stackfreed

Das Stackfreed, irreführend auch Federbremse genannt, ist ein einfacherer Mechanismus, der die variierende Kraft der Zugfeder einer Uhr auszugleichen vermag, indem es bei voll aufgezogenem Uhrwerk bremsend und bei Nachlassen der Federkraft unterstützend wirkt. Denn je mehr eine Zugfeder gespannt ist, umso größer ist das vom Antriebsrad gelieferte Drehmoment. Das Stackfreed besteht aus einer mit dem Antriebsrad (im Bild Stopprad genannt) fest verbundenen Kurvenscheibe und einer Blattfeder, die mit einer Rolle auf den äußeren Rand der Kurvenscheibe drückt. Der Drehmomentausgleich ist dann optimal, wenn das Drehmoment aus der Summe der von der Zugfeder und vom Stackfreed bewirkten Drehmomente über den gesamten Ablauf konstant bleibt, was durch eine entsprechende Gestaltung von Kurvenscheibe und Blattfeder erreicht werden kann.

Die meisten Kurvenscheiben sind mehr oder weniger schnecken- oder nierenförmig ausgelegt. Beim Stackfreed wirken gleichzeitig zwei unterschiedliche mechanische Effekte, nämlich Reibungs- und Drehmomenteinflüsse. Die zwischen Blattfeder und Kurvenscheibe sowie im Lager des Antriebsrades bestehende Reibung reduziert das Drehmoment, der Druck der Blattfeder auf die Kontur der Kurvenscheibe kann es aber sowohl reduzieren als auch verstärken (vergl. Funktion der Herzscheibe zur Nullstellung der Zeiger in Chronographen). Theoretische Überlegungen von Nuttall und praktische Versuche von Pavel zeigen, dass das vom Stackfreed erzeugte Drehmoment ausreicht, um den Drehmomentausgleich zu erzielen. Demnach beruht die Funktion des Stackfreeds weniger auf Reibung (Federbremse), als auf dem vom Stackfreed erzeugten Drehmoment.

Das Stackfreed fand hauptsächlich im süddeutschen Raum von ca. 1510 bis ca. 1650 Verwendung, also nach der Erfindung des „besseren“ Ausgleichsmechanismus Kette/Schnecke. Der Grund dafür war, dass das Stackfreed einfacher zu konstruieren sowie zu reparieren war und den Bau flacherer Uhren erlaubte.

Herkunft und Bedeutung der Bezeichnung Stackfreed sind ungeklärt. In der Encyclopédie von Diderot und d’Alembert (Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers) wird der Mechanismus Stackfreed unter der Bezeichnung „stochfred“ beschrieben.

Ursula Winter

Ursula Winter (geb. vor 1972) ist eine deutsche promovierte Lehrbeauftragte für französische Philologie am Institut I für Philosophie, Literatur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte der Technischen Universität Berlin.

Eines ihrer Spezialgebiete ist die Forschung um Denis Diderot, insbesondere dessen Verhältnis zur Naturphilosophie, Anthropologie und Erkenntnistheorie sowie der Folgen der Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers auf den Paradigmenwechsel im naturwissenschaftlichen, technischen und philosophischen Diskurs des 18. Jahrhunderts. Ferner beschäftigt sie sich mit der Philosophie der französischen Aufklärung und mit dem intellektuellen Einfluss von Gottfried Wilhelm Leibniz auf die französischen Philosophie und dessen Rezeptionsgeschichte.

In anderen Sprachen

This page is based on a Wikipedia article written by authors (here).
Text is available under the CC BY-SA 3.0 license; additional terms may apply.
Images, videos and audio are available under their respective licenses.