Dolmen von Dombate

Der Dolmen von Dombate ist eine Megalithanlage in der spanischen Region Galicien. Er ist ein Beispiel eines auch im angrenzenden Portugal stark verbreiteten Typs, der dort als Anta bezeichnet wird.

Dolmen de Dombate - Cabana de Bergantiños - A Coruña (excavacións 2009)
Dolmen von Dombate mit Resten des ehemaligen Tumulus Juli 2009
Planta dolmen aboboreira
Grundriss einer „breitkammerigen“ Anta

Lage

Die kleine Ortschaft Dombate liegt etwa 60 km südwestlich der Stadt A Coruña bzw. etwa 65 km nordwestlich von Santiago de Compostela. Der Dolmen liegt links des Ortseingangs.

Baugeschichte

Der relativ gut erhaltene Dolmen besteht aus zwei übereinander errichteten Anlagen: Der ältere Komplex von Dombate, der erst im Zuge der Ausgrabungsarbeiten an der sichtbaren Megalithanlage in den Jahren 1987 bis 1989 zu Tage kam, ist undatiert. Die Einfassung seines Hügels bildet einen Kreis von 10,5 m Durchmesser. Er scheint die zugangslose Kammer von 2,4 × 1,9 m Innenabmessung nicht völlig bedeckt zu haben. Um 3900 v. Chr. wurde der Hügel einseitig erweitert, wodurch die alte Anlage randständig wurde.

Architektur

Die jüngere Anlage besteht nun aus einem von kleinen Randsteinen eingefassten Kreis von 24 m Durchmesser. Im neu hinzugewonnenen Teil wurde eine Anta von beachtlichen Dimensionen errichtet. Eine aus sieben Tragsteinen (Orthostaten) bestehende polygonale Kammer wird von einem besonders breiten Stirnstein (der größte in Galicien) an der Rückfront (Höhe und Breite etwa 4,7 m) dominiert und von einem ähnlich großen Stein bedeckt. Ihr Innenbereich ist eine 4,7 × 3,0 m große so genannte „Breitkammer“. Die Kammer hat einen nach Osten verlaufenden, etwa vier Meter langen Gang aus Seitensteinen mit abnehmender Höhe; der ursprünglich mit dicken Steinplatten bedeckte Gang reichte wahrscheinlich bis zur Hügeleinfassung.

Ornamentik

Auf einigen Megalithen von Kammer und Gang sind Petroglyphen und sogar Farbreste gefunden worden, welche in Spanien einzigartig sind. Die Bilder zeigen in rötlicher Farbe mit schwarzen Punkten über einer weißlichen Basis so genannte Zick-Zack Motive.

Eine merkwürdige Steinritzung auf dem Stirnstein der Kammer, die auch in einigen anderen Dolmen im Norden Spaniens sowie in Portugal und in der Bretagne (vgl. Mané Lud und Gavrinis) zu sehen ist, stellt möglicherweise einen blasenden Wal dar (siehe Weblinks).

Bedeutung

Der Komplex zeigt Eigenschaften, die ihn aus der großen Zahl der galicischen Megalithanlagen herausheben. Die gemachten Kleinfunde verweisen darauf, dass der Komplex zwischen 3900 und 2700 v. Chr. genutzt wurde. Später ist eine Nachnutzung durch Menschen der Glockenbecherkultur erfolgt, die sehr wahrscheinlich die Malereien mit den Zick-Zack-Mustern hinterlassen haben.

Besucher-Anlage

DolmenDombate 2014-09
Der Dolmen in der neuen Besucherhalle

Um 2010 wurde um den Dolmen zum Schutz vor Verwitterung und vor Übergriffen eine Halle und ein Besucherzentrum errichtet. Besucher können den Dolmen nun in der klimatisierten Halle von allen Seiten aus wenigen Metern Abstand betrachten. Sein Inneres jedoch ist seitdem nicht mehr zugänglich. Stattdessen wurde 2013 in der Eingangshalle der Anlage eine Nachbildung gebaut. Deren Inneres können die Besucher betreten und die Zeichnungen darin sehen. In einem kleinen Kino im Nebenraum werden Video-Präsentationen zu den Dolmen in Galicien gezeigt; außerdem wird es für Vorträge genutzt.

In der Nähe liegt der Dolmen A Fornela dos Mouros.

Siehe auch

Literatur

  • José Manuel Vázquez Varela, Felipe Criado Boado, José María Bello Diéguez: La cultura megalítica de la provincia de La Coruña y sus relaciones con el marco natural. Implicaciones socio-económicas. Diputación Provincial de La Coruña, La Coruña 1987, ISBN 84-86040-21-3.
  • Pilar Barciela Garrido, Eusebio Rey Seara: Xacementos Arqueoloxicos De Galicia 2005

Weblinks

Koordinaten: 43° 11′ 24,5″ N, 8° 58′ 10,1″ W

Cabana de Bergantiños

Cabana de Bergantiños ist eine Gemeinde an der Costa da Morte im Norden Galiciens.

Dolmen A Fornela dos Mouros

Der Dolmen A Fornela dos Mouros (auch Dolmen von Aprazadoiro genannt) liegt an einem Berghang südöstlich von Matio, nördlich von Vimianzo in Galicien in Spanien.

Er ist eine der schönsten Megalithanlagen Galiciens. Erbesteht aus drei relativ dünnen Tragsteinen mit einem großen Deckstein und ist nur 1,35 Meter hoch. Die Anlage wurde erst zwischen 2500 und 2000 v. Chr. errichtet und gehört damit nicht zu den klassischen Dolmen der Jungsteinzeit in der Region, sondern zu den Steinkisten (spanisch como arca megalítica) der Bronzezeit, ähnlich der weiter südlich gelegenen „Caseta de Freáns“ im Weiler Berdoias.

In der Nähe liegt der Dolmen von Dombate.

Dólmen Forno dos Mouros

Der Dólmen Forno dos Mouros von Toques (deutsch „Ofen der Mauren von Toques“) liegt in Toques, nordöstlich von A Moruxosa und westlich von Lugo in Galicien in Spanien und ist eine der gut erhaltenen Megalithanlagen der Region. Ein Dolmen gleichen Beinamens existiert in Portugal (Anta da Santa Marta).

Die Kammer ist etwa 3,0 m lang und 2,0 m breit und hoch. Alle Tragsteine der Kammer und des Ganges und der große hinten weit überstehende Deckstein der Kammer sind erhalten, aber über dem etwa 3,0 m langen Gang fehlen die Decksteine.

Ein wichtiges Detail sind erhaltene Reste der Malereien auf dem ersten Orthostaten auf der linken Seite. Die Bilder bestehen aus roten und schwarzen Zickzack-Mustern auf weißem Hintergrund. Die Motive ähneln denen im Dolmen von Dombate und den Ritzungen von Roza das Modias. Heute sind die Bilder abgedeckt, um ihre Erhaltung zu gewährleisten.

Galicien

Galicien ([geˈlɪʃ(i)ɘ] (spanisch Galicia [gaˈliθja], galicisch Galicia oder portugiesisch Galiza [gaˈliza]; offiziell galicisch Comunidade Autónoma de Galicia, spanisch Comunidad Autónoma de Galicia) ist eine Autonome Gemeinschaft im Nordwesten Spaniens. Sie gliedert sich in die vier Provinzen A Coruña, Lugo, Ourense und Pontevedra.

Der Name geht auf die Gallaeker (lateinisch Gallaeci) zurück, eine Gruppe keltisch beeinflusster Völker, die im Altertum in der Region siedelten.

Megalithanlagen in Galicien

Die Megalithanlagen in Galicien (Spanien) bestehen aus 5000 Megalithanlagen. Diese befinden sich im Allgemeinen in einem äußerst schlechten Zustand.

Mámoa

Mámoa bzw. Mamoa heißen im Volksmund und in der Fachsprache der Archäologen die etwa 5000 Hügel über den Megalithanlagen im spanischen Galicien und in Nordportugal. Daneben sind Bezeichnungen wie Medoña, Medorra, Mota oder Meda in Gebrauch. Der Name stammt von den Römern, die den Monumenten den Namen Mammulas gaben, aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit dem Schoß einer Frau. Der Durchmesser einer Mámoa beträgt zwischen 10 und 30 m. Ihre Form und Größe haben die einst halbkugelförmigen Mámoas, die teils komplizierte Bauwerke aus Erde mit Steineinbauten waren, wegen der Erosion und der Raubgrabungen eingebüßt. Alle Mámoas sind beraubt worden und fast alle sind in sehr schlechtem Zustand.

Die von Mámoas bedeckten Megalithanlagen werden, ähnlich wie in Portugal, mit dem Galicien bis zum Duero eine vorgeschichtliche Einheit zu bilden scheint, als Anta, Antela, Arca, Arqueta, Arquiaña, Pedra de Arca, Forno oder Capela bezeichnet. Die megalithischen Anlagen:

sind zunächst ganglose polygonale (Antas 6 + 7 von Mourela, Chao de Arqueta)

haben ab dem Mittelneolithikum kurze, oft nach Osten gerichtete Gänge (Anta da Pisosa, Cova da Moura in Argalo, Capela dos Mouros, Mámoa von Chan da Arquiña, Casa dos Mouros und der Dolmen von Dombate).

erhalten im Spätneolithikum wieder ganglose, kistenartige Formen (Anta da mámoa 39 de Ortigueira, Anta da mámoa 229 de Vilavella, Casota de Berdoias, Sáa de Parga).Die sauren Böden und die enorme Siedlungsdichte haben dafür gesorgt, dass bisher keine Siedlungen entdeckt wurden. Das Dilemma besteht auch in der unzureichenden Datierung. Es ist nicht einmal belegbar, dass es in Galicien ein jungsteinzeitliches Prämegalithikum, das ansonsten überall vorhanden ist, gegeben hat. Die Probleme bestehen darin, dass vor der Megalithphase:

Getreideanbau und Waldrodung nachzuweisen, Haustierhaltung jedoch nicht zu belegen sind.

die benutzten Rundbeile nicht in Fundzusammenhängen stehen und die Form zwar als neolithisch anzusehen, dieser Kontext aber ungesichert ist.

in den oberen Fundschichten von Reiro atypische Keramikscherben und Steingeräte gefunden wurden, die auf epipaläolithische Akkulturation hinweisen.

unter Abris auf der Halbinsel Moraza (auch Morazza) prämegalithische Keramik gefunden wurde, die es auch auf dem Muschelhaufen von Molto do Sabastião und auf neolithischen Fundplätzen in der Estremadura gibt.

es bisher außer den aus organischen Materialien hergestellten Hütten auf der Halbinsel Moraza (O Regueiriño, Fontenla), die zeitlich nicht einzuordnen sind, keinen Siedlungsnachweis gibt.

Pedra Cuberta

Der Dolmen Pedra Cuberta (deutsch „Steindach“) liegt in Vimianzo in der Pfarrei Treos, bei Arxomil in Galicien in Spanien.

Der Dolmen hat einen Gang von mehr als 6,6 m Länge und mit einer Höhe von etwa 1,8 m. Es fehlen Seitensteine und der Deckstein der Kammer.

Im Jahr 1934 stellte der deutsche Archäologe Georg Leisner (1870–1957) Bilder auf der Innenseite der Kammer und auf Orthostaten des Ganges fest. Die roten, schwarzen und weißen Zeichnungen zeigen komplexe Formen mit Zick-Zack-Linien, dreieckigen, und vertikalen Motiven. Das III International Symposium in A Coruña 1997 berichtete über den Verlust von Bildern. Die Darstellungen wurden auf einer weißen Farbschicht, wahrscheinlich Kaolin, in Schwarz und Rot hergestellt. Rot wurde mit Eisenoxiden und Schwarz mit Holzkohle hergestellt. Sie sind in drei horizontalen Gruppen angeordnet, genau wie im Dolmen von Dombate. Zu unterst sind zwei parallele lange rote Wellenformprofile, die die anderen überlagern zu scheinen. Der obere Bereich ist mit einer schwarzen Linie getrennt. Dargestellt sind Dreiecke, gewellte Linien, Zickzacklinien, rote Ränder, konzentrische Kreise und Trapezoide. Die Dekorationen decken das gesamte Monument ab.

2011 wurde der Dolmen zum Kulturellen Interesse erklärt.

In der Nähe liegt der Dolmen de Pedra da Lebre

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