Deutschsprachige Wikipedia

Die deutschsprachige Wikipedia ist die Ausgabe der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia in deutscher Sprache.

Sie wurde im März 2001 als erste weitere Sprachausgabe etwa zwei Monate nach der englischsprachigen Wikipedia gegründet.[1] Was die Anzahl der Artikel betrifft, gilt sie mit aktuell 2.355.767 Artikeln nach der englischsprachigen sowie den stark von computergenerierten Artikeln geprägten schwedischsprachigen und cebuanosprachigen Wikipedia-Ausgaben als viertgrößte Wikipedia. Gemessen an der Anzahl der Artikel-Bearbeitungen, aber auch der Administratoren, Autoren und der besonders aktiven Autoren ist die deutschsprachige Wikipedia nach der englischsprachigen Wikipedia die zweitgrößte.[2]

Wikipedia's W.svg Deutschsprachige Wikipedia
Logo der deutschsprachigen Wikipedia

Logo der deutschsprachigen Wikipedia
de.wikipedia.org
Motto Die freie Enzyklopädie
Beschreibung Onlinelexikon
Registrierung optional
Sprachen Deutsch
Eigentümer Wikimedia
Urheber Wikipedia-Gemeinschaft
Erschienen 16. März 2001
Artikel 2.355.767
Status aktiv
German Wikipedia screenshot
Hauptseite der deutschsprachigen Wikipedia am 13. Dezember 2010

Geschichte

Artikelwachstum in der deutschsprachigen Wikipedia
Artikelwachstum der deutschsprachigen Wikipedia von 2001 bis 2018

Frühphase 2001 bis 2003

Das Wiki für die deutschsprachige Wikipedia, damals noch mit der UseModWiki-Software, wurde am 16. März 2001 unter den Domains german.wikipedia.com und deutsche.wikipedia.com eingerichtet;[1] die ersten Artikel entstanden im März 2001. Anfangs wurde das Wiki hauptsächlich als Kollaborationsplattform für das deutschsprachige Nupedia-Übersetzerteam genutzt, dessen Mitglieder jedoch dem Konzept Wiki skeptisch gegenüberstanden. So beschrieb der Nupedia-Mitarbeiter Rainer Zenz im Juli 2002 sein Verhältnis zur Wikipedia:

Einer der engagiertesten Mitarbeiter und Förderer des Projekts in den Anfangsmonaten war Kurt Jansson, damals Soziologiestudent in Berlin.[4]

Die Versionsgeschichten der Anfangszeit sind nur unvollständig erhalten, da die UseMod-Software alte Versionen nach zwei Wochen automatisch löschte.[5] Dieser Eigenart, obwohl bekannt[6] und im Hinblick auf die verpflichtende Autorennennung gemäß der geltenden Lizenz GNU FDL problematisch,[7] wurde damals wenig Bedeutung[8] beigemessen. Die frühen Archive der Mailingliste Wikide-l wurden durch eine Nachlässigkeit vernichtet, so dass die Archivierung nur bis August 2003 zurückreicht.

Bei der für die deutschsprachige Wikipedia eingesetzten Wiki-Software unterscheidet man drei Phasen, genannt Phase I bis Phase III. Die UseMod-Software wurde im Nachhinein als Phase I bezeichnet, nachdem sich Phase II als Name für die von Magnus Manske speziell für Wikipedia entwickelte Wiki-Software eingebürgert hatte. Die englische Wikipedia wurde am 25. Januar 2002 auf Phase II umgestellt. Nach massiven Performance-Problemen im Frühjahr 2002 konzentrierte man sich auf Optimierung und Fehlerbereinigung und verzichtete bewusst darauf, die anderen Sprachversionen ebenfalls umzustellen. Schließlich konsolidierte Lee Daniel Crocker die Codebasis zu einer eigens für Wikipedia entwickelten Software. Das Ergebnis dieses Redesigns bezeichnete man daraufhin als Phase III; später wurde die Software MediaWiki getauft. Bei der Umstellung der deutschsprachigen Wikipedia auf Phase III am 28. August 2002[9] wurden die Benutzerkennnummern neu vergeben.[10] Aus diesen Gründen lässt sich heute nicht mehr genau eruieren, welche die ersten Artikel waren und wie sich das Projekt entwickelte.

Am 19. August 2001 zählte die deutschsprachige Wikipedia 1000 Seiten.[11]

Am 28. August 2002 um 12:52 Uhr wurde erstmals die Hauptseite eingerichtet[12], die seitdem die Leser begrüßt. Die meisten Artikel aus dieser Zeit sind noch erhalten; einige Kategorien und Projektseiten wurden umgestaltet und gelöscht.

In der Frühphase wuchs die Enzyklopädie langsam, erst am 24. Januar 2003 wurde die Marke von 10.000 Artikeln überschritten. Zu diesem Anlass wurde auch die erste, kollaborativ im Wiki verfasste Pressemitteilung der deutschsprachigen Wikipedia verschickt.[13] Sieben Tage zuvor hatte die englische Wikipedia den hunderttausendsten Artikel gefeiert.[14]

Ab 2004

Am 24. Februar 2004 und in den folgenden Tagen berichteten erstmals große Medien in Deutschland über Wikipedia. Angefangen mit Spiegel Online[15] und am Tag darauf mit einem Bericht in den ARD-Tagesthemen[16] (zirka 2,26 Millionen Zuschauer) wurde Wikipedia deutschlandweit bekannt. Deshalb und durch parallele weitere Medienberichte verdoppelten sich die Nutzerzahlen und Seitenzugriffe innerhalb weniger Tage. Die Server der Wikipedia brachen dabei immer wieder kurzzeitig unter dem Ansturm der neuen Nutzer zusammen.

Am 13. Juni 2004 wurde der Verein Wikimedia Deutschland – Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e. V. gegründet.

Bis zum 27. April 2004 kam man noch ohne Relevanzkriterien[17] aus, die auch erst am 15. August 2005 konkretisiert wurden.

Im September 2008 gab es mehr als 800 Millionen Zugriffe auf die deutschsprachige Wikipedia im Monat.[18]

Anlässlich der Löschung eines Artikels über den Verein MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren (MOGIS) beklagten 2009 zahlreiche Blogs, darunter Fefes Blog und Spreeblick, eine zu rigide Löschpraxis bei Wikipedia-Artikeln mit strittiger Relevanz. Die Debatte wurde in der Folge auch von Spiegel Online, der Zeit, Heise online, Telepolis und auf dem Chaos Communication Congress[19] aufgegriffen.[20][21]

Als Reaktion darauf veranstaltete der Verein Wikimedia Deutschland eine Podiumsdiskussion zum Thema, um die verschiedenen Standpunkte zur Relevanzpolitik in der Wikipedia zu diskutieren.[22] Auf dem 26C3 gab es ein Podium dazu.[23]

Am 27. Dezember 2009 überschritt die deutschsprachige Wikipedia die Marke von 1.000.000 Artikeln, als Jubiläumsartikel gilt Ernie Wasson. Die Marke von 1.500.000 Artikeln wurde knapp drei Jahre später, am 18. November 2012 überschritten; als Meilensteinartikel gilt Baracke Wilhelmine. Vier Jahre später, am 19. November 2016, folgte der 2.000.000. Artikel.

Im Jahr 2010 erreichte eine Wikipedia-interne Debatte um das Thema „Der Donauturm – Aussichtsturm oder Fernsehturm“ ein Ausmaß, das die Aufmerksamkeit überregionaler Medien weckte. Dabei kamen neben der sachlichen Frage auch Animositäten und Meinungsunterschiede zwischen deutschen und österreichischen Autoren zu Tage.[24] Ebenso kommt es bei Schweizer, Liechtensteiner oder Luxemburger Themen gelegentlich zu Konflikten wegen der unterschiedlichen Rechtschreibung und kultureller Unterschiede.

Rund 72 Prozent der Internetnutzer ab einem Alter von zehn Jahren haben in Deutschland im ersten Quartal 2011 bei ihren Recherchen bevorzugt Wikipedia und andere Onlinenachschlagewerke verwendet.[25]

Im Juni 2013 thematisierte der Spiegel die Auswertung von Wikipedianutzungsdaten.[26] Betrachtet wurde unter anderem der Wikipedia Live Monitor, der Artikel, die plötzlich in mehreren Wikipedia-Versionen gleichzeitig geändert werden, als Breaking News Candidate vermeldet.[26] Die Spiegelmitarbeiter selbst untersuchten auffällige Sprünge beim Nutzerinteresse in der deutschsprachigen Wikipedia. Neben Artikeln zu aktuellen Gesprächsthemen sprang auch der Artikel Bananenschale ins Auge. Er war in der Wikipediarubrik Schon gewusst? auf der Hauptseite erwähnt worden und hatte an einem Tag über 38.000 Interessenten gefunden.[26] Zu den umstrittensten Artikeln in der deutschsprachigen Wikipedia gehörten im Jahr 2013 laut einer Studie der Universität Oxford Jesus Christus und Verschwörungstheorien zum 11. September 2001.[27]

Im April 2019 hatte die deutschsprachige Wikipedia knapp 355.000 einzigartige Kategorien. Der durchschnittliche Artikel in dieser Sprachversion hatte 5 Kategorien, während die Anzahl der eindeutigen Kategorien pro Artikel 0,155 betrug. Die größte Anzahl von Artikeln hatte die Kategorie Personen (15 %) und Organisationen (13 %). Anhand von WikiRank werteten die Forscher Lewoniewski, Węce und Abramowicz 2019 verschiedene Sprachversionen der Wikipedia aus. Dabei hatten in der deutschsprachigen Wikipedia Artikel zum Thema Events und Technologie die höchste durchschnittliche Qualität. Inhalte über „Unterhaltung“ wurden häufiger gelesen und hatten im Durchschnitt das höchste Interesse der Autoren.[28]

Organisationsstruktur

Vereinfachtes Benutzergruppenschema dewiki
Vereinfachtes Schema der Benutzergruppen in der Wikipedia

In ihrer Anfangszeit gab es in der deutschsprachigen Wikipedia drei Benutzergruppen: unangemeldete Benutzer („IPs“), angemeldete Benutzer und Administratoren („Admins“). Administratoren wurden über die Mailingliste sozusagen auf Zuruf gefunden; im Januar 2003 gab es sieben Admins, im April 2003 fünfzehn. Ab Mai 2003 wurden die Vorschläge zentral auf einer Seite im Wikipedia-Namensraum diskutiert.[29] Erst im März 2004 wurden Wahlregeln wie eine nötige Zweidrittelmehrheit und eine Beschränkung des Wahlrechts auf angemeldete Nutzer mit einer gewissen Mindestzahl an Beiträgen eingeführt.[30]

Die Kompetenzen von Administratoren beschränkten sich anfangs auf das Löschen und Schützen von Seiten und das Sperren unangemeldeter Nutzer. Sperren angemeldeter Nutzer musste ein Serveradministrator direkt über die Datenbank vornehmen, ebenso das Verleihen der Administratorenrechte nach der Wahl. Ab dem 25. Februar 2004 wurde die Funktion, angemeldete Nutzer zu sperren, aktiviert und die ersten beiden Sperren wurden verhängt.[31] Die Adminfunktion, direkt per SQL-Abfrage lesend auf die Datenbank zuzugreifen, wurde aus Sicherheitsgründen 2005 deaktiviert.[32]

Im Jahr 2004 übernahm die neu eingeführte Benutzergruppe der Bürokraten die Vergabe der Administratorrechte. Im Februar 2004 wurden die Benutzer „Sansculotte“ und ein paar Tage später „Head“ zu den ersten beiden Bürokraten gewählt.[33][34] Später wurde die Zahl auf drei erhöht, und derzeit gibt es fünf Bürokraten in der deutschsprachigen Wikipedia. Auch die Kompetenzen wurden erweitert: Anfangs nur für die Vergabe von Administratorrechten zuständig, übernahmen die Bürokraten später auch die Umbenennung von Benutzernamen.

Im April 2004 wurde mit dem Benutzer „Fantasy“ in den ersten Stewardwahlen auch ein Nutzer der deutschsprachigen Wikipedia gewählt.[35]

Nicht alle Benutzerrollen, die über die Zeit in MediaWiki, der verwendeten Software, ergänzt wurden, wurden auch sofort in der deutschsprachigen Wikipedia verwendet. So wurden im Juli 2006 die ersten drei Checkuser gewählt, eine im November 2005 eingeführte Benutzerrolle,[36] die die IP-Adressen angemeldeter Nutzer einsehen kann.[37] Über den Einsatz der im August 2006[38] eingeführten Oversight-Funktion, mit der zum Datenschutz Versionen versteckt werden können, wurde im Mai 2009 ein bestätigendes Meinungsbild abgehalten.

Ausgaben

WR Schweden Titel
Der erste WikiReader

Zahlreiche Websites nehmen das Angebot der freien Lizenz wahr und spiegeln Wikipedia-Inhalte, einige verdienen dabei an der Einblendung von Anzeigen. Daneben entstanden auch mehrere Versionen für Handy und Smartphone.[39]

In der Offline-Verbreitung spielte die deutschsprachige Wikipedia eine Vorreiterrolle. Der Münchner Wikipedianer Thomas Karcher stellte den ersten „WikiReader“ zusammen, eine Auswahl der Wikipedia-Artikel zum Thema Schweden, der im Juni 2004 in einer Auflage von 1500 Exemplaren erschien.[40] Ungefähr zeitgleich ließ auch Thomas Koll einen WikiReader zum Thema Internet drucken.

Im Herbst 2004 veröffentlichte der Berliner Verlag Directmedia Publishing in Zusammenarbeit mit der Wikipedia-Community eine erste CD-Version der Wikipedia. Etwa halbjährlich erscheinen seitdem DVD-Ausgaben, die auch frei im Netz zum Download bereitgestellt wurden.

Die Zenodot Verlagsgesellschaft griff das Konzept der WikiReader auf und veröffentlichte in den Jahren 2005 und 2006 in der Taschenbuchreihe WikiPress eine Reihe lektorierter Sammlungen von Wikipedia-Texten.

„WP 1.0“, der Plan, die gesamte Wikipedia in einer hundertbändigen Druckfassung wie klassische Enzyklopädien im Abonnement herauszugeben, wurde von Zenodot nach negativem Feedback aus der Wikipedia-Community und spärlichen Abonnentenzahlen jedoch wieder aufgegeben. Der erste Band sollte zur Frankfurter Buchmesse im Oktober 2006 erscheinen, nach fünfzig Monaten, im Dezember 2010, sollte die Arbeit abgeschlossen sein.[41] Wenn auch kein Band je erschienen ist, hat das Projekt doch Spuren in der Wikipedia hinterlassen in Form der dafür eingerichteten Fachredaktionen, die auch nach Aufgabe des Plans weiterbestanden und ihren festen Platz im Institutionengefüge der Wikipedia erhielten.

Im Jahr 2008 erschien das 992 Seiten umfassende einbändige Buch Das Wikipedia-Lexikon in einem Band aus den ersten Absätzen der knapp 20.000 am häufigsten aufgerufenen Artikel im Bertelsmann-Verlag. Seit Juni 2009 können bei PediaPress selbst zusammengestellte Books-on-Demand aus Wikipedia-Inhalten bestellt werden.

Rezeption

Im Jahr 2005 erhielt die deutschsprachige Wikipedia den Grimme Online Award in den Kategorien Wissen und Bildung sowie Publikumspreis.[42]

Die deutschsprachige Wikipedia wurde im Vergleich mit anderen Sprachversionen 2009 von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales als qualitativ hochwertig[43] und 2011 von der damaligen Wikimedia-Geschäftsführerin Sue Gardner sogar als beste Sprachversion bezeichnet.[44] Sie sei akkurat, ausführlich, gut gepflegt, enthielte lange Artikel und sei gut bequellt.[44]

Wikipedia lexikon3e
Eigenwerbung der Wikipedia: Online- vs. Druckenzyklopädie

Sekundärliteratur über Wikipedia

Der erste groß angelegte Vergleich der deutschsprachigen Wikipedia mit den etablierten digitalen Nachschlagewerken Microsoft Encarta Professional 2005 und Brockhaus multimedial 2005 Premium erschien im Oktober 2004 in der Computer-Fachzeitschrift c’t (Ausgabe 21/04). Dort erreichte sie im Inhaltstest die höchste durchschnittliche Gesamtpunktzahl, in der Kategorie Multimedia schnitt die freie Enzyklopädie dagegen schlecht ab – ähnliche Wertungen erzielte die deutschsprachige Wikipedia kurz darauf in einem Lexikavergleich der Wochenzeitung Die Zeit. Beide Tests basierten auf einer kleinen Stichprobe von insgesamt 60 bis 70 Artikeln aus verschiedenen Themengebieten. 2007 führte die c’t einen weiteren Vergleich zwischen Bertelsmann Enzyklopädie 2007, Brockhaus multimedial 2007 Premium, Encarta 2007 und Wikipedia durch, bei dem Wikipedia hinsichtlich Fehlerzahl nicht schlechter als die kommerziellen Enzyklopädien abschnitt und in den Kategorien „Vollständigkeit“ und „Aktualität“ vorne lag. Dabei empfanden die Tester die Artikel der Wikipedia vielfach als zu ausführlich und langatmig.[45]

Im Dezember 2007 veröffentlichte die Zeitschrift Stern einen Vergleich zwischen Wikipedia und der Online-Ausgabe des Brockhaus. Der Recherchedienst „Wissenschaftlicher Informationsdienst WIND GmbH“ in Köln überprüfte 50 zufällig ausgewählte Einträge zu den Themen Politik, Wirtschaft, Sport, Wissenschaft, Kultur, Unterhaltung, Erdkunde, Medizin, Geschichte und Religion auf Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität und Verständlichkeit.[46] Wikipedia erzielte über alle Bereiche eine Durchschnittsnote von 1,7 nach deutschen Schulnoten, während die Brockhaus-Einträge zu den gleichen Stichworten nur auf eine Durchschnittsnote von 2,7 kamen. Bei 43 Artikeln gaben die Tester der Wikipedia bessere Noten als der kostenpflichtigen Konkurrenz, in einem Fall erhielten beide Nachschlagewerke die gleiche Note, bei sechs Stichworten lag der Brockhaus vorn. Ebenso bei der Verständlichkeit; einige Wikipedia-Artikel fanden die Tester zu kompliziert, andere zu weitschweifig und zu lang. Lobend erwähnte der Stern das besonders gute Abschneiden der Wikipedia in der Kategorie „Aktualität“, während er sich überrascht zeigte, dass die Wikipedia auch in der Rubrik „Richtigkeit“ siegte; „angesichts der Tatsache, dass hier Freiwillige gratis gegen professionelle Redakteure antreten, [sei] dies nicht zu erwarten [gewesen].“[47]

Im internen Namensraum der Wikipedia – also mit der Wikipedia-Community als Leserzielgruppe – werden mehrere Zusammenfassungen von externen Beiträgen oder Publikationen über die Wikipedia gepflegt. Im „Pressespiegel“[48] und im „Außenspiegel“[49] werden Presseartikel zusammengestellt. Des Weiteren gibt es das interne Magazin Kurier[50] sowie – als „Selbstreflexion“ – eine Artikelsammlung[51] zu Sprachversionen der Wikipedia sowie ihr nahestehenden Projekten und Vorgängen.

Juristische Auseinandersetzungen

Sowohl der Förderverein Wikimedia Deutschland als auch die Wikimedia Foundation wurden wegen Wikipedia-Artikeln in juristische Auseinandersetzungen verwickelt. Obwohl Wikimedia Deutschland lediglich die Domain wikipedia.de betreibt, auf der nur eine Suchmaske für mehrere Wikipedia-Sprachversionen zu finden ist (die Webadresse der deutschsprachigen Version ist de.wikipedia.org), wurde der Verein zum Hauptadressaten von Beschwerden, Abmahnungen und Klagen.

So klagte etwa der Komiker, der die Bühnenfigur Atze Schröder darstellt, dagegen, dass in dem Artikel zu seiner Figur sein bürgerlicher Name erschien. Nachdem die Pressekammer des Landgerichts Hamburg ihm die Kosten des Verfahrens aufgebürdet und auch inhaltlich Stellung gegen eine Unterdrückung des Namens bezogen hatte, zog er die Klage gegen den damaligen Wikimedia-Deutschland-Geschäftsführer Arne Klempert zurück.[52]

Mittels einer einstweiligen Verfügung des Landgerichts Lübeck erwirkte der Politiker Lutz Heilmann, Mitglied des Bundestags und der Linkspartei, am 13. November 2008, dass die Internetadresse wikipedia.de mehrere Tage lang nicht mehr auf die Internetadresse de.wikipedia.org, die in den Vereinigten Staaten registriert ist, weitergeleitet werden durfte.[53] Nachdem die seiner Auffassung nach seine Persönlichkeitsrechte verletzenden Darstellungen weitgehend entfernt worden waren, erklärte Heilmann die juristische Auseinandersetzung für beendet.[54]

Das Landgericht Köln verneinte als erstes in einem Urteil die Verantwortung des deutschen Fördervereins für Wikipedia-Inhalte. Es wies die Klage der Frankfurter Verlagsgruppe, die in der Weiterleitung der Seite wikipedia.de auf Wikipedia eine Zueigenmachung der Inhalte sah, gegen Wikimedia Deutschland ab.[55]

Verbreitung

Die deutschsprachige Wikipedia macht zwischen sieben und acht Prozent des globalen Wikipedia-Traffics aus. Einer Wikimedia-Statistik zufolge kamen 79,6 % der Seitenaufrufe der deutschsprachigen Wikipedia aus Deutschland, 8,3 % aus Österreich und 6,2 % aus der Schweiz.[56] Die übrigen 5,9 % stammten aus der restlichen Welt, insbesondere den Vereinigten Staaten, Luxemburg, Italien (Südtirol), Belgien und Namibia. Die deutschsprachige Wikipedia ist in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und in Luxemburg die meistgelesene Ausgabe der Wikipedia.[57]

WP countries and versions Europe
Abgerufene Sprachversionen der Wikipedia in europäischen Ländern, Sept. 2009–Juli 2010[58]

Nutzung in Deutschland

Laut einer Umfrage gaben im November 2015[61] 79 Prozent der Internetnutzer ab 14 Jahren in Deutschland an, Wikipedia zu nutzen. Die meisten Nutzer von Wikipedia gibt es demzufolge mit 92 Prozent in der Altersgruppe der 14- bis 29-jährigen Internetnutzer. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es demnach 84 Prozent und 74 Prozent zwischen 50 und 64 Jahren. Bei den über 65-jährigen Internetnutzern liegt der Anteil der Wikipedia-Nutzer laut Befragung bei 43 Prozent.[62]

Siehe auch

Literatur

  • Ziko van Dijk: Wikipedia. Wie Sie zur freien Enzyklopädie beitragen. Open Source Press, München 2010, ISBN 978-3-941841-04-8.
  • Ingo Frost: Zivilgesellschaftliches Engagement in virtuellen Gemeinschaften? Eine systemwissenschaftliche Analyse des deutschsprachigen Wikipedia-Projektes. Herbert Utz Verlag, München 2006, ISBN 3-8316-0609-9. (Inhalt, PDF)
  • Erik Möller: Die heimliche Medienrevolution – Wie Weblogs, Wikis und freie Software die Welt verändern. Heise, Hannover 2005, ISBN 3-936931-16-X (PDF; 3,0 MB)
  • Günter Schuler: Wikipedia inside. Die Online-Enzyklopädie und ihre Community. Unrast, Münster 2007, ISBN 978-3-89771-463-2.
  • Christian Stegbauer: Wikipedia: Das Rätsel der Kooperation. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-531-16589-9.
  • Nando Stöcklin: Wikipedia clever nutzen – in Schule und Beruf. Orell Füssli, Zürich 2010, ISBN 978-3-280-04065-2.
  • Wikimedia Deutschland e. V. (Hrsg.): Alles über Wikipedia und die Menschen hinter der größten Enzyklopädie der Welt. Hoffmann und Campe, Hamburg 2011, ISBN 978-3-455-50236-7.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Jimmy Wales: [Wikipedia-l] Alternative language wikipedias. 16. März 2001, abgerufen am 25. Februar 2018 (englisch).
  2. List of Wikipedias. In: meta.wikimedia.org. Abgerufen am 25. Februar 2018.
  3. Rainer Zenz: Einige Fragen (Memento vom 8. Juli 2003 im Internet Archive). (Mailingliste Deutsch-l, 28. Juli 2002)
  4. Kurt Jansson: Kurt Jansson. 14. Oktober 2017, abgerufen am 25. Februar 2018.
  5. Siehe KeptPages im mit der UseMod-Software betriebenen MeatballWiki. Die „Vergib-und-Vergiss-Philosophie“ sollte nachtragendem Diskussionsverhalten vorbeugen helfen.
  6. Jimmy Wales: Copyright problem (Mailingliste Wikipedia-l, 8. Februar 2001)
  7. Jimmy Wales: Copyright problem (Mailingliste Wikipedia-l, 16. Oktober 2001)
  8. Brion Vibber: Bugs and missing features in the conversion script of the German WP (Mailingliste Wikitech-l, 25. August 2002)
  9. Jimmy Wales: German speakers, please test (Mailingliste Wikitech-l, 28. August 2002)
  10. Magnus Manske: Wikipedia:Phase III Software (Version vom 30. August 2002)
  11. Wikipedia Announcements/August 2001. August 19, 2001. Wikipedia, 15. Januar 2005, abgerufen am 25. Februar 2018.
  12. Erste Version der Hauptseite der deutschsprachigen Wikipedia vom 28. August 2002.
  13. Wikipedia feiert den zehntausendsten deutschsprachigen Artikel (Pressemitteilung der deutschsprachigen Wikipedia vom 24. Januar 2003)
  14. Torsten Kleinz: Freie Enzyklopädie Wikipedia feiert hunderttausendsten Eintrag. In: www.heise.de. 21. Januar 2003, abgerufen am 25. Februar 2018.
  15. SPON: Wikipedia: „Ich weiß etwas, was du nicht weißt ….“ vom 24. Februar 2004
  16. German TV coverage of Wikipedia from 2004-02-25. Abgerufen am 8. Oktober 2015. - eine englische Mitschrift des Beitrags in den ARD-Tagesthemen vom 25. Februar 2004
  17. Wikipedia:Relevanzkriterien
  18. Wikipedia, massiv: Mehr als 10 Milliarden Abrufe pro Monat. In: Der Standard. 20. Oktober 2008 (online [abgerufen am 8. Oktober 2015]). Erik Zachte: Wikimedia page view stats I. (Nicht mehr online verfügbar.) 2008, archiviert vom Original am 24. September 2015; abgerufen am 8. Oktober 2015. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  19. Wikipedia – Wegen Irrelevanz gelöscht Podiumsdiskussion auf dem 26. Chaos Communication Congress
  20. Felix Knoke: Netzwelt-Ticker – Wikipedia-Autoren ziehen in den Löschkrieg-gegen Katzen. In: Spiegel Online vom 20. Oktober 2009; abgerufen am 21. Oktober 2009
  21. Thu Oct 15 2009. Fefes Blog, 15. Oktober 2009. Abgerufen am 23. Oktober 2009.
  22. Relevanz in der Diskussion Aufruf zur Podiumsdiskussion des Wikimedia-Vereins
  23. Eintrag im Kongressfahrplan.
    Aufzeichnung: mp4 iProd (MP4; 439 MB) 3gp mp3 ogg
  24. Siehe als Beispiel den Artikel von Mathieu von Rohr: Im Innern des Weltwissens Der Spiegel, Nr. 16/2010 vom 19. April 2010.
  25. Rund 72 Prozent nutzen Wikipedia. golem.de, abgerufen am 31. Juli 2012.
  26. a b c Maximilian Schäfer, Christina Elmer und Kurt Jansson: Datenlese. So hat die Hitzewelle Wikipedia erwischt. In: www.spiegel.de. Spiegel Online, 22. Juni 2013, abgerufen am 25. Februar 2018.
  27. Online-Lexikon: Worüber Wikipedia-Nutzer am liebsten streiten, Die Welt, 29. Juli 2013
  28. Multilingual Ranking of Wikipedia Articles with Quality and Popularity Assessment in Different Topics. In: Computers. 8, Nr. 3. doi:10.3390/computers8030060.
  29. Wikipedia:Adminkandidaturen/Archiv, Stand 12. Mai 2009
  30. „Wikipedia:Adminkandidaturen/Alt01“ – Versionsunterschied. 1. April 2004, abgerufen am 8. Oktober 2015.
  31. vgl. Benutzerblockaden-Logbuch, erste Sperrung eines angemeldeten Nutzers am 25. Februar 2004
  32. siehe „Wikipedia:Administratoren“ – Versionsgeschichte, verschwindet dort 2005 aus der Funktionsübersicht, genauen Zeitpunkt nicht gefunden
  33. „Wikipedia Diskussion:Administratoren“ – Altversion. 20. Februar 2004, abgerufen am 26. Januar 2016.
  34. „Wikipedia Diskussion:Administratoren“ – Versionsunterschied. 29. Februar 2004, abgerufen am 26. Januar 2016.
  35. Meta-Wiki: Stewards, Stand 12. Mai 2009
  36. Meta-Wiki: CheckUser_policy, Stand 12. Mai 2009
  37. Wikipedia: Wikipedia:Checkuser/Wahl ‐- Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. 2008.
  38. meta.wikimedia.org, svn.wikimedia.org
  39. Wikipedia:Unterwegs – Übersicht der Handy- und Smartphone-Versionen der deutschsprachigen Wikipedia
  40. Wikipedia:WikiReader/Heft 1: Schweden
  41. Wikipedia:Archiv/WP 1.0
  42. Grimme Online Award 2005 – Die Preisträger. In: Grimme Online Award. Grimme-Institut, abgerufen am 30. Juli 2019.
  43. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: Lob für die deutsche Wikipedia ZDF-Morgenmagazin vom 6. April 2009
  44. a b 10 Years of Wikipedia. Interview mit Sue Gardner (Audio und Transkript). In: On the Media. WNYC Studios, 14. Januar 2011, abgerufen am 30. Juli 2019 (amerikanisches Englisch): „I think it’s fair to say [LAUGHS] the German Wikipedia is the best language version. It’s accurate, it’s comprehensive, it’s well maintained, the articles are longer, the articles are well referenced, and so forth.“
  45. Dorothee Wiegand Entdeckungsreise: Digitale Enzyklopädien erklären die Welt. In: c’t 6, 2007, S. 136ff.
  46. Wissen für alle. In: stern.de. 25. Dezember 2007 (stern.de [abgerufen am 9. Dezember 2017]).
  47. Stern-Test: Wikipedia schlägt Brockhaus vom 5. Dezember 2007
  48. Wikipedia:Pressespiegel
  49. Wikipedia:Außenspiegel
  50. Wikipedia:Kurier
  51. Kategorie:Wikipedia:Enzyklopädie
  52. Heise Online: Atze Schröder verliert Rechtsstreit gegen Wikimedia-Geschäftsführer, 27. Juni 2007
  53. Wikipedia-Sperrung: Lutz Heilmann und der „Streisand-Effekt“ Focus vom 17. November 2008
  54. Politiker will nicht mehr auf Wikipedia-Sperrung bestehen (Memento vom 15. Dezember 2008 im Internet Archive) Tagesschau vom 16. November 2008.
  55. Heise: Gericht: Wikimedia Deutschland haftet nicht für Wikipedia, 16. Mai 2008
  56. Wikimedia Traffic Analysis Report – Page Views Per Wikipedia Language – Breakdown
  57. Wikimedia Traffic Analysis Report – Wikipedia Page Views Per Country – Trends
  58. Wikimedia Traffic Analysis Report – Wikipedia Page Views per Country: This analysis is based on a 1:1000 sampled server log (squids). Periode 04/2010 – 03/2011.
  59. Page Edits Per Wikipedia Language Wikistats SquidReport, de.wikipedia for period: 1 Mar 2012 – 28 Feb 2013
  60. Page Views Per Wikipedia Language Wikistats SquidReport, de.wikipedia for period: 1 Mar 2012 – 28 Feb 2013
  61. Vier von fünf Internetnutzern recherchieren bei Wikipedia. In: Bitkom-Presseinformation. 11. Januar 2016, abgerufen am 11. Februar 2016.
  62. Vier von fünf Internetnutzern lesen regelmäßig Wikipedia. In: www.n24.de. 12. Januar 2016, abgerufen am 11. Februar 2016.
2001

Das Jahr 2001 war das erste Jahr des 21. Jahrhunderts. Das prägendste Ereignis waren die Terroranschläge am 11. September 2001 auf das World Trade Center und das Pentagon in den USA, bei denen rund 3000 Menschen ums Leben kamen. Die Anschläge werden häufig als historische Zäsur bezeichnet und sorgten sowohl in den USA als auch in Europa für immer noch anhaltende Debatten um innen- wie außenpolitische Veränderungen. Sie führten den Krieg in Afghanistan in eine neue Phase und dienten als Begründung für den zwei Jahre später begonnenen Irakkrieg. Ausgehend von dem Ereignis stiegen die Spannungen zwischen der muslimischen und der westlichen Welt.

23. November

Der 23. November ist der 327. Tag des gregorianischen Kalenders (der 328. in Schaltjahren), somit bleiben 38 Tage bis zum Jahresende.

4. Juli

Der 4. Juli ist der 185. Tag des gregorianischen Kalenders (der 186. in Schaltjahren), somit bleiben 180 Tage bis zum Jahresende.

7. Oktober

Der 7. Oktober ist der 280. Tag des gregorianischen Kalenders (der 281. in Schaltjahren), somit bleiben noch 85 Tage bis zum Jahresende.

Bundesdenkmalamt

Das Bundesdenkmalamt (BDA) ist die in Österreich zuständige Behörde für Denkmalschutz und Denkmalpflege.

Die Welt

Die Welt (Eigenschreibweise seit 2015: DIE WeLT) ist eine deutsche überregionale Tageszeitung der Axel Springer SE. Von den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs in der britischen Besatzungszone in Hamburg gegründet, erschien sie erstmals am 2. April 1946 und wurde 1953 vom Verleger Axel Springer übernommen.

Das Blatt wird dem bürgerlich-konservativen Spektrum zugerechnet.

Wirtschaftspolitisch gilt sie als „deutlich marktliberal eingestellt“. In Berlin und Hamburg werden in der Welt tägliche Regionalseiten abgedruckt. Die Zentralredaktion von Welt und Welt am Sonntag befindet sich in Berlin.

Die Welt wird in 130 Ländern verkauft und erscheint im Nordischen Format. Ihre Hauptkonkurrenten sind die Frankfurter Allgemeine Zeitung und die Süddeutsche Zeitung. Zusammen mit der nicht einzeln ausgewiesenen Welt Kompakt hat die Welt eine verkaufte Auflage von 119.397 Exemplaren, ein Minus von 45,3 Prozent seit 1998.Die Welt ist Gründungsmitglied der Leading European Newspaper Alliance (LENA), in der sie zurzeit mit den ausländischen Tageszeitungen El País (Spanien), La Repubblica (Italien), Le Figaro (Frankreich), Le Soir (Belgien) sowie dem Tages-Anzeiger und der Tribune de Genève (beide Schweiz) in der internationalen Berichterstattung redaktionell zusammenarbeitet.

Die Zeit

Die Zeit (in der Schreibweise des Verlags: DIE ZEIT) ist eine überregionale deutsche Wochenzeitung, die erstmals am 21. Februar 1946 erschien. Der Zeitverlag und somit Die Zeit wurde 1996 von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck übernommen und gehört seit 2009 zu jeweils 50 Prozent zur DvH Medien und zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Sie erscheint jeden Donnerstag; an Feiertagen wird der Erscheinungstag in der Regel vorgezogen.

Erscheinungsort ist seit jeher Hamburg. Die Zeit unterhält Redaktionsbüros in Beirut, Berlin, Brüssel, Frankfurt am Main, Leipzig, Moskau, New York, Paris, Peking, Washington, Wien und Zürich. Ein Korrespondent der Zeit arbeitet in London.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Eigenschreibweise: Frankfurter Allgemeine. Zeitung für Deutschland; kurz F.A.Z. oder FAZ) ist eine deutsche überregionale Abonnement-Tageszeitung. Sie wird von der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH verlegt, die sich zu 93,7 Prozent im Besitz der gemeinnützigen Fazit-Stiftung befindet. Die weiteren Anteile werden von den Herausgebern gehalten.Die verkaufte Auflage beträgt 230.312 Exemplare, ein Minus von 42,5 Prozent seit 1998. Die Zeitung hat die höchste Auslandsverbreitung aller deutschen Zeitungen (abgesehen von Boulevardblättern). Ihre Hauptkonkurrenten sind die Süddeutsche Zeitung und Die Welt.

Die Linie der Zeitung wird nicht von einem Chefredakteur, sondern von den Herausgebern bestimmt.

Kritik an Wikipedia

Kritik an Wikipedia gibt es seit ihrer Gründung im Jahr 2001. Die meisten der gängigen Kritikpunkte wurden bereits in den Anfangsjahren der Wikipedia bis etwa 2008 vorgebracht. Angesichts der unterdessen zentralen Bedeutung als enzyklopädisches Online-Nachschlagewerk wurde und wird oft speziell die Zitierbarkeit der Wikipedia problematisiert und im wissenschaftlichen Kontext abgelehnt; angesichts der Vielzahl der beteiligten Autoren, von denen die Mehrzahl sich anonym bzw. unter Pseudonym einbringt, könne vor allem den Kriterien der Zitierwürdigkeit nicht entsprochen werden. Untersuchungen belegen, dass die Kritik an mangelnder Zuverlässigkeit dieser Enzyklopädie sich unterdessen keineswegs erledigt hat; dies spricht jedoch nicht gegen eine problembewusste Nutzung als Informationsquelle. Während Wikipedia von vielen Lehrkräften im Bildungsbereich weiterhin mit Verwendungsverboten belegt wird, zeigt die gesellschaftliche Praxis vielfach, dass die Online-Enzyklopädie nicht nur von Journalisten zu Belegzwecken herangezogen wird, sondern auch im akademischen, politischen und juristischen Bereich.

Larry Sanger

Lawrence Mark „Larry“ Sanger (* 16. Juli 1968 in Bellevue, Washington) ist ein US-amerikanischer Philosoph. Er war durch Jimmy Wales von März 2000 bis Februar 2002 als Chefredakteur des Enzyklopädie-Projekts Nupedia angestellt und in dieser Position im Januar 2001 Mitbegründer der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia, deren Entwicklung er als Cheforganisator und einziger bezahlter Benutzer bis März 2003 maßgeblich beeinflusste.

Auf Sanger gehen viele der ursprünglichen, noch immer geltenden Prinzipien der Wikipedia zurück. Seit seinem Abgang hat er sich von der Wikipedia distanziert, da er der Ansicht ist, dass Fachexperten in der Enzyklopädie eine höhere Rolle einnehmen sollten, um die Qualität zu steigern und ihre Reputation zu verbessern.

Liste der Naturschutzgebiete in Russland

Dies ist eine Liste der Naturschutzgebiete in Russland.

Die Liste enthält alle gegenwärtig existierenden Naturschutzgebiete „föderaler Bedeutung“, welche den Status eines Sapowedniks (Naturreservates) besitzen. Einige der Gebiete besitzen zusätzlich ganz oder für Teilflächen den Status eines Biosphärenreservates oder bilden umgekehrt die Kernzonen solcher.

Die Liste ist sortierbar und zunächst nach deutschen Namen alphabetisch geordnet.

Hinweis: Die deutschsprachige Wikipedia bezieht sich in der Umschreibung der kyrillischen Schrift auf die vom Duden vorgegebene deutsche Transkription (siehe Wikipedia:Namenskonventionen/Kyrillisch).

Siehe auch: Nationalparks in Russland

Liste großer Siedlungen in Russland

Dies ist eine alphabetisch geordnete Liste großer Siedlungen in Russland. Sie enthält alle Ortschaften mit einer Einwohnerzahl von mindestens 10.000 (Datengrundlage: Volkszählung 2010), die nicht der Status „Stadt“ (russisch город) besitzen; diese sind in der Liste der Städte in Russland aufgeführt.

In der Liste sind daher Ortschaften folgender Typen enthalten:

Siedlung städtischen Typs (посёлок городского типа): diese zählen in den russischen Urbanisierungsstatistiken zur Stadtbevölkerung und sind funktional eher an Industrie (Arbeitersiedlung, рабочий посёлок) oder Tourismus gebunden („Kurort­siedlung“, курортный посёлок oder Datschensiedlung, дачный посёлок) als an die Landwirtschaft

ländliche Ortschaften (сельские населённые пункты) mit den Untertypen:

Selo (село, Dorf): tendenziell größeres Dorf, Zentral- oder (teils historisch) Kirchdorf mit administrativer Funktion; seit Sowjetzeiten beispielsweise Sitz eines Dorfsowjets oder einer Kolchose

Derewnja (деревня, Dorf): tendenziell kleineres Dorf ohne administrative Funktion oder (historisch) Kirche

Staniza (станица): wie Selo, jedoch mit ethnisch-kulturellem Merkmal: überwiegend von Kosaken bewohnt und von diesen gegründet

Possjolok (посёлок (сельского типа), Siedlung): oft Neugründungen seit Beginn des 20. Jahrhunderts; dabei funktional eher an die Landwirtschaft gebunden als Siedlungen städtischen TypsIn der alphabetischen Liste ist die Zugehörigkeit zu diesen (Unter-)Typen durch Abkürzungen hinter der russischen Bezeichnung des jeweiligen Ortes angegeben:

D: Derewnja

P: Possjolok

S: Selo

SST: Siedlung städtischen Typs

ST: StanizaAnmerkung: die Abgrenzungen zwischen den einzelnen Untertypen ländlicher Siedlungen sind unscharf. Jede ländliche Siedlung ist offiziell einem der Untertypen zugeordnet. Bei Veränderungen in der Bevölkerungszahl oder Funktion ändert sich aber die Zuordnung oft erst nach längerem Zeitraum oder gar nicht, oft ist sie historisch bedingt. Es gibt in Russland weitere Untertypen ländlicher Siedlungen, jedoch keine diesen zugeordneten Ortschaften mit mindestens 10.000 Einwohnern.

Hinweis: Die deutschsprachige Wikipedia bezieht sich in der Umschreibung der kyrillischen Schrift auf die vom Duden vorgegebene deutsche Transkription (siehe Wikipedia:Namenskonventionen/Kyrillisch).

Mobipocket

Mobipocket SA, eine französische Tochterfirma von Amazon.com mit Sitz in Paris, produziert mit dem Mobipocket Reader eine kostenfreie Software zur Darstellung und Verwaltung von E-Books, Texten, E-News und anderen Publikationen auf vorwiegend kleineren elektronischen Geräten (etwa PDA und Mobiltelefone) und vor allem der Amazon-Kindle-Serie.

Die Software ist proprietär; die frühere Unterscheidung zwischen einer freien und einer erweiterten Kaufversion gibt es mittlerweile nicht mehr – alle Features sind jetzt kostenlos nutzbar, allerdings nur auf einigen älteren PDAs und Smartphones, deren Verbreitung derzeit stark abnimmt. Seit Einsetzen des Booms der multitouch-Smartphones und Tablets basierend auf den Betriebssystemen iOS, Android usw. scheint keine Weiterentwicklung mehr stattzufinden.

Die Kindle-Serie von E-Book Readern nutzt mit dem "mobi"-Format eine Weiterentwicklung des ursprünglich von Palm entwickelten Standards PRC (Palm Resource Code).

Amazon bietet mit "KindleGen" eine Software an, die dieses Format erzeugt. Man kann dies als Nachfolger des Mobipocket Creators ansehen.

Unverschlüsselte Mobipocket-Dateien (prc oder mobi) können auf den neueren Plattformen aber über zahlreiche Apps von Drittanbietern gelesen werden.

Je nach Gerät sind beim Mobipocket Reader, den Kindle-Apps und den Kindle Readern verschiedene Funktionen verfügbar. Diese umfassen insbesondere das Verwalten von Büchern und ihren Metadaten, Zuordnung in beliebig viele Kategorien, Autoscroll, Drehen der Ansicht um 90°/180°, Lesezeichen, eigene Hyperlinks innerhalb eines oder zwischen verschiedenen Dokumenten, Markierungen, Kommentare und mit Stiften beschreibbare eingefügte Leerseiten. Überträgt man das Dokument auf einen anderen Gerätetyp, werden dort unbekannte Funktionen ignoriert, d. h., sie stehen nicht zur Verfügung, werden aber nicht gelöscht oder verändert.

Auf PocketPCs und Windows Mobile Geräten bot der Mobipocket Reader noch vor dem Aufkommen der mobilen Internet-Flatrates die einzige kostenlose Möglichkeit, die komplette deutschsprachige Wikipedia auf einer Speicherkarte abzulegen und überall offline zur Verfügung zu haben.

Es gibt auch eine Version des Mobipocket Readers für Personal Computer mit dem Betriebssystem Windows, mit der man verschiedene Dateiformate importieren kann, unter anderen HTML-, PDF-, TXT- und Microsoft-Office-Formate. So kann man selbst Dokumente im Mobipocket-Format .PRC erstellen und seine Kommentare, Lesezeichen etc. auf all seinen Geräten nutzen, soweit diese die Funktionen beherrschen.

Das frei verfügbare Programm Calibre ermöglicht auch die Umwandlung vieler Datenformate (doc, html, epub, …) in das mobi-Format für den Kindle.

Monogrammist

Monogrammisten werden bildende Künstler genannt, die in der Kunstgeschichte nicht namentlich identifiziert werden konnten und daher hilfsweise mit einem Notnamen bezeichnet werden, der in der Regel das jeweilige Monogramm des Betreffenden enthält.

Die deutschsprachige Wikipedia verzeichnet u. a. folgende Monogrammisten:

Meister A, siehe Meister der Kasseler Musikanten, Utrechter Maler der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts

Monogrammist AA, Maler der Donauschule, siehe Meister A. A.

Monogrammist AD (um 1500–nach 1540), deutscher Bildschnitzer

Monogrammist AT (um 1515), Österreich

Monogrammist BB, Zeichner und Kupferstecher, tätig von 1500 bis 1515 in Augsburg, siehe Meister der Augsburger Malerbildnisse

Braunschweiger Monogrammist, niederländischer Renaissance-Maler

Meister E. S.

Monogrammist GZ (um 1500–ca. 1535), deutscher oder Schweizer Künstler

Meister H in A von 1546

Meister HL (vielleicht Hans Loy aus Freiburg)

Monogrammist IP (um 1490–nach 1530), deutscher Bildschnitzer

Meister LCz

Monogrammist MS, Bibelillustrator, tätig in der Werkstatt Lucas Cranachs d. Ä., Schöpfer von 127 Holzschnitten (von insgesamt 128) für die von Hans Lufft 1534 in Wittenberg gedruckte „Vollbibel“ Martin Luthers (eine zweite identische Auflage erfolgte bereits 1535)

Meister WB

Russische Fußballnationalmannschaft

Die russische Fußballnationalmannschaft (russisch Сборная России по футболу/Sbornaja Rossii po futbolu) ist die Vertretung Russlands im Fußball und wird vom russischen Fußballverband Rossijski Futbolny Sojus organisiert.

Russland qualifizierte sich bislang für drei Fußball-Weltmeisterschaften sportlich (1994, 2002, 2014) und 2018 als Gastgeberland sowie für sechs Europameisterschaften (1996, 2004, 2008, 2012, 2016, 2020). Dabei erreichte sie bei der WM im eigenen Land das Viertel- sowie bei der EM 2008 das Halbfinale.

Die FIFA erklärte die russische Fußballnationalmannschaft zum direkten Nachfolger der Nationalmannschaften der GUS und der UdSSR.

Spiegel Online

Spiegel Online (Eigenschreibweise in Großbuchstaben; kurz SPON) ist eines der reichweitenstärksten deutschsprachigen Nachrichtenportale. Es wurde am 25. Oktober 1994 als redaktionell unabhängiges Web-Angebot des Nachrichtenmagazins Der Spiegel gegründet.

Weißrussische Fußballnationalmannschaft

Die weißrussische Fußballnationalmannschaft ist die Vertretung Weißrusslands im Fußball und wird vom weißrussischen Fußballverband Belaruskaja Federazyja Futbola organisiert. Sie trägt alle ihre Spiele im Stadion des FK Dinamo Minsk aus.

Wikidata

Wikidata ist der Name einer frei bearbeitbaren Wissensdatenbank, die unter anderem das Ziel hat, Wikipedia zu unterstützen. Das Projekt wurde von Wikimedia Deutschland gestartet und stellt als gemeinsame Quelle bestimmte Datentypen für Wikimedia-Projekte bereit, zum Beispiel Geburtsdaten oder sonstige allgemeingültige Daten, die in allen Artikeln der Wikimedia-Projekte verwendet werden können.

Seit dem Start 2012 verzeichnet Wikidata ein vergleichsweise starkes Wachstum an Inhaltsseiten; mittlerweile sind über 60 Millionen Datenobjekte vorhanden (Stand 18. September 2019).Die Angaben in Wikidata stehen unter der Creative-Commons-Lizenz CC0 1.0 Universal (CC0 1.0) Public Domain Dedication. Dadurch können die Daten ohne Angabe eines Urhebers frei verwendet werden. Alle anderen Namensräume stehen unter der Creative-Commons-Attribution/Share-Alike-Lizenz (CC BY-SA 3.0).

Wikipedia

Wikipedia [ˌvɪkiˈpeːdia] () ist ein am 15. Januar 2001 gegründetes gemeinnütziges Projekt zur Erstellung einer Enzyklopädie in zahlreichen Sprachen mit Hilfe des sogenannten Wikiprinzips. Gemäß Publikumsnachfrage und Verbreitung gehört Wikipedia unterdessen zu den Massenmedien.

Die Online-Enzyklopädie bietet freie, also kostenlose und zur Weiterverbreitung gedachte, unter lexikalischen Einträgen (Lemmata) zu findende Artikel sowie auch Portale nach Themengebieten. Das Ziel ist, gemäß dem Gründer Jimmy Wales, „eine frei lizenzierte und hochwertige Enzyklopädie zu schaffen und damit lexikalisches Wissen zu verbreiten“.Wikipedia lag im September 2018 auf dem fünften Platz der am häufigsten besuchten Websites. In Deutschland und Österreich rangierte sie auf Platz sieben, in der Schweiz und in den USA auf Platz fünf. Die Website ist dabei weltweit, genauso wie in den deutschsprachigen Staaten, die einzige nichtkommerzielle Website unter den ersten 50. Ihre Finanzierung erfolgt durch Spenden.

Bis zum 18. Jubiläum am 15. Januar 2019 wurden über 49,3 Millionen Artikel der Wikipedia in annähernd 300 Sprachen in Mehrautorenschaft verfasst. Darüber hinaus werden die Artikel nach dem Prinzip des kollaborativen Schreibens fortwährend bearbeitet und diskutiert. Das Mentorenprogramm bietet neuen Beitragswilligen kostenfrei ehrenamtliche Einstiegshelfer zur Auswahl an. Fast alle Inhalte der Wikipedia stehen unter freien Lizenzen.

Betreiberin ist die Wikimedia Foundation (WMF), eine Non-Profit-Organisation mit Sitz in San Francisco in den USA. In vielen Ländern der Welt gibt es zudem unabhängige Wikimedia-Vereine, die mit der Stiftung zusammenarbeiten, Wikipedia jedoch nicht betreiben; im deutschen Sprachraum sind dies die 2004 gegründete Wikimedia Deutschland (WMDE), seit 2006 in der Schweiz die Wikimedia CH (WMCH) sowie die zwei Jahre später entstandene Wikimedia Österreich (WMAT).

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