Daniel Sambursky

Daniel Sambursky, hebräisch דניאל סמבורסקי, (geb. 4. Juni 1909 in Königsberg (Preußen); gest. 3. Oktober 1977 in Tel Aviv, Israel) war ein israelischer Komponist.

Memorial plaque to the composer Daniel Sambursky in Tel Aviv
Gedenktafel am Wohnhaus von Daniel Sambursky in Tel Aviv

Leben

Daniel Sambursky, der Bruder des Physikers Shmuel Sambursky, wuchs in einer zionistisch geprägten Familie auf. Seine Eltern waren aus Russland nach Königsberg ausgewandert, sein Vater Menachem Emanuel Sambursky (1866–1934) schrieb für die hebräische Zeitung Ha-Zefira. Daniel Sambursky studierte Musik am Konservatorium Danzig und begann ein Medizinstudium an der Berliner Humboldt-Universität. In Berlin wurde das politische Engagement Hanns Eislers für die proletarische Revolution zu einer Richtschnur Samburskys. Anfang der dreißiger Jahre schloss er sich in der deutschen Hauptstadt der linkszionistischen Gruppe Barak an.[1]

1932 emigrierte er nach Palästina und wurde bis 1948 Musiklehrer an Gymnasien in Tel Aviv. Er komponierte zahlreiche Liedmelodien, unter anderem für die Hagana-Einheit FO’SH, nach Texten von Nathan Alterman, Jizchak Schenhar, Levin Kipnis und Chaim Nachman Bialik. Nach der Errichtung des Staates Israel war Sambursky weiterhin als Musiklehrer tätig und organisierte die landesweit ersten gemeinschaftlichen Singveranstaltungen, in Israel Shira betzibur („Singen in der Gemeinschaft“) genannt. Viele seiner Lieder sind bis heute populär, darunter Shir haemek von 1934 („Lied des Tales“, gemeint ist Emek Jizre'el, Text: Nathan Alterman). Dieses Lied, mit den Anfangsworten Ba'a M'nucha, gelangte als Gehe ein in deinen Frieden in das Evangelische Gesangbuch (Nr. 489).[2]

Sambursky starb 1977 in Tel Aviv und wurde auf dem Friedhof Kiryat Shaul begraben. Im Tel Aviver Stadtviertel Azorei Chen wurde eine Straße nach Daniel Sambursky benannt.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Barbara von der Lühe: Die Emigration deutschsprachiger Musikschaffender in das britische Mandatsgebiet Palästina: ihr Beitrag zur Entwicklung des israelischen Rundfunks, der Oper und der Musikpädagogik seit 1933. P. Lang, 1999, ISBN 978-3-631-33510-9, S. 256 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Liedtext mit englischer Übersetzung und Klangbeispiel
Friedhof Kiryat Shaul

Der Friedhof Kiryat Shaul (hebräisch בית העלמין קריית שאול) ist ein 320 Dunam großer jüdischer Friedhof in Tel-Aviv, Israel.

Er wurde 1943 angelegt und umfasst heute 80.000 Gräber. Er liegt in der Kiryat-Shaul-Straße in Tel Aviv.

Kiryat Shaul beherbergt viele Persönlichkeiten aus Politik und Kultur, u. a. Alexander Penn, Nathan Alterman, Abraham Chalfi, Avraham Shlonsky, Tirza Atar, Felicja Blumental, Dahlia Ravikovitch, Amos Manor, Natan Yonatan, Shmulik Chizik, Mosche Schamir, Moshe Vilenski, Mordechai Zeira, Nahum Nardi, Daniel Sambursky, Izhak Graziani, Hanna Rovina, Shmuel Rodensky, Yafa Yarkoni und Zev Sufott.

Seit 1991 dient der Yarkon-Friedhof als Hauptfriedhof der Metropolregion Tel Aviv.

Liste von Kirchenliederkomponisten

Dies ist eine alphabetische Liste der Kirchenliederkomponisten, die im deutschsprachigen Raum in den Gesangbüchern der anerkannten Kirchen veröffentlicht sind. In Deutschland sind dies religiöse Körperschaften des öffentlichen Rechtes.

Zu den relevanten Gesangbüchern zählen:

EG – Evangelisches Gesangbuch (1993) (Stammausgabe, bis Nr. 535)

EG/BT – Regionalteil Bayern, Thüringen

EG/He – Regionalteil Hessen-Nassau, Kurhessen-Waldeck

EG/NB – Regionalteil Niedersachsen, Bremen

EG/West – Regionalteil Rheinland, Westfalen, Lippe, Reformierte Kirche

EG/Wü – Regionalteil Württemberg

EKG – Evangelisches Kirchengesangbuch

FuL – Feiern und Loben – Gesangbücher des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland und des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden

GEmK – Gesangbuch der Evangelisch-methodistischen Kirche

RG – Gesangbuch der Evangelisch-reformierten Kirchen der deutschsprachigen Schweiz

GL – Gotteslob (1975)

GL-LM – Ausgabe Bistum Limburg

KG – Katholisches Gesangbuch der deutschsprachigen Schweiz

MG – Mennonitisches Gesangbuch

SELK – Evangelisch-Lutherisches Kirchengesangbuch

Wir loben Gott, Zionslieder, Leben aus der Quelle – Siebenten-Tags-Adventisten

Gesangbuch der Neuapostolischen KircheWeiter sind solche christliche Gesangbücher erfasst, welche in einer anerkannten Gesangbuchsammlung aufgeführt sind:

Hermann Schüling: Katalog einer Sammlung von Gesang- und Gebetbüchern (= Berichte und Arbeiten aus der Universitätsbibliothek und dem Universitätsarchiv Giessen; 44/1992). Universitätsbibliothek, Gießen 1992 (Digitalisat) – regional und sachlich gegliederter Katalog mit über 5000 Titeln

Alexander Völker: Gesangbuch. In: Theologische Realenzyklopädie 12 (1984), S. 547–565 (Überblick mit weiterer Literatur)

Verzeichnis protestantischer deutschsprachiger Gesangbücher

Gesangbücher in Württemberg 1524–2002, Datenbank (Memento vom 9. November 2005 im Internet Archive)Ausgenommen sind jedoch die Komponisten der neuen Geistlichen Lieder, diese befinden sich in der Liste von Autoren Neuer Geistlicher Lieder

Nekrolog 1977

Dies ist eine Liste im Jahr 1977 verstorbener bekannter Persönlichkeiten. Die Einträge erfolgen innerhalb der einzelnen Daten alphabetisch. Tiere sind im Nekrolog für Tiere zu finden.

Sambursky

Sambursky ist der Familienname folgender Personen:

Daniel Sambursky (1909–1977), israelischer Komponist

Shmuel Sambursky (1900–1990), israelischer Wissenschaftshistoriker

Shmuel Sambursky

Shmuel Sambursky hebräisch שמואל סמבורסקי, auch Samuel Sambursky, (geb. 30. Oktober 1900 in Königsberg (Preußen); gest. 18. Mai 1990 in Jerusalem) war ein israelischer Wissenschaftshistoriker.

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