Codelco

Codelco (Corporación Nacional del Cobre de Chile; kurz Codelco Chile) ist ein chilenischer Kupferbergbau-Konzern. Er ist der größte Kupferproduzent und der zweitgrößte Molybdänproduzent der Welt. Im Jahr 2015 wurden 1,9 Megatonnen Feinkupfer sowie 28 Kilotonnen Molybdän produziert und ein Überschuss von 1,08 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet. Codelco ist ein privatrechtlich organisiertes Staatsunternehmen im vollen Eigentum des chilenischen Staates, strukturiert in acht Divisionen (7 Bergwerke und 1 Raffinerie). Es gibt zahlreiche Tochterunternehmen und Beteiligungen in aller Welt.[2][3]

Codelco
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Rechtsform Unternehmen in Staatsbesitz
Gründung 1. April 1976[1]
Sitz Santiago, Chile Chile
Leitung Nelson Pizarro Contador[2] CEO
Mitarbeiterzahl 64.418 (2014)[2]
Umsatz 13,8 Mrd. US$ (2014)[2]
Branche Bergbau
Website www.codelco.com

Geschichte

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der bis dahin mäßig entwickelte und stagnierende chilenische Kupferbergbau durch US-amerikanische Unternehmer in großem Stil industrialisiert. 1904 begann die Braden Copper Company mit dem Ausbau des El Teniente Bergwerks. Die Firma war ein Tochterunternehmen der Kennecott Copper Corporation[A 1] kontrolliert von der Familie Guggenheim[A 2] und dem Bankier J. P. Morgan. 1910 begann die Chile Exploration Company mit dem Ausbau von Chuquicamata. In den 1920er Jahren begann die Andes Copper Mining mit der Ausbeutung der Bergwerke Potrerillos (heute Mina Vieja), Indio Muerto, Salvador und La Africana. Diese Firmen wurden kontrolliert durch die Anaconda Copper Company,[A 3] ein Unternehmen der Familien Rothschild und Rockefeller. 1955 begann die Cerro Corporacion Company Kupfervorkommen zu erkunden und eröffnete 1970 das Río Blanco Bergwerk. Die Überschüsse dieser durch ausländisches Kapital kontrollierten Kupferbergwerke in Chile waren exorbitant verglichen mit der übrigen Wirtschaftsleistung in Chile. Bis Anfang der 1970er Jahre erwirtschafteten die vier großen US-amerikanischen Bergwerksgesellschaften im Laufe von 60 Jahren 10,8 Milliarden US-Dollar, fast ebenso viel wie das im Laufe von 400 Jahren erwirtschaftete chilenische Nationalvermögen das auf 10,5 Milliarden US-Dollar beziffert wurde.

Im Jahr 1955 begann der chilenische Staat mithilfe des Departamento de Cobre die Kupferindustrie zu fiskalisieren um dem Staat ein Mindestmass ein Einkünften zu sichern und die Entwicklung der Kupferindustrie zu fördern. Unter der Regierung von Eduardo Frei Montalva erwarb der chilenische Staat 1967 wesentliche Anteile an der Kupfergrossindustrie. Es wurden neue Unternehmen gegründet die die großen Bergwerksunternehmen mit einer Kapitalerhöhung übernahmen und so den Staat als Gesellschafter einführten. 1967 erwarb der chilenische Staat an El Teniente, Chuquicamata und Salvador eine Beteiligung von jeweils 51 % und an Exótica und Andina von jeweils 25 %. Unter der sozialistischen Regierung von Salvador Allende wurde 1971 die Kupfergrossindustrie und das Eigentum an allen Erzlagerstätten vollständig verstaatlicht. Die Verwaltung übernahmen mehrere staatliche Gesellschaften deren Gesellschafter die Corporación del Cobre (95 % Anteil), Nachfolger des Departamento de Cobre, und die Empresa Nacional de Minería (5 % Anteil) waren. Nach dem Militärputsch am 11. September 1973 wurden die enteigneten Investoren im gegenseitigen Einvernehmen entschädigt und die Kupfergrossindustrie blieb im Eigentum des chilenischen Staates.

Durch Gesetzesbeschluss vom 1. April 1976 wurde die Corporación Nacional del Cobre de Chile (Codelco) offiziell gegründet und übernahm sämtliche staatlichen Unternehmen der Kupferindustrie. Heute untergliedert sich der Konzern in die acht Divisionen Radomiro Tomic, Chuquicamata, Gabriela Mistral, Ministro Hales, Salvador, Andina, Ventanas und El Teniente, die nach ihren Arbeitszentren benannt sind und mit denen sieben Bergwerke und eine Raffinerie betrieben werden. Es gibt zahlreiche Tochterunternehmen und Beteiligungen an anderen Unternehmen in den Bereichen Bergbau, Handel, Elektrizität, Forschung und Technologie, verarbeitende Fabriken, Investition, Seehäfen sowie Gesundheit und Renten. In Deutschland sind das die Handelsgesellschaften Codelco Kupferhandel GmbH (100 % Codelco), die CK Metall Agentur GmbH (100 % Codelco Kupferhandel GmbH) und die Deutsche Giessdraht GmbH (40 % Codelco Kupferhandel GmbH, 60 % Aurubis A.G.).[2][4][5]

Positionierung auf dem Markt

Etwa die Hälfte der Kupferreserven Chiles gehören Codelco. Das sind ungefähr ein Fünftel der weltweiten Vorkommen. Im Jahr 2004 produzierte das Unternehmen 1,9 Millionen Tonnen Feinkupfer; 13 % der Weltproduktion. Bei einem Umsatz von knapp 11 Mrd. $ erwirtschaftete Codelco im Jahr 2005 4,9 Mrd. $ Gewinn vor Steuern. Allein im ersten Halbjahr 2006 wurden schon 4,6 Mrd. $ Gewinn verzeichnet, doppelt so viel wie im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Im Jahr 2005 wurde kurzzeitig ein Börsengang in Betracht gezogen, bei dem der Staat jedoch die Mehrheit behalten sollte. Dies wurde aber nach der Wahl von Michelle Bachelet zur chilenischen Ministerpräsidentin im Januar 2006 nicht mehr debattiert. Codelco profitiert stark von dem Boom in der Volksrepublik China. Die wachsende Nachfrage trieb die Kupferpreise nach oben und sicherte die Auftragslage.

Im I. Quartal 2010 stieg die produzierte Kupfermenge trotz des schweren Erdbebens in der Region um 12.000 Tonnen auf insgesamt 402.000 Tonnen. Daneben förderte Codelco 4.000 Tonnen Molybdän. Der Codelco-Vorstand rechnet damit, 2010 1,7 Mio. Tonnen Kupfer zu produzieren.

Vorgestellt wurden die Zahlen von Diego Hernandez, dem neuen CEO. Der Vorsteuergewinn stieg stark von 275 Mio. im Vorjahr auf 1,48 Mrd. US-Dollar in 2010 infolge der deutlich gestiegenen Kupferpreise. Codelco gibt seine Gewinne komplett an den chilenischen Staat weiter. Das Unternehmen reformiert sich und der Einfluss von Politik und Staat wird geringer. Anders als seine Vorgänger hat Pinera nicht mehr das Recht den Vorstandsvorsitzenden von Codelco zu bestimmen (sondern nur noch den sog. Chairman).

Internationale Expansion

Das Unternehmen besitzt Bergwerke in Argentinien, Chile, Peru, Kanada, Pakistan und den USA. 2001 hat Codelco zusammen mit der kanadischen Noranda den Kupferproduzenten Río Algom für 800 Millionen US-Dollar gekauft. Codelco erkundet das Regenwaldgebiet Intag in Ecuador.[6][7]

Bergwerke

Codelco betreibt die folgenden Kupferbergwerke in Chile (geordnet von Süden nach Norden):[2]

  • El Teniente - In Betrieb seit 1905. Das größte Untertage-Kupferbergwerk der Welt. Es hat das größte bekannte Kupfererzvorkommen mit einem Inhalt von rund 100 Megatonnen Feinkupfer. Die Gesamtlänge der aufgefahrenen Grubenbaue beträgt mehr als 3000 Kilometer. Es liegt mit seiner emblematischen Geisterstadt Sewell im Andenhochgebirge, etwa 80 km südlich von Santiago de Chile.[8][2]
  • Andina (Río Blanco) - In Betrieb seit 1970. Tagebau und Untertagebau.
  • Salvador - In Betrieb seit 1959. Tagebau und Untertagebau.
  • Ministro Hales - In Betrieb seit 2010. Tagebau.
  • Gabriela Mistral - In Betrieb seit 2008. Tagebau.
  • Chuquicamata - In Betrieb seit 1915. Der größte Tagebau der Welt. Er liegt etwa 15 km nördlich der Stadt Calama.
  • Radomiro Tomic - In Betrieb seit 1997. Tagebau.

Statistiken

Corporación Nacional del Cobre de Chile[2] (kurz Codelco - Chile), Jahresergebnisse des Gesamtkonzerns
Jahr Mitarbeiter Überschuss
Millionen USD
Kupfer
kt
Molybdän
kt
Silber
t
Gold
t
Schwefelsäure
kt
2015[3] 1075 1891 28
2014[2] 64418 3033 1841 31 635 2,6 2988
2013[9] 66979 3889 1792 23 290 2,3 2767
2012[9] 74726 7805 1758 20 284 2,4 3130
2011[2] 63311 7033 1796
2010[10] 60588 5799 1760 22 394 3,5 3400
2009[10] 66517 3948 1782 22
2008[10] 58098 4970 1548
2007[10] 61500 8460 1665
2006[10] 50584 9215 1783
2005[11] 50721 4901 1831 37
2004[11] 45390 3301 1840 32
2003[11] 43529 606 1674
2002[11] 43496 369 1630
2001[11] 36285 412 1699
1971[12] 421 571

Gesamtproduktion Codelco von 1971 bis Mai 2014: 54,7 Millionen Tonnen Feinkupfer.[12]
Gesamtüberschuss Codelco von 1971 bis 2014: 115 Milliarden US-Dollar.[2]
Reserven 2014: 125 Megatonnen Feinkupfer (32 % der Reserven Chiles, 9 % der Weltreserven)[2]

Siehe auch

Weblinks

Anmerkungen

  1. Zur Firma Kennecott siehe: Kennecott Corporation History Lehman Brothers Collection Kennecott Coper Corporation Río Tinto, Kennecott Our History
  2. Zur Familie Guggenheim siehe: Meyer Guggenheim und Liebe im Gold-Sal. In: Der Spiegel. Nr. 21, 1978 (online).
  3. Zum Unternehmen siehe Anaconda Copper in der englischsprachigen Wikipedia.

Einzelnachweise

  1. codelco.com
  2. a b c d e f g h i j k l Codelco Chile (Hrsg.): Memoria Anual 2014. Santiago de Chile April 2015 (codelco.com [PDF; abgerufen am 18. April 2015]).
  3. a b Pressemitteilung Codelco, 24. März 2016
  4. Alexander Sutulov, Carlos Correa Iglesias, Andrés Zauschquevich: El Cobre Chileno. Hrsg.: Corporación del Cobre. Universitaria, Santiago de Chile 1975 (memoriachilena.cl [abgerufen am 2. Mai 2015]).
  5. El Cobre. In: Sociedad Nacional de Míneria (Hrsg.): 100 años de minería en Chile. 1. Auflage. Sociedad Editora Lead Ltda., Santiago de Chile 1983, S. 123–198 (memoriachilena.cl [abgerufen am 10. Mai 2015]).
  6. Habitantes de Íntag preocupados por la exploración minera. Abgerufen am 16. Dezember 2013 (spanisch).
  7. Susy Garbay: Participación y activismo: La población de Intag frente a la explotación minera. (PDF; 80 kB) Abgerufen am 16. Dezember 2013 (spanisch).
  8. Codelco Dirección de Comunicaciones (Hrsg.): El Teniente. Minería del futuro. 2011 (codelco.com [PDF; abgerufen am 28. März 2015]).
  9. a b Thomas Keller Lippold, Iván Arriagada Herrera: Resultados Codelco Año 2013. Conferencia de Prensa 28 de marzo de 2014. Hrsg.: Codelco-Chile. 28. März 2014 (codelco.com [PDF; abgerufen am 16. Januar 2015]).
  10. a b c d e Codelco Chile (Hrsg.): Memoria Anual 2010. Santiago de Chile April 2011 (codelco.com [PDF; abgerufen am 1. Juni 2015]).
  11. a b c d e Codelco Chile (Hrsg.): Memoria Anual 2005. Santiago de Chile April 2006 (codelco.com [PDF; abgerufen am 1. Juni 2015]).
  12. a b 43 años. Cuando Codelco crece, Chile se desarrolla. In: Codelco Chile (Hrsg.): Codelco Informa. Nr. 45. Santiago de Chile Juli 2014 (codelco.com [abgerufen am 13. Mai 2015]).
CIPEC

Die CIPEC (von franz.: Conseil intergouvernemental des pays exportateurs de cuivre; deutsch: Internationale Gemeinschaft Kupfer exportierender Länder) war von 1967 bis 1988 eine internationale Organisation, deren Ziele die Bildung eines Kartells zur Beeinflussung des Kupferpreises und die Vertiefung der gegenseitigen Zusammenarbeit waren.

Chile

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Chile (Aussprache: [ˈt͜ʃiˑle], dt. auch [ˈçiːle], [ˈkiːle]), amtlich República de Chile (deutsch Republik Chile), ist ein Staat im Südwesten Südamerikas, der den westlichen Rand des Südkegels (Cono Sur) des Kontinents bildet. Chile erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung zwischen den Breitengraden 17° 30′ S und 56° 0′ S; somit beträgt die Nord-Süd-Ausdehnung rund 4200 Kilometer. In west-östlicher Richtung liegt Chile zwischen dem 76. und dem 64. westlichen Längengrad und besitzt eine Ausdehnung von durchschnittlich weniger als 200 Kilometern. Wegen dieser – durch seine Lage am Westhang der Andenkordillere bedingten – ungewöhnlichen Form wird Chile schon seit seiner Entdeckung häufig „das langgestreckte Land“ genannt. Das Land grenzt im Westen und Süden an den Pazifischen Ozean, im Norden an Peru (auf einer Länge von 160 Kilometern), im Nordosten an Bolivien (861 km) und im Osten an Argentinien (5308 km). Die Gesamtlänge der Landgrenzen beträgt 6329 Kilometer. Daneben zählen die im Pazifik gelegene Osterinsel (Rapa Nui), die Insel Salas y Gómez, die Juan-Fernández-Inseln (einschließlich der Robinson-Crusoe-Insel), die Desventuradas-Inseln sowie im Süden die Ildefonso-Inseln und die Diego-Ramírez-Inseln zum Staatsgebiet Chiles. Ferner beansprucht Chile einen Teil der Antarktis. Über die vollständig zu Chile gehörende Magellanstraße hat das Land Zugang zum Atlantischen Ozean.

Der moderne souveräne Staat Chile gehört zu den wirtschaftlich und sozial stabilsten und wohlhabendsten Ländern Südamerikas mit einer einkommensstarken Wirtschaft und einem hohen Lebensstandard. Es führt die lateinamerikanischen Nationen in Bezug auf menschliche Entwicklung (44. Platz, 2017), Wettbewerbsfähigkeit, Pro-Kopf-Einkommen, Globalisierung, Friedenszustand, wirtschaftliche Freiheit und geringes Korruptionsempfinden an. Nach Einschätzung der Weltbank ist Chile ein Schwellenland mit einem Nettonationaleinkommen im oberen Mittelfeld.

Es hat auch einen hohen regionalen Stellenwert in Bezug auf die Nachhaltigkeit des Staates und die demokratische Entwicklung. Chile ist Mitglied der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und trat 2010 bei. Derzeit weist Chile nach Kanada die niedrigste Mordrate in Amerika auf. Chile ist Gründungsmitglied der Vereinten Nationen, der Union der Südamerikanischen Nationen (UNASUR), der Gemeinschaft Lateinamerikanischer und Karibischer Staaten (CELAC) und der Pazifik-Allianz.

Chile ist durch die globale Erwärmung ernsthaft gefährdet und hat seit Anfang der 90er Jahre mindestens 37 % seiner Wasserressourcen verloren.

Chuquicamata

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Chuquicamata ist ein Kupfertagebau in der nordchilenischen Atacama-Wüste in der Región de Antofagasta. Er ist einer der größten Kupfertagebaue der Welt.

Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum – Leibniz-Forschungsmuseum für Georessourcen (DBM) ist mit rund 365.700 Besuchern (2012) pro Jahr eines der meistbesuchten Museen Deutschlands. Es ist das größte Bergbaumuseum der Welt und zugleich Forschungsinstitut für Montanarchäologie und Archäometrie sowie Dokumentationszentrum und Archiv im Bereich der Montangeschichte.

Übertägige Ausstellungen von etwa 12.000 m² und ein originalgetreues Anschauungsbergwerk unterhalb des Museumsgeländes mit ca. 2,5 km Streckenlänge (derzeit begehbar 850 m) geben den Besuchern Einblicke in die Welt des Bergbaus. Forschungsschwerpunkte der Wissenschaftler sind die Geschichte und Technik des Montanwesens sowie Dokumentation und Schutz von Kulturgut. Das Museum ist als Forschungseinrichtung Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Träger sind die DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH sowie die Stadt Bochum.

Der Etat der Einrichtung beträgt 2013 € 10.555.000, davon tragen Bund und Land je 39 %, Stadt Bochum und DMT-LB je 11 %. Das DBM hat 140 Beschäftigte (2012).Förderverein des Museums ist der eingetragene Verein Vereinigung der Freunde von Kunst und Kultur (VFKK), der auch die Zeitschrift Der Anschnitt herausgibt. Das Deutsche Bergbau-Museum Bochum ist Teil der Route der Industriekultur und beherbergte das größte der fünf Besucherzentren, die im Kulturhauptstadtjahr 2010 als kulturtouristische Drehscheiben der Metropole Ruhr fungierten, und seitdem zentrale Startpunkte für Erkundigungen in das ganze Ruhrgebiet sind.

El Teniente (Bergwerk)

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El Teniente ist ein Kupferbergwerk in Chile. Es hat das größte bekannte Kupfererzvorkommen mit einem Inhalt von 100 Megatonnen Kupfer und den größten Untertagebau, für den bisher mehr als 3000 km Strecken vorgetrieben wurden. Die Grube liegt in einem erloschenen Vulkan im Andenhochgebirge. Der Erzabbau erfolgt von unterhalb der Lagerstätte durch Absenken des höherliegenden Gesteins. Das Bergwerk mit einem enormen Hüttenwerk und der emblematischen Minenstadt Sewell wurde ab 1905 von US-amerikanischen Unternehmern industriell aufgebaut und seitdem kontinuierlich betrieben und erweitert. 1971 verstaatlicht, gehört es heute zum chilenischen Staatskonzern Codelco. Im Jahr 2015 wurden mit 4.750 Beschäftigten 471.157 Tonnen Feinkupfer produziert und ein Überschuss von 624 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Ab 2020 werden in einer vollständig neu angelegten, hochautomatisierten Grube die Fahrzeuge für Abbau und Transport des Erzes aus einem externen Kontrollzentrum ferngesteuert. Bis 2064 ist die Produktion von weiteren 17 Megatonnen Feinkupfer geplant.

Estadio El Teniente

Das Estadio El Teniente ist ein Fußballstadion mit Leichtathletikanlage in der chilenischen Stadt Rancagua, die rund 86 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago de Chile liegt. Der örtliche Fußballverein Club Deportivo O'Higgins trägt in der Sportstätte seit seiner Gründung 1955 seine Heimspiele aus. Die Anlage liegt an der Avenida Capitán Ramón Freire, inmitten eines Wohngebietes.

Grubenunglück von San José

Das Grubenunglück von San José ereignete sich am Donnerstag, dem 5. August 2010, um 14 Uhr (UTC−4) in dem Kupfer- und Goldbergwerk von San José, 45 Kilometer nordwestlich von Copiapó in Chile. Die infolge eines Bergschlags eingestürzte Wendelstrecke schloss 33 Bergleute 700 Meter unter Tage ein. In der bereits im 19. Jahrhundert eröffneten Grube war es schon früher zu Unfällen und zeitweise zu Schließungen gekommen. Sicherheitsauflagen waren nur teilweise erfüllt worden. Die Eingeschlossenen wurden nach über zwei Wochen völliger Abgeschiedenheit mit ersten Rettungsbohrungen erreicht. Zu diesem Zeitpunkt hielten sie sich in etwa 700 Meter Teufe und etwa 5 km Weglänge vom Mundloch entfernt auf. Nach 69 Tagen gelang es, mit einer international vielbeachteten Rettungsaktion alle eingeschlossenen Bergleute zu befreien.

Kunza

Kunza heißt die ursprüngliche Sprache der Lickan Antai, einer indigenen Bevölkerungsgruppe in den andinen Oasen der Atacama-Wüste im Norden Chiles. Sie ist praktisch eine tote Sprache, die gegenwärtig nur noch in spezifischen rituellen Gesängen und Toponymen vorkommt.

Kupfer/Tabellen und Grafiken

Hier werden Tabellen und Grafiken mit Angaben zum Thema Kupfer dargestellt.

Kupferbergbau

Der Kupferbergbau begann in Mitteleuropa während der Kupfersteinzeit. Von der Bronzezeit bis ins 17. Jahrhundert hatte er eine große wirtschaftliche Bedeutung, ab dem 18. Jahrhundert ging er wegen zu kleiner Lagerstätten merklich zurück. In den letzten Jahrzehnten wurde der Großteil der Bergwerke geschlossen.

Je etwa 20 % der heutigen Weltvorräte an Kupfererzen liegen in Afrika (Sambia, Kongo und Namibia), in Südamerika (Chile und Peru) und in den USA (Abbau seit etwa 1840), gefolgt von Kanada, Indonesien, Australien, der Mongolei und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion.

Liebherr T282

Der Liebherr T 282 ist ein zweiachsiger Großmuldenkipper für den Einsatz im großen Tagebau. Der T 282 hat einen der stärksten Antriebe bei kommerziellen Nutzfahrzeugen. Er wird in Newport News, Virginia, gefertigt.

Liste der chilenischen Botschafter in der Schweiz

Dies ist eine Liste der chilenischen Botschafter in der Schweiz. Das Dienstgebäude der Botschaft befindet sich in der Eigerplatz 5 Stock 3007, Bern.

Liste der größten Unternehmen in Chile

Die Liste der größten Unternehmen in Chile enthält die vom Wirtschaftsmagazin Latin Trade in der Liste „Top 500 Companies in Latin America“ veröffentlichten umsatzstärksten Unternehmen in Chile (ohne Banken und Versicherungen). In der Tabelle aufgeführt sind auch der Hauptsitz, der Nettogewinn, die Anzahl der Mitarbeiter und die Branche. Die Zahlen sind in Millionen US-Dollar angegeben und beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2006.

Orlando Letelier

Orlando Letelier del Solar (* 13. April 1932 in Temuco; † 21. September 1976 in Washington, D.C., USA) war ein chilenischer Diplomat und Politiker. Er wurde im US-amerikanischen Exil auf Befehl des Diktators Augusto Pinochet durch Agenten der chilenischen Geheimpolizei DINA ermordet. Der Mordanschlag in Washington belastete das Verhältnis zwischen Chile und den USA und veranlasste die US-Regierung unter anderem dazu, ihre Unterstützung für die Operation Condor einzustellen.

Orlando Letelier ist Vater des chilenischen Senators Juan Pablo Letelier.

Schalker Eisenhütte

Die Schalker Eisenhütte Maschinenfabrik GmbH, eigene Kurzbezeichnung Schalke, hatte ihren Sitz in Gelsenkirchen-Schalke, bevor die Gesellschaft 2013 nach Bochum umzog. Dabei blieb der Standort in Gelsenkirchen jedoch bis heute als Produktionsstätte erhalten. Das Unternehmen entwickelt und produziert heute Schienenfahrzeuge, früher auch Kokereimaschinen. Heute arbeiten 40 % aller Mitarbeiter in der Konstruktion und 30 % aller Mitarbeiter produzieren am Standort in Gelsenkirchen.

Sewell

Sewell (spanische Aussprache [ˈsuwe̞l]) war eine Industriestadt in Zentral-Chile und ist heute ein Weltkulturerbe der UNESCO.

Transition in Chile

Die Transition in Chile (spanisch: transición) bezeichnet den Wechsel der Form des politischen Systems in Chile von der Diktatur unter Augusto Pinochet ab etwa 1988 bis zur Verfassungsreform von 2005. Verschiedene Wissenschaftler sehen ihn bis heute nicht als abgeschlossen an.

Als wichtige Etappen gelten das Referendum von 1988, die Präsidentschaftswahl von 1989, die Festnahme Pinochets 1998 sowie die Verfassungsreform von 2005.

Verfassung Chiles

Die heutige Verfassung der Republik Chile stammt aus dem Jahre 1980. Sie wurde durch die damals herrschende Militärregierung erarbeitet und am 11. September 1980 in einer Volksabstimmung, die unter großem Druck stattfand und nicht demokratischen Kriterien entsprach, mit 67 % angenommen. 1989 wurden in einer weiteren Volksabstimmung unter ähnlichen Bedingungen einige Änderungen angenommen. Am 16. August 2005 änderte das chilenische Parlament nochmals die Verfassung in zentralen Punkten.

Seit 1833 wird Chile demokratisch regiert, mit Ausnahme von wenigen Monaten kurzlebiger diktatorischer Regime und der Diktatur Augusto Pinochets von 1973 bis 1990. Außer während der so genannten "Parlamentarischen Republik" von 1890 bis 1925 wurde das Land immer durch ein präsidentielles System regiert.

Wirtschaft Chiles

Gemessen am Pro-Kopf-Einkommen in US-Dollar ist Chile das reichste Land Lateinamerikas. Beim Pro-Kopf-Einkommen in Kaufkraftparitäten liegt Chile auf Platz zwei in Lateinamerika mit rund 24.500 US-Dollar pro Kopf; es beträgt also ungefähr ein Drittel des deutschen. Die Wirtschaftsordnung ist marktwirtschaftlich orientiert: Die meisten Bereiche sind liberalisiert und privatisiert, die Staatsquote beträgt mit 22 % deutlich weniger als die Hälfte Deutschlands und nur wenig mehr als die der USA.

Chile ist das exportstärkste Land Südamerikas. Die Exporte machen etwa ein Drittel des BIP aus, was etwa der deutschen Exportquote entspricht. Exportiert werden vor allem Rohstoffe, in erster Linie Kupfer und landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Wein, Holz und Fischereiprodukte. Das Land verfügt über die größten bekannten Kupfervorkommen der Welt (ca. 40 %) und ist der weltgrößte Kupferexporteur. Die Kupfererlöse trugen 2008 zu 25 % der Staatseinnahmen, 17,5 % des BIP und 59 % der Exporte bei. Nach Norwegen ist Chile heute der zweitgrößte Lachsproduzent der Welt.Chile ist Mitglied der APEC (Asia Pacific Economic Cooperation), assoziiertes Mitglied des Mercosur und seit Mai 2010 Mitglied der OECD.

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