Chaim Rabin

Chaim Menachem Rabin (* 22. November 1915 in Gießen; † 13. Mai 1996 in Jerusalem) war ein in Deutschland geborener israelischer Hebraist und Sprachwissenschaftler. Er war unter anderem mit Franz Baermann Steiner befreundet. Einen Schwerpunkt seiner Forschungen bildeten die Textfunde von Qumran. Er war Professor an der Hebräischen Universität Jerusalem für Hebräisch und semitische Sprachen.

Chaim Rabins Interessen erstreckten sich über alle Aspekte der hebräischen Linguistik, sogar bis zum Arabischen, insbesondere Übersetzungen der alten Sprache der Bibel, der Schriftrollen vom Toten Meer und das detaillierte Studium mittelalterlicher Codices. Er war Hauptherausgeber der Bibelausgabe der Hebräischen Universität.

Rabin war auch von Einfluss auf das in Israel publizierte Wörterbuch der modernen israelischen Sprache. Für die Ausbildung israelischer Übersetzer leistete er Pionierarbeit.

Rabin war ein Mitglied der 1953 gegründeten Akademie der Hebräischen Sprache.

Werke (Auswahl)

  • mit Hayim M. Nahmad: Everyday Arabic: conversations in Syrian and Palestinian colloquial Arabic with vocabulary phonetic and grammatical introduction lists of useful culinary, military, political and commercial terms. Mit einem Vorwort von H. A. R. Gibb. Philadelphia : McKay, [1940 ?]
  • Arabic Reader. London: Lund Humphries 1947.
  • Hebrew Reader. London: Lund Humphries 1949.
  • Ancient West-Arabian. London: Taylor's Foreign Press 1951.
  • Maimonides, The guide of the perplexed, Einführung und Kommentar von Julius Guttmann. Aus dem Arabischen übersetzt von Chaim Rabin. London: East and West Library 1952.
  • The Zadokite Documents. Oxford: Clarendon 1954
  • „Alexander Jannaeus and the Pharisees“. in: Journal of Jewish Studies 7 (1956), pp. 3–11.
  • Qumran Studies. Oxford 1957
  • Aspects of the Dead Sea scrolls. Jerusalem: Magnes Press, Hebrew University, 1958
  • „The Linguistics of Translation“. in: A. D. Booth (ed.), Aspects of Translation (Studies in Communications 2), London: Secker & Warburg 1958, pp. 123ff
  • Studies in the Bible : edited on behalf of the Institute of Jewish Studies in the Faculty of Humanities. Jerusalem: Magnes Press, Hebrew University 1961
  • „Etymological Miscellanea“, in: Scripta Hierosolymitana 8 (1961), pp. 384–400.
  • Essays on the Dead Sea scrolls. In memory of E. L. Sukenik. Jerusalem : Hekhal Ha-Sefer, 1961
  • Jigael Jadin (edited with commentary), The scroll of the War of the Sons of Light against the Sons of Darkness, translated by Batya and Chaim Rabin. London: Oxford University Press 1962.
  • Die Renaissance der hebräischen Sprache. Zürich : Israel-Informations-Büro, [1963]
  • mit Jigael Jadin: Aspects of the Dead Sea scrolls. Jerusalem: Magnes Press, Hebrew University 1965
  • The influence of different systems of Hebrew orthography on reading Efficiency. Jerusalem: The Israel Institute of Applied Social Research 1968.
  • Thesaurus of the Hebrew language in dictionary form. Jerusalem: Kiryat Sepher, 1970–1973
    • Thesaurus of the Hebrew ... ; Volume I. 1970
    • Thesaurus of the Hebrew ... ; Volume II. 1973
  • Qumran Studies. New York, Schocken, 1975.
  • Chaim Rabin (Editor): Bible Translation: An Introduction. Israel: Bialik, 1984 (zunächst auf Hebräisch erschienen in: Encyclopaedia biblica, 8 (1982), 737–870)
  • Die Entwicklung der hebräischen Sprache. Wiesbaden : Reichert in Komm., 1988 (Veröffentlichungen der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg, Nr. 2)
  • Rabin, Chaim und Zvi Raday: Otsar ha-milim. Milim, tserufim e-imrot. (Thesaurus of the Hebrew Language in Dictionary Form. Edited by Chaim Rabin and Dr. Zvi Raday. 3 Bände. Jerusalem, Sivan Press (1988) [Enthält: 1.) Band 1. A-L; 2.) Band 2. M-P; 3.) Band 3. TZ-T.]
  • Professor Chaim Rabin, Dr. Tzvi Raday: Hamilon HeHadash LaTanach (The New Bible Dictionary). hebräisch, 3 Bände. Jerusalem: Keter Publishing House, 1989
  • Semitic Languages - An Introduction. The Bialik Institute (Mosad Bialik) 1991
  • Linguistic Studies : Collected Papers in Hebrew and Semitic Languages. Jerusalem, Israel: Bialik Institute, 1999
  • The development of the syntax of post-biblical Hebrew. Leiden; Boston: Brill 2000. ISBN 90-04-11433-5.

Literatur

Weblinks

Dād

Ḍād (arabisch ضاد, DMG ḍād oder حرف الضاد, DMG ḥarf aḍ-ḍād ‚der Buchstabe Ḍād‘; in isolierter Form ض; transliteriert als ⟨ḍ⟩) ist der 15. Buchstabe des arabischen Alphabets. Es zählt zu den vier emphatischen Konsonanten des Arabischen sowie zu den vierzehn Sonnenbuchstaben. Ḍād ist einer der sechs jüngsten Buchstaben des arabischen Alphabets und wurde erst in islamischer Zeit entwickelt. Im Abdschad ist ihm der Zahlenwert 800 zugeordnet.

Die Aussprache des Ḍād zugeordneten Phonems /ḍ/, arabisch صوت الضاد, DMG ṣawt aḍ-ḍād ‚der Ḍād-Laut‘, wird für die moderne arabische Hochsprache meist als pharyngalisierter oder velarisierter stimmhafter alveolarer Plosiv (IPA: [dˁ] bzw. [dˠ]) angegeben, doch finden sich historisch und in Dialekten Abweichungen von dieser Aussprache. Laut der Meinung zahlreicher Wissenschaftler wurde Ḍād einst lateral oder lateralisiert artikuliert – ein Charakteristikum, das dem Arabischen den Beinamen „Sprache des Ḍād“ gab. Hinweise auf diese Aussprache finden sich in südarabischen Dialekten sowie in arabischen Lehnwörtern im Spanischen und Indonesischen.

In arabischen Alphabeten anderer Sprachen tritt Ḍād meist nur in Lehnwörtern auf, ohne ein eigenes Phonem zu repräsentieren.

Franz Baermann Steiner

Franz Baermann Steiner (geboren 12. Oktober 1909 in Karolinenthal, Österreich-Ungarn; gestorben 27. November 1952 in Oxford) war ein tschechoslowakisch-britischer Ethnologe und Dichter.

H. G. Adler

Hans Günther Adler (geboren am 2. Juli 1910 in Prag, Österreich-Ungarn; gestorben am 21. August 1988 in London) war ein tschechischer deutschsprachiger Dichter, Schriftsteller und Zeitzeuge der Shoah, der seit 1947 in London als Privatgelehrter im Exil lebte. Bekannt wurde er mit seinem wissenschaftlichen Werk Theresienstadt 1941–1945, Das Antlitz einer Zwangsgemeinschaft, das bis heute als Standardwerk gilt und 2017 in englischer Sprache erschien.Er war seit seiner Kindheit mit Franz Baermann Steiner befreundet, verwaltete dessen Nachlass, setzte sich für dessen dichterisches Werk ein und veröffentlichte dessen Gedichte.

Hebräische Sprache

Hebräisch (עברית ‘Ivrit, ) gehört zur kanaanäischen Gruppe des Nordwestsemitischen und damit zur afroasiatischen Sprachfamilie, auch semitisch-hamitische Sprachfamilie genannt.

Die Basis aller späteren Entwicklungsformen des Hebräischen ist die Sprache der heiligen Schrift der Juden, der hebräischen Bibel, deren Quellschriften im Laufe des 1. Jahrtausends v. Chr. entstanden und kontinuierlich redigiert und erweitert und schließlich um die Zeitenwende kodifiziert wurden. (Alt-)Hebräisch wird daher oft mit dem Begriff „Biblisch-Hebräisch“ gleichgesetzt, selbst wenn dies weniger sprachhistorisch als literaturhistorisch begründet ist: Althebräisch als die Sprache des größten Teiles des Alten Testamentes. In der Bibel wird die Sprache שְׂפַת כְּנַעַן sefat kena‘an („Sprache Kanaans“, Jes 19,18) oder יהודית; jehudith („jüdisch“; Jes 36,11 2Kö 18,26+28 2Chr 32,18 Neh 13,24) genannt. Nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf, sodass das Hebräische fortan in Konkurrenz zum Aramäischen stand und viele Einflüsse von diesem aufnahm.

Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 n. Chr. verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa und ins Exil. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, Alltagssprache zu sein. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular des Mittelhebräischen im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten.

Die Erneuerung des Hebräischen mit dem Ziel seiner Etablierung als jüdische Nationalsprache in Palästina begann im späten 19. Jahrhundert auf Initiative von Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“, den Vorläufer der Akademie für die hebräische Sprache, mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum noch gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. In der Folgezeit entstand das moderne Hebräisch (Ivrit), dessen Unterschiede zum biblischen Hebräisch im Schriftbild und der Morphologie äußerst gering, in der Syntax und dem Vokabular aber teilweise gravierend sind.

Hebräische Universität Jerusalem

Die Hebräische Universität von Jerusalem (hebräisch האוניברסיטה העברית בירושלים ha'universita ha'ivrit biruschalayim; arabisch الجامعة العبرية في القدس, DMG al-ǧāmi‘a al-‘ibriyya fī'l-quds) ist die älteste und zugleich bedeutendste Universität Israels mit weltweitem Ruf. Seit dem Jahr 2017 ist Asher Cohen Präsident der Universität. Die ersten Verwaltungsratsposten der Universität wurden unter anderem von Albert Einstein, Sigmund Freud, Martin Buber, Chaim Bialik und Chaim Weizmann bekleidet. Vier der insgesamt neun Ministerpräsidenten Israels sind Absolventen der Universität, welche mit acht Nobelpreisträgern und einem Fields-Medaillisten assoziiert wird.

Himyarische Sprache

Die himyarische Sprache (arabisch لغة حمير lughat Himyar, DMG luġat Ḥimyar ‚Sprache von Himyar‘) ist eine ausgestorbene Sprache, die in der Antike im heutigen Jemen, anscheinend von den Himyaren, gesprochen wurde. Sie gehört zu den semitischen Sprachen, aber möglicherweise nicht den altsüdarabischen (sayhadischen) Sprachen im engeren Sinne. Die genauere Einordnung innerhalb des Semitischen ist aufgrund der Dürftigkeit des bekannten Materials unbekannt.

Das Himyarische ist nur fragmentarisch durch Aussagen arabischer Gelehrter aus den ersten Jahrhunderten nach der Ausbreitung des Islams bekannt, die es als für Sprecher des Arabischen unverständlich beschrieben.

Israelische Gemeindecodes

Der Israelische Gemeindecode (hebräisch סמל) ist eine Gliederungscodierung, die vom Israelisches Zentralbüro für Statistik verwendet wird, um Statistiken feiner zu granulieren.

Kebra Negest

Das Kebra Nagast (auch Kebra Negast, altäthiopisch: ክብረ ነገሥት, phon. kəbrä nägäst)

oder Ruhm der Könige von Äthiopien ist ein auf Äthiopisch verfasster Bericht der Herkunft der solomonischen Kaiser von Äthiopien. Der vorhandene Text wurde Ende des 13. Jahrhunderts n. Chr. verfasst und wird von vielen äthiopischen Christen und Rastafari als gesicherte Darstellung angesehen. Das Buch berichtet nicht nur davon, wie die Königin von Saba König Salomo traf, mit ihm Menelik zeugte und wie die Bundeslade mit Menelik nach Äthiopien gelangte, sondern auch wie die Äthiopier von der Verehrung von Sonne, Mond und Sternen zur Anbetung des „Herrn, Gott von Israel“ übertraten.

Nekrolog 1996

Dies ist eine Liste im Jahr 1996 verstorbener bekannter Persönlichkeiten. Die Einträge erfolgen innerhalb der einzelnen Daten alphabetisch. Tiere sind im Nekrolog für Tiere zu finden.

Rabin

Rabin ist der Familienname folgender Personen:

Benjamin J. Rabin (1896–1969), US-amerikanischer Politiker

Chaim Rabin (1915–1996), in Deutschland geborener israelischer Hebraist und Sprachwissenschaftler

Dalia Rabin-Pelossof (* 1950), israelische Politikerin

Jitzchak Rabin (1922–1995), israelischer Premier und Träger des Friedensnobelpreises

Leah Rabin (1928–2000), Ehefrau von Jitzchak Rabin

Matthew Rabin (* 1963), US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler

Michael Rabin (Musiker) (1936–1972), US-amerikanischer Violinist

Michael O. Rabin (* 1931), israelischer Informatiker und Kryptologe

Monique Rabin (* 1954), französische Politikerin

Oscar Rabin (1899–1958), britischer Jazz- und Unterhaltungsmusiker

Trevor Rabin (* 1954), Rock-Gitarrist und Filmkomponistsowie der deutsche Name

der Gemeinde Rabyně in Tschechien

der Ansiedlung Rábín in TschechienSiehe auch:

Rąbiń, ein Ortsteil der Gemeinde Krzywiń in Woiwodschaft Großpolen

Rabin-Kryptosystem, ein asymmetrisches Kryptosystem

Semitische Sprachen

Die semitischen Sprachen sind ein Zweig der afroasiatischen Sprachfamilie. Sie werden heute von ca. 260 Millionen Menschen in Vorderasien, in Nordafrika und am Horn von Afrika gesprochen. Wichtige semitische Sprachen sind Arabisch, Hebräisch, die neuaramäischen Sprachen, eine Reihe von in Äthiopien und Eritrea gesprochenen Sprachen wie Amharisch und Tigrinya sowie zahlreiche ausgestorbene Sprachen des Alten Orients wie Akkadisch. Zu den semitischen Sprachen zählt auch das in Europa beheimatete Maltesische.

Die Bezeichnung „semitisch“ wurde 1781 von dem Göttinger Philologen August Ludwig von Schlözer geschaffen. Sie lehnt sich an die biblische Person Sem an, die als Stammvater der Aramäer, Assyrer, Elamiter, Chaldäer und Lyder gilt.

Shemaryahu Talmon

Shemaryahu Talmon (* 1920 in Skierniewice, Polen als Shemaryahu Zalmonovitch; † 15. Dezember 2010 in Jerusalem) war Judah L. Magnes Professor für Bibelwissenschaften an der Hebräischen Universität von Jerusalem.

In anderen Sprachen

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