Castro de Borneiro

Castro de Borneiro ist eine archäologische Fundstätte in Galicien, ein Beispiel für eine befestigte Siedlung der Castrokultur des 1. Jahrtausends v. Chr. (späte Bronzezeit und Eisenzeit).

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Innenbereich der Anlage

Lage

Die Fundstätte liegt auf dem Gebiet der Gemeinde Cabana de Bergantiños in der Parroquia Borneiro. Zwei Kilometer südlich des Ortskerns von Cabana liegt an der Straße AC-430 ein ausgeschilderter Besucherparkplatz. Von dort aus führt ein Waldweg hinauf zu der Siedlung. Sie liegt auf einem Bergrücken in rund 200 Meter Höhe, oberhalb eines Baches.

Beschreibung

Die Struktur der Anlage ist durch die Grundmauern der Gebäude und den umgebenden Wall gut erkennbar. Die Anlage misst 90 m × 55 m. Der Wall umschließt sie mit Ausnahme der Ostseite, wo der steile Abhang eine natürliche Verteidigung bietet. Am Haupttor an der Ostseite befindet sich ein Quartier außerhalb der Mauern. Dieser Gebäudekomplex besteht aus einer großen ovalen Behausung, zwei Brunnen mit Abfluss und einem runden Ofen, der zu seiner Zeit überdacht gewesen sein muss. Die Häuser im Inneren sind rund oder rechteckig mit gerundeten Ecken. Verglichen mit anderen Castro-Siedlungen sind sie relativ groß.

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Bauten am Osteingang

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Haus im Inneren

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Wall

Castro de Borneiro war das erste galicische Castro, dessen Alter mit der Radiokarbonmethode bestimmt wurde. Es war vom vierten bis zum ersten Jahrhundert vor Christus besiedelt. Anzeichen von Romanisierung wurden nicht gefunden.

1924 entdeckten Isidro Parga Pondal und Pérez Bustamante die Siedlung. Die Ausgrabungen begannen in den 1930er Jahren unter Sebastián González García-Paz. Unter Jorge Juan Eiroa wurden sie in den 1970er Jahren fortgesetzt. In den 1980er Jahren leitete Ana Romero Masiá die Ausgrabungsarbeiten. In dieser Zeit wurden viele Keramikscherben gefunden sowie Gefäße aus Bronze und Eisen, Formen für den Eisenguss und andere Gegenstände. Sie sind im archäologischen Museum in A Coruña ausgestellt. 36 Gebäude wurden ausgegraben; das sind ungefähr drei Viertel des Gesamtbestandes.

Siehe auch

Weblinks

Koordinaten: 43° 11′ 40,6″ N, 8° 57′ 8,6″ W

Cabana de Bergantiños

Cabana de Bergantiños ist eine Gemeinde an der Costa da Morte im Norden Galiciens.

Castro von Santa Trega

Das rekonstruierte Castro von Santa Trega (spanisch Santa Tecla) ist eine archäologische Stätte am Monte de Santa Tecla, südlich von A Guarda (spanisch La Guardia) in der Provinz Pontevedra, oberhalb der Mündung des Rio Miño, der die Grenze zu Portugal bildet, im südwestlichen Galicien in Spanien.

Das Castro oder Chafurdão gehört zur in Galicien verbreiteten keltischen Castrokultur und ist eines der meistbesuchten galicischen Castros. Es wurde 1913 anlässlich des Baus einer Schnellstraße entdeckt. Vorherrschend sind Rundbauten, aber es gibt auch ovale und quadratische, letztere mit römischem Einfluss. Im Jahr 1931 wurde es zum National Monument erklärt.

Auf dem Berg sind Petroglyphen zu sehen, die etwa 2.000 Jahre älter sind als das Fort, das nach Ergebnissen der Ausgrabung durch Antonio de la Peña Santos in den 1980er Jahren zwischen dem 1. Jahrhundert v. Chr. und nach Beginn der Romanisierung von Galizien, im 1. Jahrhundert n. Chr. in Nutzung war. Dann begann ein langwieriger Prozess der Nutzungsaufgabe, der in spätrömischer Zeit durch sporadische Besetzungen unterbrochen wurde. Der Hügel wurde seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. von Kelten besiedelt. Die in den Grundrissen erhaltene Anlage wurde teilweise rekonstruiert. Fundstücke der Ausgrabung können in dem kleinen Museum besichtigt werden.

Castro von Santa Trega

Castrokultur

Castrokultur (portugiesisch: Cultura Castreja, galicisch: Cultura Castrexa, spanisch: Cultura Castreña) ist eine zusammenfassende archäologische Bezeichnung für eisenzeitliche Kulturen auf der nordwestlichen Iberischen Halbinsel, die seit dem Ende der Bronzezeit (1. Jahrtausend v. Chr.) bis ins 1. Jahrhundert v. Chr. bestanden. Zwischenzeitlich gab es Kritik an diesem Konzept.

Galicien

Galicien ([geˈlɪʃ(i)ɘ] (spanisch Galicia [gaˈliθja], galicisch Galicia oder portugiesisch Galiza [gaˈliza]; offiziell galicisch Comunidade Autónoma de Galicia, spanisch Comunidad Autónoma de Galicia) ist eine Autonome Gemeinschaft im Nordwesten Spaniens. Sie gliedert sich in die vier Provinzen A Coruña, Lugo, Ourense und Pontevedra.

Der Name geht auf die Gallaeker (lateinisch Gallaeci) zurück, eine Gruppe keltisch beeinflusster Völker, die im Altertum in der Region siedelten.

Pedra Formosa

Die Pedra Formosa (deutsch „Schöner Stein“) im Norden Portugals sind ein Merkmal der Castrokultur. Die Steinkompositionen tragen oft umfangreiche stilisierte Gravierungen auf der Frontseite.

Die Monumente bestehen aus einer Vorhalle mit einer runden Kammer mit Kraggewölbe (und Feuerspuren) und der eigentlichen Pedra Formosa, einem bedachten Raum aus Steintafeln. Der Zugang ins Innere des Bauwerks ist stets niedrig und eng. Die Monumente werden zumeist am Rand von Siedlungen gefunden, mitunter an der äußeren Mauer, in anderen Fällen, wie bei der Citânia de Sanfins, bei Paços de Ferreira auch außerhalb der Mauern. Die West-Ost ausgerichteten Anlagen werden gewöhnlich als Gräber gedeutet (Cardozo 1976). A. Nunes (1993) deutet sie als Ort von Übergangs- oder Fruchtbarkeitsriten.

Bekannt wurden die sämtlich in der Nähe von Braga und Porto gelegenen Monumente:

Citânia de Briteiros (von F. Martins Sarmento im 19. Jahrhundert ergraben),

Citânia de Sanfins

Santa Maria de Galegos/Barcelos

Freixo, (Tongobriga)

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