Carl Theodor Welcker

Karl Theodor Georg Philipp Welcker (* 29. März 1790 in Ober-Ofleiden bei Homberg (Ohm), Landgrafschaft Hessen-Darmstadt; † 10. März 1869 in Neuenheim, Großherzogtum Baden) war ein deutscher Rechtswissenschaftler und Politiker. Er saß im Verfassungsausschuss der Frankfurter Nationalversammlung.

CarlTheodorWelcker1848
Porträt Carl Theodor Welcker, Lithographie um 1848 nach einer Zeichnung von Valentin Schertle

Leben

Welcker-grab
Welckers Grab auf dem Bergfriedhof (Heidelberg)

Carl Theodor Welcker war eines von 17 Kindern des Pfarrers Heinrich Friedrich Welcker und der Johannette Welcker, geb. Strack. Sein älterer Bruder Friedrich Gottlieb Welcker war ein berühmter Altphilologe.

Carl Theodor Welcker studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Gießen und Heidelberg. In Gießen war er seit dem 18. August 1806 immatrikuliert und seit 1807 Mitglied des Corps Franconia II.[1] Zusammen mit Friedrich Ludwig Weidig und Adolf Ludwig Follen war er an der unerlaubten Wiedergründung der Landsmannschaft Franconia am 8. Mai 1809 beteiligt. Diese wurde am 1. Juli desselben Jahres[2] von den Behörden aufgelöst, allerdings 1811 ein weiteres Mal gegründet. In Heidelberg ist Welcker als Angehöriger der Landsmannschaft der Oberrheiner nachgewiesen.[3]

Im Jahr seiner Habilitation 1813 veröffentlichte Welcker als Privatdozent seine Schrift Die letzten Gründe von Recht, Staat und Strafe. Die Universität Gießen berief ihn 1814 zum ordentlichen Professor der Rechtswissenschaften. 1814 hatte er in einer Rede über Deutschlands Freiheit ein starkes Deutschland mit einem wiederhergestellten Kaisertum und die Besinnung auf germanisch-christliche Traditionen bei scharfer Ablehnung aller französischen, überhaupt ausländischen Ideen gefordert, da er von der politischen Entwicklung enttäuscht war. Welcker nahm zusammen mit über 100 weiteren Gießener Studenten 1814 als Freiwilliger eines Jägerbataillons an den Befreiungskriegen teil.

Nach seiner Rückkehr lehrte Welcker als Professor Rechtswissenschaften an den Universitäten Kiel (1814–1816), Heidelberg (1816–1819), Bonn (1819–1822) und Freiburg im Breisgau (1822–1832, 1840/41). In Kiel war er zusammen mit Friedrich Christoph Dahlmann, August Twesten und Nikolaus Falck Herausgeber der frühliberalen Kieler Blätter, die von den deutschen Fürsten die Einhaltung ihres Verfassungsversprechens einforderten. Als führender Vertreter des süddeutschen Liberalismus war er von 1831 bis 1851 Mitglied der Zweiten Badischen Kammer und wurde bereits 1832 wegen seiner politischen Betätigung in den Ruhestand versetzt.

Weitere wichtige Lebensstationen Welckers waren 1847 die Teilnahme an der Heppenheimer Tagung und 1848/49 als Abgeordneter an der Frankfurter Nationalversammlung. 1848 war er Mitglied des Vorparlaments.[4] Er gehörte dort zuerst zur Casino-Fraktion und ab Dezember 1848 zur Fraktion Pariser Hof. Neben Friedrich Daniel Bassermann, Friedrich Christoph Dahlmann, Georg Waitz und Johann Gustav Droysen war er Mitglied des Verfassungsausschusses, dessen Aufgabe die Ausarbeitung einer gesamtdeutschen Verfassung war. Er lieferte sich heftige Rededuelle mit dem Gießener Abgeordneten Carl Vogt. In dieser Zeit wurde er Ehrenmitglied der Freimaurerloge Zur Einigkeit in Frankfurt am Main.

ADL Hambacher Tuch Carl Theodor Welcker
Carl Theodor Welcker auf dem Hambacher Tuch

Welcker wirkte von März bis Juli 1848 als badischer Bundestagsgesandter, von Mai bis Juli 1848 als badischer, später auch als lauenburgischer Bevollmächtigter bei der Provisorischen Zentralgewalt in Frankfurt, von August bis Oktober als außerordentlicher Gesandter der Provisorischen Zentralgewalt in Schweden sowie im Oktober und November 1848 als Reichskommissar in Österreich.

Welcker war ab März 1832 zusammen mit Karl von Rotteck in Freiburg im Breisgau Herausgeber und Redakteur der liberalen Zeitung Der Freisinnige, die mehrfach verboten wurde. Zusammen mit Rotteck gab er von 1834 bis 1843 die erste Auflage des Staats-Lexikons (Rotteck-Welckersches Staatslexikon) in 15 Bänden heraus, das zu seiner Zeit eine der Grundlagen liberaler Weltsicht bildete. Die zweite (12 Bde., 1845–1848) und dritte Auflage (14 Bde., 1856–1866) betreute er nach Rottecks Tod 1840 allein.

Ehrungen

In Hamburg wurde eine Straße in der Neustadt nach Welcker benannt und ein zwischenzeitlich abgerissener Brunnen vor dem Logenhaus der Vereinigten 5 Logen errichtet. In Bonn gibt es eine Welckerstraße im alten Regierungsviertel.

Siehe auch

Schriften

  • Die letzten Gründe von Recht, Staat und Strafe. Philosophisch und nach den Gesetzen der merkwürdigsten Völker rechtshistorisch entwikkelt, Gießen 1813.
  • Jury, Schwur- oder Geschworenengericht als Rechtsanstalt und als politisches Institut. Die großen Gebrechen unserer deutschen Strafrechtspflege und das Schwurgericht als das einzige Mittel, ihnen gründlich abzuhelfen, Altona 1840.
  • Johann Ludwig Klüber: Wichtige Urkunden für den Rechtszustand der deutschen Nation. Mit eigenhändigen Anmerkungen. Aus seinen Papieren mitgeteilt und erläutert von Karl Theodor Welcker, 2. Aufl., Mannheim 1845.
  • Hermann Klenner (Hrsg.): Rechtsphilosophie bei Rotteck/Welcker. Texte aus dem Staatslexikon 1834–1847, Rudolf Haufe Verlag, Freiburg/Br. u. a. 1994 (= Haufe-Schriftenreihe zur rechtswissenschaftlichen Grundlagenforschung, 6), ISBN 3-448-02940-8.

Literatur

  • Georg Christoph Berger Waldenegg: Karl Theodor Welcker. In: Frank Engehausen u. Armin Kohnle (Hrsg.): Gelehrte in der Revolution. Heidelberger Abgeordnete in der deutschen Nationalversammlung 1848/49. Georg Gottfried Gervinus, Robert von Mohl, Gustav Höfken, Karl Mittermaier, Karl Theodor Welcker, Karl Hagen, Christian Kapp, Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 1998, S. 121–154.
  • Heinrich Best, Wilhelm Weege: Biographisches Handbuch der Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung 1848/49. Droste, Düsseldorf 1996, S. 353 f.
  • Ewald Grothe, Hans-Peter Becht (Hrsg.): Karl von Rotteck und Karl Theodor Welcker. Liberale Professoren, Politiker und Publizisten. Nomos, Baden-Baden 2018, ISBN 3-8487-4551-8 (= Staatsverständnisse. Bd. 108).
  • Karl Theodor Welcker (= Meyer's Groschen-Bibliothek der deutschen Classiker für alle Stände. 360. Bändchen, ZDB-ID 1423064-1). Mit Biographie und Portrait. Hermann J. Meyer, New York NY 1850.
  • Peter Moraw: Kleine Geschichte der Universität Gießen von den Anfängen bis zur Gegenwart. 2. Aufl., Ferber, Gießen 1990, ISBN 3-927835-00-5.
  • Heinz Müller-Dietz: Das Leben des Rechtslehrers und Politikers Karl Theodor Welcker (= Beiträge zur Freiburger Wissenschafts- und Universitätsgeschichte, Bd. 34). Albert, Freiburg 1968.
  • Rainer Schöttle: Politische Freiheit für die deutsche Nation. Carl Theodor Welckers politische Theorie. Ein Beitrag zur Geschichte des deutschen Frühliberalismus. Nomos-Verlags-Gesellschaft, Baden-Baden 1985 (= Schriften der Friedrich-Naumann-Stiftung. Wissenschaftliche Reihe).
  • Rainer Schöttle: Staatsorganismus und Gesellschaftsvertrag – die Staatstheorie Carl Theodor Welckers. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 135 (1987), S. 207–215.
  • Rainer Schöttle: Politische Theorien des süddeutschen Liberalismus im Vormärz. Studien zu Rotteck, Welcker, Pfizer, Murhard. Nomos-Verlags-Gesellschaft, Baden-Baden 1994 (= Nomos-Universitätsschriften – Politik. Bd. 49).
  • Johanna Schultze: Carl Theodor Welckers Versuch einer entwicklungsgeschichtlichen Grundlegung der Geschichtswissenschaft. In: Geist und Gesellschaft. Kurt Breysig zu seinem sechzigsten Geburtstage. Bd. 3: Vom Denken über Geschichte. Marcus, Breslau 1928, S. 147–174.
  • Friedrich von WeechWelcker, Karl Theodor. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 41, Duncker & Humblot, Leipzig 1896, S. 660–665.
  • Egbert Weiß: Corpsstudenten in der Paulskirche (= Einst und Jetzt. Sonderheft 1990, ZDB-ID 300218-4). N. Streng u. a., Fürth u. a. 1990, S. 45.
  • Karl Wild: Karl Theodor Welcker. Ein Vorkämpfer des älteren Liberalismus. Heidelberg 1913.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Einst und Jetzt, Bd. 7 (1962), S. 69.
  2. Biographie Carl Theodor Welcker Stiftung e. V.
  3. Ludwig R. Scheffer: Die Heidelberger Oberrheiner (Rhenania II). In: Deutsche Corpszeitung, Nr. 5/6, 1919, S. 21.
  4. Bundesarchiv: Mitglieder des Vorparlaments und des Fünfzigerausschusses (PDF-Datei; 79 kB).
5. März

Der 5. März ist der 64. Tag des gregorianischen Kalenders (der 65. in Schaltjahren), somit bleiben 301 Tage bis zum Jahresende.

Badischer Liberalismus

Der Badische Liberalismus war eine Anfang des 19. Jahrhunderts in Baden entstandene Form des Liberalismus und des Frühkonstitutionalismus.

Casino (Fraktion)

Casino war die Bezeichnung einer seit dem 25. Juni 1848 bestehenden politischen Fraktion der rechten Mitte in der Frankfurter Nationalversammlung.

Wie bei den meisten Fraktionen der Nationalversammlung bezieht sich der Name auf den üblichen Versammlungsort der Fraktionsangehörigen in Frankfurt am Main. Man kam nach den ersten Anfängen im Großen Hirschgraben in den exklusiven Räumlichkeiten der Frankfurter Casinogesellschaft im Gebäude Roßmarkt 10 zusammen, wo sich sonst seit 1802 ein großer Teil der politischen Elite Frankfurts traf.

Franz Hermann Hegewisch

Franz Hermann Hegewisch (* 13. November 1783 in Kiel; † 27. Mai 1865 ebenda) war ein deutscher Hochschullehrer und liberaler schleswig-holsteinischer Arzt, der das Hauptwerk von Thomas Robert Malthus übersetzte und Uwe Jens Lornsen unterstützte.

Friedrich Gottlieb Welcker

Friedrich Gottlieb Welcker (* 4. November 1784 in Grünberg; † 17. Dezember 1868 in Bonn) war ein deutscher klassischer Philologe und Archäologe, der als Professor in Gießen (1809–1816), Göttingen (1816–1819) und Bonn (1819–1868) wirkte.

Friedrich List

Daniel Friedrich List (* spätestens 6. August 1789 in Reutlingen; † 30. November 1846 in Kufstein) war einer der bedeutendsten deutschen Wirtschaftstheoretiker des 19. Jahrhunderts sowie Unternehmer, Diplomat und Eisenbahn-Pionier. Als Ökonom war List ein Vorkämpfer für den Deutschen Zollverein und das Eisenbahnwesen. Als Initiator des Staatslexikons, das neben ihm als Mitherausgeber mit den badischen Professoren Karl von Rotteck und Carl Theodor Welcker verbunden wird, spielte List eine wichtige Rolle für die Entwicklung des Liberalismus in Deutschland. Er war als erster deutscher Vertreter der modernen Volkswirtschaftslehre ein Vorläufer der Historischen Schule der Nationalökonomie. Mit seinen wirtschaftspolitischen Überlegungen (u. a. Erziehungszoll, Nationales Innovationssystem) hatte er umfassende Fragen aufgeworfen, mit denen sich die Entwicklungsökonomie seit Mitte des 20. Jahrhunderts beschäftigt. Seine Entwicklungstheorie wurde u. a. in vielen ostasiatischen Ländern studiert und wirtschaftspolitisch genutzt.

Hambacher Tuch

Das Hambacher Tuch ist ein 64 × 64 Zentimeter großes Tuch aus Leinen. Es wurde vermutlich 1832 in St. Gallen bedruckt und fand als Erinnerungsstück an das Hambacher Fest große Verbreitung.

Heidelberger Versammlung

Die Heidelberger Versammlung war ein Treffen 51 liberaler und demokratischer Politiker am 5. März 1848 im Gasthaus Badischer Hof in Heidelberg auf Einladung Johann Adam von Itzsteins. Die Versammlung setzte den wesentlichen Impuls zum Vorparlament und war somit ein Meilenstein auf dem Weg zur Frankfurter Nationalversammlung.

Teilnehmer der Versammlung waren im Wesentlichen süddeutsche Parlamentarier, aber im Gegensatz zur Heppenheimer Tagung Personen unterschiedlicher politischer Richtungen innerhalb der nationalstaatlich-parlamentarischen Bewegung.

In der Deutschen Zeitung veröffentlichte die Versammlung eine Erklärung, die wesentlich dazu beitrug, dass es innerhalb von zehn Wochen zu einer von den allen Männern gewählten verfassungsgebenden Nationalversammlung kam.Das wichtigste Ergebnis dieses Treffens war die von Welcker angeregte Einsetzung eines Siebenerausschusses, der die Einladungen für das Vorparlament in Frankfurt am Main aussprach. Daneben wurde eine gegen Russland und pro Frankreich gerichtete außenpolitische Stellungnahme abgegeben. Über den Weg zu einem parlamentarischen Nationalstaat war die Versammlung uneins, da vor allem Struve auf eine von einem Direktorium geführte, den Vereinigten Staaten nachempfundene Sociale Demokratie pochte, während die Mehrheit der Versammlung, insbesondere Gagern, den Schritt in die Revolution ablehnte und sich für eine konstitutionelle Monarchie aussprach.

Kabinettsjustiz

Kabinettsjustiz als Teil des Kabinettsystems oder Machtspruch bezeichnet die im Absolutismus üblichen prärogativen Eingriffe des Landesherrn in Entscheidungen von Gerichten und den Ablauf von Prozessen "von seinem Zimmer (frz. cabinet) aus".

Die Kabinettsjustiz war Ausdruck der schrankenlosen Staatsgewalt in der absoluten Monarchie und entstand aus der seit dem Mittelalter beim Landesherrn liegenden Gnadenbefugnis in Strafsachen sowie dem Recht, ein schwebendes Zivilverfahren an das Hofgericht zu ziehen (Evokationsrecht).Die Kabinettsjustiz wurde mit der Französischen Revolution überwunden, in Preußen initiiert durch die Stein-Hardenberg’schen Reformen.

Gem. Art. 101 GG besteht heute ein Anspruch auf den gesetzlichen Richter. Nach dem Prinzip der Gewaltenteilung ist die Rechtsprechung allein den Richtern anvertraut (Art. 92 GG), die dabei unabhängig und nur dem Gesetz unterworfen sind (Art. 97 Abs. 1 GG). Art. 6 der Europäischen Menschenrechtskonvention gewährleistet außerdem das Recht auf ein faires Verfahren in den Mitgliedstaaten des Europarates. Davon umfasst ist auch die Öffentlichkeit des Verfahrens, erstmals niedergelegt in § 178 der deutschen Paulskirchenverfassung und eine der Hauptforderungen des Verfassungsliberalismus, vertreten etwa durch Carl Theodor Welcker.

Karl von Rotteck

Karl Wenzeslaus Rodeckher von Rotteck (* 18. Juli 1775 in Freiburg im Breisgau; † 26. November 1840 ebenda) war ein deutscher Staatswissenschaftler, Historiker und liberaler Politiker.

Landgraf-Ludwigs-Gymnasium

Das Landgraf-Ludwigs-Gymnasium (kurz: LLG), vormals Landgraf-Ludwig-Schule, ist ein Gymnasium in der Universitätsstadt Gießen.

Liste von badischen Revolutionären 1848/49

Die Liste von badischen Revolutionären 1848/49 enthält eine Auswahl von Badenern und Auswärtigen. Sie waren im Großherzogtum Baden im Vormärz, in den Parlamenten oder auch in den drei Aufständen, Heckeraufstand, Struve-Putsch 1848 und Badischer Aufstand 1849 revolutionär oder politisch tätig.

Sie ist Gegenstand von Ergänzungen.

Pariser Hof

Pariser Hof war die Bezeichnung einer ab dem 21. Dezember 1848 bestehenden politischen Fraktion in der Frankfurter Nationalversammlung (Paulskirchenparlament). Wie bei den meisten Fraktionen der Nationalversammlung bezieht sich der Name auf den üblichen Versammlungsort der Parlamentarier, den gleichnamigen Gasthof in der Innenstadt von Frankfurt am Main.

Die Fraktion Pariser Hof war eine konservativ orientierte Abspaltung der liberalen Casino-Fraktion, mit der sie weiterhin den Großteil der Überzeugungen teilte. Im Gegensatz zum Casino war die Fraktion aber stärker föderalistisch orientiert, was sich insbesondere in der Ablehnung einer starken Zentralgewalt und der Forderung nach individueller Vereinbarung der Reichsverfassung mit den Bundesstaaten ausdrückte.

Dem Pariser Hof gehörten mit Carl Theodor Welcker, August Reichensperger, Johann Gustav Heckscher und Victor Franz von Andrian-Werburg prominente Politiker der Vormärzzeit an.

Rotteck-Welckersches Staatslexikon

Das Staatslexikon – Encyklopaedie der Staatswissenschaften (in späteren Ausgaben unter dem Titel: Das Staats-Lexikon. Encyklopädie der sämmtlichen Staatswissenschaften für alle Stände) wird heute nach den Herausgebern und maßgeblichen Autoren der Erstausgabe von 1834, Karl von Rotteck und Carl Theodor Welcker als Rotteck-Welckersches Staatslexikon bezeichnet.

Rotteckdenkmal

Das Rotteckdenkmal ist eine Büste von Karl von Rotteck (1775–1840) in der Altstadt von Freiburg im Breisgau.

Nach dem Tod Karl von Rottecks im Jahre 1840 gab es in Freiburg schon bald Pläne, ihm hier ein Denkmal zu errichten. Das Denkmalkomitee wurde von Rottecks Weggefährten Carl Theodor Welcker geleitet und beschaffte die benötigten Mittel ohne Unterstützung der Stadt. Die ersten Pläne sahen vor, ihm zu Ehren eine Granitsäule auf dem Schlossberg zu errichten.Erst 1844 genehmigte der Stadtrat die Aufstellung auf dem Franziskanerplatz (heute Rathausplatz ▼ ). Die Fertigstellung verzögerte sich jedoch, da der bayerische König Ludwig I. intervenierte und den Rückzug des ursprünglich ausgewählten Künstlers Ludwig Schwanthaler erzwang. Der Frankfurter Bildhauer Johann Nepomuk Zwerger gestaltet daraufhin die Büste und goss sie 1847 in München in Bronze.Im Herbst 1847 untersagte die Kreisregierung jedoch die Errichtung des Denkmals für den Oppositionellen, nachdem die Baustelle bereits eingerichtet worden war. Erst im Oktober 1848 wurde die Kopf- und Schulterbüste auf einer massiven achtkantigen Brunnensäule aufgestellt, die bereits zuvor bestanden hatte. Der Aufbau erfolgte jedoch hinter einem Bretterverschlag, der bis zum Scheitern der Badischen Revolution von 1848/1849 bestehen blieb. Es folgte die Reaktionsära, in der das Großherzogtum Baden von Preußen besetzt war. Am 31. Mai 1850 wurde der Bretterverschlag zu nächtlicher Stunde entfernt. Auftraggeber hierfür war Baron Mariano von Sarachaga-Uria, der Stadtamtsdirektor und Vertreter Preußens, dem der Bretterverschlag seiner Ansicht nach die Aussicht aus dem Rathaus verschandelte, das ihm als Amts- und Wohnsitz diente.Wegen der nächtlichen Enthüllung der Büste entbrannte ein Streit zwischen dem Denkmalkomitee und der Stadt. Da den Freiburgern jahrelang ein Brunnen auf dem Rathausplatz gefehlt hatte, beschloss der Gemeinderat am 23. Mai 1851, das Denkmal in einen Brunnen umzuwandeln, die Skulptur aber beizubehalten. Im Juni 1851 erreichte Sarachaga-Uria, dass der Bürgermeister den Abriss des Denkmals befahl. Uria ließ die Büste in der Nacht vom 22. auf den 23. Juni entfernen. Städtischer Baureferent und Gemeinderatsmitglied Schmidt protestierte in dieser Nacht gegen den Abriss und wurde dafür inhaftiert. 1853 wurde am selben Standort ein Denkmal für Berthold Schwarz von Josef Alois Knittel eingeweiht, das auf einem Brunnen thront. Neuer Standort für die Büste Rottecks wurde das Untergeschoss der damaligen Universitätsbibliothek in der Bertoldstraße ▼ , während der Sockel auf dem Bauhof eingelagert wurde.Ein Jahrzehnt später, im Herbst 1861, ließ Bürgermeister Eduard Fauler auf Kosten der Stadt das Denkmal auf dem damaligen Rotteckplatz ▼ gegenüber Rottecks Geburts- und ehemaligem Wohnhaus, stellen. Heute führt hier der Rotteckring in Höhe des Colombischlössles vorbei. Die Büste erhielt einen Unterbau aus Syenit, welcher als Inschrift nur den Namen Rottecks trägt. Hier verblieb das Denkmal immerhin 84 Jahre. Als man den Standort für die Errichtung von Parkplätzen für das Verkehrsamt benötigte, entfernte man das Denkmal.

Ab 1937 fand von Rottecks Denkmal einen dritten Aufstellungsort vor dem Gymnasium, welches seinen Namen trug. Mit dem Abriss dieses alten Rotteck-Gymnasiums ▼ und dem Bau der Universitätsbibliothek musste das Denkmal auch hier weichen.

Nachdem es neun Jahre eingelagert war, wurde das Denkmal wegen eines nahenden größeren Treffens der Nachfahren von Rottecks auf dem Platz der Alten Synagoge vor dem Kollegiengebäude II der Universität ▼ aufgestellt, wo es Ende 2015 wegen der Umgestaltung des Platzes entfernt wurde.Entgegen dem Rat der Kunstkommission, es wieder vor Rottecks Geburtshaus in der Rathausgasse 33 aufzustellen, entschied der Gemeinderat 2016, es auf der Grünfläche vor dem Peterhof aufzustellen. Dies wird voraussichtlich erst 2025Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren geschehen, nachdem das Kollegiengebäude II saniert wurde.

Rudolf von Auerswald

Rudolf Ludwig Cäsar von Auerswald (* 1. September 1795 in Marienwerder; † 15. Januar 1866 in Berlin) war ein preußischer Beamter, Minister und Ministerpräsident.

Sylvester Jordan

Franz Sylvester Jordan (* 30. Dezember 1792 in Omes bei Axams, Tirol; † 15. April 1861 in Kassel) war ein deutscher Jurist und liberaler Politiker.

Welcker

Welcker ist der Familienname folgender Personen:

Adalbert Welcker (1838–1911), deutscher Politiker

Adam Wenglein (1833–1915), deutscher Apotheker und Politiker

Caius Welcker (1885–1939), niederländischer Fußballspieler

Carl Theodor Welcker (1790–1869), deutscher Jurist und Politiker

Carola Giedion-Welcker (1893–1979), deutsch-schweizerische Kunsthistorikerin, Kuratorin und Schriftstellerin

Ernst-Rulo Welcker (1904–1971), deutscher Chirurg und Hochschullehrer

Friedrich Gottlieb Welcker (1784–1868), deutscher klassischer Philologe

Gertrud Welcker (1896–1988), deutsche Schauspielerin

Hans Meier-Welcker (1906–1983), deutscher Offizier und Historiker

Hermann Welcker (Politiker) (1814–1887), deutscher Finanzbeamter und Politiker (NLP), MdR

Hermann Welcker (Anatom) (1822–1897), deutscher Anatom und Hochschullehrer

Max Welcker (1878–1954), deutscher Volksschullehrer, Komponist, Organist, Chorleiter, Musikpädagoge und Herausgeber musikalischer Werke

Philipp Heinrich Welcker (1794–1871), deutscher SchriftstellerSiehe auch:

Welker

Welcker-Serenade

Die Welcker-Serenade (auch Welcker-Kundgebung oder Welcker-Demonstration) war eine Feierstunde demokratisch gesinnter Bürger am Abend des 28. September 1841 in Berlin zu Ehren des badischen Liberalen Carl Theodor Welcker. Die preußische Obrigkeit wertete die Zusammenkunft als eine ungehörige Demonstration. Sowohl das Ereignis als auch die anschließenden Maßregelungen von Beteiligten durch die Behörden fanden große Aufmerksamkeit in der politisch interessierten Öffentlichkeit.

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