Buch der Weisheit

Das Buch der Weisheit oder auch die Weisheit Salomos (abgekürzt Weish, lat. Liber Sapientiae) ist ein deuterokanonisches bzw. apokryphes Buch des Alten Testaments, das um 50 v. Chr. auf Griechisch in der ägyptischen Diaspora (wahrscheinlich in Alexandria) von einem griechisch sprechenden, hellenistisch geprägten Juden verfasst wurde. Die auch interne Zuschreibung zu Salomo (Weish 7,1 – 9,19) ist also literarische Fiktion.

Von seiner Form her handelt es sich um ein typisches Beispiel der Weisheitsliteratur. Weisheit Salomos entspricht dem griechischen Titel des Buches in der Septuaginta (Σοφία Σaλωμῶνος), Buch der Weisheit dem lateinischen Titel in der Vulgata (Liber Sapientiae). Diesen Titel hatte Hieronymus gewählt, da schon er überzeugt war, dass Salomon nicht der Verfasser sein konnte.

Das Buch wurde nicht in den jüdischen Kanon aufgenommen, ist aber Teil der Septuaginta und wird von Katholiken und orthodoxen Christen – nicht aber von Protestanten – als Teil der Bibel angesehen.

Viele Kirchenväter haben das Buch geschätzt und oft zitiert, meist mit der Einleitung „Die Weisheit sagt: …“ Diese Wendung deutet darauf hin, dass sie ebenfalls davon ausgingen, dass das Buch nicht von Salomo selbst verfasst war.

Lehr- bzw. Weisheitsbücher
des Alten Testaments

Namen nach dem ÖVBE. Pseudepigraphen
der Septuaginta sind kursiv gesetzt.

Inhalt

Dem Inhalt nach lassen sich im Buch der Weisheit drei Teile unterscheiden:

  • Von Kap. 1–5 wird das Leben im Glauben aufgrund der Vorteile empfohlen, welche es dem Menschen bringt. Der Lohn für die Tugend ist die Weisheit, Kap. 1; diese erhebt den Gerechten über die Verfolgungen, welche gottlose Menschen, die nur die gegenwärtige, irdische Wirklichkeit sehen, aus Übermut über ihn bringen, Kap. 2. Wie viel glücklicher als der Sünder der Gerechte trotz der irdischen Leiden ist, zeigt das Endschicksal beider, nämlich ihr Tod und das ewige Gericht, Kap. 3 u. 4. Zu spät werden die Gottlosen ihre Verblendung einsehen, Kap. 5.
  • Im zweiten Teil wird hiervon eine besondere Anwendung auf die Regierenden gemacht. Wegen ihrer großen Verantwortlichkeit steht ihnen ein strengeres Gericht bevor, 6,1–10 ; darum sollen sie sich um die Weisheit bemühen, die ausführlich gekennzeichnet wird, V. 6,11–27 . Beispiel dieses Bestrebens ist Salomon, 7,1–12 , an dem die Weisheit sich so herrlich geoffenbart hat, V. 7,13–21 ; er vermag deswegen auch ihr Wesen und ihre Wirkungen am besten zu schildern, 7, 22 bis 8, 20 und gibt 8, 21 bis 9, 19 das Gebet als den Weg an, auf dem die Weisheit erlangt wird.
  • Im dritten Teil unterzieht Salomon die Offenbarungsgeschichte, von Adam an, einer eingehenden Betrachtung, in welcher die früheren Belehrungen und Ermahnungen ihre Bestätigung finden. Der Form nach ist diese Betrachtung die Fortsetzung des in Kap. 9 enthaltenen Gebets und ist in eine Anrede an Gott gekleidet. Dem Inhalt nach fasst sie die Geschichte Adams, Noas, Abrahams, Lots, Jakobs, Josefs, Moses' ins Auge, Kap. 10, erstreckt sich dann auf das verschiedene Schicksal Israels und Ägyptens beim Auszug aus Ägypten, Kap. 11, richtet sich auf das Los der Kanaaniter, Kap 12, und bei dieser Gelegenheit auf die Torheit und Verwerflichkeit des Götzendienstes überhaupt, Kap. 13–15, und kehrt dann zur Geschichte der Israeliten in der Wüste zurück, Kap. 16. Es wendet sich dann von neuem zur Betrachtung der ägyptischen Plagen, zunächst der Finsternis, Kap. 17, während der die Israeliten hellen Tag hatten, 18,1–9 , dann der Tötung der Erstgeburt, 18,10–25 , endlich des Durchzugs durch das Rote Meer und der Vernichtung des ägyptischen Heeres, Kap. 19. Das Ergebnis dieser ganzen Geschichtsbetrachtung ist die Bestätigung dessen, was Salomon zur Empfehlung der Weisheit vorgebracht hatte:
„In allem hast du, Herr, dein Volk groß gemacht und verherrlicht; du hast es nicht im Stich gelassen, sondern bist ihm immer und überall beigestanden.“ (19,22 )

Literatur

  • Felix Albrecht: Die Weisheit Salomos übersetzt und eingeleitet. (Kleine Bibliothek der antiken jüdischen und christlichen Literatur), Göttingen 2015, ISBN 978-3-525-53464-9.
  • Helmut Engel: Das Buch der Weisheit. (Neuer Stuttgarter Kommentar 16), Stuttgart 1998, ISBN 3-460-07161-3.
  • Hans Hübner: Die Weisheit Salomos. (ATD. Apokryphen 4), Göttingen 1999, ISBN 3-525-51404-2.
  • Hermann Spieckermann: Der Gerechten Seelen sind in Gottes Hand. Das Buch der Sapientia Salomonis. In: ders. (Hg.): Lebenskunst und Gotteslob in Israel. Anregungen aus Psalter und Weisheit für die Theologie. (FAT 91), Tübingen 2014, 141–64.

Siehe auch

Weblinks

Bilderverbot

Ein Bilderverbot oder Abbildungsverbot untersagt bildliche Darstellungen aus religiösen Gründen. Die Reichweite eines solchen Verbotes kann sich auf die Abbildungen von Göttern und Götzen, bestimmten Menschen oder auch auf Darstellungen aller Geschöpfe erstrecken. Die Vorschriften bzw. Klischees solcher Verbote entspringen monotheistischen Religionen.

Buch der Sprichwörter

Das Buch der Sprichwörter (Buch der Sprüche oder Sprüche Salomos, hebräisch מִשְלֵי שְׁלֹמֹה, Mischle [Schelomo]) ist ein Buch des Tanach und gehört dort zu den Ketuvim (Schriften), also zum dritten Teil des jüdischen Bibelkanons. Im christlichen Alten Testament gehört es zu den Schriften der Dichtung und Weisheitsliteratur, die hier vor die Prophetenbücher gerückt sind.

Die einleitenden Verse des Buches werden traditionell als Angabe zur Urheberschaft Salomos gedeutet. Diese Annahme geht auch auf 1 Kön 5, 12 zurück, wo es heißt, dass Salomo dreitausend Sprüche aufgeschrieben habe. Das Buch selbst nennt in Kap. 30 und 31 weitere Autoren von Sprüchen (Agur und Lemuel). Ausdrücklich als Verfasser genannt wird Salomo für die Abschnitte 10,1–22,16 und 25,1–29,27.

Nach jüdischer Tradition geht das gesamte Buch auf Hiskija, den König von Juda, zurück (Babylonischer Talmud, Bava Batra 15a).

Die gegenwärtige Forschung nimmt eine längere Entstehungszeit der biblischen Sprichwortsammlung an, die von der Zeit des Königs Hiskia bis in das vierte, eventuell sogar dritte Jahrhundert vor Christus reicht. Die ältesten Teile sind vermutlich die dritte und die vierte Sammlung; die erste Sammlung gilt als die jüngste.

Im Neuen Testament finden sich 35 Zitate oder Bezüge auf das Buch der Sprichwörter.

Cod. Pal. germ. 732

Der Codex Palatinus germanicus 732 ist ein Autograph Martin Luthers. Die Handschrift enthält die deutschsprachige Übersetzung Luthers zum Buch der Weisheit und ist auf 1529 zu datieren. Sie liegt unter der Signatur Cod. Pal. germ 732 oder Cpg 732 in der Universitätsbibliothek Heidelberg.

Das Lächeln

Das Lächeln (Le sourire) ist ein französisches Erotikdrama von Claude Miller aus dem Jahr 1994. Neben dem älteren Jean-Pierre Marielle spielt die junge Emmanuelle Seigner in der Geschichte mit, die sich zwischen Wirklichkeit und Einbildung bewegt. Zu Beginn zitiert der Film einen Vers von Xan Piao aus dem 12. Buch der Weisheit: „Beeilen wir uns, die schönen Geschöpfe und die Jugend auszukosten. Trinken wir die Weine, die Düfte. Lassen wir die Blume der Jahreszeit nicht verblühen.“

Dritte Synode von Karthago

Die dritte Synode von Karthago war ein Konzil, das am 28. August 397 stattfand. Es wurde über die Aufnahme von Schriften in den Bibelkanon diskutiert und ihre Authentizität überprüft und über den Donatistenstreit (314–320) gesprochen.

Hauptquelle für die Geschehnisse der Synode ist der 419 von Dionysius Exiguus verfasste Codex Canonum Ecclesiae Africanae („Kanonischer Kodex der Afrikanischen Kirche“), eine Zusammenstellung von Beschlüssen der zahlreichen in Karthago abgehaltenen Konzilien des vierten und fünften Jahrhunderts.Ein wichtiges Ergebnis der Synode ist eine Auflistung biblischer Schriften. Diese wurde vermutlich schon vier Jahre zuvor beim Konzil von Hippo zusammengestellt und in Karthago gemeinsam mit anderen vorhergehenden Beschlüssen bestätigt. Es wurde festgelegt, dass in der Kirche nur bestimmte kanonisierte Texte als göttliche Schriften gelesen werden dürfen: Die fünf Bücher Mose, Buch Josua, Buch der Richter, Buch Rut, die vier Königsbücher (Könige und Samuel), die zwei Bücher der Chroniken (Paralipomenon), Ijob, Buch der Psalmen, die fünf Bücher Salomons (Buch der Sprichwörter, Kohelet, Hoheslied, Buch der Weisheit und Jesus Sirach), die zwölf Prophetenbücher, Jesaja, Jeremia, Ezechiel, Daniel, Buch Tobit, Buch Judith, Buch Esther, Esra, Nehemia, zwei Makkabäerbücher. Im Neuen Testament die vier Evangelien, die Apostelgeschichte, dreizehn Paulusbriefe, der Hebräerbrief, zwei Petrusbriefe, drei Johannesbriefe, der Jakobusbrief, Judasbrief und die Offenbarung des Johannes.

Ewiges Leben

Ewiges Leben ist ein Begriff der jüdischen und christlichen Theologie, der sich sowohl auf Gott als auch auf den Menschen bezieht. Im Pentateuch, dem ältesten Kanon-Teil der Bibel, wird ein ewiges Leben nur für Gott angenommen und dem Menschen abgesprochen. In spät entstandenen alttestamentlichen Schriften hingegen wird den „Gerechten“ in Aussicht gestellt, dass Gott sie ewig leben lässt. Das Neue Testament enthält eine Reihe von Aussagen über ein ewiges Leben des Menschen. Dieses wird als Gabe Gottes aufgefasst, die nur den Gläubigen gewährt wird. Dabei spielt der Glaube an Jesus Christus als Grundvoraussetzung ewigen Lebens die wichtigste Rolle.

Heiliges Land

Die Bezeichnung Heiliges Land (hebräisch ארץ הקודש Éreẓ haQodeš, Latein: Terra Sancta, griechisch Άγιοι Τόποι Hagioi Topoi, arabisch الأرض المقدسة, DMG al-Arḍu l-Muqaddasa) ist eine allgemein-religiöse Bezeichnung für die historische geografische Region Kanaan bzw. Palästina. Sie betrifft Gebiete von religiöser Wichtigkeit für die monotheistischen abrahamitischen Religionen Samaritaner, Judentum, Christentum, Islam und Bahai.

Henoch

Henoch oder Enoch (vielleicht arabisch إدريس Idrīs) ist eine biblische Gestalt, die noch vor ihrem Tod von der Erde weggenommen wurde (Entrückung Gen 5,18–24 ). Aufgrund der unklaren Umstände seines Verschwindens rief er viele unterschiedliche, darunter auch symbolhafte, mystische und esoterische Interpretationen hervor.

Dieser Henoch ist nicht zu verwechseln mit Henoch, dem Sohn Kains, nach dem auch eine Stadt benannt wurde (Gen 4,17 ).

Kardinaltugend

Als Kardinaltugenden (von lateinisch cardo „Türangel, Dreh- und Angelpunkt“; auch Primärtugend) bezeichnet man seit der Antike eine Gruppe von vier Grundtugenden. Diese waren anfangs nicht bei allen Autoren dieselben. Eine Vierergruppe ist bereits im Griechenland des 5. Jahrhunderts v. Chr. belegt und war wohl schon früher bekannt; die Bezeichnung „Kardinaltugenden“ wurde in der spätantiken Patristik durch den Kirchenvater Ambrosius von Mailand im 4. Jahrhundert erstmals verwendet.

Kelly Ayotte

Kelly A. Ayotte (* 27. Juni 1968 in Nashua, New Hampshire) ist eine amerikanische Politikerin der Republikanischen Partei. Von 2011 bis 2017 vertrat sie den Bundesstaat New Hampshire im Senat der Vereinigten Staaten.

Liebfrauenkirche (Vorderberg)

Die Filialkirche Unsere Liebe Frau im Graben, auch Maria im Graben, ist eine römisch-katholische Kirche in Vorderberg in der Gemeinde Sankt Stefan im Gailtal in Kärnten.

Die spätgotische Kirche aus dem 15. Jahrhundert steht in einer tiefen Schlucht südlich des Ortes Vorderberg.

Das Langhaus hat eine flache Decke mit Deckenbildern aus 1719, der Übergang zum Chor ist ein abgefaster spitzbogiger eingezogener Triumphbogen, der einjochige Chor mit 3/8 Schluss mit Netzrippengewölbe über abgekragten Runddiensten zeigt an Konsolen teils Wappen. Im Chor ist nordseitig ein Spitzbogenportal mit spätgotischer Eisentüre zur Sakristei im Untergeschoss des mächtigen nördlichen Turmes mit achtteiligen Spitzgiebelhelm. Es gibt spätgotische Wandmalerei und Fresken, welche freigelegt wurde.

Der Hochaltar ist aus dem 17. Jahrhundert, der linke Seitenaltar ist mit 1727, der rechte Seitenaltar mit 1696 bezeichnet. Es gibt einen Margaretenaltar aus dem Jahr 1670/1680 an der nördlichen Langhauswand. Der spätgotische Chorstuhl mit Flachschnitzerei ist aus dem 16. Jahrhundert. Es gibt eine Glocke aus dem 13. Jahrhundert, und eine Glocke von Urban Fiering aus dem Jahr 1548.

Ein spätgotischer Flügelaltar ist heute in der Pfarrkirche Vorderberg. Zwei ehemalige Flügelaltartafeln sind in Hermagor. Schnitzfiguren mit der spätgotischen Figur Maria Selbdritt vom ehemaligen Flügelaltar, wie auch ein Glasmalereifragment Maria mit Kind und weibliche Heilige, sind im Diözesanmuseum Klagenfurt.

Vor dem Seiteneingang der Kirche befindet sich ein geheimprotestantischer Bekenntnisstein. Die zwei dicht beschriebenen Steinplatten enthalten das geistliche Testament eines unbekannten Protestanten, der hier am katholischen Friedhof bestattet wurde. Die Inschrift besteht aus Bibelzitaten aus dem Johannesevangelium und dem Buch der Weisheit, religiös-moralischen Gedanken und persönlichen Aussagen. Die Inschrift enthält auch die Bitte an die Nachbarschaft Vorderberg, der damaligen Besitzerin des Friedhofs, das Grab und den Bekenntnisstein an der Kirche errichten zu dürfen. Die Erfüllung der Bitte ist ein bemerkenswertes Zeichen der Toleranz in einer sonst katholischen Ortschaft.

Makrina die Jüngere

Makrina die Jüngere (* 330 327; † 379) war eine geweihte Jungfrau und die ältere Schwester von Basilius dem Großen, Gregor von Nyssa und Peter von Sebaste. Sie war eine ähnlich herausragende geistliche Persönlichkeit wie ihre Brüder, deren Lebensweg sie stark beeinflusste. Sie wird in der katholischen, orthodoxen, anglikanischen und armenischen Kirche als Heilige verehrt, im Sinne von Artikel 21 der Confessio Augustana auch von der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika. Ihr römisch-katholischer, orthodoxer und anglikanischer Gedenktag ist am 19. Juli, der armenische am 18. Juli und der evangelische am 14. Juni.

Ihre Eltern Basilius der Ältere und Emmelia sowie ihre Großmutter sind ebenfalls Heilige, Makrina war das älteste von zehn Kindern einer angesehenen und wohlhabenden Familie in Kappadozien. Sie erhielt den Namen ihrer Großmutter vaterseits Makrina der Älteren, einer Jüngerin Gregors des Wundertäters die während der Christenverfolgung unter Diokletian das Martyrium erlitt. Aufgrund eines Traums ihrer Mutter erhielt sie auch den Namen Thekla nach der heiligen Thekla.

Makrina wurde sorgfältig erzogen, wobei die Mutter anstelle der sonst üblichen nicht immer moralisch einwandfreien Gedichte die Psalmen und das Buch der Weisheit verwendete. Nach Gregor von Nyssas Dialog über die Seele und Auferstehung muss Makrinas Erziehung auch Philosophie und Naturwissenschaft beinhaltet haben. Als schönes Mädchen aus angesehener und wohlhabender Familie hatte sie zahlreiche Freier. Ihr Vater verlobte sie als Vierzehnjährige mit einem jungen Rhetor aus der weiteren Verwandtschaft. Nach dem frühen Tod ihres Verlobten entschied sich Makrina, ihrem Verlobten treu zu bleiben und eine Stütze ihrer Mutter zu sein, nicht nur im Haushalt, sondern nach dem frühen Tod ihres Vaters auch bei der Verwaltung der ausgedehnten Familiengüter. Sie zog mit der Mutter auf ein Familiengut am Iris in Pontus und überredete die Mutter nach und nach dazu, mit ihr ein asketisches Leben zu führen.

Makrina hatte großen Einfluss auf ihre jüngeren Geschwister und war eine Autorität für sie: Der Vater starb kurz nach der Geburt des jüngsten Sohns Peter. Makrina übernahm die Erziehung ihres jüngsten Bruders und war nach Gregors Worten Vater, Mutter, Erzieher und Lehrer für ihn. Gregor selbst redete sie mit Lehrer an und sprach mit höchstem Respekt von ihrer Weisheit und ihren Kenntnissen. Als er sie als unterdessen berühmter Bischof besuchte und ihr von seinen Schwierigkeiten im arianischen Streit berichtete, erklärte ihm die ältere Schwester, er solle nicht so undankbar sein. Sein wesentlich begabterer und gebildeterer Vater sei nur in Pontus bekannt gewesen, aber von ihm redeten nun Städte und Nationen – er solle erkennen, dass das den Gebeten seiner Eltern zu verdanken sei, er selbst hätte wenig oder keine Begabung für einen solchen Erfolg mitgebracht.

Als Basilius von seiner Ausbildung zurückkam, offensichtlich stolz auf seine Kenntnisse und Fähigkeiten, stellte Makrina ihn energisch zur Rede und bekehrte ihn, statt seine Karriere als Rhetor zu verfolgen, ebenfalls zur Askese.

Nach dem Tod ihrer Mutter wurde Makrina die Leiterin einer Gemeinschaft geweihter Jungfrauen in Pontus, wo ihr Bruder sie nach dem Tod von Basilius besuchte und auf dem Sterbebett fand. Ihr Leben wird geschildert von ihrem Bruder Gregor von Nyssa im Leben der Makrina und in Dialog über die Seele und die Auferstehung, wo er sie als seine geistliche Lehrerin darstellt.

Mysterium

Das Wort Mysterium (von griechisch μυστήριον mysterion, ursprünglich für kultische Feiern mit einem geheim bleibenden Kern, volkstümlich auch abgeleitet von myo, den Mund schließen) wird gewöhnlich mit Geheimnis übersetzt. Gemeint ist ein Sachverhalt, welcher sich der eindeutigen Aussagbarkeit und Erklärbarkeit prinzipiell entzieht – nicht einfach eine nur schwer mittelbare oder zufällig verschwiegene Information.

Pentapolis (Bibel)

Die Pentapolis ist eine Gruppe von fünf biblischen Städten, nämlich Sodom und Gomorra, Adma, Zebojim und Bela. Bis auf Bela, das später Zoar hieß, wurden diese Städte vollständig zerstört.

Die Bezeichnung Pentapolis erscheint nur im Buch der Weisheit (Weish 10,6 ), dort werden die Namen der Städte jedoch nicht genannt. Aus dem Zusammenhang ist jedoch klar, dass es dieselben fünf Städte sind, von denen in 1 Mos 14 die Rede ist. Dort wird erzählt, dass die Könige der fünf Städte des Siddimtales, das als eine ausgesprochen fruchtbare Gegend geschildert wird (1 Mos 13,10 ), von ihrem Herrn, dem König Kedor-Laomer, dem sie zwölf Jahre lang Tribut gezahlt hatten, im dreizehnten Jahr abfallen und den Tribut verweigern. Die fünf Könige sind:

Bera, König von Sodom,

Birscha, König von Gomorra,

Schinab, König von Adma,

Schemeber, König von Zebojim und

der namentlich nicht genannte König von Bela.Daraufhin zog Kedor-Laomer mit den ihm verbündeten Königen in das Siddimtal, wo er die Könige der Pentapolis in der Schlacht schlug und die Städte Sodom und Gomorra plünderte. Bei dieser Gelegenheit wurde Lot mit seiner Familie gefangen genommen und weggeführt, seinem Onkel Abram gelang es aber, ihn zu befreien.

Die geplünderten Städte erholten sich wieder und die Einwohner pflegten weiter die Ausübung diverser Laster, worauf wie bekannt Sodom und Gomorra und mit ihnen Adma und Zebojim von JHWH vernichtet wurden.(5 Mos 29,22 , Hos 11,8 ).

Sapientia

Sapientia (lateinisch: Weisheit) steht für

Sapientia Salomonis: Buch der Weisheit

(275) Sapientia, Asteroid Hauptgürtels

Arcanum divinae sapientia, Enzyklika, 1880

Aeterna Dei sapientia Enzyklika, 1961

Sapientia Christiana, Apostolische Konstitution, 1979

Veterum sapientia, Apostolische Konstitution, 1979Siehe auch

Sapienza

Spätschriften des Alten Testaments

Spätschriften des Alten Testaments ist ein neutraler Überbegriff für Schriften, die in verschiedenen christlichen Konfessionen zum Alten Testament gezählt werden, jedoch nicht Teil des hebräischen Tanach sind.

Die Begriffsprägung „Spätschriften“ an Stelle der konfessionell belasteten Begriffe deuterokanonische Schriften bzw. Apokryphen entstammt einer Vereinbarung der deutschsprachigen Bibelgesellschaften und katholischen Bibelwerke anlässlich der gemeinsam verantworteten Neuübersetzung der Bibel in heutigem Deutsch (1982), „die bislang ohne Widerspruch geblieben ist.“Der Umfang des Alten Testaments unterscheidet sich in den christlichen Konfessionen: Die katholische und die orthodoxen Kirchen folgten mit ihrem Kanon der Septuaginta, während Martin Luther seiner Bibelübersetzung den hebräischen Tanach zugrunde legte. In der katholischen Kirche werden die zusätzlich im Kanon enthaltenen Schriften als deuterokanonisch bezeichnet. Die protestantischen Kirchen rechnen alle Schriften den Apokryphen zu, die katholische Kirche bezeichnet einen Teil als solche.

Die Ostkirche betrachtet im Allgemeinen auch 3. Esra, 3. Makkabäer und den 151. Psalm als voll kanonisch; 4. Makkabäer erscheint oft als Anhang in den Bibeln, 4. Esra nur teilweise und nur in den slawischen Kirchen. Ähnlich wie es in der lateinischen Kirche vor dem Konzil von Trient der Fall war, gibt es aber in der Ostkirche bis heute keine abschließende oder allgemeinverbindliche Festlegung des Kanons. Die dem orthodoxen Kanon zugerechneten, im hebräischen Kanon nicht enthaltenen Schriften werden Anaginoskomena genannt.

In der äthiopischen Bibel sind noch weitere Spätschriften des Alten Testaments (z. B. das Äthiopische Henochbuch oder das Buch der Jubiläen) enthalten, welche nur von der Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche als kanonisch anerkannt werden.

Universidad Central del Ecuador

Die Universidad Central del Ecuador (UCE; deutsch Zentraluniversität von Ecuador) ist die älteste und größte Universität Ecuadors. Ihr Campus liegt in Quito. Sie wurde 1826 formal gegründet, bestand allerdings schon zuvor in einer Reihe von Bildungsinstitutionen. Die wichtigste Vorgängerinstitution war die 1688 vom Orden der Dominikaner gegründete Universidad de Santo Tomás de Aquino, die 1787 als Königliche Universität säkularisiert worden war.

An der Universidad Central studieren über 40.000 Studenten grundständige und 1.500 Studenten postgraduelle Studiengänge (Daten von 2004). Die UCE hat seit Längerem erhebliche finanzielle Probleme, die sich auf Studium und Forschung auswirken.

Weisheitsliteratur

Der sogenannten Weisheitsliteratur werden die biblischen Bücher Ijob, Kohelet, Sprüche, das Hohelied, das Buch der Weisheit und einige Psalmen zugerechnet. Ein Beispiel für die ägyptische Weisheitsliteratur ist die Spruchsammlung des Ptahhotep (ca. 2450 v. Chr.), für die nordische Weisheitsliteratur das Gedicht Hávamál aus der Edda. Neben Ägypten kann Edom als ein weiteres Zentrum altorientalischer Weisheit angesehen werden.Man unterscheidet zwischen Sprichwortweisheit (Sprüche) und spekulativer Weisheit (Kohelet, Ijob). Sprichwortweisheit verallgemeinert bewusst – in der spekulativen Weisheit geht es eher um die einzelne Person, ihre Auseinandersetzung mit der Sinnfrage, dem Leid und der Beziehung zu Gott.

Besonders in der zweiten Hälfte des zweiten vorchristlichen Jahrtausends finden wir weisheitliche Dichtung in Ugarit, Emar und anderen westsyrischen Kulturzentren, wobei dieses Genre in Syrien deutlich älter sein dürfte und an den Beginn des zweiten Jahrtausends zu datieren ist. Das Fehlen von Textquellen lässt eine Überprüfung bislang jedoch nicht zu.

Deuterokanonische Schriften im Alten Testament

Judit | Tobit | 1. Makkabäer | 2. Makkabäer | Weisheit | Jesus Sirach | Baruch inklusive Brief des Jeremia | Zusätze Ester | Zusätze Daniel

In anderen Sprachen

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