Buch Judit

Das Buch Judit ist ein deuterokanonisches Buch des christlichen Alten Testaments, nicht aber der Jüdischen Bibel (Tanach). In der protestantischen Lutherbibel wurde es unter die „Apokryphen“ geordnet und mit abgedruckt.[1] Es wurde wahrscheinlich im hellenistischen 1. Jahrhundert v. Chr. auf Griechisch verfasst.[2]

Die schöne und gottesfürchtige Witwe Judit geht unbewaffnet in das Heerlager des assyrischen Generals Holofernes und enthauptet ihn mit seinem eigenen Schwert. Sie übernimmt indirekt die Rolle des Mose und rettet das Volk Israel.

Falschschreibung Dieser Artikel orientiert sich in der Namensschreibweise an der Einheitsübersetzung gemäß Wikipedia:Namensgebung biblische Namen.
Geschichtsbücher des Alten Testaments

Namen nach dem ÖVBE
Eingerückt: Deuterokanonisch (katholisch und orthodox) bzw. Apokryphen (evangelisch)

Judith und Holofernes (Michelangelo)
Judit und Dienerin mit dem Haupt des Holofernes – SixtinaMichelangelo

Judit

Das Buch gilt nicht als geschichtlicher Bericht, sondern als lehrhafter, weisheitlicher Roman. Viele Angaben im Text sind unhistorisch und wären zeitgenössischen Lesern als solche aufgefallen. So war Nebukadnezar nicht wie im Buch geschildert König von Assyrien, sondern von Babylonien (2 Kön 24,1 , 2 Chr 36,6 ). Auch eroberte er Judäa, wie im 2 Kön 24,1.11–17 ; 25,1–10 , 2 Chr 36,6f.17  geschildert, während dies im Buch Judit scheitert.

In den jüdischen Kanon nahm man das Buch nicht auf. Es wurde Bestandteil des Griechischen Alten Testaments und wird bis heute von Katholiken und Orthodoxen, nicht aber von evangelischen Christen als Teil der Christlichen Bibel angesehen. Das Buch ist in einer vermutlich nicht originalen hebräischen Fassung sowie in griechischen Fassungen, einer aramäischen und als lateinische Übersetzung überliefert. Bei letzterer ließ Hieronymus vom Originaltext nur die Hälfte übrig. Er hebt Judit als keusch hervor – im griechischen Text und in anderen lateinischen Übersetzungen kommt das Wort nicht vor. Im Ursprungstext handelt Judit ohne Gottes Hilfe – Hieronymus lässt Gott in die Handlung eingreifen.[3]

Die Geschichte

Die Belagerung

Verärgert wegen mangelnder Unterstützung in einem – siegreich beendeten – Krieg sendet der assyrische König Nebukadnezar seinen Oberbefehlshaber Holofernes mit einem gewaltigen Heer gegen alle Länder des Westens. Sie sollten erobert und bestraft werden; alle, die Widerstand leisten, sollten schonungslos dem Tod und der Plünderung preisgegeben werden. Holofernes zog verheerend durch einen Teil von Kleinasien und Syrien und kam so auch an die Nordgrenze von Palästina (Kap. 1–3).

Die Israeliten trafen nach Anweisung ihres Hohenpriesters sogleich Verteidigungsmaßnahmen und sperrten die Bergpässe, wandten sich aber auch mit Buße und Gebet an Gott den Herrn, Kap. 4 . Demgemäß sah sich Holofernes vor der kleinen Bergfestung Betulia, die den Schlüssel zum nördlichen Palästina bildete, aufgehalten. Voll Grimm darüber erkundigte er sich bei den moabitischen und ammonitischen Fürsten in seinem Heer, welches Volk es sei, das ihm so zu widerstehen wage. Die Antwort gab ihm der Ammoniterfürst Achior in einem vollständigen Abriss der jüdischen Geschichte, als deren Resultat er hinstellte, dass die Israeliten unüberwindlich seien, solange sie ihren Gott den Einzigen nicht beleidigten, Kap. 5 . Hiermit zog Achior sich den Unwillen aller assyrischen Großen zu, besonders auch deswegen, weil der assyrische König auf die höchste göttliche Verehrung Anspruch erhob und jede fremde Religion vertilgen wollte. Demzufolge ließ Holofernes den Ammoniterfürsten gebunden nach Betulia führen, damit er sich bei der Einnahme der Feste von der Torheit seiner Behauptung und der Allgewalt der Assyrer überzeuge und dann elend mit den Juden zu Grunde gehe.

Von den Israeliten aufgenommen, erregte er durch seine Erzählung großen Schrecken; doch fassten die Israeliten sich wieder im Vertrauen auf den allmächtigen Gott, Kap. 6 . Als aber Holofernes Betulia mit 182.000 Mann einschloss und die Wasserleitung abschnitt, sank den Belagerten der Mut. Als sich die Wasservorräte zu Ende neigten, forderten die Belagerten am 34. Tag der Belagerung den Stadtobersten Usija auf, die Festung zu übergeben. Usija versprach, ihnen nachzugeben, wenn in fünf Tagen keine Rettung komme, Kap. 7 .

Judit rettet das Gottesvolk

GENTILESCHI Judith
Judit enthauptet Holofernes – Artemisia Gentileschi

Von diesem Abkommen hörte die fromme Witwe Judit, die Tochter Meraris von Betulia. Manasse, ihr Mann, war drei Jahre vorher zur Zeit der Gerstenernte an einem Hitzschlag gestorben. Sie wird mit folgenden Worten im Buch Judit beschrieben:

Sie war ganz anderer Ansicht, machte den Ältesten der Stadt Vorhaltungen wegen ihres Mangels an Gottvertrauen und begehrte für sich und ihre Magd freie Passage durch das Stadttor, Kap. 8 . Nachdem ihr diese zugesagt worden war, warf sie sich in inbrünstigem Gebet vor Gott nieder, um dessen Segen zu ihrem kühnen Plan zu erflehen, Kap. 9 , schmückte sich dann aufs herrlichste und ging mit ihrer Magd ins assyrische Lager. Hier angekommen erregte sie durch ihre Schönheit großes Aufsehen und wurde sogleich zu Holofernes geführt, Kap. 10 . Es gelang ihr, durch kluge Reden ihn zu berücken, Kap. 11 , so dass sie Freiheit erhielt, im assyrischen Lager aus- und einzugehen. Bei einem Mahl dann am 40. Tag der Belagerung, welches ihr zu Ehren gegeben wurde, wurde Holofernes so sehr betrunken, Kap. 12 , dass Judit, welche mit ihm allein gelassen worden war, ihm mit seinem eigenen Schwert das Haupt abschlagen konnte. Letzteres brachte sie mit sich zurück nach Betulia zum freudigen Erschrecken aller dort Befindlichen, Kap. 13 .

Auf Achior machte dies solchen Eindruck, dass er sich zur jüdischen Religion bekannte. Nach Judits Rat aber machten nun die Belagerten einen Ausfall, und so wurde den Assyrern bekannt, was geschehen war, Kap. 14 . Voll Schrecken darüber suchten sie in wilder Flucht ihr Heil, und das ganze Lager wurde eine Beute der Hebräer. Darüber hoch gefeiert, Kap. 15 , gab Judit in herrlichem Loblied ihrer Dankbarkeit gegen Gott Ausdruck und zog sich dann wieder in die Stille des Witwenlebens zurück. Solange Judit lebte, und noch lange nach ihrem Tod, war niemand mehr, der Israel erschreckte, Kap. 16 .

Zur Wirkungsgeschichte in Kunst, Musik und Literatur

August Riedel Judith 1840
Judit – August Riedel

Die Szene der Enthauptung des Holofernes war ein sehr beliebtes Thema in der abendländischen Kunst und wurde – um nur die bekanntesten Beispiele zu nennen – unter anderen von Donatello, Caravaggio, Botticelli, Lucas Cranach, Paolo Veronese, Bartolomeo Manfredi, Peter Paul Rubens und Gustav Klimt dargestellt. Eine ganz besonders wichtige Rolle spielt sie im Werk von Artemisia Gentileschi.

Die Gestalt der Judit erscheint auch in bildlichen Darstellungen der Neun Guten Heldinnen, sie ist in dieser ikonografischen Reihe eine Vertreterin des Judentums.

In die Bildende Kunst des 20. Jahrhunderts fand Judit ebenfalls Eingang. Ihre Rolle in der Geschichte der Frauen machte die feministische Künstlerin Judy Chicago deutlich: Sie widmete ihr in der Arbeit The Dinner Party eines der 39 Gedecke am Tisch[4].

Die erste filmische Bearbeitung des Stoffes realisierte David Wark Griffith 1914 mit Judith von Bethulien.

Der jüdische Künstler Moran Haynal setzte im Jahr 2011 in einer seiner Arbeiten das gesamte Buch Judit als zeitgenössische Kalligraphie um.

Dramatisch wurde das Thema unter anderen von Friedrich Hebbel verarbeitet, dessen Drama Judith wiederum von Johann Nestroy als Judith und Holofernes parodiert wurde.

Der Barockkomponist Alessandro Scarlatti gestaltete den durchaus operngerechten Stoff zweimal als Oratorium (La Giuditta) in seiner römischen Zeit, als dort gemäß päpstlichem Erlass Opern verboten waren. Antonio Vivaldi vertonte den Stoff in lateinischer Sprache zu seinem Oratorium Juditha triumphans. Pietro Metastasio verarbeitete das Thema in seinem Oratorienlibretto La Betulia liberata, das von ungefähr 50 Komponisten vertont wurde, darunter auch Wolfgang Amadeus Mozart (→ La Betulia liberata).

Anmerkungen

  1. Martin Beck: Art. Apokryphen (AT). In: WiBiLex, Stuttgart 2006.
  2. Für eine Abfassung in griechischer Sprache und wohl in Alexandria plädieren u. a. Jan Joosten: The Original Language and Historical Milieu of the Book of Judith. In: Meghillot V–VI (2007), *159–*176 und Barbara Schmitz/Helmut Engel: Judit (HThK AT). Freiburg i.Br./Basel/Wien 2014, S. 42–43; 61–63.
  3. Lange, Lydia: Die Juditfigur in der Vulgata. Eine theologische Studie zur lateinischen Bibel. Verlag De Gruyter, 2016. 456 Seiten, ISBN 978-3-11-048823-4
  4. Seite des Brooklyn Museums zum Kunstwerk, abgerufen am 15. April 2014.

Literatur

  • Benedikt Eckhardt: Reclaiming Tradition: The Book of Judith and Hasmonean Politics, JSP 18 2000, S. 243–263.
  • Robert Hanhart: Text und Textgeschichte des Buches Judith. Mitteilungen des Septuaginta-Unternehmens XIV. Göttingen 1979. ISBN 3-525-82392-4
  • Barbara Schmitz: Geschichte Israels (utb 3547). Paderborn 2014. 2. Auflage. ISBN 3-8252-4358-3
  • Barbara Schmitz: Trickster, Schriftgelehrte oder femme fatale? Die Juditfigur zwischen biblischer Erzählung und kunstgeschichtlicher Rezeption. In: Biblisches Forum 2004 (Auszug als PDF)
  • Barbara Schmitz/Helmut Engel: Judit (HThK AT). Freiburg i.Br./Basel/Wien 2014. ISBN 3-451-26820-5
  • Bettina Uppenkamp: Judith und Holofernes in der italienischen Malerei des Barock. Berlin 2004. ISBN 3-496-01304-4
  • Erich Zenger: Das Buch Judit. Jüdische Schriften aus hellenistisch-römischer Zeit I,6. Gütersloh 1981. ISBN 3-579-03916-4

Siehe auch

Weblinks

(664) Judith

(664) Judith ist ein Asteroid des Hauptgürtels, der am 24. Juni 1908 vom deutschen Astronomen August Kopff in Heidelberg entdeckt wurde.

Benannt ist der Asteroid nach der biblischen Heldin Judith (siehe auch: Buch Judit), deren Geschichte im gleichnamigen Drama von Friedrich Hebbel thematisiert wird.

1. Buch Samuel

Das 1. Buch Samuel (abgekürzt 1 Sam) ist ein biblisches Buch des (jüdischen) Tanach und des (christlichen) Alten Testaments. Ursprünglich bildete 1 Sam zusammen mit dem 2. Buch Samuel eine Einheit. Der Name geht darauf zurück, dass es nach jüdischer Tradition von Samuel verfasst wurde. In der Septuaginta (und infolgedessen auch in den Ostkirchen) heißt es 1. Buch der Königreiche. Die Septuaginta-Fassung dieses Buches ist an manchen Stellen wesentlich kürzer als die heutige hebräische Fassung, was dafür spricht, dass der hebräische Text erst spät seine endgültige Form erlangte. Seit Stephen Langton wird das 1. Samuelbuch in 31 Kapitel unterteilt.

1. Buch der Chronik

Das 1. Buch der Chronik, auf hebräisch דִּבְרֵי הַיָּמִים Diwrei hajjamim („Ereignisse der Tage“, 1 und 2 Chr), ist ein Buch des Tanach, der hebräischen Bibel bzw. des christlichen Alten Testaments. Seit dem Mittelalter wird es in 29 Kapitel unterteilt. In den Ostkirchen heißt es 1. Buch der Auslassungen (oder der ausgelassenen Dinge, griech. Paralipomenon), weil es viele in den Samuel- und Königsbüchern fehlende Details enthält. Als Entstehungszeit wird die vorhellenistische Epoche angenommen, da Ereignisse vor 516 v. Chr. in der Chronik enthalten sind, griechische Einflüsse jedoch nicht festgestellt werden konnten.

Das Buch besteht aus zwei Teilen. Im kürzeren ersten Teil werden umfangreiche Abstammungs- und Geschlechterlisten der Israeliten und einiger Nachbarvölker gegeben. Der größere zweite Teil des Buches zeigt inhaltlich Parallelen zum 2. Buch Samuel, stellt die Ereignisse aber aus einem etwas anderen Blickwinkel dar; vor allem wird weniger Wert auf die politischen Ereignisse, dafür mehr Wert auf den Kultus und den Aufbau der israelitischen Gesellschaft des geschilderten Zeitraums gelegt. Die Sicht auf die Führungspersonen ist merklich positiver und unkritischer als in den Samuelbüchern. Wegen der vielen Verweise auf den Tempel wird vermutet, dass der Autor selbst dem Tempelkult nahestand und evtl. einer der Tempelsänger war.

Das 2. Buch der Chronik ist eine direkte Fortsetzung, die wohl nur wegen der Unhandlichkeit allzu langer Schriftrollen vom ersten Buch abgetrennt wurde.

Inhalt:

Von Adam bis Saul

Davids Königtum

Vorbereitung des Tempelbaus

Davids Nachfolger und Ende

1. Buch der Makkabäer

Das erste Buch der Makkabäer (abgekürzt 1Makk) ist ein deuterokanonisches Buch des katholischen und orthodoxen Alten Testaments (nicht aber des jüdischen Tanach), das kurz vor 104 v. Chr. von einem national gesinnten, gesetzestreuen und mit den Makkabäern sympathisierenden Juden in Palästina wahrscheinlich auf Hebräisch verfasst wurde. Nur seine griechische Fassung ist erhalten. Von seiner Form her ist es ein vorsichtig religiös deutendes, vergleichsweise sachlich erzählendes nationales Geschichtswerk, das die Makkabäer als religiöse Freiheitskämpfer darstellt.

Das Buch wurde nicht in den Kanon der hebräischen Bibel (Tanach) aufgenommen, ist aber Teil der Septuaginta und wird von Katholiken und orthodoxen Christen – nicht aber von Protestanten, denen es als apokryph gilt – als Teil der Bibel angesehen. Das jüdische Fest Chanukka nimmt auf Ereignisse Bezug, die im ersten und zweiten Buch der Makkabäer geschildert sind (die Altarweihe und die Etablierung eines alljährlichen Gedenkfestes in 1 Makk 4,52–59 ).

2. Buch Samuel

Das 2. Buch Samuel ist ein biblisches Buch im Tanach. Es wird seit dem Mittelalter in 24 Kapitel unterteilt. In den Ostkirchen heißt es 2. Buch der Königreiche.

Der Prophet Samuel erscheint nur im 1. Buch Samuel; die beiden Bücher Samuel waren einst ein einziges Buch, und so behielten die Teile den Namen bei, nachdem sie aus praktischen Gründen (handhabbare Größe einer Schriftrolle) voneinander getrennt wurden. Hauptfigur dieses Buches ist vielmehr David. Das Buch weist viele Parallelen zum 1. Buch der Chronik auf. Im Gegensatz zu diesem ist es aber merklich kritischer und legt den Schwerpunkt mehr auf die politischen Ereignisse als auf den Kultus. Neben den Erzählungen finden sich auch Psalmen (2. Sam 1,19–27: Davids Klagelied über Saul und Jonatan; 2. Sam 22: Davids Danklied (= Ps 18, 1–51); 2. Sam 23: Davids letzte Worte).

2. Buch der Chronik

Das 2. Buch der Chronik, auf hebräisch דִּבְרֵי הַיָּמִים Diwrei hajjamim („Ereignisse der Tage“, 1 und 2 Chr), ist ein Buch aus dem Tanach und bildet die direkte Fortsetzung des 1. Buches der Chronik, das wohl nur der Unhandlichkeit allzu langer Schriftrollen wegen vom ersten getrennt wurde. Seit dem Mittelalter wird es in 36 Kapitel unterteilt. In den Ostkirchen heißt es 2. Buch der Auslassungen.

Die Handlung des Buches ist größtenteils parallel zum 1. und 2. Buch der Könige, das Geschehen wird jedoch aus anderem Blickwinkel betrachtet. Vor allem auf den Kultus und die israelitische Gesellschaft wird mehr Wert gelegt, auf politische Vorgänge dafür weniger. Im Gegensatz zu den Königsbüchern beschränkt sich die Chronik nach der Reichsteilung auf die Vorgänge im Südreich Juda und lässt das Nordreich Israel außer Acht. Die Sicht auf das Königtum ist in der Chronik insgesamt positiver als in den sehr kritischen Büchern der Könige.

Der Aufbau des Buches besteht vor allem aus folgenden Themen:

Bau und Weihe des Tempels Kap. 1–7

Salomos Ruhm und Ende Kap. 8–9

Die Teilung in Israel und Juda Kap. 10

Geschichte der Könige von Juda Kap. 10–28

Die Reformen Hiskias und Josias Kap. 29–35

Das Ende des Reiches Juda Kap. 36

2. Buch der Makkabäer

Das zweite Buch der Makkabäer (abgekürzt 2 Makk) ist ein deuterokanonisches beziehungsweise apokryphes Buch des Alten Testaments, das in seiner heutigen Fassung in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts vor Christus entstanden sein dürfte.

Buch Esra

Das Buch Esra hebräisch סֵפֶר עֶזְרָא ist ein Buch des jüdischen Tanach bzw. des christlichen Alten Testaments der Bibel. Seit dem Mittelalter wird es in zehn Kapitel unterteilt. Es bildet zusammen mit dem Buch Nehemia eine Einheit. Daher wird in der Septuaginta und der Vulgata das Buch Nehemia als 2. Buch Esra bezeichnet (Esdras β bzw. II Ezrae).

Das 3., 4., 5. und 6. Buch Esra und die Esra-Apokalypse sind apokryphe jüdische oder christliche Schriften seit dem 1. Jahrhundert n. Chr., die sich auf den biblischen Esra beziehen.

Buch Nehemia

Das Buch Nehemia (auch 2. Buch Esra) ist ein Buch im jüdischen Tanach und im christlichen Alten Testament der Bibel.

Enthauptung

Die Enthauptung, das Köpfen oder die Dekapitation (über französisch décapiter „enthaupten“ von lateinisch caput „Kopf“) oder Decollation ist die gewaltsame Abtrennung des Kopfes vom Rumpf, entweder als aktive Handlung zum Zwecke der Hinrichtung oder als Unfallverletzung.

Gott mit uns

Gott mit uns war der Wahlspruch des preußischen Königshauses (seit 1701) und damit auch der Deutschen Kaiser (seit 1871). Der Ausspruch ist dem Buch Judit (Jdt 13,11 ) entnommen und wurde in den Befreiungskriegen von preußischer Seite auch als Schlachtruf gebraucht. Preußische Mannschaften trugen ihn seit der Einführung des Virchow-Gepäcks 1847 auf ihren Koppelschlössern. Seit 1861 ist er zudem Wahlspruch des preußischen Kronenordens. Sämtliche 3- und 5-Mark-Stücke des Deutschen Kaiserreichs tragen die Randschrift GOTT MIT UNS (siehe auch die Gedenkmünze zum 400-jährigen Reformationsjubiläum 1917#Münzbeschreibung). Der Spruch zierte auch nach dem Ende der Monarchie die Koppelschlösser der Soldaten der Reichswehr sowie im Zweiten Weltkrieg der Wehrmacht (mit Ausnahme der Luftwaffe). Die Schutzstaffel führte hingegen den Wahlspruch Meine Ehre heißt Treue.

Die Bundeswehr führt seit 1962 die Worte Einigkeit, Recht, Freiheit auf ihren Koppelschlössern. Die Polizeitruppen verwendeten den Wahlspruch bis in die 1970er Jahre.

Er war auch einer der Wahlsprüche des schwedischen Königs Gustav II. Adolf und der Schlachtruf seines Heeres, später auch der Brandenburger während des Dreißigjährigen Kriegs.

Das Völkerschlachtdenkmal in Leipzig trägt den Spruch als Inschrift über der Statue des Erzengels Michael.

Holofernes

Holofernes [hoˈlo.fɛɐ̯.nəs] ist nach dem Alten Testament ein assyrischer Feldherr, der von Judith ermordet wird. Er erscheint im Buch Judit als General des babylonischen Königs Nebukadnezar II., der mit seinem Heer ausgezogen ist, die Staaten zwischen Mittel- und Rotem Meer zu unterwerfen als Rache dafür, dass keines der Völker zwischen dem Mittelmeer und dem persischen Hochland Nebukadnezar im Krieg gegen den medischen König Arphaxad unterstützt hat.

Im Buch wird erzählt, dass Holofernes nach Rauben, Morden und Brandschatzen im ganzen Vorderen Orient die an einem Pass des judäischen Berglandes gelegene Stadt Betulia angreift und belagert. Da es an Wasser fehlt, sind die Einwohner kurz davor, sich zu ergeben. Einige der Einwohner fordern eine Frist von fünf Tagen abzuwarten, in der Gott sie noch retten kann. Judit (auch: Judith), eine fromme jüdische Witwe von erheblichem Reiz – und ebenso erheblichem Reichtum – entschließt sich, ihre Stadt zu retten. Sie geht mit ihrer Magd und Weinkrügen in das Lager von Holofernes Truppen, wo es ihr wegen ihrer Schönheit ohne weiteres gelingt, das Zelt von Holofernes zu erreichen. Betört von ihrer Schönheit und Weisheit lädt Holofernes sie zu einem Gelage ein, im Verlaufe dessen sich die Diener diskret aus dem Zelt zurückziehen, um bei der erwarteten Liebesnacht nicht zu stören. Sie macht ihn jedoch mit dem schweren Wein betrunken, und gemeinsam mit ihrer Magd enthauptet sie ihn. Judit kehrt mit dem abgeschlagenen Kopf nach Betulia zurück. Als die Soldaten morgens den gemeuchelten Feldherrn entdecken, ergreifen sie in Panik die Flucht, und die Juden können die verbliebenen Angreifer besiegen.

Da das Buch Judit im Allgemeinen als fiktionale Erzählung betrachtet wird, ist Holofernes vermutlich keine historische Gestalt.

Die Geschichte handelt mithin von Übermacht und Bedrohung auf der einen und von Ohnmacht und Wehrlosigkeit auf der anderen Seite. Männliche Kraft wird durch die Begierde geschwächt. Judit kann so ihre weiblichen Reize einsetzen, um ihr Ziel zu erreichen – die Abwendung großer Not von ihrem Volk. In künstlerischen Darstellungen wird daher auch häufig auf die Gefahr der Sinnlichkeit des Weiblichen angespielt.

JDT

JDT steht für:

Java Development Tools, eine Sammlung von Plugins für die Eclipse-Programmierumgebung

Downtown Heliport (IATA-Code), Hubschrauberlandeplatz in Saint Paul (Minnesota), Vereinigte Staaten von Amerika

J.D.Theile GmbH & Co. KG, ein deutscher Hersteller von Ketten und Zubehör, MaschinenbauJdt steht für:

Buch Judit, apokryphes Buch des Alten Testamentsjdt steht für:

Judeo-Tat (ISO-639-3-Code), Varietät der persischen Sprache, ursprünglicher Ethnolekt der Bergjuden

Judith

Judith oder Judit steht für:

Judith (Vorname), siehe dort zu Namensträgerinnen

Judit, Figur aus dem Alten Testament, siehe Buch Judit

Judith (1559), frühneuzeitliches Schiff von Sir Francis Drake

(664) Judith, Asteroid

Judith-Gletscher in der Ross Dependency, AntarktikaWerktitel:

Judith (Hebbel), Theaterstück von Friedrich Hebbel (1840)

Judith (Serow), Oper von Alexander Nikolajewitsch Serow (1863)

Judith (Film), britisches Filmdrama von Daniel Mann (1966)

Judith (Hochhuth), Theaterstück von Rolf Hochhuth (1984)

Judith (Matthus), Oper von Siegfried Matthus (1985)

Judith (Hörspiel), Hörspiel von Lothar Trolle (2014)Siehe auch:

Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel mit Judit beginnt

Liste aller Wikipedia-Artikel, deren Titel Judit enthält

Judith und Holofernes (Sujet)

Judith und Holofernes sind Personen aus dem Buch Judit des Alten Testaments. Ihre Geschichte ist in zahlreichen Variationen in Werken der abendländischen Kunst, Musik und Literatur dargestellt worden.

Judith als Verkörperung von Mut, Entschlossenheit, aufopferungsvoller Vaterlandsliebe, verknüpft mit weiblicher Schönheit – „sie hatte eine schöne Gestalt und ein blühendes Aussehen“ (Jdt 8,7 ) – hat immer wieder die Phantasie der Künstler beflügelt.

Vor allem das blutige Schauspiel der Enthauptung des Holofernes wurde zu einem häufig variierten Bildthema vom späten Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert.

La Betulia liberata

La Betulia liberata („Das befreite Bethulien“), KV 118 (74c), ist ein Oratorium von Wolfgang Amadeus Mozart, komponiert 1771 im Auftrag von Don Giuseppe Ximena (auch: Ximenes) von Padua, Prinz von Aragon. Es behandelt die Geschichte von Judith und Holofernes aus dem Buch Judit der Bibel. Der Text des Oratoriums stammt von Pietro Metastasio (→ La Betulia liberata (Metastasio)).

Zur Zeit der Komposition befand sich Mozart mit seinem Vater auf einer Italienreise, auf der die beiden auch Station in Padua machten. Stilistisch ähnelt es Werken von Leonardo Leo und Johann Adolph Hasse. Es besteht aus zwei Akten und enthält 16 Arien mit Solo- oder Chorpartien. Die Uraufführung wird für 1772 angenommen, eine Aufführung zu Mozarts Lebzeiten ist jedoch nicht belegt.

Lusius Quietus

Lusius (in einigen Quellen, wohl versehentlich, Lucius; † 118) Quietus war ein römischer Feldherr unter Trajan und im Jahr 117 Statthalter von Judäa.

Quietus war nordafrikanischer Abstammung, angeblich aus königlichem Haus. Er führte bereits unter Domitian eine Reitertruppe seines Stammes in römischen Diensten, wurde aber, obwohl in den römischen Ritterstand erhoben, wegen eines Vergehens wieder entlassen. In den Dakerkriegen Trajans gelang es ihm aber, durch seine militärischen Fähigkeiten das Vertrauen dieses Kaisers zu gewinnen. Im Partherkrieg war er einer der wichtigsten Feldherrn Trajans. Als sich 116/117 die jüdischen Einwohner von Mesopotamien gegen die römische Besatzung erhoben, beauftragte Trajan Quietus mit der Unterdrückung des Diasporaaufstands.

Durch die gnadenlose Effizienz, mit der er diesen Auftrag ausführte, empfahl sich Quietus, der in den Senat aufgenommen wurde und im Jahr 116 oder 117 ein Suffektkonsulat bekleidete, für den Posten des Statthalters von Judäa. Die kleine, aber unruhige Provinz verlangte eine starke römische Militärpräsenz. Trajan hatte in seinen letzten Jahren außer der Legio X Fretensis auch die Legio III Cyrenaica nach Judäa verlegt. Der Statthalter war daher ein Legatus Augusti pro praetore im Rang eines gewesenen Konsuls.

Auch in Judäa scheint das Regime des Quietus von rücksichtsloser Brutalität geprägt gewesen zu sein, das lassen zumindest talmudische Quellen vermuten. Dass Quietus das Urbild des Holofernes im Buch Judit war, wie Heinrich Graetz im Anschluss an Gustav Volkmar vermutet, lässt sich jedoch nicht beweisen. Es scheint eine Erhebung in Judäa gegeben zu haben, die als „Krieg des Quietus“ (polemos schel kitos) in die Überlieferung einging. Genauere Nachrichten aber fehlen. Jedenfalls ging der Tag seiner Abberufung am 12. Adar (Februar 118?) als Halbfeiertag in den jüdischen Festkalender ein („Trajanstag“, Jom Tirjanus).

Trajans Nachfolger Hadrian entließ Quietus kurz nach seinem Herrschaftsantritt und ließ ihn 118 zusammen mit drei weiteren Konsularen, die enge Vertraute Trajans gewesen waren, Aulus Cornelius Palma Frontonianus, Lucius Publilius Celsus und Avidius Nigrinus, von seinem einstigen Vormund und engen Vertrauten, dem Prätorianerpräfekten Publius Acilius Attianus, wegen Verrats ermorden.

Ninive

Ninive oder Ninua (auch Niniveh, arabisch نينوى, DMG Nīnawā; akkadisch Ninu(w)a; aramäisch ܢܝܢܘܐ Nīnwē; hebräisch נִינְוֵה 'Nīnəwē) war eine mesopotamische Stadt im heutigen Irak, am linken Ufer des Tigris, an der Mündung des kleinen Flusses Ḫosr (auch Khosr, Khoser, Koussour oder arabisch نهر الخوصر, DMG Nahr al-Khosr) innerhalb der modernen Stadt Mossul. Die ältesten Siedlungsreste befinden sich auf den Ruinenhügeln (Tells) Kujundschik und Nebi Junus. Im 1. Jahrtausend v. Chr. dehnte sich die Besiedlung auch auf die Umgebung aus und erreichte eine Gesamtfläche von 750 Hektar. Die erforschten Siedlungsschichten lassen Ninive in den Zeitraum vom keramischen Neolithikum bis zur islamischen Periode datieren, wobei es die größte Bedeutung im 7. Jahrhundert v. Chr. als Hauptstadt des Assyrischen Reiches erlangte.

Tota pulchra es Maria

Tota pulchra es Maria ist ein altes christliches Gebet, das seit dem vierten Jahrhundert nachgewiesen ist. Es ist aus Versen des Alten Testamentes zusammengesetzt, die auf Maria bzw. ihre unbefleckte Empfängnis gedeutet werden. Die Anfangszeile, nach der das Gebet benannt ist, stammt aus dem Hohelied in der Version der Vulgata: Tota pulchra es, amica mea, et macula non est in te. (Hld 4,7 ) Die Zeile Vestimentum tuum … verweist auf das Matthäusevangelium (Mt 17,2 bzw. Mt 28,3 ). Der letzte Vers ist dem biblischen Buch Judit entnommen (Jdt 15,9 ).

Bereits Ephräm der Syrer wandte in den Carmina Nisibena den Vers Hohelied 4,7 auf die Sündenlosigkeit Marias an: Du allein [Christus] und deine Mutter sind über alles schön, keine Makel ist, o Herr, an dir, kein Fehl an deiner Mutter. Das Wort originalis, welches den Bezug zur Erbsünde (peccatum originale) herstellt, wurde von dem Franziskanertheologen Johannes Duns Scotus eingefügt. Seit dem 14. Jahrhundert ist das Gebet in seiner heutigen Fassung verbreitet.

Liturgisch werden die einzelnen Verse als Alleluia-Ruf vor dem Evangelium bei der Messfeier und als Antiphonen bei der Vesper zum Fest Maria Empfängnis (8. Dezember) verwendet.

Geschichtsbücher im Alten Testament

Josua | Richter | Rut | Samuel 1. Buch, 2. Buch | 1. Könige | 2. Könige | 1. Chronik | 2. Chronik | Esra | Nehemia | Ester

Spätschriften katholisch:  Judit | Tobit | 1. Makkabäer | 2. Makkabäer | Zusätze Ester

Deuterokanonische Schriften im Alten Testament

Judit | Tobit | 1. Makkabäer | 2. Makkabäer | Weisheit | Jesus Sirach | Baruch inklusive Brief des Jeremia | Zusätze Ester | Zusätze Daniel

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