Brailleschrift

Die Brailleschrift [bʁaj-] wird von Blinden und stark Sehbehinderten benutzt, ist also eine Blindenschrift. Sie wurde 1825 von dem Franzosen Louis Braille entwickelt. Die Schrift besteht aus Punktmustern, die, meist von hinten in das Papier gepresst, mit den Fingerspitzen als Erhöhungen zu ertasten sind.

Brailleschrift
Schrifttyp Blindenschrift, Alphabet
Sprachen verschiedene
Erfinder Louis Braille
Entstehung 1825
Abstammung Nachtschrift
Brailleschrift
Unicodeblock U+2800–U+28FF
ISO 15924 Brai
Lesen von Brailleschrift mit den Fingern

Allgemeines

Braille cell
Nummerierung der Braille-Punkte
BrailleValues
Hexadezimalwerte in Achtpunktzeichen

Sechs Punkte, drei in der Höhe mal zwei Punkte in der Breite, bilden das Raster für die Punkte-Kombinationen, mit denen die Zeichen (Buchstaben, Ziffern, Leerzeichen, …) dargestellt werden. Bei sechs (binären) Punkten ergeben sich 26 = 64 Variationen; es sind also 64 verschiedene Zeichen darstellbar.

Die Punkte einer Braillezelle werden in der linken Spalte von eins bis drei und in der rechten Spalte von vier bis sechs nummeriert – innerhalb einer Spalte jeweils von oben nach unten. Dem sind die im Bild unterhalb dargestellten Hexadezimalwerte 1-2-4 links, und 8-10-20 rechts (1016 = 1610 und 2016 = 3210) zugeordnet.

Für die Ausgabe von Texten in Brailleschrift durch den Computer werden Braillezeilen verwendet. Da für die Arbeit am Computer mehr Zeichen notwendig sind als sich mit sechs Punkten darstellen lassen, werden bei der Braillezeile noch zwei weitere Punkte je Braillezeichen hinzugefügt, so dass acht Punkte, vier in der Höhe mal zwei in der Breite, zur Verfügung stehen (Computerbraille, spezielle Implementierung: Eurobraille). Auf diese Weise erhält man 28 = 256 Variationen. Die Codierung der Standardzeichen bleibt dabei jedoch gleich, die unterste Zeile bleibt lediglich leer.

Bei der Nummerierung der Punkte eines Achtpunktzeichens bleibt die Nummerierung der oberen sechs Punkte unverändert – die beiden unteren Punkte erhalten die Nummern 7 (links) und 8 (rechts) mit entsprechenden Hexadezimalwerten 6410 = 4016 und 12810 = 8016.

Die engen Grenzen der so entstandenen Zeichensätze (64 bzw. 256 Zeichen) werden durch zwei Methoden erweitert:

  1. Für viele Sprachen bzw. Fachsprachen gibt es eigene Zeichensätze (Notationen), bei denen die Bedeutung der Zeichen anders ist. Dazu zählen z. B. die Mathematikschrift, die Chemieschrift, die Musikschrift und andere. Es muss daher am Textanfang darauf hingewiesen werden, dass ein spezieller Zeichensatz folgt. Bei der normalen 6-Punkt-Brailleschrift spricht man dagegen von Literaturbraille.
  2. Für ein Schwarzschriftzeichen wird eine Kombination aus Braillezeichen verwendet. Auffälligstes Beispiel hierfür ist, dass es im 6-Punkt-Braille (Basisschrift) keinen Unterschied zwischen Groß- und Kleinschreibung gibt. Ein Buchstabe wird durch die Voranstellung eines speziellen Zeichens zum Großbuchstaben erklärt.

Prägemaschinen und -geräte

Blista-Braille-Typewriter
Blindenschreibmaschine (auch Bogenmaschine) zum Einprägen der Punkte in entsprechend dicke Papierbögen.
Braille Writer
Stenomaschine – ein sehr kompaktes Modell (nach Einklappen der Leertaste kann der Deckel vorne hochgeklappt werden) zum Beschriften von speziellen Papierstreifen statt Bögen. Der Papierstreifen ist am linken Bildrand sichtbar.

Bei Benutzung von Punktschriftmaschinen sind die Tasten der Punkte gleichzeitig zu betätigen, um das entsprechende Zeichen der Codetabelle zu schreiben. Dabei befinden sich die Tasten für die Punkte eins bis drei in absteigender Reihenfolge auf der linken Seite, sowie die Tasten für die Punkte vier bis sechs aufsteigend auf der rechten Seite. Dazwischen liegt die Leertaste. Will man zum Beispiel ein R (Punkte 1, 2, 3, 5) schreiben, so muss man mit der linken Hand die Tasten [3], [2] und [1] und mit der rechten Hand die Taste [5] gleichzeitig drücken. Unterschieden wird dabei zwischen Bogenmaschinen und Stenomaschinen. Beide Maschinentypen sind inzwischen weitgehend abgelöst durch Modelle, die die Daten auf digitale Medien speichern – aber gerade wegen der Zuverlässigkeit (kein Strom etc.) sind Stenomaschinen immer noch beliebt.

Schreibtafeln

Neben Maschinen sind auch Schreibtafeln im Gebrauch. Es handelt sich um zwei Tafeln, die mit einem Scharnier verbunden sind. Die obere Tafel hat rechteckige Aussparungen. die der Größe von sechs Punkten der Braille-Schrift entsprechen. Die untere Tafel hat grübchenförmige Vertiefungen im Abstand der sechs Braille-Punkte.

Braille-Tafel.JPG&filetimestamp=20171101123651&
Schreibtafel für Brailleschrift mit Griffel

Zwischen die beiden Tafeln wird ein geeignetes Blatt Papier eingelegt und mit einem Metallstift werden nun die erforderlichen Punkte in das Papier "gestochen".

Zu beachten ist, dass, um lesbare Zeichen zu erhalten, auf der Rückseite des Papiers in Spiegelschrift und von rechts nach links "gestochen" wird.

Schreibtafeln gibt es aus Metall oder Kunststoff in verschiedenen Größen (von etwa DIN A6- DIN A4). Sie werden von Nichtsehenden für Notizen verwendet, können aber auch zum zusätzlichen "Beschriften" von Papieren mit "Schwarzschrift" (Postkarten, Visitenkarten etc.) verwendet werden.

Bandprägegeräte

Im Handel sind Prägegeräte erhältlich, die Braille-Zeichen in selbstklebende Bänder prägen. Die Prägung erfolgt meist von Rückseite her, so dass seitenrichtig von links nach rechts gearbeitet werden kann. Die so hergestellten Bänder sind gut geeignet um unterschiedlichste Gegenstände des täglichen Gebrauch zu kennzeichnen. Sie werden auch im öffentlichen Raum eingesetzt, um z. B. Handläufe von Treppengeländern zu kennzeichnen.

Codetabelle für die deutsche Sprache

Siehe Normenreferenz[1]

Buchstaben und Kombinationen

Braille A1

A oder 1

Braille B2

B oder 2

Braille C3

C oder 3

Braille D4

D oder 4

Braille E5

E oder 5

Braille F6

F oder 6

Braille G7

G oder 7

Braille H8

H oder 8

Braille I9

I oder 9

Braille J0

J oder 0

Braille K

K

Braille L

L

Braille M

M

Braille N

N

Braille O

O

Braille P

P

Braille Q

Q

Braille R

R

Braille S

S

Braille T

T

Braille U

U

Braille V

V

Braille W

W

Braille X

X

Braille Y

Y

Braille Z

Z

Braille Ä

Ä

Braille Ö

Ö

Braille Ü

Ü

Braille È

ß

Braille Ù

ST

Braille Å

AU

Braille Ê

EU

Braille SH

EI

Braille ST

ÄU

Braille Ò

IE

Braille Ô

CH

Braille Û

SCH

Symbole und Zeichen

Braille NumberSign

Zahl folgt

Braille QuoteClose

schließendes Anführungs­zeichen

Systematik des Punkteaufbaus

1. bis 4. Zehnergruppe
1 Punkt 1
a
Punkte 1, 2
b
Punkte 1, 4
c
Punkte 1, 4, 5
d
Punkte 1, 5
e
Punkte 1, 2, 4
f
Punkte 1, 2, 4, 5
g
Punkte 1, 2, 5
h
Punkte 2, 4
i
Punkte 2, 4, 5
j
2 Punkte 1, 3
k
Punkte 1, 2, 3
l
Punkte 1, 3, 4
m
Punkte 1, 3, 4, 5
n
Punkte 1, 3, 5
o
Punkte 1, 2, 3, 4
p
Punkte 1, 2, 3, 4, 5
q
Punkte 1, 2, 3, 5
r
Punkte 2, 3, 4
s
Punkte 2, 3, 4, 5
t
3 Punkte 1, 3, 6
u
Punkte 1, 2, 3, 6
v
Punkte 1, 3, 4, 6
x
Punkte 1, 3, 4, 5, 6
y
Punkte 1, 3, 5, 6
z
Punkte 1, 2, 3, 4, 6
&
Punkte 1, 2, 3, 4, 5, 6
%
Punkte 1, 2, 3, 5, 6
[
Punkte 2, 3, 4, 6
ß
Punkte 2, 3, 4, 5, 6
st
4 Punkte 1, 6
au
Punkte 1, 2, 6
eu
Punkte 1, 4, 6
ei
Punkte 1, 4, 5, 6
ch
Punkte 1, 5, 6
sch
Punkte 1, 2, 4, 6
`
Punkte 1, 2, 4, 5, 6
^
Punkte 1, 2, 5, 6
ü
Punkte 2, 4, 6
ö
Punkte 2, 4, 5, 6
w

Die ersten zehn Buchstaben (A–J) bzw. die Ziffern (0–9) nutzen nur die vier oberen der insgesamt sechs Punkte (Punkte Nr. 1, 2, 4, 5): Die nächsten zehn Buchstaben (K–T) unterscheiden sich nur durch einen zusätzlichen Punkt unten links (Punkt Nr. 3). Die folgenden Zeichen (darunter U–Z) unterscheiden sich wiederum durch einen zusätzlichen Punkt unten rechts (Punkt Nr. 6) neben dem unten links. Das W (Punkte 2, 4, 5, 6) wird in Brailles Muttersprache Französisch nicht benutzt und wurde daher erst später aufgenommen, basierend auf der Grundform von j (Punkte 2, 4, 5).[2] Es erscheint daher in dieser Übersicht erst in der vierten Zeile.

Alle weiteren möglichen Formen (Zeichen) mit Sonder- und Steuerzeichen
1 Kein Punkt
Punkt 2
,
Punkte 2, 5
:
Punkt 5
~
Punkt 4
"
Punkte 4, 5
>
2 Punkt 3
.
Punkte 2, 3
;
Punkte 2, 3, 5
+
Punkte 3, 5
*
Punkte 3, 4
äu
Punkte 3, 4, 5
ä
3 Punkte 3, 6
-
Punkte 2, 3, 6
»
Punkte 2, 3, 5, 6
()
Punkte 3, 5, 6
«
Punkte 3, 4, 6
ie
Punkte 3, 4, 5, 6
#
4 Punkt 6
'
Punkte 2, 6
?
Punkte 2, 5, 6
/
Punkte 5, 6
<
Punkte 4, 6
$
Punkte 4, 5, 6
_

In weiteren schwarzschriftlichen Digraphen und anderen Sonderzeichen wird nur der Punkt Nr. 6 unten rechts ergänzt und der unten links (Punkt 3) nicht gesetzt.

Doppelt belegte Zeichen
Punkte 2, 3, 5, 6
()
=
Punkte 2, 3, 4, 5, 6
st
]
Punkte 2, 3, 5
+
!

Das Zeichen für öffnende runde Klammer ( steht auch für die schließende runde Klammer ) und das Gleichheitszeichen =. Je nach Stellung des Zeichens vor oder nach Buchstaben bzw. Leerzeichen wird die gemeinte Bedeutung erkennbar. Das Zeichen st steht auch für die schließende eckige Klammer ]. Außerdem sind die Zeichen für Plus + und das Ausrufezeichen ! identisch.

Punkt 2
,
1.
Punkte 2, 3
;
2.
Punkte 2, 5
:
3.
Punkte 2, 5, 6
/
4.
Punkte 2, 6
?
5.
Punkte 2, 3, 5
+
6.
Punkte 2, 3, 5, 6
(
7.
Punkte 2, 3, 6
»
8.
Punkte 3, 5
*
9.
Punkte 3, 5, 6
«
0.

Die Zeichen , ; : / ? + ( » * « stehen in der genannten Reihenfolge für die um eine Punktreihe tiefergestellten Ziffern 1–9 und 0 und können statt der jeweiligen Ziffer als Ordnungszahl verwendet werden; das Zahlenzeichen # ist zu setzen.

Besonderheiten bei der Verwendung und Steuerzeichen

Das $ bezeichnet das nächste Zeichen als Großbuchstaben und steht z. B. vor Eigennamen.

Das > wird verwendet, wenn alle nachfolgenden Zeichen als Großbuchstaben betrachtet werden sollen.

Das ' (Apostroph als Aufhebungszeichen) wird verwendet, wenn die folgenden Zeichen wieder Kleinbuchstaben sein sollen.

Das # ist das Zahlenzeichen, das vor einer oder mehreren Ziffern steht. Leerzeichen, Apostroph oder andere Zeichen, die nicht mit Ziffern verwechselt werden können, beenden die Zahl. Der Apostroph wird anstelle des Leerzeichens verwendet, wenn direkt hinter der Zahl noch Buchstaben oder Satzzeichen folgen sollen, die mit Ziffern verwechselt werden können. Zahlen in Zahlengruppen werden mit dem Punkt getrennt.

Ordnungszahlen können durch das Schreiben der Ziffern um eine Punktreihe tiefergesetzt gekennzeichnet werden. Das ist möglich, weil Ziffern zur Darstellung nur die oberen zwei Punktreihen benötigen. Der abschließende Punkt zur klassischen Kennzeichnung von Ordnungszahlen entfällt dann.

Brüche werden mit Zähler und Nenner direkt hintereinander dargestellt, der Nenner ist allerdings um eine Punktreihe nach unten verschoben. Prozent und Promille werden als Bruch 0/0 bzw. 0/00 dargestellt, dabei ist der Nenner 0 bzw. 00 wieder tiefergestellt. Als Dezimaltrennzeichen kann außer dem Komma auch der Punkt verwendet werden.

In mathematischen Formeln können die Rechenzeichen durch ein Akzentzeichen (Punkt Nr. 4 Punkt 4) angekündigt werden. In der vereinfachten Schreibweise kann das Akzentzeichen weggelassen werden, wenn es keine Verwechslungsgefahr mit anderen Zeichen gibt.

Der Apostroph ' (Punkt Nr. 6 Punkt 6) wird auch als Auflösungspunkt bezeichnet und dient z. B. zur Umwandlung von ss in ß.

Verkürzung der Schrift zum Zwecke der Beschleunigung

Helen Keller Braille
Der Name Helen Keller (⠓⠑⠇⠑⠝⠀⠅⠑⠇⠇⠑⠗) in Basis-Braille

Bestrebungen, die Schrift schneller zu machen, führten zu einer Verkürzung der Wortbilder. In der deutschen Brailleschrift werden grundsätzlich vier verschiedene Kürzungsgrade für Literaturbraille unterschieden.

  1. Basisschrift: Hier entspricht im Allgemeinen jeder Buchstabe einem Braillezeichen. Es gibt nur Kleinbuchstaben, weswegen Großbuchstaben, Ziffern oder Akzentbuchstaben durch Voranstellen bestimmter Zeichen zu solchen erklärt werden.
  2. Vollschrift: Häufige Buchstabengruppen der deutschen Sprache (wie z. B. st sch ie ei au) werden durch eigene Braillezeichen ersetzt. Dadurch verkürzt sich der Text gegenüber der Basisschrift um etwa 5 % bis 10 %.
  3. Kurzschrift: Die Kurzschrift ist vergleichbar mit der Stenografie in der Schwarzschrift (z. B. steht u für und). Der Text wird dabei um etwa 30 % bis 40 % gegenüber der Vollschrift verkürzt. Geübte Blinde können diese Kurzschrift fast im selben Tempo lesen wie Sehende Schwarzschrift (Normalschrift).
  4. Blindenstenografie: Kompliziertes Regelwerk zur Verkürzung von Wörtern, Redewendungen und ganzen Sätzen, um gesprochene Sprache mitschreiben zu können. Die Braille-Stenografie beherrschen nur wenige ausgebildete Blinde. Teilweise wird mit Sieben- oder Acht-Punkt-Systemen gearbeitet.

Die Blindenkurzschrift wird am häufigsten zur Erstellung von Druckerzeugnissen in Blindenschrift (80 bis 85 %) und bei Mitschriften blinder Menschen mit der Punktschriftmaschine eingesetzt.

Ein Zeichen in Brailleschrift ist etwa 6 mm lang und 4 mm breit, so dass die Tastschärfe von trainierten Menschen nicht unterschritten wird. Die Punkthöhe (Erhebung) soll 0,4 mm nicht unterschreiten, damit die Zeichen taktil erfassbar bleiben.

Lese-Leistung

Braille book
Ein Buch in Brailleschrift und darauf die textgleiche Originalausgabe für Sehende

Erfahrene Braille-Leser können etwa 100 Wörter pro Minute lesen. Zum Vergleich: sehende Leser schaffen etwa 250 bis 300 Wörter pro Minute.

Andere Brailleschriften

Brailleschriften für spezielle Inhalte

Für spezielle Themen gibt es eigene Brailleschriften, so z. B. die Braille-Musikschrift, die Braille-Schaltungsschrift, die Braille-Schachschrift und die Braille-Strickschrift.

Braille für andere Schriften

Neben zusätzlichen Belegungen für Zeichen mit Diakritika gibt es auch Übertragungen der Brailleschrift auf andere Schriftsysteme als das lateinische. Für die Alphabete der russischen oder griechischen Sprache werden die Zeichen entsprechend ihrer Transliteration in das lateinische Schriftsystem, also unabhängig von ihrer Reihenfolge im Alphabet, übertragen.

Für anders strukturierte Schriften, wie z. B. Japanisch, Koreanisch oder Tibetisch, wurden die Zeichen jedoch komplett neu zugeordnet. So werden zum Beispiel in der Japanischen Brailleschrift den Silben der Kana jeweils ein eigenes Zeichen zugeordnet.

Braillezeichen in Unicode / UTF-8

Unicode ist heute (Stand 2011) praktisch auf jedem Computersystem verfügbar. Da die Braillezeichen in Unicode vorhanden sind, ist eine Darstellung der Braillezeichen auf Bildschirmen etc. problemlos möglich. Die Unicode-Zeichen sind also vorteilhaft für die Darstellung von Brailleschrift für Sehende – dem Blinden selbst nutzt der Unicode nur wenig (Beispielsweise Ausdrucke auf Schwellpapier in Ausnahmefällen).

In Unicode werden die aus sechs Punkten bestehenden Braillezeichen durch die Zeichennummern U+2800 bis U+283F (hexadezimale Schreibweise) repräsentiert. Dies sind einschließlich des Leerzeichens 64 Zeichen. Die Reihenfolge der Zeichen wurde so definiert, dass jeder Punkt eines Braillezeichens einem gesetzten Bit entspricht. Dabei ist die Reihenfolge der Bits wie oben beschrieben (siehe Abb. „Nummerierung“). Ein Zeichen ist damit also durch #×2800 + Wert der Punkte codiert.[3][4] Die Reihenfolge der in Unicode codierten Zeichen weicht damit erheblich von der in Absatz #Systematik des Punkteaufbaus dargestellten ab.

.0 .1 .2 .3 .4 .5 .6 .7 .8 .9 .A .B .C .D .E .F
U+280.
Leerz.

A oder 1

U+2802

B oder 2

U+2804

K

U+2806

L

U+2808

C oder 3

I oder 9

F oder 6

U+280C

M

S

P
U+281.
U+2810

E oder 5

U+2812

H oder 8

U+2814

O

U+2816

R

U+2818

D oder 4

J oder 0

G oder 7

Ä

N

T

Q
U+282.
U+2820

U+2821

U+2822

U+2823

U+2824

U

U+2826

V

U+2828

U+2829

Ö

U+282B

U+282C

X

ß

U+282F
U+283.
U+2830

U+2831

U+2832

Ü

U+2834

Z

U+2836

U+2837

U+2838

U+2839

W

U+283B

U+283C

Y

U+283E

U+283F
U+284.
U+2840

U+2841

U+2842

U+2843

U+2844

U+2845

U+2846

U+2847

U+2848

U+2849

U+284A

U+284B

U+284C

U+284D

U+284E

U+284F
U+285.
U+2850

U+2851

U+2852

U+2853

U+2854

U+2855

U+2856

U+2857

U+2858

U+2859

U+285A

U+285B

U+285C

U+285D

U+285E

U+285F
U+286.
U+2860

U+2861

U+2862

U+2863

U+2864

U+2865

U+2866

U+2867

U+2868

U+2869

U+286A

U+286B

U+286C

U+286D

U+286E

U+286F
U+287.
U+2870

U+2871

U+2872

U+2873

U+2874

U+2875

U+2876

U+2877

U+2878

U+2879

U+287A

U+287B

U+287C

U+287D

U+287E

U+287F
U+288.
U+2880

U+2881

U+2882

U+2883

U+2884

U+2885

U+2886

U+2887

U+2888

U+2889

U+288A

U+288B

U+288C

U+288D

U+288E

U+288F
U+289.
U+2890

U+2891

U+2892

U+2893

U+2894

U+2895

U+2896

U+2897

U+2898

U+2899

U+289A

U+289B

U+289C

U+289D

U+289E

U+289F
U+28A.
U+28A0

U+28A1

U+28A2

U+28A3

U+28A4

U+28A5

U+28A6

U+28A7

U+28A8

U+28A9

U+28AA

U+28AB

U+28AC

U+28AD

U+28AE

U+28AF
U+28B.
U+28B0

U+28B1

U+28B2

U+28B3

U+28B4

U+28B5

U+28B6

U+28B7

U+28B8

U+28B9

U+28BA

U+28BB

U+28BC

U+28BD

U+28BE

U+28BF
U+28C.
U+28C0

U+28C1

U+28C2

U+28C3

U+28C4

U+28C5

U+28C6

U+28C7

U+28C8

U+28C9

U+28CA

U+28CB

U+28CC

U+28CD

U+28CE

U+28CF
U+28D.
U+28D0

U+28D1

U+28D2

U+28D3

U+28D4

U+28D5

U+28D6

U+28D7

U+28D8

U+28D9

U+28DA

U+28DB

U+28DC

U+28DD

U+28DE

U+28DF
U+28E.
U+28E0

U+28E1

U+28E2

U+28E3

U+28E4

U+28E5

U+28E6

U+28E7

U+28E8

U+28E9

U+28EA

U+28EB

U+28EC

U+28ED

U+28EE

U+28EF
U+28F.
U+28F0

U+28F1

U+28F2

U+28F3

U+28F4

U+28F5

U+28F6

U+28F7

U+28F8

U+28F9

U+28FA

U+28FB

U+28FC

U+28FD

U+28FE

U+28FF

In Unicode wurde der Zeichenvorrat von Braille auf 256 erweitert, indem unter den Block aus sechs Punkten noch weitere zwei Punkte eingefügt wurden (bei Braillezeilen werden ebenfalls meist 8 Punkte dargestellt). Die Zeichen mit 8 Punkten (U+2840 bis U+28FF) sind in der Tabelle farblich abgesetzt dargestellt.

Mit Brailleschrift erstellte Inhalte

Braille calendar cs
tschechischer Braille-Kalender
Tastrelief Wittenberg Übersicht.jpg&filetimestamp=20121021192809&
Tastbares Reliefmodell der Wittenberger Altstadt am dortigen Marktplatz
Brailleschrift 01 KMJ
Handlaufbeschriftung einer Treppe im Hamburger Hauptbahnhof. Die Zeilen werden im Bild von rechts unten nach links oben gelesen. Die zweite und dritte Zeile lauten: KIR(CH)ENALLEE LINKS und CITY-MÖNCKEBERG(ST)RAẞE RE(CH)TS.

Das inhaltliche Angebot in Brailleschrift umfasst ein weites Spektrum unterschiedlichster Werke. Es reicht von klassischer und moderner Literatur, über Fachbücher bis hin zu unterschiedlichster Pornografie. Es existieren auch Zeitschriften zu unterschiedlichsten Themenbereichen. So veröffentlichte z. B. der Playboy in den Jahren von 1970 bis 1985 sein Magazin auch in Brailleschrift.[5]

In Deutschland gibt es eine Pflicht zur Kennzeichnung von Medikamentenverpackungen in Brailleschrift.

In Brailleschrift angefertigte Schriftstücke werden von der Deutschen Post als Blindensendung kostenlos befördert.

Siehe auch

Literatur

  • Bernhard Walter Panek: Blindenschrift. Schrift – Grafik – Druck. Herstellung und Vervielfältigung taktil erfaßbarer Publikationen. Wiener Universitätsverlag Facultas, Wien 2004, ISBN 978-3-7089-0153-4

Weblinks

Schriftarten

Spezielle Braille-Zeichensätze

Einzelnachweise

  1. System der deutschen Blindenschrift (Memento des Originals vom 11. September 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 368 kB)
  2. Französische Codetabelle
  3. The Unicode Standard 5.0, Section 15.10: Braille (PDF; 628 kB)
  4. The Unicode Standard 5.0, Code Chart Braille Patterns (PDF; 83 kB)
  5. Porno in Brailleschrift – Blinde bekommen scharfe Kurven zum Anfassen, 13. April 2010, spiegel.de.
A

A sowie a (gesprochen: [ʔaː]) ist der erste Buchstabe des klassischen und modernen lateinischen Alphabets. Er steht für unterschiedlich ausgesprochene Vokallaute. Er entspricht dem Alpha im Griechischen und dem Buchstaben А im Kyrillischen Alphabet. Der Buchstabe A hat in deutschen Texten eine durchschnittliche Häufigkeit von 6,51 % und ist somit der sechsthäufigste Buchstabe in deutschen Texten hinter dem R und vor dem T. Im Morsealphabet werden A und a mit •– dargestellt.

Von Fremdwörtern und Namen abgesehen ist das A der einzige Buchstabe in der deutschen Sprache, der zweifach am Anfang eines Wortes stehen kann, etwa im Wort Aal.

Bharati-Brailleschrift

Die Bharati-Brailleschrift (Hindi भारती ब्रेल bhāratī brēl; IPA: [bʱaːɾət̪iː bɾɛːl], dt. „Indisches Braille“) ist eine Adaption der Brailleschrift auf die indischen Schriften.

Blindenkarte

Blindenkarten (taktile Karte) sind für blinde und stark sehbehinderte Menschen tastbare geografische Karten, auch Stadt- und Gebirgsmodelle. Für die Abtastung per Finger werden die Kartenobjekte erhaben dargestellt und üblicherweise mit Brailleschrift beschriftet. Da farbliche Informationen nicht genutzt werden können, benutzen Blindenkarten fühlbare Texturen.

Die Blindenkarte ist eine Sonderform der Blindengrafik.

Blindenschrift

Als Blindenschrift werden übergreifend Systeme von Schriftzeichen bezeichnet, die von Blinden gelesen werden können. Das Lesen erfolgt dabei mit dem Tastsinn der Finger, mit denen die erhabenen Strukturen der Zeichen von ihrer planen Umgebung unterschieden und identifiziert werden können. Es existieren verschiedene solcher Systeme von Blindenschriften, von denen heute die im Jahr 1825 von Louis Braille entwickelte Brailleschrift am weitesten verbreitet ist.

Viele dieser Schriftsysteme für Blinde sind dabei gut durchdacht, haben aber oft den Nachteil, dass sie von Sehenden für Erblindende, wie z. B. das Moonalphabet, entworfen wurden. Nicht so bei der Brailleschrift, die von ihrem Namensgeber, der selbst blind war, für blinde Menschen als ein für sie praktikables Schriftsystem entwickelt wurde.

Zur Abgrenzung von Blindenschriften verwendet man häufig für die Schrift der Sehenden den Begriff Schwarzschrift.

Blindensendung

Um blinden Menschen das Lesen zu ermöglichen, wurde 1829 von dem französischen Blindenlehrer Louis Braille eine Schrift mit erhabenen Punkten erfunden. 1886 erlaubte die Deutsche Reichspost die Versendung von Blindensendungen, von Schriftstücken mit dieser Schrift, die meist sehr umfangreich ist, unter dem ermäßigten Drucksachenporto. 1913 kam es zu einer besonderen, noch weiter ermäßigten, gestaffelten Gebühr für Schriften in der Brailleschrift. Vom 1. April 1921 an galt die Gewichtsstufe von je 500 g. Am 1. Oktober 1922 wurde das Höchstgewicht auf 5 kg angehoben. 1923 kam es erst zur Erhöhung der Gewichtsstufe auf 1 kg, ab 1. Dezember 1923 zu einer Einheitsgebühr von 3 Pfennig bis 5 kg.

Die Deutsche Post AG bietet portofrei Blindensendungen für den Versand von Nachrichten oder Zeitungen in Brailleschrift (Blindenschrift) sowie von Hörbüchern auf Kassette bzw. auf CD-ROM im sogenannten DAISY-Standard an. So können Sehbehinderte Informationen austauschen. Blindensendungen können von jedem versandt werden. Die Schweizerische Post bietet ebenfalls einen entsprechenden Service an, die Österreichische Post bietet einen Service für internationale Blindensendungen an.

Braille Ohne Grenzen

Braille Ohne Grenzen (engl. Ursprungsname Braille Without Borders (BWB)) ist eine internationale Hilfsorganisation für Blinde in Entwicklungsländern. Sie wurde im Jahre 1998 in Lhasa, Tibet von Sabriye Tenberken und Paul Kronenberg gegründet. Ihr Ziel besteht darin, Blinden in Entwicklungsländern theoretische und praktische Fertigkeiten zu vermitteln. Dabei ist die Unterrichtung der Brailleschrift von zentraler Bedeutung. Ferner soll für jene Sprachen, für die noch keine Brailleschrift existiert, ein Braille-Sprachcode entwickelt werden.

Braillezeile

Die Braillezeile, kurz Zeile, oder Brailledisplay ist ein Computer-Ausgabegerät für blinde Menschen, das Zeichen in Brailleschrift darstellt. Üblicherweise werden sie durch Screenreader angesteuert, die Zeichen in ausgewählten Bildschirmbereichen auslesen und in Computerbraille darstellen. Dadurch können Blinde große Teile der Standardsoftware benutzen und selbständig am Computer arbeiten.

Die Funktion der Brailleschriftdarstellung basiert auf dem piezoelektrischen Effekt speziell gezogener Kristalle, die sich beim Anlegen einer elektrischen Spannung verbiegen und damit dann einen Stößel als Punkt aus einer Fläche herausragen lassen, elektronisch gesteuert, um die Zeichen in Blindenschrift aufzubauen. Die Benutzer können mit ihren Fingerkuppen die Zeichen abtasten. Braillezeilen können je nach Modell zwischen 12 und 80 Zeichen darstellen.

An der Braillezeile sind Steuertasten angebracht, mit denen der dargestellte Bildschirmausschnitt verschoben werden kann.

Da für die Arbeit am Computer mehr Zeichen notwendig sind, als sich mit sechs Punkten darstellen lassen, wird zu den drei Punktzeilen der Standard-Brailleschrift oft eine vierte Zeile hinzugefügt, sodass acht Punkte zur Verfügung stehen. Auf diese Weise erhält man 256 Kombinationen. Die Codierung der Standardzeichen bleibt dabei jedoch weitestgehend gleich, die letzte Zeile bleibt lediglich leer.

Alternativ können Screenreader auch eine Sprachausgabe bieten. Gegenüber dem Vorlesen sind Braillezeilen genauer und geben Wort für Wort wieder. Somit kann auch die Rechtschreibung direkt überprüft werden, ohne dass die Sprachausgabe buchstabieren muss.

Der Anschaffungspreis für eine Zeile, die lediglich 40 Zeichen darstellt, beträgt ungefähr 6.000 €. Die Kosten hierfür werden in Deutschland bei vorliegender Indikation von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. In Österreich werden die Kosten von den Bundessozialämtern und den Ländern erstattet. Aufgrund der hohen Preise trotz der seit den 1980er Jahren nahezu unveränderten Technik, werden Braillezeilen nur in kleinen Stückzahlen weltweit verkauft. Eine Entwicklung hin zu kostengünstiger Technik um auch Menschen in Ländern ohne Sozialversicherung mit einer Braillezeile zu erreichen findet in Deutschland nicht statt.

Eine Assoziation mehrerer Blindenverbände aus der ganzen Welt hat sich zum Ziel gesetzt, das Preiskartell der Braillezeilen-Anbieter zu brechen, um mehr blinden Menschen weltweit Zugang zu Literatur und modernen Technologien zu ermöglichen. Ziel bei Projektstart 2011 war es, ein Braille-Display zu einem Zehntel des Preises herkömmlicher Displays auf den Markt zu bringen. Für das Projekt wurden 1,25 Mio. $ von 10 Verbänden investiert. Aus Deutschland hat sich kein Blindenverband beteiligt, weswegen es keine deutschsprachige Dokumentation oder Vertrieb geben wird. Das Produkt, der Orbit Reader 20, wird für ca. 500 $ verkauft werden. Die Hoffnung ist, den Markt zugunsten der blinden Menschen weltweit zu verändern. Nur wenige Kompromisse gegenüber einem 6.000-$-Gerät wurden für das Ziel der 500-$-Marke eingegangen. Dazu gehören eine Refresh-Rate von einer halben Sekunde und der Verzicht auf sogenannte Curserrouting-Tasten. Dennoch verfügt das moderne Gerät über eine Notizbuchfunktion, internen Speicher, ein Betriebssystem, Wifi und Bluetooth und es kann mit allen gängigen Screenreadern auf Desktop-Computersystemen und Smartphones betrieben werden.

Charles Barbier

Charles Barbier (mit vollem Namen Charles Barbier de la Serre) (* 1767; † 1841) war ein französischer Offizier und entwickelte die sogenannte Nachtschrift, einen Vorläufer der Brailleschrift, einer Blindenschrift.

Chinesische Brailleschrift

Die in der Volksrepublik China am häufigsten gebräuchliche chinesische Brailleschrift (chinesisch 汉语現行盲文 / 漢語现行盲文, Pinyin Hànyǔ Xiànxíng Mángwén, englisch Currently-used Chinese Braille) ist ein für die chinesische Standardsprache verwendetes Braille-System.

Computerbraille

Computerbraille ist eine Abwandlung der Brailleschrift für die Nutzung am Computer. Sie hat statt der üblichen sechs Punkte noch zwei weitere, um Sonderzeichen darstellen zu können.

Bei der Einführung der Computer wurde es notwendig, die Anzahl der Zeichen der Brailleschrift so zu verändern, dass jedes Zeichen des Computers genau einem einzigen Braillezeichen entspricht. Mit der Erhöhung auf acht Braille-Punkte waren wie beim 8-bit-Code eines Computers insgesamt 28 = 256 verschiedene Zeichen möglich. Diesem als Computerbraille bezeichneten 8-Punkt-Braille wurden unterhalb der sechs üblichen Punkte noch zwei weitere Punkte hinzugefügt. Diese acht Punkte werden nach folgendem Schema nummeriert:

Die Eingabe der Braillezeichen erfolgt über eine Braille-Tastatur oder über eine normale Computertastatur. Gelesen wird die Brailleschrift nicht auf einem Monitor, sondern mit einem Brailledisplay, auch Braillezeile genannt, mit dem die Zeichen dynamisch durch kleine Stifte angezeigt werden. Braillezeilen gibt es in sehr vielen unterschiedlichen Größen und Varianten.

Mit einem speziellen Programm (Screenreader) wird der Bildschirm ausgelesen und zeilenweise dargestellt. Der blinde Computer-Nutzer 'sieht' also nicht den ganzen Bildschirm, sondern muss sich den Bildschirm-Inhalt zeilenweise mit den Fingern erlesen. Ein sehr effektives Arbeiten ist in Kombination mit einer Normaltastatur möglich. Eine Maus wird nicht benötigt, dafür muss der Blinde eine ganze Reihe von Tastaturkombinationen (shortcuts) beherrschen.

Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig

Die Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB) ist die erste öffentliche Leihbücherei für Blinde in Deutschland. 1894 als Verein zur Beschaffung von Hochdruckschriften für Blinde zu Leipzig gegründet, stellt sie blinden und sehbehinderten Menschen Literatur- und Informationsangebote in Brailleschrift, im Audioformat, in Großdruck und Schwarzdruck zur Verfügung. Sie ist aber nicht nur Bibliothek, sondern auch Produktionszentrum für Reliefs, Braille- und Hörbücher.

Unter ihrem Dach beherbergt sie ein Tonstudio, eine Druckerei und Buchbinderei. Außerdem erfüllt sie wichtige Dienstleistungsfunktionen, wie den Braille-Noten-Service DaCapo und das Beratungszentrum für blinde und sehbehinderte Mediennutzer LOUIS. Die DZB übernimmt individuelle Aufträge von Privatpersonen und Institutionen. Als modernes Medienzentrum berät sie zu Fragen der Barrierefreiheit von Webauftritten und koordiniert verschiedene Projekte, die sich u. a. mit der Entwicklung von Produktionssoftware für individuelle Übertragungsdienstleistungen von Fach- und Sachbuchaufbereitung für blinde und sehbehinderte Menschen (Projekt LEIBNIZ) beschäftigen.

Die DZB ist seit 2003 Staatsbetrieb des Freistaates Sachsen.

Erhaben

Als Erhaben werden in der Drucktechnik und weiteren Gebieten – beispielsweise beim Einprägen – Objekte bezeichnet, die über eine plane Oberfläche hinausragen.

Bekanntestes Beispiel ist die Brailleschrift, bei der punktförmige Erhebungen sehbehinderten Menschen die Entzifferung von Symbolen – Zahlen oder Buchstaben – durch Abtasten ermöglichen. Auch Banknoten einiger Länder beinhalten – mit der gleichen Zielrichtung – erhabene Symbole. Bei Blech- und Schmuckdosen werden Beschriftungen bisweilen erhaben geprägt. Bei der Kunstform des Reliefs werden die Objekte erhaben dargestellt.

Japanische Brailleschrift

Die japanische Brailleschrift ist eine Version der Brailleschrift, die für die japanische Sprache entworfen wurde. Auf Japanisch wird es als tenji (点字), wörtlich Punktzeichen, bezeichnet. Diese wurde 1890 von Kuraji Ishikawa (石川倉次) entworfen und 1901 im japanischen Amtsanzeiger veröffentlicht.

Louis Braille

Louis Braille [bʁaj] (* 4. Januar 1809 in Coupvray, Île-de-France; † 6. Januar 1852 in Paris) war ein französischer Blindenlehrer und Erfinder des nach ihm benannten Punktschriftsystems für Blinde, der Brailleschrift oder kurz Braille.

Playboy (Magazin)

Playboy ist ein US-amerikanisches Männermagazin, das primär für erotische Fotografie bzw. Aktfotografie bekannt ist, sich in seinen Artikeln aber auch mit verschiedensten Lifestyle-Themen beschäftigt. Herausgeber der amerikanischen Ausgabe ist das Unternehmen Playboy Enterprises, das von Hugh Hefner gegründet und später von seiner Tochter Christie Hefner geleitet wurde. Es erscheint mittlerweile jeweils als Lizenzprodukt in der Landessprache und mit eigenen Themen in über 30 Ländern.

Punktschriftmaschine

Eine Punktschriftmaschine ist ein technisches Hilfsmittel, mit dem blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen Punktschrift bzw. Brailleschrift schreiben können.

Eine Punktschriftmaschine besitzt nur sechs beziehungsweise acht Schreibtasten, oft eine Leertaste, sowie mehrere Funktionstasten. Wenn keine Leertaste vorhanden ist, wird der Leerschritt durch leichtes Drücken einer beliebigen anderen Taste ausgelöst, so dass es zu keiner Prägung kommt. Durch Akkord-Anschlag auf mehrere Tasten werden die einzelnen Buchstaben dargestellt.

Unicodeblock Braille-Zeichen

Der Unicodeblock Braille-Zeichen (engl. Braille Patterns, U+2800 bis U+28FF) enthält alle 256 möglichen Zeichen der Blindenschrift Braille, wobei die 64 Zeichen der Standard-Braille, die durch die Kombinationen von sechs in drei Zeilen angeordneten Punkten entstehen, am Anfang stehen, während die 192 zusätzlichen Zeichen der durch Hinzufügung einer vierten Zeile entstehenden Computerbraille am Ende stehen.

Die Benennung der Zeichen ist standardisiert, es werden lediglich die Nummern der Punkte genannt, die gesetzt sind:

Also bezeichnet z. B. „P126“ (bzw. im englischen Original “DOTS-126”) ein Zeichen dieser Form:

Die Reihenfolge der Zeichen entspricht denen von binären Zahlen:

Die Bedeutung der Zeichen (z. B. P1 = A, P12 = B, P14 = C usw.) ist von der jeweiligen Sprache, für die die Brailleschrift verwendet wird, abhängig und unterscheidet sich bisweilen sogar zwischen verschiedenen Fachsprachen der gleichen Sprache.

Vietnamesische Brailleschrift

Vietnamesische Brailleschrift ist eine Brailleschrift, die für das vietnamesische Alphabet adaptiert wurde. Sie basiert auf den Zeichen, die Louis Braille eingeführt hat. Hinzu kommen Zeichen für Sonderzeichen und Betonungen. Vietnamesische Blindenschrift wird auf Vietnamesisch als chữ Braille bezeichnet.

Zeichensatz

Unter einem Zeichensatz versteht man einen Vorrat an Elementen, Zeichen genannt, aus denen sich Zeichenketten zusammenstellen lassen. Solche Elemente können unter anderem die Buchstaben eines Alphabetes, Ziffern, aber auch andere Symbole sein, etwa die Sonderzeichen, die Zeichen der Lautumschrift des IPA-Codes oder der Brailleschrift, Piktogramme verschiedener Art oder Steuerzeichen.

Ein Zeichensatz ist weniger als ein Zeichencode, der zusätzlich noch eine definierte Nummerierung der Zeichen des Zeichensatzes enthalten muss. Insoweit sind die unten aufgeführten Beispiele wie ASCII streng genommen schon ein Zeichencode.

In der Informationstechnik benötigt man neben dem definierten Zeichensatz auch die Nummerierung der Schriftzeichen und damit einen Zeichencode. In Zeiten des Internets müssen die verwendeten Zeichencodes international genormt sein, um reibungslosen Datenaustausch zu gewährleisten. Dieser Druck reduziert die frühere Vielfalt der Zeichencodes enorm.

Die grafische Ausgestaltung eines Zeichens heißt Schriftzeichen oder Glyph, die des ganzen Zeichensatzes Schriftart bzw. Satz (englisch Font), die Regeln der Zeichensetzung Interpunktionsregeln.

In anderen Sprachen

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