Binnendüne

Binnendünen und Flugsandfelder werden in Mitteleuropa räumlich von den Küstendünen an der Nord- und Ostseeküste abgegrenzt. Sie sind vom Wind hervorgebrachte, äolische Bildungen aus Sand (Dünen). Sie wurden überwiegend unter kaltklimatischen, periglazialen Bedingungen am Ende der Weichsel- beziehungsweise Würm-Eiszeit, also vor etwas mehr als 10.000 Jahren, aufgeweht. Ihre Entwicklung in der Nacheiszeit basiert überwiegend auf dem Einfluss des Menschen.

Düne 3
Sandhausener Binnendüne in der Oberrheinebene
Binnendüne Aller
Binnendüne unter Kiefernforst im Urstromtal der Aller bei Winsen (Aller)

Entstehung der Binnendünen

BinnendueneNbgNord
Binnendüne auf der Sandachse Franken im Norden von Nürnberg
Binnendüne Homburg
Binnendüne am Friedhof in Homburg

In Mitteleuropa war es in der ausgehenden Weichsel- beziehungsweise Würm-Eiszeit ca. 10 Grad kälter als heute. Es gab daher keinen Baumwuchs und auch nur eine lückenhafte Vegetationsdecke in Form der Tundra. Zudem musste sich in den von den Gletschern erreichten Gebieten mit dem Rückschmelzen des Eises die Vegetation erst wieder neu etablieren. Somit konnte die Kraft der Winde nahezu ungebremst wirken. Leichte, feinkörnige Bodenpartikel, vor allem Schluff und Sand wurden von den Luftströmen erfasst, oft kilometerweit verfrachtet und an anderer Stelle wieder abgelagert. Durch die sortierende Wirkung des Windes – Schluff wird deutlich schneller transportiert als Sand – entstanden so im Laufe der Zeit vielerorts Flugsandflächen und Dünen, während der Schluff weiter transportiert wurde und, beispielsweise am Nordrand der Mittelgebirge, als Löss wieder abgelagert wurde.

Die Dünen waren bei starken Winden in der Lage, zu „wandern“. Die meisten der heute existierenden Binnendünen wurden zu dieser Zeit angelegt. Mit dem Ende der Eiszeit kam die Aktivität der Dünen infolge der Wiederbewaldung schnell zum Erliegen.

Die Form der Binnendünen schwankt je nach den herrschenden Windrichtungen und ‑stärken. Meist handelt es sich um eher unregelmäßige Dünen oder Flugsanddecken. Es kommen aber auch sehr gut ausgebildete Parabeldünen und Längsdünen vor.

Nahezu alle jüngeren Phasen, in denen es zur Weiterentwicklung der Binnendünen kam, sind mit den Eingriffen des Menschen auf die Vegetationsdecke verbunden. Durch gewollte oder ungewollte Rodung des Waldes wurden festgelegte Binnendünen wieder aktiviert. Anhand der in den Dünen eingeschlossenen Holzkohlepartikel und ihrer Datierung mit der Radiokohlenstoffmethode konnte festgestellt werden, dass bereits mit den Siedlern der Jungsteinzeit Dünen wieder reaktiviert wurden. Aber auch in der Bronze- und Eisenzeit gab es durch den Menschen bedingte Dünenaktivität.

Binnendünen im Mittelalter und in der Neuzeit

Uetersen aus Joh Mejer Stormarn 1650
Ehemalige Binnendünenlandschaft bei Uetersen, Karte aus dem Jahr 1650

Nach der Völkerwanderungszeit begann im Mittelalter eine der Hauptphasen der Waldzerstörung und damit der Aktivierung von Dünen. Die Sandverwehungen wurden für viele Siedlungen zu einem ernsten Problem. Um ihre Weideflächen und Siedlungen vor den Sandverwehungen zu schützen, begannen die Menschen während des Mittelalters, die Dünen mit genügsamen und tiefwurzelnden Gehölzen, z. B. mit Kiefern, zu bepflanzen. Aufgrund starker Beweidung setzte sich die Aktivität der Binnendünen dennoch bis in die Neuzeit fort. Erst ab dem 18. Jahrhundert begannen systematische Aufforstungen der Dünengebiete, sodass aktuell in Deutschland nur noch ganz vereinzelt Binnendünen aktiv sind. Die Wald-Kiefer (Pinus sylvestris) ist heutzutage der charakteristische Waldbaum (Leitart) für Flugsandgebiete und Binnendünen.

Bedeutung und Gefährdung der Binnendünen

Silbergras 1
Silbergras (Corynephorus canescens)

Großflächige Sandabgrabungen für bauliche Maßnahmen (Siedlungs- und Straßenbau) sowie die seit dem 19. Jahrhundert sprunghafte Ausdehnung des Spargelanbaus und die allgemeine Zersiedelung und Verbauung der Landschaft haben in den letzten Jahrhunderten zu einem spürbaren Rückgang dieses bereits seltenen Biotoptyps geführt. Die Gefährdung ist in Deutschland regional unterschiedlich. Während es im dünnbesiedelten und sandreichen Brandenburg noch zahlreiche Trockenbiotope auf Dünen gibt, gelten sie in Nordrhein-Westfalen als extrem bedroht. Die außerhalb der Kernbereiche der Binnendünen liegenden Flugsandflächen sind aus artenschutzrechtlicher Betrachtung unbedingt schützens- und erhaltenswert.

Die hohen Temperaturen und Verdunstungsraten während der Sommermonate sowie die allgemeine Nährstoffarmut bedingen ein reiches Arteninventar an wärme- und trockenliebenden Pflanzen- und Tierarten (Sandrasenvegetation, Heuschrecken, Wildbienen).

Der sandige Boden ist nicht in der Lage, größere Mengen an Wasser zu speichern. Charakterpflanzen der Dünen sind der Sandthymian (Thymus serpyllum), das Silbergras (Corynephorus canescens), die Blaugraue Kammschmiele (Koeleria glauca), das Sand-Hornkraut (Cerastium semi-decandrum) und die Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium). So erfolgreich die Dünenpflanzen auf trockenwarmen Standorten gedeihen, so wenig Chancen hätten sie auf normal durchfeuchteten Böden, wo sie der Konkurrenz schnellwüchsiger Arten stets unterliegen. Die meisten der genannten Pflanzen haben eine sehr enge ökologische Bindung an Dünen und Flugsandflächen. Die meisten Arten der Sandrasengesellschaft gelten als gefährdet und stehen durch die BArtSchV unter gesetzlichem Schutz.

Sandrasen können sich auf größeren offenen beziehungsweise unbewachsenen Sandflächen relativ rasch einstellen. Meist sind Gräser und Kräuter die Erstbesiedler, danach folgen im Laufe der Zeit an trockene Standorte angepasste Moose und Flechten. Nach mehreren Jahren erreichen diese ihre optimale Ausbreitung. Bleiben Bodenstörungen aus, werden die Sandrasen in der Situation des Klimawandels rasch in natürlicher Sukzession von Halbtrockenrasen oder von Gehölzen überwachsen. Nur an Stellen, an denen durch Tritt und Beweidung wieder offene Sandflächen entstehen, können die Pflanzengesellschaften der Sandrasenflur überleben.

Größere Dünenareale benötigen in der Regel wenig Pflege. Mittelfristig liegt der Pflegeschwerpunkt in der Vermeidung von starkem Aufwuchs von Gehölzen und Bäumen. Bewährt haben sich Maßnahmen des amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutzes, verfilzte und verbuschte Sandrasen „abzuplaggen“, die oberste meist humöse Bodenschicht abzutragen, damit sich wieder offene Sandflächen bilden. Diese Pflegemaßnahme sollte jedoch immer unter Aufsicht fachkundiger Personen vorgenommen werden. Auf Dünenflächen, auf denen größere Kaninchenpopulationen existieren, tragen die Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) durch ihr ständiges Scharren und Buddeln dazu bei, auf natürliche Art und Weise kleine Areale freizuhalten.

Im Bereich empfindlicher Flugsandfelder sollten Spaziergänger generell auf Pfaden und Wegen bleiben und keine Abfälle in der freien Landschaft zurücklassen (Nährstoffeintrag). Hundekot ist in diesem Zusammenhang eine Gefahr für die Sandrasengesellschaften.

Binnendünengebiete in Deutschland

Helichrysum arenarium
Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium)

Die flächenmäßig größten Binnendünengebiete gibt es, bedingt durch die sandreichen Ablagerungen der pleistozänen Vergletscherungen, in Norddeutschland. Die Verteilung ist regional unterschiedlich und kann kleinräumig wechseln. Als ausgesprochen dünenreich gelten Sander und trockene Urstromtäler. Es ist dabei unerheblich, ob sie im Alt- oder Jungmoränengebiet liegen. Bekannte dünenreiche Landschaften sind unter anderem die Lüneburger Heide und das südliche Brandenburg, beispielsweise mit der Binnendüne Waltersberge.

Eine der letzten aktiven Wanderdünen im deutschen Binnenland gibt es im Naturpark Nuthe-Nieplitz in Brandenburg. Auf einem ehemaligen sowjetischen Truppenübungsplatz, dem gesperrten Naturschutzgebiet Forst Zinna Jüterbog-Keilberg, wurde die Düne durch Waldbrände aufgrund der militärischen Nutzung der GSSD wieder reaktiviert und ist noch aktiv. Ihre (allerdings illegale) Nutzung als Crossstrecke für Fahrräder und zum Teil Motorräder verhindert effektiv ihren Wiederbewuchs. Als größte aktive Wanderdüne gilt die am Fuchsberg bei Gommern in Sachsen-Anhalt befindliche Düne, die durch Abgrabungen bereits erheblich von ihrer Größe eingebüßt hat.

In der Oberrheinischen Tiefebene erstreckt sich ein etwa 130 Kilometer langes Band von Dünenflächen von Rastatt bis Mainz. Hier stehen verschiedene Binnendünen unter Naturschutz wie die Schwanheimer Düne, Sandhausener Dünen oder der Mainzer Sand. Dünen mit bis zu etwa 20 Meter Höhe gibt es in den Iffezheimer Sanddünen, der Hockenheimer Hardt sowie im Schwetzinger Sand. Die mächtigsten Binnendünen befinden sich im Gebiet der Oftersheimer Dünen und dem Standortübungsplatz Speyer.

Die Sandachse Franken erstreckt sich von Bamberg nach Weißenburg in Bayern. Die maximale Ausdehnung beträgt 100 km in Nord-Süd-Richtung und 40 km in Ost-West-Richtung.

Im niederbayrischen Landkreis Kelheim befindet sich das Naturschutzgebiet Binnendünen bei Siegenburg und Offenstetten.

Auf der Münsterdorfer Geestinsel sind seit dem März 2013 die „Binnendünen Nordoe“ als Naturschutzgebiet ausgewiesen.[1]

Die Düne Wedding ist die letzte innerstädtische eiszeitliche Düne in Berlin.[2] In Bremen gibt es die Mahndorfer Düne und die Binnendüne Bockhorn in Bremen-Nord.[3]

Binnendünengebiete in Österreich

Dianthus serotinus sl8
Spät-Nelke (Dianthus serotinus)

Die Dünen- und Flugsandgebiete des Marchfeldes in Niederösterreich entstanden während der letzten Eiszeit sowie in der nachfolgenden Nacheiszeit. Aus den ausgedehnten Sand- und Kiesbänken der Flüsse, insbesondere der Donau, vom Wind abgetragenes Feinsediment lagerte sich im Bereich der heutigen Ortschaften Oberweiden, Weikendorf, Obersiebenbrunn, Lassee und Marchegg (Gerichtsberg) ab und führten zur Entstehung von Binnendünen. Die erhaltenen Sandgebiete des Marchfeldes sind Teil des Europaschutzgebiets „Pannonische Sanddünen“ und einige, wie die Sandberge Oberweiden, sind zudem als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Aufgrund ihrer besonderen Vegetation zählen sie zu den wertvollsten Lebensräumen Österreichs. Einige Arten, wie z. B. die Spät-Nelke, ein seltenes pannonisches Florenelement, haben dort ihr österreichweit einziges Vorkommen.

Fauna der Binnendünen Mitteleuropas

Zahlreiche Tiere haben sich auf den besonderen Lebensraum Sanddüne spezialisiert. Sie werden gemeinhin als psammophil bezeichnet. Die extremen Lebensbedingungen erfordern besondere physiologische und ethologische Anpassungen. Unter den abiotischen Faktoren sind insbesondere die extremen Schwankungen und Maxima der Temperatur zu nennen, aber auch die überwiegend hohe Trockenheit der obersten Bodenschicht.

Die Oberfläche offener Sandböden zeigt extreme tages- und jahreszeitliche Temperaturschwankungen. Da die Poren des Sandes groß sind, speichern sie wenig Wasser und leiten Wärme schlecht. Auf Binnendünen des Oberrheintals können am Tag bis zu 70 °C gemessen werden, in der Nacht dann nur noch 17 °C. Solche Temperaturen lassen nur noch Spezialisten überleben. Allerdings fällt bereits einen Zentimeter unterhalb der Oberfläche die Temperatur gewaltig ab und etwa in 10 cm Tiefe sind tageszeitliche Schwankungen minimal. Diesen Umstand machen sich zahlreiche bodenlebende oder grabende Arten zunutze.

An Generalisten fehlt es auf Sanddünengebieten dennoch nicht.

Säugetiere

Unter den Säugetieren sind insbesondere die Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) durch den lockeren Boden begünstigt. Ihre Bestandsdichte ist am höchsten in den mit Sträuchern (Brombeeren) bewachsenen Bereichen. Sie tragen durch ihre Bautätigkeit dazu bei, dass zumindest kleinere Flächen regelmäßig wieder offen für eine Primärbesiedlung werden. Ihre Anzahl ist aber durch die insbesondere im Hochsommer spärliche Vegetation begrenzt. Da Sandgebiete meist sehr heterogen aufgebaut sind, finden sich regelmäßig zahlreiche weitere Säugetiere, die aber nicht für Binnendünen spezifisch sind.

Rabitt-and-carrot2

Wildkaninchen

Kaninchenröhre.

Kaninchenbau

Vögel

Unter den Vögeln gehören zu den seltenen, zumindest früher regelmäßigen Bewohnern und Gästen der Sanddünengebiete: Ziegenmelker, Wiedehopf, Waldschnepfe, Brachpieper, Heidelerche, Feldlerche, Kiebitz, Rotrückenwürger und Baumfalke. Überwiegend handelt es sich um Arten der offenen Trockenlandschaften und locker bewaldeter Sandböden, also Gebiete, die in Mitteleuropa nur noch kleinflächig vorhanden sind. Diese Vögel sind besonders durch den großen Freizeitdruck bedroht und so finden sich heute überwiegend Kulturfolger ein. Nicht nur die Heidelerche leidet unter den zahlreichen freilaufenden Hunden.

Paukstelis

Ziegenmelker

Alauda arvensis 2

Feldlerche

Lanius collurio male am

Rotrückenwürger

Amphibien und Reptilien

Unter den Amphibien ist der Sandlebensraum mit seinem heterogenen Aufbau und dem Wechsel offener Sandflächen mit offenen Kleinstgewässern ideal für die Kreuzkröten geeignet. Die Tiere finden sich auch an den trockensten und steilsten Sandflächen, am Tag im Sand oder unter Steinen und Hölzern verborgen. Leider sind kleine Wasserstellen in diesen Gebieten immer seltener anzutreffen. Im östlichen Europa findet sich die Wechselkröte im selben Lebensraum. Ansonsten sind je nach Gewässertyp auch andere Amphibien (Erdkröte, Grasfrosch, Teichmolch) vorhanden. Unter den Reptilien bevorzugt die Zauneidechse die Randbereiche der offenen Sandflächen. Hier findet sie auch ideale Bedingungen für die Eigelege. Bei Vorhandensein von Gewässern können auch Ringelnattern vorkommen.

Kreuzkroete fg01

Kreuzkröte

Schwanheim fg15

Teichmolch

Lacerta agilis fg01

Zauneidechse

Natrix natrix (Marek Szczepanek)

Ringelnatter

Schmetterlinge

Das Sandgebiet bei Speyer beherbergt mehr als 670 Schmetterlingsarten (Bettag, 1989). Unter den Tagfaltern finden sich keine Arten, die ausschließlich in diesem Lebensraum vorkommen. Dennoch kann als typisch der Kleine Feuerfalter gelten. Ein regelmäßiger Bewohner der Sanddünengebiete ist das Kleine Nachtpfauenauge, dessen Raupen auch an Brombeere und Besenheide leben. Da Flechten in diesem Lebensraum häufig sind, finden sich auch zahlreiche Flechtenbärchen (z. B. das Grauleib-Flechtenbärchen), deren Raupen sich ausschließlich von diesen ernähren. Viele Zünsler können ebenso als typische Dünenbewohner gelten (z. B. Dioryctria simplicella). Die hohe Artenvielfalt steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der hohen Diversität der Pflanzen, an denen die Raupen leben. Beispielsweise ist der Holzbohrer Parahypopta caestrum auf wilden Spargel angewiesen. Für die Widderchen Zygaena laeta und Zygaena punctum stellt der Mannstreu die Lebensgrundlage. Wolfsmilchspinner und Wolfsmilchschwärmer ernähren sich von Wolfsmilch-Gewächsen.

Lycaena phlaeas fg01

Kleiner Feuerfalter

20 petit paon de nuit

Kleines Nachtpfauenauge

Malacosoma castrensis-02 (xndr)

Wolfsmilchspinner

Wolfsmilchschwaermer fg01

Wolfsmilchschwärmer

Käfer

Unter den Laufkäfern sind typische Sandbewohner: Amara fulva, Amara spreta, der Mondflecklaufkäfer Callistus lunatus, Licinus depressus, Bembidion tetracolum und drei Sandlaufkäfer, Feld-Sandlaufkäfer, Wald-Sandlaufkäfer und Dünen-Sandlaufkäfer. Letzterer kann beim Jagen auf Flächen mit einer Temperatur von 70 °C beobachtet werden. Da die Larven zahlreicher Arten der Blatthornkäfer im Boden leben, finden sich ausgesprochene Sandarten unter ihnen. Zu den größten zählen der Walker und Anoxia villosa, die dem Maikäfer ähneln, zu den kleineren der Haarschuppen-Laubkäfer Maladera holosericea. Unter den an Kot interessierten Arten finden sich der Stierkäfer und die für Dünen typischen Arten Psammodes sulcicollis und Rhyssemus germanus. Der Stierkäfer legt bis zu 1,5 m tiefe Röhren an, in die er vor allem Kaninchenkot einträgt.

Cicindela hybrida fg01

Dünen-Sandlaufkäfer

Julikever

Walker

Anoxia villosa01

Anoxia villosa

Hautflügler

Unter den Hautflüglern finden sich zahlreiche an Sanddünen angepasste und damit auf diese angewiesene Arten. So benötigen einige Töpferwespen der Gattung Eumenes Sand als Baustoff für ihre Nestanlagen. Gerade Grabwespen bietet dieser Lebensraum ideale Bedingungen, da im Sand ohne hohen Energieaufwand gegraben werden kann. Außerdem nutzen sie im Gegensatz zu den Wildbienen überwiegend die Vorderbeine zum Graben. Neben dem weit verbreiteten Bienenwolf ist die große Kreiselwespe eine Charakterart der mit Silbergras bewachsenen halboffenen Sandflächen, wo sie Kolonien bildet. Die Tiere jagen Fliegen, besonders Schwebfliegen und Bremsen, mit denen sie ihre Larven während deren gesamten Entwicklung mit Nahrung versorgen. Nach jeder Fütterung wird der Nesteingang wieder sorgfältig mit Sand verschlossen. Eine in Mitteleuropa in Ausbreitung begriffene Arte ist die Heuschreckensandwespe, die ebenfalls ihre Nester im Sandboden anlegt. Die erwachsenen Tiere besuchen gerne die Blüten des Feldmannstreu. Auch zur heißesten Mittagszeit fliegen Wegwespen über die Dünenkämme auf der Suche nach Spinnen. Zahlreiche Arten finden sich nur in diesem Lebensraum.

Etwa jede vierte der über 450 mitteleuropäischen Wildbienen ist ein Bewohner der Sandgebiete. Zahlreiche legen ihre Nester im lockeren Sand an, andere sind spezialisiert auf die hier typisch vorkommenden Pflanzen, wie die Steppenbiene Nomioides minutissimus, die den Sand-Thymian besucht. Ebenso ist die Spargelbiene (Andrena chrysopus) auf wildwachsenden Spargel angewiesen. Nester im Sandboden entstehen durch etliche Sandbienen der Gattung Andrena oder Seidenbienen der Gattung Cerceris. So sieht man im Frühling bereits sehr früh Colletes cunicularius und ihren Parasiten Sphecodes albilabris. Die Hosenbiene Dasypoda hirtipes legt mit über einem halben Meter besonders tiefe Nestanlagen an. Am Eingang findet sich immer ein hoher Sandhaufen.

Bembix fg01

Kreiselwespe

Sphex fg02

Heuschreckensandwespe

Colletes cunicularius fg01

Seidenbiene

Dasypoda fg03

Hosenbiene

Sphecodes albilabris fg02

Blutbiene

Zweiflügler

Unter den Zweiflüglern sind einige Arten aus den Familien Stilettfliegen und Raubfliegen an rohe Sandböden besonders angepasst. Zahlreiche Arten der Gattung Thereva sind auf den Dünen vertreten, deren Larven in den oberen Sandschichten nach den Larven anderer Insekten jagen. Die Larven der Raubfliegen bewohnen meist tiefere Schichten. Ihre erwachsenen Tiere sind meisterhafte Jäger. Der Kleine Sandwicht (Stichopogon elegantulus) lauert am Rand offener Sandflächen, von wo aus er andere Insekten im Flug jagt. Auch die wesentlich größere Sand-Raubfliege (Philonicus albiceps) sitzt auf dem blanken und oft sehr heißen Sand an. Die Weibchen beider Arten besitzen einen Dornenkranz an der Spitze ihres Eiablageapparates, mit dem sie zur Eiablage eine Höhlung in den Sand bohren. Noch komplexer ist das Verhalten der Großen Wolfsfliege (Dasypogon diadema), die vor der eigentlichen Ablage die Eier noch mit Sand verklebt. Unter den nächstverwandten Wollschwebern finden sich zahlreiche Parasiten der Wildbienen.

Therevidae fg05

Luchsfliege

Stichopogon elegantulus fg02

Kleiner Sandwicht

Asilidae Philonicus albiceps fg02

Sand-Raubfliege

Asilidae Dasypogon diadema fg03

Große Wolfsfliege

Bombylius major fg01

Großer Wollschweber

Heuschrecken

Unter den Heuschrecken sind einige Arten auf die besondere Pflanzengemeinschaft, offenen Böden zur Eiablage und Fortbewegung und die oft hohen Temperaturen angewiesen. Zu den schnellen Eroberern zählen die Blauflügelige Ödlandschrecke, die Blauflügelige Sandschrecke, der Steppengrashüpfer und die Italienische Schönschrecke. Eine weitere Pionierart ist die Gefleckte Keulenschrecke. Die Tiere kommen oft in großer Individuendichte vor, lassen sich dennoch wegen ihrer guten Tarnung erst durch Aufscheuchen entdecken. Zu den Opfern der Heuschreckensandwespe zählen die Zweifarbige Beißschrecke.

Oedipoda caerulescens fg03

Blauflügelige Ödlandschrecke

Calliptamus italicus01

Italienische Schönschrecke

Myrmeleotettix maculatus f 11393

Gefleckte Keulenschrecke

Metrioptera bicolor male 10927

Zweifarbige Beißschrecke

Libellen

Einerseits dient das offene Gelände den Libellen einfach nur als Jagdraum, andererseits entwickeln sich die Larven zahlreicher Arten in den Gewässern in und am Rande der Sanddünengebiete. Keine Art ist allerdings auf Sandflächen spezialisiert. Häufig anzutreffen sind die weit verbreitete Große Heidelibelle und die Große Pechlibelle.

Sympetrum striolatum fg01

Große Heidelibelle

Große Pechlibelle Paarungsrad

Große Pechlibelle

Wanzen

Wie bei den Schmetterlingen finden sich unter den überwiegend pflanzensaugenden Wanzen sehr viele spezialisierte Arten. Als streng psammophil gelten die Breite Dünenwanze (Phimodera humeralis), Menaccarus arenicola und Pionosomus opacellus.

Netzflügler

In Mitteleuropa sind die Gemeine Ameisenjungfer (Myrmeleon formicarius) und die Geflecktflüglige Ameisenjungfer (Euroleon nostras) relativ häufig auf Sandflächen vorhanden. Ihre Larven sind auf diesen Lebensraum angewiesen. Regelmäßig kann man neben den Gruben die nächtlichen Suchspuren der Larven entdecken.

Euroleon fg01

Grube

Euroleon fg02

Larve

Euroleon fg06

Imago

Spinnen

Typische auf Sanddünen angepasste Spinnen sind Springspinnen, die üblicherweise keine Netze bauen und ihre Beute anspringen. Zu den in Sanddünengebieten vorkommenden Arten zählen die Springspinnen Yllenus arenarius, Phlegra fasciata, Aelurillus v-insignitus, die Kreuzspringspinne (Pellenes tripunctatus) und die Zebraspringspinne (Salticus scenicus). Die Männchen der Roten Röhrenspinne (Eresus kollari) lassen sich besonders im Spätherbst auf offenen Dünen bei der Suche nach den Weibchen beobachten. Letztere werden seltener gefunden, da sie die Erdröhren nicht verlassen.

In sandigen Erdröhren verbergen sich die Wolfsspinnen Arctosa perita und Alopecosa fabrilis, zwischen niedriger Vegetation und dem Sandboden weben die Fettspinnen Steatoda albomaculata und Asagena phalerata ihre Netze, und an rauem Gras findet sich die Laufspinne Tibellus maritimus.

Insbesondere der höheren Temperaturen und der Trockenheit wegen leben hier auch die Feldwinkelspinne (Tegenaria agrestis), die Körbchenspinne (Agalenatea redii), die Labyrinthspinne (Agelena labyrinthica), Gibbaranea gibbosa und Phylloneta impressa. Am Rande offener Dünen lebt auch der Ammen-Dornfinger (Cheiracanthium punctorium).

Aelurillus fg02

Aelurillus v-insignitus

Pellenes nigrociliatus fg01

Pellenes nigrociliatus

Dornfinger fg5

Dornfinger

Eresus fg03

Röhrenspinne

Alopecosa fabrilis female 2

Alopecosa fabrilis

Einzelnachweise

  1. Landesverordnung über das Naturschutzgebiet „Binnendünen Nordoe“
  2. Eiszeit im Wedding - Letzte innerstädtische eiszeitliche Düne Deutschlands wieder sichtbar. berlin.de, 16. Februar 2012, abgerufen am 25. Januar 2013.
  3. http://www.ag-binnenduene.de/

Literatur

  • ALISCH, M. (1995): Das äolische Relief der mittleren Oberen Allerniederung (Ostniedersachsen) – spät- und postglaziale Morphogenese, Ausdehnung und Festlegung historischer Wehsande, Sandabgrabungen und Schutzaspekte. – 176 S.; Köln. – [Kölner Geographische Arbeiten, H. 62]
  • ALISCH, M. (1994a): Kritische Abwägung natürlicher Prozeßkomponenten im Ursachenkomplex der holozänen Flugsandreaktivierung des mitteleuropäischen Binnenlandes. – In: 1. Mitteleuropäische Geomorphologentagung Wien 1994, 19.–21. Juli 1994 [Tagungsband]: S. 91–92; Wien.
  • ALISCH, M., & BRUNOTTE, E. (1992): Aktuelle äolische Morphodynamik der Binnendünen und Flugsandebenen in der Allerniederung bei Gifhorn. – In: GRUNERT, J., & HÖLLERMANN, P. [Hrsg.]: Geomorphologie und Landschaftsökologie. Eine Zusammenstellung von Beiträgen anläßlich der 17. Tag. des dt. Arb.-Kreises für Geomorphologie in Bonn 1991: S. 186–195; Bonn. – [Bonner geogr. Abh., 85]
  • BETTAG, E. (1989): Fauna der Sanddünen zwischen Speyer und Dudenhofen. – Pollichia Buch 17: 148 S.; Bad Dürkheim.
  • PHILIPPI, G. (1973): Sandfluren und Brachen kalkarmer Flugsande des mittleren Oberrheingebietes. Veröff. Landesst. Naturschutz und Landschaftspflege Bad.-Württ. 41: 24-62.
  • PYRITZ, E. (1972): Binnendünen und Flugsandebenen im Niedersächsischen Tiefland. – Göttinger Geogr. Abh., 61: 153 S.; Göttingen.
  • PYRITZ, E. (1974): Äolische Prozesse an einer Binnendüne im Allertal. – Abh. Akad. Wiss. Göttingen, math.-phys. Kl., 3. Folge, 29: S. 219–225; Göttingen.
  • VOLK, 0. H. (1931): Beiträge zur Ökologie der Sandvegetation der Oberrheinischen Tiefebene. Zeitschr. f. Botanik 24: 81-185, Jena.

Weblinks

Besenhorster Sandberge und Elbsandwiesen

Die Besenhorster Sandberge und Elbsandwiesen sind ein Naturschutzgebiet im Kreis Herzogtum Lauenburg in Schleswig-Holstein. Das Naturschutzgebiet zeichnet sich durch seinen trockenen, kalkreichen Sandrasen, seine Dünen und Silbergrasfluren sowie seine alten Eichenwälder aus. Es ist Teil des Europäischen ökologischen Netzes Natura 2000. Es schließt unmittelbar an das Hamburger Naturschutzgebiet Borghorster Elblandschaft an.

Binnendüne Waltersberge

Die Binnendüne Waltersberge ist eine der größten Binnendünen Brandenburgs. Sie liegt in der Kleinstadt Storkow im Landkreis Oder-Spree am Ostrand des Naturparks Dahme-Heideseen. Der Kern des Dünenkomplexes steht mit rund 14 Hektar als Naturschutzgebiet Binnendüne Waltersberge unter Schutz und ist als FFH-Gebiet im Natura-2000-Verbund ausgewiesen.

Die Unterschutzstellung soll unter anderem ihre charakteristischen Silbergras- und Grasnelkenfluren und Schaf-Schwingelrasen sowie Insekten wie den Ameisenlöwen, das Maskottchen des Naturschutzgebiets, bewahren. Fast unmittelbar an das Nordufer des Großen Storkower Sees grenzend, erhebt sich die Düne mit dem 69 Meter hohen Storkower Weinberg um bis zu 32 Meter über die Wasserfläche des Sees.

Die Binnendüne wurde im Laufe der Zeit von zahlreichen anthropogenen Eingriffen überprägt. Dazu zählen wirtschaftliche Nutzungen wie Weinanbau, Aufforstung und Sandabbau für ein Kalksandsteinwerk, das zum Teil in die Düne hineingebaut wurde. Da zu Beginn der 2000er-Jahre nur noch rund ein Viertel der Fläche offen lag, wurden 2010 und 2011 umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um die Sukzession aufzuhalten und mit Auslichtungen die ökologisch wichtigen, offenen Flächen zurückzugewinnen und freizustellen.

Dornburger Mosaik

Das Dornburger Mosaik ist ein Naturschutzgebiet in der Stadt Gommern im Landkreis Jerichower Land und der Stadt Zerbst/Anhalt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt.

Das Naturschutzgebiet mit dem Kennzeichen NSG 0056 ist rund 46 Hektar groß. Es ist größtenteils Bestandteil des FFH-Gebietes „Elbaue zwischen Saalemündung und Magdeburg“ und von den Landschaftsschutzgebieten „Mittlere Elbe“ bzw. „Mittlere Elbe-Steckby“ umgeben. Das Gebiet steht seit 2003 unter Schutz (Datum der Verordnung: 15. Dezember 2003). Zuständige untere Naturschutzbehörde sind die Landkreise Jerichower Land und Anhalt-Bitterfeld.

Das aus drei Teilflächen bestehende Naturschutzgebiet liegt südöstlich von Magdeburg bzw. östlich von Schönebeck (Elbe) im Biosphärenreservat Mittelelbe.

Düne am Treßsee

Die Düne am Treßsee ist ein kleines Binnendünenfeld südlich von Flensburg im Bundesland Schleswig-Holstein und im Kreis Schleswig-Flensburg nahe dem Treßsee. Das Gebiet ist Teil des Naturschutzgebietes Obere Treenelandschaft.

Dürnbucher Forst

Der Dürnbucher Forst ist ein zum Großteil gemeindefreies Gebiet im niederbayerischen, teilweise auch oberbayerischen Teil der Hallertau.

Holle Sand

Der Holle Sand ist ein Naturschutzgebiet in der niedersächsischen Gemeinde Uplengen im Landkreis Leer.

Das Naturschutzgebiet mit dem Kennzeichen NSG WE 105 ist 126,3 Hektar groß. Es liegt zwischen Kleinoldendorf und Neufirrel. Das Schutzgebiet beinhaltet das größte zusammenhängende Binnendünengebiet Ostfrieslands. Das Binnendünengebiet ist überwiegend von Kiefernwald bewachsen, teilweise findet sich auch Birken-Eichenwald.

Das Gebiet steht seit dem 20. Oktober 1951 unter Naturschutz. Zuständige untere Naturschutzbehörde ist der Landkreis Leer.

Itterbecker Heide

Die Itterbecker Heide ist ein Naturschutzgebiet in der niedersächsischen Gemeinde Itterbeck in der Samtgemeinde Uelsen im Landkreis Grafschaft Bentheim.

Das Naturschutzgebiet mit dem Kennzeichen NSG WE 034 ist 126 Hektar groß. Es bildet nahezu vollständig das gleichnamige FFH-Gebiet.

Die „Itterbecker Heide“ liegt nordwestlich von Itterbeck. Sie ist eines der größten zusammenhängenden Sandheidengebiete im Südwesten Niedersachsens. Das Heidegebiet wird von Dünen und Stauchmoränen geprägt. Zu finden sind Zwergstrauchheide, Wacholderheide und Trockenrasen. Teile des Naturschutzgebietes werden forst- und landwirtschaftlich genutzt. Die Quelle des Bachs Itter liegt gut einen Kilometer östlich vom Ort Itterbeck in einem Waldgebiet des Naturschutzgebietes.

Das Gebiet steht seit dem 23. August 2007 unter Naturschutz. Es ersetzt das ursprünglich zum 7. Oktober 1939 unter Schutz gestellte, gleichnamige Naturschutzgebiet. Zuständige untere Naturschutzbehörde ist der Landkreis Grafschaft Bentheim.

Jörl

Jörl (dänisch: Jørl, auch Hjørdel) ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein.

Kaninchenberge

Die Kaninchenberge sind ein rund 106 Hektar großes Naturschutzgebiet in der nordrhein-westfälischen Gemeinde Hünxe am Niederrhein. Als Teil des Waldgebiets „Speller Heide“ liegt das 1989 eingerichtete Naturschutzgebiet zwischen dem Hünxer Ortsteil Bucholtwelmen und dem Voerder Ortsteil Friedrichsfeld. Seit 2004 sind die Kaninchenberge auch als FFH-Gebiet DE-4306-303 Kaninchenberge ausgewiesen, wodurch sie zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000 gehören. Das FFH-Gebiet ist nur geringfügig kleiner als das Naturschutzgebiet; ausgespart sind zwei randliche Flächen im Nordwesten des Gebiets.

Naturpark Dahme-Heideseen

Der Naturpark Dahme-Heideseen ist eines von 15 Großschutzgebieten im Bundesland Brandenburg und liegt südöstlich von Berlin und Königs Wusterhausen in den Landkreisen Dahme-Spreewald und Oder-Spree. Das 594 Quadratkilometer große Gebiet umfasst einen großen Teil des Dahmelandes. Der Park ist geprägt von großen Waldflächen, mehr als 100 Seen die größer als ein Hektar sind sowie von der Dahme, einem Nebenfluss der Spree. Die Dahmegewässer mit der Teupitz-Köriser-Seenkette sind ein ideales Wassersportrevier, insbesondere für Kanuten.

Naturschutzgebiet Altwarper Binnendünen, Neuwarper See und Riether Werder

Das Naturschutzgebiet Altwarper Binnendünen, Neuwarper See und Riether Werder ist ein 1460 Hektar umfassendes Naturschutzgebiet im Osten Mecklenburg-Vorpommerns. Es ist Bestandteil des Naturparkes Am Stettiner Haff. Die Ausweisung erfolgte am 10. September 1990 mit dem Ziel, die Küstenlandschaft am Oderhaff mit eingestreuten Binnendünen, einem Teil der Seefläche des Neuwarper Sees und der vorgelagerten Insel Riether Werder zu erhalten. Umliegende Ortschaften sind Altwarp, Rieth, Hedwigshof und Rehhagen. Durch die abgeschiedene Lage im Grenzgebiet zu Polen und der damit einhergehenden geringen Störung wird der Gebietszustand als gut eingeschätzt. Jedoch beeinträchtigen Eindeichungen die Moorflächen, für die in Zukunft der Deichrückbau vorgesehen ist. Die Binnendünen unterliegen ohne weitere Eingriffe der Sukzession. Das Gebiet wird vom Fördervereins für Naturschutzarbeit Uecker-Randow-Region e. V. betreut. Das Gebiet kann sowohl nördlich von Altwarp aus, als auch südlich von Rieth kommend für Wanderer erschlossen werden. In Rehhagen steht am Ufer des Neuwarper Sees eine Beobachtungskanzel, die einen Überblick über die Küstenregion bietet.

Das Naturschutzgebiet ist nahezu deckungsgleich mit dem gleichnamigen FFH-Gebiet.

Naturschutzgebiet Boberger Niederung

Das Naturschutzgebiet Boberger Niederung liegt in den Hamburger Stadtteilen Billwerder und Lohbrügge. Es ist eines der artenreichsten Naturschutzgebiete der Hansestadt.

Das etwa 350 Hektar große Gebiet wurde 1991 unter Schutz gestellt und beinhaltet die seit 1968 bestehenden Naturdenkmäler Boberger Düne und Achtermoor. Die Boberger Niederung umfasst unter anderem Geest-, Moor- und Marschlandschaften, sowie einen Baggersee, den Boberger See mit Badestellen. Die Binnendünen sind ein beliebtes Ausflugsziel für die Naherholung. Die zu früheren Zeiten existierenden Bauernhöfe, wie etwa die „Uhlenburg“, wurden aufgegeben und in Klein Nordende bei Elmshorn wieder angesiedelt.

Hinzugekommen sind insbesondere die Boberger Hänge mit ihren Orchideenwiesen. Der Bach Ladenbek zieht sich durch das Gelände. Naturschutz-Experten sprechen von der Boberger Niederung als dem botanisch wertvollsten Gebiet der freien Hansestadt Hamburg. Hier sind noch viele Tierarten, die bereits auf der Roten Liste stehen, beheimatet; 110 Pflanzenarten, die ebenfalls in die Rote Liste eingetragen sind, wie beispielsweise Golddistel, Tausendgüldenkraut und Sumpf-Herzblatt, kommen hier noch vor. Unter den fünf hier anzutreffenden Orchideenarten, Mücken-Händelwurz, Breitblättrige und Sumpf-Stendelwurz, Großes Zweiblatt und Breitblättriges Knabenkraut ist eine, die in ganz Hamburg sonst nicht vorkommt.

Zwar sind auch in der Boberger Niederung in den vergangenen Jahren einige Tierarten, zum Beispiel die Heidelerche, nicht mehr anzutreffen, aber viele gefährdete Tierarten haben hier noch einen Zufluchtsort: der blaue Moorfrosch, die Blauflügelige Ödlandschrecke, der Grünspecht und der Eisvogel. Stark bedrohte Schmetterlinge wie Grünwidderchen und Blutströpfchen und andere Insektenarten wie Dünen-Sandlaufkäfer, Warzenbeißer und Ameisenlöwe finden hier ebenfalls Unterschlupf.

Der zentrale Teil der Schutzgebietsfläche bildet das FFH-Gebiet Boberger Düne und Hangterrassen.

Naturschutzgebiet Rothsteinsmoor

Das Naturschutzgebiet Rothsteinsmoor liegt im Hamburger Stadtteil Langenhorn in der Nähe des Hamburger Flughafens an der Grenze zu Schleswig-Holstein.

Das circa neun Hektar große Naturschutzgebiet besteht aus den Resten einer Hochmoorlandschaft, aus Heideflächen, Laubwald und einer Binnendüne.Im Moorgebiet gibt es einen großen Bestand des Gagelstrauchs, der auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten steht.

Das Gelände erhielt am 20. Oktober 2009 seinen Schutzstatus und wird vom NABU betreut.

Naturschutzgebiet Schnaakenmoor

Das Naturschutzgebiet Schnaakenmoor liegt im Forstrevier Klövensteen am westlichen Rand Hamburgs im Stadtteil Rissen.

Zu dem Naturschutzgebiet gehören ebenfalls Flächen des Groten Moors, die Spitzerdorfer Moorflagen und das Gebiet zwischen Klövensteenweg, Babenwischenweg und Feldweg 83 (mit Ausnahme des Spielplatzes an dessen westlichem Ende).

Es zählt zu den wichtigsten Naherholungs- und Reitgebieten Hamburgs.

Das Schnaakenmoor entstand vor circa 10.000 Jahren am Ende der letzten Eiszeit aus Schwemmsand des Elbe-Urstromtales, der sich zu großen sichelförmigen Dünenzügen von Elmshorn bis Wittenbergen aufwehte, die Teil eines gut 100 Kilometer langen Dünengürtels von Geesthacht bis hinter Glückstadt waren. Durch die Sichelform wurde Wasser im Binnenland zurückgehalten. Später bildeten sich auf den feuchten Böden Torfmoose, die den Grundstein für das heutige Moor mit einer einen Meter dicken Torfschicht bildeten.

Erstmals am 3. April 1979 unter Schutz gestellt, wurde das Gebiet per Verordnung vom 31. Oktober 2006 erweitert. Schutzzweck nach § 2, (1) dieser VO ist es,

Mit der Erweiterung im Jahre 2006 wurde die Fläche des Naturschutzgebietes auf rund 100 Hektar vergrößert.Für die Wiedervernässung wurden einige Hauptentwässerungsgräben am Moorrand geschlossen, um den für die Moorbildung erforderlichen Wasserspiegel zu stabilisieren; zudem wurde der Baumbestand auf den trockengefallenen Flächen ausgelichtet. Beide Maßnahmen sind Voraussetzungen für die Ausbildung der Moorvegetation. Auf den Heide-Entwicklungsflächen wurde ebenfalls der Sekundärwald ausgedünnt, der die heidetypische Pflanzengesellschaft durch Verschattung beeinträchtigt hatte.

Einen großen Teil der Schutzgebietsfläche bildet das gleichnamige FFH-Gebiet mit der WDPA-ID 555518130.

Naturschutzgebiet Wakenitzniederung

Das Naturschutzgebiet Wakenitzniederung ist ein rund 297 Hektar großes Naturschutzgebiet in Mecklenburg-Vorpommern südwestlich von Schönberg bei Herrnburg. Es liegt vollständig in der Gemeinde Lüdersdorf im Landkreis Nordwestmecklenburg. Die Unterschutzstellung erfolgte am 20. April 1990 mit dem Ziel, einen Ausschnitt eines vermoorten Flusstals – der Wakenitz – mit Torfstichen und der Herrnburger Binnendüne als Lebensraum für gefährdete Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Der aktuelle Gebietszustand wird als gut angesehen.

Ein kleiner nördlicher Teilbereich des Naturschutzgebietes gehört auch zum FFH-Gebiet DE-2130-302 Herrnburger Binnendüne und Duvennester Moor, das noch andere Flächen umfasst. Ein kleiner südlicher Teil des Naturschutzgebiets befindet sich im Biosphärenreservat Schaalsee. Direkt angrenzende Naturschutzgebiete sind im Süden das NSG Kammerbruch und im Westen das schleswig-holsteinische NSG Wakenitz.

Naturschutzgebiet Wittenbergen

Das Naturschutzgebiet Wittenbergen, früher Naturschutzgebiet Wittenbergener Heide/Elbwiesen, liegt an der Unterelbe im Hamburger Stadtteil Rissen.

Bis zum 31. Mai 2010 bestand das Naturschutzgebiet Wittenbergener Heide/Elbwiesen aus zwei Teilen, der Wittenbergener Heide sowie den Elbwiesen, welche zusammen 39 Hektar umfassten. Es wurde durch die Verordnung über das Naturschutzgebiet Wittenbergener Heide/Elbwiesen vom 24. Juni 1986 zum Naturschutzgebiet erklärt.

Am 1. Juni 2010 gab die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt in Hamburg die Erweiterung des Gebietes um Biotope und renaturierbare Flächen im Umfeld des bestehenden NSG auf 67 Hektar bekannt. Im Zuge der Vergrößerung erfolgte die Umbenennung in Naturschutzgebiet Wittenbergen.Das gesamte Gelände wird vom NABU betreut.

Püttberge

Die Püttberge sind Erhebungen bis zu 68 Metern Höhe im Osten Berlins im Bezirk Treptow-Köpenick. Sie sind Binnendünen innerhalb des Berliner Urstromtales. Mit einer Relativhöhe von mehr als 30 Metern gelten sie als die mächtigsten Dünen in Berlin und Brandenburg.

Tannenbusch

Tannenbusch ist ein Ortsteil der Bundesstadt Bonn im gleichnamigen Stadtbezirk mit rund 16.000 Einwohnern. Er gliedert sich in die Siedlungsbereiche Alt-Tannenbusch und Neu-Tannenbusch.

Wolfsgrund (Niedersachsen)

Der Wolfsgrund ist ein Naturschutzgebiet in der niedersächsischen Gemeinde Ahausen im Landkreis Rotenburg (Wümme).

Das Naturschutzgebiet mit dem Kennzeichen NSG LÜ 066 ist rund 50 Hektar groß. Das etwa 45 Hektar große, gleichnamige FFH-Gebiet ist Bestandteil des Naturschutzgebietes. Das Gebiet steht seit dem 26. Februar 1977 unter Naturschutz. Es war zunächst rund 45 Hektar groß. Zum 1. Dezember 2017 wurde es auf seine heutige Größe erweitert. Zuständige untere Naturschutzbehörde ist der Landkreis Rotenburg (Wümme).

Das Naturschutzgebiet liegt etwa zwischen Rotenburg (Wümme) und Verden. Es umfasst einen Abschnitt des Everser Bachs südlich von Eversen mit seinem schmalen Tal und den angrenzenden, hochliegenden Flächen auf einer Binnendüne. In der Bachniederung stockt Erlenbruchwald. Auch die Hangbereiche der Binnendüne sind überwiegend bewaldet. Im Norden des Naturschutzgebietes findet sich in den höher liegenden Bereichen eine Heide­fläche mit Besenheide auf trockenen und Krähenbeere und Pfeifengras auf feuchteren Standorten. In Senken und wächst Feuchtheide mit Glockenheide, Besenheide und Torfmoosen. Das Naturschutzgebiet ist eines der größeren, zusammenhängenden Heide-Naturschutzgebiete außerhalb der Lüneburger Heide.

Im südlichen Bereich des Gebietes sind Teile bewaldet. Weitere Flächen liegen brach oder werden als Grünland oder Acker genutzt.

Das Naturschutzgebiet grenzt nach Westen und nach Nordosten an öffentliche Straßen. An das Gebiet schließen sich landwirtschaftliche Nutzflächen bzw. Wälder an. Durch das Naturschutzgebiet verlaufen Wanderwege, von denen aus das Gebiet erlebbar ist. Am Rand des Schutzgebietes befindet sich eine Aussichtsplattform.

In anderen Sprachen

This page is based on a Wikipedia article written by authors (here).
Text is available under the CC BY-SA 3.0 license; additional terms may apply.
Images, videos and audio are available under their respective licenses.