Antiochia am Orontes

Antiochia am Orontes oder Antiochien (altgriechisch Ἀντιόχεια ἡ ἐπὶ Ὀρόντου Antiócheia hē epì Oróntou, auch Ἀντιόχεια ἡ Μεγάλη Antiócheia hē Megálē, ‚Antiocheia die Große‘; lateinisch Antiochia ad Orontem) war eine Stadt im antiken Syrien (heute Antakya in der Türkei). Sie ist der bekannteste und mit Abstand bedeutendste mehrerer antiker Orte dieses Namens, die von verschiedenen Königen der Seleukidendynastie gegründet wurden. In römischer Zeit war sie neben dem ägyptischen Alexandria und (später) Konstantinopel eine der größten und bedeutendsten Städte im östlichen Mittelmeerraum.

Antiochia su Oronte
Antiochia im 1. bis 6. Jahrhundert

Lage

Antiochia am Orontes (Türkei)
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Lage in der Türkei

Das antike Antiochia lag am linken Ufer des Orontes (arabisch Nahr al-Asi) rund 30 km vom Meer und seiner Hafenstadt Seleukia Pieria (im Mittelalter St. Simeon) entfernt. Im Osten war die Stadt von vier niedrigen Bergen umgeben, darunter der über 500 m hohe Silpios, im Westen begrenzte sie der Fluss. Durch die Stadt fließt auch ein am Silpios entspringender Bach namens Parmenios in den Strom (siehe Karte), der dort seine Fließrichtung ändert. Die Stadtmauern umgaben nur das im Osten gelegene Zentrum der Stadt, die Vorstädte in der Ebene westlich des Orontes waren ungeschützt.[1] Reste der Mauern sind auf dem Silphius noch zu sehen.

Antiochia lag am Schnittpunkt verschiedener Handelsrouten, was den Aufschwung der Stadt sehr beschleunigte. Eine Straße führte vom Hafen Seleukia Pieria nach Antiochia und überquerte den Orontes auf einer Brücke, von der sich Spolien in der Struktur der modernen Brücke erhalten haben.[2] Eine weitere Straße verband die Stadt mit Kilikien im Norden. Ammianus Marcellinus beschrieb Antiochia als „die weltberühmte, mit der sich keine vergleichen lässt, was den Überfluss der eingeführten und einheimischen Waren betrifft“.[3]

Antike

Diadochen

Argenteus-Constantius I-antioch RIC 033a
Ein römischer Argenteus, geprägt in Antiochia mit dem Bildnis des Kaisers Constantius Chlorus und der Inschrift CONSTANTIUS CAESAR, VICTORIAE SARMATICAE
The Antioch Chalice, first half of 6th century, Metropolitan Museum of Art
Spätantiker Kelch aus Antiochia aus dem 6. Jahrhundert n. Chr. (heute im Metropolitan Museum of Art, New York)

Unter dem Namen Antigoneia am Orontes gründete 307 v. Chr. König Antigonos I. Monophthalmos eine nach ihm benannte Stadt einige Kilometer nördlich. Nach dessen Niederlage gegen Seleukos I. (306–281 v. Chr.) in der Schlacht von Ipsos im Sommer 301 v. Chr. wurde diese erst im Entstehen begriffene Siedlung aufgelassen und an ihrer Statt 300 v. Chr. eine neue gegründet, die mit dem Namen Antiochia am Orontes versehen wurde, den Seleukos zu Ehren seines Vaters Antiochos wählte: Damit stellte er sich – wie schon sein Vorgänger Antigonos – in die Traditionslinie, die Alexander der Große vorgegeben hatte, der auf seinem Feldzug etliche Städte des eigenen Namens gegründet hatte.

Die Schutzgottheit der Stadt war die Tyche von Antiochia, die auf einem Felsen sitzende Schicksalsgöttin mit dem Flussgott Orontes unter ihr.

Antiochia wurde zu einer der Hauptstädte des Seleukidenreiches und entwickelte sich rasch zu einer der bedeutendsten Weltstädte der Antike. Die Bürger der neuen Siedlung, die (etwa im Unterschied zu Seleukeia Pieria) als Polis organisiert wurde, stammten aus Makedonien und Griechenland, insbesondere aus Athen. Die Stadt wurde besonders unter Antiochos IV. Epiphanes (175–164 v. Chr.) prächtig ausgebaut und erhielt einen neuen Stadtteil mit dem Namen Epiphaneia. Antiochos errichtete auch einen Zeustempel, dessen Decke und Wände vergoldet waren.[4]

Die Hauptresidenz der Seleukiden wurde Antiochia aber erst in der Spätzeit des Reiches, nachdem König Demetrios II. Nikator (145–140 und 129–125 v. Chr.) im Jahr 140 eine Niederlage gegen die Parther erlitten hatte. Wenig später verlor sein Bruder Antiochos VII. Sidetes (139–129) nach großen Anfangserfolgen im Jahr 129 die entscheidende Schlacht gegen denselben Gegner und kam dabei selbst um. Die Sieger entrissen den Seleukiden endgültig den gesamten Ostteil des bisherigen Reiches und beschränkten deren Herrschaftsgebiet auf Syrien. Damit fiel Antiochia die Hauptstadtfunktion zwangsläufig zu.

Lange Zeit wurden in Antiochia regelmäßige Wettkämpfe (Agone) ausgetragen, die mit den Olympischen Spielen konkurrierten. Antiochias reiche Vorstadt Daphne war Ort eines bedeutenden Apollonheiligtums und eines berühmten Hains, der den Nymphen geweiht war, viele Pilger anzog und mindestens bis ins 6. Jahrhundert n. Chr. bestand.

Römer

Im Jahre 83 v. Chr. geriet das restliche Seleukidenreich unter die Macht des Königs von Großarmenien, Tigranes II. des Großen (95–55 v. Chr.), doch führte dessen Niederlage gegen den römischen Feldherrn Lucullus zur Restituierung unter Antiochos XIII. Asiatikos (69–64). Nach dessen Ermordung setzte Lucullus’ Nachfolger Pompeius noch im selben Jahre 64 v. Chr. den letzten König Philippus II. (65–64) ab und gliederte den seleukidischen Rumpfstaat in den römischen Staat ein: Antiochia wurde die Hauptstadt der Provinz Syria.

In der römischen Kaiserzeit wuchs Antiochia rasch, zählte schließlich bis zu 500.000 Einwohner und war neben Rom, Alexandria und Karthago eine der wichtigsten Städte des Reiches. Auf Feldzügen gegen die Parther und dann das persische Sassanidenreich hielten sich römische Kaiser mehrfach in Antiochia auf, so Lucius Verus zwischen 162 und 166 n. Chr., Marcus Aurelius 175/176, Septimius Severus 198/199, Caracalla 215, Severus Alexander 232/233 und Valerian 254–256 und 258/259. Insofern konnte sich die Stadt als zeitweilige „Hauptstadt“ fühlen.[1]

Ancient Roman road of Tall Aqibrin
Alte Römerstraße in Syrien zur Verbindung von Antiochia und Chalkis
Antiochia Tychetempel
Tychetempel in Antiochia, unter dem Standbild der Tyche sitzt der Flussgott Orontes

Im 1. Jahrhundert wurde auf der Orontesinsel ein großes Hippodrom (Pferderennbahn) erbaut. Der Tychetempel der Stadt wird auf einer Bronzemünze im Wert von 8 Assaria zur Zeit des Kaisers Volusianus geprägt. Unter dem Standbild der Tyche im Tempel sitzt dabei der Flussgott Orontes. Seit etwa 285 ließ Kaiser Diokletian, mit dem die Spätantike ihren Anfang nahm, daneben eine ständige Residenz, ein palatium, ausbauen.[2] Von der Mitte der Insel verlief eine mit Säulen gesäumte Straße zu dem Palast. Dessen Eingang bildete ein Tor mit vier Säulen, geschmückt mit der Darstellung eines Triumphes, den eine Elefantenquadriga symbolisierte. Den Palast beschreibt in einer Lobrede der Rhetor Libanios im Jahre 360 (Orat. 11, 203–207), doch müssen zwischenzeitliche Veränderungen einkalkuliert werden. Dieser Gebäudekomplex ähnelte dem Palaste Diokletians in Salona, den dieser Kaiser als seinen Altersruhesitz zwischen etwa 298 und 305 errichten ließ; weitere Kaiserresidenzen befanden sich in Trier, Mailand, Sirmium und Thessaloniki. Im Palast von Antiochia residierten unter anderem der Caesar Constantius Gallus von 351 bis 354 und der Kaiser Julian von 362 bis 363. Auch Kaiser Valens (364–378), der gegen die persischen Sassaniden kämpfte, hielt sich lange in der Stadt auf, erst danach konnte sich Konstantinopel endgültig als Hauptstadt Ostroms gegen Antiochia durchsetzen. Die Stadt besaß außerdem ein prächtiges Theater und ein Amphitheater am Fuße des Berges Silphius, die beide durch Gallus renoviert wurden. Es gab zudem eine Straßenbeleuchtung (Libanios, Orat. 11, 267), die nach Ammianus Marcellinus, einem Sohn der Stadt, „mit der strahlenden Helle des Tages wetteiferte“ (14, 1, 9).

Christianisierung

Die Stadt nahm in der Geschichte des Christentums einen bedeutenden Platz ein (siehe etwa Ignatius von Antiochien und Antiochenische Schule). Aus Antiochia stammte Nikolaus, einer der ersten Sieben Diakone. Nach der Überlieferung versammelte sich in der St.-Petrus-Grotte, einer Höhlenkirche im Nordosten der Stadt, die erste christliche Gemeinde um Paulus, Barnabas, Petrus und dann die ersten Bischöfe der Stadt. Hier sollen die Jünger Jesu erstmals „Christen“ (Christianoi)[5] genannt worden sein.

Während der Christenverfolgung durch Kaiser Decius (249–251) erlitt Babylas, Bischof von Antiochia, 250 das Martyrium. Seit dem 4. Jahrhundert förderten die nunmehr christlichen Kaiser die Kirchen Antiochias. Unter Gallus wurden die Gebeine des Babylas in Daphne an der Quelle Kastalia bestattet, Julian ließ sie zurück nach Antiochia bringen.[6] Die Kaiser Konstantin der Große (306–337) und Constantius II. (337–361) schenkten der Kirche von Antiochia wertvolle liturgische Gegenstände.

Als 362 der Apollotempel in Daphne abbrannte, wurden die Christen von Kaiser Julian der Brandstiftung beschuldigt. Ammianus Marcellinus (22, 13, 1–3) macht aber den Philosophen Asklepiades verantwortlich, der bei einem nächtlichen Besuch mit einer Kerze versehentlich die Gardinen in Brand gesetzt habe. Julian, der letzte Nichtchrist auf dem Kaiserthron, ließ daraufhin zeitweilig die Hauptkirche von Antiochia schließen und die liturgischen Geräte bestatten. Er befahl zudem die Erneuerung des Heiligtums in Daphne, die allerdings wegen seines frühen Todes nicht erfolgte.

Mit der Etablierung der christlichen Kirche wurde Antiochia, das offenbar bereits um die Mitte des 4. Jahrhunderts recht weitgehend christianisiert war (siehe die Reaktion auf den Besuch Julians 362), Sitz eines der ursprünglich drei, später fünf altkirchlichen Patriarchate, gemeinsam mit Rom, Konstantinopel, Alexandrien und Jerusalem. Wie Rom berief es sich auf den Apostel Petrus als Gründerbischof, der nach katholischer Tradition erst später nach Rom ging und dort das Martyrium erlitt. Heute beanspruchen mehrere Kirchen die legitime Nachfolge dieses Patriarchats (siehe hierzu Patriarchat von Antiochien).

Spätantike

In der Spätantike blieb Antiochia ungeachtet einiger schwerer Erdbeben eine der bedeutendsten Städte im (ost)römischen Reich. Die persischen Sassaniden plünderten die Stadt 253 (oder 256) und 260 unter König Schapur I., möglicherweise mit Hilfe des Überläufers Mareades. Doch im 4. Jahrhundert blühte Antiochia wieder auf, zählte Hunderttausende Einwohner und war zeitweilig die Residenz (ost-) römischer Kaiser. Die rhetorischen Schulen der Stadt zählten neben den Schulen Roms, Athens, Alexandrias und Konstantinopels zu den führenden des spätrömischen Reiches; mehrere bedeutende Lehrer sind namentlich bekannt, so Ulpianus von Antiochia, Eusebius Arabs, Aedesius rhetor und sein Schüler Zenobius Rhetor sowie vor allem der berühmte Libanios. Auch der (neben Prokopios von Caesarea) bedeutendste spätantike Historiker Ammianus Marcellinus, ein jüngerer Zeitgenosse des Libanios, stammte aus Antiochia; er schrieb seine Res Gestae allerdings in lateinischer Sprache.

Der Niedergang der Metropole begann erst im 6. Jahrhundert. 526 wurde die Stadt durch ein Erdbeben schwer verwüstet, dem nach Johannes Malalas bis zu 250.000 Menschen zum Opfer fielen (die Zahl ist vermutlich viel zu hoch gegriffen, lässt aber die Dimension der Katastrophe erahnen). Nur wenige Jahre darauf erfolgte der entscheidende Schlag: 540 griff der persische Sassanidenkönig Chosrau I. das römische Syrien an und eroberte Antiochia im Sturm. Er deportierte einen Großteil der Einwohner nach „Chosrauantiochia“ bei Ktesiphon und zerstörte die Stadt angeblich bis auf wenige Gebäude. Unter Kaiser Justinian (527–565) wurde Antiocha mit dem Beinamen Theoupolis („Stadt Gottes“) zwar wieder aufgebaut, doch bedeckte diese Siedlung nur noch einen Teil des früheren Areals. Die Kunstproduktion, die bis zum Perserangriff geblüht hatte, brach weitgehend zusammen; nach 540 wurden anscheinend auch keine Mosaiken mehr gefertigt. Dennoch blieb Antiochia bedeutend. 613 kam es nahe der Stadt zu einer großen Schlacht zwischen Oströmern und Sassaniden, in der die kaiserlichen Truppen unterlagen. Wohl 638 wurde Antiochia, das 615 an die Perser gefallen und erst 630 wieder römisch geworden war, dann durch die Araber erobert (siehe Islamische Expansion). Damit endete die antike Periode der Stadt.

Zur späteren Geschichte des Ortes siehe Antakya.

Antike Überreste

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Das Urteil des Paris, Mosaik aus Antiochia

Da die moderne Stadt auf der durch Schwemmerde des Orontes mehrere Meter hoch verschütteten antiken Stadt liegt, sind praktisch keine antiken Überreste zu sehen. Nur die eindrucksvolle Stadtmauer hat sich zum Teil auf dem Berg Silphius über Antakya erhalten: Beeindruckend ist das 30 m große Eiserne Tor in der Parmenios-Schlucht. Nur spärliche Reste des Aquädukts, der nach Norden auf den Silphius verlief, und des Theaters sind noch sichtbar, während der kaiserliche Palast gänzlich verschwunden ist.[2] Kürzlich wurden Grundmauern von Gebäuden in der Neustadt außerhalb der Stadtmauern entdeckt.

Funde aus dem antiken Antiochia befinden sich im Archäologischen Museum von Antakya. Bemerkenswert ist die Sammlung römischer Mosaike, die vor allem während der Ausgrabungen der Princeton University 1933–1939 gefunden wurden.[7]

Nur eine frühchristliche Kirche ist noch zu sehen, die St.-Petrus-Grotte, etwas außerhalb an einem Berghang gelegen. Der Legende nach soll sie vom Apostel Petrus geweiht worden sein, der heutige Bau ist jedoch wesentlich jünger (die heutige Fassade stammt aus dem Jahr 1863, die ältesten Teile im Inneren jedoch noch aus der Antike).

Daphne

Mit zahlreichen Quellen, welche das Trinkwasser für die Stadt lieferten, und riesigen Lorbeerbäumen liegt etwa acht Kilometer südlich die Vorstadt Daphne (heute Harbiye), doch geht die moderne Bebauung ineinander über. Die Örtlichkeit, während der Römerzeit ein Villenvorort der reichen Antiochener Bürger, war nach der Nymphe Daphne benannt. Diese wollte sich angeblich hier vor Apollon verstecken, indem sie sich in einen Lorbeerbaum verwandelte: Daher wurden im Hain von Daphne die Nymphen verehrt. Die eigentliche Version dieser Geschichte spielt jedoch im griechischen Delphi. König Antiochus IV. veranstaltete hier im Jahre 166 v. Chr. ein glanzvolles Fest mit Truppenparade; ihm folgte mit einer ähnlichen Veranstaltung Antiochos VIII. Grypos. Pompeius vergrößerte im Jahre 64 v. Chr. das Gebiet des Haines. Die ägyptische Königin Kleopatra VII. soll hier im Jahre 41 v. Chr. den römischen Feldherrn Marcus Antonius geheiratet haben. Ein Erdbeben zerstörte am 9. April 37 n. Chr. einen Teil von Daphne. Seit der Zeit des Kaisers Claudius (41–54) wurden einige Wettkämpfe der Olympischen Spiele von Antiochia in Daphne durchgeführt. Aus der kaiserlichen Villa am Orte stammt ein großes Fußbodenmosaik mit Jagdszenen, das sich im Louvre in Paris befindet; andere Stücke sind im Museum von Antakya zu sehen. An der Quelle Kastalia befand sich ein Orakel. Es verstummte angeblich, nachdem Gallus hier die sterblichen Überreste des Bischofs Babylas hatte bestatten lassen. Gallus’ Bruder, Kaiser Julian, ließ sie entfernen und den Ort entsühnen. Der Tempel des Apollon mit einem Chryselephantinebild (Goldelfenbeinbild) des Gottes brannte im Oktober 362 ab. Libanios gibt in seiner Lobrede auf Antiochia ein hymnisches Bild von Daphne, das er als Ort der Götter auf Erden bezeichnet (Antiochikos 236 A und 237). Laut Prokopios von Caesarea opferte später noch König Chosrau I. 540 im Hain von Daphne den Nymphen. Heutzutage ist der einst so lobend beschriebene Ort jedoch touristisch völlig übererschlossen und vermittelt nur noch einen schwachen Abglanz einstiger antiker Idylle. Das hochgelegene Daphne bietet einen weiten Blick über das Orontestal, der allerdings wegen der modernen Bebauung kaum noch realisiert werden kann.[6]

Umgebung

Oberhalb von Antiochia befindet sich im Gebirge ein monumentales, Charonion genanntes Felsbild.[8] Nach Johannes Malalas, dem Chronisten von Antiochia, errichteten die Bewohner der Stadt das über 5 Meter hohe Monument unter Antiochos IV. als Schutz vor einer Seuche.[9] Es handelt sich um die Büste einer mit einer Tiara bedeckten Gestalt, auf deren rechter Schulter eine kleinere Figur steht. Wolfram Hoepfner interpretiert die Gruppe als Allegorien der alten Unter- und der neuen, Epiphaneia genannten Oberstadt. Da die neue Oberstadt weder vom Orontes noch von der Altstadt aus zu sehen war, habe die mächtige, von der Agora der Altstadt aus zu erblickende Felsbildgruppe auf die Position der Neustadt verwiesen.[10] Hatice Pamir deutete 2017 das Felsrelief als Darstellung der Muttergottheit Kybele mit der Stadtgöttin Tyche auf ihrer Schulter.[11]

Berühmte Bürger

Für Personen, die in Antakya nach 1850 geboren wurden, siehe: Antakya#Söhne und Töchter der Stadt.

Literatur

  • Immanuel Benzinger: Antiocheia 1. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band I,2, Stuttgart 1894, Sp. 2442–2445.
  • Immanuel Benzinger: Daphne 3. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band IV,2, Stuttgart 1901, Sp. 2136–2138.
  • Richard Stillwell (Hrsg.): Antioch on-the-Orontes. Publications of the Committee for the Excavation of Antioch and its Vicinity.
    • Band 1: George W. Elderkin: The excavations of 1932. Princeton 1934.
    • Band 2: The excavations, 1933–1936. Princeton 1938.
    • Band 3: The excavations, 1937–1939. Princeton 1941.
    • Band 4,1: Frederick O. Waage: Ceramics and Islamic coins. Princeton 1948.
    • Band 4,2: Dorothy B. Waage: Greek, Roman, Byzantine and Crusaders’ coins. Princeton 1952.
    • Band 5: Jean Lassus: Les portiques d’Antioche. Princeton 1972.
  • Jean Lassus: Antioch on the Orontes (Antakyé) Turkey. In: Richard Stillwell u. a. (Hrsg.): The Princeton Encyclopedia of Classical Sites. Princeton University Press, Princeton NJ 1976, ISBN 0-691-03542-3.
  • Doro Levi: Antioch mosaic pavements. Princeton University Press, Princeton 1947 (grundlegende Bearbeitung der Mosaiken von Antiochia)
  • Glanville Downey: A history of Antioch in Syria. From Seleucus to the Arab conquest. Princeton 1961.
  • J. H. W. G. Liebeschuetz: Antioch. City and imperial administration in the later Roman Empire. Oxford 1972 (Nachdruck 2003), ISBN 0-19-814295-1.
  • Christine Kondoleon (Hrsg.): Antioch. The lost ancient city. Princeton 2000, ISBN 0-691-04933-5.
  • Wolfram Hoepfner: „Antiochia die Große“. Geschichte einer antiken Stadt. In: Antike Welt. 35, 2004, 2, S. 3–9.
  • Gunnar Brands: Orientis apex pulcher – Die Krone des Orients. Antiochia und seine Mauern in Kaiserzeit und Spätantike. In: Antike Welt. 35, 2004, 2, S. 10–16.
  • Klaus-Peter Todt: Phoibos Apollon oder Hl. Babylas? Zum Kampf zwischen griechischem und christlichem Kult im Antiochia des 4. Jahrhunderts. In: Detlev Kreikenbom, Karl-Uwe Mahler, Patrick Schollmeyer, Thomas M. Weber (Hrsg.): Krise und Kult. Vorderer Orient und Nordafrika von Aurelian bis Justinian. de Gruyter, Berlin 2010, ISBN 978-3-11-022050-6, S. 21–39.
  • Mathias Döring: Die antiken Wasserbauten von Antiochia, Türkei. In: Wasserwirtschaft 1–2, 2012, S. 10–16.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b Wolfgang Seyfarth, Kommentar, in: Zentralinstitut für alte Geschichte und Archäologie der Akademie der Wissenschaften der DDR (Hrsg.): Ammianus Marcellinus, Römische Geschichte. Schriften und Quellen der Alten Welt. Akademie-Verlag, Berlin 1968, S. 10.
  2. a b c Wolfgang Seyfarth, Kommentar, in: Zentralinstitut für alte Geschichte und Archäologie der Akademie der Wissenschaften der DDR (Hrsg.): Ammianus Marcellinus, Römische Geschichte. Schriften und Quellen der Alten Welt. Akademie-Verlag, Berlin 1968, S. 11.
  3. 14, 8,8
  4. Peter Franz Mittag: Antiochos IV. Epiphanes. Eine politische Biographie. Berlin 2006, ISBN 3-05-004205-2, S. 145–149.
  5. Apostelgeschichte Apg 11,26 
  6. a b Wolfgang Seyfarth, Kommentar, in: Zentralinstitut für alte Geschichte und Archäologie der Akademie der Wissenschaften der DDR (Hrsg.): Ammianus Marcellinus, Römische Geschichte. Schriften und Quellen der Alten Welt. Akademie-Verlag, Berlin 1968, S. 14.
  7. D. Levi: Antioch pavements. Princeton 1947.
  8. George W. Elderkin: The excavations of 1932. Princeton 1934, S. 83 f.
  9. Johannes Malalas, Weltchronik 10,10.
  10. Wolfram Hoepfner: „Antiochia die Große“. Geschichte einer antiken Stadt. In: Antike Welt. Band 35, 2004, S. 3–9, hier S. 8; Wolfram Hoepfner: Antiochia die Große und Epiphaneia. In: Derselbe (Hrsg.): Geschichte des Wohnens. Band 1: 5000 v. Chr. – 500 n. Chr. Vorgeschichte, Frühgeschichte, Antike. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1999, S. 472–491, hier S. 487.
  11. Hatice Pamir: An Underworld Cult Monument in Antioch: The Charonion. In: Overturning Certainties in Near Eastern Archaeology. A Festschrift in Honor of K. Aslıhan Yener (= Culture and History of the Ancient Near East. Band 90). Brill, Leiden/Boston 2017, S. 543–559.

Koordinaten: 36° 12′ N, 36° 9′ O

Antakya

Antakya (arabisch أنطاكية Antakiyyah, früherer Name Antiochia, altgriechisch Αντιόχεια Antiócheia) ist eine Stadtgemeinde in der südtürkischen Provinz Hatay.

Erdbeben von Antiochia 526

Das Erdbeben von Antiochia im Jahr 526 gehört zu den schwersten dokumentierten Erdbeben und soll mindestens 250.000 Todesopfer gefordert haben.

Das Erdbeben wird von verschiedenen Historikern überliefert. Es fand am 20. Mai 526 statt, wobei es Nachbeben bis zum 29. Mai gab. Johannes Malalas liefert den ausführlichsten Bericht, nach dem so gut wie alle Gebäude von Antiochia am Orontes zerstört wurden. Nur einige Bauten auf Bergen, die die Stadt umgaben, sollen der Katastrophe entgangen sein. Nach dem Erdbeben gab es ein Feuer, das die verbliebenen Häuser und vor allem die von Konstantin I. erbaute Hauptkirche der Stadt, die „Große Kirche“ mit ihrer goldenen Kuppel, vernichtete. Johannes Malalas berichtet von 250.000 Toten, Prokopios von Caesarea sogar von 300.000. Auch Seleukia Pieria, der Hafen der Stadt, soll zerstört worden sein. Gleichwohl war die Stadt weiterhin bewohnt. Chosrau I. eroberte sie im Jahr 538 und verschleppte die Bewohner, Justinian I. baute sie unter dem Namen Theupolis wieder auf, reduzierte aber den Umfang erheblich.

Fürstentum Antiochia

Das Fürstentum Antiochia oder Antiochien in Syrien und Teilen der heutigen Türkei war einer der Kreuzfahrerstaaten, die während des Ersten Kreuzzugs entstanden. Das Fürstentum bestand von 1098 bis 1268.

Germanicus

Nero Claudius Germanicus (* 24. Mai 15 v. Chr.; † 10. Oktober 19 n. Chr. in Antiochia am Orontes) war ein römischer Feldherr, bekannt durch seine Feldzüge in Germanien. Er war der Vater des Caligula sowie Großneffe des ersten römischen Kaisers Augustus. Von diesem war er als Nachfolger des Tiberius im Amt des Princeps vorgesehen.

Hermann IV. (Baden)

Markgraf Hermann IV. von Baden (* um 1135; im Jahre 1152 ist er zuerst mit seinem Vater erwähnt; † 13. September 1190 bei Antiochia am Orontes), war Titular-Markgraf von Verona und Markgraf von Baden seit 1160.

Lateinisches Patriarchat von Antiochien

Der Lateinische Patriarch von Antiochien wurde offiziell nach dem Ersten Kreuzzug von Bohemund von Tarent, dem ersten Fürsten von Antiochia, etabliert. Die Stadt hatte bereits einen orthodoxen Patriarchen, der verjagt wurde und nach Konstantinopel floh. Das Byzantinische Reich arbeitete an seiner Wiedereinsetzung als einzigem Patriarchen, entweder für beide Glaubensrichtungen oder für die Orthodoxe Kirche alleine. Der Vertrag von Devol von 1108 setzte den griechischen Patriarchen nominell wieder ein, die Bestimmung wurde allerdings nie umgesetzt.

Unter Manuel I. gab es kurz ein gemeinsames Patriarchat, als Antiochia unter byzantinische Herrschaft fiel, zumeist gab es jedoch nur einen lateinischen Patriarchen, bis das Fürstentum von den Mameluken 1268 erobert wurde. Die ganze Zeit über jedoch wurde von Konstantinopel ein griechischer Patriarch zumindest ernannt.

Nach dem Ende der Kreuzfahrerstaaten sank das Lateinische Patriarchat Antiochia faktisch zum Titularbistum ab. Die Titelträger waren meist Kurienkardinäle und residierten in Rom. Der Titel blieb bis zu seiner Abschaffung 1964 erhalten.

Libanios

Libanios (griechisch Λιβάνιος Libánios; * 314 in Antiochia am Orontes; † nach 393 vermutlich ebenda) gilt als der bedeutendste griechische Redner der Spätantike.

Liste der Patriarchen von Antiochien

Die Liste umfasst die Patriarchen von Antiochien (bis 513). Diesen unterstanden die Bischöfe in Syrien, Palästina, Mesopotamien, Armenien, Georgien und Indien.

Liste der griechisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochien

Die Liste umfasst die Patriarchen der Rum-Orthodoxen Kirche von Antiochien, eine der byzantinisch-orthodoxen Kirchen, die in voller Kirchengemeinschaft mit allen anderen byzantinisch-orthodoxen Kirchen steht, zum Beispiel dem Patriarchat von Konstantinopel und der Russischen Orthodoxen Kirche.

Für die Patriarchen vor dem Schisma siehe Liste der Patriarchen von Antiochien, für die Patriarchen der Syrisch-Orthodoxen Kirche nach dem Schisma siehe Liste der syrisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochien.

Siehe auch Patriarchat von Antiochien.

Liste der maronitischen Patriarchen von Antiochien

Die folgenden Personen waren die Oberhäupter und Patriarchen der Maroniten:

687–707: Hl. Johannes Maron I.

Cyr

Gabriel I.

Paul Tawaghan

ab 938: Johannes Maron II.

Johannes el Damlassi

Theophilus

Gregor I.

Stephan

Markus

Eusebios

Johannes I.

Josua I.

David

Theofelix

Josua II.

Dumith

Isaak

Johannes II.

Simon

1110–1120: Josef I. el Gergess

1121–1130: Peter I.

1130–1141: Gregor II. von Halate

1141–1151: Jakob I. von Ramate

1151–1154: Johannes III.

1154–1173: Peter II.

1173–1199: Peter III. von Lehfed

1199–1230: Jeremias I. von Amchite

1230–1239: Daniel I. von Chamate

1239–1245: Johannes IV. von Jaje

1245–1277: Simeon I.

1278–1282: Daniel II. von Hadchite

1282–1297: Jeremias II. von Dmalsa

1297–1339: Simeon II.

1339–1357: Johannes V.

1357–1367: Gabriel I. von Hjoula

1367–1404: Johannes VI.

1404–1445: Johannes VII. von Jaje

1445–1468: Jakob II. von Hadath

1468–1492: Josef II. von Hadath

1492–1524: Simeon III. von Hadath

1524–1567: Moses Akkari von Baridi

1567–1581: Michael I. Rizzi von Bkoufa

1581–1596: Sarkis Rizzi von Bkoufa

1596–1608: Josef III. Rizzi von Bkoufa

1608–1633: Johannes VIII. Machlouf von Ehden

1633–1644: Georg I. Omaira von Ehden

1644–1648: Josef IV. Halib von Akoura

1648–1656: Johannes IX. Bawab von Safra

1656–1670: Georg II. Rizkallah von Bseb’el

1670–1704: Estephane Boutros El Douaihy von Ehden

1704–1705: Gabriel II. al Blouzani von Blaouza

1705–1733: Jakob III. Awad von Hasroun

1733–1742: Josef V. Dergham Khazen von Ghosta

1743–1756: Simeon IV. Awad von Hasroun

1756–1766: Tobias el Khazen von Bekaat Kanaan

1766–1793: Josef VI. Etienne von Ghosta

1793–1795: Michael II. Fadel von Beirut

1795–1796: Philipp Gemajel von Bikfaja

1796–1808: Josef VII. Tajan von Beirut

1808–1823: Johannes X. Helou von Ghosta

1823–1845: Josef IX. Hobeiche von Sahel Alma

1845–1854: Josef X. Raji el Khazen von Ajaltoun

1854–1890: Paul I. Massaad von Achkout

1890–1898: Johannes XI. Hage von Dlebta

1898–1931: Elias Hoyek von Helta

1931–1955: Antonius I. Arida von Becharre

1955–1975: Paul II. Meouchi von Jezzine

1975–1986: Antonius II. Khoraiche von Ain Ebl

1986–2011: Nasrallah Boutros Sfeir von Raifoun

seit 2011: Béchara Pierre Raï OMM von Himlaya

Liste der melkitischen Patriarchen von Antiochia

Die folgenden Personen waren Patriarchen der Melkitischen Griechisch-Katholischen Kirche:

Kyrillos V. 1709

Athanasios III. 1724

Kyrillos VI. Tanas 1724–1759

Athanasios IV. Jahwar 1759–1760

Maximos II. Hakim 1760–1761

Theodosios V. Dahan 1761–1788

Athanasios IV. Jahwar 1788–1794

Kyrillos VII. Siage 1794–1796

Agapios II. Matar 1796–1812

Ignatius IV. Sarrouf 1812

Athanasios V. Matar 1813–1814

Makarios IV. Tawil 1814–1815

Ignatius V. Cattan 1816–1833

Maximos III. Mazloum 1833–1855

Clemens Bahous 1856–1864

Gregor II. Jousself-Sajour 1864–1897

Peter IV. Geraigiry 1898–1902

Kyrillos VIII. Geha 1902–1916

Vakanz 1916–1919

Demetrios I. Kadi 1919–1925

Kyrillos IX. Moghabghab 1925–1947

Maximos IV. Saigh 1947–1967

Maximos V. Hakim 1967–2000Vom 6. Juni – 29. November 2000 war der Erzbischof von Tyros Jean Assaad Haddad Apostolischer Administrator „sede plena“ von Antiochia

Gregorios III. Laham 2000–2017

Joseph Absi SMSP seit 2017

Maronitisches Patriarchat von Antiochien

Das Maronitische Patriarchat von Antiochien (lateinisch Patriarchatus Antiochenus Maronitarum) ist das in Libanon gelegene Patriarchat der maronitischen Kirche mit Sitz in Bkerke.

Der Maronitische Patriarch von Antiochien und des ganzen Orients ist zugleich Oberhaupt der maronitischen Kirche.

Melkitisches Patriarchat von Antiochien

Das Melkitische Patriarchat von Antiochien (lat.: Patriarchatus Antiochenus Melchitarum) ist das in Syrien gelegene Patriarchat der melkitischen griechisch-katholischen Kirche mit Sitz in Damaskus.

Der melkitische Patriarch von Antiochien ist zugleich Oberhaupt der melkitischen griechisch-katholischen Kirche. Sein Titel lautet: „Patriarch von Antiochien, Jerusalem und dem ganzen Osten und Alexandria“. Die organisatorische Gliederung der melkitischen Kirche ergibt sich aus der Liste der melkitischen Bistümer.

Patriarchat von Antiochien

Das Patriarchat von Antiochien (auch Patriarchat von Antiochia) ist ein altkirchliches Patriarchat mit dem historischen Zentrum Antiochia am Orontes (Antiochien). Der Überlieferung zufolge wurde es vom Apostel Petrus gegründet. Dessen legitime Nachfolge beanspruchen, nach Spaltung des Patriarchats im Gefolge des Konzils von Chalcedon und nachfolgenden Trennungen, heute mindestens drei Kirchen. Ein jedes dieser Patriarchate betrachtet ihren eigenen Patriarchen als legitimen Nachfolger des Apostels Petrus auf der Kathedra von Antiochien. Aus historischen Gründen residiert keines dieser Kirchenoberhäupter noch in der Stadt Antiochien (heute Antakya in der Türkei).

Samandağ

Samandağ ist eine Kreisstadt in der türkischen Provinz Hatay und liegt ca. 25 km südwestlich von Antakya, nahe der Grenze zu Syrien. Gleichzeitig ist Samandağ Hauptstadt des gleichnamigen Landkreises. Die Stadt hatte 2014 118.373 Einwohner, wovon ein Großteil alawitische Araber sind. Seit einer Gebietsreform 2014 ist der Landkreis flächen- und einwohnermäßig identisch mit der Kreisstadt.

Der antike Name Samandağs war Seleukia Pieria, der Hafen von Antiochia am Orontes. Die Kreuzfahrer nannten die Stadt St. Simeon. Andere Namen waren Dschabal Sam'an, Alevışık und Suwaidiyyah. Den heutigen Namen erhielt Samandağ 1948. Der türkische Name ist die Übersetzung des arabischen Namens Dschabal Sam'an, deutsch Berg des Simeon, nach dem Säulenheiligen Symeon Stylites der Jüngere, dessen Kloster in der Nähe liegt. Im Bezirk Samandağ liegt das letzte armenische Dorf der Türkei Vakıflı.

Schlacht an der Eisernen Brücke

Die Schlacht an der Eisernen Brücke fand 637 zwischen der Armee des muslimischen Rashidunkalifats und der Byzantinischen Armee statt. Die Schlacht fand in der Nähe einer neunbögigen Brücke statt, die sich über den Orontes spannte und der Schlacht ihren Namen gab. Sie war eine der letzten Schlachten zwischen dem Byzantinischen Reich und den Arabern in der römischen Provinz Syria.

Seleukia Pieria

Seleukia Pieria war die in der Antike höchst bedeutende Hafenstadt von Antiochia am Orontes und liegt ca. 32 km von diesem Ort entfernt am Meer, beim modernen Dorf Çevlik. Der heutige Name ist Samandağ. Die Stadt liegt etwas nördlich der Mündung des Orontes.

Syria

Die römische Provinz Syria wurde im Jahre 63 v. Chr. vom Feldherrn Gnaeus Pompeius Magnus eingerichtet und blieb bis zur Eroberung durch die Araber in den 630er Jahren Teil des Römischen Reiches bzw. (seit 395) des Oströmischen Reiches. Das heutige Syrien, das etwas weniger als das Gebiet der römischen Provinz umfasst, ist nach ihr benannt.

Meist wird angenommen, der Name Syria sei von Assyria abgeleitet; einige Forscher glauben hingegen an einen Zusammenhang mit der Stadt Tyros – der Anlaut wurde im einheimischen antiken Dialekt offenbar wie „ts“ gesprochen, weshalb „(T)Syria“ auch nach einem der lange Zeit wichtigsten Orte der Region benannt worden sein könnte.

Herodes Archelaos, der Judäa, Samaria und Idumäa beherrschte, wurde im Jahre 6 durch Augustus verbannt. Archelaos’ Herrschaftsgebiet wurde nun fester Bestandteil des Imperiums und von einem Landpfleger verwaltet. In den Jahren 34 und 37 wurde der Rest des Reiches des Herodes ebenfalls Teil des Römischen Reiches. Diese Teile wurden in der Zeit Hadrians, infolge des großen jüdischen Aufstands, zur Provinz Syria Palaestina reorganisiert.

Der mächtige Statthalter der Provinz Syria hatte seinen Sitz in Antiochia am Orontes, einer der größten und bedeutendsten Städte des Imperiums. Zusätzlich waren starke Truppenverbände in der Provinz stationiert, um die Ostgrenze gegen die Parther zu schützen. In der frühen Prinzipats­zeit standen vier Legionen in der Provinz.

Die Provinz produzierte unter anderem Olivenöl, Wein, Zedern­holz, purpur­gefärbte Stoffe, Gläser und elfenbein­verzierte Kleinmöbel. Außerdem war die Provinz Endpunkt für den Seiden­handel über die Seidenstraße aus China und den Gewürz­handel aus Indien.

193/194 wurde Syria in die beiden Provinzen Syria Coele und Syria Phoenice aufgeteilt, die wiederum in der Spätantike in noch kleinere Einheiten unterteilt wurden. Das Gebiet der syrischen Provinzen erlebte trotzdem bis in die Mitte des 6. Jahrhunderts eine Blütezeit und stellte damit neben Ägypten eine der wichtigsten Regionen des Reiches dar, wenn es seit dem 3. Jahrhundert auch immer wieder zu Einbrüchen der persischen Sassaniden kam.

Im 7. Jahrhundert wurden die syrischen Provinzen von den islamisierten Arabern erobert.

Syrisch-katholisches Patriarchat von Antiochia

Das syrisch-katholische Patriarchat von Antiochien ist das antiochenische Patriarchat der mit Rom unierten syrisch-katholischen Kirche. Das Oberhaupt trägt den Titel Patriarch von Antiochien und des ganzen Ostens. Er ist einer der fünf konkurrierenden Patriarchen von Antiochien, für die anderen siehe Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien, Antiochenisch-Orthodoxe Kirche, Melkitische Griechisch-katholische Kirche und Maronitische Kirche.

Der Sitz des Patriarchats befand sich seit 1850 in Mardin in Anatolien, wurde aber im Ersten Weltkrieg zunächst (1911) nach Mossul, im heutigen Irak, und schließlich nach Beirut im Libanon, Rue de Damas, verlegt, wo er sich noch heute befindet.

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